Der Mindestlohn schadet den KMU und ihren Angestellten

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Zurzeit weist die Schweiz eine aussergewöhnlich niedrige Arbeitslosenquote aus, selbst bei Jugendlichen. Parallel dazu haben wir es im Vergleich zum Ausland geschafft, die Frauen gut in die Arbeitswelt zu integrieren: Über 80 Prozent der Frauen gehen einer geregelten Arbeit nach. Wir verfügen in der Schweiz über innovative und leistungsfähige Branchen und Unternehmen, die ihren Angestellten im Vergleich zum Ausland gute Löhne zahlen können. Wir sind nach den Vereinigten Staaten das wettbewerbsfähigste Land der Welt, und in Sachen Innovationsfähigkeit belegen wir schon seit Jahren einen Spitzenplatz. Diese Situation ist alles andere als ein Zufall!

Die Annahme der Mindestlohninitiative wäre Gift für unseren Wohlstand. Die Initiative verspricht der Bevölkerung höhere Einkommen, obwohl sie schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft hätte. Überall dort, wo ein Mindestlohn eingeführt wurde, hatte das nämlich oft zur Folge, dass die schwächsten Arbeitskräfte durch Maschinen oder durch besser qualifizierte Arbeitskräfte ersetzt wurden. Falls die Initiative angenommen würde und die Arbeitgeber dazu verpflichtet wären, ab Datum der Einstellung den weltweit höchsten Mindestlohn zu zahlen, so hätten jene, die in das aktive Erwerbsleben eintreten möchten, zweifellos noch mehr Schwierigkeiten! Teilzeitarbeitsstellen – gerade für Familien ein nicht zu unterschätzendes Zusatzeinkommen – wären stark gefährdet. Dies würde zuerst und vor allem die Frauen treffen.

Ein Mindestlohn führt dazu, dass die schwächsten Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzt werden.

Ein Monatslohn von über 5000 Franken? Küchenhilfe in einem Restaurant. (Keystone)

Ein Monatslohn von über 5000 Franken? Küchenhilfe in einem Restaurant. (Keystone)

Die Initiative der Gewerkschaften fordert das Festschreiben eines Mindeststundenlohns von 22 Franken in der Verfassung. Die Schweiz würde damit, wie bereits erwähnt, über den weltweit höchsten, vom Staat festgeschriebenen Mindestlohn verfügen! Die Folgen wären vernichtend: Mit einem Grundlohn von 4000 Franken pro Monat plus Zulagen müsste beispielsweise ein Restaurantbesitzer einer unqualifizierten Küchenhilfe ohne Berufserfahrung über 5200 Franken auszahlen. Viele Unternehmen, gerade in den Randregionen, könnten das nicht stemmen – für die dortigen KMU-Betriebe würde das buchstäblich das Todesurteil bedeuten.

Die Festlegung des Lohnes durch den Staat hätte Auswirkungen auf die Gesamtheit der Lohnstruktur. Die Umsetzung der Initiative würde selbst Grossunternehmen, die auf den Export ausgerichtet sind, einen heftigen finanziellen Schock versetzen: Die Lohnkosten würden derart drückend, dass diese Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit einbüssen würden und sich in der Folge gezwungen sähen, Arbeitsplätze abzuschaffen und die Beschäftigung für das untere Lohnsegment zu rationalisieren. Ganz offensichtlich verkennen die Initianten die Auswirkungen ihrer Initiative, die genau jenen schaden würde, die sie vorgeben zu schützen: Junge Berufseinsteiger, Frauen und Personen, die nach einem Arbeitsunfall versuchen, sich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die ländlichen Gegenden und die Bergregionen würden von der Initiative stark getroffen, weil ihnen ein entscheidender Konkurrenzvorteil genommen würde, nämlich die moderaten Lebensunterhalts- und Lohnkosten. Steigen die Lohnkosten, haben die Unternehmen kein Interesse mehr daran, in diesen Regionen zu bleiben. Und wo es weder Stellen noch wirtschaftliche Perspektiven gibt, bleiben auch die Bewohner nicht. Die Annahme der Initiative würde zur Entvölkerung von ganzen Talschaften und zur Schliessung von zahlreichen Schulen führen, die Jugendlichen würden in die Agglomerationen ziehen, zurück blieben noch die ältesten Dorfbewohner. Das kann doch nicht das sein, was wir uns unter nationalem Zusammenhalt vorstellen! Am kommenden 18. Mai werde ich deshalb ein kategorisches Nein zur Mindestlohninitiative einlegen!