Warum ich gegen die zweite Röhre bin

Die Sanierung des Gotthard Strassentunnels, die in den nächsten Jahren notwendig werden wird, darf nicht zum Anlass genommen werden, die Verkehrsverlagerungspolitik der Schweiz zu unterwandern. Die bisherige Verlagerungspolitik zeigt zwar einige Erfolge, ist aber vom gesetzlich vorgeschriebenen Ziel weit entfernt. Der Verlagerungsbericht 2011 legt die bundesrätliche Resignation offen. Auch der in Aussicht genommene 4-Meter Schienenkorridor am Gotthard wird gemäss Bundesrat bloss dazu dienen, das erwartete Verkehrswachstum aufzufangen.

Die neben der Schaffung von Transportkapazität auf der Schiene wirksamste Verlagerungsmassnahme, eine Alpentransitbörse (ATB), wurde bisher international zu wenig konsequent gefordert; eine vom Ausland unabhängige Einführung einer ATB will Bern leider nicht. Zu bedenken ist dabei, dass Italien und Deutschland den in verschiedenen Verträgen übernommenen Verpflichtungen (Bau der Zufahrtslinien, Verladeterminals) bisher nicht nachgekommen sind und damit höchstwahrscheinlich per 2018 deutlich in Verzug sein werden.

Wer baut schon ein teures Hallenbad und erlaubt dann nur, in der einen Hälfte des Beckens zu schwimmen?

Baustelle des NEAT-Basistunnels Monte Ceneri, 13. Dezember 2012. (Keystone/Gaetan Bally)

Der Schwerverkehr muss auf die Schiene verlagert werden: Baustelle des NEAT-Basistunnels Monte Ceneri, 13. Dezember 2012. (Keystone/Gaetan Bally)

Der NEAT-Beschluss wurde damals hauptsächlich mit der Transitgüterverlagerung begründet. Der Bau einer zweiten Röhre würde demgegenüber das technische Potenzial schaffen, die Schleusen für noch mehr Lastwagen aus dem EU-Raum zu öffnen. Viele Befürworter der 2004 deutlich abgelehnten AVANTI-Vorlage treten heute für einen nur je einspurig geöffneten Betrieb von beiden Tunnels ein. Doch spürt man die Absicht. Auch im internationalen Verhältnis würde über kurz oder lang nicht verstanden, dass die technische Kapazität für einen Vollbetrieb der beiden Röhren zwar gegeben ist, die rechtliche Erlaubnis aber nicht. Drucksituationen aus anderen Feldern der internationalen Politik lassen grüssen. Es wäre ja auch kein alltägliches Vorhaben: Wer baut schon ein teures Hallenbad und erlaubt dann nur, in der einen Hälfte des Beckens zu schwimmen?

Wenn wir es wirklich ernst meinen mit der demokratischen Willensbildung, dann sollten wir entweder zuerst die Verfassung ändern und im bejahenden Fall eine zweite Röhre im Vollbetrieb nutzen oder dann eine Sanierung ohne den Bau einer zweiten Röhre vornehmen, wie es der Bundesrat in seinem Bericht von 2010 als möglich dargestellt hat. Wenn uns die Sicherheit im Tunnel wirklich dermassen zentral ist, wie von Befürwortern der zweiten Röhre vorgetragen, dann müsste unverzüglich die Durchfahrt von Lastwagen drastisch gesenkt werden, denn sie sind an den meisten schweren Unfällen im Tunnel beteiligt. Wenn wir uns sorgen um die übernächste Sanierung in weiteren 40 Jahren und aus diesem Grund eine zweite Röhre verlangen, dann sollten wir dieses Argument der Forderung nach Fortschritt in der Verlagerung gegenüberstellen.

Unsere Verfassung ist in dieser Hinsicht klar: «Der alpenquerende Gütertransitverkehr von Grenze zu Grenze erfolgt auf der Schiene.» Und: «Die Transitstrassen-Kapazität im Alpengebiet darf nicht erhöht werden.» Das erste Anliegen ist nach bald 20 Jahren immer noch nicht realisiert, das zweite besteht aus einem baulich-technischen und einem rechtlichen Teil. Wer nun im Rahmen dieser Verfassungsbestimmung das technische Potenzial erhöht, schwächt die Rahmenbedingungen der künftigen Verlagerungspolitik. So gut wie Bundesrat Hürlimann mit seiner berühmten Autobahnaussage («Der Gotthard-Strassentunnel ist kein Korridor für den Schwerverkehr.») nicht mehr unter uns weilt, werden auch die heutigen Bundesrätinnen und Parlamentarier bei der Eröffnung des Betriebs einer zweiten Röhre kaum mehr im Amt sein.

Bis zum Vorentscheid des Bundesrats für den Bau einer zweiten Röhre im Juni 2012 hat das ASTRA in verschiedenen Publikationen dargelegt, dass die eigentlichen Flaschenhälse auf der Strasse andernorts sind, dass die fast alltäglichen und eben nicht nur an Extremtagen auftauchenden Staus vor allem im Gebiet der grossen Agglomerationen stattfinden. In diesem Sinn erscheint das Begehren nach der zweiten Röhre auch als Kampf gegen den «Mythos Gotthard», d. h. gegen das verfassungsmässig abgestützte «Halt» vor einem überbordenden Verkehrswachstum.

In diesem Diskussionskreuz von Priorisierung in der Behebung der Verkehrsflaschenhälse und Begrenzung des Wachstums im Interesse anderer Anliegen spielt die Transparenz der Verhältnisse eine besondere Rolle. Der Bundesrat spricht z. B. von Mehrkosten für den Bau einer zweiten Röhre gegenüber der Sanierung mittels Bahnbetrieb von 1 Mrd. Franken. Der Verein Alpeninitiative hat demgegenüber eine Kostendifferenz (inkl. Betriebskosten und Transportgebühren) von rund dem dreifachen Betrag errechnet. Danach würde der Bau und Betrieb der zweiten Röhre um rund 3 Milliarden Franken teurer zu stehen kommen als eine Sanierung mit Hilfe des Bahnbetriebs. Andere Strassenvorhaben würden dadurch selbstverständlich behindert.

Zur angesprochenen Transparenz gehören auch die Stellungnahmen aus den Regierungen der Kantone Tessin, Graubünden und Wallis. Bei den Verlautbarungen aus dem Südkanton vermisst man die Würdigung des Gotthardbasistunnels ab 2016 und die damit wesentlich bessere Verbindung zur Deutschschweiz. Was das bedeuten kann, zeigen die Erfahrungen des Kantons Wallis mit dem Lötschbergbasistunnel. In den St. Floriansbotschaften aus Chur und Sion ist nicht zu übersehen, dass hier die Hoffnung auf eigene Verkehrsentlastung nicht nur für die Zeit der Sanierung, sondern auch für weit darüber hinaus mitschwingt; eine Entlastungshoffnung allerdings, die zulasten der Gotthardroute ginge. Man stelle sich einmal vor, der Urner Regierungsrat würde für den Bau einer zweiten Röhre am San Bernardino eintreten, nachdem sich das Bündner Volk mehrere Male dagegen ausgesprochen hat. So etwas schmerzt im Alpenraum!

Das Urner Volk hat erst noch im Mai 2011 Nein gesagt zu einer zweiten Röhre. Dass es dabei um ein schweizerisches und internationales Thema geht, zeigt das Einzugsgebiet von A2 und A4. Bei der Verlagerungspolitik geht es um den Schutz eines besonders empfindlichen Gebiets.

In der langen Frist mag der Bau und Betrieb eines zweiten Tunnels denkbar sein: Wenn bis dann das Verlagerungsziel erreicht und nachhaltig gesichert ist, wenn Europa zu einer gesünderen Verkehrspolitik gefunden hat und es die bauliche Massnahme dieses Engnisses von nur einer Röhre nicht mehr braucht, wenn somit die Gefahr von Mehrverkehr, Rückverlagerung von der Schiene auf die Strasse und Rückverlagerung von anderen ausländischen Pässen (z. B. Brenner) auf die Schweizer Pässe nicht mehr besteht. Wer aber zu früh kommt, den bestraft die Geschichte.

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92 Kommentare zu «Warum ich gegen die zweite Röhre bin»

  • Emil Roduner sagt:

    Ich bin voll mit Ihnen einverstanden, Herr Stadler. Die EU wird uns in keinem einzigen der haengigen Dossiers entgegenkommen, wenn wir ihr diesen Strassenkorridor baunen.

    • Hans Ernst sagt:

      Genau! Mit einem zweiten Gotthardstrassentunnel betätigt sich die Schweiz ein weiteres Mal als Eigentorschiesser. Die Verhandlungsposition der Schweiz gegenüber dem Ausland wird massiv geschwächt mit der Folge, dass bald der gesamte europäische Lastwagenverkehr die direkteste Route durch die Schweiz nehmen wird. Man muss endlich begreifen: einen zweiten Strassentunnel am Gotthard baut man nur für die ausländischen Lastwagen. Die Schweiz hat davon überhaupt nichts, ausser dem Dreck, den Gestank und noch mehr Stau. Der Mehrverkehr zum Gotthard wird nämlich die Strassen im Mittelland verstopfen!

  • Urs Hecht sagt:

    Herr Stadler, Ihnen scheint es gleichgueltig zu sein, wenn das Tessin fuer Jahre von der uebrigen Schweiz abgeschnitten bleibt. Ihre egoistische Haltung ist nicht verwunderlich, wenn wir daran denken unter welchen Versprechungen Sie seinerzeit als Staenderat gewaehlt worden sind. Sie scheuen sich nicht, sofort die Fahnen zu wechseln, wenn es Ihnen nuetzlich erscheint.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Das Wallis war verkehrstechnisch noch nie so gut an die Deutschschweiz angebunden wie seit der Eröffnung des Lötschberg-Basistunnels. Dem Tessin steht mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels dasselbe bevor. Eine temporäre Sperrung des Autotunnels ist machbar. Wer den Kanton Tessin mit der Deutschschweiz verbinden will, soll dies zuerst einmal und vor allem im Kopf tun, und nicht mit einer Strasse – damit wäre dem Tessin weit mehr geholfen.

      • Mario Monaro sagt:

        Herr Rothenbühler, Sie treffen den Nagel auf den Kopf.

        • Urs Hecht sagt:

          In der Tat braucht es dafuer den Kopf, vor allem wenn SIe an alle die Laderampen denken, welch noch gebaut werden sollten und fuer die es ausser einem schoengefaerbten Bericht des Kantons Uri, noch kein Konzept gibt. Und fuer die Erledigung der EInsprachen fuer die Verladestationen, die es nach Meinung des Kantons Uri ausserhalb des Kantons geben muss, koennen Sie sich jetzt schon ein paar Jahre einplanen.

        • Thomas Saner sagt:

          Genau Rothenbühler und Monaro……und als Hammer nimmt er einen Tessiner Bürger.

      • Roger Montani sagt:

        Ja Herr Rothenbühler, Sie haben 100% Recht. Und das Tessin ist ja während der Renovation über San Bernardino, Gotthard Passstrecke und allenfalls Gotthard Autozug tip top erschlossen.

      • Stefan Waldispühl sagt:

        Wie war es denn vor 1980? Da herrschte im Tessin auch schon nicht mehr die Steinzeit, obwohl die Südschweiz auf der Strasse nur via San Bernardino ganzährig erreichbar war. Im Gegenteil – dem Tourismus ging es besser als heute, sicherlich hat dies auch mit dem unsäglichen Verkehrschaos zu tun, das seit der Gotthard-Strassentunnel-Eröffnung stetig vergrössert hat. Der öV wurde mittlerweile zwar ausgebaut, hinkt aber im Vergleich zu anderen Regionen massiv hinterher. Noch heute baut der Kanton Tessin lieber neue Strassen – und verursacht dabei noch mehr Verkehr.

        • Urs Hecht sagt:

          Lieber Herr Waldipuehl Haben SIe dabei auch an den Zuwachs der Bevoelkerung gedacht und die unkontrollierte Inbetriebnahme von Fahrzeugen, die heute saemtliche Verkehrswege verstopfen. WIe wollen Sie dieses Problem loesen? Sie haben in Ihrem Beitrag vergessen, dass es seinerzeit einen gut ausgebauten Autoverlad zwischen Goeschenen und Airolo gab.

        • Ivan Milevoj sagt:

          @ Herr Waldispühl: Mir gefällt Ihre Logik! Ich kann somit nur jede Dorfbäckerei dazu ermuntern eine zweite Eingangstüre zu bauen, um automatisch mehr Kunden zu haben…

    • Stefan Bürgmüller sagt:

      Machen sie nicht in Panik Herr Hecht!! Die Tessiner verpassen nichts, sollte der Tunnel 4 Jahre geschlossen sein. Eher die tausenden Deutschschweizer Rentner welche etwas umständlicher in „ihren“ geliebten Alterssitz und Sonnenstube reisen müssen.

    • Nico Meier sagt:

      Wer heute gegen eine zweite Röhre am Gotthard ist, der sagt ja zu weiteren Toten in einem der längsten Strassentunneln der Welt der leider nicht richtungsgetrennt ist.
      Wollen wir weitere menschenleben riskieren nur weil ein par hinrverbrannte Ökoheinis einen auf Modelleisenbahn machen wollen?
      Nein! Sagen wir ja zur Zukunft mit zwei Röhren weniger stau und ohne Tote im Gotthasrd!

  • Werner Sugi sagt:

    Die hohle Hand ausstrecken ist angenehmer, als etwas
    zu geben…

  • David Rüegg sagt:

    Zu dieser sachlichen Analyse kann man nur gratulieren.

  • sepp z. sagt:

    Wenns drauf an kommt, wird die GLP wie gewohnt mit der SVP und der FDP stimmen. Zugunsten des europäischen Transitverkehrs und des ‚freien Markts‘ für einen zweiten Tunnel.

  • Hans Ott sagt:

    Äh, pardon, aber der Satz, den Gorbatschow gesagt haben soll, heisst eigentlich «Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.» Das weiss Herr Stadler natürlich, hat aber wie ein paar andere Fakten halt nicht gepasst und wurde deshalb kurzerhand geändert…

  • Rolf Rothacher sagt:

    Mittelfristig (20-30 Jahre) ist eine zweite Röhre unumgänglich. Das Verkehrsvolumen nimmt weiter zu und damit jede Sicherheit ab. Das kann so nicht weitergehen, Alpenschutz hin oder her. Die Güterverlagerung dagegen könnte von unserem Bundesrat sehr rasch auf die Schiene gebracht werden. Man muss nur ein generelles LKW-Überholverbot, mehr Gewichtskontrollen und technische Überprüfungen flächendeckend einführen und der Strassentransport wird um 20% teurer. Doch wahrscheinlich reicht die Bahn-Kapazität durch die Alpen eh nicht aus. Schon mal durchgerechnet?

    • Markus Schellenberg sagt:

      Eine Erhöhung des Verkehrsvolumens ist nicht Gottgegeben, sondern wird von den entsprechenden Lobbys gefördert. Volkswirtschaftlich und in Bezug auf unsere Lebensqualität müsste man den Mobilitätskonsum konsequent verringern. Der Ausbau des Gotthards wäre dafür jedoch kaum geeignet!
      Oder erklären sie mei den Nutzen von Fahrten mit italienischem Mineralwasser, welche nach Norden führen und dabei jene Lastwagen am Gotthard kreuzen, welche deutsches Mineralwasser nach Italien bringen.

    • Fanny Heinzelmann sagt:

      FALLS das Verkehrs(Lastwagen)volumen wirklich so viel zunehmen wird, brauchen wir es ja nicht unbedingt mit einer zweiten Röhre in die Schweiz zu locken. Es gibt ja noch den gut ausgebauten Brenner als Transitstrasse (und ev. noch den Montblanc-Tunnel )

      • Caraillo Gazzo sagt:

        Typischer Nimby oder auf gut Deutsch: Heiliger Sankt Florian, Verschon mein Haus, Zünd andere an

  • Die Umsetzung des Verfassungsartikels „Der alpenquerende Gütertransitverkehr von Grenze zu Grenze erfolgt auf der Schiene.“ ist auch ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit. Speziell auf chronisch überlasteten Autobahnen kommt es vermehrt zu kritischen Situationen und Unfällen. Da wäre es auf jeden Fall eine Entlastung, wenn mehr Schwerverkehr auf die Schine verlagert werden könnte. Aber die Verkehrssicherheit sollte auch Leitgedanke beim Gotthardtunnel sein, mit einer 2. Röhre würde verindert, dass zum Teil übermüdete Langstreckenfahrer mit 160 km/h aufeinander zu fahren.

  • Heath Mack sagt:

    Das Mositunnel ist für paar Tage nur in einer Richtung befahrbar, was die Urner-Bevölkerung bereits mit grossem Aufschrei zur Kenntnis nimmt. Der Autoverkehr müsse einen „grossen“ Umweg über Luzern nach Schwyz und Zug in Kauf nehmen.Sind die Urner tatsächlich solch grosse Egoisten? Im Gegesatz zum Mositunnels würde der Gotthardtunnel für Jahre geschlossen und die somit die Tessiner vom Rest der CH ausgeschlossen. Es ist schon sehr befremdend, dass man nun aber wegen dieser kleinen Sanierung des Mositunnels bereits ein solch grosses Theater macht !

    • Emil Roduner sagt:

      Der Kanton Tessin waere keineswegs „vom Rest der Schweiz ausgeschlossen.“ Er gehoert ja auch nicht erst seit dem Bau des Strassentunnels zur Schweiz. Es gibt rund ums Jahr eine hervorragende Zugverbindung – und im Sommer auch bei geschlossenem Strassentunnel eine Strae.

      • Heath Mack sagt:

        Für reiche Rentner oder gutverdienende Familien ist eine Reise in den Süden erschwinglich. Pensionierte mit kleiner Rente oder Familien mit 3 Kinder können sich das Zugfahren leider nicht leisten, und wird mit der heutigen SBB-Preispolitk für diese Gruppen weiterhin wohl ein Traum bleiben.

        • Heath Mack sagt:

          Herr Bühler, ich nehme ihre Info wohlwollend entgegen und reiche den Urnern die Hand…

    • MaxBüeler sagt:

      Sehr geehrter Herr Mack,

      Ihre Frage, ob die Urner wirklich solche Egoisten seien, ist verständlich. Es gibt aber noch „andere Urner“, jene die nicht wie Markus Stadler aus ideolgischen Gründen bei der Sanierung des Gotthardstrassen-Tunnels gegen die nun dem Parlament vorgelegte Sanierungs-Lösung (zweite Röhre und nach Sanierung der alten Röhre, einspuriger, richtungsgetrennter Verkehr) ablehnt. 43 % der Urnerinnen und Urner haben im Jahre 2011 anlässlich einer kantonalen Abstimmung genau für die Lösung gestimmt, die das Departement Leuthard nun vorschlägt, und die das Tessin nicht abnabelt!

      • Egon Putzig sagt:

        Eine zweite Röhre macht keinen Sinn, so lange beide Röhren einspurig befahren werden sollen. Dies würde ausser Milliardeninvestitionen keine Änderung am bisherigen Zustand bewirken.

  • Clemens Battaglia sagt:

    Nun gut, Herr Stadler, da hätte ich dann schon eine Frage. Ihr Votum ist von abgrundtiefem Misstrauen gegenüber Bundesrat und Amtskollegen in anderen Kantonen richtiggehend getränkt. Wenn sie denn schon in der Politik niemandem vertrauen, warum machen sie dann dort überhaupt mit? Ihr Verhalten disqualifiziert sie für diesen Job, denn ohne grundsätzliches Vertrauen wird niemand in der Lage und Willens sein, Brücken zu bauen. Interessant zu hören aus dem Kanton, der pro Kopf der Bevölkerung am meisten aus dem Finanzausgleich bezieht!

  • Kurt B. sagt:

    Es zeigt sich, dass ab und zu Initiativen angenommen werden, von denen eigentlich von Beginn weg klar ist, dass sie nicht umsetzbar sind. Das Ausland, die praktischen Realitäten, fehlendes Geld etc. lassen sich auch durch einen Verfassungsartikel nicht einfach ändern. Es wäre angezeigt, die zweite Röhre zu bauen, das Verlagerungsziel abzuschwächen und das leidige Thema endlich zu beerdigen. Alpenschutz ist gut, aber ebenso sinnvoll wären kein weiterer Ausbau des Sportangebots, weniger Bautätigkeit in Bergregionen, etc. Der Gotthard ist nun mal eine Haupttransitachse, machen wir sie effizient.

    • Realist sagt:

      Das Verlagerungsziel ist von der bürgerlichen Mehrheit in Parlament und Regierung systematisch hintertrieben worden. Dass jetzt noch das Sportangebot limitiert werden soll, schlägt dem Fass den Boden aus. Die Lastwagenlobby hätte wohl am liebsten eine Rennpiste für sich selbst.

  • Hans Luginbühl sagt:

    Güter auf die Bahn – ein Schlagwort das uns Schweizerbürgern seit Jahrzenten um die Ohren gehauen wird. Ich wohne im Seeland und erlebe jeden Herbst hunderte ja tausende von Rübenfahrten auf der Strasse – ökologisch toll, da ja alle Traktoren mit Katalysatoren und Dieselfiltern ausgestattet sind. Früher mit der Bahn aber heute! Nun zum Tunnel, bei nüchterner Betrachtung müssten ja gerade die „Verkehrsverhinderer und Grünen für den Bau einer zweiten Röhre sein, Die immer wiederkehrenden Umweltbelastungen während der Staus fallen bei fliessedem Verkehr nicht an. Davon wird nie gesprochen!

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Der Treibstoffverbrauch nimmt mit der Geschwindigkeit überproportional zu. Stehender Verkehr soll den Motor abschalten. Noch weniger Treibstoff verbraucht jener Verkehr, der auf den Schienen abgewickelt wird. Und gar keinen jener, der gar nicht erst durchgeführt wird, weil man Milch nicht von Belgien zur Verarbeitung nach Mailand transportieren muss, weil man dort etwas günstiger Mozzarella herstellt, Rahm abfüllt oder anderen Unsinn mehr.

  • Sehr guter realistischer und hervorragender Kommentar.
    Ich bin genau Ihrer Meinung M.Stadler. Zuerst mal das ALTE VERSPROCHENE erledigen, dann weiter schauen und bauen – wenn es dann noch nötig ist. Gott sei Dank gibt es noch Eidgenossen mit Herz, die sich auch trauen die Kaugummi-Regierung zu attackieren. Danke.
    massimo

  • Was sagen Sie den Tessinern, die nicht in der Nähe eines Bahnhofs leben, z.B. in den Valli? Ohne Auto, Last- und Lieferwagen geht da nichts. Und leider geht auch im Tessin ohne Deutschweiz oft nichts, sprich, die Mobilität in Richtung Norden ist für die Südschweiz immens wichtig. Ohne zweite Röhre wird die Südschweiz einmal mehr benachteiligt und zwar massiv. Einen kleinen Vorgeschmack bekam das Tessin, als der Gotthardtunnel wegen Brand für mehrere Wochen geschlossen blieb.
    Hier kann es nicht mehr nur um grüne Politik gehen bei dieser Frage geht es auch um den Zusammenhalt unseres Landes.

    • Yves M. sagt:

      Um den Kanton Tessin mache ich mir keine Sorgen. Ich fahre schon lange nur noch mit dem Zug ins Tessin. Bei einem entsprechenden guten Angebot, werden viele Weniger Belastung durch den Schwerverkehr gerade im Tessin und Uri wäre für die lokale Bevölkerung sehr wichtig.

      Eine zweite Röhre heisst auch, dass mehr Verkehr auf dieser Achse durch die Schweiz fährt. Dazu müsste an anderen Stellen die Infrastruktur zusätzlich angepasst werden. Ich sehe nur eine Limitierung der Durchfahrten Nord/Süd für ausländische Lastwagen auf eine Jahres-Maximum als Lösung.

  • f.a. blume sagt:

    da haben sie völlig recht, es braucht keine weitere löcher durch die CH-alpen für den EU-schwerverkehr
    .
    – es braucht viel bessere LKW-verladungsssteminale in basel (D) und chiasso (I)
    – es braucht eine temporeduktion für den schwerverkehr
    – es braucht ein überholverbot für den schwerverkehr
    .
    jedoch braucht es vor allem ein umdenken in der wirtschaft
    – die zb. teile in italien weiterverarbeitet
    – und wieder zurück ins ursprungsland transportiert nur um ein paar € zu sparen
    .
    für die renovationszeit der basistunnel für LKW-verlad
    — der alte tunnel für den PKW verlad oder die passstrasse

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Genau, das sind die neuralgischen Punkte. „Je Tunnel desto Verkehr“, das kann niemand wollen. Und übrigens: Es gab ein Leben VOR dem Tunnel, auch für die Tessiner, was soll also das Gejammer?

    • Karin Herrmann sagt:

      Genau. Solange de Verkehr im Tessin (Italien) nicht weg kommt, nützt eine 2. Röhre gar nichts. Der Huckepack muss so attraktiv sein, dass die Lastis drauffahren können, die Zollpapiere werden während der Fahrt erledigt und kommen so (per Fax Mail etc) am Zielort an, dass sie nur weiterfahren können. Auch sollte ein Schlafwagen mit Dusche und ev. Speisewagen vorhanden sein. Auch eine Verringerung von Export/Import von „CH“-Gemüse um daraus Halbfertig oder Fertigprodukte zu machen (so werden Zölle gescheffelt), Ch-Rahm in Italien oder Belgien(Holland) in Dosen verpacken – alles unsinnige Transp.

      • Dorothea Stieber-Gand sagt:

        Das sehe ich genauso! Das Tessin ist zu schön, um es noch weiter zu belasten! Ich erinnere mich noch gut an Deine wundervolle Führung vor etwa 20 Jahren, wenn Du die bist für die ich Dich halte 😉 Ansonsten „Sorry!“, aber ich glaube wir kennen “ Neue Wege“!

  • John Andrew sagt:

    Markus Stadler hat vollkommen recht. Betrachtet man zudem die einseitigen Massnahmen, welche Deutschland zur Lärmreduktion ergriffen hat (siehe Flughafenstreitigkeiten Zürich oder Salzburg), so kann die Schweiz durchaus diesem Prinzip folgen. Ganz einfach die Durchfahrt von Transitlastwagen auf der Strasse verbieten. Das hilft nicht nur der Schweiz, sondern auch der EU, weil Unsinnstransporte (siehe Kartoffelschälen) damit verhindert werden und die „Transport-Kostet-Nichts“-Logistik zur Vernunft gebracht wird. Eine zweite Gotthardröhre braucht es nicht!

  • Stefan Meier sagt:

    Die Kapazität für die verlangte Verlagerung von mind. Grenze zu Grenze fehlt, auch mit dem neuen Basistunnel am Gotthard.
    Auch die Rechnung zum PW-Verlad(Göschenen-Airolo) während der Sanierung geht nicht auf. Zb. 600 PW pro Std./Richtung mit 70 Pw pro ergibt 17 Züge total. Also jede 3 1/2 Min. ein Zug= nicht machbar.Mit dem LKW-Verlad Raum Erstfeld-Biasca mit 3 Zügen pro Std./Richtung wird die Kapazität des neuen Tunnels eingeschränkt.
    Die beste und praktischte Lösung ist die 2. Röhre, alles andere ist ein Gewürge und bringt der Region ziemliche Nachteile.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Beste Lösung ist die Unterbindung dieser unzählbaren, unsinnigen Transporte. Da wird Zeug rumgekarrt, weil man ein paar Rappen sparen kann, wenn Rahm aus F in I in Dosen abgefüllt wird – das muss aufhören!

    • Realist sagt:

      Aber die Rechnung für Lebensmitteltransporte kreuz und quer, die geht scheinbar auf. Ich meine damit nicht nur das Pferdefleisch. Auch den Parmaschinken aus Belgien der in Holland geräuchert, in Parma verpackt und in Deutschland verkauft wird.

      • vic sagt:

        Mag schon stimmen die Rechnung, aber Parmaschinken ist nicht geräuchert! Ausgeräuchert aber werden die BewohnerInnen entlang der Transitachsen, sei es im Tessin oder in Uri, wenn weitere Strassenverkehrskapazitäten geschaffen werden!

  • Daniel Hardegger sagt:

    Träumen Sie weiter Herr Stadler. Die zweite Röhre ist ein MUSS und hätte gleich von beginn weg so gebaut werden sollen.
    Verkehrstechnisch und Sicherheitstechnisch. Es reicht der Platz hier nicht zum ausführlich werden, aber die Meinung der Urner ist hier nicht mehr wert, als die der Rest der Schweiz. Die kurzsichtige Verkehrspolitik (privat und ÖV) der Schweiz muss ja nicht zwingend immer so weitergeführt werden. Sowohl die Autobahnen wie auch die Schienen sind ein Jahrzehnt im Rückstand. Daran ist nur eine Gruppe schuld, jedoch aus diversen Gründen: Die Politiker.

  • Ein Berner namens Aschi sagt:

    Sehr fundierter Beitrag des SR Stadler. Die Alpeninitiative wurde nach deren Annahme systematisch torpediert weil es Geldscheffler nicht gerne sehen, wenn das Volk für die Umwelt entscheidet. Solange die in der Verfassung vor 20 Jahren festgelegte Reduktion des alpenquerenden LW-Verkehrs nicht realisiert wird, kommt eine Sanierung des Tunnels nicht in Frage. Soll der ruhig verrosten. Der Lötschbergverlad ist seit Jahrzehnten die einzige wintersichere Autoverbindung zwischen BE und VS. Es geht auch so. Bonus-AKW- und LW-Turbos in SVP, FdP, CVP, BDP respektiert bitte Volksentscheide.

  • Stefan bauer sagt:

    Gotthard schliessen! Das ioc wird schon dafür sorgen, dass die Autobahn bis st. Moritz gebaut wird… Die verlängerung bis Italien ist dann nur noch formsache…

  • Roman Müller sagt:

    Sehr guter Kommentar. Ich bin auch gegen eine 2. Gotthardröhre, weil ich der Meinung bin, dass wir uns diesen teuren Luxus nicht leisten können und die 2. Röhre auch verkehrstechnischer Unsinn ist. Wir würden damit in erster Linie die Bedürfnisse der EU-Transportlobby erfüllen, und das erachte ich als nicht sehr sinnvoll.

  • Bruno Bänninger sagt:

    Seit über 50 Jahren sind LKW’s in Europa 4.00 Meter hoch. Seit über 50 Jahren ist das sogar den CH-Politkern (nicht nur Hr. Gieszendanner) bekannt. Seit über 50 Jahren fehlt und wird noch lange fehlen eine Transitlinie durch die Schweiz, auf der Sattelauflieger (ohne Zugmaschine!) mit 4.00 Meter Höhe verladen können. Kein einziger Lastwagen quält sich freiwillig, ohne Transportauftrag durch die CH. Jeder Transporteur würde noch so gerne verladen und das während 7 Tagen und 24 Std. Leider fehlen auch leistungsfähige Verladebahnhöfe in Nord und Süd.

  • Markus sagt:

    Die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene hat nicht stattgefunden, ganz im Gegenteil, immer mehr Güter werden auf der Strasse transportiert. So langsam aber sicher müssen sich die Politiker fragen wieso. Offensichtlich war die Deregulierung und Privatisierung des Schienen-Güterverkehrs kontraproduktiv. Weswegen die Bahn immer ineffizienter wird fragt sich leider kein Politiker. Dabei gilt es genau dies zu Analysieren.

    • Markus sagt:

      Als erster Fehler wurden Private zugelassen und die Übernahmen natürlich die einfachen und lukrativen Aufträge (Führen von Ganzzügen wie Kies und Öl). Es war ein Einfaches dort die SBB zu unterbieten. Denn die SBB hat das Maximum herausgeholt, gerade so dass dieser Transport nicht auf der Strasse stattfand, mit dem Gewinn (Mischrechnung) finanzierte die SBB den Stückgut- Transport. Wen wundert es, dass es heute kaum noch Stückguttransport mehr auf den Schienen gibt?

      • Markus sagt:

        Ein weiterer Fehler war das die Ausbildung und Qualifikationen des Personals nicht reguliert wurde. Was dazu führte das immer mehr ungeeignetes, schlecht ausgebildetes Personal auf den Schienen unterwegs ist. Die Konsequenz daraus ist, dass nun exorbitant viel Geld in Sicherheitssysteme gepumpt werden muss und die Milliarden teure Infrastruktur nicht effizient befahren bzw betrieben werden kann, denn die Bahnunternehmen reagieren mit Geschwindigkeits- Herabsetzungen um Risiken zu minimieren. Dies kostet das einzelne Unternehmen nichts, für die Bahn ist es gesamthaft gesehen aber verehrend.

  • Bruno Juchli sagt:

    Diese Argumentation möchte und werde ich voll und ganz unterstützen.
    Wir müssen an unserer strategischen Verkehrsplanung festhalten. Sonst werden wir später mit dem ganzen Dreck und Verkehrsüberlastung bestraft.
    Die Anrainerländer sind im Zugzwang, nicht die Schweiz.

  • Peter Stoffel sagt:

    Innerhalb weniger Jahre hat sich der Strassenverkehr in der Schweiz verdoppelt. Mit der steten und rassanten Zunahme des Strassenverkehrs wird auch eine zweite Röhre durch den Gotthard unumgänglich sein, wollen wir das Tessin nicht von der übrigen Schweiz isolieren. Dass der Schwerverkehr auf die Schienen soll ist zwar mehr als nur wünschenswert, doch auch hier werden wir selbst mit NEAT an die Grenzen stossen. Der Bau einer zweiten Gotthardröhre muss zwingend so schnell als möglich erfolgen, wollen wir nicht vor dem Kollaps stehen. Die Alpeninitiative ist heute nicht mehr umsetzbar.

  • Fritz Nussbaumer sagt:

    Täusche ich mich in der Annahme, dass durch den Gotthard-Basistunnel keine Lastwagen transportiert werden können, da die Temperaturen im Tunnel zu hoch sein werden?
    Täusche ich mich weiter, wenn ich annehme, dass auch die nötigen Personenwagen, die diese Temperaturen beherrschen, noch nicht bestellt werden können?

  • Roland K. Moser sagt:

    „Bis die Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene nicht erreicht ist, darf kein zweiter Strassentunnel gebaut werden…“ Das unterschreibe ich.

    Die 2. Röhre soll nämlich nur dazu dienen, die Kapazität zu erweitern, weil sich der Hosenscheisser-Bundesrat nicht getraut, der Entwicklungsland Union EU den Tarif durchzugeben und die BV umzusetzen.

  • turi meyer sagt:

    Die Schweiz braucht eine zweite Gotthardröhre.
    Damit der freie Markt der EU nicht an der Schweizergrenze aufgehalten wird!
    Die reiche Schweiz kann der EU mit dieser zweiten Röhre einen grossen Gefallen tun, damit etwa das Pferdefleisch effizienter und sinnvoller quer durch Europa transportiert werden kann. Seien wir grosszügig, und schenken wir der EU diese Röhre!

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Mit etwas Ironie: Mir wäre lieber, die Pferde würden wieder vor der Postkutsche über den Pass traben statt im LKW durch die Röhre. Ob’s dann einheimische Freiberger sind oder Gäule aus der EU interessiert mich weniger, solange sie den Mist wegräumen, den sie hinterlassen. Soweit ich weiss, interessieren sich die Rosenzüchter aus der Stadt dafür…?

  • weibel sagt:

    Herr Stadler hat vollkommen Recht. Deshalb schlage ich dies vor: 1. Sobald der Basistunnel in Betrieb ist, Umwandlung des historischen Eisenbahntunnels in einem modernen und sicheren Straßentunnel. Es ist einfach, die Portale sind ganz nah an einander. 2. Sanierung des heutigen Straßentunnels. 3. Rückkehr zur Eisenbahn des historischen Tunnels, völlig erneut, sicher, mit Sicherheitsstollen. Das ganze kostet 1,5 Milliarde (die Hälfte des Projekts des Bundesrats), verursacht kein Straßenblockieren und respektiert streng die Verfassung.

  • weibel sagt:

    M. Stadler a parfaitement raison. C’est pourquoi je propose ceci : 1. Dès la mise en service du tunnel de base, transformation du tunnel ferroviaire historique en tunnel routier, moderne et sûr. C’est facile, les portails sont tout proches l’un de l’autre. 2. Assainissement du tunnel routier actuel. 3. Retour au ferroviaire du tunnel historique, tout neuf, sûr, avec galerie de sécurité. Ça coûte 1,5 milliard (la moitié du projet du Conseil fédéral), ne provoque aucun blocage routier, et respecte rigoureusement la Constitution.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Man könnte auch den bestehenden Strassentunnel mit Schienen ausrüsten: Es gäbe keine Unfälle mehr mit Zusammenstössen oder Auffahren. Keine! Und das zu Kosten, die kaum durch irgend ein anderes Projekt zu unterbieten wären. Der freie Güterverkehr ist gewährleistet – die freie Wahl eines Transportmittels ist kein Menschenrecht…

  • Walter Kunz sagt:

    Benötigen wir unsere Steuergelder, ganz abgesehen von der anwachsenden Staatsverschuldung,
    der irreversiblen Naturverschandelung, dem Verstoss gegen die Alpenkonvention. denn tatsächlich
    nicht mehr, für viel dringenderes. Das nur um dem lästigen EU Transit durch
    die Schweiz, Tür und Tor zu öffnen..?

  • Manuel F. sagt:

    Die Befürworter einer 2. Röhre „verstecken“ sich vielfach hinter den Argumenten Unfallsicherheit, bessere Verbindung zum Tessin „vernünftige Verkehrspolitik“. Sie werfen auch Herrn Stalder und der Bevölkerung des Kantons Uri Egoismus vor. In der Realität wird die „Verschnellerung“ der Nord-Süd Achse dazu führen, dass die Verkehrsbelastung und die Infrastrukturkosten in der ganzen Schweiz auf allen Strassen, inklusive dem Tessin zunehmen wird. Darum überwiegen bei mir die Vorteile dieses natürlichen Flaschenhalses die Nachteile, welche bei einer Reise in den Süden uns alle treffen können.

  • lucius mayer sagt:

    Wo bleibt der erforderliche, laute Ruf der SVP zur Durchsetzung des scheinsouveränen Volkswillens bei der Verkehrsverlagerung auf die Schiene?

  • Yves M. sagt:

    Der Verkehr der Europäer auf der Nord-Süd-Achse muss endlich mit anderen Dossiers verknüpft werden. Steuern, Flughafen Zürich etc. Ansonsten könnten wir ja den Verkehr für die ausländischen Brummies limitieren. Maximale Anzahl durchfahrten pro europäischem Land im Jahr durch die Schweiz (analog zu den Überflügen über deutsches Gebiet…). Mal sehen, ob sich dann was bewegt…

  • G. Arnold,URI sagt:

    Nicht alle Urner sind gegen eine zweite Röhre. Nur politsch aktiven Urner äussern sich stark dagegen.
    viele Urner wollen auch eine zweite Röhre.

    • Dimitri sagt:

      Viele UrnerInnen wollen auch eine zweite Röhre, das stimmt. Aber eine Mehrheit der UrnerInnen die zur Urne gehen, wollen KEINE zweite Röhre. Das hat das Urner Volk in der auch jüngeren Vergangenheit bereits viermal so bekundet. Und noch etwas. Auch das Tessiner Volk hat bisher eine zweite Röhre IMMER abgelehnt.

  • Tom Gyger sagt:

    So saublöd hat nch selten einer argumentiert. In der Deutschschweiz werden doch sogar Lärmschutzbauten erstellt wegen Kühe – und der hier spricht von Hallenbäder… Wenn diese Infrastruktur nicht gebaut wird soll der Tessin die Löcher einseitig schliessen und sich von dieser Landvogt-Politik befreien – wir rufen zum Volksungehorsam auf !!! Baut diesen Tunnel anstatt die Scheiss Fliegr zu kaufen !

    • iskra sagt:

      Leider aber sind es die gleichen, die eine zweite Röhre und die „Schweissflieger“ wollen !!!!! Wer ist das ? Quizfrage, sehr einfach zu lösen.

  • Markus S. sagt:

    Über allem steht die Sicherheit, d.h. wir brauchen den 2. Tunnel nur dafür sonst für gar nichts. Alle anderen Argumente sind scheinheilig und nur politisch ideologisch gefärbt.

  • George Berger sagt:

    Bei solchen Aussagen sieht man das die GLP das L gleich streichen sollte. Glaubt wirklich jemand, ausser der Bahnlobby und dogmatischen Grünen und Linken, dass eine zweite Röhre irgendjemandem Schaden könnte? Natürlich ist es sinnlos Milliarden zu investieren ohne die Kapazität zu erhöhen, aber das will ja nun wirklich niemand. Falls sich der Verlad auf den Zug ohne Subventionen für die Logistiker irgendwann lohnen wird, was ich hoffe, dann braucht es aufgrund des zunehmenden Privatverkehrs in Europa und insbesondere in der Schweiz trotzdem eine zweite Röhre.

  • Jan Maurer sagt:

    Es ist jedoch schon fragwürdig, dass man LKW der neusten Generation auf die Bahn verladen muss, wo sie das Land dann mit einer weit schlechteren Umweltbillanz durchqueren, als wenn sie selber fahren würden.

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Diese Umweltbilanz müssen Sie mir erst vorlegen, bevor ich sie glaube. Und nochmal: Zig Transporte sind schlicht unnötig. Kein Verkehrsmittel schneidet besser ab für einen Transport als gar kein Transport.

  • Daniel Münger sagt:

    Man kann sich an einer Hand ablesen, weshalb die Anschlüsse in I und D nicht klappen. Solange diese nicht gebaut sind, solange fahren immer mehr Fahrzeuge auf der Strasse. Trotzdem bin ich für einen 2ten Autotunnel. Die Kolonnen werden nämlich, egal was wir wollen, noch mehr zunehmen.

  • Reto Berger sagt:

    Eine 2. Röhre nein!!!! Das Schweizer Volk hat sich für die NEAT entschieden und das ist richtig. Lösungen für die Zeit der Tunnelsanierung gibt es genügend. Die Tessiner werden nicht bankrott gehen. Was aber viel wichtiger ist, dass die Schweiz nun Druck auf die versprochenen Zubringer zur NEAT seitens Deutschland und Italien macht. Und die ja nicht noch mitfinanziert. Werden diese Zubringer nicht schnellstmöglich realisiert, drohen wir entschieden, dass der Warentransport drastisch limietiert wird. Sollen Italien und Deutschland dies über den Brenner oder sonstwo tun.

  • Fournier sagt:

    Une excellente proposition.! Le peuple avait déjà donné son opinion, il est temps qu’on lui donne enfin raison!
    (Mais il y aura toujours des politiciens qui n’acceptent pas les opinions du peuple, de peur de perdre leur électorat!)

  • Nach meiner Ansicht ist eine 2. Gotthard-Röhre unerlässlich, das würde weniger Verkehrsunfälle verursachen. Die LKW gehören ab Baslergrenze bis Milano auf die Schienen. Eine Maut von ca. 30 CHF pro Weg und PW sollte vorgesehen werden. Da hätten wir schon ein Schritt in die positive Richtung erreicht!

    • Felix Rothenbühler sagt:

      Das Argument, die 2. Röhre brächte weniger Verkehrsunfälle, wurde vom Bfu widerlegt: Bereits 3% Mehrverkehr auf den Zufahrtswegen zur 2. Röhre und die daraus resultierenden Unfälle würde den Sicherheitsgewinn in der Röhre wieder aufheben. Wer ehrlich mehr Sicherheit will, verlagert die Gütertransporte, reduziert die Geschwindigkeiten und/oder reduziert den Verkehr ganz generell. Googlen Sie nach „Auswirkungen eines Ausbaus auf zwei Röhren auf die Verkehrssicherheit (Road Safety Impact Assessment)“

  • peter angerer sagt:

    die zahlreichen kunstbsutender n-dtrasse, vorab im tessin, wurden seinerzeit nicht auf die gewichte der heutigen laster ausgerichtert. br huerlimann erklaerte zudem bei der tunneleroeffnung, der tunnel sei nicht fuer den lasterverkehr ( sinngemaess ), sondern dass die menschen sich naeher kommen. wie stellt man sihc in bern den strassenverkehr vior, wenn die zum teil sagenhaften brueckebauten im tessin einmal ausgedient haben ? das verrotten ist bereits im gang. was tut der br, das parlasment ?

  • Lars Benvenido sagt:

    Die politischen Diskussionen sind immer mehr von Kleinkrämerei geprägt. Kein Mut und keine Visionen. Natürlich sind Schiene UND Strassentunnel nötig. Dass sich nun aber Herr Stadler als Schlusswort im Artikel den Satz erlaubt, „wer zu früh kommt bestraft die Geschichte“ ist schon bizzar und befremdend. Dass kann doch nicht wahr sein, dass sich ein Politiker getraut so eine Aussage zu machen. Reicht es ihm nicht, dass seine Vorgänger vor fast 50 Jahren den Bau der 2. Röhre verpasst haben. Seine Meinung wird die Geschichte bestrafen. 100 prozentig.

  • Rolf Regli sagt:

    Das Urner Volk hat 2011 nein gesagt, stimmt so nicht. 7 Gemeinden haben ja gesagt bei einer Stimmbeteiligung von 52.4%. Stimmberechtigt waren 25701. 7528 Urner haben nein gesagt zur zweiten Röhre. Besteht das “ urner Volk“ nur aus 7528 Urnern? Liebe Urner Röhrengegner, schreibt nicht vom Urnervolk BITTE

  • Peter sagt:

    Der Gotthardtunnel, und die zweite Röhre, dienen nicht dem Lastwagenverkehr, sondern dem Personenverkehr. Lastwagen gibt es pro Richtung etwa einen pro Minute, bei den heutigen 600’000 Fahrten. Der grössere Teil der gotthardquerenden Güter fliesst sowieso schon auf der Bahn, es gibt nicht mehr viel zu verlagern oder umzuladen. Der NEAT-Basistunnel erweitert – übrigens -und demzufolge – die Güterkapazität.

  • Silvan sagt:

    Ganz einfach :
    Zweite Röhre ja, aber nur für Elektrofahrzeuge.

  • Joachim Schippers sagt:

    Ich bin stark für die Verlagerung auf die Bahn, wo immer möglich. Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die 2. Gotthardröhre wird gebaut, wenn nicht heute, dann in 20 Jahren. In der Zwischenzeit werden wir Frontalkollisionen, Brände und Sperrungen erleben, den Verlust von Menschenleben beklagen und auch etwas mehr Verkehr über den Gotthardpass erleben. Ein Venitl inmitten der Schweiz aufrechtzuerhalten bedeutet Stau und Ersatzverkehr über der Gotthardpassstrasse. Mir ist schleierhaft wieso die Alpen geschützt werden, wenn der Verkehr sich über Gotthard, Chamonix oder den Brenner quält.

  • POLITIK VERSTECKT KOSTENGÜNSTIGE VARIANTE
    Es gibt bereits eine zweite Röhre. Der aktuelle Eisenbahntunnel wird zum Zeitpunkt der Sanierung des Strassentunnels nur noch Reserve sein. Dieser Eisenbahntunnel kann in einen einspurigen Strassentunnel umgewandelt werden. Die Kosten fallen damit unter 50% des wahren Preises eines Neubaus. Die Prüfung dieser Variante wird von den politischen Kräften verweigert – sie könnte den Bauherrn die Einnahmen schmälern.
    Link zu meinem Artikel: http://www.vimentis.ch/dialog/readarticle/gotthard-schienentunnel-fuer-strassenverkehr-nutzen/

    • Stefan Meier sagt:

      Was soll mann mit einem einspurigen Strassentunnel anfangen ? Das wäre ja noch steinzeitlicher als die jetztige Röhre mit Gegenverkehr. Ausserdem ginge so ein Umbau nicht so schnell schnell, und die Kosten sind wahrscheinlich auf dem absoluten Minimum geschätzt.
      Es braucht einen neuen Strassentunnel mit 2 Fahrspuren und einem Pannenstreifen, damit während der Sanierung der Verkehr vernünftig rollt. Das ist um einiges sicherer als jetzt, je eine Spur pro Richtung und die mittlere Spur bleibt gesperrt.
      Andere Lösungen sehe ich kaum als brauchbar, höchstens auf dem Papier.

  • Walter Bossert sagt:

    Die oft sehr egoistischen Befürworter von noch mehr Verkehr durch die Alpentäler, sind nicht sensibel genug um festzustellen, dass es in vielen Alpentälern um ein vielfaches lärmiger und stinkiger ist als in den Unterländer Städtchen! Ich finde deshalb ALLE Möglichkeiten gerechtfertigt, welche den Einwohnern das Leben wieder angenehmer machen könnten. Ein grosser Teil vom Lärm und Gestank wird vom rücksichtlosen und völlig unnötigem Herumfahren verursacht.

  • Max Keller, Uri sagt:

    SICHERHEIT: Seit der Eröffnung des Gotthard Strassentunnels 1980 gab es dort im Jahr durchschnittlich 1 Toten. In der ganzen Schweiz hingegen 500 Verkehrstote. Denke.
    TESSIN ABGESCHNITTEN: Dank der Neat wird der Tessin besser und sicherer angeschlossen sein als je zuvor. Eine Studie zeigt, dass der Tunnel auch während der Sanierung jeden Sommer vom Osterverkehrshoch bis Ende Herbstferien geöffnet bleiben kann, wenn die Sanierung auf fünf Winter verteilt wird. Die Verladespezialistin BLS (Lötschbergtunnel) garantiert einen praktisch staufreien Verlad.
    STAU: Ist ein Agglomerationsproblem!

  • Beat sagt:

    Die Ausführungen Hrn. Stadlers sind so schlüssig und logisch dass es schwer fällt zu verstehen dass es Leute gibt die sich dieser Argumentation verschliessen.

  • Markus Wettstein sagt:

    Gratuliere Herr Stadler

    es wird uns viel Arbeit kosten, die Jahrhundert-Dummheit einer zweiten Röhre zu verhindern. Sie können auf mich zählen!

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