Warum optimistisch sein?

Am Vorabend trat der Bach über die Ufer: Überschwemmung in Kradolf-Schönenberg TG, Juni 2015. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Am Vorabend trat der Bach über die Ufer: Überschwemmung in Kradolf-Schönenberg TG, Juni 2015. Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone)

Blaise Pascal (1623–1662) war ein gläubiger, aber ein zweifelnder Mensch. Existiert Gott? Philosophen seiner Zeit stellten das herkömmliche Gottesbild infrage und ersetzten es durch ein rationalistisches: Gott hatte die Erde geschaffen und in Gang gesetzt wie ein Uhrmacher seine Uhr und liess sie nun ablaufen, ohne weiter in sie einzugreifen.

Pascal argumentierte ebenfalls rationalistisch, aber ganz anders, nämlich gewissermassen versicherungsmathematisch: Er stellte den Gottesglauben als eine Wette dar. Wettete man auf Gottes Existenz, nahm man die Mühen in Kauf, gottesfürchtig leben zu müssen – was man nicht musste, wenn man nicht an Gott glaubte. Doch der erwartbare Gewinn war für den Gottesgläubigen auf jeden Fall grösser: Gibt es Gott tatsächlich, und der Gottesgläubige gewinnt die Wette, gewinnt er nach dem Tod das Himmelreich. Verliert er die Wette, ist er nach dem Tod eben tot. Der Ungläubige aber ist genauso tot, wenn er gewinnt – dagegen riskiert er die Hölle, wenn er verliert. Es ist also vernünftig, an Gott zu glauben.

Ist es vernünftig, an das Überleben der menschlichen Zivilisation zu glauben?

«Es ist einfach zu spät»

Ich begegne immer wieder Leuten, die mir sagen: Vergiss es, es ist eh alles verloren. Das kommt manchmal in der Form «Die Menschen lernen nichts» daher, dem Spiegelbild des optimistischen «Die Menschen sind noch mit allen Krisen fertig geworden». Und manchmal kommt es in der Form «Es ist einfach zu spät» daher.

In der ersten Form, die eine anthropologische Eigenschaft «des» Menschen postuliert, ist das Argument einfach bescheuert (was, bitte sehr, ist «der» Mensch?); in der zweiten Form ist es nicht leicht von der Hand zu weisen. Das gilt gerade angesichts jüngster Messdaten, denen zufolge sich die Erderwärmung (um von Artenschwund, Bodenverlust, Überdüngung und vielem anderen zu schweigen) in den letzten Monaten stark beschleunigt hat. Grafiken, die das Ausmass des arktischen Eises zeigen, sind beängstigend; wissenschaftliche Studien schlagen alarmierende Töne an und zeigen, dass das Klimaproblem bislang womöglich deutlich unterschätzt wurde.

Und gleichzeitig geniesst das Thema angesichts all der anderen Probleme derzeit alles andere als politische Priorität, in den USA wird in wenigen Wochen ein Desperado im Weissen Haus damit beginnen, die Umweltpolitik Obamas rückgängig zu machen und die Umweltbehörde EPA zu demontieren. Und auch ausserhalb der USA gibt es wenig Anzeichen, dass die Regierungen den klimadiplomatischen Erfolg von 2015, das Abkommen von Paris mit seinen guten Zielen, ernst nähmen.

Ist es also vernünftig, an das Überleben der menschlichen Zivilisation zu glauben?

Nur die eine Wette hat Sinn

Wäre ich ein Ausserirdischer, der die Welt von aussen beobachtet, ich gäbe den Menschen nicht mehr viel Kredit. Aber ich bin kein Ausserirdischer, sondern ich bin einer von diesen Menschen. Und da komme ich auf eine ähnliche Schlussfolgerung wie Pascal, wenn auch nicht auf den Glauben an Gott, sondern auf den Glauben an die Menschheit bezogen: Ich kann auf das Überleben wetten oder auf den Untergang, aber nur die eine Wette hat Sinn.

Und wenn es unwahrscheinlich ist? Das ist eigentlich egal: Wahrscheinlichkeiten beziehen sich immer auf eine Mindestanzahl. Wenn es mehrere Erden gäbe, könnte man sinnvollerweise sagen: Auf x Prozent dieser Erden wird die Menschheit überleben, auf den anderen nicht. Aber es gibt nur eine Erde.

Oder wenn ich es statt mit Pascal mit einem Motto von Antonio Gramsci ausdrücke: Wir brauchen einen Pessimismus des Verstandes und einen Optimismus des Willens.

48 Kommentare zu «Warum optimistisch sein?»

  • Markus Weidmann sagt:

    Typisch Wissenschaft, kompliziert daherreden, ohne etwas zu sagen. Das können nur zwei Arten von Menschen: Politiker und Wissenschaftler. Wetten?!

    • Walter Meier sagt:

      Der Artikel sagt sehr viel und ich meine zu behaupten, sehr schöne Dinge.

    • Christoph Bögli sagt:

      Es liegt nicht immer nur am Sender, wenn die Aussage nicht verstanden wird. Oft genug fehlt einfach dem Empfänger die nötige geistige Kapazität, um Texte, die aus mehr als ein paar dummdreisten Halbsätzen bestehen, zu verstehen..

  • werner boss sagt:

    Als käme es in der Klimapolitik darauf an ob ein einzelner Mensch im Himmel oder der Hölle landen würde! Ein einziger von Milliarden! Und genau diese Milliarden wurden mit keinem Wort erwähnt! Dazu machte ich in meinem Leben, die tragische Beobachtung ,dass alle religiösen Menschen das letztlich von ihnen verursachte Leid und die Zerstörung IMMER höheren Mächten, also ihren Göttern zuschoben. Nur wurde das natürlich nie so deklariert, aber für etwas geht man ja in die Kirche oder? Wie verlogen diese Welt ist, zeigt das Bild mit der modernen Dame, welche so unschuldig mit dem Velo an den vom Wasser übereinander geschichteten Boliden der Jungs vorbei läuft, als würde sie nie im Leben in so ein Ding sitzen!!

    • Yves Siegrist sagt:

      Wäre die Welt weniger verlogen, wenn diese Dame mit dem Land Rover statt dem Velo an den Autos vorbeifahren würde? Wie genau bringt sie zum Ausdruck, dass sie nie in so einem Teil sitzen würde. Oder ist Ihre Interpretation Ohres eigenen Weltbildes? Feststellen möchte ich, dass es immer noch besser ist, öfters das Velo zu nehmen, sogar dann wenn man ab und zu auch in einem Auto sitzt. Daran änder sich nichts, wenn Leute wie Sie (ein ehrlicher nur Autofahrer?) das verlogen finden

      • werner boss sagt:

        Sigrist, und schon ist der erste Fisch an der Angel und er versteht sicher nicht was ich meine, das ist ja das tragische!

        • Caratt Gian sagt:

          ja boss, man kann wirklich nicht verstehen was sie sagen wollen – genau wie hänggis blog, der auch nichtssagend ist, schoene zitate hin oder her…

  • Cedric Gehrer sagt:

    Meine Hoffnung liegt im technischen Fortschritt. Die Politik schafft es nicht mehr.

    Die Steinzeit fand ihr Ende nicht, weil keine Steine mehr vorhanden waren, sondern mit der Bronze eine bessere Technologie erfunden wurde.

    „Alternativ“-Energien sind heute daran, den fossilen Energieträgern sehr rasch den Rang abzulaufen. Von den Kosten her. Das haben viele noch nicht bemerkt, es ist aber eine Tatsache. Und es funktioniert bereits vielerorts ohne Subventionen.

    Wenn eine neue, bessere Technik auftauchte, ging es in unserer heutigen globalisierten Welt immer schnell, bis sie sich durchgesetzt hat. Ich gebe dem Benzinauto und dem Kohlekraftwerk nicht mehr zehn Jahre.

    Freuen wir uns auf eine sauberere Zukunft mit mehr Jobs in der Schweiz.

    • werner boss sagt:

      Schön das es noch so verwegene Optimisten gibt, aber erstens ist auch die erneuerbare Energie auf Faktoren wie Fläche oder Windstärke beschränkt und zweitens ist die Energie nur eine von Dutzenden Ressourcen auf welche die Menschheit angewiesen ist! Sie können erfinden was sie wollen, letztendlich wird man zur Einsicht kommen müssen dass der Mensch selber das Problem ist!!

    • Matthias sagt:

      @Gehrer: Sehe ich genauso. Bleibt nur zu hoffen, dass die Entwicklung tatsächlich schnell genug abläuft, um die Erwärmung in erträglichen Grenzen zu halten. Aber wie im Artikel erklärt macht diese Hoffnung und die persönliche Anstrengung, etwas zur technischen Revolution beizutragen, durchaus Sinn. Pessimismus wäre in unserer Situation wohl schlicht unlogisch.

    • Dani Keller sagt:

      Auch ich setze auf den Technologiefortschritt. Wir werden im Überfluss saubere Energie haben (allerdings eher von Fusionsreaktoren als nur von PV und Wind), entsprechend eine intakte Umwelt. Etwas in näherer Zukunft:
      In 5 Jahren wird es Standard sein, beim Autoneukauf einen Pluginhybrid zu nehmen, und in 10 Jahren ein 100% E-Auto. Fossile Brennstoffe für den Strassenverkehr werden rapide sinken.
      Und etwas Gegenwart: die meisten neuen Gebäude (top gedämmt) werden nicht fossil beheizt, sondern mit Wärmepumpen, ebenso Warmwasseraufbereitung. Ölfeuerungen verschwinden langsam aber sicher, machen in Ausnahmefällen bei Sanierungen noch Sinn.
      Klimaerwärmung birgt global gesehen wohl mehr Chancen als Gefahren. Die Menschheit darf optimistisch in die Zukunft blicken.

    • Hannes Müller sagt:

      Ich bin optimistisch, weil Atomkraft sicher ist und irgendwann das auch wieder in die Politik einfliessen wird.

  • tim meier sagt:

    Natuerlich bin ich optimistisch. Ich habe die Mondlandung, die Oelkrisen und das sogenannte ‚Waldsterben‘ mitgekriegt. Wenn man sich etwas mit der Materie befasst kommt man bald darauf, dass das ‚Klimaproblem‘ nicht wirklich ein Problem ist sondern dem Lauf der Dinge entspricht, so wie sie seit Jahrmillionen hier ablaufen.

    • Andy sagt:

      Die Mondlandungen waren und sind eine technische Meisterleistung. Hat allerdings wenig mit Umweltpolitik zu tun. Die Ölkrisen waren einzig ein ökonomisches Problem. Das Waldsterben, das erste ökologische Problem in Ihrer Liste wurde bei uns hier erfolgreich bekämpft: Durch die neuen Abgasvorschriften haben wir hier keine grösseren Waldschädigungen mehr. In den Industriegebieten in China sieht das aber schon anders aus.
      Wenn wir das 2°C Ziel verfehlen und z.B. bei 3°C landen wird die Menschheit vermutlich nicht aussterben. Aber die Auswirkungen auf Teile der Menschheit sind gravierender als wenn das Ziel erreicht wird. Selbst wenn es auch Menschen gibt, die davon profitieren.

    • Urs sagt:

      Ihre Verständnis vom „sogenannten Waldsterben“ in einem anderen Bild: Autos brauchen keine Bremse. Das ist nur ein Vorwand der Hersteller um das Auto zu verteuern.

  • will williamson sagt:

    In der mittelalterlichen Warmzeit waren die Gletscher um das Jahr 1000 herum kleiner als heute. Dann kam um 1500 herum die kleine Eiszeit, die die Gletscher wachsen liess. In Fiesch wurden mit Bewilligung des Vatikans während 400 Jahren Prozessionen gegen das Gletscherwachstum durchgeführt. Vor einigen Jahren wurde vom Papst eine neue Bewilligung geholt: zur Durchführung von Prozessionen gegen den Gletscherschwund. Wenn’s wieder 400 Jahre dauert, bis eine Umkehr eintritt, erlebt das die Menschheit eher nicht mehr.
    Was ich in den Diskussionen generell vermisse ist die Erwähnung des Einflusses der Präzession der Erdachse (Milankovic Zyklus). Abhängig von der Stellung der Erdachse verschiebt sich geographisch die Intensität der Sonneneinstrahlung.

    • Martin Maletinsky sagt:

      Weshalb Herr Williamson glauben Sie, dass die Menschheit die nächsten 400 Jahre nicht erleben wird?
      Dass unsere westliche Zivilisation früher oder später untergehen wird, halte ich für eher wahrscheinlich, und ich kann mir auch vorstellen, dass die Anzahl Menschen drastisch zurückgehen könnte. Ereignisse oder Entwicklungen die die Menschheit als Ganzes auslöschen würden, kann ich mir hingegen nur sehr wenige vorstellen.
      Der Mensch scheint mir aufgrund von Intelligenz, Wissensweitergabe und Fähigkeit zur Kooperation extrem anpassungsfähig und ist heute weltweit verbreitet. Ich denke in den meisten Katastrophenszenarien würden weltweit einzelne Nischen verbleiben, in denen sich eine überlebensfähige Restpopulation von Menschen erhalten könnte.

      • will williamson sagt:

        Kann natürlich sein, dass meine Annahme zu pessimistisch ist. Man kann auch argumentieren, dass die Menschheit die nächsten 400 Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit überstehen wird nachdem sie die letzten 400 Jahre mit weniger effizienter Technik überstanden hat.

  • will williamson sagt:

    Aus einem Interview mit Christian Schlüchter:
    Das waren die Forschungen an der Felskante des Rhonegletschers beim Hotel Belvédère?
    Genau. Diese Publikation hatte für grosses Aufsehen gesorgt. Wir wollten prüfen, ob die vom Rhonegletscher freigegebene Felsfläche schon einmal der kosmischen Strahlung ausgesetzt war. War der Gletscher schon einmal so klein wie heute? Ist das messbar anhand der Isotopen an der Oberfläche des Gesteins? Die Resultate waren klar und eindeutig. Die Felskante war in den letzten 10’000 Jahren während 5800 Jahren eisfrei.

    • Dani Kobler sagt:

      @ will Williamson: Bedeutet das, dass vor 10000 Jahren schon mal 7 Mrd Menschen auf der Erde lebten und damals binnen weniger Hundert Jahre sämtliche Kohle, Gas und Öl Vorräte verbrannt hatten? Und die hatten damals auch schon die Weltmeere leergefischt, den Aaralsee verkleinert, in Kolliken Ghüder verbudelt, den Regenwald abgeholzt, jedes ebene Stück Land in eine Monokultur verwandelt, Flüsse umgeleitet?

  • will williamson sagt:

    Im Zusammenhang hochinteressant sind auch die Forschungen von Henrik Svensmark, der insbesondere den Einfluss der Sonnenstrahlung und der Wolken auf das Klima erforscht hat.

    • SrdjanM sagt:

      Alles klar Herr Williamson: die Erderwärmung hat nichts mit unserem Verhalten zu tun, wir dürfen weiterhin beruhigt CO2 in die Umwelt setzen und brauchen uns nicht um die Folgen zu kümmern.
      Es kommt eh so wie es kommen muss….

      Sie dürfen sich jetzt wieder beruhigen, wir sind nun aufgeklärt.

      • will williamson sagt:

        Bin überhaupt nicht beunruhigt und muss mich daher auch nicht beruhigen. Wie sich der Mensch überschätzt sehen Sie ja, wenn z.B. ein heftiger Vulkanausbruch stattfindet. Z.B. hat der Ausbruch des Tambora in Indonesion im Jahre 1815 bewirkt, dass es in der Schweiz im Juni 1816 geschneit hat. Das war das Jahr ohne Sommer. Dass Sie jetzt aufgeklärt sind, freut mich natürlich ganz besonders!

  • Rolf Rothacher sagt:

    Jeder, der einen Blick in die Natur wirft, stellt fest: sie ist äusserst optimistisch. Selbst jeder Grashalm kämpft und sein bisschen Leben. Pessimist zu sein ist also unnatürlich und kommt einer Selbstaufgabe gleich.
    Doch der Blog hat die Erderwärmung zum Thema und der Autor will uns mit seiner philosophischen Betrachtung weissmachen, die Menschheit stünde kurz vor dem Untergang. Er bleibt jedoch die Antwort schuldig, warum das Schmelzen der Polarkappen zum Untergang der Menschheit führen sollte. Zur Römerzeit, ums Jahr 1000 und ums Jahr 1500 herum war es in Europa deutlich wärmer als heute. Nur, weil unsere Messdaten zum Ende der kleinen Eiszeit beginnen, bedeutet nicht, dass die Erderwärmung unnatürlich ist und nicht sogar eine grosse Chance für die Menschheit darstellt.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das gesamte römische Reich hatte zu Spitzenzeiten nicht einmal 60 Mio. Einwohner, weltweit gab es über den Daumen gepeilt damals kaum mehr als 100 Mio. Menschen. Mit einer 70x grösseren Weltbevölkerung, die einen wesentlich höheren Ressourcenverbrauch pflegt, ist der Spielraum logischerweise wesentlich kleiner und die Folgen von Veränderungen viel massiver.
      Zumal es ja gerade eine Illusion ist, dass historische Klimaveränderungen kein Problem gewesen wären. Dabei sorgten diese fast zwangsweise für Gewinner und Verlierer, lösten Zivilisationskollapse und Migrationsbewegungen aus, führten letztlich zu massiven gesellschaftlichen Verwerfungen. Es muss ja nicht der „Untergang“ der Menschheit sein, schon schwerwiegende Veränderungen und Wohlstandsverlust können unerfreulich sein..

    • Phil Egloff sagt:

      Vielleicht haben Sie noch nicht bemerkt, dass die Menschheit nicht nur aus Europa besteht. Seit den guten alten Zeiten im Jahr 1000 (Römerzeit?) hat sich die Weltbevölkerung gut verzwanzigfacht. Mit der Klimaerwaermung und ihren Folgen wie dem Meeresspiegelanstieg werden weite Teile der Erde unbewohnbar. Hoffentlich sehen Sie die Chancen auch dann noch, wenn diese Leute bei Ihnen vor der Tuer stehen.

    • P. Schmid sagt:

      Tatsächlich ist es heute wärmer als im Jahr 1000 oder im Jahr 1500. Aber solche Fakten interessieren Ideologen wie Herrn Rothacher genauso wenig wie die Tatsache, dass ein Gebäude problemlos mehr Energie erzeugen als verbrauchen kann.
      Ideologen wollen nun mal halt die Einnahmen der kriegstreibenden Ölscheichen und Gasoligarchen schützen und dazu ist ihnen jedes Mittel recht.

    • Dani Kobler sagt:

      @ Rolf Rothacher: Und weil es bei den Römern damals wärmer war als heute sollen wir weitermachen wie bisher? Man könnte ja trotzdem ein paar Überlegungen anstellen, z.B. ob es sinnvoll ist 80kg Mensch mit 150 Ross von A nach B zu transportieren, und ob es dazu wirklich 1500 Verpackung dazu braucht.
      PS: ich bin mir sicher das die Menschheit überleben wird auch wenn es keine Pandabären mehr gibt. Also schlachten wir die verbleibenden Viecher und lassens gut sein. Dito Elefant, Nashorn, Luchs, Wal, Adler.

  • Bruno Graf sagt:

    (was, bitte sehr, ist “der Mensch”?)
    Nach einer Englischer Redewende glaubt «der Mensch» an das Überleben der Menschheit: “Give a man a fish, you feed him for a day. Teach him to fish and you feed him for a lifetime.” Der Mensch als vernünftiger, innovativer Geist nehmen wir gerne in unserer persönlichen Gesellschaft auf. Wir kennen aber auch der Mensch als Egomane, nach dem Motto: “Give a man a fish, you feed him for a day. Teach him to fish and he’ll empty the entire goddamn pond.” Dabei kann es sich um die gleiche Person handeln. Im ersten Satz geht es um den Mensch als Individuum, im zweiten um den Mensch als Gesellschaftsmitglied. Der Kontext bestimmt sein Handeln. Es bringt nichts, die Trumps der Welt kaltzustellen. Die Gesellschaft züchtet neue.

  • Monique Schweizer sagt:

    Rothacher und Williamson: Könnt Ihr auch über Euer eurozentristisches Weltbild hinausschauen? Die Fläche Europas beträgt im Verhältnis zur ganzen Erdoberfläche gerade mal um die 2% und darum sind weder das römische Klimaoptimum noch die mittelalterliche Warmzeit nicht wirklich das Mass aller Dinge, auch wenn es für Euch vielleicht so erscheinen mag!

    • will williamson sagt:

      Lesen Sie das Interview mit Christian Schlüchter
      „Gletscherschwund – historisch betrachtet der Normalfall“. Der Mann ist zweifellos kompetenter als ich. Die kleine Eiszeit betraf im Übrigen nicht nur Europa.

  • Martin Maletinsky sagt:

    Einen Untergang der menschlichen (westlichen) Zivilisation durch den Klimawandel (oder andere Entwicklungen/Ereignisse von globaler Tragweite) halte ich mittelfristig für eher wahrscheinlich.
    Ich kann mir hingegen nur sehr wenige Szenarien ausdenken, welche die Menschheit als Art auslöschen würden, wie im Artikel ebenfalls angetönt wird (und Klimawandel und Artenschwund gehören nicht dazu, so sehr ich sie als Problem anerkenne).
    Der Mensch ist dank Intelligenz, Kooperationsfähigkeit und Wissensweitergabe extrem anpassungsfähig und zudem heute auf der ganzen Welt verbreitet. In den meisten Katastrophen-Szenarien würden wohl einzelne Nischen verbleiben, in denen sich eine überlebensfähige Restpopulation von Menschen erhalten könnte.

  • SrdjanM sagt:

    Man könnte so vieles anmerken…
    Gibt es „die Menschen“ tatsächlich nicht, wenn es angeblich so einfach geworden ist, das Verhalten grösserer Gruppen vorauszusagen?
    Während es anderseits immer noch sehr ungewiss ist, welchen Einfluss die durchaus reale und menschenverursachte Erderwärmung auf „die Menschen“ haben wird…

    Was bedeutet Vernünftig, wenn es anscheinend doch so ist, dass „die Vernunft“ viele Bedeutungen haben kann.
    Kein Trump Wähler würde von sich sagen, er hätte unvernünftig gehandelt. Es ist bloss eine „andere“ Vernunft.

    Was streben wir überhaupt an, gibt es noch übergeordnete Ziele, ausser als Spezies zu überleben?
    Reicht das schon, haben wir sonst keinen gemeinsamen Nenner, als „die Menschen“?

    Ich wäre mir also nicht so sicher, bei dieser Wette…

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    es bleibt zu hoffen, dass sich die gattung „mensch“ selbst liquidiert bevor der planet komplett zerstört ist.

  • Hans Arnold sagt:

    Eine gewagte These von Herrn Hänggi. Vielleicht vergisst er den Umstand, dass unser Planetensystem noch ca. 3 Milliarden Jahre zur Verfügung hat. Zeit genug, eine Pause mit dem Menschen, dem Leben auf Erden zu machen und es neu oder abgeändert wieder entstehen zu lassen.

    Zudem zeigt uns doch die Evolution, dass das Ende einer Spezie nicht unbedingt der Tod sein muss, Untaugliches kann durchaus in einen Seitenast münden, genau wie die Insekten vor den Säugern. So gesehen sollten wir die Geschichte der Sintflut nicht in kreationistischer Art immer in der Vergangenheit ansiedelt – es ist Prophetie, steht dem Homo sapiens bevor.

    • Christoph Bögli sagt:

      Der Erde oder dem Universum ist es eh wurscht, was mit der Menschheit passiert. Natürlich ist die Erde selbst als Felsbrocken ohne Leben genau so glücklich, ganz einfach weil diese weder Emotionen noch Bewusstsein hat.
      Aber als Mensch sollte es einem selber nicht egal sein, ob man selber oder die eigene Art weiterexistiert, genau so wenig was wir mit „unserem“ Planeten anstellen. Diese fatalistische Aussenperspektive ist darum eher absurd. Natürlich existiert die Erde und das Leben auch ohne uns irgendwie weiter, aber sollen wir deswegen vorsätzlich kollektiven Selbstmord begehen?

      PS: Seit wann sind Insekten „Untaugliches“? Insekten sind die artenreichste und erfolgreichste Gruppe aller Tiere, mit unglaublichen Anpassungen an so gut wie jeden Lebensraum..

  • Hannes Müller sagt:

    Für mich ist der Artikel pessimistisch, aber gut verpackt. Ach ja, u d ich sehe mit Optimismus in die Zukunft. Das Energieproblem lösen wir mit AKW der 3. und 4. Generation. Von den Alternativen halte ich nach genauer Beschäftigung nichts mehr, und Durchbrüche sind in den nächsten 50 Jhren icht zu erwarten (jedenfalls icht wirtschaftlich und technisch verwertbar). In 100 Jahren dürfte das anders aussehen.

    • Dani Kobler sagt:

      @ Hannes Müller: Und welche Firmen (börsenkotiert, gewinnorientiert, nicht am Staaststropf hängend) soll diese AKWs bauen? Und die Pläne dazu liegen in der Schublade, nehme ich an, d.h. auf dem Papier funkionierts?
      Googeln sie mal Plusenergiehaus. Gibt schon in Echt, nicht nur in der Schublade.

      • Hannes Müller sagt:

        Plusenergiehaus ist eine Illusion, weil die Energie in den Winter kommen muss. Wollte das für mein Haus machen, habe das durchgerechnet und bin ernüchtert. Alternative Energie ist der Schrott der Zukunft. Schade.

      • Hannes Müller sagt:

        Ja, die sicheren AKW gibts tatsächlich schon. Chinesen bauen die. Selber haben wir uns abhägen lassen.

  • Sacha Maier sagt:

    Der Mensch wird untergehen. Ob das in einigen Jahrhunderten oder Jahrtausenden der Fall sein wird, kann allerdings niemand sagen. Rein evolutionsbiologisch gesehen, ist jeder Organismus dem Untergang geweiht, der nicht imstande ist, nachhaltig zu leben. Der homo sapiens gehört nun einmal dazu. Ferner ist er nicht lernfähig und wird durch einen unkontrollierbaren Trieb dominiert, der noch viel stärker ist als der Überlebenstrieb: Die Geld- und Machtgier. Dazu ist es das einzige Wesen auf dem Planeten Sol3, das früh seine eigene Art domestiziert hat und als Nutztiere im Lohnverhältnis, in Knechtschaft, oder gar Sklaverei hält.

    • Koller sagt:

      Biologisch ist der Mensch zum sterben verurteilt, der Homo Sapiens kann nicht überleben, unmöglich. Es sei den er setzt die Gentechnik ein. Durch die Evolution und die Veränderung ist der Mensch zum aussterben verdammt. Aus dem Homoerectus wurde der Homosapiens und was wird aus uns??? Wenn wir überleben wollen müssen wir die Natur vernichten.

  • Dominique KIm sagt:

    bez: „Wettete man auf Gottes Existenz, nahm man die Mühen in Kauf, gottesfürchtig leben zu müssen“ denke ich, dass der Autor rech wenig Ahnung hat: Ich glaube an Gott und seinen Sohne Jesus Christus. Gottesfürchtig leben ist für mich keine Mühe, sondern eine Freude, ja gar ein Privileg, es gibt mir Hoffnung (egal wie die Zukunft sein wird). Und die die nicht an Gott glauben werden nicht einfach alle nur tot sein, sondern eben es existieren Himmel und Hölle. So, jetzt alle auf mich ewiggestrigen losschreiben 🙂

    • ra koch sagt:

      Man muss nicht zwingend ausserhalb eines gewohnten Rasters existieren. Wie weniger man weiss, desto einfacher wird’s. Alles was sich nunmal (er-)schafft, hat mit Vergängnis zu tun. Sei es nun das Papier, welches brennt; oder der gewachsene Salat, welcher vermodert…
      Ob es bloss Sichtweisen sind wie auch der Beschleunigungsmomente – es hat immer mit Wahrnehmung zu tun.
      Was wir aus der Sache machen, hat Relevanz.
      Faktisch verändert sich alles stetig, da kann ES noch so in Stein gemeisselt werden. Auch dieser bröckelt!

  • ra koch sagt:

    Als defätistisch-modisch erscheint unberücksichtigt das Faktorum à la ‚Erdogan+Assad‘ in Betracht zu kommen: Wo und wie weniger Leute sind, desto geringere Kollateralschäden – und der Erhalt zu genügend Arbeitsplätzen bliebe gewährleistet…
    Dass ‚Die Natur‘ über der Spinner in der Menschheit agiert, scheint kaum erforscht zu sein!

  • Max Robert sagt:

    Dass momentan eine Klimaerwärmung stattfindet, ist eine messbare Tatsache. Dass ein hoher CO2-Gehalt in der Atmosphäre die Wärmeabstrahlung behindert, ist eine Tatsache. Dass die Verbrennung von fossilen Energieträgern den CO2-Gehalt der Luft ansteigen lassen, ist ebenfalls Tatsache.
    Daneben gibt es andere Faktoren, die die Temperatur auf der Erde wesentlich beeinflussen können: Sonnenaktivität, Erdrotation, Vulkanausbruch u.a.m.
    Im besten Fall trifft ein gegenläufiges Ereignis mit der menschengemachten Klimaerwärmung zusammen, und die beiden Effekte heben sich gegenseitig auf. Im schlechten Fall treffen zwei Effekte zusammen, die sich verstärken.
    Frage an die Klimaerwärmungskritiker: Wieso sollen wir in dieser Situation auf Klimaschutzmassnahmen verzichten?

  • Lidija Jametti sagt:

    Die Politik dreht sich im Kreise.
    Die Politiker können das Problem Energie und Umwelt nicht auf ein Nenner bringen. Weil keiner hat je die Physik studiert, keiner hat je die Chemie studiert. Meist sind sie Juristen, die von Naturwissenschaften keine Ahnung haben, reden aber drein.
    Die Zukunft der umwelfreundlicher Energie liegt nicht in den Windmühlen, die Energie erzeugen, sonder im Thorium und dem Fusionskraftwerk.
    Viele Länder arbeiten schon daran und man rechnet damit, dass bis zum Jahr 2050 die Ersten Kraftwerke auf der Basis Thorium Strom liefern werden. Atomenergie ist definitiv schmutzig und muss abgestellt werden. Thorium-Kraftwerk ist notwendig zu bauen. Im web findet man viele Ansätze. Wenn die Gletscher das Wasser nicht mehr liefern, dann sind die Grünen vorbei.

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