Aufwachen!

Was sie lernen soll, ist umstritten: Schülerin bei den Hausaufgaben. Foto: iStock

Was sie lernen soll, ist umstritten: Schülerin bei den Hausaufgaben. Foto: iStock

Der Lehrplan 21 hat hartnäckige Gegner: Bürgerkomitees in diversen Kantonen wollen die Schulreform mit neuen Initiativen verhindern. Darüber hat der «Tages-Anzeiger» letzte Woche berichtet – und damit einen Nerv getroffen («Der neue Kampf der Lehrplangegner»). Bei der Recherche zeigten sich die Lehrplan-Kritiker zutiefst misstrauisch, geprägt von schlechten Erfahrungen mit Medien und Behördenvertretern. Viele fühlen sich falsch verstanden, viele planen ihren Widerstand deshalb klandestin.

Nach der Publikation des Artikels waren es dann aber die Befürworter des Reformprojekts, die erbost reagierten: Nur schon der Fakt, dass die Gegner ihre Positionen erläutern durften, führte manchen zu weit. Es gelte, der Bewegung unter keinen Umständen Vorschub zu geben, schrieben sie in Zuschriften. Kritiker des Lehrplans 21 wiederum beklagten die Darstellung angeblich allzu negativer Folgen, wenn dieser von der Bevölkerung abgelehnt würde.

Dialog unmöglich

Die Reaktionen sind sinnbildlich für einen Streit, in dem die Fronten derart verhärtet sind, dass ein Dialog nicht mehr möglich scheint. Dass es so weit kommen konnte, haben sich beide Seiten zuzuschreiben:

Die Gegner des Lehrplans, weil sie sich als Gesprächspartner selbst diskreditieren. Sie erheben vielerorts absolute Forderungen, sind häufig nicht mehr kompromissbereit und sehen hinter den Schulreformen nicht selten die Verschwörung einer technokratischen Elite, um die Schüler weltweit zu normieren.

Aber auch die verantwortlichen Behörden, weil sie die Gegner nicht ernst nehmen. In den letzten Jahren haben sie die Schule im Akkord mit teils einschneidenden Reformen verändert. Und es dabei versäumt, die Direktbetroffenen frühzeitig miteinzubeziehen. Dass in den kantonalen Initiativkomitees nicht nur besorgte Eltern, sondern auch frustrierte Lehrer vertreten sind, sollte den Bildungsbehörden ernsthaft zu denken geben.

Die symbolische Bedeutung

Beide Konfliktparteien verkennen dabei, dass der Lehrplan 21 letztlich nur ein Symbol ist. Ein Symbol für weitreichende Veränderungen in der Schule. Denn es ist die Schule, dieser Seismograf der Gesellschaft, in der sich die umfassenden Modernisierungsprozesse zuerst und für manche allzu deutlich manifestieren. Die Gegner der Bildungsreformen machen denn auch keinen Hehl daraus, dass sie sich einen Unterricht wie im letzten Jahrhundert zurückwünschen, als der Lehrer die alleinige Autoritätsperson war und die Schüler frontal zur Wandtafel blickten.

Doch in solch überschaubaren Verhältnissen würden die Kinder schlecht für die komplexe heutige Realität gerüstet. Deshalb braucht es Konzessionen beider Seiten: Die Reformgegner müssen davon absehen, jede schulische Neuerung an die Urne zu zerren. Denn was die Schule zuletzt braucht, ist eine Politisierung ihrer Inhalte und Ziele. Werden ihre Strukturen ständig grundsätzlich infrage gestellt, verkommt sie zum Labor für unterschiedliche Ideologien. Damit ein Rückzug all der Volksbegehren denkbar würde, bedarf es aber zuerst eines Umdenkens der zuständigen Behörden: Bildungspolitische Umwälzungen, wie sie seit Jahren im Gang sind, müssen nicht nur thematisiert, sondern kontrovers diskutiert werden. Genauso wenig wie die Schule ein Hort längst überholter Traditionen sein darf, darf sie die Zukunft voreilig vorwegnehmen. Sie muss die Gegenwart abbilden. Und das gelingt nur, wenn in ihrer Ausgestaltung alle Betroffenen mit ihren Bedürfnissen eingebunden sind.

63 Kommentare zu «Aufwachen!»

  • Peter Lustig sagt:

    Falsch! Gerade die schulischen Inhalte müssen politisch geklärt werden, sind sie doch zu einem guten Teil das, was unsere kinder in zukunft sind und können. Das darf man keinen linken „Fach“leuten überlassen, die die sozialen Fähigkeiten über die sachlichen stellen.

    • Hausi Meier sagt:

      Es geht um den Lehrplan, nicht um Politik. Die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen war bislang frei von totalitären Tendenzen, wie dies heutzutage leider in der Politik sichtbar ist. Das Links-Rechts-Muster funktioniert in Schulthemen nicht.

      • Peter Lustig sagt:

        Nein? Wieso sind denn alle Verfasser des LP21 linkspolitisch engagiert?

        • Simone W. sagt:

          Sie sind vllt die Verfasser des LP21, aber sie haben nicht die betr. Inhalte verfasst. Egal, welche politische Einstellungen Personen im Schulwesen haben, 1+1 gibt immer noch 2, Verben werden immer noch konjugiert und Tell ist und bleibt eine Romanfigur von Schiller.

    • Max Oppliger sagt:

      Sie meinen man sollte das eher rechten ‚Fach’leuten überlassen? Man sollte das Bildungsfachleuten überlassen und schon gar nicht Leuten, welche an früher denken.

      • Peter Lustig sagt:

        Spannend. Alles was 150 Jahre recht gut funktioniert hat und auf sehr viele Erfahrungswerten basiert soll also falsch sein, weil eine handvoll Personen meinen, anders gehe es viel besser?

        • Simone W. sagt:

          Genau, in den letzten 150 Jahren wurden weder Unterrichtsmethoden noch -material erneuert.
          Okee, es gab neue Pulte und Stühle…

          • Hanspeter Amstutz sagt:

            Glauben Sie das im Ernst, was Sie da sagen? Ich wäre mir als Lehrer schön blöd vorgekommen, wenn ich nicht immer wieder Neues erprobt, geprüft und das Gelungene schliesslich übernommen hätte.

    • Urs Forster sagt:

      Korrekt Herr Lustig, Schulzimmer sind keine Versuchslabors für Bildungstheoretiker. Die neuen, für den LP21 konzipierten Lehrmittel, beruhen auf abstrusen Ideen, dass z.B. Kinder ohne Vokabel- und Grammatiklernen mittels Hausaufgaben eine Sprache erlernen können. Auch im Bereich der Mathematik meinen die Verfasser des LP21 und der Lehrmittel, dass Schüler die Gesetzmässigkeiten sich selber aneignen könnten, ohne dass 1×1, oder die Kenntnis der grundlegenden Gesetzmässigkeiten der Mathematik zu lernen. Was sicher gut gemeint war, scheitert am menschlichen Verhalten.

      • Hausi Meier sagt:

        @Forster: Ich bin schockiert über Ihre Aussage, wie eine Sprache gelernt würde. Das hat nichts mit dem LP21 zu tun. Falls doch, bin ich dankbar um die entsprechenden Quellenangaben und Zitate.

        • Urs Forster sagt:

          Herr Meier, dies ist der Aufbau der Passepartout Sprachendidaktik, welche aufgrund des LP21 umgesetzt wird. Die Schüler der Primarklassen dürfen in den Fremdsprachen schreiben wie sie wollen und es ist gemäss Vorgaben zu den Lehrmitteln nicht erwünscht, dass die Kinder Vokabeln lernen sollen.

          • Hans Meier sagt:

            Ja, und nach dem Uebertritt in die 4. kommen sie dann ziemlich radikal in der Realitaet an, wie ich bei unserem Nachbarsjungen beobachten durfte. Zum Glueck koennen wir uns fuer unsere Kinder eine Privatschule leisten. Traurig, wie „weit“ die Schweiz gekommen ist…

      • Anh Toàn sagt:

        @Urs Foster „…abstrusen Ideen, dass z.B. Kinder ohne Vokabel- und Grammatiklernen mittels Hausaufgaben eine Sprache erlernen können.)

        Also die allermeisten Kinder erlernen eine Sprache sogar schon vor der Schule und vor dem Kindergarten, ohne Vokabeln und Grammatik lernen, frei von Hausaufgaben. Gar nicht so wenige lernen sogar zwei Sprachen so. Abstrus vielleicht, genau weiss niemand wie das geht, aber eigentlich wissen alle, denn sie konnten es ja auch, es geht.

        • Marcel Schmid sagt:

          @thàn… das „erfreuliche“ Resultat dieser pädagogischen Glanzleistung, ohne Vokabeln und Grammatik eine Sprache zu lernen, sehe ich regelmässig bei Bewerbungen… selbst in der Muttersprache! Mittlerweile mach ich mir die Mühe nicht mehr, diese zuerst aus Vokabeln und Grammatik freiem Deutsch in leserliches Deutsch zu übersetzen, sondern schicke direkt einen grammatikalisch korrekten Absagebrief!

        • Alex Vorburger sagt:

          @ Toàn
          Auf diese Weise ist eine Sprache nur lernbar, wenn man im Alltag dauernd von ihr umgeben ist.
          Und genau diese – für Hirnforscher alt bekannten – Tatsache wird aus politisch motivierten Gründen konsequent ignoriert.
          Wie oft wird aber ein Schweizer Schulkind im Alltag die in der Volksschule – selbstverständlich immer auch in schriftlicher Form – geforderten Sprachen Schriftdeutsch, Englisch, Französisch auch im Alltag hören?
          Zeige mir mal jemand einen Erwachsenen, der auf diese Weise die Muttersprache (im Falle von Migration noch ausserhalb des Sprachgebietes) und drei weitere Sprachen gesprochen und in Schrift parallel lernt – und das innerhalb weniger Jahre.

          • Anh Toàn sagt:

            Zeigen Sie mir mal einen Erwachsenen, der eine Sprache nur in der Schule mit Frontalunterricht, Vokabeln und Grammatik büffeln, gelernt hat.

    • Daniel Moser sagt:

      daniel.v.moser@bluewin.ch
      Wenn Frau Birrer für einen Lehrplan für die Gegenwart plädiert, so ist es schlicht falsch, die Lehrpläne auf Gesetzesstufe durch das Parlament oder gar das Volk beschliessen zu lassen. Die Gegenwart verändert sich in grossem Tempo, dem Gesetzesrevisionen nicht zu folgen vermögen. Um Flexibilität zu wahren, müssen Lehrpläne auf Verfügungsstufe bleiben- auch zum Erhalt der Gewaltenteilung. Zudem wird die Bedeutung der Lehrpläne für die Schulrealität überschätzt.

  • Hausi Meier sagt:

    Wenn etwas schon sehr lange und kontrovers diskutiert wird, dann ist dies sicher der Lehrplan. Vielleicht ist auch gerade dies das eigentliche Problem: Man wollte eine ausgezeichnete Lösung, holte alle direkt und indirekt Betroffenen an den Tisch, achtete auch auf die Praxis (die Hälfte der Köpfe, welche den LP21 erarbeiteten, waren Personen aus dem Schulalltag) und stellte schliesslich ein Produkt vor, das von allen Seiten weichgespült und somit nicht mehr wirklich befriedigend war.
    Letztlich dient der Lehrplan der Bildung unserer Kinder. Es ist Zeit, sich darauf zu besinnen. Die Grabenkämpfe sind wenig konstruktiv.

    • Urs Forster sagt:

      Das grösste Problem war, dass diejenigen Lehrkräfte, die involviert waren, schon im Vorfeld als Verfechter von gescheiterten Schulformen der 70er Jahren bekannt waren. Die Theoretiker waren selber auch ideologisch einseitig vertreten. Somit war von Beginn weg klar, dass das Produkt mehr Schaden anrichtet, als es Nutzen bringen wird. Der LP21 hat leider das Ziel der Bildung unserer Kinder vollständig ausser acht gelassen und endete in einem ideologischen Pamphlet.

  • Sportpapi sagt:

    Eine breite Diskussion über die Schule fände ich spannend. Geht es um Bildung und/oder Ausbildung? Um Inklusion? Um Talentförderung? Breite Ausbildung oder frühe Spezialisierung? Individuelle Förderung oder keiner bleibt zurück? Und: welche Aufgaben übernimmt die Schule auch noch? Betreuung? Nach- und Miterziehung?
    Und: was darf das Ganze kosten?
    All das wären doch wirklich politische Fragen, die diskutiert werden könnten.
    Fragen zu Lehrplan und Didaktik/Methoden sind eigentlich dann sekundär bzw. könnten abgeleitet werden. Durch Fachleute.

    • Hans Meier sagt:

      Ihr Wort in Gottes Ohr, Sportpapi! Aber leider ist eine sinnvolle politische Diskussion nicht gewollt. Man streitet lieber darueber, ob die Schweiz auseinanderbricht, wenn nicht jedes hinterthurgauische Kind mit 6 fliessend Franzoesisch spricht.

    • Hanspeter Amstutz sagt:

      Lieber Sportpapi, ich bin sehr einverstanden mit Ihren grundsätzlichen Aussagen zu Fragen, welche die Schule und uns alle betreffen. Den Lehrplan würde ich dabei nicht ausklammern. Er enthält einfach zu vieles, was die Schulentwicklung in eine Richtung steuern könnte, die uns beiden vielleicht nicht gefällt. Wohl niemand kann sagen, wieweit einige der doch recht umstrittenen pädagogischen Vorstellungen in der Praxis wirklich umgesetzt werden können und ob dies die Qualität unserer Schule fördert. Meine Skepsis kommt aus der Erfahrung, dass eine Reihe bisheriger Reformen ohne den Rückhalt der Lehrpersonen durchgedrückt und zu pädagogischen Dauerbaustellen wurden (Fremdsprachenkonzept, Integration schwieriger Schüler in Regelklassen, usw.).

  • Martin Frey sagt:

    „Doch in solch überschaubaren Verhältnissen würden die Kinder schlecht für die komplexe heutige Realität gerüstet.“
    Woher glauben Sie das zu wissen? Millionen heute im Berufsleben stehende Menschen waren und sind bestens für diese Realität gerüstet. Und die Schulen sind bis dato den Nachweis noch schuldig geblieben, dass all die sich in den letzten Jahren jagenden Reformen die jüngeren Generationen besser auf die „komplexe heutige Realität“ vorbereiten. Rückmeldungen von den Universitäten, aber auch von Ausbildnern in KMU sprechen ja nicht unbedingt dafür.
    „Werden ihre Strukturen ständig grundsätzlich infrage gestellt, verkommt sie zum Labor für unterschiedliche Ideologien.“
    Das ist richtig. Dass dies aber soweit kam, ist nicht zuletzt den Schulreformen selber zu verdanken.

    • Urs Forster sagt:

      Herr Frey, Sie sprechen etwas sehr wichtiges an. In der Berufswelt kommen immer mehr junge Lehr- und Studienabgänger, welche weder die sprachlichen noch mathematischen Grundlagen besitzen. Mit Schülern nach LP21 wird sich diese Problematik schnell und massiv verschärfen. Die neuen Lehrmittel sind für die Grundausbildung auch nicht förderlich.

      • Simone W. sagt:

        Ja, man kann über die mangelnden Grundkompetenz heutiger Jugendlicher/junger Menschen lästern.
        Aber so zu tun, als wären diese je grösser gewesen, ist einfach nur lächerlich.

        • Urs Forster sagt:

          Nein Frau Simone W. es ist nicht lächerlich, sondern eine nachweisliche Tatsache, das die Basiskenntnisse (nicht Kompetenzen, den in der Bildung geht es in erster Linie und Kenntnisse und Wissen, denn ohne Kenntnisse und Wissen keine Kompetenzen) der Schulabgänger früher besser waren. Heutige Schulabgänger der Volksschulen können i.R. nicht korrekt Deutsch schreiben und Kopfrechnen geht überhaupt nicht mehr.

  • MaPa sagt:

    @Lustig: und drum müssen die „rechten“ dran, gell? Es ist ein Zeichen von totallitären Machthabern, die Bildung der Bevölkerung möglichst tief zu halten und nur auf einen reinen „Nutzen“ ausrichten. Nichts von kritischer Denkfähigkeit, von Hinterfragen von Bestehndem, von Autonomie des Denkens usw. Es überrascht mich deshalb auch nicht, will ausgerechnet die SVP-Elite (jaja, die gibt es, es hat ganz viele Studierte, ja sogar Doktoren unter dem „Volch“) die Bildung herunterfahren und auf ihre Ideen ausrichten und alles andere verteufeln….

    • Urs Forster sagt:

      MaPa, hier geht es nicht um politisch links oder rechts. Hier geht es um die Grundausbildung unserer Kinder und Zukunft. Aber in dieser Sache geht es um Bildung. Leider ist bei den Verfassern des LP21 genau dieser Punkt nicht im Fokus gestanden. Der LP21 ist sehr einseitig und ideologisch abgefasst. Da die Wirtschaft sich laufend über den mangelnden Bildungskenntnisse der Schulabgänger beklagt, müsste dies doch auch den Machern des LP21 wichtig sein.

    • Peter Lustig sagt:

      Wieso die Rechten? hören Sie doch endlich auf im Schema Links = gut und Rechts = schlecht zu denken. Aber Tatsache ist, dass die allermeisten Experten eine linke Wohlfüheinstellung pflegen, sie erwarten eine hohe Sozialkompetenz, was der einzelne kann oder nicht ist von untergeordneter Bedeutung. Nur deshalb habe ich von linken Fachleuten geschrieben. Noch Fragen?

      • Anh Toàn sagt:

        @Peter Lustig Ich hätte da noch Fragen:

        Ich will nichts unterstellen, aber verstehe, dass für Sie eine hohe Sozialkompetenz von untergeordneter Bedeutung ist. In einer Welt, in der wir eigentlich genug für alle haben, und materielle Güter immer mehr durch Maschinen hergestellt werden, mittlerweil schreibt Software schon Software, und Robotor werden die nächste Generation Roboter entwickeln. In der kommenden Welt erscheint mir Sozialkompetenz von grosser Bedeutung.

  • Regina Probst sagt:

    Ich frage mich langsam, was eigentlich das Problem sein soll. Wir sind im Kt. Bern schon in mehreren Einführungs- und Fortbildungsveranstaltungen mit dem LP21 vertraut gemacht worden und die Neuerungen sind absolut vergleichbar mit denen von Einführungen von Lehrplänen, die vorher kamen. Man kommt mit dem System zurecht, man schaut ab und zu hinein – und fertig.
    Es ist auch wichtig, dass (endlich) wissenschaftliche Erkenntnisse im Zentrum stehen und nicht igendwelche Überzeugungen. Ich habe in den letzten Jahrzehnten aber viel Misstrauen von KollegInnen gegenüber Wissenschaft erlebt. Ist das etwa das Problem? Gut, dass die Ausbildung seit paar Jahren auf Hochschulniveau ist. Das bedeutet nicht „mehr“ Theorie, sondern v.a. empirische Theorie. Nicht perfekt, aber das bestmögliche.

    • Urs Forster sagt:

      Liebe Frau Probst, können Sie mir sagen, welche wissenschaftlichen fundierten Kenntnisse im LP21 eingeflossen sind. Also jedem ist klar, dass die neuen Sprachlehrmittel bildungsmässig völlig untauglich sind. Der Wortschatz, die Didaktik und die Inhalte sind realitätsfremd. Es sollte mehr Praxis und bedeutend weniger pädagogische Theorie in die Bildung einfliessen, da diese meist praxisuntauglich sind. Auch im Bereich Mathematik nehmen die Fähigkeiten der Schulabgänger drastisch ab. Wir werden in kürze ein grosses bildungspolitisches Problem mit schlecht ausgebildeten Schülern haben.

    • Peter Lustig sagt:

      Das problem ist, dass Sie wissenschaftliche Erkenntnisse als sakrosankt anschauen. Sind sie aber nicht. Denn gerade in weichen Fächern wie die Didaktik herrscht dermassen viel Ideologie, dass auch sog. wissenschaftliche Arbeiten sehr von der Meinung und Haltung des Forschers geprägt sind.

      • Urs Forster sagt:

        Es gibt auch eine fundierte wissenschaftliche Arbeit, die besagt, dass die Frühsprachen die Sprachkompetenz und den Spracherwerb in keiner Art und Weise verbessert, bzw. eher das Gegenteil der Fall ist. Dem gegenüber gibt es jedoch keine einzige Studie mit einer statistisch genügenden Anzahl Probanden.

        • Regina Probst sagt:

          Die Debatte mit dem Frühsprachenerwerb, bzw. dessen sich abzeichnende mangelnde Effizienz, ist neuer als der LP21. Es wird sicher seine Auswirkungen haben und kann dem LP21 angepasst werden. Es werden ja Neuauflagen kommen. Das braucht aber Zeit, bis dieses neue Wissen wieder einfliesst. Das ist alles langsam und braucht noch mehr Zeit, wenn nun die Mehrheit der Kantone sich einigen muss. Insgesamt ist die Kooperation aber ein Gewinn und es war/ist höchste Zeit dafür.

        • Regina Probst sagt:

          Ja, da war man etwas lange auf einer falschen Fährte, ausgehend vom Wissen aus der Entwicklungspsychologie, nicht zulöetzt vom berühmten Schweizer Jean Piaget, dass es für den Sprachenerwerb frühe „Zeitfenster“ gibt, die den Erwerb viel leichter machen. Die paar Lektionen pro Woche in einer künstlich erzeugten Schul-Situation wurden da „verwechselt“ mit einer Bilingue-Situation, einem „Sprachbad“. Es wurde nicht in Beziehung gesetzt mit den viel effizienteren Lernstrategien, welche ältere Kinder anwenden können und welche die Schulsituation viel besser nutzen können. Wissenschaft ist immer der „aktuellste Stand des Irrtums“, wie wir wissen;-)

      • Regina Probst sagt:

        Nein, nicht sakrosankt, nur die beste der nicht perfekten Weisen, sich Wissen und Erkenntnisse anzueignen. Trends fliessen immer etwas ein, aber insgesamt in einem verantwortbaren Rahmen.

    • Franz Süss sagt:

      Ich kann mich leider nicht anfreunden mit mehr Theorie (egal ob empirisch oder sonst welche). Wir sind alle Menschen und vor allem Kinder sind das noch unverdorben (hoffentlich). Sie haben recht wenig Verständnis was Theorien angeht, sie wollen menschlich behandelt werden, dort abgeholt werden, wo sie stehen, begeistert werden – und nicht in ein Schema F gemäss Seite 792 im Band 9 der Theorie gepresst werden.
      Beispiel Musik: Die besten studieren an der HS – und sollen dann als Lehrer Anfänger unterrichten? Die haben doch keine Ahnung von Anfängern, weil sie selber hochbegabt waren und dann noch auf Konzertniveau getrimmt wurden. Ähnliches passiert bei normalen Lehrern …. diese hochgepriesene Akademisierung ist v.a. in der Primarschule ein Schuss nach hinten!

      • Regina Probst sagt:

        Ich unterrichte seit 35 Jahren. Die jungen Lehrkräfte sind durchaus praxisnah, zumindest nicht mehr „Anfänger“, als wir es damals waren. Aber sie sind einiges besser ausgebildet als ich damals.

  • Metz sagt:

    Ich würde eine traditionelle Schule und eine futuristische Schule parallel zulassen und dann schauen wohin die Eltern ihre Kinder schicken. In der traditionellen Schule werden Eltern und Lehrer zusammen das Sagen haben und der Lehrer die gleiche Klasse für mindestens 3 Jahre begleiten. An der futuristischen Schule dürfen Lehrer und Klassenzimmer dauernd wechseln (ein andauerndes Wandern vom hintersten Zimmer zum vordersten) und hunderte von Psychologen, Soziologen und Besserwisser am Stundenplan und Lehrer ewig herumfeilen. Die Versuchskaninchen (Kinder) sollen selber entscheiden, ob sie Hausaufgaben machen und zu aller Letzt sollten die Eltern über Änderungen informiert sein. Die Schüler dürfen kommen und gehen wie in einem Shoppingcenter und niemand soll so recht in Kontrolle sein.

    • Christoph Gut sagt:

      Wenn der Lehrer schlecht ist, dann bin froh, wenn meine Kinder nicht 3 Jahre lang nur zu diesem Lehrer in den Unterricht gehen müssen.
      .
      Übrigens sollte man sich auch in Zürich bewusst sein, dass in anderen Kantonen vor 30 Jahren auch ganz andere Schulmodelle üblich waren: z.B. Lehrerwechsel alle zwei Jahre oder sogar alle Jahre! Soviel zur guten alten Schule.

  • H.Trickler sagt:

    Eine lächerliche Begründung, warum man sich das tumbe Volch nicht um diese Reform kümmern solle … 🙁

  • Urs Forster sagt:

    Es kann doch nicht sein, dass ohne gründliche politische und fachliche Diskussion in der Schweiz ein in allen Kantonen gültigen Lehrplan umgesetzt werden darf. Was klar zum Ausdruck kommt, ist, dass die Befürworter sich nicht dem Dialog stellen möchten, wie der ehemalige Basler Regierungsrat Eymann und auch die Verfasser des LP21. Bei der Abfassung des LP21 wurde es unterlassen, die Lehrkräfte, welche täglich sich im Schulalltag auskennen. Im LP21 wurde nicht der Bildungsauftrag des Staates berücksichtigt, sondern pädagogische und didaktische Theorien, welche wissenschaftlich widerlegt sind. In der Bildung geht es sicher auch um Kompetenzen, aber um diese zu Erreichen muss ein Basiswissen zuerst vermittelt werden.

    • Hausi Meier sagt:

      @Forster: Wer die Entstehung des LP21 verfolgt hat, wird schnell erkennen, dass alle Anspruchsgruppen – sogar die politischen Parteien – in den Prozess eingebunden waren. Zudem waren zur Hälfte Praktiker eingebunden, die im Schulalltag aktiv sind.
      Und wer den LP21 ein bisschen kennt, wird nicht behaupten, dass das Basiswissen auf der Strecke bleibt, im Gegenteil. Ihre Aussage „vom Basiswissen zur Kompetenzorientierung“ könnte schon fast aus dem LP21 abgeschrieben sein.

      • Urs Forster sagt:

        Nein, denn das Basiswissen wird durch die reine Kompetenzorientierung völlig ausser acht gelassen im LP21. Die in den Prozess eingebundenen Praktiker waren meist ideologisch ausgesucht worden.

    • Christoph Gut sagt:

      @Forster: An diesem Beispiel sehen wir gut, dass Fake-News keine Erfindung von Trump ist. LP21-Gegner verbreitet schon viel länger „alternative truths“. Darum zum Klarstellen: Die Hälfte der Autoren des LP21 sind Praxislehrpersonen. Die andere Hälfte Fachdidaktiker und Lehrerausbildner mit mehr oder weniger Praxiserfahrung.

      • Urs Forster sagt:

        Herr Gut glaubt auch alles. Das die Praktiker speziell ausgesucht wurden, schreiben Sie auch nicht. Sie schreiben auch nicht, dass die Theoretiker, welche mitgearbeitet haben in Lehrerkreisen nicht unbedingt einen unzweifelhaften Ruf geniessen und deren Theorien von vielen anderen Fachdidaktikern, Lehrerausbildner und Lehrkräften an der Front als untauglich betrachtet werden. Auch muss man wissen, dass die Inhalte des LP21 keine neue Erfindung sind, sondern mit den Lehrplänen verschiedener deutscher Bundesländer der 70er Jahren korrelieren und dort in der Zwischenzeit als untauglich ausser Kraft gesetzt wurden.

        • Christoph Gut sagt:

          Herr Fortser, es ist schon möglich, dass gewisse Autoren des LP21 in Lehrerkreisen keinen guten Ruf haben. Zuweilen haben diese Personen in anderen Lehrerkreisen einen guten Ruf. Es ändert jedoch nichts daran, dass die LP21-Gegner mit falschen Behauptungen hausieren. In diesem Fall mit der Behauptung, die Autoren des LP21 hätten keine Unterrichtserfahrung oder seinen nur Theoretiker.

    • Regina Probst sagt:

      Und genau Letzteres (Basiswissen) gehört auch zum LP21. Für wie dumm hält man eigentlich dessen Verfasser?? Und der „Bildungsauftrag des Staates“ ist, angemessene, d.h. empirisch geprüfte pädagogische und didaktische Theorien in den gemeinsamen LP zu verordnen. Dass diese Wissenschaft nie „fertig“ ist, ist auch klar.

  • Franz Süss sagt:

    Ich habe nie versucht, mich den ständigen Neuerungen zu verschliessen. Jedoch darf man auch das eigene Denken dabei nicht ausschalten.
    Wenn ich lese „Doch in solch überschaubaren Verhältnissen würden die Kinder schlecht für die komplexe heutige Realität gerüstet“, muss ich schon fragen: Was wird in unüberschaubaren Verhältnissen besser? Komplexe Realitäten? Meinetwegen, aber warum dem mit noch mehr Komplexität begegnen? Wird hier nicht oft einfach „Wissen vermitteln“ verwechselt mit allen möglichen unklaren Aufträgen (?) sozialer oder erzieherischer Natur?
    Wir haben in schneller Folge diverse Änderungen erlebt, die zu weit gegangen sind. Das zeigen die Reaktionen -> und ich finde, sie sind berechtigt. Manchmal ist weniger halt einfach mehr!

  • Lukas Mattmann sagt:

    LP21 ist nur geeignet für begabte Schüler mit gebildeten Eltern, die ihnen den Stoff erklären können und bei den Aufgaben helfen als Coach. Schüler, die diese Voraussetzungen nicht mitbringen – das sind die meisten, insbesondere der grösste Teil der Migrantenkinder -, sind verloren. Fleiss und Wille helfen da nicht weiter. LP21 ist ein unverantwortliches Experiment, das katastrophale Folgen haben wird. Bereits heute ist der Anteil der Schulabgänger, die einfache Texte nicht verstehen, sehr hoch. Das ist auch eine Folge von zwei Fremdsprachen in der Primarschule, dafür zu wenig Zeit für Deutsch und Rechnen. Die Resultate sind lamentabel, wie Studien zeigen. Ohne Basiswissen gibt es keine „Kompetenzen“ (Lieblingswort der Bildungstheoretiker), egal in welchem Fach.

    • Urs Forster sagt:

      Herr Mattmann, Sie sprechen genau den wichtigen Punkt an. In der heutigen Welt will man alles mit standardisierten Prozessen leiten und führen. Dabei wird vergessen, dass man in einem Lehrplan berücksichtigen sollte, dass es um einzelne Menschen geht und das Lernen individuell ist. Wenn ein Lehrplan ca. 1000 Seiten hat, merkt der vernünftige Leser sofort, dass dies übertrieben ist. Ein Lehrplan sollte kein Handbuch für die Lehrer sein. Sondern beschreiben, was wann erreicht werden muss mit den Schülern, aber ohne wie, denn dafür gibt es 1000 Wege und jeder Lehrer sollte individuell unterrichten dürfen.

  • van der Waerden sagt:

    Freie Schulwahl würde den Konflikt entschärfen. Freie Schulen mit individuellem pädagogischen Konzept, unter möglichst freilassender Aufsicht einer Behörde, die demokratisch errungene Minimalstandards garantiert.
    So muss keiner dem anderen vorschreiben, was eine gute Schule ist, aber jeder könnte dazu beitragen, eine zu gestalten – als Lehrer, als Eltern, als Förderer.
    Aber das trauen wir uns leider gegenseitig noch nicht zu – es könnte ja irgendwo eine Schule geben, die man nicht ganz einordnen kann…

    • Urs Forster sagt:

      Freie Schulwahl ist das absolut dümmste um eine gerechte und optimale Schule zu gewährleisten. Weder pädagogische, noch didaktische Konzepte haben etwas in einem Lehrplan zu suchen. Ein Lehrplan sollte pro Einzelfach die Lernziele pro Schuljahr festlegen, aber nicht wie man diese Ziele erreicht. Ein guter Lehrplan wird nicht an der Anzahl der Seiten gemessen, bzw. viele Seiten bedeuten nicht, dass er besser ist, eher das Gegenteil.

  • Christoph Gut sagt:

    Für alle, die möchten, dass unsere Kinder in der Primarschule endlich mehr, fundierteren und interessanteren Sachunterricht (Geschichte, Geografie, Naturwissenschaften) erhalten, finden im LP 21 den Weg dazu. Für alle, die gegen die zweite Fremdsprache auf der Primarstufe sind, müssen bedenken, dass die zweite Fremdsprache mit dem HarmoS-Konkordat gesetzlich geregelt wurde. Ausnahmen sind Kantone, die dem Konkordat nicht oder noch nicht beigetreten sind. Der LP21 setzt nur diese gesetzlichen Vorgaben um.

    • Urs Forster sagt:

      Halt Herr Gut. Der Lehrplan 21 beruht auf keiner gesetzlichen Grundlage und wurde ohne gesetzlichen oder politischen Auftrag von der Erziehungsdirektorenkonferenz in Arbeit gegeben. Die Zusammensetzung der Verfasser wurde auch von der Erziehungsdirektorenkonferenz bestimmt. Dabei waren bestimmt ideologische Vorgaben gegeben. Der LP21 hat die Basisausbildung ausser acht gelassen und alles mit Kompetenzen umschrieben, anstatt auf messbare Minimalgrundlagen sich zu stützen. Ein Lehrplan ist kein Handbuch, wie man unterrichtet, sondern gibt nur die zu erreichenden Minimalziele an.

      • Christoph Gut sagt:

        Halt Herr Forster: Verwechseln Sie nicht den Apfel mit der Birne.
        1. Die von mir erwähnte gesetzliche Grundlage betrifft Inhalte des HarmoS-Konkordats, das für Kantone, die beigetreten sind, verpflichtend sind. Dazu gehört die Zwei-Fremdsprachen-Regel auf der Primarstufe.
        2. Für einen neunen Lehrplan hat es noch nie in der Geschichte der Schweiz eine gesetzliche Grundlage benötigt. Erziehungsdirketoren können diese iniziieren, wenn sie dies für notwendig erachten. Das passiert in etwa alle 20 Jahre. Das gilt auch für den LP21.
        3. Lehrpläne müssen jedoch vor Inkrafttreten abgesegnet werden, entweder durch den Kantonsrat oder einen Bildungsrat. Das nennt man repräsentative Demokratie. Auch hier läuft alles beim LP21 regelkonform.

        • Christoph Gut sagt:

          Nachtrag: Herr Forster, der LP21 ist tatsächlich nur ein Handbuch, dass die Minimalziele (und sogar noch ein bisschen darüber) festhält. Wie man diese Ziele erreicht, ist letztlich dem Lehrer, der Schule oder dem kantonalschen Schulsystem überlassen. Es gibt zwar einen (kurzen) methodischen Kommentar im LP21, der jedoch nicht verbindlich ist! Verbindlich sind die Lernziele. Und die sind übrigens nicht ohne. Da müssten dann auch gewisse Lehrpersonen ihr Fachwissen auffrischen, wenn sie diese Lernziele im Unterricht erreichen wollten.

  • Bernhard Bonjour sagt:

    Ich wusste nicht, dass die Schulen neuerdings zur Rüstungsindustrie gehören („für die heutige komplexe Realität gerüstet“).
    Bildung und Ausbildung sind nicht dasselbe. Dass über Bildung und über die Aufgabe der Schule diskutiert wird, ist richtig. Dass es dann nur eine richtige Lösung geben und alles andere falsch sein soll, ist absurd. Die Krux liegt darin, dass die Bildungsbürokratie und die aufgeblähten Pädagogischen Hochschulen den Inhalt der Schulen vereinheitlichen, durch einen monströs detaillierten Lehrplan zentral steuern und durch „Checks“ rundumvermessen wollen (und dabei Quantifizierung mit Wissenschaft verwechseln), statt dass sie auf die Ideen, Erfahrungen und das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer vertrauen. Bildung entsteht in der Vielfalt, nicht in der Einfalt.

    • Hanspeter Amstutz sagt:

      Bernhard Bonjour: Sie schildern realistisch, was als Anlage im Lehrplan enthalten ist. Dieser Lehrplan hat das Zeug zum dominierenden Steuerungsorgan für die Volksschulentwicklung zu werden. Es wimmelt von detaillierten Programmen mit abschliessenden messbaren Kompetenzzielen, die alle irgendwie erreicht werden sollen. Eigentlich fehlt das Vertrauen, dass tüchtige Lehrpersonen auch ohne all die vielen Vorgaben den Schülern Wesentliches vermitteln können. Zwar wird der schweizerische Pragmatismus vieles in der Praxis wieder abschwächen oder gar umkrempeln. Dennoch gleicht der neue Lehrplan einem Blindflug, bei dem die Lehrpersonen im Cockpit sitzen und hoffen, dass ihnen die richtigen Koordinaten mitgeteilt werden. Auf einem solchen Flug möchte ich nicht Pilot sein.

  • Tom Schneider sagt:

    Diese Hysterie um (oder vor allem gegen) den LP21 ist ja unglaublich. Egal was man macht, es ist sowieso kein Plan für alle Kinder gleich gut. Am Ende hängt es auch immer von den Lehrpersonen ab und von den Eltern und von den Kindern selbst. Und: Wir leben nun mal im 21. und nicht mehr im 20. Jh. mit Internet und all dem neuen Zeugs…
    Statt hier den Weltuntergang herbei zu reden, lasst die Leute doch mal mit dem Ding arbeiten. Der LP21 wird auch nicht der letzte sein, sondern auch wieder an neue Gegebenheiten angepasst werden.
    Also beruhigt euch und verbringt die Zeit lieber damit, Euren Kinder als Eltern auch was Gescheites mitzugeben. Und damit meine ich nicht AmericaFirst und solchen Mist, sondern Sozialkompetenz und eine gesunde Mischung aus Egoismus und Solidarität.
    Jawoll!

  • Alex Vorburger sagt:

    „Denn was die Schule zuletzt braucht, ist eine Politisierung ihrer Inhalte und Ziele.“ Super Idee! Dann würde ich vorschlagen, doch gleich damit zu beginnen, dass z.B. Zürcher KreisschulpräsidentInnen nur noch aufgrund fundierter, praktischer Erfahrung im Schulbetrieb als solche arbeiten dürfen – und nicht bloss aufgrund der nötigen Anzahl Wählerstimmen und der gewünschten Partei,
    welche die Befähigung zu diesem Amt zum Roulette verkommen lassen.
    Möglicherweise würde das noch indirekt dazu führen, dass im Unterricht anstelle des Nachjagens von über 2000 hochgestochen formulierter Kompetenzen genug Zeit bliebe, die Kinder auf Grundlegendes wie das Oben, Unten und Diagonal hinzuweisen – damit sie als Erwachsene fähig sind, Bildung und Soziales nicht bloss als linkes Produkt zu erkennen.

    • Christoph Gut sagt:

      @Vorburger: Kreisschulpräsidenten haben zu Fragen des Lehrplans nichts zu sagen. Sie haben jedoch die Möglichkeit, methodisch-didaktische Vorgaben zu machen und sind auch aktiv bei Schulreorganisationsreformen. Dazu gehört z.B. der immer häufiger anzutreffende niveaudurchmischte Unterricht auf der Sekundarstufe I (SekA, Sek-B und Sek-C-Schüler in einem Unterricht bei einem Lehrer). Bei solchen Fragen wäre es tatsächlich erwünschenswert, die Schulpräsidenten hätten selber mal als Lehrperson vor einer solchen Klasse gestanden und versucht, die Lehrplanziele individuell zu erreichen. Solche von Schulpflegen initiierten Reformen haben jedoch nichts mit dem LP21 zu tun. Der LP21 legt auch keine solchen Reformen nahe.

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