Die entsicherte Handgranate

Es gab Nationalräte, die verloren beinahe die Fassung, als der Rat am Mittwoch über die Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen diskutierte. Das klang etwa so: «Selbstverständlich ist es das gute Recht der Initianten, diese Initiative zu lancieren, und die Schweizer haben selbstverständlich das Recht, diese Initiative zu unterzeichnen, aber …» Und hier ein Auszug aus der «Aber»-Serie: «Die Initiative ist eine entsicherte Handgranate in unseren Händen, ein real existierendes Risiko.» «Von allen Volksinitiativen, die uns seit Einführung des Initiativrechts vorgelegt wurden, ist dies die gefährlichste und schädlichste. (…) Die Annahme der Initiative wäre das Ende der Schweiz. (…) Verhindern wir die Katastrophe.»

FUENFRAPPENSTUECKE, MUENZEN, AKTION, 5 RAEPPLER, INITIATIVKOMITEE, VOLKSINITIATIVE, PRAESENTATION, "FUER EIN BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN", GRUNDEINKOMMEN,

Emotion au National comme lorsque ce camion a déversé son curieux contenu sur la place fédérale en 2013. Foto/Peter Klaunzer/Keystone

Während es bürgerlichen Politikern schwerfiel, sachlich zu bleiben, verteidigten SP- und Grüne-Mitglieder die Initiative, weil sie hehre Ziele verfolge und Gelegenheit biete, sich über alternative Systeme Gedanken zu machen. Nicht nur das Grundeinkommen sei eine Illusion, hiess es, sondern auch die angestrebte Vollbeschäftigung. Das stimmt. Eine Viertelmillion Menschen lebt mittlerweile von der Sozialhilfe, nicht eingerechnet IV-Rentner und Arbeitslose sowie all diejenigen, die sich schämen, aufs Sozialamt zu gehen. Die Zahl derer, die im Arbeitsmarkt kein Auskommen finden, ist in den letzten Jahrzehnten exponentiell gestiegen, und sie wird weiter steigen. Automatisierung, Globalisierung und Spardruck nehmen zu.

Das Nein befreit die Politik nicht davon, ein Gesellschaftsmodell zu entwerfen, das ein Maximum an Menschen einbindet, statt eine steigende Zahl auszugrenzen.

Ist das bedingungslose Grundeinkommen das richtige Rezept dagegen? Es soll die Menschen vom Leistungsdruck befreien. Nicht weniger Anreiz erwarten die Initianten dadurch, sondern mehr: Nachbarschaftshilfe, künstlerisches Engagement, Vereinstätigkeit. Aktivere und motiviertere Menschen, die nicht aufs Sozialamt rennen und sich dort für ihr Scheitern rechtfertigen müssen, sondern diese Zeit sinnvoller einsetzen können. Das Problem ist die Finanzierung. Ein Drittel des Grundeinkommens von 2500 Franken pro Person liesse sich durch die vollständige Aufgabe des heutigen Sozialsystems decken. AHV, IV, Erwerbsersatz, Ergänzungsleistungen, Sozialhilfe – brauchte es alles nicht mehr. Die restlichen zwei Drittel sollen berappt werden, indem die ersten 2500 Franken aller Löhne voll besteuert und für das Grundeinkommen verwendet würden. Das geht vielleicht auf dem Papier auf, aber nicht in der Realität. Da würden allein schon die Stellen aller Sozialarbeiter und Integrationshelfer wegfallen. Aber auch viele tiefe Löhne, weil der Arbeitsanreiz sinkt, wenn es für 100 Prozent Freizeit gleich viel Geld gibt wie für 100 Prozent Arbeit. Das Grundeinkommen ist eine schöne, aber nicht realisierbare Idee.

Doch das Nein befreit die Politik nicht davon, ein Gesellschaftsmodell zu entwerfen, das ein Maximum an Menschen einbindet, statt eine steigende Zahl auszugrenzen. Die SP möchte dem Grundeinkommen den Gegenvorschlag einer allgemeinen Erwerbsausfallversicherung zur Seite stellen. Vielleicht gäbe es noch bessere Ansätze. Jedenfalls ist die Initiative ein willkommener Anlass, darüber nachzudenken. Und noch etwas Gutes hat sie: Mehrere SVP-Nationalräte priesen am Mittwoch im Rat unser funktionierendes Sozialsystem, das jeden Gefallenen optimal aufzufangen vermöge – wo sie doch sonst immer über Umverteilung und Schmarotzertum schimpfen. Wie innig sich die Politik vereinen kann, wenn der Feind nahe ist.

72 Kommentare zu «Die entsicherte Handgranate»

  • Ralf Schrader sagt:

    Das BGE ist nicht nur nicht möglich, es ist unvermeidlich. Denn der Beschäftigungsgrad wird weltweit immer stärker sinken, so das Erwerbstätigkeit immer mehr zur Ausnahme wird. Was sollen Menschen auch tun, wenn das Internet der Dinge realisiert, Software sich selbst repliziert und die Verwaltung komplett durch Computer ersetzt ist? Wenn ich in 10 Jahren ein neues Velo brauche, gehe ich ein vollautomatisiertes Werk und stelle mir am Bildschirm mein Modell zusammen. Am nächsten Tag kann ich es abholen. Menschen braucht man dann nur noch für Philosophie und Poesie. Alle Arbeit machen Maschinen.

    • Vadim Koslov sagt:

      Software repliziert sich heute schon selbst (oder wann hatten Sie zuletzt einen Microsoft Handwerker zuhause?)
      Der Velo Laden wird aber auch in 10Jahren noch Personal haben da Reparatur und Verkaufgespräch nicht automatisiert werden wird.
      Spannen aber das Sie wohin gehen um am Bildschirm erwas zusammenstustellen und dann nochmals zurück kommen um es abzuholen. Gibt es in 10Jahren keine Online Shops mehr wo man sich Onlie ein Velo zusammenstellen kann das nach Hause geliefer witd? So wie heute halt?

    • Ron Meier sagt:

      Richtig.. Sagen wir mal fast die allermeisten 🙂

    • Paul Jenni sagt:

      Ja genau! Und das Velo wird nicht von einem Ingenieur enteickelt werden müssen und die Maschinen brauchen kein Wartungspersonal. Die Rohstoffe werden automatisch gesucht, gefunden und abgebaut… träumen Sie weiter!
      Ihr Velo wird auch in 10 Jahren noch aus China kommen, wo es ein Mensch montiert hat, der gewillt ist, für seinen Wohlstand hart zu arbeiten. Als Frage bleibt lediglich, ob wir uns das Velo in 25 oder 50 Jahren noch leisten können. Das bedingungslose Grundeinkommen generiert nämlich keine volkswirtschaftliche Wertschöpfung.

      • Thomas Sulzer sagt:

        Also, welcher Fahrradrahmen wird sich Ihrer Meinung nach in 10 Jahren durchsetzen:
        Der hand-geschweisste Stahlrahmen aus Indien? Der maschinen-geschweisste Alurahmen aus China? Der hand-lamminierte Carbonrahmen aus Korea oder der komplett automatisierte Carbonrahmen aus Grenchen?

        • Paul Jenni sagt:

          Also wenn der Hipster 2015 noch genug Geld hat, dann wird er für sein Fixie einen vollautomatisch hergestellten Velorahmen aus garantiert veganem Carbon kaufen – von mir aus aus Grenchen. Der Durchschnittsschweizer wird für seine Kinder aber je nach Budget den Stahlrahmen aus Indien oder den Alurahmen aus China wählen. Weil der wird weiterhin für wenig Geld gute Qualität bieten, während man für den Carbonrahmen aus Grenchen seine linke Niere verkaufen muss. Das nur mein Blick in die trübe Kristallkugel.

        • Vadim Koslov sagt:

          Hmm gute Frage. Ohne BGE hätte ich auf Grenchen getippt.
          Mit BGE müsste aber der Betrieb so viel abgeben das Handarbeit in Korea & Transport um die halbe Welt wohl günstiger ist.

        • In zukunft kommt so ein Teil voll automatisiert aus dem 3D Drucker und wo der steht das ist weitgehend egal. Viel Arbeit wird dann nicht mehr hinter solchen Produkten stecken.

          In Zukunft brauchts halt nur noch Wissenschaftler, Informatiker, Ingenieure welche neue ENtwicklungen vorantreiben. Alles andere ist in spätestens 20 Jahren automatisiert.

    • Paul Jenni sagt:

      Was mich bei ihrem Konzept noch interessieren würde Herr Schrader: Die Rohstoffe, die in Ihrem vollautomatisch gebauten Velo verbaut würden, die würden die Afrikaner Ihnen für Poesie verkaufen? Und das Erdöl, das in all den Kunstoffteilen drin wäre, das würden die Saudis gegen Philosophie eintauschen? Vielleicht. Wahrscheiunlich aber eher nicht.

    • H. Müller sagt:

      Unvermeidlich ist bekanntlich nur der Tod… Wenn Ihre Theorie stimmen würde, dass immer weniger Leute arbeiten und sich dies bis zum bitteren Ende fortsetzen sollte, frage ich mich, wovon das BGE bezahlt werden könnte. Sie werden entgegnen: Der Staat. Woher aber soll dieser berühmte Staat das Geld nehmen? Es würde ja niemand mehr Steuern zahlen. Und: sagen Sie mir bitte, wer bezugsberechtig sein soll. Alle? Dann haben wir nicht eine Einwanderungsquote von netto 80’000 sondern von sagen wir mal 500’000 Personen pro Jahr. Tolles Szenario.

  • Dan Horber sagt:

    Die Initiative verfolgt hehre Ziele? Doch das reicht nicht. Die Initiative führt in die Katastrophe. Sie führt in staatliche Abhängigkeit und führt zum finanziellen Kollaps ebendieses Staates.
    Praktisch alle (sogenannten) sozialisten Staaten implodierten an ihren Finanzen. Damit ist niemandem geholfen.

  • Damien lee sagt:

    „Nicht realisierbare Idee“. Ja wenn man nur bis 5 Milimeter vor dem Bauchnabel denkt, dann wird es natürlich schwierig. Kann sein, dass die Summe an produzierten und nachgefragten Gütern kleiner sein würde als bis jetzt. Ganz sicher wäre sie anders zusammengesetzt. Das Zusammenleben müsste ein wenig anders organisiert werden und würde nicht mehr nur dem Markt überlassen. Aber die Zigtausenden Stunden Arbeit die schon heute 100% freiwillig verrichtet werden (Vereine, daheim, Wohltätigkeit, Wikipedia, Opensource…) stimmen mich ziemlich optimistisch, dass dies sehr wohl realisierbar ist.

  • Hans Meierhans sagt:

    Das Denkmodell der Genossinnen Blumer ist unglaublich statisch. 2500 Franken jetzt – wo werden die Auswirkungen auf die Preise (insbesondere den Preis für Arbeit) im long – run berücksichtigt? Gar nicht!

    Diejenigen die den „Menschen vom Leistungsdruck befreien wollen“, sind auch diejenigen die ihn zur statischen Maschine degradieren. Menschen reagieren auf Anreise und passen ihr Verhalten den Gegebenheiten an.

  • Roland K. Moser sagt:

    „…Eine Viertelmillion Menschen lebt mittlerweile von der Sozialhilfe, nicht eingerechnet IV-Rentner und Arbeitslose sowie all diejenigen, die sich schämen, aufs Sozialamt zu gehen…“
    Alles in allem gegen 500’000.
    Solange Einwanderer importiert werden, wird auch der Arbeitsmarkt ausgehebelt.
    Sobald Null Einwanderer importiert werden, wird sich die Lohnschere schliessen.
    🙂

  • Martin Frey sagt:

    Die Initiative versucht, Herausforderungen der Zukunft mit nachgewiesen untauglichen Rezepten einer gescheiterten, menschenverachtenden Ideologie aus dem 19. Jahrhundert zu lösen. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

    • Thomas Sulzer sagt:

      Als Anhänger des argument-befreiten Schwarz-Weiss-Diskurses kann man Ihnen wohl nur zustimmen!
      Vielleicht regen die Stichworte „China“ oder „ehemalige Sowjet-Staaten“ einige Leser zu einer differenzierteren Betrachtung über den Grad des Scheiterns und der Menschenverachtung der jeweiligen Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme an…

      • Martin Frey sagt:

        Nun, man kann gerne ein Anhänger von “China” oder “ehemalige Sowjet-Staaten” sein, wie Sie es formulieren. Ich zähle mich nicht dazu.

        • Thomas Sulzer sagt:

          Es ist mir ein Rätsel, wie Sie aus meiner Aufforderung zur differenzierten Betrachtung eines Sachverhaltes, meine persönliche Wertung desselbigen ableiten können…
          Wir sprechen ganz offensichtlich nicht die gleiche Sprache!

          • Martin Frey sagt:

            Dann erklären Sie sich bitte näher, Hr. Sulzer, anstatt sich auf Schwarz-Weiss-Andeutungen zu beschränken die man offenbar falsch verstehen kann. Bin ganz offen…

  • Matthias Kirchner sagt:

    Der Systemwechsel ist zwingend, da wir zum Einen durch Outsourcing, Automatisierung und Effizienzsteigerung über immer weniger Arbeitsplätze verfügen und zum Anderen durch medizinische und gesellschaftlichen Fortschritt immer Länger leben und daher immer mehr Menschen werden. Die Vollbeschäftigung ist dadurch schlicht nicht möglich, besonders für schlecht ausgebildete und An im Niedriglohnsegment. Das BGE ist jedoch der komplett falsche Weg, da es mehr auf Wunschvorstellungen und naivem Idealismus fundiert ist als in der Realität. Ein halb-planwirtschaftliches System wäre eine Alternative.

  • Ruedi Wallner sagt:

    Die Annahme der Initiative wäre das Ende der Schweiz.,,, Die Herren/Damen Nationalräte wollen offensichtlich nicht sehen, dass die Schweiz – wie die Titanic- auf das Ende des zumindest sozialen Frieden aufläuft. Wenn ich jetzt schon lese, was kümmern mich eure Gesetze, Mistgabeln u. Fackeln hervorholen…. dann sollten sie sich warm anziehen, denn sie werden wohl nicht verschont bleiben und zur Verantwortung gezogen werden, und das ist gut so. Es braucht Lösungen die das Leben für die
    gesamte Bevölkerung lebenswert erhalten – und zwar nicht von den Politikern in Bern definiert.

  • Daniel Huber sagt:

    Geld ist und bleibt nur etwas Wert, wenn dahinter ein Gegenwert in Form von Leistung oder einem materiellen Gut steckt. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist der perfekte Nährboden für Inflation. Am Ende sind die 2500.- einfach nichts mehr Wert.

  • Thomas Stäubli sagt:

    Die Autorin irrt sich – die Initianten (und die Linken sowieso) wollen alle über dieses Grundeinkommen hinausgehenden Sozialleistungen selbstverständlich erhalten. Ich hoffe nur, dass wir beim Nein-Anteil den grünen Energiewendefurz noch toppen. Diese Initiative verdient keine 8% Ja Stimmen.

  • Bernhard Schlegel sagt:

    Sehr geehrte Frau Blumer

    Sie schreiben: „Wie innig sich die Politik vereinen kann, wenn der Feind nahe ist.“

    Ja, das ist schon erstaunlich, gerade wenn man bedenkt, dass der „Feind“ im Grunde nur menschlichere Lösungen für diese Roboterwelt anstrebt. Aber gemeinsam sind sie „stark“ und alles bleibt beim „Alten“. Den herrliberger Landesvater und seine Freunde wird es freuen…

    • Thomas Sulzer sagt:

      Ihr Statement beinhaltet zwei interessante Aspekte:
      a) Der Mensch entwickelt Werkzeuge, damit er die Umwelt seinen Bedürfnissen und Wünschen anpassen kann.
      b) Es fällt dem Menschen dabei erstaunlich schwer, sich auf die von ihm geschaffene neue Umwelt einzustellen.
      Kulturpessimistisch betrachtet: jede epochale Neuerung hat sich erst nach kriegerischen Konflikten etabliert. Von der Stammesgesellschaft zum Staat, vom Feudalstaat zum Verwaltungsstaat, von der Manufaktur zum Fliessband…
      Und die Beudeutung des Roboters erkennen wir wohl auch erst, wenn die Kampfroboter aufmarschieren!

      • Bernhard Schlegel sagt:

        Vielen Dank, Herr Sulzer

        Ja, die Terminatoren werden dereinst vielleicht ihre eigenen Schöpfer terminieren, einfach weil sich diese selbst überflüssig gemacht haben. Der Traum des Neoliberalismus: Viel Maschinenkraft für einige wenige Elitäre. Was dieser Neoliberalismus ausklammert ist der Inzest, auf den er unerbittlich zusteuert. Aber vielleicht wird dieses Problem auch gelöst, durch Gendatenbanken. So können sich die Herrschaften immer wieder neu erfinden und dennoch die totale Kontrolle behalten.

        8 Euro 50 Cent Mindestlohn pro Stunde als Bäckereigehilfe in Deutschland. Ja wo kommt den der Kapitalist hin, wenn er solch horrenden Löhne zahlen muss? Weg mit dem Menschlein! Blöd nur, dass Maschinen noch kein Brot essen und bezahlen! Also erstmals weg mit der Kassiererin. Der doofe Konsument macht ihre Arbeit am Selfiescanner. Und wer braucht schon Grossbäckereien, wenn die Terminatoren erst ihren Job gemacht haben?

  • tina sagt:

    grundsätzlich bin ich befürworterin des bge, meine bedenken sind aber folgende:
    1. reichen 2500 nicht zum überleben in diesem land, selbst wenn man keine zusätzlichen gesundheitskosten zu tragen hat.
    2. zusätzliche kosten wegen krankheit werden nicht mehr von einer sozialversicherung getragen. die leute können es sich einfach nicht mehr leisten, krank zu sein. was sollen diese leute dann machen? den löffel abgeben?
    3. mwst ist unsozial. wer mehr hat, braucht nicht mehr zu zahlen.

    • Martin Renold sagt:

      Die MwSt. ist nur unsozial solange es kein Grundeinkommen gibt. Zusammen mit dem Grundeinkommen ist die MwSt. eine Umverteilung von Leuten die sehr viel konsumieren zu denen die fast nichts konsumieren (können). Aber sie wird halt von der breiten Bevölkerung getragen und nicht von den Superreichen – diese besitzen ja viel mehr als sie jemals für MwSt.-pflichtige Güter und Dienstleistungen ausgeben können.

      • Christoph Bögli sagt:

        Das Problem der Mwst ist, dass niedrige Einkommen überproportional viel dafür aufwenden müssen, da praktisch der gesamte Lohn nach Steuern und Grundausgaben verkonsumiert werden muss. Je höher das Einkommen, desto geringer sind die relativen Konsumausgaben und damit auch die Mwst-Belastung. Die Mwst ist deshalb durchaus problematisch und tendenziell sozial ungerecht, zumindest solange Güter des Grundbedarfs davon betroffen sind.

  • Mercator sagt:

    Gebt ihnen die Fr. 2’500 und sie werden damit nichts mehr kaufen können…nur noch zahlen !

  • Paul Jenni sagt:

    Betreffend Vollbeschäftigung, Automatisierung und „Roboterwelt“: Ich möchte gerne zu bedenken geben, dass die Mehrheit der weltweit produzierten Produkte nicht von Robortern, sondern von Menschen hergestellt werden. Und zwar von Menschen, die im Gegensatz zu uns realistische Lohnvorstellungen haben und gewillt sind, für ihren Wohlstand hart zu arbeiten (in etwa so, wie das unsere Grosseltern auch getan haben).
    Unser Geld fliesst zwecks Bezahlung der Produkte nach China. Wir dürfen uns nicht der Naivität hergeben, dass das Geld dann aus China zurückfliesst, um unser Grundeinkommen zu bezahlen.

    • Thomas Sulzer sagt:

      Wenn ich für meinen „Wohlstand“ genauso hart arbeiten muss, wie meine Grosseltern – wo ist dann der ganze Mehrwert geblieben, der durch Rationalisierung, Technisierung, Restrukturierung, Diversifizierung, Globalisierung, etc entstanden ist?

      • Paul Jenni sagt:

        Offenbar ist Ihr Wohlstand schon so selbstverständlich, dass sie ihn nicht mal mehr bemerken (TV, Computer, Handy, Auto, Zentralheizung, etc).
        Die wichtige Frage ist eher: Die Chinesen haben Produktionsleistung, die Brasilianer Lebensmittel, die Afrikaner Rohstoffe und Vladimir Erdgas. Was haben wir zu bieten? Grundeinkommen, Philosophie und Poesie? Doch, da sind wir sicher gefragt im globalen Wettbewerb…

  • Rosemarie Andrin sagt:

    2500 CHF bei 100% Freizeit würde die Tieflöhner mit gleichem Lohn bei 100% Arbeit zum Aufhören führen, die Arbeitsmoral würde sinken. Das BGE soll im Idealfall anders funktionieren, es soll nicht mehr um eine Lohnkonkurrenz, sondern eine Arbeitskonkurrenz gehen, d.h. da es weiterhin Sozialarbeiter, Integrationshelfer, Putzkolonnen, Verkäufer etc. braucht, dürften diese Arbeitsprofile zu höheren Löhnen führen, da um die Arbeitenden gekämpft werden muss. Unternehmer in diesen Bereichen müssten mehr bieten als die 2500 CHF. Ich glaube, dass der Mensch sich beschäftigen und nicht versauern will…

  • Hannes Müller sagt:

    Dass „das Grundeinkommen vom Leistungsdruck befreit“, heisst auf deutsch, dass dann weniger gearbeitet wird. Wie das Geld dann erwirtschaftet wird, das verteilt werden soll, steht in den Sternen. Ich denke nicht, dass das Schlaraffenland realisierbar ist.

  • Josef Marti sagt:

    Ein BGE in irgendeiner Form ist unvermeidlich da künftig nur noch 20% der arbeitsfähige Bevölkerung im Leistungserstellungsprozess benötigt wird. Finanzierung ist kein Problem da ein Grossteil der jetzigen Umverteilungsbürokratie ersetzt würde. Wenn in wenigen Jahren die Geldmenge versechsfacht wird um das Geldmonopol und die Finanzmafia zu retten dann langts auch für ein BGE.

  • Peter sagt:

    Es wird garantiert im ersten Moment nach Einführung des Grundeinkommen der Fall eintreten, dass einer seine 2500.- schon am zweiten Tag verkokst hat. Dann gibt es per Gesetz ja keine Sozialhilfe, Fürsorge, AHV etc. mehr. Also liegt er hungernd auf der Strasse. Und was wird passieren? Linke Politiker werden eine Sozialhilfe fordern, weil man solche Leute ja nicht einfach hungernd auf der Strasse liegen lassen kann. Und schon ist man wieder beim heutigen System, nur eine Stufe teurer. Ich glaube diesem (linken) Staat ganz einfach nicht, dass er die Gesetze, selbst die eigenen, durchsetzt.

    • Sämi Amstutz sagt:

      Ganze 14 NAtionalräte konnten sich zu einem Ja zum BGE durchringen, aber sie schwafeln weiterhin von einem linken Staat. Realitätsverlust hoch drei.

    • Christoph Bögli sagt:

      Keine Sorge, da die meisten Kokser in den Management-Etagen sitzen, werden die auch bei einem Grundeinkommen noch ihre Spitzenlöhne haben um sich das teure Hobby zu finanzieren.
      Im übrigen, was wäre an ihrem „Beispiel“ denn heute anders? Wer sein Geld, egal ob Lohn oder Sozialhilfe, einfach so verprasst, kriegt auch nicht einfach unlimitiert mehr nachgeliefert.

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    „Die Motivation ist dann am höchsten, wenn ein Erfolg möglich, aber nicht sicher ist“. Das bedeutet, dass das BGE jegliche Motivation zur Leistung vernichtet. Wenn ich ein Einkommen ohne Leistung sicher bekomme, wozu soll ich mich dann aufraffen?

    • Margot sagt:

      Wenn sie 2500.- pro Monat haben, hören Sie auf zum arbeiten? Echt?
      Frau Blumer schreibt, dass es dann nicht mehr so viele Sozialarbeiter und Integrationshelfer braucht. Richtig, dann braucht es von diesen Berufen auch nicht mehr die Infrastruktur und deren Nebenkosten. Die frei gewordenen Büros könnte man in Wohnungen umbauen. Das würde die Zubetonierung verlangsamen und grosse Einsparungen bei den Erschliessungskosten bringen. Die Einsparungen sind nicht gerechnet
      Wegen der Digitalisierung braucht es immer weniger Arbeiter; VW baut jetzt eine Fertigungsfabrik voll automatisiert, null Arbeiter

      • Paul Jenni sagt:

        Seltsam, auf der Webpage von VW steht, im neuen Werk in Wrzesnia (Polen) würden 3000 Arbeitsplätze geschaffen.
        Aber es ist natürlich ein schöner Traum, dass eine Fabrik mit „Null Arbeitern“ einfach so Autos baut und wir alle dann daneben im Gras liegen und warten, bis uns die gebratenen Tauben in den Mund fallen. Allerdings scheinen die meisten Leute nicht zu merken, dass das nur ein schöner Traum für die Aktionäre wäre, die gesparten Kosten würde VW nämlich vermutlich nicht zum Wohle aller verteilen.

  • franz weber sagt:

    Ihr Linken schiesst wie immer den Vogel ab. Lebt im Gedanken schon im Jahr 3015 wie mir scheint. Nur weil in euren Kreisen überdurchschnittlich viele Faule Menschen agieren konntet Ihr überhaupt auf so eine Idee kommen. Es ist aber eine absolute Frechheit von euch sowas zu verlangen! Normale Menschen arbeiten 1/3 vom Tag und Schmarotzen eben nicht wie euresgleichen. Am schlimmsten ist doch das solche Wahrheiten von den Medienschaffenden noch meistens zensuriert wird, und daher würde mich es nicht verwundern wenn mein Text niemals erscheinen würde. Das zeigt nur auf, dass auch zu jenen gehört!

    • Matthias Kirchner sagt:

      Gratulation Herr Weber, so viel generalisierende Diffamierung Andersdenkender und gleichzeitig so wenig Inhalt. Nur als Beispiel und als kleine Erschütterung Ihres Weltbildes; ich arbeite seit meinem 18. Lebensjahr an jedem Arbeitstag 8 Stunden 25 Minuten, erbringe Dienstleistungen von denen Sie bestimmt bereits profitiert haben und setzt das Gesetz wertneutral und buchstabengetreu um, in meiner Freizeit engagiere ich mich Ehrenamtlich und stellen Sie sich nur vor gleichzeitig bin ich überzeugter Sozialist. Soviel dazu. Nur ein sehr marginaler Teil der Linken steht hinter dieser Initiative.

    • Leo Klaus sagt:

      @franz weber: Herr Weber, es stimmt! Diese Idee hier ist zu hoch gegriffen. Aber pauschal zu behaupten, die Linke wuerde immer absurde Ideen lancieren ist auch nicht richtig.

      Ich nehme an, dass Sie ihre ca. 40-Arbeitsstunden-Woche, die 4-5 Wochen bezahlten Ferien, die Krankentaggeldversicherung, die AHV, die Arbeitnehmerrechte sowie die Mieterrechte geniessen. Eine Frau sind Sie nicht, sonst haette ich auch das Frauenstimmrecht erwaehnt.

      All dies haben wir nur dank der SP. Ginge es nach der SVP, wuerden wir noch im Mittelalter stecken, und fuer einen Hungerlohn schuften, wohlgemerkt!

  • Max Reichen sagt:

    „Aber auch viele tiefe Löhne, weil der Arbeitsanreiz sinkt, wenn es für 100 Prozent Freizeit gleich viel Geld gibt wie für 100 Prozent Arbeit. Das Grundeinkommen ist eine schöne, aber nicht realisierbare Idee.“
    Das ist ja das Schlüsselargument für alle Gegner des BGE. Nur leider ist das hier nur eine Behauptung, die Prämisse, dass die Einzige (oder Hauptsächliche) Motivation für Arbeit das Geld sei, wird in keiner Art und Weise gestützt. Weder mit zusätzlichen Argumenten und schon gar nicht mit empirischer Daten. Ich finde ein solches Menschenbild sehr traurig!

    • Sibylle Weiss sagt:

      Die einzige Sorge,welche die Gegner plagt ist,dass dadurch Existenzängste gemildert u.wenn es noch dümmer kommt sogar reduziert werden könnten u. dies natürlich als Katastrophe heraufbeschworen wird.Hier werden schon im Vorfeld potentielle Probleme kreiert ohne es ausprobiert zu haben und man demzufolge gar nicht sagen KANN, ob es hinhaut oder nicht!Das heutige System ist unter der Unflexibilität der Klassiker, wo man rein bequemlichkeitshalber daran festhält und man vor einer Umstellung tierische Angst hat. Dasselbe war es vor der AHV und ALK Einführung, wo wir heute froh, dass es sie gibt!

    • Paul Jenni sagt:

      Also wenn Sie, Herr Reichen, auch ohne Bezahlung arbeiten möchten, dann dürfen Sie gleich morgen in meiner Firma anfangen. Es geht bei der Argumentation nicht darum zu behaupten, die Menschen würden nur wegen dem Geld arbeiten. Tatsache ist aber, dass wohl bei den meisten Jobs 80% Fleiss und 20% Freude ist. Und ich persönlich befürchte tatsächlich, dass man die Leute für 20% Spass und 0% zusätzlichem Einkommen nicht für 80% Fleiss begeistern kann.

    • Luzia Keller sagt:

      Paul Jenni, dann erklären Sie sämtliche Gratisarbeiten wie im Haushalt, Erziehung der Kinder, Pflege von Kranken/Betagten im eigenen Umfeld und auch Nachbarschaftshilfe etc. als reiner Spass an der Sache und muss nicht entschädigt werden? Wird ja vorwiegend von Frauen ausgeführt, die den Wert und den Sinn darin nicht erkannt haben, auch dafür entschädigt zu werden, nicht wahr Herr Jenni? Es wäre an der Zeit, sämtliche Arbeiten als wertvoll für die Gesellschaft anzuerkennen und genau deshalb ist ein gesichertes GE wichtig. Damit es so bleibt auch in Zukunft und der soziale Frieden länger währt.

  • Gregor Dump sagt:

    Das Problem ist die Verteilung des Einkommens in Form von Leistungs – messung. Denn heute hat das Einkommen praktisch nicht mehr mit Leistung zu tun, sondern mit „Marktmacht“.

    Mir ist auch bewusst, dass das Schweizer Stimmvolk 1:12 ablehnte, doch das ist so, als man Alkoholker fragen würde, dass sie weniger tinken sollen. Die Mammon Ideologie ist allgegenwärtig und bedarf der Berichtigung, denn Gira – Luftgeld ist und belibt Luft. Und genau deswegen würde „der Wert des CHFr.“ sich so abwerten, dass es einen Beschäftigungsschub gäbe, da Arbeit subventioniert würde. Im Grunde wärs asozial.

  • Roman Günter sagt:

    Ein paar generelle, rohe und ungefähre Zahlen zum Thema.
    Kosten Grundeinkommen: 212 Milliarden bei 8,1 Millionen Einwohnern. Bevölkerungsstruktur: 17% Minderjährige, 60% Arbeitende, 3% Arbeitslose, 20% Rentner.
    Finanzierung: 145,8 Milliarden durch Umlagerung der Lohnkosten, 40 Mrd. von AHV, 20 Mrd Arbeitslosensozialhilfe, 2,4 Mrd. bedarfsabh. Sozialhilfe, 2,8 Mrd. Direktzahlungen Landwirtschaft. Es fehlt noch 1 Mrd. dabei wurden aber noch kein Infrastruktur- und Lohnabbaumassnahmen im Sozialwesen oder sonstige Einsparmöglichkeiten berücksichtigt.

    • Vadim Koslov sagt:

      Das Problem sind die 145.8 Mrd „Umlagerung“ von Lohnkosten. Die Rechnung geht nur auf wenn niemand weniger arbeitet. Dann ist BGE aber lediglich ein krasser Sozialabbau da den Arbeitslosen nur noch 2500.- bezahlt wird.
      Des weiteren sind sämtliche Neubezüger wie Gymi Schüler, Studenten oder Lehrlinge vergessen gegangen.

      • Hans Wolfensberger sagt:

        Die Gymischüler, Studenten und Lehrlinge sind keinesfalls vergessen gegangen. Auch sie werden, statt Stipendien ein BGE erhalten. Wie kommen Sie darauf, dass die vergessen worden sind?

      • Roman Günter sagt:

        Herr Koslov, da ich mit 100% der Bevölkerung rechne, sind eigentlich alle darin enthalten. Es gibt Jugendliche oder Rentner die arbeiten. Es gibt Teilzeitarbeitende, etc., alle sind in den 100% naturgemäss enthalten. Sie haben recht, an einigen Orten wird weniger gearbeitet, die ersten 2500 gehen in die Ausgleichskasse, egal ob nun jemand 3000 oder 30000 im Monat verdient. Wichtig ist aber, dass nicht mehr wettbewerbsfähige Berufe viel schneller verschwinden werden. Es kann also durchaus mit einer Effizienzsteigerung und einer damit verbundenen Wertschöpfungssteigerung gerechnet werden

      • A. Jung sagt:

        Das Grundeinkommen darf keinesfalls mit Lohnabgaben finanziert werden. So würden die „Erwerbsarbeitenden“ die „Nicht Erwerbsarbeitenden“ finanzieren. Mit einer Konsumabgabe würden alle mittragen, selbst diejenigen die nur mit dem reinen Grundeinkommen Leben. Das Grundeinkommen wirkt dabei wie ein Steuerfreibetrag. Eine Alternative wäre Finanztransaktion-Abgabe oder Lenkungsabgaben.

        • Alberto La Rocca sagt:

          Das BGE wird immer mit Lohnabgaben finanziert, ob es Sozialversicherungsbeiträge sind oder Einkommenssteuern, sind dies alles Lohnabgaben am Ende …

    • Luzia Keller sagt:

      Vergessen Sie nicht die vergrösserte Kaufkraft der ca. 20% Rentner, wenn diese plötzlich von einer Minimalrente bisher plus EL direkt CHF 2500.- erhalten (nebst erarbeiteter PK während der Übergangsphase, nebst Erspartem). Die Einführung des gesicherten GE bedingt jedoch, dass die fixen Lebenskosten wie Mietpreise, KK-Prämien (Einheitskasse!), öV, Grundnahrungsmittel, medizin. Versorgung gesenkt werden. Im Gegenzug müsste die MwSt massiv erhöht werden, damit sich der Staatshaushalt ausgewogen verhält sprich das BIP wie in Skandinavien als Beispiel.

  • Simon Neff sagt:

    Es ist erschreckend zusehen wie ungern die Bürgerlichen und die Foristen Arbeiten. Geht ihr den nur wegen dem Geld arbeiten?
    Wenn ja bemitleide ich euch zu tiefst.
    Ich für meinen Teil gehe nicht primär wegen dem Geld arbeiten, sondern weil mir die Arbeit Spass macht und ich eine Aufgabe darin sehe. Würde ich nur wegen dem Geld arbeiten hätte ich was einfaches studieren können wie z.B. Jus oder Wirtschaft.

    • K.Müller sagt:

      Da Sie mich direkt ansprechen: Ich gehe arbeiten um Herausforderungen usw. zu lösen und mich dann über die Erfolge zu freuen. Das auch erstaunlich gut, deswegen brauche ich aber kein BGE. Weil der entsprechende finanzielle Benefit von ganz alleine kommt. Gleichzeitig lebe ich recht bescheiden, es bleibt viel über jeden Monat.

    • Hans Kohler sagt:

      Verstehe ich Sie richtig? Jeder, der für das BGE ist, ist für Sie arbeitsscheu? Wenn das der Fall ist, dann glaube ich, dass Sie sich über das Wesen des GBE nicht informiert haben.
      Das BGE schafft die Arbeit nicht ab, sondern lässt den Menschen die freie(!) Wahl, welcher Arbeit sie nachgehen wollen.
      Das ist heute nämklich nicht (oder nur sehr selten) der Fall. Glauben Sie nicht? Dann fragen Sie einen Arbeitslosen, der vom RAV mehr oder weniger genötigt wird, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.
      Das BGE beschert den unbeliebten Jobs eine Lohnsteigerung. Das ist gerechter als das heutige System.

    • Rodolfo sagt:

      Ein Problem sehe ich nicht bei Arbeiten, die Spass machen, sondern bei sogenannter „Drecksarbeit“.
      Wer ist mit einem Grundeinkommen von 2’500.-Fr. noch bereit, solche zu machen?
      Einerseits müsste man „Drecksarbeit“ besser entlöhnen und damit atraktiver machen, indem Geld als Kompensation für den fehlenden Spass gezahlt wird. Andererseits müsste man das Grundeinkommen realistischerweise wohl tiefer ansetzen.

  • Matthias Meier sagt:

    Die Einfachheit des BGE ist bestechend, aber 2500 CHF scheint mir etwas hoch, vor allem am Anfang. Mit 1000-1500 CHF kann man auch auskommen. Man muss bei der Finanzierung aber auch bedenken, dass es sich beim BGE um eine massive Lohnsubvention handelt – es werden bei Schweizer Firmen zig Milliarden aus Löhnen frei. Die Firmen könnten danach locker höhere Steuern (z.B. MWSt) zur Finanzierung des BGE stemmen. Um den Arbeitsanreiz zu steigern, könnte man über das BGE hinaus eine persönliche Rente einführen, die man durch Einzahlungen (Lohnbeiträge) im Verlauf des Lebens langsam erhöhen kann.

  • Hans Wolfensberger sagt:

    Ich glaube nicht, dass die Autorin weiss, dass das BGE in der Realität nicht funktioniert, wie sie im Artikel schreibt. Richtigerweise bemerkt sie aber, dass uns die Arbeit ausgeht und immer mehr Menschen ohne Lohnarbeit leben müssen, Tendenz steigend. Wenn es so weitergeht wird uns ein Grundeinkommen bald billiger kommen als das bisherige System oder etwa eine Lohnausfallversicherung, was dann wieder dem Sozialamt gleichkäme.

  • Udo Rohner sagt:

    Ein existenzsicherndes Grundeinkommen
    ist die Antwort einer sozialen Gemeinschaft auf die Tatsache, dass der Lebensraum Erde bereits bis auf den letzten Zipfel von irgend jemandem besetzt ist.

    Daher ist es den meisten Menschen unmöglich sich frei und selbstbestimmt ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften und es bleibt den Meisten nur die Wahl den Besitzenden zu dienen oder sie anzubetteln, oder sich deren Besitz gewaltsam anzueignen.

    Allerdings hielte ich es für selbstverständlich ein Grundeinkommen mit einer Grundleistung im ökologischen, sozialen und kulturellen Bereich zu verknüpfen.

  • K.Müller sagt:

    Kann es sein, das das BGE zu mehr strukurellem Rassismus in der Schweiz führt?

    • Hans Wolfensberger sagt:

      Es wöre toll, wenn sie den Lesern mitteilen könnten, wie sie auf diese Frage kommen, resp. diese aufführlicher zu formulieren.

      • K.Müller sagt:

        Man hat mir gesagt, das das BGE an die Einwohnerschaft geknüpft ist,- also keinesfalls bedingungslos.
        Was machen wir also mit den ganzen Leuten ohne Papiere? Die bekommen das ja nicht, dürfen aber via Konsumsteuern das Ganze mitfinanzieren.

        • Hans Wolfensberger sagt:

          Sie meinen die Sans Papiers? Die müssten dann halt in einer einmaligen Aktion „legalisiert“ werden.

  • Luzia Keller sagt:

    Es gibt immer noch zuviele Unklarheiten, welche auf dieser Website sehr gut erklärt werden: http://www.grundeinkommen.tv. Da spricht einer der Initianten des BGE, Enno Schmidt, in einem Interview mit Adolf Muschg darüber sehr aufschlussreich. Hier ein Zitat von Muschg: Der Mensch beginnt da, wo er etwas nicht muss.

    Ein entschleunigtes Leben im SlowMotionRhythmus tut uns allen gut. Dabei werden Ressourcen gespart – bei sich selber und anderswo. Die Finanzierung wird im Link anhand von Bsp. aus versch. Ländern vorgestellt, welche sich seit Jahren damit beschäftigen.

  • Markus Dubach sagt:

    Das Grundeinkommen wird kommen, es ist unausweichlich; wenn nicht durch Einsicht (kontrolliert), dann eben über den dritten Weltkrieg (unkontrolliert). Ich schäme mich über die Feigheit der Parlamentarier. Was sind doch das alles für Hosenscheisser! Und diesen Feiglingen zahlen wir noch einen Lohn von über sFr 100’000.-. Ich frage mich bloss, wozu eigentlich? Ach ja genau, ich habs fast vergessen: damit sie sich in den Dienst von Lobbyisten stellen können.

    • Ursula Basler sagt:

      Heute wird bereits mehr Geld durch Kapital erwirtschaftet als durch Arbeit.
      Das BGE könnte durch eine Kapitaltransaktionssteuer finanziert werden, die automatisch bei jeder Bewegung von Geld in Grössenordnung von einem halben Promille, also 0.05 % wenn ich mich nicht vertippt habe, abgezweigt wird und den BGE Topf speist. Das tut niemandem weh und ist eine gerechte Sache.
      Ich denke, wir müssen unser ineffizientes und kompliziertes Sozialsystem wieder mal vereinfachen, und gerade die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens macht dessen Verwaltung so einfach. Es gibt nichts mehr zu Verwalten!

  • Josef Rutz sagt:

    Diese von Professor Götz Werner ins Leben gerufene grossartige Vision eines bedingunslosen Grundeinkommens für alle ist doch weit mehr als nur ein Spiel wo gewisse Leute lediglich ihr kindisches Ego befriedigen wollen und sich mit einem sinnlosen im Kreis herum Gerede profilieren wollen und mit sinnlosen Büchern ein lukratives Geschäft riechen. Ich stelle fest, dass die grosse Mehrheit Menschen für diesen grossen Sprung in der Evolution des Bewusstseins noch lange nicht bereit sind und deshalb noch sehr viel Zeit vergehen wird bis diese grandiose Idee in die Tat umgesetzt werden kann.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.