Umweltschutz ist nicht freiheitsfeindlich

Politblog

Altlasten unseres Konsums: Recycling von Metall und Elektrogeräten in Ecublens VD. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

Die Wirtschaft soll nicht mehr Ressourcen verbrauchen, als uns unser einziger Planet zur Verfügung stellt: Gegen diese Forderung der Initiative «Für eine grüne Wirtschaft» kann man vernünftigerweise gar nicht sein. Doch die Initiativgegner sehen sie als freiheitsfeindliche Zwängerei.

Das Bild von der grünen Zwangsjacke, das sie verwenden, übertreibt natürlich. Aber richtig ist: Zwischen Freiheit und Umweltschutz gibt es Zielkonflikte. Muss man sich also entscheiden: freiheitlich in den Ökokollaps oder ökologisch in die Diktatur?

Gemach. Freiheit ist immer von Zielkonflikten begleitet. Es gibt nicht die eine Freiheit, es gibt Freiheiten, und die können sich widersprechen. Liberale Politik hiess immer schon, individuelle Freiheiten dann zu beschränken, wenn andere Freiheiten über Gebühr verletzt werden. Dazu bedarf es der Güterabwägung.

Doch dabei scheinen manchen die Dimensionen etwas durcheinandergeraten zu sein. Der letzte Juli war weltweit der heisseste Juli seit Messbeginn, der letzte Juni der heisseste Juni und so weiter; seit 14 Monaten in Folge war jeder Monat rekordheiss. Geht es so weiter, werden viele Freiheiten sehr vieler Menschen massiv leiden. Wenn dann aber ein schweizerischer Amtschef fordert, man müsse sich «getrauen, nach dem Sinn des Konsums zu fragen», schreien «liberale» Politiker auf. Schon die aufgeworfene Frage ist ihnen ein Sakrileg.

Natürliche und menschgemachte Beschränkungen

Der Liberalismus hat sich gegen die Anmassungen der Freiheitsberaubungen durch menschliche Institutionen gebildet und wendet sich, mit gutem Grund, nur gegen solche. Es gibt keinen Anspruch, von natürlichen Freiheitsbeschränkungen, etwa durch Krankheit, schlechtes Wetter oder Umweltkatastrophen, verschont zu werden. Ein Staat kann seinen Bürgern Zugang zu einem guten Gesundheitssystem gewähren, aber er kann ihnen keine gute Gesundheit garantieren. (Dass viele Liberale die Wirtschaft als naturgesetzlich betrachten und in wirtschaftlichen Zwängen deshalb keine Freiheitsbeschränkungen erkennen wollen, ist eine Geschichte für sich.)

Friedrich August von Hayek hat dies einmal drastisch ausgedrückt: Wer in eine Gletscherspalte falle und sich nicht befreien könne, sei im Sinne des Liberalismus nicht unfrei. Das hat seine Stringenz. Allerdings, und das ist entscheidend, lassen sich natürliche und von Menschen verursachte Freiheitsbeschränkungen nicht so klar scheiden, wie Hayek suggeriert. Was, wenn man in die Gletscherspalte geschubst würde? Was, wenn sich die Spalte aufgrund menschlicher Aktivitäten aufgetan hätte?

Die Dinge, die unser Leben bestimmen, sind fast nie nur natürlich oder nur menschgemacht. Wir sind umgeben von lauter Mischphänomenen (Hybriden). Der französische Philosoph Bruno Latour, der dies sehr betont, hält den Klimawandel für das Paradebeispiel eines hybriden Phänomens: Das Klima geht von der Atmosphäre aus und folgt Naturgesetzen, ist insofern also ein natürliches Phänomen, aber es sind menschliche Aktivitäten, die die Atmosphäre verändern, und der Klimawandel wirkt sich auf menschliche Aktivitäten aus.

Wenn Hayek fordert, ein Sturz in die Gletscherspalte sei als Schicksalsschlag hinzunehmen, so fordert er letztlich, naturgegebene Zwänge zu akzeptieren. Dass wir nur eine Erde haben, ist ein solcher Zwang, und man ist nicht liberal, wenn man ihn ignoriert. Deshalb sagt ja auch Bundesrätin Doris Leuthard nicht, das Anliegen der Initiative «Grüne Wirtschaft» sei falsch, sie sagt nur, die Initiative wolle «zu viel in zu kurzer Zeit». Aber auch die Zeit, die noch zur Verfügung steht, einen katastrophalen Klimawandel (und andere Folgen des Überkonsums) abzuwenden, können wir nicht selbst bestimmen.

Es gibt keinen Anspruch auf gutes Wetter. Aber wenn die Freiheit der einen das Klima derart verändert, dass es Freiheiten anderer beschneidet (beispielsweise die Freiheit, genug Nahrung anzubauen), dann ist nicht politisches Eingreifen antifreiheitlich. Sondern das Gewährenlassen.

39 Kommentare zu «Umweltschutz ist nicht freiheitsfeindlich»

  • Franka Winter sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Aber viele Liberale sind ja bereits religiös wirtschaftsfreundlich. Eigentlich ein Verstoss gegen die Säkularisierung. Früher waren Liberale (insb. die FDP) mal fortschrittlich, heute nur noch Schafe der Wirtschaftsbosse, die ihnen ab und zu ein Rüebli hinhalten.

    • Christian Weiss sagt:

      Liberale früherer Jahrzehnte waren eindeutig konsequenter freiheitlich und Vertreter der freien Marktwirtschaft. Die Staatsquote ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen, die Regulierungsdichte hat zugenommen.
      Der Umwelt geht es heute aber besser wegen neuen Technologien und nicht, weil totalitäre Ökologisten, die die Chuzpe besitzen, sich „liberal“ zu nennen, schwachsinnige Gesetze und Technologieverbote erlassen und Zukunftstechnologien wie Kernenergie und Gentechnik verbieten wollen und stattdessen unsere Landschaft mit Windkraftwerken und die Flüsse mit Turbinen zustellen wollen und Quadratkilometer über Quadratkilometer von Mais- und Rapsmonokulturen fördern, weil sie Biomasse tatsächlich als Energieträger für geeignet halten.

  • Roland K. Moser sagt:

    Beim Umweltschutz und dem ökol. Fussabdruck der CH wird ausgeblendet, dass die CH um 40 % überbevölkert ist, alle Einwanderer und Eingebürgerten also überzählig sind.
    Das ergibt sich in der CH dadurch, dass die Landwirtschaft nur 5 Millionen Menschen ernähren kann, bei biologischer Landwirtschaft gar nur 4 Millionen. Und im internationalen Durchschnitt ist die CH mit 5 ernährten Einwohnern pro ha Landwirtschaftsland absolute Spitze. Der globale Schnitt liegt nämlich bei 1,4 ernährten Personen pro ha Landwirtschaftsland.
    Der gesamten Linken geht es nicht um Umweltschutz, sondern den Ressourcen-Verbrauch mittels der Überbevölkerung noch zu vergrössern. Die Beweise dazu hat die Gesellschaft, denn jeder weiss, dass die gesamte Linke die Einwanderung weder stoppen noch rückgängig machen will.

    • Paul Levi sagt:

      Wieder einmal schreiben Sie nur Quatsch!! Wer definiert eigentlich, dass die Schweiz nur so viele Leute haben darf, wie ernährt werden dürfen? Die einzigen die sowas bestimmen dürften, wäre das Volk. Hat das Volk das jemals beschlossen und gibt es auch nur die kleinste Chance, dass es das je machen wird? Nein! Wieso soll die Schweiz nur bei den Lebensmitteln autonom sein? Wieso nicht bei der Energie oder sonstigen Rohstoffen? Wenn nur so viele Einwohner hier wohnen dürften, wie Energie dafür vorhanden ist (also ohne Import von Öl oder Uran), dann dürften nur noch ca. 2 Mio hier wohnen. Diese Argumentation ist genauso unsinnig, wie die Ihre mit den Lebensmitteln.
      Sie lenken nur vom Thema ab! Anstatt sich mit Umweltschutz zu beschäftigen, schiessen Sie auf die Einwanderung.

    • Ralf Schrader sagt:

      Die Schweiz ist auch für europäische, geschweige den globale Verhältnisse, ein ausserordentlich dünn besiedeltes Land. Da passen noch ganz viele rein.

      7-8 Mrd. Einwohner zählt in Asien nicht mal als richtige Grossstadt.

    • Stadelman Reto sagt:

      Auch ohne Zuwanderung würde die Schweiz immer noch zu viele Planeten benötigen. Persönlich weiss ich natürlich worauf sie hinaus wollen. Die „Internationale“ die von SP Konsorten gepredigt wird, macht viele Dinge fasst unmöglich, die von einem soliden Nationalstaat getragen werden müssten. Aber das ist letztlich nicht das Thema. Und darum sollten Sie sich auch nochmal überlegen, ob das ein Grund sein kann, die Initiative abzulehnen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Die Milchmädchenrechnung hinkt, wie viele Menschen die CH-Landwirtschaft ernähren kann, ist nicht festgelegt, sondern ein dynamischer Wert, der u.a. auch davon abhängt, wieviel von was angebaut bzw. konsumiert wird. Würde man etwa die Landwirtschaft darauf optimieren, rein die Kalorienversorgung sicher zu stellen und dabei die Verschwendung minimiert, könnten wesentlich mehr Menschen ernährt werden.

      • Roland K. Moser sagt:

        In der Schweiz hat es aktuell noch 1 Mio ha Landwirtschaftsland.
        Dynamisch ist da nur gegen unten.

        • Christoph Bögli sagt:

          Sie scheinen nicht sonderlich viel Ahnung von Agronomie zu haben. Bezüglich Kalorien/ha gibt es noch sehr viel Spielraum, gerade weil diesbezüglich längst nicht optimal produziert wird, sondern in der Schweiz sehr viele Luxus-Nischenprodukte erzeugt werden da sich mit diesen am meisten verdienen lässt.

          Aber das Selbstversorger-Dogma ist in einer vernetzten Welt letztlich eh relativ absurd. Schon nur weil moderne Landwirtschaft ja auch allerlei Ressourcen benötigt, um zu funktionieren. Wenn es um Erdöl und Co. geht ist den meisten die Unabhängigkeit aber dann meist ziemlich egal.

          So oder so, all dies sind ja Argumente FÜR die Initiative, weshalb eh nicht ganz klar wird, worauf Sie hinaus wollen..

    • Olga Berger sagt:

      Herr Moser, dann sind wir bitte aber konsequent: Die Schweiz hat kein eigenes Öl und kein eigenes Uran. Gemäss ihrer Logik muss also sofort auf jegliches Autofahren und Atomstrom verzichtet werden.

      Ja, auch die Computer müssen alle vernichtet werden, denn auch für diese haben wir keine Rohstoffe in der Schweiz.

      Und dann soll die Landwirtschaft ebenso auf das ausländische Kraftfutter, Erntehelfer, Saatgut, Treibstoff, Düngemittel, etc. verzichten.

      Einverstanden?

  • Anton Schneider sagt:

    Geht es darum etwas für die UmWELT zu tun, oder dem eigenen Idealismus zu frönen? Wenn der Autor wirklich für die Umwelt handeln will und schnell etwas gutes bewirken will, dann hilft er anderen Entwicklungsländern sich auch nur annähernd den ökologischen Produktionsverfahren des modernen Europas anzunähern. Jeder investierte Franken bewirkt das hundertfache als das verordnete sammeln von Tetrapacks, und hunderte von Verboten! Geht es aber darum den Schweizer zu erziehen, zu bevormunden, ihm bei jeglichem Konsum ein schlechtes Gewissen zu machen, die Preise für Produkte und Dienstleistungen noch mehr zu erhöhen, den Produktionsstandort Schweiz endgültig zu zerstören, dann hat Herr Hänggi natürlich recht.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ihr Wort in Gottes Ohr. Aber blöderweise sind es die genau gleichen Kreise, die mehr Umweltschutz in der Schweiz, aber auch entsprechende Entwicklungshilfe-Projekte vehement bekämpfen. Insofern ist das ein klassisches Ablenkungsmanöver: Geht es um Umweltschutz in der Schweiz, wird auf Entwicklungs- und Schwellenländer verwiesen, in denen man doch viel mehr bewirken könnte. Versucht man dann in den Ländern etwas zu bewirken, heisst es, man solle gefälligst das Geld in der Schweiz investieren und nicht irgendwo im Ausland „verschwenden“. Dabei sind das keine exklusiven Ebenen: Wir können sowohl im In- wie Ausland aktiv werden, wofür die Initianten notabene auch kämpfen. Man kann problemlos in beiden Bereichen gleichzeitig agieren – und sollte das auch!

  • beat graf sagt:

    Ein Beitrag wäre doch, die zu billigen Flugtarife massiv zu erhöhen…. Wieso muss man für Sprachaufenthalte nach Australien, England liegt näher…. aber eben, immer nur die Anderen. Sicher werde ich nein stimmen.

  • Max sagt:

    Roland K. Moser,
    sie haben genau das geschrieben, was ich auch wollte.
    Deshalb nur zur ergänzung ihres kommentars folgendes:

    Man kann, nein man muss ihren einwand auch auf die ganze erde ausdehnen. Erst kürzlich habe ich geschrieben, dass wirklich alles für die katz sei, wenn die WELTWEITE bevölkerungsexplosion nicht gestoppt werden kann.

    Es wurde mir geantwortet, dass es keine rolle spiele, wo ein mensch konsumiere. Dass es aber jedes jahr netto 80 millionen NEUE konsumenten gibt, blenden diese ideologischen kreise völlig aus.

    Ausserdem braucht jeder aus einem entwicklungsland in reicheren ländern mehr ressourcen, weil er zu recht alles haben möchte, was wir auch haben. Und das gilt nicht nur für die heizung und warme kleider.

    • Paul Levi sagt:

      Sie haben Unrecht! Punkto Umweltschutz ist die Bevölkerungsexplosion kein grosses Problem. Dort wo die Bevölkerungsexplosion am grössten ist, verbrauchen die Leute fast keine Ressourcen. Beim CO2-Austoss würde ja sonst Afrika an der Spitze liegen. Tut es aber nicht. Die Industrienationen stossen viel mehr aus.
      Das heisst natürlich nicht, dass die Bevölkerungsexplosion kein Problem ist. Das ist natürlich ein grosses Problem, das auch gar nicht einfach gelöst werden kann. Wenn man aber etwas gegen die Klimakatstrophe tun will, dann muss man bei den Industrienationen ansetzen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Was genau schlagen Sie denn vor, um das Bevölkerungswachstum zu stoppen? Denn komischerweise sind es meist genau jene Leute, die von diesem Problem schwafeln, aber gleichzeitig jedes Engagement in diesem Kontext vehement ablehnen, ob Entwicklungshilfe oder faire Handelsbedingungen.

      Im übrigen hat die Wachstumsrate in sämtlichen Ländern dieser Welt stark abgenommen, von einer „Explosion“ zu reden ist deshalb ziemlicher Unsinn. Was wir momentan sehen ist eher der lange Bremsweg eines schweren Güterzugs, nachdem dieser zu stark in Fahrt gekommen ist.

      Und: Auch dazu könnte man durchaus einen Beitrag in der Schweiz leisten. Aber seltsamerweise werden hier krampfhaft mehr Kinder gefordert und gefördert, als gäbe es noch nicht genug Menschen in der Schweiz und auf der Welt..

      • Martin sagt:

        Warten Sie einfach ab. Die „Einkind“ Politik der Chinesen hat dazu geführt, dass es mehr Männer als Frauen hat. Somit gibt es nicht genügend Ehefrauen für alle Chinesen und somit wird sich deren Zahl bald reduzieren.

    • Ralf Schrader sagt:

      Die weltweite Bevölkerungsexplosion ist schon lange beendet. Derzeit gibt es nur noch ein abnehmendes, nicht mal mehr lineares Wachstum, welches 2065 stoppt und von da an in eine Degression übergeht.

      Das aktuell geringe Wachstum beruht nicht mehr auf einen Geburtenüberschuss, den gibt es auch weltweit nicht mehr, sondern auf die Zunahme der mittleren Lebenserwartung in allen, aber vor allen den Entwicklungsländern. Diese aber stoppt, wenn auch die letzte Region mitteleuropäische Werte erreicht hat.

      Es gibt also überhaupt keinen Grund mehr, auf die Bevölkerungszahl weltweit einzugehen. Europa kann gar nur noch durch Zuwanderung wachsen, die Geburtlichkeit liegt 25% unter der Erhaltungsrate.

      Sie sind ein Märchenerzähler, oder haben die letzten 50 Jahre einfach verschlafen.

    • Roland K. Moser sagt:

      Danke.
      Das Miss-Erfolgs-Modell Schweiz auf die Erde angewandt, bedeutet nichts anderes, als dass die Erde um 40 % überbevölkert ist, und 40 % der Lebensmittel von einem anderen Planeten importiert werden müssen.
      Weil der Platz in meinem Kommentar von 8.08 ausgereicht hat, reiche ich es hier nach: Im ökologischen Fussabdruck wird der Ressourcenverbrauch für den Transport der Lebensmittel aus der ganzen Welt in die Schweiz auch absichtlich nicht berücksichtigt 🙂 Für 3,5 Millionen Menschen in der Schweiz müssen jeden Tag das ganze Jahr 100 % der Lebensmittel importiert werden.
      Die Schweiz ist ein Miss-Erfolgs-Modell ohnegleichen und zeigt der ganzen Welt, wie man es nicht (!) machen darf.

      • Paul Levi sagt:

        Ihre Theorie ist vor allem ein Misserfolg!
        Aus ökologischer Sicht, muss ein Import trotz Transport nicht schlecht sein. Wenn z.B. Gemüse in der Schweiz in einem beheizten Gewächshaus gezogen wird, ist die Ökobilanz schlechter als wenn das Gemüse aus dem viel wärmeren Spanien importiert würde.
        Angenommen diese 40% angebliche Überbevölkerung würde die Schweiz verlassen, dann würden sich diese rund 2 Mio Leute ja nicht in Luft auflösen, sondern weiterhin Essen und Ressourcen verbrauchen. Daher ist aus ökologischer Sicht nicht zwingend besser, wenn in der Schweiz weniger Leute wohnen würden. Das beweist wieder, dass Sie nur Ablenken und gar nicht auf das Thema Umweltschutz eingehen, denn das Problem ist die Verschwendungs- und Wegwerfgesellschafft und nicht die Einwanderung!

      • Christoph Bögli sagt:

        Wie kommen Sie auf diese Behauptung? Die Standardmethodik des ökologische Fussabdrucks berücksichtigt natürlich auch sämtlicher Verbrauch, der durch den Transport von Waren wie Lebensmitteln entsteht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Grünen ernsthaft im Sinn haben, dies auszuschliessen. Dass der Schweizer „Fussabdruck“ so gross ausfällt, hängt ja gerade damit zusammen, dass wir u.a. massiv Nahrungs- und Futtermittel importieren um den ganzen Wohlstandskonsum von Tropenfrüchten bis Fleisch stemmen zu können.

    • Davide Rüthemann sagt:

      Ja, ja die Probleme immer so weit weg delegieren oder anderen in die Schuhe schieben, damit man sich ja nicht etwas einschränken oder einen Beitrag leisten muss. Denn was kann ICH schon gegen die weltweite Bevölkerungsexplosion machen und dann noch diese Ausländer….

  • Felix Stern sagt:

    Nichts als faule Ausreden für eine grüne Diktatur. Die grünen Versager haben ein Problem mit Menschen, die etwas aus ihrem Leben machen und wollen es ihnen jetzt per Order Mufti verbieten. Zum Glück kommen sie damit nicht durch.

  • sepp z. sagt:

    Eine freiheitsfeindliche Zwängerei ists, wenn 150 gutbetuchte Frauen auf dem Rechtsweg (mit teuren Anwälten und Klagen) versuchen ihre Meinung und ihre Interessen durchzusetzen, gegen die demokratischen Entscheidungen des Souveräns.

    • ADrian Wehrli sagt:

      Wenn die Entscheidung denn demokratisch war … heute wird oft Volkswille mit Demokratie verwechselt …

    • Christoph Bögli sagt:

      Sie sprechen also Bürgern das Recht ab, ein Gericht anzurufen, um ihren Fall juristisch zu prüfen? Also ein essentielles Grundrecht des demokratischen Rechtstaats zu nutzen? Eine Klage einzureichnen, bedeutet im übrigen noch lange nicht, recht zu bekommen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Fall abgewiesen wird – und wenn nicht, dann waren die klagenden Bürgerinnen im Recht des Gesetzes.

      Es ist schon bizarr, wie manche selberernannten „Musterdemokraten“ keine Ahnung haben, wie ein demokratischer Staat funktioniert. Am liebsten wäre diesen wohl, wenn statt Gerichten in Zukunft ein Lynchmob über alles entscheidet, weil der Pöbel äh das Volch hat ja immer recht.

      PS: Es wäre mir auch neu, dass es zu der Frage irgendeine direktdemokratische Entscheidung gäbe..

  • Max Blatter sagt:

    Der strittige Punkt in der Initiative ist klar die Übergangsbestimmung und der darin starr festgelegte Zeithorizont bis 2050. – Grundsätzlich hat Hänggi recht: „Die Zeit, die noch zur Verfügung steht, … können wir nicht selbst bestimmen.“ Aber zum einen ist es ja nicht so, dass es eine klare Grenze gibt: Schaffen wir’s bis 2050, ist alles gut; schaffen’s wir erst 2051, geht die Welt unter. Der Klimawandel ist jetzt im Gang; jetzt muss so schnell wie möglich gehandelt werden, um ihn zu mildern. Das ist das Eine. Aber das Andere ist, den Prozess in ökonomisch machbarem und sozial verträglichem Tempo zu gestalten. Die Zeit, die dafür nötig ist, können wir auch nur bedingt beeinflussen; da braucht es Flexibilität – und die gewährt die Initiative nicht. Weshalb ich leer einlege.

  • ADrian Wehrli sagt:

    Kurzform: Umweltschutz ist nicht freiheitsfeindlich, die Initiative «Für eine grüne Wirtschaft» jedoch schon.

  • Christian Weiss sagt:

    Wenn sich Etatisten als „Liberale“ umlügen, dann fährt mir die Zornesröte ins Gesicht.
    Man sollte sich einfach mal überlegen, was die ganzen „grünen“ Programme der Umwelt in der Endabrechnung wirklich bringen: Nichts.
    Der Autor spricht von Klimaschutz. Als solcher wird uns auch die Energie“strategie“ 2050 vorgegaukelt. Doch wie das Beispiel Deutschland zeigt, erreicht man mit dem Ausstieg aus der Kernenergie keine Senkung des CO2-Ausstosses – ganz im Gegenteil. Die Windparks bedeuten Landschaftszerstörung vom übelsten. Dann wird „Bio“-Landbau propagiert, obwohl er aufgrund geringer Erträge ebenfalls mehr Flächenbedarf bedeutet. Gentechnik wird von den „Grünen“ verteufelt, obwohl sie eine Chance für eine effizientere Landwirtschaft mit weniger Gifteinsatz darstellt.

  • Anatol Lüthi sagt:

    Was im Artikel nicht klar wird, ist, dass der Rechtsstaat – Herrschaft des Rechts anstatt Willkürherrschaft von Menschen – ein integraler Bestandteil einer liberalen Gesellschaft ist. Der Gletscherspaltenschubser kommt für (versuchten) Mord vor den Richter. Aus liberaler Sicht ist es durchaus in Ordnung, wenn der Produktionsprozess durch Gesetze zum Schutz der Menschen und damit auch der Umwelt reguliert wird (zB von Mises, Hayek). Es ist geradezu ein Kernstück des Liberalismus, dass jeder Mensch vor dem Gesetz gleich ist, und gegen Zwang und Schädigung durch andere Menschen vom Rechtsstaat geschützt wird. Was aus liberaler Sicht hingegen für die Gesellschaft schädlich ist, sind Eingriffe in den freien Markt, und in diesem Punkt ist die grüne Wirtschaft Initiative zu kritisieren.

    • Christoph Bögli sagt:

      Aus liberaler Sicht gilt primärr: Staat und Gesetze sind der Rahmen, der einen freien und funktionierenden Markt erst ermöglichen. Ist dies nicht (mehr) gegeben und tritt darum Marktversagen auf, muss dies regulierend korrigiert werden. Weitergehend Eingrifffe wie z.B. fast alle Subventionen sind zwar schädlich, aber obiges gilt trotzdem. Das Märchen vom bösen Staat wird darum primär von pseudoliberalen Opportunisten gestrickt, also jene vorgeblich liberalen Bürgerlichen, die Subventionen und Staatsschutz dort vehement befördern, wo sie selbst profitieren.
      Die vorliegende Initative versucht letztlich nur Marktversagen durch Externalitäten und Subventionen zu korrigieren, die zu zu niedrigen Grenzkosten beim Konsum führen. Was durchaus mit dem Liberalismus vereinbar ist.

  • Gabi Bossert sagt:

    Die macht nicht nur der Wirtschaft und ihrer Produktion an Konsumgütern, auf unendlich ausgerichtet, Probleme, sondern ganzen Bevölkerungsmassen, die nur mit Verzicht und Verbot in Verbindung bringen. Einmal an der grenzenlosen Masslosigkeit geschnuppert, gibt es keine Versöhnung mehr mit Verantwortung und Vernunft. Alleine der “ motorisierte Kult “ grenzt langsam an eine pervertierte Form des Ressourcen Missbrauches. Schaut man sich mal in unseren Gemeinden um, da quillt Abfall aus Ecken heraus, wo er eigentlich nie hingehören dürfte, Lebensmittel werden nicht zu knapp entsorgt, weil Masslosigkeit keine Grenze mehr findet. Der Lebenssinn ist Konsum, bald ist auch nicht mehr Anderes zu finden. Das gibt verheerende Antworten.

    • beat graf sagt:

      mit dem motorisierten Kult lässt sich der OeV aber ganz gut subventionieren. Ohne ihn wären die Tickets wesentlich teurer. Machen Sie doch mal eine Oekobilanz für eine S-Bahn-Komposition à 224 Tonnen Stahl, Blech, Kupferkabel, Plastikverkleidungen etc.

  • Martin sagt:

    Frau Leuthard sieht es richtig! Wir könnten den Umweltschutz weiter ausbauen. Mehr rezyklieren, die Abwässer von Medikamenten Rückständen befreien und aktuell werden alte Deponien aufgeräumt. Aber: Unser Land ist sehr klein. Was bringen unsere Massnahmen, wenn in D, China, USA, Afrika usw. die Kohlekraftwerke munter weiter laufen? Die Flüsse verdreckt sind (bspw. Indien), oder kaum bzw. kein Recycling statt findet? Umweltschutz ist etwas globales und nicht auf Autofahrer beschränkt, denn der CO2 Ausstoss durch Individualverkehr macht nur ca. 25% aus. Viel schlimmer sind Kohlekraftwerke. Mit Windrädern und Solarzellen lässt sich aber kein stabiles Stromnetz betreiben.

  • werner boss sagt:

    Auch die Wirtschaft wird sich früher oder später dem Thema Klimawandel ernsthaft zuwenden und Konsequenzen ziehen! Spätestens dann wenn ihnen die Fabrikhallen davon schwimmen, die Rechner absaufen und riesige Murgängen die Strassen und schienen blockieren ! dabei kann es gleich im nächsten Jahr umgekehrt sein, kein Kühlwasser mehr für die AKWs wären dann wohl die Spitze .

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