Warum es keine «No-SRG-Initiative» ist

Umstritten: Die Billag-Gebühren. Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)

In der Service-public-Debatte wird von den Befürwortern des heutigen Zwangsgebühren-Systems ein Argument besonders oft ins Feld geführt: Die No-Billag-Initiative hätte das Ende der SRG zur Folge. Fast sämtliche weiteren Argumente stützen sich dann auf diese These des Verschwindens der SRG: Der nationale Zusammenhalt sei ohne die SRG in Gefahr, der Qualitätsjournalismus ohne die SRG bedroht, und sowieso: Wer würde denn sonst noch in den Sprachregionen Angebote zur Verfügung stellen, wenn es die SRG nicht mehr gäbe?

Es lohnt sich also, das Hauptargument zu untersuchen, wonach die No-Billag-Initiative eine No-SRG-Initiative sei. Zunächst einmal gilt es festzuhalten – und das ist für jeden offensichtlich und nachprüfbar –, dass die SRG im Initiativtext mit keiner Silbe erwähnt wird. In diversen Beiträgen und Interviews befürworten deren Initianten sogar mehr unternehmerische Freiheiten für die SRG und sprechen sich gegen gesetzliche Einschränkungen der SRG aus. Es geht den Initianten und den weit über 100’000 Personen, welche die Vorlage unterzeichnet haben, offensichtlich nicht um eine Benachteiligung oder gar eine Abschaffung der SRG, sondern um die Beseitigung der Billag-Zwangsgebühr. Man möchte in Zukunft nicht mehr vom Staat dazu genötigt werden, für etwas zu bezahlen, was man gar nicht bestellt hat, sondern selbst darüber entscheiden, welche Medien man konsumieren und finanzieren möchte.

Einer haushälterisch agierenden SRG stehen alle Türen offen

Nun könnte man natürlich dagegen einwenden, dass es zwar stimme, dass die SRG im Initiativtext nicht erwähnt werde, es aber naheliegend sei, dass die SRG ohne Zwangsgebühren nicht mehr existieren könne. Gehen wir also folglich näher auf diese Behauptung ein.

Erstens hätte die SRG gegenüber ihren Konkurrenten auf dem freien Medienmarkt aufgrund ihrer jahrelangen Staatsfinanzierung einen enormen Wettbewerbsvorteil. Aufgrund der Privilegierung durch die Politik und der dadurch entstehenden Benachteiligung der Konkurrenz konnte sie das Image eines qualitativ hochstehenden Senders erlangen, welches nicht von einem auf den anderen Tag verlorengeht. Viele Zuschauer haben sich an die SRG und ihre Programme gewöhnt und werden ihr auch in Zukunft treu bleiben.

Trotzdem gibt man sich in den Chefetagen der SRG ratlos, wie man sich denn ohne Zwangsgebühren-Einnahmen finanzieren könnte. Dabei handelt es sich aber mehr um fehlenden Willen, sich ein Auskommen ausserhalb der bequemen und geschützten Werkstatt vorzustellen, wo man wie alle anderen Menschen sein Einkommen mit kundenorientierter Arbeit verdienen muss, also sein Geld so verdient, indem man anderen Menschen einen Dienst erweist.

Es ist jedenfalls für den Betrachter ohne Scheuklappen offensichtlich, wie sich die SRG auf dem freien Medienmarkt finanzieren könnte: nämlich so, wie die meisten anderen Unternehmen auch. Man bietet ein Produkt oder eine Dienstleistung zum Kauf an. Entsprechen diese den Bedürfnissen einiger Menschen, werden sie folglich auch gekauft, wenn sie qualitativ gut sind und zu einem angemessenen Preis angeboten werden. Einer haushälterisch agierenden SRG stehen also sämtliche Türen offen.

Wie sich die SRG ohne Zwangsgebühren finanzieren könnte

Es sind mehrere Möglichkeiten für die SRG denkbar, wie sie zu ihren finanziellen Mitteln kommen könnte. Einerseits durch Werbung: Bereits heute spült es der SRG dank Werbung über 300 Millionen Franken in die Kassen – pro Jahr! Eine beträchtliche Summe, mit der sich schon einmal ein anständiges Angebot auf die Beine stellen liesse.

Nun ist vielen Zuschauern ein Übermass an Werbung allerdings ein Dorn im Auge. Um nervigen Werbeunterbrechungen aus dem Weg zu gehen, sind viele dazu bereit, für werbefreie Programme zu bezahlen – entweder als Gesamtpacket für alle Angebote oder in Form eines Pay-per-view-Modells, bei welchem der Kunde nur für jene Sendungen bezahlt, die er effektiv sehen will. An erfolgreichen Beispielen von Sendern, die sich via TV-Aboverkäufe finanzieren, fehlt es in der heutigen Praxis nicht: Netflix und Teleclub beispielsweise machen ihre Sache gut. Die Leute jedenfalls bezahlen freiwillig dafür.

450 Franken zur freien Verfügung

Weshalb die SRG nicht zu ihren Einnahmen kommen sollte, wenn ihre Sendungen beim Publikum auf Anklang stossen, ist beim besten Willen nicht ersichtlich. Jeder Haushalt hätte zudem nach Abschaffung der Billag-Zwangsgebühr jedes Jahr über 450 Franken zusätzlich zur freien Verfügung, die er wiederum für solche Bezahl-Angebote ausgeben könnte.

Die Behauptung, wonach die No-Billag-Initiative in Wahrheit eine No-SRG-Initiative sei, ist deshalb an den Haaren herbeigezogen. Sie ist weder stringent hergeleitet noch nachvollziehbar. Vielmehr ist es eine Trotzreaktion jener, die gerne auch in Zukunft ihr unethisches Privileg verteidigen wollen, auf Kosten anderer, in diesem Falle der Zwangsgebührenzahler, zu leben. Eine Medienwelt ohne Gebührenzwang ist nicht nur wünschenswert, sondern auch machbar.

* Olivier Kessler ist Co-Initiant der Initiative zur Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren.

41 Kommentare zu «Warum es keine «No-SRG-Initiative» ist»

  • Zufferey Marcel sagt:

    Obwohl ich gar kein grosser Anhänger dieses Think Tanks bin, aber Avenir Suisse hat einmal ein Papier vorgelegt, in dem die Zukunft von SRG Idée Suisse als Produktionsgesellschaft dargestellt wird, die ihre Produkte auf dem freien Markt vertreiben muss. Im Streaming Zeitalter gar keine schlechte Idee: Ich weiss gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal SF DRS geschaut habe. Das muss Monate her sein!

    Was die Initiative selber anbelangt: Sie dürfte zumindest ein Stück weit auch ein Indikator dafür sein, wie gross der Rückhalt der klassischen Medien in der Gesellschaft überhaupt noch ist: Für politisch einseitig ausgerichteten Journalismus sollten keine Zwangsgebühren mehr ausgerichtet werden müssen…

    • Martin Frey sagt:

      Ich sehe das sehr ähnlich, Herr Zufferey. Das Klammern der SRG an ihren aufgeblähten Apparat, an ihre Zwangsgebühren und einen angeblichen Service public der ja im Interesse aller sein soll ist einfach nicht mehr zeitgemäss. Wenn sich die SRG wenigstens auf ihre Kernkompetenzen beschränken würden, und dies so sachlich, neutral, und qualitativ gut wie möglich, dann könnte man darüber noch diskutieren, auch wenn das Format immer noch nicht zeitgemäss wäre. Aber 30% Zuschauer heisst immer noch, dass 70% nicht oder nicht regelmässig zuschauen.
      Es ist die SRG die sich reaktionär an ihre Pfründe klammert, es ist aber auch die SRG die sich mit der Auslegung ihres Auftrages der eigenen Legitimation ein Stück weit selber beraubt. Diese Initiative ist nur eine radikale Reaktion auf Missstände.

    • Martin Frey sagt:

      Es ist bedauerlich, hat sich das Parlament mehrheitlich die Argumente der SRG zu eigen gemacht, anstatt die No-Billag-Vorlage zu nutzen, einen kreativen Gegenvorschlag auszuarbeiten. So heisst es am Ende wieder alles oder nichts.
      Persönlich jedoch habe ich schlicht keine Lust mehr, Leute wie Brotz mit meinen Zwangsgebühren dabei zu unterstützen, dass sie Sendungen zu eigenen Spielwiesen zweckentfremden um dort ihren Narzissmus auszutoben.
      Wenn es dann nicht anders gehen sollte als mit einem Ja, dann muss ich mir das halt überlegen. Eigentlich schade.

    • Sportpapi sagt:

      „Für politisch einseitig ausgerichteten Journalismus sollten keine Zwangsgebühren mehr ausgerichtet werden müssen…“
      Ich finde ja eher, in Zeiten, da Milliardäre Medien aufkaufen, um den Journalismus nach eigenem Gutdünken zu prägen, und da es immer mehr Medien gibt, die zwar über Politik schreiben, allerdings mehr über das Spektakel als über Inhalte, in diesen Zeiten ist ein finanziell gut ausgestattetes, ausgewogen berichtendes Medium unverzichtbarer denn je.
      Vielleicht sollten Sie es sich auch wieder mal anschauen.

      • Peter Müller sagt:

        @Sportpapi durch Zwangsgebühren schafft man kann keine Unabhängigkeit von den Medien sondern einfach andere Abhängigkeiten. Und ob das Argument mit den Milliardären wirklich Einfluss bringt ist zu bezweifeln wie bei Jeff Beszos wo mit der Washingtonerpost massiv in den amerikanischen Wahlkampf eingegriffen hat trotzdem wurde Trump gewählt. Übrigens die SRG greift genauso erfolglos in Abstimmungen ein wie zu Beispiel zum Grippen/Olympia trotz der angeblicher Unabhängigkeit aber mit zuviel Zwangsgebühren.

      • Ralf Schrader sagt:

        Der Widerspruch besteht u.a. darin, dass zumindest ich und viele andere kein TV- Programm sehe und kein Radio- Programm höre, welche mit Werbung verseucht sind. Auch ist es mir unmöglich, ein dadurch von der Wirtschaft abhängiges Angebot als informationell vertrauenswürdig zu akzeptieren. Werbung ist nun mal die moralisch am tiefsten stehende Kommunikationsform.

        So ist aus meiner Sicht nur die steuerliche Finanzierung eines stark abgespeckten Angebotes, welches sich auf Information und Bildung beschränkt, akzeptabel.

        • Martin Frey sagt:

          „So ist aus meiner Sicht nur die steuerliche Finanzierung eines stark abgespeckten Angebotes, welches sich auf Information und Bildung beschränkt, akzeptabel.“
          Das wäre der kleinste gemeinsame Nenner, quasi das was dem ursprünglichen Auftrag eines Landessenders eigentlich entsprechen würde. Dies als Basis des Angebots, und alles andere wäre wählbar mit Pay per view für die, die wollen. Dies wäre für alle Seiten ein guter Kompromiss.
          Leider sehen das weder die SRG noch deren Lobbyisten im Parlament so.

          • mark ginsig sagt:

            bei mir sind es Jahre, des nicht mehr `SRG schauens‘, und genau wegen der tatsache, dass ich gezwungen werde,werbung anzuschauen,die mir sowieso am a… vorbeigeht. es kommt hinzu,wenn ich das CHer-Programm lese,dass ich mich auch da frage,wozu sollte ich eine reine verblödungs-maschinerie mifinanzieren.

  • Maier Tom sagt:

    hier wird versucht mit wäre/könnte/hätte eine Argumentationslinie aufzubauen um doch noch möglichst viele Wähler auf die Lobby-Initiative umschwenken zu lassen. Aber sind wir ehrlich; Eine SRG (das Radio wird natürlich gerne vergessen!) kann die algmeinen Leistungen wie sie heute erbracht werden nicht mit Werbung oder PayTV erbringen. Es würde einfach eine Berlusconisierung der Medien erfolgen, es wird nur gezeigt was Werbeeinnahmen generiert – also kompletter Mainstream und Nonsens.

    • lutz stalder sagt:

      Welche Leistungen denn? Schawinski und Projer vielleicht, die Arenateilnehmer einladen um sie zu difammieren? Es gibt ebend keine Leistung, schon gar keine, die eine Billag rechtfertigt.

    • Peter Müller sagt:

      Herr Maier, können sie bitte ihr Argument ein wenig besser begründen da in Italien trotz RAI ein Berlusconisierung von den Medien stattgefunden hat, also Zwangsgebühren-TV bitten keinen Schutz vor solchen Entwicklungen. Zu den Hauptsendezeiten unterscheidet sich SRF nicht vom Mainstream trotz Zwangsgebühren, bei diesem Punkt wird es keine Veränderungen geben.

    • arnold gasser sagt:

      Was Sie sagen ist genauso hätte/könnte/würde. Tatsache ist, dass ein quasistaatliches Radio und Fernsehen den Privaten gar nichts anderes übrig lässt, als das zu tun, was das zwangsgebührenfinanzierte Radio und Fernsehen selber nicht anbietet. Logischerweise können Private nicht das gleiche oder ähnliche Angebot erbringen und dabei auch noch in die schwarzen Zahlen kommen, wenn die Konkurrenz ein Moloch ist, der sich nicht mehr um elementarste marktwirtschaftliche Gesetzmässigkeiten kümmern muss. Um diese ungerechte Marktverzerrung zu korrigieren, braucht es die nobillag.

  • Peter Müller sagt:

    Die Frage ob es die SRG nach der Abstimmung noch gibt ist nebensächlich, lineares TV liegt im Sterben mit oder ohne Zwangsbeatmung durch unfaire Gebühren. Die Frage ob wir Schweizer weniger gut Informiert wären ohne Zwangsgebüḧren-TV kann man heute schon klar mit nein beantworten. Aber durch unabhängige Studien ist bewiesen dass Menschen mit Depressionen den höchsten TV Konsum haben,kann man davon ausgehen wir werden ohne die SRG glücklicher sein.
    Ein Ja zur No-Billag ist zwar Mutig aber es entspricht dem Zeitgeist. Nur eine Bundesrätin mit arroganten Argumenten glaubt ohne SRG abonnieren die Leute anderes TV.

    • Sportpapi sagt:

      „Aber durch unabhängige Studien ist bewiesen dass Menschen mit Depressionen den höchsten TV Konsum haben.“
      Aber vermutlich nicht bei der SRG.

      • Martin Frey sagt:

        Die alte Frage nach dem Huhn und dem Ei, Sportpapi. Was denken Sie, schauen mehr depressive Leute SRG? Oder führt vermehrter SRG-Konsum zu mehr Depressionen?
        Aber im Ernst: Woran machen Sie übrigens Ihr „ausgewogen berichtendes Medium“ (s. Ihr Kommentar von 08:58) fest? Sind Sie wirklich dieser Ansicht, SP?
        Ein solches Qualitätsmedium wäre tatsächlich von unverzichtbarem Wert für unsere Gesellschaft. Und über ein solches würden wir jetzt garantiert nicht diskutieren, denn es wäre unbestritten.

    • Cybot sagt:

      Ja klar, ein depressiver Dauerglotzer wird glücklicher, wenn er einen Kanal weniger zu Auswahl hat? Wohl kaum.

    • Sandro Prezzi - Mediabeobachter sagt:

      Ihre Vision, das lineare TV liege im Sterben, wird durch die Nutzerforschung nicht belegt. Weder in der Schweiz, noch im umliegenden Ausland lässt sich eine solche Entwicklung belegen. Die zeitversetzte Nutzung liegt in der Schweiz bei knapp 13% und hat sich in den letzten Jahren nur wenig verändert.
      Die Frage der Informationsqualität hat nichts mit der technischen TV Nutzung zu tun, sondern vielmehr mit der Finanzierung. Wie FakeNews, Clickbait und Abschreibe-Kettenartikel ohne seriöse Quellenüberprüfung zeigen, sind unter dem wirtschaftlichen Druck der Digitalisierung, nun auch „seriöse“ Medienunternehmen vom Qualitätsschwund betroffen. Wer seine Berichterstattung nach Clicks/Views ausrichtet investiert nicht in journalistische Qualität. Schade, die Folge sind weitere Abokündigungen.

      • Peter Müller sagt:

        Klar für grottenschlechtes Programm gibt es auch Zeitversetzt nicht viele Zuschauer in der Schweiz. Es gibt klar eine Tendenz weg vom linearen TV zu ich schau was ich will und das können nur die Streaming Anbieter mit viel Content. Sobald die Millennials auch Abstimmen gehen wird es eine zeitgemnässere SRG geben, das passiert noch nicht bei dieser Abstimmung aber sicher bei der Nächsten.

  • Michael M. Maurantonio sagt:

    Ich sehe, Sie haben keine Ahnung von werbefinanziertem TV. Müsste die SRG ihre Sendungen alleine mittels Werbeeinnahmen refinanzieren, dann entstünden Zustände jenseits von RTL2 & Co. (auf 20min kommen 8min Werbung, also max 12min Content). Sog. „Kassenschlager“ wie grosse (Sport)Anlässe etc. in 3 Sprachen zu begleiten und zT selber zu produzieren, können nicht durch Sponsoring o.ä. getragen werden, weil kein Unternehmen bereit wäre, pro GRP so viel zu bezahlen (CPP oder cost per (rating) point). Das Volumen in der Schweiz ist zu gering. Zudem wären wir dem ohnehin starken Framing der Werbe-Lobby noch stärker ausgesetzt. Aber was soll man erwarten, von einem Verlag, das eine Allianz mit GBM eingegangen ist? Besser über Clickbaiting schreiben = der Wert von sog. redakt. Beitrages

  • Marc Ritter sagt:

    Medien sind kein Gut wie Äpfel oder Birnen, qualitativ hochstehende Informationen und vor allem solche Sendungen auch im Tessin und in der Romandie lassen sich, weil sie trocken und unspektakulär sind, nie im Leben mit Werbung oder payTV bezahlen. Zudem brechen die 300Mio Werbeeinnahmen der SRG sofort weg, weil sie die Sendungen ohne Gebühren nicht mehr produzieren können und so die Werbeplattform. wegbricht. Selbstverständlich wird also die SRG bei einer Annahme der Initiative verschwinden. Inkl. ChampionsLeague, WM, Tagesschau, SRF1-3 etc. Der freie Markt führt lange nicht immer zum effizientesten und besten Angebot.

    • Martin Frey sagt:

      Das ist alles richtig, Herr Ritter. Aber dann soll die SRG diese staatspolitisch und gesellschaftlich wichtige Funktion auch ihrer Bedeutung entsprechend mit der nötigen Umsicht wahrnehmen. Und das tut sie nicht. Leider ist das so.
      Bei einer BBC würde ich mir ein Ja nicht mal ansatzweise überlegen.

  • Stefan Egger sagt:

    Das erinnert mich an die MEI. Da hat man doch auch immer gesagt, dass man die Einwanderung regulieren und gleichzeitig die Bilateralen behalten kann. Das Weggli und den Fünfer. Jetzt wieder das gleiche Spiel: Weniger oder nichts mehr bezahlen und trotzdem bleibt alles beim Alten. Eine Strategie, die so hohl geworden ist, dass niemand mehr drauf reinfallen sollte.

  • Kurt Leutenegger sagt:

    Die SRG kommt mir vor wie eine Sektengemeinschaft die die Bevölkerung in die von Ihnen genehme Ideologie immerzu beschallen und bekehren will. Das brauchen wir nicht, denn wir können selber denken und entscheiden, also mehr Neutralität.
    Man bekommt das Gefühl nicht los, das die ganze Belegschaft vor der Einstellung einer Hirnwäsche unterzogen wurde. Das gleiche gilt übrigens auch für die meisten Absolventen der pädagogischen Hochschulen. Sie geben es heute den Schülern weiter. Die Gleichschaltung schreitet mit gewaltigen Schritten voran.

  • werner boss sagt:

    Die SRG sei wichtig für den Zusammenhalt in unserem Lande? Ja das wäre sie, nur hat sie nach meiner Meinung in den letzten Jahren genau das Gegenteil erreicht! Die Bevölkerung wurde ganz bewusst in schlechte „braune“ und heilige Linke gespalten! Was notfalls sogar mit der Farbwahl der Kleidung der Nachrichtensprecherinnen unterstrichen wurde. Das beste Beispiel aber ist und bleibt die Sendung “ Arena „,welche geradezu darauf abziehlt die Eine oder andere Seite fertig zu machen. Aus diesen Gründen, aber auch wegen dem übrigen Konservenprogramm hat dieser Sender jeglicher Wert verloren und es ist unverständlich wie mit solchem …….. sage und schreibe 4000 Mitarbeiter beschäftigt werden können!!

  • Vinzenz Bieri sagt:

    Wir haben bereits Zwangsgebühren bei der Obligatorischen Krankenkasse, welche sich im Laufe der Jahre automatisch verdoppelt haben und mit erheblichen Prämienverbilligungen auf alle Steuerzahler umverteilt werden müssen. Jetzt müssten wir erneut zwangsweise 400 Franken pro Jahr der Billag bezahlen und das bringt für mich das Fass zum Überlaufen, so dass mein JA zur No-Billag-Initiative so sicher sein wird wie das Amen in der Kirche, denn diese ewigen Umverteilungen und Zwangsgebühren müssen ein Ende haben.

  • H.Trickler sagt:

    Der Autor ist extrem blauäugig! Dass die SRG ohne zusätzliche Einnahmen vernünftig überleben könnte ist unmöglich.

    Warum aber verschweigt er, dass die SRG einen Zustupf aus der Bundeskasse erhalten sollte, weil sie ja unbestritten eine staatlich wichtige Aufgabe erfüllt?

    Bei Finanzierung aus Steuermitteln müssten Leute mit kleinem Einkommen weniger beitragen als bei jetzigen Fixbeitrag.

    • Christian Weiss sagt:

      Die „staatlich wichtige Aufgabe“ wäre?
      Information vermitteln auch Zeitungen, Online-Medien und private TV-Stationen.
      Das immer wieder gehörte Argument der „Ausgewogenheit“ verfängt überhaupt nicht. So etwas wie Ausgewogenheit gibt es nicht. Journalisten haben ihre eigenen Sichtweisen und Standpunkte, welche sich in der Berichterstattung niederschlagen. Dagegen ist auch der objektivste Journalist machtlos.
      Entscheidend ist darum nicht „Ausgewogenheit“, sondern Medienvielfalt. Und ebendiese Medienvielfalt wird vom faktischen Staatsmonopolisten SRG verhindert. Ganz bedenklich sind die Kartell artigen Verbindungen zu grossen Verlägen wie Ringier und zur Swisscom. Ebenfalls untragbar: Inzwischen gibt die SRG Sendebeiträge an die Verlage weiter, die uns einen Einheitsbrei auftischen.

    • Lukas Mattmann sagt:

      Natürlich würde sie nicht in der heutigen, völlig ausgeuferten Form überleben. Auch in einem mehrsprachigen Land braucht es keinen staatlichen Medienmoloch mit 7 TV- und 18 Radiosendern. Die Hälfte wäre immer noch mehr als genug. Es braucht auch keine Internetnachrichten von ihm. Und die Werbeallianz mit Swisscom und Ringier ist höchst fragwürdig. Leider ist die SRG heute weder unabhängig noch ein Garant für Qualität. Entweder kommt also ein Gegenvorschlag mit halbierter Gebühr oder No Billag wird angenommen.

      • Michael M. Maurantonio sagt:

        Nennen Sie mir doch ein Medium in der Schweiz, das unabhängig und frei von der Beeinflussung irgendwelcher Parteien oder Lobbyisten ist? Schauen Sie sich die Couleurs der Besitzer der grossen Medienunternehmen in der Schweiz an: Gatekeeping ist an der Tagesordnung. Aber wenn ich zwischen einem staatlichen oder einem durch (Werbe)-Clicks finanzierten Journalismus wählen kann, dann lieber staatlich. Oder sind Sie auch gegen den Staat? Neo-Liberalismus agiert nur für das Portemonnaie! Wer das Geld hat, steuert die sog. freien Medien, siehe BaZ, TeleZüri & Co. Was dabei vergessen geht: Werbegelder werden immer knapper verteilt und Argumente gegen ein Medium wie: ineffizient, irrelevant, markenschädigend, nicht zielgruppenkonform, Click-fraud… kennen Kommunikationsstrategen aus dem ff.

  • Thomas Hartl sagt:

    Der Beitrag betrachtet nur die wirtschaftlichen Aspekte, vergisst aber den Auftrag an die SRG, die Bevölkerung zu informieren, und die Meinungsvielfalt zu sichern. Ohne informierte Bevölkerung funktioniert eine Demokratie nicht. Dass die privaten Medien und die sozialen Netzwerke dazu nicht ausreichen, zeigen zur Zeit die Zustände in den USA. Wir geben zurecht viel Geld für Bildung aus, da sollte und auch eine neutrale und umfassende Information der Bevölkerung etwas wert sein. Eine vollständig private SRG würde vielleicht überleben, könnte aber diesen Auftrag nicht mehr wahrnehmen. Vernünftiger wäre eine leicht abgespeckte SRG. welche über Bundessteuern finanziert wird.

  • Ronald Müller sagt:

    4 TV Sender würden absolut reichen. Je einer deutsch-, französisch und italienisch sprechend und einen Sportkanal, auf dem entsprechend der Region kommentiert wird. Ging früher auch, als wir z. B. Autorennen etc. auf dem Welschen mit deutschem Kommentar schauen konnten.

  • Markus Brüesch sagt:

    Der Bundesrat befiehlt uns via UVEK, „mit Freuden“ jährlich Fr. 450.- an unser Staatsfernsehen zu spenden… Mir gefällt es nicht, dass ich einfach so gezwungen werde, ins Portmonnaie zu greifen und zu spenden. Wohin diese Spende im ersten Moment fliesst, ist eigentlich unwichtig.
    Bis jetzt floss sie in die BILLAG (zum Teil mit Mehrwertsteuer), eine Tochterfirma der SWISSCOM, neu soll die „Spende“ von der „SERAFE AG“, einer Tochtergesellschaft der SECON AG, eingesammelt werden. Unser schweizerisches Radio- und Fernsehwesen wäre ohne unsere grosszügigen Spenden nicht überlebensfähig, heisst es… Ich glaube das überhaupt nicht. Aber ich bin ein „Verschwörungstheoretiker“, wenn ich das nicht glaube.

  • Mike Meier sagt:

    Das Argument für die Gebühren ist, dass die SRG Leistungen erbringt, die notwendig, aber nicht rentabel sind. Wie eben z.B. die Produktion von Sendungen in Rätoromanisch. Ob das stimmt, kann ich als Aussenstehender nicht beurteilen, aber es ist auf jeden Fall wenig überzeugend, wenn dieser Kommentar mit keinem Wort darauf eingeht und es stattdessen mit der rechtskonservativen Anti-Staat-Standardfloskel „muss sich halt finanzieren wie jedes andere Unternehmen“ wegzuwischen versucht.

  • Sandro Prezzi - Mediabeobachter sagt:

    Es ist wie oft, der gute Weg ist wohl ein Kompromiss. Die Gebühren abzuschaffen wird nicht zielführend sein, um ein unabhängiges Qualitätsmedium zu erhalten. Die Frage ist doch vielmehr wieviel. Kein anderes Land gönnt sich einen solch teuren (pro Einwohner) Service Public. Nun wie sparen? Die Frage „was gehört zum Service Public Auftrag der SRG“ ist bis heute nicht klar beantwortet.
    Eine weitere Frage ist „wieviel Solidarität wollen wir uns leisten“? Die SRG produziert für alle Landesteile Programme, betreibt TV Sender, Radiostationen und Internetseiten. ABER brauchen denn alle wirklich gleichviele Sender ungeachtet der Einwohnerzahl? 50% der Gebühren eines Deutschschweizer Haushaltes werden für die anderen Landesregionen ausgegeben. Darüber sollten wir echt mal ernsthaft reden.

    • Andreas Ziegler sagt:

      Sehe ich auch so. Wenn das Tessiner Fernsehen für ein normales Champions-League-Spiel ohne Schweizer Beteiligung zwei Experten aus Italien ins Studio nach Lugano aufbietet und einen Reporter plus einen Experten ins Stadion nach Neapel schickt, ist nicht einzusehen, warum Deutschschweizer Zwangsgebührenzahler solche Geldverschleuderung zu finanzieren haben. Bei den Welschen wird ebenfalls mit der grossen Kelle angerührt, der einzige Unterschied: Es gibt mehr welsche Gebührenzahler als Tessiner. Mit dem nationalen Zusammenhalt hat das nicht das Geringste zu tun, und Service public ist es sowieso nicht.

    • Peter Müller sagt:

      Ein Vollprogramm muss doch immer gleichviel kosten ob es für einen oder 8 Millionen Zuschauer gemacht wird. Die SRG ist so teuer wegen der Verschwendungssucht von den Deutschweizer Sender und nicht wegen den effizienten Tessiner. In Neuseeland ein Land wo wenige Einwohner hat kann man mit ca. 100Millionen Staatsgelder TV in zwei Sprachen machen und bei uns reicht dieses Geld nicht einmal für die Gehälter und Zuwendungen von der Direktion.

  • Florian Müller sagt:

    Schönste „Neusprach“ nach Orwell, denn natürlich ist eine „No-SRG-Initiative“. Wenn sich die SRG wie andere Unternehmen bewegt, ist es nicht mehr die SRG sondern ein anderes Unternehmen, logisch. Nachvollziehen kann man das an unseren Staatsgebilden und Verwaltungen seit den 80er Jahren. Diese zeigen die Verwandlung vom sorgenden Staat zum unternehmerischen Staat gewandelt, eben weil man ihnen die Mittel entzogen hat. Jede Leistung für den Einzelnen muss mit immer grösserem Aufwand entgeltet werden, die Schwächsten bleiben auf der Strecke.

  • Albert sagt:

    Einer der teuersten Budgetposten sind die Sportrechte. Wenn die SRG da zu sparen begänne – also keinerlei Sport mehr zeigte -, wäre ich voll dafür. Allerdings würden dann die meisten derjenigen Amok laufen, die so lauthals die Abschaffung der Gebühren fordern.

  • Wern Hably sagt:

    Und doch, es ist ein Aufstand gegen die SRG. Das Staatsfernsehen ist in dieser Form der einzige Stein des Anstosses, nicht die Billag als Firma, die man jetzt einfach austauschen will. Die Billag hat vermutlich dem Auftrag ensprechend konsequent gut gearbeitet.
    Dasselbe Trauerspiel findet bei der Kritik an der Polzei statt: für die Einen ist diese zu lasch, den anderen zu streng. Tatsache ist, dass sich die Politik je nach Couleur einmischt, aber stets die Ausführenden im Regen stehen lässt.

  • Raphael Weber sagt:

    Was die SRG macht ist ja nicht nur schlecht, aber was gar nicht geht ist für 54mio eine Inkassofirma anzustellen. Es ginge wohl für alle am günstigsten wenn diese wie die Feuerwehr oder Kirchensteuer direkt in der Steuererklärung erfasst würde.
    Zudem sollten die Gebührenfinanzierten Sender die Werbung freiwillig einschränken. Es braucht auf Öffentlich-rechtlichen Sendern keine Werbeunterbrechungen ebenso wenig gehört Mediashop zum Service Public der RegionalTV Stationen. Bei solcher Uneinsicht bleibt ja nur noch die no -Billag initiative! Auch wenn deren Endergebnis dem Zuschauer letztendlich nur noch mehr Werbung auf SRG Kanälen bringt. Dann gibt es langfristig in der Tagesschau auch Sponsored content, wie bei RTL oder 20min… Nein danke, dann noch lieber ein Gebührenfinanziertes TV ohne

  • Jan sagt:

    Warum werde ich gezwungen für etwas zu zahlen was ich nicht nutze?

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