Das Effiziente siegt nicht immer

Dampfbetrieb ist nicht ökonomischer als Windkraft: Dampfschiff «La Suisse» auf dem Genfersee in Montreux. Foto: Manuel Lopez (Keystone)

Dampfbetrieb ist nicht ökonomischer als Windkraft: Dampfschiff La Suisse auf dem Genfersee bei Montreux. Foto: Manuel Lopez (Keystone)

Das Energiegesetz, über das wir am 21. Mai abstimmen, ist kein Wurf, und für das, was das Gesetz bewirken wird, ist «Energiewende» ein zu grosses Wort. Und doch handelt es sich um einen Richtungsentscheid mit grosser Signalwirkung. Bei allen Detailargumenten: Letztlich geht es um die Glaubensfrage, ob die Politik in den Energiemarkt eingreifen soll oder ob sich die beste Energietechnik dann durchsetzt, wenn man den Markt gewähren lässt.

Der «zivilisatorische Rückschritt»

In besonders reiner Form fand sich letztere Position jüngst in einem Gastkommentar des emeritierten Ökonomieprofessors Silvio Borner in der NZZ. Borner mag ein Fundamentalist sein, aber seine Sichtweise ist durchaus verbreitet, sodass es sich lohnt, sie anzuschauen.

Dank Erfindungen wie der Dampfmaschine und des Verbrennungsmotors, schreibt Borner, hätten neue Energieformen alte und ineffiziente wie «Sklaven und Segel» (so der Titel des Kommentars) abgelöst. Nur deren höhere Überschüsse hätten unseren Wohlstand ermöglicht. Sich jetzt von diesen, nämlich den fossilen und nuklearen Energien, ab- und mittels «planwirtschaftlich diktierter Massnahmen» wieder den alten Energien (Wind, Sonne …) zuwenden zu wollen, wäre ein «zivilisatorischer Rückschritt».

Aber Borner irrt: Alle seine Beispiele sind falsch.

Wenn Wind Schiffe direkt antreibt, ohne Umweg über andere Energieformen wie elektrischen Strom, dann ist das höchst effizient. Dampfschiffe können da nicht mithalten, und sie rechneten sich auch ökonomisch nicht, als sie die Segelschiffe zu verdrängen begannen. Durchgesetzt haben sie sich, weil Grossbritannien ihre Entwicklung enorm subventionierte – aus militärischem Interesse.

Mehr Sklaven mit der Dampfkraft

Die Dampfmaschine hat auch die Wasserkraft abgelöst. Diese hatte Nachteile: Sie war standortgebunden, an den Gewässern ergaben sich Nutzungskonflikte, und die Leistung liess sich nicht beliebig steigern. Aber punkto Energieausbeute war die Wasserkraft der Dampfkraft weit überlegen, und heute ist sie die Energieform mit dem höchsten sogenannten Erntefaktor. Gegenüber der tierischen Arbeitskraft war Dampf zunächst einzig in Grossbritannien konkurrenzfähig: Hier war die tierische Arbeitskraft teuer, weil britische Gesetze im Interesse der Landbesitzer das Getreide – und somit das Futter der Arbeitstiere – verteuerten.

Die Sklaverei schliesslich wich der Dampfkraft nicht, im Gegenteil: Sie blühte mit ihr auf. In den USA versechsfachte sich die Zahl der Sklaven zwischen 1780, als die Dampfmaschinen in der Industrie aufkamen, und 1865, als der US-Kongress die Sklaverei in den USA abschaffte. Denn die dampfbetriebenen Textilfabriken verarbeiteten immer mehr Baumwolle – die nach wie vor mit menschlicher Zwangsarbeit produziert wurde. Die Sklaverei ging nicht zu Ende, weil eine bessere Energieform sie abgelöst hätte, sondern dank einem politisch verfügten «Technologieverbot».

Der sinkende Erntefaktor

Es gibt kein historisches Gesetz, demzufolge sich stets effizientere Energieformen durchsetzen. Es gibt aber ein ökonomisches «Gesetz», wonach bestimmte Energieformen mit der Zeit stets geringere Ausbeuten erzielen, weil sich die besten Vorkommen erschöpfen und man auf immer schwerer zugängliche Vorkommen zugreifen muss (das sogenannte Prinzip des abnehmenden Grenznutzens). Beim Erdöl etwa hat sich die Ausbeute dramatisch verschlechtert: Um 1930 enthielt das Öl aus texanischen Ölfeldern etwa 100-mal so viel Energie, wie zu seiner Förderung aufgewendet werden musste. Heute dürfte dieser Wert im globalen Schnitt noch bei ungefähr 10:1 liegen. Der Erntefaktor der Fotovoltaik bewegt sich laut jüngsten Studien im selben Bereich, wobei die Fotovoltaik die guten Standorte noch lange nicht ausgeschöpft hat und die Technik rasch voranschreitet, sodass dieser Wert steigen und nicht wie beim Erdöl sinken wird.

Die Geschichte der Energietechniken eignet sich nicht als Argument gegen staatliche Eingriffe in den Energiemarkt. Es gibt kein historisches Gesetz des Fortschreitens zu stets höheren Energieüberschüssen, und die Energieformen, die wir heute nutzen, haben sich nicht durchgesetzt, weil sie höhere Ausbeuten erbrachten. Sondern mithilfe von Verboten und Markteingriffen.

89 Kommentare zu «Das Effiziente siegt nicht immer»

  • Roland K. Moser sagt:

    Zum Energiegesetz:
    Es soll sich jeder fragen und/oder noch besser ausprobieren, wie er seinen Stromverbrauch um 13 % und seinen anderen Energievebrauch um 30 % senken kann. Kalt duschen ist da wohl nur der Vorname.
    Und den Atomausstieg gibt es so oder so, weil keine neuen AKW gebaut werden.

    „…Letztlich geht es um die Glaubensfrage, ob die Politik in den Energiemarkt eingreifen soll oder ob sich die beste Energietechnik dann durchsetzt, wenn man den Markt gewähren lässt…“
    Die Politik muss Leitlinien vorgeben. Dazu haben sich die Menschen zu einem Staat zusammen geschlossen.
    Das Energiegesetz ist leider ein ideologisch vergiftetes Machwerk, welches mehr als nur ein Eingriff in den Energiemarkt ist. Und den Atomausstieg gibt es sowieso, weil keine neuen AKW gebaut werden.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Roland K. Moser:
      also bei gleicher Familien- und Hauskonstellation verbrauche ich ca. die Hälfte der Heizenergie und ca. die Hälfte des Stroms wie mein Nachbar!
      Ich verzichte auf nichts und dusche jeden Tag warm.
      Und solche Nachbarn gibt es noch ganz viele in der Schweiz! Warum? Bequemlichkeit! Alleine die Faulheit Geräte nicht aus dem Standbymodus zu nehmen generiert uns einen Stromverbrauch von Beznau bzw. Mühleberg!
      Die mit den AKW (Nachtstrom) tw. verschenkten Elektroboiler- und heizungen mit Wärmepumpen ersetzt, ergäbe noch einmal ein Beznau weniger!
      Ohne kalt zu duschen!

      • Roland K. Moser sagt:

        Das glaube ich Ihnen nicht. Wir wollen Sie und ihren Nachbarn besuchen. Machen Sie noch vor dem 20. Mai eine Führung. Danke 🙂

        Und der Stromverbrauch wegen dem Stand-By-Modus verbraucht sicher nicht soviel, wie ein AKW liefert. Der Stromverbrauch wegen dem Stand-By-Modus ist selbst in der Summe marginal.

        Und dann wollen Sie zur Warmwasser-Gewinnung und zum Heizen noch den Umweg über die Wärmepumpe? Eine Wärmepumpe zusätzlich (!) macht sicher Sinn.

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Roland K. Moser:
          tja, ihre Denkensweise passt genau zum Schema „es ist nicht möglich darum mache ich einfach so weiter“!

          Natürlich dürfen sie mich als Lügner darstellen oder sie verwenden Google!

          Die WP ist um ein vielfaches effizienter, als eine Elektroheizung oder ein Elektroboiler! Google hilft auch da…

          • Roland K. Moser sagt:

            Wo ist die Führung inkl. Zahlen und Begründungen zu den Zahlen?

            Nennen Sie Zahlen zur Effizienz ihrer WP. Wie viel Strom braucht ein Boiler, um 200 Liter Wasser von 15 auf 60 Grad zu heizen, und wieviel ihre WP? Und der Boiler heizt nachts auf, wenn niemand sonst Strom verbraucht.

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Roland K. Moser:
            äh, was hat genau die Zahl damit zu tun, dass ich die Hälfte verbrauche? Das wissen nur sie!

            Ich habe keine WP, was aber mit dem Fakt, dass Elektroboiler und Elektroheizungen mehr Strom als WP verbrauchen Null und Nichts zu tun!

            Google? Kennen sie? Einfach mal eintippen!

          • Roland K. Moser sagt:

            Ich will von Ihnen für die Leser die aussagekräftigen Zahlen zum Boiler und zur Wärmepumpe.

            Dann will ich für die Leser die Verbrauchszahlen von Ihnen und Ihres Nachbarn.

            Und dann warten wir immer noch gespannt auf die Führung durch ihr Haus und durch das ihres Nachbarn, inkl. Verbrauchszahlen. Und dann hängen wir das Ergebniss an die allergrösste Glocke. Einverstanden?

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Roland K. Moser:
            da sie es selber nicht schaffen (mein Haus geht sie nichts an!):
            bei SES unter „Nicht energieeffizient: Elektroheizungen“ werden sie fündig!

          • lutz stalder sagt:

            Als selbsternannter Energieheiland erwarte ich von ihnen eigentlich Fernwärme, Herr Jobs. Oder produzieren sie bereits auch keinen Abfall mehr?

          • Thomas Jobs sagt:

            @ lutz stalder:
            Chefverunglimpfer stalder!
            Fernwärme für alle? Da sind die Verluste zu gross, aber das merkt man nur, wenn man sich auskennt!

        • Michael Fedier sagt:

          Herr Moser,

          Vor 10 Jahren brauchte ein Kühlschrank 30% mehr Energie, eine Lampe 80% mehr und leuchtete einiges weniger hell als die heutigen LEDs. Ich kann weiter machen mit Boiler, Staubsauger, Waschmaschinen, Induktionsherd usw.

          Im Durchschnitt sparen wir also schon 30% Energie gegenüber vor 10 Jahren – haben Sie irgendwelche Einschränkungen bemerkt?

          Die technologische Ineffizienz wird weiter und weiter behoben. Ein Ottonormalmotor verliert im Vergleich zu einem Elektromotor 20-30% Leistung und gibt ein vielfaches mehr an Energie durch Wärme und Reibung ab. Leistet aber effektiv weniger!

          Durch ihre Argumentation zeigt sich genau wieso Sie ein Nein einlegen: Sie verstehen den technologischen Fortschritt der nächsten 20 Jahre nicht und gehen vom Status Quo aus.

          • Martin Maletinsky sagt:

            Sie haben Recht Herr Fedier, was die Verbesserung der Energieeffizienz in der Vergangenheit betrifft.
            Erstens treffen aber Ihre Beispiele nur für gewisse Bereiche des Stromkonsums zu (z.Bsp. nicht für Verkehr, Industrie und Gewerbe) und zweitens kann man Effizienzsteigerungen in der Vergangenheit nicht so ohne Weiteres in die Zukunft projizieren. Je effizienter die Apparaturen bereits sind, desto schwieriger (und kostspieliger) wird es, noch weitere Effizienzsteigerungen zu erreichen.

            Geht man überdies davon aus, dass sich die Verbrauchsreduktion quasi von selbst per technologischen Fortschritt realisieren wird (wie Ihr Kommentar dies nahelegt), ist auch nicht einzusehen, warum man sie im Gesetz festschreiben müsste.

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Martin Maletinsky:
            Verkehr, Industrie und Gewerbe sind nicht energieeffizienter geworden und können nicht noch effizienter werden? Maletinsky, sie haben schlichtweg NULL Ahnung von der Materie!

          • Roland K. Moser sagt:

            Ein Verbrennungsmotor hat einen Wirkungsgrad von ca. 10 % am Hinterrad, also das, was auf die Strasse kommt. Das ist ein alter Hut 🙂
            Wie gross ist der Wirkungsgrad eines Teslas bei 50, 80 100 und 120 km/h? Ich meine damit den Gesamtwirkungsgrad, also das, was die Räder auf die Strasse bringen.

          • Herbert Ineichen sagt:

            Nicht desto trotz, Herr Fedier, der Gesamtstromverbrauch ist in den letzten 10 Jahren gestiegen, denn:
            – Es gibt immer mehr Verbraucher (Menschen wie auch Maschinen)
            – Kühlschränke und Glühbirnen sind ein totaler Nebenschauplatz verglichen zum Beispiel zur SBB.
            – Sie können nicht die Menschen zwingen auf etwas zu Verzichten, dass de facto im Übermass vorhanden ist.

          • Roland K. Moser sagt:

            @ Herbert Ineichen
            9. Mai 2017 um 19:50
            Der Gesamtverbrauch interessiert die Linken kein bisschen.
            Dazu habe ich einen Kommentar geschrieben, der zensuriert wurde.

    • Paul Levi sagt:

      Ihr Kommentar ist eine Bankrotterklärung. Der Atomausstieg gibt es sowieso, aber es soll weder Energie gespart, noch sollen alternative Energie gefördert werden. Also gut, wie genau soll denn die Energiestrategie aussehen? Nur Nein zu sagen, ist zu wenig, man muss schon Alternativen bringen. Nur auf den Markt zu setzen ist gar billig, denn die Erfahrung zeigt, der Markt kann es nicht richten. Sowas wie ein freier Markt gab es bei der Energie gar nie, was man sehr gut an den AKWs und den Erdölindustrie erkennt.

      • Martin Maletinsky sagt:

        Hr. Levi, Auch mit dem Energiegesetz ist es höchst fraglich, ob Energie gespart wird. Zwar macht das Gesetz drastische Vorgaben zur Reduktion des pro-Kopf Konsums (-43%), es enthält aber keinerlei Massnahmen, wie diese Reduktion zu erreichen ist und die dafür notwendigen Massnahmen werden politisch kaum durchsetzbar sein (wie vergangene Urnengänge vermuten lassen, die Verteuerung und/oder Konsumbeschränkungen zur Folge gehabt hätten).
        Die Wasserkraft – die alternative Energiequelle schlechthin – wird vom EnG sträflich vernachlässigt. Dafür werden ineffizienter Wind- und Solarstrom massiv forciert, die zeitweise soviel Strom produzieren, dass Teile davon gleich wieder vernichtet werden müssen und die zeitweise nichts liefern, so dass konventionelle Kraftwerke einspringen müssen.

        • Michael Fedier sagt:

          @Maletinsky,

          Haben sie den Initiativentext verstanden? Es wird sehr wohl die Wasserkraft massiv gefördet und soll ausgebaut werden! Der Grund schlechthin wieso bei uns Stauseen unbenutzt rumstehen ist weil der subventionierte Atomstrom (Lagerung, Versicherung, usw.) aus In- und Ausland halt 2-3 Rappen weniger kostet als unser Schweizer Wasserstrom.

          Und die Reduktion von 40% ist mit technologischem Fortschritt locker erreichbar in 20 Jahren. Ich habe es schon in einem vorherigen Beitrag erwähnt, wir sparen schon 10% Energie gegenüber der Anfangs 2000er ein. LED, Induktion, Wasserpumpen, Kühlschränke, … – Alles wurde min. 30% effizienter! Verzichten muss gar niemand, die Hersteller müssen einfach die neueren Technologien liefern statt statt mit den alten weiterhin Geld verdienen.

          • Martin Maletinsky sagt:

            Die Wasserkraft wird schon seit Jahrzehnten von „subventionierter“ Atomkraft konkurrenziert, und war bis vor Kurzem trotzdem rentabel. Die wirtschaftlichen Probleme der Wasserkraft begannen erst mit der Konkurrenz durch den hoch subventionierten deutschen Wind- und Solarstrom, der die Strompreise zeitweise in den negativen (!) Bereich drückt.

            Im Gegensatz zur hoch subventionierten Wind- und Solarenergie schliesst das Energiegesetz Grosswasserkraftwerke (>10MW) vom Einspeisevergütungssystem aus (Art. 19) und speist sie mit einem Schweigegeld von “ höchstens 1.0 Rappen/kW“ ab (Art. 30).

            Nicht umsonst haben die Wasserkraft-Betreiber den Staat unlängst um Not-Subventionen angefragt, um ihr wirtschaftliches Überleben zu sichern (z.Bsp. TA Artikel vom 19.4.2017)

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Martin Maletinsky:
            mit welchem Strom werden die Pumpspeicherseen in der Nacht vorwiegend gefüllt? Maletinsky’s Hamster im Dynamorad?
            Die EE in Deutschland drücken die Strompreise, weil die Kohlekraftwerke dauernd auf Volllast laufen. Das het mit dem Merit-Order zu tun, da der hochsubventionierte Kohlestrom der Billigste ist!

            Die Strombarone haben schon immer die hohle Hand gemacht, wenn es etwas gratis gab. Verpennt haben sie aber die EW im höchsten Masse!

        • Paul Levi sagt:

          Haben Sie Mühe mit dem Verstehen? Ich habe Herrn Moser gefragt, was denn die Alternativen zum neuen Gesetz sind? Doch Sie schwafeln drauflos wie schlecht das neue Gesetz ist und liefern aber genauso wenig irgendeine Alternative.
          Zudem stimmt es gar nicht, dass die Wasserkraft vernachlässigt wird.

          • Hannes Müller sagt:

            Herr Levi, das Gesetz hat keine CO2-Strategie und keine Netzstrategie. Es ist ein Atomausstiegsgesetz mit Subventionen.
            Da kann und sollte man nachbessern.
            Auch sind die Kompetenzen des Bundesrates so hoch, als oob das eine Versammlung von allwissenden Göttern wäre

          • Paul Levi sagt:

            @Hannes Müller: Dafür hat man ja Politiker, damit diese Kompetenzen bekommen und diese wenn nötig anwenden können. Was nützen sonst zahnlose Politiker, die null und nichts bewirken können?
            Ein Politiker muss nicht alles wissen. Das kann er ja gar nicht. Dafür gibt es ja Experten und Berater. Wenn die Politiker schlecht entscheiden, dann sind sie schnell weg vom Fenster.

          • Roland K. Moser sagt:

            Die Alternative ist, dass die Schweiz ihr Überbevölkerungsproblem löst.

      • Roland K. Moser sagt:

        Es werden keine neuen AKW gebaut. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
        Sollte es dennoch jemand versuchen, sind die benötigten 100’000 Unterschriften dagegen innert 3 Monaten zusammen und ich werde auch beim Sammeln helfen.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Moser: Ich war letzten Freitag in der IKEA und habe den gemieteten Camion mit Möbeln vollgeladen. An der Kasse und in der Parkgarage habe ich viele Leute gesehen, die Waren im Umfang von einem Blumentopf gekauft haben. Es lässt sich enorm viel Energie sparen, wenn man nicht für jeden Blumentopf 20km Auto fährt. Ist das für Sie eine zu grosse Einschränkung der persönlichen Freiheit?

    • Dani Heusser sagt:

      So en Seich! Ich bin gerade dabei mein Eigenheim umzubauen und es wird in Zukunft doppelt so viel Energie produzieren, wie wir als Familie benötigen. In Europa wurde im letzten Jahr 90% des Stromzubaus mit erneuerbaren getätigt. Wind, Solar, Wasser und Biomasse gehört die Zukunft! Gebt mir eine ökologische und günstige Batterie und ich bin weg vom Netz!

    • peter sagt:

      Sehr ideologisch und heimtückisch perfide aufgebaut ist dieses „Energiegesetz“, eine dichte Nebelwolke von Wünschträumen!

      Das Lesen folgender „Hintergrund“informationen zeigt dies rasch auf:

      Die Ziele der 2000 Watt-Gesellschaft (Bericht Stadt Zürich)

      Die Definition von „Suffizienz“, das heisst im Klartext Wohlstandsverzicht

  • Nick sagt:

    „Wenn Wind Schiffe direkt antreibt, …, dann ist das höchst effizient.“ Wenn man das nur auf die Antriebsenergie bezieht, stimmt es sogar. Wenn man aber das Gesamtsystem „Waren-/Personentransport per Schiff“ anschaut schon nicht mehr. Weder Reeder noch Kaufleute und schon gar keine Passagiere waren an dieser Art von Effizienz interessiert, wenn sie wochenlange Zeitverluste wg. einer Flaute hinnehmen musste. Entscheidend ist die Ökonomie, wenn z.B. eine Solaranlage so billig ist, dass sie zwar nur 1% der Sonnenenergie un Strom umwandelt, die kWh aber konkurrenzlos billig ist, setzt sie sich von selbst durch. Da das (leider) in der Realität nicht der Fall ist müssen eben die anderen Energiequellen verteuert werden, um die Ideologie zu befriedigen.

    • Paul Levi sagt:

      Wenn die Ökonomie so entscheidend ist, wieso haben sich dann AKWs durchgesetzt? Bei den AKWs ist die Versicherung, der Rückbau und die Entsorgung nicht gesichert (sprich vom Staat garantiert). Auch die Erdölindustrie wurde seit je massiv subventioniert. Für einmal soll der Staat nachhaltige Energieformen subventionieren. In der Energie gab es den freien Markt noch nie.

      • Michael sagt:

        Nicht die Ökonomie ist entscheident, welcher Energieträger sich durchsetzt. Es ist allein die Energieform, bei der die Wirtschaft am meisten profitiert. Als das Erdöl nur so sprudelte war der Hype die Ölheizung. Dann kam das AKW. Uran gab es zuhauf, musste nur etwas umgebaut werden und sorgte für langen Profit, weil niemand sich Gedanken und die Beseitigung das Abfalls macht. War ja auch Neuland, die Abfallbeseitigung. Und weil das alles so günstig war, standen und stehen die Energiekonzerne voll auf der Bremse bei der Entwicklung von günstigen alternativen Energieformen. Für sie wäre es doch ein – finanzieller – Graus, wenn sich jedes Haus dank leistungsfähiger Solarzellen und Speichermedien selber mit Strom versorgen könnte. Oder garn noch sein Auto damit betreiben könnte.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Nick: Segelschiffe sind effizient, aber Sie weisen zu Recht darauf hin, dass es andere Nachteile gibt (Flaute), welche allerdings mit Energie-Effizienz null und gar nichts zu tun haben, sondern mit Ökonomie und Bequemlichkeit. Hier ein Beispiel aus der heutigen Zeit: Wenn ich im Februar Spargeln will, dann kann ich diese nur mit Flugtransport erhalten. Jetzt gilt es abzuwägen, ob dies sinnvoll ist. Bis jetzt sagen Migros, Coop und viele Konsument ja. Welcher Meinung sind Sie?

  • Thomas Hartl sagt:

    Herr Hänggi hat recht, vor allem kurz- und mittelfristig spielen auf dem Markt Faktoren mit, welche den Durchbruch effizienter Energiequellen lange verhindern können, alleine durch ihre Marktmacht und ihre Lobby. Entscheidend scheint mir aber, dass eine sehr wichtige Partei, gar keine Möglichkeit hat, am heutigen Marktgeschehen teil zu nehmen, nämlich unsere Kinder und die künftigen Generationen. Sie brauchen unser Einsatz und unsere Gesetze, um zu ihrem Recht zu kommen.

    • Martin Maletinsky sagt:

      Grundsätzlich bin ich mit Ihnen einverstanden. Das Problem bei Ihrer Argumentation ist aber, dass weder Sie noch ich die künftigen Wünsche und Prioritäten unserer Kinder kennen. Sie treffen diesbezüglich offenbar gewisse Annahmen, vielleicht werden die Prioritäten künftiger Generationen aber auch sein:
      – Versorgungssicherheit (welche das Energiegesetz gefährden würde)
      – tiefe Energiekosten und eine dadurch prosperierende Wirtschaft
      – intakte Landschaften statt Windparks und Solarfarmen
      – Schutz vor staatlicher Konsumüberwachung (wie sie das Energiegesetz erlauben würde)

      • Thomas Hartl sagt:

        Wie kommen sie auf die Idee, dass das Energiegesetz die Versorgungssicherheit gefährdet? Ohne dieses Gesetz stehen gleich viele AKW in der Schweiz, aber es wird weniger aus Energie erneuerbaren Quellen generiert, somit muss mehr importiert werden. Die Energiekosten sind auch nur tiefer, solang wir billigen Kohlestrom importieren, danach kann es richtig teuer werden. Windparks und Solarfarmen können von den nächsten Generationen jederzeit wieder abgebaut werden, sollten sie auf bessere Energiequellen stossen, Atommüll ist da komplizierter und gefährlicher. Die Konsumüberwachung wird so oder so kommen, sei es durch den Staat oder die Energiekonzerne. Wo Daten anfallen, werden Daten analysiert.

        • Martin Maletinsky sagt:

          Das EnG gefährdet die Versorgungssicherheit, weil:

          – es die für die Versorgungssicherheit essentielle Wasserkraft (2/3 der Stromproduktion) wirtschaftlich noch mehr in Bedrängnis bringt.

          – die massiv schwankende Produktion von Solar- und Windstrom die Stabilität der Versorgungsnetze gefährden (auf der Seite von Swissgrid können Sie lesen, dass dies „grosse Herausforderungen für die Verteilnetze“ darstellt). Aus diesem Grund wird das Energiegesetz auch vom Dachverband Schweizer Verteilnetzbetreiber abgelehnt.

          – es einen möglichen Ersatz der AKWs mit Wind- und Solarenergie vortäuscht und so Planung und Bau von Gaskombikraftwerken verzögert, die (mit wie ohne Energiegesetz) früher oder später gebaut werden müssen, sobald das ENSI entscheidet eines der grossen AKWs stillzulegen.

  • Martin Maletinsky sagt:

    Dass der Staat Produktionsformen mit unerwünschten Auswirkungen verbietet hat historische Vorbilder, wie der Autor aufzeigt. Beim vorliegenden Energiegesetz ist es denn auch nicht so sehr das Verbot neuer Atomkraftwerke, welches für Kontroverse sorgt, zumal dieses Verbot ohnehin rein symbolischer Natur ist. Heute hätte nämlich allein aus wirtschaftlichen Gründen niemand Interesse am Neubau eines AKWs und ein solcher würde bereits nach geltendem Gesetz dem fakultativen Referendum unterstehen und an der Urne ziemlich sicher abgelehnt.
    Höchst fragwürdig hingegen ist die vorgesehene massive Subventionierung ineffizienter Produktionsformen (unter anderem zu Lasten der bewährten Wasserkraft), sowie die planwirtschaftliche Vorgabe von Produktions- und Verbrauchszielen, welche das Gesetz enthält.

    • Ion Karagounis sagt:

      Zulasten der bewährten Wasserkraft geht die Energiestrategie nicht: die Wasserkraft selbst erhält neue Subventionen. Einzig die kleinsten Kleinwasserkraftwerke werden nicht mehr unterstützt. Das ist aus Umweltsicht sinnvoll. Insgesamt ist die Strategie also ein sinnvolles Paket, das ein JA verdient.

      • Martin Maletinsky sagt:

        Die Wasserkraft erhält einen vernachlässigbaren Zustupf, welchen ich eher als Schweigegeld bezeichnen würde. Nicht umsonst haben die Wasserkraft-Betreiber den Staat unlängst um Not-Subventionen angefragt, um ihr wirtschaftliches Überleben zu sichern (z.Bsp. TA Artikel vom 19.4.2017)

        Die Wasserkraft steht heute wirtschaftlich stark unter Druck durch das zeitweise Überangebot von staatlich massiv subventioniertem Solar- und Windstrom aus Deutschland. Dies wird sich verschärfen, wenn zusätzlich staatlich massiv subventionierter Schweizer Solar- und Windstrom hinzukommt.

        Die für Wind- und Solarstrom verschleuderten Subventionsgelder würden besser für die Existenzsicherung und Effizienzsteigerungen der Wasserkraft eingesetzt.

        • Orlando Pezzani sagt:

          Einverstanden, die Wasserkraft muss unbedingt erhalten und wo möglich noch ergänzt werden, aber sie reicht nicht aus um den Strombedarf zu decken, vor allem wenn die Kernenergie wegfällt, was vermutlich früher als 2050 (Mühleberg geht 2019 vom Netz) stattfinden wird. Dass sich die verschiedenen Energieformen konkurrenzieren hat mit dem freien Markt zu tun, der immer nach der billigsten Lösung tendiert, also Kohle-Strom. Würde dieser durch Auflagen stark verteurert, wäre die Wasserkraft wieder konkurenzfähig. Aber dazu braucht es staatliche Regulierung. Wir kommen nicht darum herum Energie zu sparen und noch effizienter zu nutzen, wenn wir von den fossilen Energieträgern wegkommen wollen, die beschränkt und umweltschädigend sind. Und es ist sinnvoll erneuerbare Energieformen zu fördern.

  • Anton Schneider sagt:

    Der Hänggi macht genau die Vergleiche, die in sein Konzept für den Verkauf der Energievorlage passen. ZB Dampfschiffe waren den Seglern überlegen, weil diese eben auch bei Flaute fahrtüchtig sind und militärische Überlegenheit demonstrierten diese mit der Manövrierfähigkeit (Küstennähe ohne zu kreuzen, Flüsse etc.).

  • Alexander Müller sagt:

    Die Energiestrategie ist der Weg der Umweltfundis. Wir verbauen uns bei einem JA Chancen bei der Atomforschung vorne mit dabei zu sein. Aber da wir ja mehr Linksgrüne im Land und in den Redaktionsstuben haben, hat die Vorlage leider eine gute Chance.

    • Paul Levi sagt:

      Wo gibt es denn in der Schweiz eine AKW-Industrie? Unsere AKWs wurden alle vom Ausland gebaut. Die Forschung wird nicht verboten und falls wirklich mal eine sichere Lösung gibt, kann das Gesetz problemlos geändert werden. Es ist aber für die nächsten Jahre weder politisch noch finanziell vorstellbar, dass neue AKWs gebaut werden. Das ist ein Fakt, den niemand bestreitet, also muss man Lösungen finden.
      Wenn wirklich die Mehrheit im Land linksgrün wäre, dann wäre es ja normal, dass die Mehrheit demokratisch für die Energiestrategie ist. Oder sind Sie gegen die Demokratie? Doch Ihre Aussage stimmt nicht, es gibt weder eine Mehrheit von linksgrün und auch die angeblich linke Presse ist und bleibt ein Märchen.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Alexander Müller:
      das altbekannte Märchen der SVP: die Forschung ist von der EW überhaupt nicht tangiert!

    • Dani Heusser sagt:

      Mir ist die Energie frisch vom Bauern dank Biomasse und die Energie der Sonne dank Fotovoltaik allemal lieber als Uran und Erdöl von irgendwelchen Diktatoren oder Terroristen. Dank unserer Wasserkraft sind wir in der Schweiz bestens aufgestellt, um die Herausforderung Energiewende zu meistern.

  • Silvio Borner sagt:

    Physikalische und ökonomische Effizienz:
    Die Schiffahrt wurde „entsegelt“, weil die Dampf- und später Dieselmotoren viel wirtschaftlicher waren (viel grössere Transportmengen, bessere Manövrierfähigkeit und vor allem permanenter Betrieb).
    Ein umgekehrtes Besipiel ist ein Pumpspeicherwerk, das physikalisch etw 20 % des Stroms vernichtet. Aber es kann trotzdem rentabel betrieben werden, wenn die zeitliche Preisdiffernez beim Strom für das Hinaufpumpen und Generieren genügen gross ist. Leider ist auch diese Rentabilität durch die deutsche aber auch schweizerische Subventionslawine für Flatterstrom bedroht, wenn nicht schon gar vernichtet.

    • Alfred Bosshard sagt:

      Falsch Herr Borner. Pumpspeicherwerke müssen genau die Lieferdifferenzen (plus und minus) der von Ihnen beschimpften Flatterstromanlagen ausgleichen und zwar sollten wir soviele haben, dass die ganze überschüssige Energie des Sommers gespeichert werden kann. Wäre eine Staatsaufgabe wie Autobahnen für den Verkehr.

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Silvio Borner:
      fühlt sich da wer auf den Schlips getreten?

      • Dani Heusser sagt:

        Korrekt! Das grosse Potential liegt bei der Sonnenergie und beim Stromsparen. Zusammen mit der Wasserkraft ist das ein unschlagbares Trio, welches Rahmenbedinungen braucht, damit es auch noch in der Zukunft eine verlässliche Stromproduktion sichert.

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Dani Heusser:
          korrekt, darum bezahle ich für meinen EE-Strom gerne mehr, damit dieser ausgebaut wird und mit Energiesparen habenich vor ca. 25 Jahren angefangen! Da wurde ich mit dem Kauf von Energiesparlampen ausgelacht und wurde komisch angeschaut, warum ich nur eine Minimalbeleuchtung zum Fernsehen hatte…
          Es gibt auch heute noch Leute, die die ESL verteufeln aber nicht checken, dass sie überall Leuchtstoffröhren eingebaut haben!

  • Thomas Maeder sagt:

    Selten soviel Stuss gelesen!
    Warum werden heute kaum Segelschiffe für Handel eingesetzt (Hinweis: Man möchte planbar von A nach B…)???
    In den USA verschwand die Sklaverei im industrialisierten Norden sehr schnell. Im Süden arbeiteten die meisten Sklaven in der Landwirtschaft (Plantagen, Baumwolle und Tabak). Die Dampfkraft, indem sie die Industrialisierung brach, spielte eher gegen die Sklaverei!
    Es gibt zwar Umweltschutz-Gründe für ein politisches Eingreifen in die Marktwirtschaft, sie müssen aber wissenschaftlich gut belegt werden. Könnte uns Herr Hänggi bitte erklären, wie das Weiterbetrieb von Braunkohle-Kraftwerken in Deutschland (in Winter auch für die Schweiz!) anstelle eines Mix aus AKW und Gaskraftwerken vertretbar ist?

    • Florian Müller sagt:

      Planbar und ökonomisch sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wenn eine Ökonomie planbar (effektiv) sein muss, dann kommt dauch das Flugzeug zum Einsatz (Blumen für die Schweiz), wenn sie Massen transportieren muss (effizient) sein muss, hat das Containerschiff den Vorrang (Wein für die Schweiz). Welches ist besser?

  • Daniel Heusser sagt:

    Die freie Marktwirtschaft geht den Weg des geringsten (billigsten) Weges. Wer Benzin und Heizöl verkauft muss nicht für Langzeitschäden gerade stehen, die werden später von den Steuerzahler berappt. Atomkraftwerk müssen weder ihr Anfangssubventionen zurückzahlen noch das gesamte Risiko versichern und den Stilllegungsfond müssen ebenfalls die Steuerzahler abrunden. Da haben EINHEIMISCHEN ERNEUERBAR im selben Markt natürlich Mühe zu bestehen. Die ES gibt nur auch dieser nachhaltigen Energiegewinnung eine Chance am Markt. Also: JA am 21. Mai!

  • Ion Karagounis sagt:

    Marcel Hänggi analysiert wie immer scharf und bringt die Dinge auf den Punkt. Der freie Markt versagt leider beim Schutz von Umwelt und Klima. Deshalb braucht es staatliche Korrekturmassnahmen, sei es im Sinne von Ge- und Verboten, sei es im Sinne von finanziellen Lenkungsmassnahmen. Und kalt duschen muss sicher niemand, das ist pure Panikmache. Das neue Gesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung, damit auch unsere Kinder noch eine lebenswerte Umwelt vorfinden.

  • Andi Trüssel sagt:

    Erinnern Sie sich: Das sagte der BR zu Schengen-Dublin: „Erhöhung der Sicherheit, Kosten von 7.4 Mio/ Jahr“. Realität: Nicht einmal die Aussengrenzen der EU sind gesichert, der Einbruchstourismus ist alltäglich, die Kosten bei annähernd 100 Mio./Jahr. Erinnern Sie sich: Das sagte der BR zur Personenfreizügigkeit: „Die Zuwanderung beträgt ca. 10’000 Personen/Jahr.“ Realität: Zeitweise gegen 100’000 Personen /Jahr. Sie werden sich erinnern: Das sagt der BR zur Energiewende: „Reduktion des Energieverbrauchs von 43%/Person bis 2035; Kosten Fr. 40.–/Jahr und Person.“ Bei einem NEIN zur Energiewende, müssen Sie nicht konstatieren, dass Sie auch in dieser Frage vom BR massiv angelogen wurden. Deshalb NEIN. Für eine gesicherte Energieversorgung.

    • Paul Levi sagt:

      Wenn man keine guten Argumente hat, dann macht man halt Vergleiche die absolut nichts mit dem Thema zu tun haben (und erst noch beide falsch sind).
      Sie sind für eine gesicherte Energieversorgung? Ok, aber wie? Da Sie absolut keine Ahnung haben, wie das zu bewerkstelligen ist, muss man halt ablenken und dem Bundesrat unterstellen, dass er lügt. Ziemlich billige Polemik unter der Gürtellinie.

      • Hannes Müller sagt:

        Ich sehe bisher kein Argument für das Energiegesetz. Aber viele dagegen. Technisch wie ökonomisch. Wenn Speicher und Panels so schnell so billig werden, gibt es sowieso einen Boom und alles ist eitel Freude. Oder glauben die Befürworter nicht, was sie uns erzählen?

        • Paul Levi sagt:

          Wenn man den Kopf in den Sand steckt, dann ist es klar, dass man keine Argumente sieht. Das neue Gesetz ist nicht die super Lösung, die alle unsere Probleme wie von selbst auf ewig löst, aber es ist ein guter Kompromiss aus Subventionen, Verboten und Einsparungen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es die beste Lösung für die Schweiz. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Markt alleine nichts lösen kann.
          Haben Sie denn Alternativen?

          • Hannes Müller sagt:

            Ja.

          • Hannes Müller sagt:

            Ja. Ein besseres Gesetz mit CO2 Strategie, Netzstrategie, ohne Ermächtigung zur Umgehung des Bürgers, und ohne Subventionen.

          • Andi Trüssel sagt:

            Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!
            Haben Sie sich schon mal gefragt, wieso Fachleute, die noch voll im Erwerbsleben stehen,
            und klarsehen, dass das EG-2050 eine Fehlgeburt ist, sich nicht negativ zum EG-2050 äussern? Kaum sind sie in Pension unternehmen sie alles gegen das EG-2050, das nicht realisierbare ist, da zu teuer! Warum reagieren die kurz vor dem Konkurs oder Verkauf stehenden Wasserkraftwerke, die CO2 freien Strom produzieren, nicht gegen das EG-2050? Frau Bundesrätin Leuthardt und das Parlament haben Alle mit Subventionen, die wir Stromkonsumenten bezahlen, gekauft. Eines ist sicher, diese Subventionen werden nie aufhören, auch wenn das heute hoch und heilig, es stehe im Gesetz, versprochen wird. Die Subventionsjäger beissen doch nicht in die Hand die sie füttert.

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Hannes Müller:
            also Herr Müller, dann erklären sie es doch einmal ganz genau!

          • Thomas Jobs sagt:

            @ Andi Trüssel:
            die Subventionsjäger haben 1969 gestartet!

      • Andi Trüssel sagt:

        Der Unterschied zwischen Realisten und Utopisten.
        Schauen Sie bitte Ihre Stromrechnung genau an. 40% Ihrer Rechnung sind für die Arbeit (kWh) die restlichen 60% sind nur noch für Abgaben, Entschädigungen, KEV und Gebühren, Tendenz steigend. Bis heute wurden keine, als provisorisch deklarierten Steuern aufgehoben! (Wehrsteuer heute Bundessteuer, Autobahn Vignette, etc.) Das EG- 2050 ist eine reine Planwirtschaft und Bevormundung der Bürger! Ist das Alles was uns Bundesbern zu bieten hat? Nein, neuestens wollen Sie uns (Private und KMU) zum Kauf von inländischem, aus Wasserkraft, Sonne und Wind erzeugtem Strom, verknurren. Selbstverständlich auch von uns „Kleinen“ und KMU’s zusätzlich subventioniert.

  • Martin sagt:

    Ein Segelschiff brauchte einen grosse Mannschaft, hatte teure Segel als Verbrauchsmaterial und war an die vorherrschende Winde gebunden. Gewisse Routen konnten nur in einer gewisse Jahreszeit gefahren werden.
    Mit Dampfschiffen konnten man auch gegen den Wind und die Strömung fahren brauchte eine kleinere Mannschaft war schneller und konnte nach Fahrplan fahren. Trotz Ausgaben für die Dampfmaschine und die Kohlen hat sich das unter dem Strich gelohnt.
    Die Segelschiffe haben sich noch lange gehalten, denn unter guten Bedingungen waren sie so schnell wie ein Dampschiff. Schlussendlich konnten sie aber nirgends mehr konkurrenzieren.
    Heute fährt ein Containerschiff mit zigtausend Container mit einer Besatzung von einem Dutzend Seeleuten.

  • Martin sagt:

    Oh, schon wieder so einer, der einem etwas vorrechnen will und keine Ahnung hat… Als Columbus über’s Meer segelte und Amerika entdeckte, war er mit seinen Vorräten beinahe schon am Ende, da es eine grosse Windflaute gab. Herr Hänggi: Wann fahren Segelschiffe? Genau, wenn es windet. Wann fahren Dampfschiffe? Wenn sie genügend Kohle an Bord haben um die Maschine anzuheizen. Sie scheinen nicht begriffen zu haben, dass es darum geht, dass der Mensch so unabhängig vom Wetter ist. Würden wir in der Schweiz zu Wind- und Sonnenenergie zurück kehren, wäre unsere Gesellschaft abhängig vom Wetter und das gilt es zu vermeiden. Wir müssen Strom haben, wenn wir ihn brauchen und nicht dann, wenn es das Wetter zulässt.

    • Martin sagt:

      Noch was: Für Herrn Hänggi und alle Befürworter der Energiestrategie 2050: Effizienz wird auch als Wirkungsgrad bezeichnet. Die höchsten Wirkungsgrade haben AKW’s gefolgt von Wasserkraftwerken. Danach folgt sehr lange nichts. Danach Photovoltaikanlagen und wieder lange nichts und erst dann die Windkraftanlagen. Photovoltaik und Windenergie sind wetterabhängig (saisonal, Tags-/Nachtzeit usw.) und haben sehr geringe Wirkungsgrade. Grosse Photovoltaikanlagen in Frankreich produzieren pro Jahr ein paar Gigawattstunden. Bei einem AKW spricht man von Terrawattstunden, also 1000 mal mehr! Die Energiestrategie 2050 ist und bleibt ein Trugschluss, eine Täuschung der Bevölkerung. Ich habe bloss noch nicht herausgefunden, wer davon profitieren soll?

  • Bernhard Piller sagt:

    Und die Informationsgesellschaft? Eine Anfrage bei Google koste so viel Energie wie das Erwärmen einer Tasse Kaffee. Die ganze Ausrüstung der Haushalte mit Internetanschlüssen, die Antennen, die Rechenzentren, die Online-Datenbanken, das Video-Streaming, das Bloggen etc. Wissen die Leute, wie viel allein die Swisscom an Strom in ihren Rechenzentren verbraucht?
    Eine PV-Anlage ist an sich gut und recht. Aber wir müssen die Energieeffizienz und die Auswirkungen auf das Land beim Gesamtsystem betrachten. Ein Sonnenpannel allein nützt nichts, es braucht einen Backup, der übernimmt, wenn es keine Sonne hat, die Herstellkosten und die Wartung der Panels müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Dann der Flächenbedarf, der auf Kosten der Landwirtschaft geht. Die Welt ist komplexer!

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Bernhard Piller:
      Sie haben sich gerade selber ins Fleisch geschnitten, denn das ist das allerbeste Beispiel FÜR die EW! Diese Firmen, welche diese zur Verfügung stellen setzen je länger je mehr auf EE!

      Das sind die Spitzenreiter der neusten Erhebung 2017:
      Platz 1: Apple mit 83% EE, 2.) Facebook 67%, 3.) Google 56%, 4.) HP 50%; Tendenz steigend!

      Pech für sie, sie haben sowben der Beweis geliefert, dass selbst bei so grossen Stromfressern die EE einzug halten, danke!

      • Bernhard Piller sagt:

        Thomas Jobs: Energie ist ein Pool. Wenn einer mehr Strom aus erneuerbarer Energie brauch, braucht der andere automatisch mehr aus nicht erneuerbarer. Google bucht seinen Strom in Zürich sicher auch als erneuerbarer ab, derweil kommt er von Gösgen.

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Bernhard Piller:
          Der Pool der EE wird immer grösser, Fakt!
          Sie sprechen zuerst von Rechenzentren und jetzt von Google Zürich – Eigentor in Reinkultur!

        • Thomas Jobs sagt:

          @ Bernhard Piller:
          PS: die Big Player produzieren die EE weitgehend selber!

    • Thomas Hartl sagt:

      Da liegen sie um den Faktor 100 daneben. Eine Tasse Kaffee kostet etwa 35Wh, eine Google-Anfrage um die 0.3Wh.

      • Andi Trüssel sagt:

        Sie können streiten so lange sie wollen, Fakt ist, die grösste Steigerung im Energiekonsum findet im Internet statt, ob Sie es wahr haben wollen oder nicht. Öffnet endlich Eure Augen

  • Daniel Wigger sagt:

    Kohle war nicht deshalb effizienter, weil es subventioniert wurde, sondern weil es immer erhältlich war. Wie jetzt übrigens auch. Windenergie ist immer nur dann erhältlich wenn sich die Luft bewegt.
    Das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens bezieht sich auf Präferenzbildung. Der Ersatz einer Energie gegenüber einer anderen erklärt ein Wirtschaftswissenschaftler mit dem Gesetz von Angebot und Nachfrage: Wenn eine Ressource seltener wird, wird sie teurer und wird von einer günstigeren ersetzt.
    Fossile Brennstoffe sind auch deshalb günstiger, weil entscheidende Folgekosten externalisiert werden. Das bedeutet, niemand bezahlt für die Verdreckung der Umwelt. Unter anderem für die grösste globale Katastrophe, die Klimaerwärmung.

    • Daniel Wigger sagt:

      Deshalb ist es gut, wenn die Energie jetzt „künstlich“, „politisch“ verteuert wird. Damit erreicht man eine verringerte Nachfrage. Energieverschwendung wird bestraft. Jeder versucht, seine Lage zu optimieren und verbraucht weniger. Wie besprochen wurde, kann das zu einem guten Teil ohne Komforteinbusse gemacht werden: Man schaltet beim warm duschen einfach das Wasser ab, während man sich einseift. Verringert auch den Seifenverbrauch (auch aus Erdöl hergestellt).

  • Hannes Müller sagt:

    Dampf ist effizienter als Segel, weil Kohle effizient ist und damit Dampf auch gleich als Bandenergie zur Verfügung steht.

    Wind ist eben nicht verlässlich.

  • Max Bader sagt:

    Um auf das Beispiel mit den Segel- und Dampfschiffen zurückzugehen: Dort wurde die technologische Entwicklung der Dampfschifffahrt unterstützt, aber es gab nicht generell einfach Subventionen für alle Dampfschiffe.
    Um es mit der Energiestrategie zu vergleichen. Es spricht sich nichts dagegen aus, in den Bereichen der erneuerbaren Energien zu forschen und in die Forschung zu investieren. Das macht Sinn, weil wir dann eventuell in der Zukunft tatsächlich effizientere erneuerbare Energien haben. Mit der Energiestrategie 2050 wird aber nicht die Forschung gestützt, sondern die Subventionsmaschinerie angefacht. Das bringt aber keine Innovation.

  • Florian Müller sagt:

    Marcel Hänggi hat erneut eine gute und durchdachte Kolumne geschrieben während viele Kommentatoren das ganze unter einem oder höchstens zwei Anliegen anschauen. Zwei Sachen werden beim Lesen klar: Die Realität ist komplex und die Zukunft lässt sich nicht vorhersagen.

  • Lori Ott sagt:

    Es sei Marcel Hänggi unbenommen, sich per Windkraft effizient „Vo Lozärn gäge Weggis zue“ zu bewegen, oder meinetwegen auch von Le Havre nach New York.

  • peter sagt:

    Abnehmender Grenznutzen gilt auch für die Energieeinsparungen!
    Schaut euch doch mal die Gesamtenergiestatiktik des BFE an, seit 20 Jahren stagniert der Energieverbrauch trotz über 15% Bevölkerungswachstum.

    Alle diese in der Gesamtenergiestatistik sichtbaren bereits realisierten Einsparungen der vergangenen 20 Jahre (Energetische Sanierungen, weniger Verbrauch bei Autos, bessere Elektrogeräte etc. ) lassen sich NICHT nochmals einsparen!

    Wenn 50% aller Gebäude bereits saniert sind, können weitere Einsparungen nur noch bei den restlichen 50% der Gebäude umgesetzt werden

    Wenn 80% aller Gebäude bereits saniert sind, können weitere Einsparungen nur noch bei den restlichen 20% der Gebäude umgesetzt werden

    das heisst abhehmender Grenznutzen der Energiewende!

  • Christine Güttinger sagt:

    Wollt ihr euch wirklich weiter um Zahlen streiten, die wir jetzt doch noch gar nicht sicher wissen können.
    Die Strategie ist doch eine Investition in die Zukunft (für unsere Kinder). Sie ist eine Zielerklärung. Wir wollen einen Umbau weg von Atom und Öl, hin zu erneuerbaren Energien anstreben, so gut das eben geht.
    Wenn wir die Ziele dann nicht erreichen, so müssen wir halt nochmals über die Bücher. Deshalb ist die Strategie ja auch in 3 Schritten geplant, damit man Anpassungen machen kann…

  • Hans Peter sagt:

    Warum spricht kein „Flatterstrom-Experte“ auch von Flatterverbrauch. Genau dann, wenn Solaranlagen am meisten Energie liefern, brauchen Klimaanlagen, Kochherde usw. am meisten Strom.
    Viele Anwendungen der Medizinal-, Kommunikations, Sicherheits- und Alarmtechnik sind auf absolut unterbrechungsfreie Stromversorgung angewiesen, die nur mit Hilfe von Akkus realisierbar ist.
    Auch die Elektromobilität sorgt für einen enormen Schub in der Akku-Entwicklung und Verbreitung. Dann kommt noch das Internet of Things (IoT).
    Es gibt also genug Abnehmer für „Flatterstrom“, der nur intelligent zu verteilen ist; nicht zuletzt auch Pumpspeicherwerke.
    Bei fossiler Energie ist der „Erntefaktor“ korrekt gerechnet NULL ! Solar-, Wind- und Wasserkraft sind hingegen unerschöpflich. Begriffen ?

  • peter sagt:

    Die Steigerung der Energieeffizienz ist an sich eine gute Sache.

    Leider gibt es Scharlatane zuhauf, z.B. das BFE: Durchlauf der Duschbrausen mit Blenden um 50% drosseln, um 50% Warmwasser- Energie zu sparen.

    Da der Durchfluss nur noch 50% beträgt, wird mindestens doppelt so lange geduscht, da der Duschstrahl kaum mehr für eine Reinigung reicht.

    Resultat: Doppelte Zeit unter der Dusche, Energieeinsparung =NULL

    Ähnliches bei der EU Staubsaugerkastration (nur für Private Staubsauger, nicht für Industriestaubsauger!) Halbierung der maximalen Leistung um „Energie zu sparen“.

    Resultat: Doppelt solange Saugdauer mit halber Leistung, ergibt NULL Einsparung an Energie

  • Sandro Berchtold sagt:

    Vielen Dank für diesen augenöffnenden Blog-Beitrag, Herr Hänggi! Ich wünsche mir, dass mehr über solche Dinge geschrieben wird, und nicht einfach am Laufmeter alternative Fakten und unreflektierte Meinungen abgedruckt werden, gerade nicht in Zeitungen wie der NZZ oder BaZ (mit den Beiträgen von Silvio Borner z.B.). Ich hoffe, dass auch die Liberalen und FDPler endlich bald mal einsehen, dass gewisse Dinge einfach nicht über den freien Markt gelöst werden… schon gar nicht Probleme, die eben durch den „freien“ Markt entstanden sind, wie z.B. der Klimawandel. Da braucht es nun mal Staatseingriffe, sonst verlieren am Ende alle (das nennt sich dann eben Marktversagen, resp. „Tragedy of the Commons“). Und genau deshalb braucht es auch die Energiestrategie 2050! Ich stimme JA am 21. Mai!

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