Die Lektionen von Idomeni

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Der Graben zwischen den humanitären Ansprüchen Europas und der Realität ist tief: Junge im Flüchtlingslager Idomeni. Foto: Valdrin Xhemaj (Keystone)

Die Szenen, die sich in diesen Tagen in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze abspielen, sind schwer zu ertragen. Verzweifelte Menschen, überforderte Hilfsorganisationen, ein humanitäres Desaster.

Doch Idomeni ist nicht nur Symbol für das Scheitern einer gemeinsamen europäischen Flüchtlingspolitik. Es beinhaltet auch eine neue Eskalationsstufe in der Abwehr von Flüchtlingen und Migranten. Diese werden nun mit handfesten, ja militärischen Mitteln davon abgehalten, nach Mitteleuropa weiterzuziehen. Die Wirkung ist offensichtlich, zumindest im Moment. So gesehen, widerlegt Idomeni auch die Behauptung, die europäischen Aussengrenzen liessen sich nicht schützen und die Flüchtlinge würden kommen, was immer auch Europa unternehme.

Das Gegenteil ist der Fall. Zwar wird es zu Ausweichrouten kommen. Doch viele Flüchtlinge bleiben blockiert. Und das ist der entscheidende Punkt; es macht einen Unterschied, ob täglich ein paar Hundert oder über 7000 Flüchtlinge eine Grenze passieren.

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Händedruck mit fahlem Beigeschmack: Der türkische Ministerpräsident Davutoglu, EU-Ratspräsident Tusk und EU-Kommissionspräsident Juncker (v. l.). Foto: Yves Herman (Reuters)

Die Abriegelung der mazedonisch-griechischen Grenze ist hässlich. Doch machen wir uns nichts vor: Der Plan der EU, in enger Zusammenarbeit mit der Türkei die Flüchtlinge davon abzuhalten, europäischen Boden zu betreten, weist ebenso hässliche Züge auf. Denn diese werden sich nicht mit gutem Zureden davon abhalten lassen, die Boote der Schlepper zu besteigen.

Es brauchte vielmehr auch in der Türkei – so wie bereits in Marokko, Senegal und Mauretanien – ein robustes Auftreten der Grenz- und Küstenwache, um den Flüchtlingsstrom massiv zu drosseln. Dies ist aber dringend nötig, und zwar rasch, soll es in Griechenland nicht schon bald zu einer chaotischen, ja unkontrollierbaren Situation kommen. Zudem ist in Europa kein politischer Wille mehr vorhanden, erneut mehr als eine Million Flüchtende aufzunehmen. Die gegenteilige Behauptung zeugt von einer erschreckenden Realitätsblindheit.

Auch die Schweiz dürfte schon bald von der Abriegelung der Balkanroute betroffen sein. Manche Experten halten es für wahrscheinlich, dass zahlreiche Flüchtlinge versuchen werden, via Albanien oder die Ionischen Inseln nach Italien zu gelangen. Je nach Verhalten der italienischen Küstenwache könnten sie schon ein, zwei Wochen später an der Schweizer Südgrenze ankommen.

Europa steckt in einem gewaltigen Dilemma. Der Spagat zwischen machbaren Lösungen und humanitären Anliegen ist enorm. Die einzig vertretbare Strategie besteht darin, Flüchtlinge aus Syrien und anderen Kriegsgebieten konsequent von Armuts- und Wirtschaftsmigranten zu trennen. Während für Erstere humanitäre Korridore geschaffen und direkte Einreisen ermöglicht werden sollten, müssen alle anderen zurzeit konsequent abgewiesen werden. Denn Europa ist allein schon mit den Flüchtlingen aus Syrien bis an seine Grenzen gefordert.

Dies mag hart, ja grausam erscheinen. Doch es gibt im Moment keine realistische Alternative dazu. Vor allem aber ergibt es keinen Sinn, so wie in Deutschland mehrere Hunderttausend Menschen einreisen zu lassen, um sie einige Monate später wieder auszuschaffen, weil ihre Asylgesuche abgelehnt worden sind.

Diese gegenwärtige Abschottung gegenüber allen, die – legitimerweise – ein besseres Leben suchen, kann aber für sich allein keine Politik sein. Vielmehr müssen gleichzeitig legale Möglichkeiten der Einreise geschaffen werden; zuerst für die südlichen und östlichen Mittelmeeranrainerstaaten, in einem zweiten Schritt auch für weiter entfernt gelegene Länder. Sodann sind mit grösster Dringlichkeit Projekte in diesen Ländern anzustossen, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und hoffnungsvolle Entwicklungen in Gang zu setzen.

So gesehen, könnte das Leiden der Gestrandeten in Idomeni den nötigen Druck erzeugen, endlich eine Neuausrichtung der europäischen Flüchtlings- und Migrationspolitik vorzunehmen.

51 Kommentare zu «Die Lektionen von Idomeni»

  • Hans Weber sagt:

    Nicht nur Wirtschaftsflüchtlinge, sondern auch Menschenmassen aus Kriegsgebieten haben gemäss Genfer Flüchtlingskonvention keinerlei Ansprüche auf Asyl in Europa. Die Konvention ist humanitär ambitioniert, jedoch aus guten Gründen zugleich sehr restriktiv. Personen aus Kriegsgebieten kann kein Recht auf eine Art „globale Niederlassungsfreiheit“ zugestanden werden. Asylberechtigt sind ausschliesslich politisch Verfolgte und ihre allernächsten Angehörigen. Bürgerkriegsflüchtlinge haben einzig Anrecht auf temporären Überlebensschutz in der Nähe des Heimatlandes. Europäische Bevölkerungen haben sind nicht dazu verpflichtet sie aufzunehmen – weder rechtlich noch auch moralisch – wie ihnen das Romantiker einer Multighettogesellschaft einzutrichtern versuchen.

    • Nula Frei sagt:

      Herr Weber Ihre Informationen zum Asylrecht sind kreuzfalsch. Erstens: Asylberechtigt sind nicht ausschliesslich politisch Verfolgte, sondern gem. Art. 1A Abs. 2 Flüchtlingskonvention jede Person, die wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Anschauungen oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt ist. Darunter fallen viel mehr Personen als nur politisch Verfolgte. Zweitens: „einzig Anrecht auf temporären Überlebensschutz in der Nähe des Heimatlandes“ ist ebenfalls falsch: Bürgerkriegsflüchtlinge fallen zwar nicht unter den Flüchtlingsbegriff, wohl aber unter Art. 3 EMRK (Verbot der unmenschlichen/erniedrigenden Behandlung) und sind dadurch vor einer Ausschaffung geschützt. In der Schweiz werden sie deshalb vorläufig aufgenommen.

      • Hans Weber sagt:

        @ Nula Frei: Ihre Ausführungen bestätigen im Wesentlichen meine Analyse. Vielen Dank. Mit „politisch verfolgt“ sind selbstverständlich alle Personen gemeint, die in die Kategorien fallen, welche von der GFK aufgeführt werden. Und nicht ’nur‘ Liberale unter Pol Pot oder Sozialdemokraten unter Pinochet. Zweitens: Artikel 3 der EMRK („Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“) setzt nicht das prinzipielle Gewaltmonopol des neuzeitlichen Rechtsstaats ausser Kraft.

      • alice.gurini sagt:

        ja da haben Sie recht ?aber Die Menschenwanderung war seid ewikeiten ein Thema!aber Heute kann man Kanalisieren ?und bin immer noch der meinung dass eine Umkehr in die Vielen Riesenländer im Süden besser ist da muss man helfen!denn Die meisten Menschen haben andere Mentalitäten die man in Europa nicht Ansiedeln sollte !

    • Vera sagt:

      Sehr gut zusammen gefasst, ist auch reine Wahrheit,
      schade dass die Plitiker in CH und EU daraus Business machen.

  • Astrid Meier sagt:

    Wie wäre es mit Hilfslieferungen und wenigstens minimaler ärztlicher Versorgung an die Gestrandeten, von denen um die 60% Kinder sind? Macht die Existenz Hunderter Kinder und Jugendlicher, die in und um Europa keinerlei Chance auf ein Leben in Legalität und mit einer Zukunft haben, Europa sicherer? Oder bietet sich hier ein Pool von potentiellen Terroristen? Waren nicht alle Attentäter in Madrid und Frankreich gescheiterte Existenzen vom Rande der Gesellschaft?

    • Martin Frey sagt:

      Ja, nein, ja, nein, Fr. Meier. Zu Ihrer letzten Frage: In der Tat entsprechen so einige Dschihadisten nicht dem gängigen Bild, so zb. stammte Bin Laden aus sehr wohlhabendem Haus, hatte alle Möglichkeiten dieser Welt.
      Extremismus ist nicht primär Ausdruck sozialer Probleme, ansonsten wären ja wohlhabende, hochgebildete Personen davor gefeit. Das sind sie aber nicht.

    • Daniel Castro sagt:

      60% Kinder? Diese Zahl haben sie sich jetzt aber aus den Fingern gezogen?

  • R.E. Michel sagt:

    Ihr Text ist polemisch und bringt die Diskussion nicht weiter. „Die einzig vertretbare Strategie besteht darin, Flüchtlinge aus Syrien und anderen Kriegsgebieten konsequent von Armuts- und Wirtschaftsmigranten zu trennen.“ Ja klar, das müssen wir sogar – nur scheint bis jetzt niemand DIE Lösung gefunden zu haben, wie wir Wirtschafts- und Armutsimigranten von den „echten“ Flüchtlingen unterscheiden können. Oder haben die irgendein unveränderliches Merkmal? Und was passiert nun mit den tausenden Menschen die an der Grenze bleiben? Denken Sie, die gehen jetzt schön brav wieder heim? Wohl kaum, eher wird es ein zweites „Calais“ werden.
    Auch mir ist klar, dass wir nicht unbegrenzt Menschen aufnehmen können, doch eine wirkungsvolle Lösung der Probleme habe ich noch nicht gesehen.

    • Patrik Peter sagt:

      Mit Verlaub das ist schlicht heisse Luft, die Sie hier zum besten geben.
      Sie propagieren eine im 2016 nicht mehr vorhandene „Heile Welt“ kombinieren dies mit „keine Ahnung“ sowie „wir haben uns lieb“.

      Hauptsache Sie verdienen Ihre 150’000 im Jahr und wohnen im K7. Die gelebte Realität ist schlicht eine andere, was Sie auch Kleinlaut anmerken mit „mir ist klar das wir nicht unbegrenzt Menschen aufnehmen können“

      Nein Herr Michel, mit 30% SVP Wähler, DSI knäppstens gewonnen, 4% Arbeitslosigkeit und brennenden Asylbewerberheimen gibts einfach keinen Platz mehr für reiche Rosa Brillen-Träger. Jetzt brauchts effektive Lösungen.

      • R.E. Michel sagt:

        @ Peter: ich wünschte ich hätte 150000 im Jahr und wohnte im K7 (wo ist das überhaupt?). Ich propagiere mitnichten eine Heile Welt die es so nicht gibt sondern merke an, dass die Aussage des B. Stauffer uns nicht weiterbringt. Er polemisiert lediglich ohne auch nur den Ansatz einer Lösung zu bringen. Oder sagen Sie mir: wie sollen wir die echten von den „Schein“-Flüchtlingen unterscheiden? Und das noch an der Grenze? Und was passiert mit den Menschen die jetzt dort festsitzen? Wo sind ihre Lösungen?

      • Ott Cornelia sagt:

        Tragisch Herr Peter, dass es immer wieder Leute gibt die egal über was man spricht und schreibt, immer und immer wieder diese dämliche Links-Rechts- und Rechts-Links-Hetze ins Feld führen müssen. Einziger Trost, Sie sind der einzige bis jetzt.

      • Patrik Peter sagt:

        Werte Frau Ott, ich unterstelle Ihnen jetzt knallhart, dass Sie keine Ahnung haben. Sie reden wie die meisten Menschen nur in theoretischen Modellen. Ich nehme mir die Freiheit heraus so zu argumentieren. Meine Ferien und meine Freizeit spende den Schutzbedürftigen, daher kenne die Realität 1:1

        Ich stelle fest, dass es in der Realität keine Lösung ist, die wir haben. Das hat zur folge, dass die Zustimmung für die CH-Asylpolitik dramatisch abnimmt. Der schwindende Rückhalt in der Bevölkerung findet seinen Niederschlag in einer härteren Gesetzgebung.

        Exakt darum befürworte ich die Meinung des Autors.

        Also Frau Ott, sehen wir uns am Samstagabend im Durchgangszentrum? Oder nehmen Sie doch eine Woche Ferien. Erst dann bringts etwas. Oder haben Sie dann Yoga in Thailand?

        • Ott Cornelia sagt:

          Was Sie in Ihrer Freizeit tun ist sicher in Ordnung Herr Peter. Aber es würde bestimmt viel mehr Anklang finden, ohne Links-Rechts- Rechts-Links-Hetze. Man kann es echt nicht mehr hören. Das stumpft die Leute nur noch mehr ab, und lenkt immer mehr von den eigentlichen Problemen ab, was Sie ja auch nicht wollen. Es zeigt leider nur auf, dass es immer weniger möglich ist anständig miteinander umzugehen. Nur weil es der eine macht, muss ja der andere nicht auch noch.

    • Melchior Steiner sagt:

      Ich unterstütze Ihre Meinung, Herr Michel. Einzig beim Punkt, dass wir nicht «unbegrenzt» Menschen aufnehmen können, bin ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht einverstanden, das Argument ist m.E. bei weitem noch nicht angebracht. Andere Länder, mit weit weniger Mitteln als die Schweiz, haben bewiesen, dass wesentlich mehr Menschen aufgenommen werden können. An Knappheit zu denken und den Leuten in der Schweiz Angst zu machen, es habe dann nicht genug für alle, finde ich eine Denkhaltung, die kreative Lösungen nicht fördert. Zu sagen „können nicht“ vertuscht ein „wollen nicht“. – Einzig aus logischer Sicht ist das Argument korrekt, wir können nicht unbegrenzt Menschen aufnehmen – spätestens bei 8 Mia. ist derzeit Schluss.

      • Martin Hugentobler sagt:

        „Andere Länder, mit weit weniger Mittel als die Schweiz,……“ welche und leisten die sich auch den Luxus, Wohnungen, Kleider, Bildung etc. zu bieten? Oder bieten die einfach „nur“ Schutz? Könnten wir auch, nur gäbe es hier bei uns einen Aufschrei der Sozialindustrie, welche ihre Felle davon schwimmen sähe. Mir leuchtet nun mal nicht ein, warum vorläufig Aufgenommen, und das sind nach Genfer Konvention alle Bürgerkriegsflüchtlinge“, auf Biegen und Brechen hier integriert werden müssen, wenn sie doch nach Ende dessen in ihr Land zurück sollen.

        • Margot sagt:

          @Hugentobler. Letzte Jahr erhielten 35% der Syrer Asyl, d.h. sie können dauerhaft hier bleiben. Das zeigt das die CH Gestze nicht eingehalten werden. Gerade ein Bericht auf SRF.ch: „Tamilen droht die Rückschaffung nach Sri Lanka“ Der Bürgerkrieg ist seit fast sieben Jahren beendet. Trotzdem haben 2014 knapp 3000 Tamilen ein Asylgesuch in der Schweiz gestellt. Betroffen vom Abkommen und einem Schweizer Kurswechsel bei den Rückschaffungen wären an erster Stelle lediglich 1600 Tamilinnen und Tamilen, die in der Schweiz nur vorläufig aufgenommen wurden. 50’000 Menschen aus Sri Lanka leben in der Schweiz. Das ist die Realität.

  • Don John sagt:

    Wollen wir teilen, oder lieber doch nicht? Das ist doch die entscheidende Frage. So wie es innerhalb der Schweiz eine Debatte darüber bräuchte, ob die besser (teilweise unsäglich viel besser) gestellten mit den weniger gut betuchten teilen wollen/müssen, braucht es auch eine Diskussion darüber, ob wir reichen Europäer bereit sind, unseren Reichtum mit denjenigen zu teilen, die aus Armut/Wirtschaftsgründen zu uns kommen möchten. Sind wir bereit, unseren Standard nach Unten anzupassen, damit andere ihren etwas heben können? Der Autor scheint sich – versteckt hinter dem Vorwand des real Möglichen – nicht fürs Teilen erwärmen zu können. Das ist eine legitime Meinung, die ich vollkommen akzeptiere. Aber warum wird es hinter dem Deckmantel der machbaren Lösung versteckt?

    • Mike Radloff sagt:

      Teilen ja, aber auch die Arbeit die den Wohlstand ermöglicht. Zu viele Migranten möchten im Schlaraffenland leben, können sich aber nicht vorstellen morgens um 7 irgendwo auf der Matte zu stehen. Wieso auch – von der Sozialhilfe leben (80% der Eritreer nach 5 Jahren) ist ja gut möglich und so lässt man die dummen Schweizer für sich arbeiten. Mit solchen Leuten teil ich NICHT.

    • tom berry sagt:

      Das Problem mit dem Teilen ist, dass die Hälfte des weltweiten Vermögens mittlerweile in den Händen von 60Personen ist welche ganz bestimmt nicht teilen möchten. Die andere Hälfte wird zukünftig auch noch absorbiert werden. Also was sollen wir nun teilen? Die steigenden KK- Prämien, Medikosten und Mietzinsen sowie AKW- Rückbauten. Ach ja ich vergass; unser Niveau muss auf Drittweltstandart runter…

    • Ott Cornelia sagt:

      Weil teilen nicht viel bringt DJ, es gibt immer und überall Menschen die mehr Geld und Macht wollen als der Rest. Es geht um Macht, Geldgier und den Glauben. Was nützt ihnen teilen, wenn ihr Gegenüber sie trotzdem tötet, weil sie aus seiner Sicht ungläubig sind. Die Macht, und das Geld könnte man teilen, aber der Glaube ist nicht teilbar, entweder man glaubt dies oder das, eine Mischung gibt es nicht. Zudem senden wir seit Jahrzehnten Milliarden von Entwicklungshilfe, seien wir ehrlich, sehr viel hat diese Art von teilen nicht gebracht. Auch wenn jeder seine Hälfte geben würde, es gibt immer einer der sich mehr nimmt als ein anderer. Man kann zwar sagen, ich habe geteilt, aber für den Frieden bringt es nichts. Wer mehr bekommt, will noch mehr, so ist es bei weit über 50% der Menschheit.

      • Martin Hugentobler sagt:

        Ich bin genau der Meinung Tom Berry’s. Warum soll immer der Normalbürger teilen. Im Moment sehe ich weder die Politische Elite noch das oberste reichste % was von ihrem Luxusleben abzugeben. Aber in Deutschland z.B. werden in Stadtwohnungen Mietern die Wohnung gekündet, um für Flüchtlinge Platz zu machen. Während die Politiker zusammen sitzen und bei Hummer und Kaviar über die Flüchtlingsproblematik debattieren. Mir bleiben Ende Monat knapp Fr. 200.- übrig und ich lebe kein Luxusleben und bin nicht verschwenderisch. Ich kann meinen Kindern vielleicht 1x im Jahr Markenkleider kaufen. Die Nachbarskinder, von denen ich weiss, dass die Eltern und sie von der Sozi leben (Eriträer), tragen immer teure Snaekers. Ich frage mich manchmal schon, wie das geht und was ich falsch mache.

    • Martin Frey sagt:

      Das Problem ist doch, dass man der gesamten Weltbevölkerung einen Dollar in die Hand drücken kann. Aber spätestens nach einer Stunde die Hälfte der Erdbevölkerung zwei Dollar besitzen dürfte, die andere Hälfte nichts mehr.
      Dies wird wohl immer so sein.

    • Stadelman Reto sagt:

      Nein ich will nicht teilen. Zumindest kein Auto oder einen Fernseher. Bei Nahrung, Wasser und einem sicheren Schlafplatz sieht es schon anders aus. Aber darum geht es den „Flüchtlingen“ schon lange nicht mehr.
      Ausserdem muss man immer beachten, dass Geld alleine nichts über den Reichtum aussagt. Es geht um das System dahinter. Unser System kommt schon mal an seine Grenzen wenn es alle Flüchtlinge schlucken soll. Wir haben zwar Trilliarden, aber wenn wir plötzlich die ganze Welt ernähren wollen, gäbe es Lieferengpässe und eine massive Inflation bei den Preisen für Lebensmitteln. Und futsch ist unser Reichtum…
      Dieses Problem kommt auch bei der Entwicklungshilfe zu tragen. Hilfe zur Selbsthilfe ist angesagt. Nicht Sozialhilfe weit weg von zuhause ohne Ansporn nachhause zu gehen…

  • Panos Ketikidis sagt:

    Die EU (und die Schweiz) haben grossartig versagt. Die Menschlichkeit, die Kultur und die Zivilisation, sind für uns Europäer, nur Phrasen und leere Hülsen. Wir machen Geschäfte mit Diktatoren und menschenverachtende Regimes. Wir verkaufen Waffen, immer und überall und wundern uns, dass unbeteiligte und hilflose Menschen zu uns fliehen.

    • Ursula Kubitscheck sagt:

      Word.

    • Patrik Peter sagt:

      Ketkikidis: Und auch Sie leben fantastisch davon.

      Sie haben ein Vermögen von 550’000 (CH-Durchschnitt) und ein Einkommen 60’000.- Stehen Sie dazu, dass Sie ungeheuer reich sind und zeigen Sie nicht leichtfertig mit dem Finger auf die andere.

  • Hansjürg sagt:

    Idomeni ist nichts, rein gar nichts, im Vergleich zu dem, was da noch kommen wird. Heute leben in Afrika etwa 1,2 Milliarden Menschen. Nach Uno-Berichten (googeln: Unesco Bevölkerungswachstum Afrika) soll sich diese Zahl bis ins Jahr 2030 auf 2,5 Milliarden verdoppeln. Das will man gar nicht wissen, deshalb wurde mein Text bis jetzt nie freigeschaltet. Welche Perspektive steht diesen Leuten offen? Es gibt nur Europa, angefeuert durch „Refugees welcome“. Das geht nicht gut. Es wird schwerste politische Erdbeben geben und ganz böse Szenen an den Grenzen oder auf dem Meer. Ich möchte beides nicht, sondern Hilfe für die Schwächsten (Frauen und Kinder) wo sie wirklich benötigt würde. Das wird dann nicht mehr möglich sein. Schuld daran werden die sein, die heute so „human“ auftreten wollen.

    • Martin Hugentobler sagt:

      Davor graut mir jetzt schon. Weiter wird Indien im Jahr 2050 China als Bevölkerungsreichstes Land ablösen. In Afghanistan wächst die Bevölkerung extrem schnell, trotz Null Perspektive. Die UNO rechnet bis 2020 mit knapp 80 Mio. Einwohner (heute ca. 31 Mio.) Mit einer laisser faire Politik rammen die uns irgendwann an die Wand.

  • Rufus Kuller sagt:

    Ich finde dieser Artikel spricht ein zu meinem höchsten Bedauern wohl wahret Umstand an. Verstehen Sie mich aber nicht falsch, wenn es eine praktisch umsetzbare (!) Alternative zum jetzigen Zustand gibt, wäre ich sofort damit einverstanden. Im Moment sehe sie aber leider nicht.

  • Emil Müller sagt:

    Habe ich im Geographieunterricht nicht richtig aufgepasst oder haben sich die Grenzen in Europa verschoben? „Vor allem aber ergibt es keinen Sinn, so wie in Deutschland mehrere Hunderttausend Menschen einreisen zu lassen, um sie einige Monate später wieder auszuschaffen, weil ihre Asylgesuche abgelehnt worden sind.“

    Welche EU Aussengrenze hätte Deutschland verteidigen können? War es nicht einfach so, dass Deutschland den schwarzen Peter der anderen angenommen hat? Wäre es Ihrer Ansicht nach besser gewesen die Grenzen dicht zu machen und die Menschen in Österreich auflaufen zu lassen? Wären hunderttausende Menschen davon abgehalten worden auszureisen, wenn Deutschland mit Österreich als Endstation gedroht hätte?

    Und vorallem: Wie wird man anerkannter Maghreb-Spezialist?

    • Hansjürg sagt:

      Ja glauben Sie Äusserungen, wie „Refugees are welcome“ sind besser? Heute morgen meldete das dt. Radio, dass Porsche eine Auswahl pakistanischer und afghanischer Flüchtlinge mit einem jährigen Crashkurs in Deutsch und an Automobilen ausbilden will. Was glauben Sie, werden die als erstes machen. Eine MMS in die Heimat mit: „Seht her, was wir erreicht haben.“ der Effekt ist dann der gleiche, wie bei den Lottospielern in der Schweiz. Hunderttausende machen mit, obwohl jeder weiss, dass nur einer gewinnen kann.

      • Lucky Lutscher sagt:

        Na da wünsche ich Porsche bzw. VW viel Glück. Mal sehen, wer dann nach einem läppischen Jahr des „Durchhaltens“ wirklich in der Lage ist, eine vernünftige Arbeit mit brauchbarem Resultat zu erledigen („Bin so müde morgens, konnte nicht vor 10h kommen!“, „wem muss ich Bakschisch bezahlen, damit ich ohne Anstrengung mein Kursattest erhalte?“, „Funktioniert doch, weshalb muss ich es perfekt machen?“). Ich tippe – unter Anwendung der ziemlich gut passenden 80/20-Regel – auf keine 20%.
        Ich spreche übrigens mit knapp 20 Jahren lehrreichster Geschäftserfahrung im Mittleren Osten.

  • Chris sagt:

    Herr Stauffer, ich bin Ihrer Meinung, doch sagen Sie das Resultat Ihres Kommentars bitte besonders Sommaruga. Kommen die Wirtschaftsflüchtlinge, wird sie jedem ein Asylverfahren mit unserem Geld gönnen, inkl.Gratisanwälte bis Strassburg,und -falls das Asylgesetz durchkommt,was ich nicht hoffe- noch unsere Enteignung,damit sie genug Platz für jene hat. Damit wäre eine Auswanderung,bes.wegen der Kinder,angezeigt.Sie hat ja keine, deshalb: nach mir die Sintflut.SS ist wie Merkel,will IHRE Meinung durchziehen bis sie am Abgrund steht wie ihre ’neue Schwester‘! Es gibt nur eines: Grenze sichern und nur Syrer mit ungefãlschten Ausweisen ins Land lassen. Alles andere ist sträflicher Leichtsinn,harmlos ausgedrückt.

  • Lucky Lutscher sagt:

    Wenn wir jetzt nicht aufpassen in der Schweiz, dann kommt es noch so wie in Schweden, wo die Polizei mittlerweile Frauen dazu auffordert, nachts nicht mehr unbegleitet herumzulaufen (es gab viele Vergewaltigungen durch Migranten) oder wo man die öffentlichen Schwimmbäder schliessen muss, weil es zuviele Uebergriffe von Migranten auf Mädchen und junge Frauen gab. Wollen wir auch eine solche Gesellschaft? Wäre traurig für die Frauen.
    Ich habe Jahrzente mit Eliten aus arabischen Ländern gearbeitet bzw. arbeiten müssen, was immer mühsam sehr war, aber ich habe keine Hoffnung, dass der Normalbürger aus solchen Staaten irgendetwas Positives zu unserer Gesellschaft beitragen kann. Dazu fehlt es an der Intelligenz (!!!), der Grundeinstellung, am nötigen Fleiss und an einer minimalen Disziplin.

    • Tom Meier sagt:

      Es kann sein (ich kann das nicht beurteilen) dass ihre Aussage im Grossen und Ganzen korrekt ist. Aber ihr Statement „dazu fehlt es an der Intelligenz“ ist definitiv rassistisch, da sie damit aussagen, dass Araber aufgrund ihrer Rasse im Schnitt dümmer sind als Europäer.
      Und noch etwas anderes: Wenn ich alles richtig verstanden habe, ist die Elite dieser Länder nicht wirklich die Elite, weil sie nicht aufgrund herausragender Leistungen zur Elite wurde sondern aufgrund von Familienherkunft.

  • Peter Richter sagt:

    Endlich! Ich hatte wirklich nicht mehr daran geglaubt.
    Im Hause Tages Anzeiger scheint jetzt auch die Realität angekommen zu sein.

  • Rolando sagt:

    In dieser endlos scheinende Katastrophe fehlt unter all den humanitären Aspekten ein wesendlicher Punkt: Wo bleibt die Verantwortung und UNO-Sanktionen gegen die Verursacher!? Allen vor an die USA, gefolgt von England und Frankreich.

    • Martin Hugentobler sagt:

      Wo bleibt überhaupt die UNO? Die wäre für die humanitäre Hilfe bei internationalen Konflikten eigentlich zuständig.

  • B. Kerzenmacher sagt:

    Was hält einen angeblichen Flüchtling aus dem Mittleren Osten oder Afrika davon ab, in Rumänien, Mazedonien oder Bulgarien als Asylberechtigter anerkannt zu werden und sich dort zu integrieren. Immerhin erhält er auch dort internationalen Schutz und kann nach Spracherwerb alle bürgerlichen Rechte in Anspruch nehmen und sich eine neue Existenz aufbauen. Das geht übrigens auch in Serbien, in Griechenland und auch in der Türkei.

  • Stadelman Reto sagt:

    „Der Spagat zwischen machbaren Lösungen und humanitären Anliegen ist enorm. “
    Das wäre er nicht, wenn die europäischen Führung von Anfang an zugegeben hätte, das Schengen Dublin in der Situation ungeeignet ist. Lager hätte man schon viel früher in Griechenland aufschlagen müssen. Und zwar für abgelehnte Asylanten. Dort hätte man diese Mesnchen versorgen können bis der Krieg vorbei ist. Aber es fehlte am Willen.
    Auch war man naiv bezüglich der Motivation der Asylanten. Flüchtlinge und Wirtschaftsmigranten sind nunmal nicht das Gleiche.
    Es zeigt sich wieder mal deutlich: Gut gemeint ist nicht gut gemacht…

  • Stefan W. sagt:

    Natürlich haben Die Recht. Das wirklich Tragische ist: Wenn Sie diese Beurteilung rechtzeitig, nämlich vor einigen Monaten, exakt gleich geschrieben hätten, wären Sie als Nazi beschimpft und vermutlich nicht einmal in einer etablierten Zeitung abgedruckt worden. Dabei wäre dann die humanitäre Katastrophe noch beherrschbar gewesen, wenn man Ungarn geholfen hätte, Asylberechtigte von anderen Migranten zu unterscheiden und nur erstere einreisen zu lassen. Stattdessen schimpfte man Orban einen Nazi, hiess sämtliche Einwanderungswillige willkommen und löste damit gigantische weitere Wanderungsbewegungen aus. Immer mehr Leute, sogar Familien mit kleinen Kindern machten sich auf den Weg nach Deutschland und sitzen jetzt hilflos im Nirgendwo fest.
    Hat man daraus etwas gelernt? Nein.

    • Reto Burgener sagt:

      Orban hat Asylberechtigte von anderen Migranten unterschieden? Da haben Sie wohl etwas verpasst. Ausserdem hat Orban eben gerade gesagt, sogar ein einziger Flüchtling sei für Ungarn ein Flüchtling zu viel. Ich weiss nicht, ob Nazi diese Geisteshaltung genau trifft oder nicht. Monster trifft sie aber auf alle Fälle.

  • Martin Bär sagt:

    Herr Staufer, Sie haben 100% recht!
    Leider gibt mit Frau Merkel jemand in Deutschland den Ton an, welcher mit einer „EU-Lösung“, die eigenen Meinung meint und diese über die Köpfe praktisch aller EU-Länder umsetzen will!
    Eine EU-Lösung muss logischerweise auch aus der gesamten EU kommen. Es gibt Push- und Pull-Faktoren. Merkel hat völlig alleine falsche Signale gesetzt und ist für das Schlammassel mitverantwortlich. Ich befürchte die EU, wirtschaftlich stark angeschlagen, wird sich noch sehr, sehr lange mit der Flüchtlingsfrage beschäftigen müssen…..

  • Tom Meier sagt:

    Das wäre zumindest ein pragmatischer Ansatz der vermutlich sogar funktionieren würde: Leute mit syrischem Pass rein, alle anderen werden direkt wieder nach Hause geschickt. Mag sein dass es in Äthiopien oder Afghanistan nicht gerade angenehm ist, aber man kann ja auch nach Kenya oder nach Indien/Russland auswandern. (Ok, das Blöde ist dann halt schon, dass es in diesen Ländern zwar mehr oder weniger sicher ist, aber halt keine Sozialhilfe gibt..)
    Vielleicht müsste man das Asylrecht generell neu definieren: Nur Bürger aus Ländern die max. 1500 Km (Luftline) von der Aussengrenze eines Staates oder Staatengebildes weg sind, sind überhaupt asylberechtigt in diesem Staat/Staatengebilde. Als man das Asylrecht ursprünglich definierte, war es aufgrund der limitierteren Reisemittel auch so.

  • Hans Rudolf Olpe sagt:

    Trotz aller menschlichen Tragödien ist die Einwanderung stark zu begrenzen. Dass Nato-Schiffe in der Ägäis aufkreuzen bringt wenig und soll Aktivität vorzutäuschen. Der Migrationsdruck wird noch jahrelang zunehmen. Allein die Bevölkerung von Afrika wird sich in diesem Jahrhundert auf geschätzte 4.5 Milliarden erhöhen. Die Klimaveränderung wird das ihre dazu beitragen . Die von Frau Merkel als „logisch“ bezeichnete Politik hat versagt und trägt dazu noch hegemonische Züge. Das muss sich ändern, denn diese spaltet Europa noch mehr. Nachdem die Zuwanderung ins nördliche Europa de facto reduziert wurde, müsste zuerst in Idomeni geholfen werden und zwar schnell.

    • Reto Burgener sagt:

      Herr Olpe, das kann man natürlich so ansehen. Aber dann lassen wir das mit den moralischen Ansprüchen und Werten doch bitte gleich ganz weg und jeder macht in seinem Leben einfach, was er für gut hält. Was ist das für eine Heuchelei, sich hysterisch über jedes Opfer und Unglück in unserem Land aufzuregen, und dann konsequent wegschauen bei den Opfern draussen? Das Primitive im Menschen bricht wieder mal hervor: Was mir etwas nützt ist gut und was mir nichts nützt ist schlecht.

  • Michael Reiser sagt:

    Das Problem ist ein Religionsproblem, ob man es hoeren will oder nicht. Muslime sind mit unserer westlichen Gesellschafft nicht kompatibel. Siehe Frankreich, Deutschland, Schweden, Daenmark. Die Arabische Welt will Europa islamisieren. Golfstaaten finanzieren die Schlepper. Diese Migranten sollen in arabischen Laender unterbracht werden, nicht im christlichen Europa. Und die die bereits hier sind soll man ausschaffen. Wach auf Europa, der Djihad ist da und hat als Ziel, unsere Geselschafft zu zerstoeren.

  • Markus Ackermann sagt:

    Es gibt noch weitere Lehren aus dem Flüchtlingselend:
    1. Für die Abschaffung des Asylrechtes in allen EU-Staaten genügten genau 2 Tage bzw. 1 „EU-Gipfel“.
    -> Das war auch im Mittelalter und der frühen Neuzeit so: dies regelten die Fürsten unter sich (damals Edikte der Könige, heute: Staatsverträge ad hoc).
    Lehren:
    -> Nur die Demokratie (die BürgerINNEN) kann Verfassungsrechte schützen.
    -> EU: Ohne Verfassung keine Demokratie: EU heute = ~17. Jh und davor
    2. Gross-Deutschland braucht eine Interventionsarmee in Nordafrika (z.B. Libyen, Maghreb) + für die Ölfelder (Syrien, Irak, Saudi-Arabien)
    -> Was für die Nazis das Italien Mussolini’s war, ist für die EU die Türkei
    3. Renzi in Italien wird einen Flüchtlings-Ansturm auf Italien politisch nicht überleben: Was dann mit dem €?

Kommentar

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