Wie viel Geschirr wird die UBS noch zerschlagen?

«Wenn du den Yen-Sechsmonatssatz unverändert lässt, werde ich … einen enormen Deal mit dir abschliessen …  einen 50’000- oder 100’00-Dollar-Deal, was du willst, ich bin dabei.» Dieser aufschlussreiche Satz, dessen Inhalt gegen jede interne Bankregel verstösst, wurde 2008 von einem UBS-Händler im Geschäft mit einer Brokerfirma geäussert. Der genaue Wortlaut steht in dem von der britischen Finanzmarktaufsicht zusammengetragenen Dossier im Rahmen der Ermittlungen um die Manipulation der Libor- und Euriborzinssätze, den Zinsen also, zu denen sich die Banken untereinander Geld leihen.

Das Dossier zeigt auf, wie die UBS – unter anderen Banken – Dutzende von Brokern mit monatlichen Zahlungen bestach und wie sich die Finanzcracks untereinander nannten, die tagtäglich ihre Berufsethik mit den Füssen traten, um sich persönlich zu bereichern: «Musketiere», «Superman» oder gar «Captain Chaos».

Wie viel Geschirr gibt es eigentlich noch in der fetten Küche der grössten Schweizer Bank, das zerschlagen werden kann?

Hauptsitz der UBS in London. (Keystone)

Hauptsitz der UBS in London. (Keystone)

Heute zahlt die UBS dafür 1,4 Milliarden. Ein astronomischer und zugleich lächerlicher Betrag. Astronomisch deshalb, weil er dem horrenden x-fachen des durchschnittlichen Lohnes eines Bankangestellten in der Schweiz entspricht. Lächerlich deshalb, weil er lediglich eine winzig kleine Auswirkung auf das Ergebnis der Bank haben wird. Diese Strafe ist in erster Linie ein Warnschuss und es ist zu befürchten, dass es nicht der letzte sein wird.

Beihilfe zur Steuerhinterziehung in den USA, Subprime-Krise, Kweku Adoboli, Liborskandal. – Wie viel Geschirr gibt es eigentlich noch in der fetten Küche der grössten Schweizer Bank, das zerschlagen werden kann? Wie lange werden «Captain Chaos» und Co. ihr Unwesen noch treiben und das Mutterhaus des Konzerns, dessen ehrliche Angestellte und mit ihnen den gesamten Finanzplatz Schweiz durch den Dreck ziehen können?

Die UBS Schweiz täte vielleicht besser daran, sich wie Wegelin von einem Teil ihrer Vergangenheit zu trennen und dann den Namen zu ändern.

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