Spielwiese der Gesundheitsapostel

epa03362018 A cigarette pack with plain packaging is displayed at Parliament House in Canberra, Australia, 15 August 2012. The High Court of Australia today rejected the legal challenge by tobacco companies against Australia's plain packaging of tobacco laws. Australia's highest court ruled on 15 August 2012 it was legal for the government to make tobacco companies package cigarettes without prominent branding. The High Court found the latest anti-smoking legislation did not break laws requiring 'the acquisition of property on just terms'. It was a test case watched in Britain, Canada and New Zealand where there is pressure to follow the lead in further restricting tobacco advertising. World-first laws requiring almost identical olive-green packs with large, graphic health warnings were passed in 2011 and are to take effect in December 2012. EPA/LUKAS COCH AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

85 Prozent der Zigaretten-Packungsfläche ist mit Warnhinweisen bedeckt: Eine Raucherin in Australien. Foto: Lukas Coch (Keystone)

Die Tabakbranche gehört heute weltweit zu den am stärksten und mit unnötigen sowie restriktiven Vorschriften regulierten Branchen überhaupt. Kürzlich fragte mich ein älteres Mütterchen allen Ernstes: «Warum druckt ihr eigentlich so abscheuliche Bildchen auf eure Zigarrenpackungen?» Wie sollte ich das der guten Frau erklären? Dass Rauchen die Gesundheit gefährdet, hatte sie ja schon im Kindergarten gelernt. Und von einem Zigarrenraucher, der wegen seiner Gewohnheit, wie abgebildet, tot auf einem Schragen liegt, hatte sie in ihrem Leben auch noch nie etwas gehört. Und dann diese teils skurrilen Warnaufdrucke auf den Packungen von Tabakwaren. Wenn der Konsument dies immer wieder vor Augen gehalten bekommt, so registriert er diese Botschaften früher oder später nicht mehr. Damit wird auch der Zweck dieser Verordnungen der Gesundheitsbehörden obsolet.

Warum sich die WHO ausgerechnet den Tabak ausgesucht hat, um ihre Bemühungen zur Ausrottung einer weltweit sehr verbreiteten Gewohnheit hinsichtlich dieses Gewächses anzusetzen, bleibt unerfindlich: Niemand bestreitet die gesundheitliche Gefährdung des Rauchers, und niemand bestreitet den erforderlichen Schutz der Jugend vor dem Tabakgenuss (wobei das Wort «Genuss» im Zusammenhang mit Tabak schon anrüchig ist). Aber wir wehren uns gegen Auflagen, die den Rahmen der Verhältnismässigkeit sprengen, wie das Australien praktiziert. Dort sind sogenannte «Plainpacks» vorgeschrieben, 85 Prozent der Packungsfläche muss mit Warnbildern und Warnhinweisen bedeckt sein, 15 Prozent bleiben für die Darstellung der Marke bzw. des Herstellers. Das ist unverhältnismässig und ergibt auch keinen Sinn.

Hier kommen wir auf den Punkt. Es geht um die Verachtung des mündigen Bürgers und erwachsenen Rauchers. Wir haben nichts gegen die Tabakgegner und respektieren auch deren Argumente, aber wir wehren uns gegen militante Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation, die sich zum Ziel gesetzt haben, unsere gesamte Branche bis Mitte dieses Jahrhunderts zu vernichten. Aber wir lassen uns nicht abschlachten durch zusätzliche Regulierungen in einer Vielzahl von Ländern.

In der EU ist eine neue und verschärfte Tabakprodukte-Richtlinie in der Pipeline, d.h. in der Umsetzung in allen EU-Mitgliedsländern. Für Zigarren, Cigarillos und Pfeifentabak können die Mitgliedsländer «entschärfte» Vorschriften erlassen. Die Schweiz hat ebenfalls ein neues Tabakproduktegesetz auf der parlamentarischen Traktandenliste. Es ist ein verschärftes «Regelwerk» unseres Bundesamtes für Gesundheit, das in jeder Beziehung unnötig ist. Die Umsetzung kostet die Industrie nur Geld und wird weder Junge noch Alte vom Rauchen abhalten, trotz Ausdehnung der Werbeverbote. Es ist nicht die Werbung, welche die Jungen zum Rauchen verführt, sondern der Gruppenzwang. Hier muss die Prävention beginnen: in der Familie, in der Schule, bei der Ausbildung. Die oft kritisierte Werbung dient ausschliesslich dazu, den Raucher von der Konkurrenz zum eigenen Fabrikat abzuwerben.

Werbeverbote zementieren nur die bestehenden Positionen der Marktteilnehmer und verhindern die Einführung neuer und innovativer Fabrikate. Das Tabakwarengeschäft ist mehr als ausreichend reguliert und die Tabakbranche ist keine Spielwiese für unterbeschäftigte Gesundheitsapostel.

51 Kommentare zu «Spielwiese der Gesundheitsapostel»

  • Rusterholz Andreas sagt:

    DANKE einmal ein sicher auch ehrlicher kommentar zu der teufelspflanze tabak. auch hanf wird ja als teufelszeug verschrien. aber wir raucher wollen ja einfach was zum geniessen haben. und pflanzen (gemacht von GOTT ) sind sicher besser als alle pharmaprodukte. ich hab ne ausbildung als MTA absolviert und musste immer wieder professoren zuhören die sagten dass pharmazeutikas ein riesen gesundheitsproblem seien.
    gut gesagt herr Villiger.

    • Anh Toàn sagt:

      Auch Verkehr ist ein riesen Gesundheitsproblem, Arbeit und Sport sind auch Gesundheitsprobleme. Auch Games können süchtig machen, es gibt auch Suchtverhalten an Kaffeerahmdeckeli.

      Als Raucher, der eigentlich schon lange lieber Nichtraucher wäre, glaube ich die Suchtfaktoren des Tabakrauchens zu verstehen: Das Suchtpotential von Nikotin, wird mit der Form der Aufnahme, verstärkt. Nikotin als Pflaster, Kaugummi oder snus macht weniger abhängig, Rauchen von reinem Marihuana ohne Nikotin macht weniger abhängig.

      Von Tabak über Alkohol bis zu Heroin, Kokain, LSD und einiges mehr, bin ich für einen restriktiven staatlich stark kontrollierten Verkauf. Werbeverbot selbstverständlich. Alterskontrolle beim Verkauf auch, Mengenbegrenzung pro Einkauf, Beipackzettel, Besteuerung sowieso.

    • Jebi sagt:

      Genau und wer lanciert mal all die suchtmachenden Gifte im Essen? Erhalten Schoggi und CO auch mal unschöne Bilder? Obwohl man weiss, wie viel ungesunde Stoffe in Lebensmitteln sind, wird viel lieber gegen Raucher vorgegangen. Schutz für die Multis, welche achso gesunde Waren produzieren, oder?

  • werner boss sagt:

    Darf ich mal raten aus welcher “ Ecke “ die Verschärfung des Regelwerkes wohl kommen könnte? O, nein das darf natürlich nicht sein, nie im Leben würde man das zugeben und nachher merkt es ja auch keiner mehr. Tatsache ist, es will uns jemand langsam aber sicher umerziehen, nicht nur die Raucher!

    • Gerhard Engler sagt:

      bitte, bitte, verraten Sie mir, aus welcher Ecke diese Verschärfung kommt.

    • Marc Ritter sagt:

      Es sterben jährlich tausende Menschen aufgrund von durch Rauchen verursachten Krankheiten. Das Ziel diese ach so bösen „Gesundheitsapostel“ ist, Krankheitschicksale zu verhindern, und Gesundheitskosten zu senken. Im Endeffekt das Wohl der Bevölkerung zu erhöhen. Dass der Kolumnist von der Tabakindustrie dies nicht schätzt, ist verständlich. Er verdient aber auch so noch mehr als genug. Und es kann jeder so viel Rauchen, wie er/sie will, kein Bundesamt willd as irgendjemandem VERBIETEN. Viele Raucher würden gern aufhören, das zeigen Umfragen, und wären froh, wenn sie vom Anfangen abgehalten worden wären.

  • Eduard J. Belser sagt:

    Ich bin den «Gesundheitsaposteln der WHO» dankbar für ihren Kampf gegen das Rauchen, vor allem gegen das Passivrauchen. Ich habe früher unter der rücksichtslosen Vergewaltigung zum Passivrauchen durch die RaucherInnen gelitten und geniesse es, dass ich nur noch an wenigen Orten das Risiko eingehen muss, angequalmt zu werden. Dieser wunderbare Gewinn an Lebebsquallität ist für mich absolut unverzichtbar. Dass sich die RaucherInnen auf diese unsäglich dummen und masochistische Art umbringen, ist grundsätzlich ihre Sache, so lange sie mich nicht anstinken, es mich nichts kostet und sie die abgerauchten Kippen korrekt in die Aschenbecher entsorgen. Bis es aber auch in diesem letzten Punkt soweit ist, darf die Schraube gegen diese grauslige Raucherei weiter angezogen werden.

  • Rene Hugentobler sagt:

    Wenn alle Raucher Ihre Gesundheitskosten (auch die selundaeren) voll ausgleichen und rauchen geruchlos wird, bitte lässt auch nicht vom suiziet abhaltem.

    • Peter Meier sagt:

      Wussten Sie, dass Raucher den Staat weniger belasten als Nichtraucher ? Raucher leben weniger lang und die Rentenersparnisse + höhere Abgaben wiegen die Gesundheitskosten mehr als auf.

  • Richard Stretto sagt:

    Früher versuchten sich die besten Designer an Zigarettenschachteln. Raymond Loewy zum Beispiel schuf die Lucky-Stricke-Packung — mehr Ikone geht nicht.

    Heute versuchen frustrierte Beamte ihren Job zu sichern, indem sie sich immer abstrusere Schreckensbilder für die gleichen Packungen ausdenken.

    Sic transit gloria mundi…

  • Tobias Schlumpf sagt:

    Und hinter der ganzen Carte Blanche von Villiger steht aber auch wirklich null Eigeninteresse (*Ironie aus*).

  • Fabian Scherer sagt:

    Wer das genüssliche Qualmen einer Villiger zu einem guten Whisky mit dem Schloten einer Zigi auf dem Perron vergleicht, für den ist wohl auch ein feines Steak im Restaurant dasselbe wie ein Big Mäc aus dem Drive-in.

    • Christoph Bögli sagt:

      Wer den Geschmack eines effektiv guten Whiskys mit Zigarrenrauch überkleistert, der schüttet wohl auch eine Flasche Ketchup über sein ach so feines Steak. Insofern eher schlechtes Beispiel..

  • Robert Walpole sagt:

    „Alles ist Gift, die Menge macht es aus“ (Paracelsus)
    Die Apostel jeglicher Couleur sind auf dem Vormarsch. Dass der übertriebene Tabakgenuss nicht zwingend gesundheitsfördernd ist, ist in der Tat jedem Kind bewusst. Im Kontext mit den leiblichen Genüssen, dazu gehört auch das Rauchen, hat sich eine Unkultur einer geradezu messianischen Abwehr durch jene entwickelt, die nicht nur das eigene Wohl im Auge haben.
    Der Kampf gegen das Rauchen hat bizarre Züge angenommen. Schlimm ist auch, dass der Ketten rauchende Zigarettenliebhaber in den gleichen Topf geworfen wird, wie ein Aficionado edler Zigarren. Entlarvend ist, dass auch in diesem Zusammenhang Geld nicht stinkt. Allein die Milliarden der Tabaksteuer werden gerne genommen. IT, CH und DE zusammen kassieren 35 Milliarden, per anno!

  • Thomas Hanhart sagt:

    Wäre es den Gesundheitsfanatikern wirklich ernst, müssten sie tatsächlich dutzende andere Produkte und Dienstleistungen (z.B. Elektrosmog) mit ihren Horrorbildern brandmarken. Weil das die Wirtschaft aber niemals zulassen würde, muss die Tabakbranche ganz offensichtlich den ganzen Eifer dieser Saubermänner und -frauen ertragen. Verhältnismässigkeit, ja bitte!

    • Christoph Bögli sagt:

      Na bei „Elektrosmog“ wäre das einfach, das „Horrorbild“ wäre ganz einfach eine leere Fläche..

  • Christoph Bögli sagt:

    Ob manche der heutigen Massnahmen gegen das Rauchen eher übertrieben sind? Vermutlich. Aber sich einfach geschichtsvergessen als Opfer zu stilisieren ist trotzdem fragwürdig. Denn diese harte Anti-Tabak-Haltung hat sich ja bei vielen letztlich über Jahrzehnte des Kampfes gegen eine völlig skrupellose Tabakindustrie gebildet, die immer nur dann zu Kompromissen fähig war, wenn sie durch Gerichtsurteile über alle Instanzen und Gesetze dazu gezwungen wurde. Ansonsten wurde gelogen, vertuscht und bestochen, bis es nicht mehr ging. Dass das Pendel in den letzten zehn, zwanzig Jahren konsequent auf die andere Seite ausschlägt, ist ein direktes Resultat davon. Mitleid für die ach so arme Tabakindustrie fällt darum auch schwer..

    • tststs sagt:

      Sie sollen nicht Mitleid mit der Tabakindustrie haben, weil darauf hingewiesen wird, dass das Produkt dieses Industriezweiges nicht gesund ist, sondern weil nicht bei allen Zweigen der gleiche Massstab angelegt wird. Würde bei Zucker/Fett/Abgasen/elektronischen Geräten/Sport/etc. mit derselben Wissenschaft und Hysterie agiert werden, könnten wir uns vor lauter Warnklebern gar nicht mehr retten…

  • Franz Marke sagt:

    Ist das ein Witz? Nikotin ist eines der am schnellsten süchtig machenden Substanzen (wirksamer als Herroin), wobei der „Genuss“ dann mit sehr schweren Gesundheitsschäden einhergeht. Wegen des unbestritten hohen Suchtpotenzials von „mündigen Konsumenten“ zu faseln, ist absurd. Das Geschätsmodell der Tabakfirmen besteht darin, sich eine Zombiarmee von willenlosen Suchtkranken heranzuzüchten, die sie dann gegen Geld vergiften. Zigaretten sind ein „fehlerhaftes Produkt“. Wenn Tabak erst heute entdeckt werden würde, wäre es unvorstellbar, dass so ein Produkt neu zugelassen würde. Der Tagi könnte doch auch eine Carte Blanche an El Chapo vergeben, der uns die Vorzüge von Kokain und Heroin erklärt.

    • Urs Maurer sagt:

      Herr Marke, so ein Quatsch, was Sie da schreiben. Zigarreten machen süchtig aber sicher nicht Cigarren. Sie sollten lernen zu unterscheiden, auch wenn Sie den Tabak abgrund tief hassen. Sie sind nicht sachlich. Der Alkohol ist sehr viel schlimmer als eine Cigarre, das garantiere ich Ihnen. Cigarren raucht man als Geniesser und nicht als Suchtmensch. Sie wollen das sicher nicht verstehen aber das hat alleine mit Ihrer inneren Haltung zu tun. Vielleicht ist jemand in Ihrer Familie an Krebs gestorben. Habe ich alles schon erlebt. Während das Familienmitglied geraucht hat, hat niemand was gesagt. Aber als die Person tot war, haben alle geschrien….der böse Tabak. Alkohol sehe ich als sehr viel grösseres Problem als die den Tabak. Die kümmerliche Tabaklobby tut einfach nichts.

      • Stephan Baumann sagt:

        Richtiger Blödsinn Herr Maurer. Natürlich machen Cigarren genauso süchtig wie Zigaretten. Auch wenn es Gatti nicht glauben mag, es ist das Nikotin, dass die Sucht verursacht. Ob sie es in die Pfeife stopfen, in die Cigarre rollen, im E-Dispenser aufkochen, schnupfen, snusen oder sich wie auch immer zuführen: es macht süchtig! Süchtiger als Heroin. Und es bringt die Süchtigen um! Darum ist es zu bekämpfen! Es ist eine verdammte Epidemie, sehr viel Leid zum finanziellen Wohle einiger weniger, wie dem Dealer Villiger, dem man hier eine Plattform bietet.

        • Thomas Frey sagt:

          Frau Baumann, Sie wirken verbissen, fast böse und sind dabei unsachlich. Als ehem. Zigarettenraucher, das war tatsächlich eine Sucht, habe ich der Familie zu lieb aber auch mir selber, aufgehört. Irgendwann kam ich zur Zigarre. Ich inhaliere den Zigarrenrauch nicht und ich rauche nur gelegentlich eine. Ich bin top fit im Sport und von Sucht kann keine Rede sein. Die Gegner des Tabaks sind natürlich radikal und ausnahmslos eintönig. Alles in einen Topf werfen. Das ist nicht intelligent sondern höchstens erfolglos radikal. Der Alkohol ist natürlich das schlimmere Übel. Raucher werden nicht aggressiv wie Betrunkene, die ja durchaus Drittschäden verursachen und sich selbst (Leber etc.) selber schaden. Also auf jeden Fall schlimmer als die Zigarre.

    • H.R.Gatti sagt:

      Da sie offenbar einem Uralt-Mythos über Nikotin folgen wäre es an der Zeit sich mal mit neuen Erkenntnissen über Nikotin zu befassen.
      Nikotin in reiner Form eingenommen ( z.B. ohne Tabakrauch wie in Entwöhnungsmitteln oder E-Zigaretten ) macht NICHT SÜCHTIG!
      Deshalb wurde der von Fagerström entwickelte „Test für Nikotinabhängigkeit“ in „Test für Tabakabhängigkeit“ umbenannt.
      Auch ist die Annahme der Toxizität mit einer LD60 falsch und wurde auf LD500 angehoben. Wobei man die sogar auf LD1000 erhöhen könnte.
      Also sich bitte erst richtig informieren und erst dann schreiben.

      • Gerhard Engler sagt:

        LD60, LD500, LD1000?? Sie haben wohl nicht verstanden, was LD50 bedeutet. LD50 bedeutet, dass 50% der Versuchsobjekte sterben. LD500 ergibt schlicht keinerlei Sinn.

        • H.R.Gatti sagt:

          Bislang ist man von einer Letalen oralen Dosis von 50mg ausgegangen, dies wurde nun als falsch erkannt und wurde auf 500-1000mg erhöht.
          War ohne ohne die Art der Dosis, im Falle von Nikotin, zu erwähnen nicht korrekt. Aber als Letale orale Dosis ist meine Aussage korrekt.

      • Hanspeter Müller sagt:

        Ich weiss nicht genau, was Ihre Quellen sind. Aber in der medizinischen Literatur findet man davon nichts. Sie erwähnen Fagerström. In seiner Publikation von 2011 schreibt er klar, dass Nikotin nicht die einzige Sucht erzeugende Substanz, aber die Hauptsächliche ist in Zigaretten. Seither hat er verschiedenes publiziert, aber diese Feststellung nicht revidiert. Das gleiche gilt übrigens für die Schädigende Wirkung von Nikotin und andrer Substanzen im Tabakrauch.

        • H.R.Gatti sagt:

          Sie können sich auch gerne auf diesem Link: http://www.nicorette.ch/fakten-uebers-rauchen/nicotin-schaedlich
          weiter informieren.

          • Stephan Baumann sagt:

            Auf ihrem Link steht korrekt unter „Nikotin macht süchtig“: Richtig Es ist das Zigarettennicotin, was abhängig macht. Der Körper eines Rauchers gewöhnt sich an einen konstanten Nicotinspiegel im Blut oder an Nicotinzufuhren zu bestimmten Zeiten. Wenn keine Zigaretten mehr geraucht werden, schlägt der Körper in Form von Entzugserscheinungen Alarm. Deshalb ist Nicotin für das bestehende Rauchverlangen verantwortlich und der Grund, warum viele Raucher sich den giftigen Stoffen des Zigarettenrauchs immer wieder aussetzen.

          • Hanspeter Müller sagt:

            Wenn sie als Beleg dafür, dass Nicotin überhaupt nicht schädlich ist den Link auf die Webseite jener Firma bringen die das Zeug verkauft, ist das so wie wenn Sie den Dealer zur Gefährlichkeit von Kokain befragen. Früher sagte man „Papier ist geduldig“.
            Die Letale Dosis einer Substanz wird übrigens immer pro Kg Körpergewicht angegeben und für den Menschen hat man das bisher nicht ausgetestet. Und dann kommt es auch noch darauf an ob sie das Zeug schlucken oder inhalieren. Und die letale Dosis hat nichts mit den krankmachenden Eigenschaften und dem Suchtpotential zu tun. Und nur zweiteres ist ja wohl wesentlich.

  • ueli keller sagt:

    Herr Villiger, der sein Vermögen mit dem Verkauf von Tabakprodukten gemacht hat, kann ja wohl nicht anders. Tatsache ist, dass hier in Australien die Massnahmen wie das von ihm erwähnte „Plainpack“, ein Werbeverbot, hohe Preise für Tabakprodukte und z.B. ein Rauchverbot auf Bahnhöfen und in den Strassen der Städte dazu geführt haben, dass tatsächlich viel weniger geraucht wird als z.B. in der Schweiz. Ich habe das selber erlebt, ich bin öfters an Parties eingeladen, niemand verbietet einem dort das Rauchen, aber der Anteil der Raucher beträgt vielleicht 10 %. Da könnten die Schweizer Behörden noch einiges dazulernen,

  • Hanspeter Müller sagt:

    Vielleicht hängt das Ganze auch damit zusammen, dass die Tabakindustrie für Jahrzehnte Studien manipuliert und teilweise verheimlicht hat wenn es um die Gefahren des Rauchens ging. Die gelegentliche Zigarre ist ja auch nicht das Problem, aber die schnellen Zigis alle halbe Stunde sind eine Sucht und die Folgekosten trägt die Allgemeinheit und nicht die Tabakindustrie. Und wer bezahlt befielt. Zum Beispiel, dass Werbung verboten ist, oder dass Warnungen auf die Packungen gehören. Wenn sich die Tabakindustrie an den Gesundheitskosten beteiligt, können wir ja wieder darüber reden.

  • Sautner sagt:

    Vielen Dank allen, die sich für rachfreie Zonen, Antiraucher Kampagnen und dergleichen einsetzen. Als Ex-Raucher hat mich genau so ein grässliches Bild auf der Packung davon abgehalten, diese auch wirklich zu öffnen, auch wenn ich als mündiger Bürger weiss, was ich mit dem Rauchen gesundheitlich anrichte. Und übrigens, mündiger Bürger erscheint immer dann in einem Bericht, wenn es geht darum geht, auch den dummen Recht zu geben.

  • Gerhard Engler sagt:

    Wenn die Genussraucher ihren Genuss auf ein vernünftiges Mass beschränken würden und nicht immer die Strassen und Perrons mit Kippen übersäht wären, dann wäre solche Massnahmen tatsächlich überflüssig. Es ist aber leider so, dass der durchschnittliche Raucher weiterhin zwischen 10 bis 20 Zigaretten pro Tag konsumiert. Das ist nicht Genussrauchen, sondern Sucht. Solange sich das nicht ändert sind leider weiterhin drastische Massnahmen notwendig.

  • Stefan Egger sagt:

    Die Tabakindustrie hat viele Millionen Menschen auf der Gewissen. Wenn sich dann ein Vertreter dieser Industrie über böse „Gesundheitsapostel“ beschwert, ist das schon ziemlich lächerlich.

  • A. Rüetschi sagt:

    Eine Gesellschaft, welche gewisse Suchtmittel wie z.B. Heroin oder Cannabis verbietet und selbst den Besitz zum Eigengebrauch unter Strafe stellt, macht sich in höchstem Grade unglaubwürdig, wenn sie gleichzeitig für andere, anerkanntermassen sozial- und gesundheitsschädliche Suchtmittel wie Nikotin und Alkohol nicht nur den Besitz und Konsum als zulässig erklärt, sondern es sogar zulässt, dass Werbung dafür gemacht wird.

    • Roland K. Moser sagt:

      Natürlich.
      Die Parlamentarier erhalten ihr Geld auch von der Alkohol- und Tabakindustrie.

  • Roland K. Moser sagt:

    Als Nicht-Raucher will ich schlicht nicht passiv mitrauchen. Ganz einfach. Und wieso muss die Allgemeinheit die Gesundheitskosten der Raucher finanzieren? Gilt übrigens auch für die Alkis.
    Wer rauchen will, soll es dürfen, solange die anderen trotzdem nicht zugequalmt werden und solange die Raucher die von Ihnen verursachten Gesundheitskosten selbst bezahlen.

    • H.R.Gatti sagt:

      Gilt das denn auch für die teuren Unfallkosten von Sportlern? Oder wer kommt denn für die Kosten die durch den Indivdualverkehr entstehen? Wer bezahlt die durch Luftverschmutzung entstandenen Gesundheitkosten von ca 4 Milliarden CHF( Hier nachzulesen: http://www.bafu.admin.ch/luft/10804/10806/index.html?lang=de ) auf? Die Autofahrer? Die Ölheizungsbetreiber? Industrie?
      Wie sie sehen entstehen auch da Kosten die von der Allgemeinheit getragen werden. Und ihre Forderung wäre nur ein weiterer Schrit in Richtung Entsolidarisierung unserer Gesellschaft.
      Achja…..ich bin seit zwei Jahren Nichtraucher……..

    • tststs sagt:

      Müssen Sie auch nicht. Es ist jederzeit Ihnen überlassen, ob Sie sich weiterhin in nächster Nähe zum Raucher aufhalten oder ob Sie sich aus dem Dunstkreis entfernen.
      An allen Orten, wo Sie keine Wahl haben (also in allen öffentlichen Gebäuden, die man u.U. Besuchen MUSS), herrscht Rauchverbot.

      Und das mit dem Gesundheitskosten: Unsere KK/Gesundheitswesen funktionieren über das Solidaritätsprinzip.

  • Sacha Meier sagt:

    Der moderne neufeudalistische Sozialstaat ist nun einmal verantwortlich für die Gesundheit seiner Bürger. Nur leistungsfähige, gesunde und fitte Bürger zahlen schliesslich das Maximum an möglichen Steuern. Solche Hochleistungs-Steuermilchkühe braucht es auch dringend. Schliesslich wollen die Superreichen nicht mehr Steuern zahlen und die Armen können nicht. Entsprechend sind alle gesundheistschädigenden Substanzen auf dem Radar: Drogen, Tabak, Koffein, Zucker und teilgehärtette Fette. Das erste Mittel der Wahl sind jeweils safte Steuern und Abgaben. Das trifft zunächst das empfindlichste Körperteil des Konsumenten: Sein Portemonaie. Dann kann die Kriminalisierung kommen. Geldstrafen spülen viel Geld in die Staatskasse und unterhalten wertvolle Arbeitsplätze in der Bestrafungsindustrie.

  • Immanuel Felder sagt:

    Eine detaillierte Aufstellung, welche Kassen mit den Krebserregerli-Gebühren gefüllt werden, wäre platzsparender, informativer und sicher abschreckender als das Kokettieren mit dem Tod – der übrigens auch bei Fim- und Ego-Shooter-Industrie die Kassen füllt.

  • Blick Winkel sagt:

    Ich erlaube mir mal, eine etwas andere Sicht loszuwerden.
    Fakt ist, dass sich in den letzten, sagen wir mal 10, 15 Jahren viel geändert hat. Rauchverbote in Restaurants, in Zügen, generell an öffentlichen Orten haben stark zugenommen und wurden teilweise auch gesetzlich vorgeschrieben. Damit wurde ganz klar gegen das Passivrauchen angekämpft (ich erinnere mich an eine Fernsehkampagne als ich noch Kind war, wo mit dem Bild eines rauchenden Vaters neben seinem hustenden Kind auf das Passivrauchen aufmerksam gemacht wurde). Ganz klar Punkte, die wichtig und notwendig waren, und die vieles besser gemacht haben. Ich selber bin trotzdem Raucher. Jedoch helfen mir die 5 Minuten „frische Luft schnappen“, trotz der ungesunden Wirkung, gesund zu bleiben. (Anti Stress)

    • Blick Winkel sagt:

      Denn genau diese 5 Minuten, verschaffen mir Freiraum um meine Gedanken zu ordnen und kurz herunterzufahren. Ich trage beruflich eine sehr grosse Verantwortung und arbeite oft 16 Stunden am Tag.
      Ich bin sehr dafür, dass Gefahren wie das Passivrauchen, Anstandslosigkeiten wie Stummel auf dem Boden oder Rauchen neben Nichtrauchern bekämpft und ausgerottet werden. Doch habe ich einige Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet, und weiss Gott, es gibt so viele Leute, die viel Geld kosten, ohne jemals geraucht zu haben. Und, vielleicht sollten wir, wenn wir von den gesellschaftlichen Kosten des Rauchens sprechen, auch von den massigen Erlösen aus der Tabaksteuer sprechen… Alles hat zwei Seiten, liebe Mitmenschen. Und mit Diskussion schafft man es weiter als mit Streit und Kampf…

  • sepp z. sagt:

    wenn man bedenkt, dass die tabakindustrie über jahrzehnte den mündigen bürger über die gefährdungen von zigis angelogen hat und forschungserkenntnisse böswillig vertuscht hat, sind warnhinweise gerechtfertigt. anders funktionierts erwiesenermassen nicht.

  • Martin sagt:

    „Das Tabakwarengeschäft ist mehr als ausreichend reguliert und die Tabakbranche ist keine Spielwiese für unterbeschäftigte Gesundheitsapostel.“ Danke, bester Satz seit langem! Das gilt nicht nur in der Tabakindustrie, sondern auch bei anderen Dingen. Es gibt heute praktisch für alles ein Gesetz. Naja, jetzt müssten es die Juristen nur noch richtig anwenden oder sogar überhaupt, dann wäre alles gut. Aber die Politiker wollen sich halt profilieren, um jeden Preis.

  • Martin Fu sagt:

    Nein Herr Villiger, das alte Mütterchen hat eben NICHT im Kindergarten gelernt, dass Rauchen schädlich ist. Diese Erkenntnis wurde durch Ihre Industrie Jahrzehntelang bekämpft.
    Heutige Kinder wissen das glücklicherweise von Anfang an, aber Ihnen ist das sicher nicht zu verdanken.

  • Peter Isler sagt:

    Achtung WHO: Offenbar sollen Handys im Hosensach die Spermien der Männer kochen und somit zerstören. Handys schaden unserer Gesundheit. Man muss sofort einen Weg finden, diese gefährlichen Geräte weltweit zu verbieten. Ich hoffe, die WHO setzt sich für die Gesundheit der Männer ein.

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