Der Markt wirds nicht richten

Saudisches Öl wirft auch bei tiefen Marktpreisen Gewinn ab: Verlassene Zapfsäule in der Wüste nah der Grenze zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Foto: Hamad I Mohammed (Reuters)

Die Schweizer Umweltpolitik wird in diesem Jahr in der Schweiz viel Anlass geben, über die Rolle des Marktes zu streiten – wenn der Nationalrat in der aktuellen Session über das Klima- und Energielenkungssystem debattiert, anlässlich der Referendumsabstimmung zum Energiegesetz am 21. Mai oder im Zusammenhang mit der Revision des CO2-Gesetzes ab der Wintersession. Ein Hauptargument gegen umweltpolitisches Handeln wird immer lauten: Der Markt funktioniert zum Wohle aller, wenn man ihm nur freies Spiel lässt; politische Eingriffe sind unnötig.

Mit einer ähnlichen Denkfigur, gewissermassen vom anderen Ende her gedacht, trösten sich derweil Umweltschützer in den USA: Selbst einer wie Trump mit seiner Mannschaft von Anti-Umweltschützern kann den technischen Fortschritt und die damit verbundenen Marktentwicklungen nicht aufhalten. Und diese Entwicklungen weisen in die richtige Richtung, nämlich weg von den fossilen und hin zu erneuerbaren Energien: Deren Preise fallen rasant, sodass sie den fossilen Energien immer mehr Marktanteile streitig machen.

Subventionen, externe Kosten, Pfadabhängigkeiten

Wird der Markt unser Klimaproblem also richten? Nein, das wird er nicht, und diese Feststellung hat nichts mit Marktskepsis zu tun. Märkte funktionieren nämlich selbst in der idealen Welt der Theorie nicht so. «Effiziente» Märkte sorgen – in der Theorie – für «optimale» Ressourcenverteilung. Das gilt zwar nur, wenn man erstens «marktverzerrende» Subventionen ausser Acht lässt, was im Fall der Energiewirtschaft entscheidend ist: Fossile Energieträger werden weltweit jedes Jahr mit dreistelligen Milliardenbeträgen subventioniert (nach Schätzung der Internationalen Energieagentur 548 Milliarden Dollar im Jahr 2013).

Zweitens dürfte es, damit die Theorie stimmt, keine sogenannten externen Kosten geben – also Kosten wie beispielsweise Umweltschäden, die die Marktteilnehmer auf andere abwälzen. Externe Kosten, sagen die Ökonomen, seien Ausdruck von «Marktversagen» – was eine sehr verzerrende Terminologie ist: Externe Kosten sind die Folge normalen Marktfunktionierens, denn wer möglichst viele seiner Kosten externalisieren kann, wird vom Markt belohnt. Der Begriff unterstellt dem Markt ein Versagen, wo doch die Theorie versagt, die den Markt beschreiben sollte.

Drittens müsste man Pfadabhängigkeiten ignorieren. Damit sind Strukturen gemeint, die sich mit einer bestimmten Technik herausgebildet haben und die zu ändern teuer ist, selbst wenn eine neue, an sich billigere und bessere Technik die alte ablösen könnte. Strukturen, die sich mit den fossilen Energieträgern und ihren spezifischen Eigenschaften herausgebildet haben, passen sich nicht einfach so den Eigenschaften von Solarstrom an, sobald Letzterer billiger ist als Erstere.

Auch der ideale Markt täte nicht, worauf es ankommt

Aber seis drum, lassen wir Subventionen, externe Kosten und Pfadabhängigkeiten ausser Acht und nehmen an, es gäbe den idealen Markt: Auch er täte nicht, worauf es in der Klimapolitik ankommt (und es irritiert mich immer wieder, wenn Leute, die mehr von Märkten verstehen sollten als ich, das übersehen). Der Markt mag für eine «optimale Ressourcenallokation» sorgen, aber er wird nie eine Ressource, die sowohl angeboten wie nachgefragt wird, zum Verschwinden bringen.

Gewiss: Die immer billigeren Erneuerbaren verdrängen nach und nach andere, teurere Energiequellen – die am teuersten zu produzierenden wie etwa Öl aus Teerschiefer oder Tiefseeöl zuerst, was schon mal gut ist. Aber es gibt noch immer Öl-, Gas- und Kohlevorkommen, die sich so billig produzieren lassen, dass sie auch bei sehr tiefen Marktpreisen noch Gewinn abwerfen – etwa in den saudischen Ölfeldern. Und diese Vorkommen genügen, um aus der Erde einen unwirtlichen Planeten zu machen. Der Direktor der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, hat es schon vor einigen Jahren so ausgedrückt: «Wir müssen das Öl verlassen, bevor uns das Öl verlässt.»

Was man nicht auf dem Markt haben will, muss man aktiv von dort verbannen. Dazu braucht es Eingriffe von aussen; der Markt tut das nicht von sich aus. Das ist, noch einmal, keine marktskeptische Position. Sondern simple Logik.

32 Kommentare zu «Der Markt wirds nicht richten»

  • Monique Schweizer sagt:

    548 Mrd Subventionen für fossile Energieträger vs. 121 Mrd für alternative Energien sagt doch eigentlich schon genug aus.
    Ein wesentlicher Anteil war politisch-strategisch in den USA mit indirekten Subventionen wie Vergünstigungen von Wasser, Zufuhrenergie, Transport beim Fracking und Shale Oil, die mit dem Oelpreiszerfall ziemlich unter die Räder kamen.
    Gemäss einer unabhängigen Studie von Rystad Energy haben die USA die welthöchsten 2PCX Oel-Reserven (inkl. vermuteter Reserven) von 264 Mrd Fass (in den offiziellen Zahlen werden in den USA nur angebohrte Oelfelder gezählt – akt 55 Mrd Fass gemäss BP).
    Da wird weltweit viel „unlauterer“ Wettbewerb getrieben bei den fossilen Brennstoffen, aber der Volchszorn richtet sich meist gegen die Subventionen für die Alternativen Energien…

  • Rico Hauser sagt:

    Dieser Artikel hört sich fast wie ein Glaubensbekenntnis an. Dass Wind- und Solarstrom billiger werden, ist doch ein Märchen. Warum sonst schreibt die Energiestrategie 2050 einerseits strikte Sparmassnahmen vor, andererseits massive Lenkungsabgaben (Strafzuschläge) auf fossile Energie ? E-Mobilität krankt an so vielen Problemen und Einschränkungen, dass sie wohl nie Benzin und Diesel verdrängen wird. Die Energiewende bringt uns Landschaftsverschandelung, massive Verminderung unseres Lebensstandards auf Niveau Entwicklungsland und letztendlich Energiediktatur. Darum NEIN !

    • Paul Levi sagt:

      Wenn man keine guten Argumente hat, dann wird halt mit sinnfreien Aussagen auf Panik gemacht. Die Energiewende bringt uns Landschaftsverschandelung? Und das nur wegen ein paar Windräder? Was bringt uns denn die Klimaerwärmung? Der Lebensstandard wird auf Niveau Entwicklungsland fallen? Oha, ich wusste gar nicht, dass wir so stark von der Energie abhängig sind. Selbst wenn die Energiekosten doppelt so hoch wären, wäre es nur ein kleiner Posten im Budget, aber trotzdem kann es das ganze Land ruinieren? Das ist sowas von jenseits, dass man nur noch darüber lachen kann. Es gäbe dann Energiediktatur? Was haben wir denn jetzt?

      • Hannes Müller sagt:

        Ein paar Windräder (genauer, ein paar Tausend) nützen allerdings nichts, wenn kein Wind weht.

        • Paul Levi sagt:

          Machen wir uns nichts vor. Windräder machen nur dort Sinn, wo es auch genügend Wind hat. Daher wird es in der Schweiz nie sehr viele Windräder geben. Daher werden wir kaum je das Problem der Landschaftsverschandelung haben.

          • Hannes Müller sagt:

            Dann lassen wir das. Die Energie-Produktion der Windräder steht in keinem Verhältnis zu den Kosten.

          • Monique Schweizer sagt:

            Müller: 313 Mrd Kilowattstunden Strom aus Windrädern in Europa sind nicht einfach „nüt“ sondern erzeugen rund 11% des europäischen Stromverbrauchs. Führend Dänemark mit 36.8%, Irland 27%, Portugal 24.7%, Zypern 19.7%, Spanien 19%, Deutschland 16% usw usw und Tendenz weiterhin zunehmend.
            .
            Dort wo die Windkraftwerke aufgestellt werden, geht meistens ein Wind — die sind ja nicht ganz so dumm wie Ihr unsäglicher Kommentar der die Windkraftunternehmer in die naive und dumme Ecke drängen will!

    • Rolando sagt:

      Mindestens bei der Fotovoltaik dürfte es Ihnen leicht fallen über Google oder andere Sites den Preiszerfall der Panels zu beobachten. Also kein Märchen sondern ein „Schreckmümpfeli“ für alle Rückwärtsgerichteten!

  • Rico Hauser sagt:

    Die Behauptung, Alternativenergien würden immer billiger, erinnert mich fatal an die Versprechungen, die im Vorfeld der Abstimmung über das KVG abgegeben wurden: „Wenn ihr ja stimmt, werden die Krankenkassenprämien billiger !“. In Wahrheit haben sie sich seither etwa verdoppelt. Verwunderlich ist nur, dass die Stimmbürger immer wieder auf den gleichen faulen Trick hereinfallen !

    • Hans Schnyder sagt:

      Die Sonne scheint gratis. Da können Sie sich auf den Kopf stellen das wird auch weiterhin so sein.
      Gegen alternative Energien wehren sich zur Hauptsache diejenigen die Heute Energie verkaufen. Diese wollen nicht, dass Energie dezentral (Fotovoltaik und Solarpannels) auf allen Hausdächern installiert werden, denn an der so produzierten Energie wird zu wenig verdient. Und das Speicheproblem wird gelöst werden. Wenn man den will. Wir können aber auch warten bis das Oel ausgeht oder so teuer wird, dass es sich eben doch lohnt alternative Energien zu gewinnen.

      • Hannes Müller sagt:

        Die Sonne scheint etwa zu 15% der Jahresstunden, und vor allem im Sommer. Darum haben wir im Januar keine Apfelernte und keine blühenden Kirschbäume.

        Wenn man die entsprechende Menge Energie mit Batterien speichern soll, baucht das die Batterien von 125 Millionen Teslas. Das kostet die Kleinigkeit von etwa 3000 Milliarden.

        Es gibt keine Grundlage, etwas Besseres zu erwarten, auch wenn es viele gute Ideen gibt – aber eben keine Ergebnisse, die man irgendwie auswerten könnte.

        • Jean-Luc Wilhelm sagt:

          Selbstverständlich würden Äpfel im Januar von den Bäumen plumpsen, schiene im Winter nur die Sonne etwas mehr…

    • Andy sagt:

      Das ist ein total kaputter Vergleich. So werden Wind- und Sonnenenergieanlagen in grossen Mengen produziert was sie günstiger macht. Unter den Hersteller herrscht auch Wettbewerb, was dazu führt das die Anlagen günstiger werden, weil die Hersteller sie effizienter machen müssen (Es hat in den letzten Jahren bereits eine Bereinigung auf dem Markt statt gefunden mit diversen Konkursen und Aufkäufen). Schlussendlich wird in diesem Bereich geforscht wo immer wieder effizientere Verfahren gefunden werden.

    • Florian Müller sagt:

      @ Rico Hauser. Hänggi beschreibt ja genau, dass es den perfekten Markt nicht einmal in der Theorie gibt und das gilt auch für das KVG. Einmal abgesehen davon, wie sich sowohl Prämien wie Versorgung ohne KVG geändert hätten (Arme, nicht versichterte in Sterbehospizen?), sind für die Verdoppelung der Prämien hauptsächlich Veränderung in der Versorgung verantwortlich. Dafür können Sie heute Krebs überleben im Gegensatz zu vor dem KVG.

  • K.A. Barett sagt:

    Beim Lesen des Artikels drängt sich eine Frage auf: Wie sieht ein idealer Markt aus? Oder: Kann die Politik, können Politiker, einen idealen Markt definieren und umsetzen?
    Ein „Markt“, der auf Milliarden-Subventionen und staatlichem Dirigismus beruht, ist kein Markt. Der Staat hat sogar im Bereich „Klimaschutz“ völlig versagt, als er die Null-Besteuerung von Flugbenzin zuliess. Dadurch wurde ein umweltschädigender Massenmarkt mit Billig-Flugreisen around the world erst möglich. Wir alle sind in der Wolle gefärbte Heuchler.
    Wir wollen alles haben, jetzt, und das möglichst mit Rechtsanspruch.
    Übrigens: nur die Weiterentwicklung der relevanten Technologien ermöglicht eine Schonung der Umwelt, ohne dass die Lebensqualität abnimmt und die Kosten steigen.

    • Paul Levi sagt:

      Es gibt keinen idealen Markt. Der ideale Markt ohne den geringsten Einfluss von aussen wird niemals die umweltschonendse Variante bevorzugen, sondern immer die Variante mit dem grössten Gewinn. Das war schon immer so und genau das hat uns in die heutige Misere geführt. Das grösste Problem ist, dass die Umweltschäden nicht von den Marktteilnehmern bezahlt werden, sondern von der Allgemeinheit.

      Nur mit neuer Technologie wird man die Probleme wohl nicht lösen können. Wenn wir diese zerstörerische Lebensqualität beibehalten, werden wir die Lebensgrundlagen nachhaltig zerstören. Diese Wegwerf- und Verschwendungsgesellschaft muss anfangen umzudenken.

      • Vera Kehrli sagt:

        Doch, den idealen Markt könnte es geben. Mann müsste nur alle externen Kosten internalisieren. Das wäre heute machbar. Nur will es niemand. Die Linken wollen es nicht weil sie dem Markt nicht vertrauen, die Rechten wollen es nicht weil sie externe Kosten nicht verstehen.

  • Beat Kuster sagt:

    @Rico Hauser: Im Gegenteil: Dieser Artikel hinterfragt einige Glaubenssätze on der Sekte der Unsichtbaren Hand des Marktes. Ja, es gibt Marktmechanismen. Ja, sie streben irgendwo hin. Ob dieses irgendwo bekömmlich ist und für wen bleibt aber die wichtige Frage. Blinder Glaube an das Gute im Markt ist ebenso verfehlt wie blinde Kapitalismuskritik. Es braucht Regeln im Marktsystem, die Frage ist nur welche und wieviel davon.

    • Vera Kehrli sagt:

      @Kuster: Es braucht nur eine Regel: externe Kosten müssen internalisiert werden. Die Frage nach dem Wieviel ist ebenfalls einfach: alle externen Kosten müssen internalisiert werden.

  • Christoph Bögli sagt:

    Es ist ja lustig, dass Leute wie Sie die „Landschaftsverschandelung“ immer dann entdecken, wenn irgendwo ein paar Windräder aufgestellt werden sollen. Dass aber seit Jahrzehnten vielerorts ganze Landstriche zu Mondlandschaften umgegraben, verseucht oder mit Bohranlagen vollgestellt werden, scheint Sie nie gross beschäftigt zu haben. Im übrigen, wieso Lenkungsabgaben notwendig sind, wird eigentlich im Artikel hinreichend erklärt (Subventionen, externalisierte Kosten, etc.), aber dazu müsste man diesen lesen und verstehen..

  • werner boss sagt:

    Auch wenn man es bis hinauf zu den Hochschulprofessoren nicht wahrhaben will; Wachstum hat nun mal seine Grenzen und wenn wir sie überschreiten wir jemand dafür bitter leiden müssen. Unsere Generationen benehmen sich auf dieser Welt, als währen wir die auserwählten, welche alles zerstören dürften, nur damit wir Spass am Leben haben! wenn man sehen muss wie unsere Gebirgswelt in den letzten Jahrzehnten vermarktet wurde,läuft es mir kalt den Rücken herunter, da hat sich so ziemlich alles verändert, in nur 50 Jahren!

  • Hans Vonarburg sagt:

    Der Artikel ist deutlich logischer als die meisten der bisherigen Kommentare die grundsätzlich das Billigerwerden der Alternativ-Energien bestreiten wollen! Denn was diese höchstens sagen könnten wäre was auch im Artikel steht: saudisches Öl z.B. ist auch gegen noch so billige Solarenergie noch lange konkurrenzfähig!

    Was ich beim Thema „Markt“ nie ganz verstehe ist warum ALLE Vorschriften „Marktverzerrung“ sein sollen! Schutzzölle ok, aber Umweltvorschriften?? Sie definieren doch nur was alle tatsächlich haben wollen: SAUBERES Wasser (anstatt „irgendein Wasser“), saubere Luft, Boden usw. Sie definieren also den BEDARF und lassen den Markt Markt sein!

    Aber diese Debatte hatten wir auch schon bei der Abschaffung der Sklaverei: Ist das auch „Marktverzerrung“??

    • Hannes Müller sagt:

      Die Preise fallen alles andere als rasant, das wird bloss behauptet..

      Ausserdem kostet ein neues AKW – das alle bisherigen ersetzen würde – 30 Milliarden, und die Solarpanels für die gleiche Jahresleistung 50 Milliarden, und das während der Lebensdauer eines AKW 2x. Damit ist noch nichts gespeichert.

      Es ist leichtsinnig, auf Alternativenergie zu setzen. AKW können heute sicher gebaut werden, und der Abfall kann verwertet werden (im Abfall steckt nochmals 10x soviel Energie drin, wie man bisher nutzen konnte).

      • Paul Levi sagt:

        Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die gegen ein neues AKW sprechen:
        – Die Kosten explodieren. Neue AKWs kosten ein mehrfaches als geplant, hauptsächlich aus Sicherheitsgründen.
        – Niemand ist bereit sowas zu finanzieren. Der Strompreis wäre nicht bezahlbar.
        – Ein AKW würde eine Abstimmung nie bestehen (siehe Kaiseraugst)
        – Uran ist endlich.
        – Ein Restrisiko bleibt immer.
        – Die Verwertung vom Abfall (sogenannte Transmutation) ist reiner Science Fiction, ähnlich wie die Kernfusion. So eine Technologie wäre zudem extrem kompliziert und aufwändig, also teuer und gefährlich.
        – Somit bleibt das Abfallproblem

        Gerade die Schweiz hat gute Voraussetzungen dank der Wasserkraft für eine Umstellung auf alternative dezentrale Energieformen.

      • Hans Vonarburg sagt:

        „AKW können heute sicher gebaut werden“: Das hören wir seit Jahrzehnten! Seither hatten wir Harrisburg, Tschernobyl, Fukushima – um nur die gröbsten „Sicherheitsmängel“ zu nennen…

        „Nein, aber heute sind sie WIRKLICH sicher!!“ – Ja ja – träumt ruhig weiter – manche lernen’s nie…

        Aber egal: wozu überhaupt AKW? Wir sind hier beim „Markt“ – und da können sie eh nicht bestehen: viel zu teuer! (Ohne massive direkte oder indirekte Subventionen wurde noch nirgends ein AKW gebaut und betrieben…)

        Rein kostenmässig schlägt Kohle noch lange alle anderen Energieträger!!

        Und das stimmt sogar WIRKLICH.

        (Externe Kosten natürlich wie immer ausgeklammert: Hauptsache es kommt billiger Strom aus der Dose…)

    • Christoph Bögli sagt:

      In weiten Kreisen weiss man offensichtlich nichts mehr über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Marktbegriffes und wie ein solcher eigentlich funktioniert, der „Markt“ ist vielmehr zu einem ideologischen Kampfbegriff verkommen, der weitgehend inhaltsfrei ist und primär die Maximierung des persönlichen Profits zum Ziel hat. Und nicht des gesellschaftlichen Nutzens, wie das die Theorie definieren würde. Für letzteres wäre die Internalisierung von kostspieligem Ressourcenverbrauch durch Luft- oder Wasserverschmutzung natürlich essentiell, aber schmälert natürlich die Profite einiger wenigen, weshalb die dann entsprechende Propagandageschütze auffahren..

  • Markus Meier sagt:

    Sehr guter, ausgewogener Artikel. Herzlichen Dank!

  • Jan Bösch sagt:

    Es stimmt, dass der Markt nichts zum Verschwinden bringt, wofür es eine Nachfrage gibt. Aber das können Gesetze auch nicht, noch nicht einmal im Kleinen, siehe Drogen, Waffen, Prostitution, Glücksspiel, Immigration.
    Der Autor unterliegt dabei einem Denkfehler. Es gibt überhaupt keine ursächliche Nachfrage nach Erdöl und -gas, oder Photovoltaik und Wind- bzw. Wasserkraft. Ursächlich ist die Nachfrage nach Werkstoffen, nach Mobilität, nach beheizten Räumen, nach die Muskelkraft übertreffende Maschinen. Öl und Gas sind nur Mittel zum Zweck. Sie werden abgelöst werden durch neue, hoffentlich ökologischere Mittel, sobald diese wirtschaftlicher sind, wie es zuvor von Holz nach Kohle nach Erdöl geschah. Nur dauert das lange (100 +/- 50 Jahre) und erfolgt schleichend (s. Pferd und Automobil).

    • Paul Levi sagt:

      Das ist wohl ein Witz. Mit anderen Worten muss man einfach nur Geduld haben und die Probleme lösen sich von selbst. Was ist aber, wenn die neuen Technologien nicht wirtschaftlicher sind als Öl und Gas und zwar aus dem Hauptgrund, dass für die Umweltschäden der Verursacher nicht bezahlen muss? Dann warten wir halt weitere 100 Jahre bis die ökologischen Mittel dann eventuell irgendwann wirtschaftlicher werden? Doch leider hat man die Rechnung ohne die Umwelt gemacht, denn diese geht vorher schon zu Grunde. Markt hin oder her.

  • Florian Müller sagt:

    Ich schliesse mich Markus Meier an: Wie immer bringt Hänggi konsequent und nachvollziehbar seine Überlegungen auf den Punkt. Brilliant. Leider erschöpfen sich die Kommentare in Windräder schön und/oder teuer oder halt doch nicht. Dabei heisst das Thema: Wie kann der internationale Markt zu Gunsten der Umwelt und des Planeten beeinflusst werden.

  • Gabi Bossert sagt:

    Die Energiewende abverlangt Etwas von uns Menschen. Sie beinhaltet wegen Unwissen und Angst zu viel Verzicht auf Bequemlichkeit und Wohlstand. Dafür dürfen unentwegt verschiedene Ausflüchte in die Welt hinaus posaunt werden. Das wir unsere Schweiz bereits bald verschandelt haben, weil das zu betonieren kein Ende finden darf, das wir uns keine Rechenschaft ablegen müssen, was der ausgebeutete Ressourcenverbrauch real eigentlich kostet, was er Welt weit angerichtet hat und weiter tut, das GÜNSTIG mehr wert ist, als eine zerstörte Lebensqualität, eine gesunde Luft, gesunde Lebensmittel, als Verantwortung für Generationen nach uns ? Doch, der Markt wie wir ihn wollen, und praktizieren, er wird den Planeten kaputt machen.

  • Vera Kehrli sagt:

    Doch, der Markt wird es richten, wenn er denn mal richtig implementiert würde, d.h. wenn die externen Kosten internalisiert würden. Die externen Kosten des Erdöls sind heute schon viel grösser als die Kosten der Alternativen. D.h. der billige Oelpreis würde nicht dazu führen, dass weiterhin Oel konsumiert würde. Vielmehr würde nur noch dort Oel verbraucht werden wo es keine Alternativen gibt. Das könnte z.B. beim Fliegen der Fall sein. Allerdings wäre fliegen derart teuer, dass wohl nur noch 10% soviel wie heute geflogen würde. Und die hohen Preise würden dazu führen, dass alternative Treibstoffe entwickelt würden.

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