Zu dumm für die Zukunft?

Google baut in der Europaallee am Zürcher Hauptbahnhof rund 5000 Arbeitsplätze: Blick in die neuen Büros in der Sihlpost. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Google baut derzeit seinen Zürcher Standort aus. Der Hauptgrund, weshalb die Wahl auf Zürich fiel, ist die Verfügbarkeit von hoch qualifizierten Fachkräften, insbesondere dank der ETH. Ganz so einfach verfügbar sind diese Ingenieure aber nicht. Ein an der ETH ausgebildeter Informatiker aus Indien kann nicht einfach angestellt werden.

Erbost darüber verglich ein leitender Ingenieur von Google die Schweiz mit einem schlecht organisierten Fussballverein, der zwar die Champions League gewinnen will, aber bitteschön ohne Ausländer. Einen umgekehrten Fussball-Vergleich zogen kürzlich Basler Uni-Assistenten: Die Schweiz leide unter einem «Real-Madrid-Syndrom». Sie kaufe ihre Stars ein und vernachlässige dabei den eigenen Nachwuchs.

Wir verfolgen ein doppeltes Ziel

Beide Vergleiche hinken, gerade deshalb bringen sie zugespitzt zwei entgegengesetzte Haltungen zum Ausdruck: Für Google ist die Schweiz zu protektionistisch, für die Assistenten zu nachlässig. Der Bedarf von Google und Co. nach bestens ausgebildeten Ingenieuren und Informatikerinnen wirft eine alte Frage in neuer Dringlichkeit auf: Können wir mithalten mit der internationalen Spitze? Die ETH als Institution kann das sicher. Doch können wir es auch?

Man kann sich auf den Standpunkt stellen, an Hochschulen sei die Frage nach der Herkunft sekundär. Für mich ist sie es nicht. Aber sie ist schwierig. Denn wir verfolgen ein doppeltes Ziel: Wir wollen sowohl die Champions League als auch Nachwuchsförderung. Einerseits ist es grossartig, dass unsere Universitäten international attraktiv sind. Es wäre unsinnig, auf universitärem Niveau einen falsch verstandenen Heimatschutz errichten zu wollen. Von den fremdenfeindlichen Attacken gegen ausländische Professoren wollen wir gar nicht erst anfangen. Auf der anderen Seite möchten wir doch mitspielen in dieser Zukunft – und nicht nur von der Tribüne aus zuschauen.

Das ist Schweizer Qualität

Neuerdings darf die ETH die Zulassung ausländischer Studierender schon ab dem ersten Jahr beschränken und höhere Studiengebühren von ihnen verlangen. Von beiden Möglichkeiten hat sie bisher keinen Gebrauch gemacht. Diese Zurückhaltung ist mutig. Wir sollen uns nicht abschotten, sondern konkurrenzfähig werden. Dazu braucht es die Förderung des inländischen Potenzials – auf allen Stufen.

Wie diese Förderung konkret auszusehen habe, ist zwar umstritten. Doch die Schweiz darf sich nicht selbst aus dem Rennen nehmen. An der Dummheit liegt es nicht, vielleicht eher an «selbst verschuldeter Unmündigkeit». Wenn wir uns weigern, die Bildung auszubauen, kann eine internationale und offene Schweizer Zukunft als Bedrohung erscheinen. Umgekehrt wird diese Zukunft zur Chance, entsprechende Bildung vorausgesetzt. Anspruchsvolle Jobs von Google und Co. bieten Möglichkeiten, diese Zukunft zu gestalten, auf höchstem Niveau. Das ist Schweizer Qualität.

Ein wenig geht es uns wie dem Informatiker beim Google-Assessment: Er steht vor einem spannenden Problem, um das ihn viele beneiden. Doch die Lösung ist nicht einfach. An seiner Dummheit liegt es nicht.

40 Kommentare zu «Zu dumm für die Zukunft?»

  • Max Berchtold sagt:

    Nennen wir doch einfach die Fakten, die Anzahl der Universitätsabschlüsse steigt vor allem dank den Frauen. Der Anteil der Frauen in den technisch wissenschaftlichen Berufen liegt nach wie vor bei 20%, dagegen liegen Sozial- Sprachwissenschaften und Veterinärmedizin bei über 75%. Als nächster Schritt kommt dann die Frage, welche Art von Stellen benötigen die Studienabgängerinnen und Studienabgänger? Staatlich bezahlte, oder privatwirtschaftlich bezahlte – die dann Produkte für den Export ergeben? Und die Bildungsausgaben steigen stärker als unser Bildungsoutput (so ähnlich wie unser Gesundheitswesen). Unser Bildungssystem krankt aus meiner Sicht nicht am Sparen, sondern an der mangelnden Effizienz und der krampfhaften Gleichmacherei, an Stelle der Begabtenförderung.

  • Stefan W. sagt:

    Ich finde: Der Kampf um die Champions League ist es schlicht nicht wert, eine Mehrheit der Bevölkerung abzuhängen. Denn Champion kann immer nur einer werden, und in einer Zeit des „The Winner Takes It All“-Wahnsinns bedeutet das immer schlechtere Bedingungen für alle anderen.
    Viel mehr haben wir davon, wenn wir irgendwo im oberen Mittelfeld spielen, aber dafür die Mehrheit der Mannschaft auch mal auf den Platz darf, statt nur der paar vorwiegend eingekauften Stars, die sich im Übrigen von jedem abwerben lassen, der mehr zahlen kann.

    Klar, mit einer solchen Politik werden wir halt nie einen Superstar kriegen, der für für jeden Ballkontakt Millionen kassiert. Aber dafür werden wir diese Millionen unter allen Spielern fair aufteilen können. Wäre das nicht sehr viel besser?

    • Hans Schmid sagt:

      Für die Champions League bräuchte man eine selektive Einwanderungspolitik, wie z.B. Kanada oder Australien.
      Wenn man dies richtig macht, dann tut dies auch der einheimischen Arbeitsbevölkerung nicht weh, im Gegenteil!
      Daher ist es höchste Zeit, die JeKaMi-PFZ zu kündigen und wieder zu einer eigenständigen und vor allem selektiven Einwanderungspolitik zurückzukehren. Dann gibt es auch kein Problem mehr für talentierte Drittstaatler.

      • Leo Klaus sagt:

        Tja! Noch restriktiver als bereits jetzt? Sie irren wohl, oder?
        ETH/EPFL-Absolventen aus den sogennanten Drittstaaten wird trotz aller Fachkompetenz der Zugang zum Arbeitsmarkt verweigert, nur aufgrund Ihrer Herkunft.

      • SrdjanM sagt:

        Und wie würde sich denn diese zukünftige „selektiven Einwanderungspolitik “ von der heutigen, durch die Wirtschaft gesteuerten, unterscheiden?
        Vielleicht lesen Sie dazu noch den Originaltext der MEI.

    • Leo Klaus sagt:

      Bin teilweise einverstanden Herr W. Allerdings muss nicht jeder Champion werden. Es geht darum, dass man in der Champions League spielt. Man kann auch ein FC Bayern Muechen oder FC Barcelona sein und hauseigenes Talent foerdern.
      Unser duales Bildungssystem in Ehren, aber macht es Sinn, dass wir die Maturitaetsquote kuenstlich tief halten (ausser in reichen Gemeinden), unseren Nachbarlaendern verspotten weil dort ja „alle“ die Uni besuchen, und gerade aus diesen Laendern dann Akademiker rekrutieren um den hausgemachten Fachkraeftmangel zu kompensieren?
      Und ich finde, man sollte endlich die individuale Besteuerung einfuehren, mit 40-50% tiefere Steuern fuer die Frauen. Dann machen diese keine unendlich lange Babypausen mehr.

  • michael thomas sagt:

    Wir hören immer wieder von PFZ-„Fachkräften“ aus Deutschland und Frankreich, dass die Schweizer zu dumm für die Zukunft sind. Unfähig für einen einfachen KV-Abschluss, zu dumm und zu faul für eine handwerkliche Lehre. Die werden es ja wissen..

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    die unterwanderung der hiesigen bildung ist ziel unserer liberalen…. weil. man kann sich dann mit (noch) besserem… gewissen an der pfz-dumping-schiene laben unter dem vorwand „nicht genügend qualifiziert“ (also auf deutsch „zu teuer“) – um noch viel weniger qualifizierte massenweise aus dem ausland anzukarren. (also auf deutsch „nicht gut, aber billig und willig).“ die fdp und ihre steigbügelhalter aus den einschlägigen verbänden, schaden der gesellschaft massiv.

  • Ashrio Moto sagt:

    Wer von den besten lernt, der lernt besser.

    Oder als Frage formuliert: Wie will man sich als Wirtschaft gegen die internationale Konkurrenz durchsetzen, wenn man dies nicht auch an der Universität schafft?

    Die Investition von Google, IBM und Roche in den Forschungsplatz Schweiz zeigt, wie stark die Ausbildung an unseren Universitäten ist. Hingehen muss jedoch jeder selbst und dabei muss auch der intelligenteste Student arbeiten. Wer das nicht als Chance sieht, der sollte seine Einstellung überdenken. Denn diese ist mit entscheidend für den internationalen Erfolg jedes Unternehmens.

  • Josef Marti sagt:

    Der Autor lebt wohl auf einem anderen Planeten. Regierung und Parlament haben in den letzten Jahren ein Steuersenkungsprogramm nach dem anderen präsentiert, wären die alle vor dem Volk durchgekommen wären schon über 5 Mia Steuereinnahmen gestrichen worden. Der Fall ist klar dass das Establishment gar keine öff. Bildung will sondern diese nach US Muster vollständig privatisieren will.

    • Hans Schmid sagt:

      Unsinn, Herr Marti, schauen Sie sich bloss mal die Steigerung der Bildungsausgaben über die letzten 20-30 Jahre an.
      Problem ist die vielfach mangelnde Effizienz, oftmals durch eine exzessive Bürokratie bedingt und das viele Geld, das in wirtschaftlich oft nutzlose Gschpürschmi-Fühlschmi-Studiengänge fliesst, statt Ingenieure u.dgl. auszubilden, die dann im Berufsleben auch echte Mehrwerte schaffen und die Schweiz international konkurrenzfähig halten.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Sie schreiben Unsinn. Die Bildungsausgaben in der Schweiz steigen doch seit 15 Jahren stets stärker, als die Wirtschaft wächst. Doch wir verschwenden immer mehr Geld mit sozialistischen Dummheiten wie die Aufhebung der Sonderklassen oder ständig ändernden Lehrplänen. Der Föderalismus, der für eine gute Durchmischung der Ausbildung sorgte, ist leider ein Auslaufmodell. Alles wird sozialistisch gleich geschaltet, als könnte man damit einen Blumentopf gewinnen. Und auch die Universitäten leben längst nach dem Motto „lieber Masse als Klasse“. So kommt man zu keinen Champions, sondern sorgt für immer mehr Mittelklasse. Das ist nicht der Weg der Schweiz.

  • Hanspeter Amstutz sagt:

    Solange die Meinung vorherrscht, kindliche Begabungsförderung habe sich primär auf das frühe Lernen dreier Sprachen zu konzentrieren, bleiben die MINT-Fächer im Schatten dieser Vorstellung. Unsere Primarschulen verfügen – von grossartigen Ausnahmen abgesehen – kaum über eine Kultur des naturwissenschaftlichen Experimentierens und kindgerechten Forschens. Mitverantwortlich für diesen Rückstand sind die Pädagogischen Hochschulen, welche in der Lehrerbildung lange Zeit die Entwicklung der Didaktik der Naturwissenschaften vernachlässigt haben.

  • A. Müller sagt:

    Noch nie wurde in der Schweiz soviel für Bildung ausgegeben wie bisher. Die Leute sind trotzdem nicht klüger und gescheiter geworden. Wenn ich Radio SRF 2 höre, so sind dort zwar kultivierte Stimmen zu hören, Gescheiter sind diese Leute aber nicht. Dass Google hochqualifiziertes Personal anzieht, stimmt auch nur bedingt. Dass Google auch weniger Qualifizierte beschäftigt, habe ich am eigenen Leib erlebt. So wurde mir z.B. Adwords-Werbung für meinen Online Shop verweigert. Dies mit der Begründung, dass ich dort Gegenstände anbieten würde, die gegen die ethischen Standards von Google verstossen. Als ich denen dann einen Screenshot von Adwords-Werbung von Amazon für dieselben Produkte geschickt habe und nachfragte, warum dann die das dürfen, wurde gemauert.

    • SrdjanM sagt:

      Sie erwarten das Google bei Ihnen die gleichen Massstäbe ansetzt wie bei einem Kunden, der in Stundentakt Hunderttausende einbringt?!
      Ich denke Sie wurden nicht wegen des Inhalts abgewiesen..

      „Die Leute sind trotzdem nicht klüger und gescheiter geworden.“
      Und wie beurteilen Sie das?

    • Michael sagt:

      Was hat die Verweigerung einer Erklärung mit Bildung/Qualifizierung zu tun?

  • H.Trickler sagt:

    Die Studiengebühren in der Schweiz sind stark subventioniert und im Vergleich zum Ausland sehr niedrig. Was soll daran falsch sein, von Ausländern mehr zu verlangen und bei knappen Studienplätzen einen Inländervorrang einzuführen?

    Das ist keine Abschottung sondern Wahrung der Eigeninteressen.

  • Robert F. Reichmuth sagt:

    „Dazu braucht es die Förderung des inländischen Potenzials – auf allen Stufen.“
    .
    Im Wesentlichen mit dem Autor (nota bene nicht zum ersten Mal) völlig einverstanden. Aufgrund eigener grossfamiliärer Erfahrung stelle ich fest:
    .
    Die Unterschiede zwischen den staatliCHen Bildungsräumen CH-Ost und
    CH-Mitte sind krass. Zwischen den Kantonen SZ und ZH – skandalös bis
    kriminell!
    .
    Ich sage und schreibe es hier und heute zum letzten Mal – die Konföderation
    namens CH von 1848/09/12 ist am Ende. Eine Neukonfigurierung unter dem Titel FREISTAAT HELVETIEN ab 2023/09/12/00:00:01h – ist unerlässliCH …

  • Samuel Müller sagt:

    Die Analyse von Andreas Pfister ist grundsätzlich richtig. Mit den Konsequenzen, die er zieht, bin ich hingegen weniger einverstanden. Wenn man sich die Mittelschulquoten unserer Nachbarländer ansieht, ist es durchaus fraglich, ob wir unsere Hochschulen für alles und jeden öffnen sollen. Für die Universitäten ist das natürlich attraktiv, denn mehr Studenten bedeutet mehr finanzielle Mittel. Dem Niveau dürfte es hingegen nicht sehr zuträglich sein. Das Gleiche gilt übrigens im Inland.

    Zumindest sollte über eine Evaluation der Drop-Out-Quote sichergestellt werden, dass die zusätzlichen Studenten nicht einfach als Mittelbeschaffungsargument für die Universitäten missbraucht werden. Denn es geht letztlich um junge Menschen, die etwas in ihre Zukunft zu investieren hoffen.

  • SrdjanM sagt:

    Der Titel verspricht eine Polemik, der Text löst dieses Versprechen leider nicht ein.
    Die Frage wäre eigentlich schon sehr interessant: sind Schulabgänger in der Schweiz gebildet und gescheit genug für die Anforderungen der neuen Gesellschaft und der Wirtschaftswelt?

    Und wenn nein (kleiner Hinweis: wieso muss man so viele Spezialisten importieren?), woran liegt das?

    • Kurt Seiler sagt:

      Jung, günstig und sehr flexibel.
      So was kann auch ein topausgebildeter Schweizer nicht bieten.
      Und so kommt es halt, dass unsere Topfirmen „keine Fachkräfte mehr finden“ und 50-80% günstige Manövriermasse aus dem Ausland beschäftigen.
      …und Schweizer darf dann lesen, er sei zu blöd für den Wettbewerb.

      • SrdjanM sagt:

        Deckt sich nicht mit meiner eigenen Erfahrung.
        Trotz Bemühungen und einer überdurchschnittlichen Entlohnung sind zum Beispiel im Inland kaum Chemiker mit zeitgemässen Berufserfahrung zu finden.
        Oder Logistikspezialisten, welche auch abseits von Disposition und Lagerlogistik auf dem Laufenden sind.
        Sicher, den von Ihnen beschrieben Fall gibt es auch, aber eher bei den Dienstleistungsbetrieben als in den hochtechnologisierten Bereichen der Wirtschaft.
        Ausscheidungsgrund Nr. 1 sind dort immer mehr fehlende Kenntnisse aktueller Technologien und Entwicklungen.

        Wer will schon MA welche zum Teil seit Jahrzehnten keine Weiterbildungen mehr besucht haben und deren ganze Erfahrung auf einen einzigen Betrieb begrenzt ist?

  • werner boss sagt:

    Die Abstimmung „ins Blaue“ über unsere Energiezukunft zeigt uns wohl deutlich genug, was wir von der im Artikel so gelobten Bildung zu halten haben! Da nützt es auch nichts, wenn wir vor der ganzen Welt hinknien und unsere Suveränität aufgeben, wenn diese gescheiten Leute nur unsere Hochschulen als Sprungbrett benutzen, eine Kaderstelle in ihrem Land zu besetzen und dann gleich auch noch eine Schweizerfirma als Einstand mitbringen!

  • Hugo Knüsel sagt:

    Gewisse Kreise schreien dauernd nach „mehr Bildung“, haben aber keine Ahnung, was das denn genau sein soll und wie das gemacht werden soll, Hauptsache „Viel hilft viel!“. Etwa so konfus kommt dieser Artikel rüber. Dem geneigten Leser wird nicht klar, worum es geht, da wird vermischt und verwechselt, gejammert und schwadroniert.

  • Ruth sagt:

    Der Titel passt, ansonsten widerspreche ich dem Artikel aufs Schärfste! So lange man in der CH der Überzeugung ist, dass nur eine gewisse, zahlmässig genau festgelegte Elite das Gymnasium besuchen soll (weil die anderen ja zu dumm dafür sind!), so lange wird die Schweizer Jugend für dumm erklärt und vielen von ihnen wird die Chance genommen sich später als Talent zu beweisen. Man vergleiche einfach die Maturitätsquote mir einem beliebigen Land in Europa. Hier ist der wirkliche Skandal und nicht die Frage, ob Ausländer allenfalls mehr für das Studium bezahlen sollen. Wofür leistet sich die Schweiz die Unis und ETH? Für ihre eigenen Kinder und für die Zukunft der Schweiz?

  • Jürg Thüring sagt:

    Die Frage ist doch, was die Schweiz (als Gesellschaft) will, braucht und sie weiter bringt…
    Oder umgekehrt: Was hat die Schweiz davon, wenn sie ausländische Studierende ausbildet, den eigenen Leuten mit Numerus Clausus (verdeckt oder offen) den Zugang zu Studienplätzen verbaut, danach Spitzenpositionen in der Wirtschaft mit Ausländern besetzt (weil man ja die eigenen Leute nicht ausbildet, mangels Platz) und diese dann am Standort Schweiz die Arbeitsplätze mit ausländischen Mitarbeitern besetzen?
    Ueberspitzt, klar, aber es gar nicht so weit weg von der Realität.
    Die Schweiz ist nicht wegen ausländischer Spezialisten zu dem geworden was sie ist! Wir haben selber gute Leute. Internationalen Firmen geht es in der Schweiz vor allem um die Rahmenbedingungen.

  • tim meier sagt:

    Wenn ich nur schon von „Abschottung“ lesen, dann sträuben sich mir die Nackenhaare. Wieso ich als Steuerzahler ausländische Studenten voll subventionieren soll, kann mir noch immer niemand schlüssig erklären. Und ja, all die Reformen im Bildungswesen mit mehreren Fremdsprachen auf Primarschul-Level, Sammelfächer etc. ziehen das Bildungsniveau insgesamt nach unten, und zwar massiv. Klassen mit > 90% fremdsprachigen Kindern tragen ihren Teil dazu bei. Wer all diese Fakten dauernd ausblendet, ignoriert und schönredet, der arbeitet in einer geschützten Werkstatt und weiss nicht, was draussen wirklich abgeht. Die Wenigsten können zu Google oder werden Assistenten. Und diese Wenigen werden nicht für alle übrigen aufkommen können.

  • Lia Mia sagt:

    Solange im Tessin 30% die Matura machen, an der Goldküste teilweise 60% und in Thurgau nur lächerliche 12%, ist es eine Unverschämtheit, Studienplätze an Ausländer zu vergeben. Gerade in ländlichen Kantonen wäre ein riesiges Potenzial vorhanden, die Landbevolkerung wird aber bewusst dumm gehalten mit einer extrem niedrigen Maturitätsquote.
    Liebe Politiker, nehmt dieses Problem bitte endlich in Angriff.

    • Monique Schweizer sagt:

      Sorry Lia – aber was für einen unvollständigen Tunnelblick verbreiten denn Sie hier!
      Die Maturitätsquote 2015 aller Maturitätstypen in der Schweiz beträgt laut dem Bundesamt für Statistik 37,5%: Davon sind 20,1% junge Erwachsene, die mit der gymnasialen Maturität und 14,7%, die mit der Berufsmaturität abgeschlossen haben. 2,7% haben die Fachmaturität absolviert.
      Aufgeschlüsselt nach den Kantonen findet sich die höchste Quote über alle Maturitätstypen im Kanton Tessin (50,5%), an zweiter Stelle folgt Basel Stadt (48,4%). Das Schlusslicht bilden Glarus (27,0%) und Thurgau (29,8%). In den Kantonen Glarus, Schaffhausen und Thurgau verfügen mehr junge Erwachsene über einen Berufsmaturitätsabschluss als über den Abschluss der gymnasialen Maturität.

      • Monique Schweizer sagt:

        Dass man in ländlichen Gegenden eher eine Lehre macht und danach eine Berufsmatur ist inzwischen völlig normal. Ist doch bestens, hat man die Möglichkeit einer Berufsmatur eingeführt.
        .
        Auch der Landbevölkerung stehen diese Möglichkeiten offen, aber wer keine Matur machen will, den kann man dazu nicht zwingen.

        • Martin sagt:

          @Schweizer: Ja, diese Matura… Dann hat man endlich eine und geht an so eine Superbildungsstätte und am Schluss wollen sie einem dort einfach für blöd verkaufen… Wenn ich den Politikern und „Experten“ teilweise so zuhöre, die ja allesamt „gebildet“ und „studiert“ sind, bezweifle ich manchmal, ob diese wirklich die „Maturität“, also die „Reife“ jemals erreicht haben…

  • Charlotte sagt:

    Die Lehre muss im Minimum einem Bachelor gleichgesetzt werden. Warum sollen die Steuerzahler für nutzlose Studierenden aufkommen müssen? Es braucht einen Numurus Klausus für alle Geisteswisschenschaften. Auch müssten der Staat sowie die Wirtschaft die Arbeitsprozesse so anbieten, dass sie auch von weniger Qualifizierten gelernt und ausgeführt werden können. Da biete die Digitalisierung grosses Potenzial. Es darf nicht sein, dass „Dummbleiben“ ein Anrecht auf ein bedingungsloses Einkommen in Form von Soz ist. Wo sind z.B. die Jobportale für die Energiewende, die die Steuerzahler 7 Milliarden im Jahr kosten soll? Welche „Fachkräfte“ braucht es da? Wo sind die Ausbildungsangebote? Da könnten sich schon viele darauf vorbereiten, anstatt, dass dann alle wieder Fachkräftemangel schreien.

  • werner boss sagt:

    Mit solch hochtrabendem Geschwätz werden wir in der Schweiz ständig an der Nase herum geführt. Wir auch nicht wissen wie es auf Planet X aussieht, wir wissen ja seit Einstein dass diese für uns unerreichbar sind und auch in das schwarze lohnt es sich nicht noch mehr Geld zu stecken, lässt doch Farbe und Form zu viel Spielraum offen für anderweitige Interpretationen. Ich als Steuerzahler will Handfeste Resultate sehen von den teuren Hochschulen, keine Fantastereien!

    • SrdjanM sagt:

      Ausreichende Sprach- und Sachkenntnisse dürften bei inländischen Fachkräften ja kaum ein Problem sein, müsste man denken…

  • Martin sagt:

    Mal überlegen, wofür brauchen wir Bildung? Eigentlich gar nicht! Wir haben Herrn Gunzinger, der eigentlich Supercomputer baut, uns aber vorrechnet, wie man AKW’s mit Windrädern und Solarzellen ersetzen kann. Wozu brauchen wir da noch Ingenieure? Und sowieso, diese Ingenieure: Jeder Elektroinstallateur, der eine Weiterbildung zum Solarzellen installieren absolviert, kann sich heute Ingenieur nennen. Wir brauchen gar keine Bildung mehr, denn wir haben so viele Leute, die alles besser wissen. Ich nehme eben als aktuelles Beispiel die Energiewende. Wurden da Ingenieure gefragt? Ich bezweifle es sehr stark! Ist doch besser, wir investieren in Vodoo- und andere Studiengänge mit exotischen und kompliziert klingenden Namen…

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.