Am Wellenberg nichts gelernt

Vor zweieinhalb Wochen hat der Geologe Marcos Buser unter Protest seinen Rücktritt aus der Kommission für Nukleare Sicherheit (KNS) erklärt, weil er als unabhängiger Experte bei den Bundesbehörden mit seiner Kritik an den Atomendlager-Plänen der Nagra kein Gehör fand («SonntagsZeitung» 24.6.). Gleichzeitig haben das für die Endlagersuche zuständige Umwelt- und Energiedepartement Uvek und das Bundesamt für Energie (BFE) den Genfer Geologieprofessor Walter Wildi, immerhin langjähriger Präsident der KNS-Vorgängerkommission und Vater des heute geltenden Schweizer Endlagerkonzepts, vorgeladen, um ihm mitzuteilen, dass man seine öffentliche Kritik an den Plänen von Nagra und BFE gar nicht schätze («Tages-Anzeiger» 30.6.) . Damit nicht genug: Inzwischen ist auch noch die Wissenschafterin Tanja Manser aus der KNS zurückgetreten.

Allen drei ist gemeinsam, dass sie zur äusserst seltenen Spezies der unabhängigen Atomexperten gehören, die weder im Sold des Bundes noch der Nagra stehen. Ihr Urteil sollte deshalb eigentlich umso mehr Gewicht haben. Nicht so beim BFE und in Doris Leuthards UVEK. Dort klärt man inzwischen immerhin ab, weshalb es zu den aktuellen Konflikten gekommen ist. Wer die energiepolitische Szene kennt, weiss die Antwort jetzt schon: Unabhängige Experten stören mit ihren Einwänden den von BFE und Nagra minutiös geplanten Ablauf des so genannten Sachplanverfahrens.

Schlecht für die Pläne von Bund und Nagra ist allerdings, dass die inhaltlichen und personellen Konflikte überhaupt an die Öffentlichkeit gelangt sind. Denn spätestens seither ist auch das Vertrauen der sechs potenziellen Endlager-Standortregionen in die Nagra und die Bundesbehörden erschüttert. Viele Mitglieder der vom BFE eingesetzten Regionalkonferenzen erleben die Bundesamts-Vertreter so, wie es der zurückgetretene KNS-Experte Buser kritisiert: als willige Erfüllungsgehilfen der Atommüll-Genossenschaft der Schweizer Atomunternehmen. Das BFE sei fachlich schlicht zu wenig kompetent, um das vor allem auch politisch überaus heikle Sachplanverfahren einigermassen souverän zu leiten, bemängelt Buser. Eine Kritik, die Geologieprofessor Wildi weitgehend teilt.

Wie gelingt es, eine Region für den Bau eines Endlagers zu gewinnen?

Protestplakate an der Informationsveranstaltung des Bundesamtes fuer Energie (BFE) zu den Vorschlaegen der Nagra zur Platzierung der Oberflaechenanlagen von Tiefenlagern am Dienstag, 7. Februar 2012, in Wolfenschiessen NW.

Protestplakate an einer Informationsveranstaltung des Bundesamtes für Energie (BFE) in Wolfenschiessen (NW), 7. Februar 2012 . (Keystone)

Schuld daran ist, dass der Bund von sich aus auf die eigene Fachkompetenz verzichtet. Bei der Neuorganisation der Atomaufsicht 2009 schwächte er seine zuvor schon knapp gehaltene unabhängige Expertenkommission personell und finanziell empfindlich, nachdem er sie auf Druck der Atomlobby zuerst ganz hatte auflösen wollen. Damals schon war das Gremium unter dem Präsidium von Walter Wildi den Schweizer AKW-Betreibern nämlich ein Dorn im Auge.

Nach den jüngsten Konflikten zwischen dem BFE und den unabhängigen Experten droht die Suche nach einem Atommüll-Endlager in der Schweiz einmal mehr auf Grund zu laufen. Schuld daran ist in erster Linie ein falsches Verständnis, das dem Sachplanverfahren zugrunde liegt. Einst als Reaktion auf das Scheitern der Endlagerpläne am Nidwaldner Wellenberg entstanden, sollte das Sachplanverfahren ein transparentes, in den möglichen Standortregionen abgestütztes Auswahlverfahren bringen. Die Federführung sollte diesmal klar beim Bund, genauer beim BFE, liegen. Die in Diensten der Atomindustrie stehende Nagra hatte am Wellenberg gerade auch mit ihrer politisch unsensiblen, intransparenten Kommunikation und Information viel Vertrauen verspielt.

Beim Neustart der Endlager-Standortsuche blieb die Kernfrage allerdings die gleiche: Wie gelingt es, eine Region für den Bau eines Endlagers zu gewinnen? Kommunikationsexperten schauten sich im Ausland um und entwarfen ein Konzept, zu dem zentral die «regionale Partizipation» gehört, explizit aber nicht der tatsächliche Entscheid über den Bau eines Endlagers. Dieses Recht, das Nidwalden noch hatte, wurde aus dem Kernenergiegesetz gestrichen.

Inzwischen haben sechs vom BFE eingesetzte Regionalkonferenzen über Vor- und Nachteile eines Endlagers zu diskutieren begonnen. Dies aber leider nicht frei und ergebnisoffen, sondern so gelenkt, wie es BFE und Nagra wollen. Kritische Fragen unabhängiger Experten stören den Fahrplan. Der Versuch, sie zum Schweigen zu bringen ist aber der sicherste Weg, das ganze Verfahren der Endlagersuche erneut gegen die Wand zu fahren. Und dies lange bevor die zentralen Fragen von Geologie und Sicherheit überhaupt beantwortet sind. Bundesbehörden und Nagra haben aus dem Wellenberg-Debakel nichts gelernt.

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39 Kommentare zu «Am Wellenberg nichts gelernt»

  • Wer AKWs säht, wird Atommüll ernten. Wer ein Windrad baut, kann darunter Kühe weiden lassen und wird Milch haben. Was ist besser? – Der Bundesrat kann nicht lesen.

    • Walter Boshalter sagt:

      Nun, ich kann auch neben einem AKW und über einem Endlager Kühe weiden lassen und Milch haben. Aber das ist ja nicht das Thema.

      • Loic von Matt sagt:

        Ja Herr Boshalter sie können „auch neben einem AKW und über einem Endlager Kühe weiden lassen und Milch haben. Sie werden aber keine Kinder haben…

        • Marco sagt:

          Was für ein Unsinn! Brevier des Untergangs, sonst nix.

          Wann wird den Herren Kernkraftgegner endlich klar, dass auch Atommüll erntet, wer gar keine AKWs baut? Die Abfälle stammen zu einem wesentlichen Teil aus Industrie und vor allem der Medizin. Sind Sie denn bereit, auf HiTech-Medizin zu verzichten?

          Herr von Matt: Die natürliche Hintergrundstrahlung beträgt ein Mehrfaches dessen, was in der Umgebung eines AKWs gemessen wird, vor allem, wenn Sie noch in den Bergen wohnen. Haben die dort keine Kinder?

  • Hans Müller sagt:

    Ich verstehe sowieso nicht, warum über AKW und Endlager getrennt entschieden wird. Ein AKW produziert nun mal hochgiftigen Müll. AKW „ja“, aber Endlager „nein“ geht nun mal nicht! Als seinerzeit über die AKW abgestimmt wurde, hätte die Abstimmungsvorlage explizit atomare Endlager beinhalten müssen, wobei die Standortfrage nach rein wissenschaftlichen Kriterien (grösstmögliche Sicherheit) und OHNE Mitsprache von Politik und Bevölkerung hätte entschieden werden müssen. So wäre das Problem gar nie entstanden, weil AKW unter diesen Umständen vor dem Volk keine Chance gehabt hätten.

    • Stadelman Reto sagt:

      Ich bin zwar kein Experte, glaube aber schon dass das möglich ist. Solange man selber AKWs hat kann man die atomaren Materialien immer wieder aufbereiten und es fallen wohl nur geringe Mengen Müll an die dann an den Aufbereitungsstandorten selber gelagert werden.

      • Martin Schweizer sagt:

        @Reto Stadelman: Das ist nicht ganz korrekt so. Effektiv kann nur sehr wenig Material der abgebrannten Brennstäbe wiederverwendet werden und dieser Vorgang braucht sehr viel Energie und ist umwelttechnisch recht problematisch. In Tat und Wahrheit wird nämlich nur ca. 10% des Materials wiederverwendet. Der Rest wird z.B. nach Russland gebracht und dort z.T. unter Freiem Himmel gelagert. So sieht es (leider) aus mit der immer wieder möglichen Aufbereitung…

        • Philippe Calle sagt:

          Herr Schweizer, Sie irren sich ganz. Aufbereitung geschiet nicht so, wie Sie es schildern. Die 3% die NICHT wiederverwendet können, sind eben die hochaktiven Stoffen, die tiefgelagert werden sollen. Der Rest kann wieder gröstenteils zu Brennstäben verarbeitet werden. Und dieser Trennvorgang geschiet nicht in der Schweiz, die über keine Wiederaufbereitungsanlagen verfügt. Vor Jahren wurden die „verbrannten“ Brennstäbe nach Frankreich zur Verarbeitung gebracht, und die Schweizer AKW bekamen u.a. neuverwendbare Brennstäbe zurück.

    • Lea Giger sagt:

      Vor dem Bau der ersten CH AKWs war Müll kein Thema, weil hochradioaktive Stoffe erwünscht waren, um Kernwaffen zu entwickeln. Beim Bau der neueren KKWs war die Entsorgung gelöst, da wir den Müll im Meer versenkten. Als dies nach 1982 nicht mehr möglich war, sagte der Bundesrat ein Weiterbetrieb sei nur möglich, wenn Gewähr für eine sichere Endlagerung in der CH bestehe.
      In den letzten 30 Jahren, wahren wir ständig kurz vor der Lösung. Wegen diversen Gründen (Sicherheit, Kosten, Widerstand…), konnte bis jetzt und vermutlich noch bis ende der Laufzeit kein sicheres Endlager gefunden werden.

    • Lea Giger sagt:

      Vor dem Bau der ersten CH AKWs war Müll kein Thema, weil hochradioaktive Stoffe erwünscht waren, um Kernwaffen zu entwickeln. Beim Bau der neueren KKWs war die Entsorgung gelöst, da wir den Müll im Meer versenken konnten. Als dies nach 1982 nicht mehr möglich war, sagte der Bundesrat ein Weiterbetrieb sei nur möglich, wenn Gewähr für eine sichere Endlagerung bestehe.
      In den letzten 30 Jahren, wahren wir ständig kurz vor der Lösung, wegen diversen Gründen (Sicherheit, Kosten, Widerstand…), konnte bis jetzt und vermutlich noch bis ende der Laufzeit kein sicheres Endlager gefunden werden.

  • Werner Witschi sagt:

    Wie neutral und unabhängig sich das UVEK, allen voran BR Leuthard gibt, zeigte sich am Sonntag nach Fukushima, dem ersten Auftritt vor der Kamera. Nicht etwa Chefbeamte des BFE, UVEK oder ENSI oder was auch immer, Herr Karrer, AXPO, wurde vor dem Bundeshaus interviewt.
    Nun, es ist ja legitim, dass sich Energieproduzenten den Markt sichern wollen, aber Frau BR Leuthard überspannt den Bogen mehr und mehr.

  • Philipp Rittermann sagt:

    ich sag’s doch – class politique absetzen und dann haben die fachspezialisten die entscheidungskompetenz. unsere bundesbehörden sind ausnahmslos ineffizient.

    • Peter Spahr sagt:

      In einem Staatswesen ist Effizienz nicht das allein seligmachende Kriterium. Sonst könnten wir auch einfach eine Maschine bauen, die uns regiert.

      • Philipp Rittermann sagt:

        …ich denke eine „intelligente“ maschine ist sogar besser als unser derzeitiger bundesrat.

        • cunégonde sagt:

          Herr Rittmann 11:51, meinen Sie, weil ein Maschine nicht wirtschaftshörig wäre?

  • Wer ein AKW bewilligt oder betreibt nimmt es in Kauf, dass in einem undenkbaren Fall, der aber weltweit bereits mehrfach eingetreten ist, die Schweiz nicht mehr bewohnbar sein wird und unsere Zukunft Strahlenkrankheit heisst. Wer so viele Menschen bewusst gefährdet gehört ins Gefängnis und anschliessend lebenslang verwahrt. Diese Massnahmen werden bereits für viel geringere Vergehen und Gefährdungen ausgesprochen. Zudem sind die vollen Endlagerkosten in den Preis für Atomstrom zu integrieren: den Barwert der Kosten für eine halbe Million Jahre sichere und bewachte Endlagerung.

  • Derek Richter sagt:

    Es wird in der Schweiz NIE ein ‚Endlager‘ geben, so etwas ist gesetzlich ausdrücklich verboten.
    Die Lösung wird ein Tiefenlager sein, aus welchem sich die alten Brennstäbe z.B. für die Wiederaufbereitung zurück holen lasen.

    • Philippe Calle sagt:

      Die wenigen hochaktiven Abfällen, die nie verwertbar sein werden, müssen sowieso in der Tiefe „endgelagert werden“. Die wiederverwertbaren Brennstäbe sollen hingegen tatsächlich entlagert werden können. AKW der 4. Generation werden diesen Brennstoff nützen können. Aber dafür darf die Nuklearindustrie nicht aussterben, gerade das Forschungspotential der Schweiz (ETH, PSI) nicht.

  • Ausgemusterte Brennstäbe gehören nicht in ein Endlager. Nur 5% davon ist hochaktiver Abfall. 94% ist wertvolles Uran-238. 1% ist unverbrauchtes, sehr wertvolles Uran-235. Uran-238 kann schon in wenigen Jahrzehnten von Reaktoren der 4. Gen. als Brennstoff genutzt werden. Damit wird Natururan die 50-fache Energiemenge liefern im Vergleich zur heutigen Nutzung. Die dann verbleibenden Radionuklide hätten zum allergrössten Teil nur noch problemlose kurze Halbwertszeiten. Falls bis 2040 die Weiterentwicklung noch nicht so weit sein sollte, wäre die Verlängerung der heutigen Zwischenlagerung sinnvoll

    • Peter sagt:

      Absolut richtig.
      In Wahrheit will niemand ein Endlagerfür Brennelemente , das ist purer Blödsin.

      Ein Zwischenlager mit anschliessender Aufbereitung ist die gängige Praxis.

    • Philippe Calle sagt:

      Es gibt doch einige vernünftige Stimmen, die an der Sache etwas verstehen… Ich gratuliere! Aber eben, so was kommt selten in den Medien vor. Es ist ja angeblich einfacher Geige mit dem grünen Terrorismus zu spielen.

  • Martin sagt:

    Wen überrascht das? Wenn man sich ein bisschen dem Thema Atomstrom in der Schweiz widmet, merkt man ziemlich schnell, wer den Ton angibt. Aktuelles Beispiel ist die Herabsetzung der Grenzwerte für die Erdbebensicherheit. (hat man übrigens in Japan auch gemacht).
    Die Energiekonzerne gehören wieder verstaatlicht. Dann haben wir auch das Problem der profitorientierten Entscheidungen und Manipulationen gelöst.
    Aber welcher Politiker will schon auf seinen postpolitären Verwaltungsratssitz bei der axpo verzichten?

  • Rolf Raess sagt:

    Wie steht es denn in Deutschland mit dem hochgelobten „Endlager“ In Asse? Jahrelang wurde dort radioaktiver Müll eingelagert, ähnlich wie bei uns mit den Chemieabfällen in Kölliken (AG). Hier wie dort wurde in unverantwortlicher Weise von Politikern und Verbrechern betrogen und vertuscht – allein in Kölliken müssen nun die Steuerzahler gegen 1 Milliarde Franken aufwenden. In Asse wurde der Atommüll in die Grube geschmissen (Wassereinbruch 10 Jahre verschwiegen), sodass selbst die Behälter platzten. Immerhin lässt Deutschland wenigsten die Atomkraft konsequent auslaufen. Danke Merkel…

  • Mit dem KNS und der Atom Aufsichtskommission haben wir genau das gleiche Problem wie Japan: Die Mitglieder sind abhängig von der Atomwirtschaft. Dazu war schon vor über einem Jahr ein Bericht im Tagi.
    Das führt die Aufgabe einer Aufsichtsbehörde ad-absurdum und ist gefährlich: Es suggeriert eine falsche Sicherheit. Ehrlicher ist es die Aufsichtsbehörde gleich ganz abzuschaffen.

  • Chris Meier sagt:

    Was meist übersehen wird, auch in diesem Beitrag, ist die Tatsache, dass der grösste Teil des radioaktiven Mülls nicht von Kernkraftwerken stammt. Sondern aus der Medizin und der Industrie (rund 90% des gesamten radioaktiven Mülls). Dieser Müll muss unabhängig davon, ob es Kernkraftwerke in der Schweiz gab/gibt/geben wird, sicher entsorgt werden. Die Diskussion an der Kernenergiefrage aufzuhängen ist populistisch und nicht zielführend. Zudem, wer sich wie die zurückgetretenen Experten keinen Konflikten stellen will oder kann, diskreditiert sich, seine Ansichten und seine Kompetenzen selber.

    • Roland Stuber sagt:

      Herr Meier, MEINE Kompetenz ist erheblich denn ich trete nicht zurück von meiner Aussage: „Nehmen SIE den Dreck zu sich nach Hause – egal ob er aus der Industrie, aus der Medizin oder aus einem Schweizer KKW kommt!“
      Wer die politische Tätigkeit und die Propaganda der Atom-Lobby der letzten 45 Jahre verfolgt hat, WEISS WER lügt und betrügt und hintergeht und sich selber diskreditiert und seine Kompetenz verspielt hat. Sie dürfen das natürlich auch weiterhin übersehen oder sich meiner Aussage nicht stellen?!

      • Marco Bless sagt:

        Erheblich ist relativ. Wer 45 Jahre lang demselben Gig hinterherseckelt, der ist wahrscheinlich eher einer fixen Idee aufgesessen, hat sich radikalisieren lassen und sieht die Realität nur noch durch ein Fernrohr.

        Nur schon das Wort „Atom-Lobby“ in der Schweiz zu gebrauchen, dann aber die international tätigen Grosskonzerne, die uns Windrädli, teure Kabel und Solarzellen (der Sondermüll der Zukunft) andrehen wollen, dafür Subventionen einfordern und die Politik wie die Wissenschaft einseifen… diese dann noch grossartig zu unterstützen, das sagt eigentlich schon alles.

        • cunégonde sagt:

          Zu Ihren Windrädli, Kabeln und Solarzellen, die senden alle keine radioaktiven Strahlen aus, das ist der kleine Unterschied, Müll ist nicht gleich Müll.

  • Thomas Hanhart sagt:

    Es ist unglaublich naiv zu meinen, dass man in der demokratischen Schweiz mit „gelenkten“ Diskussionen à la Russland irgendwie Vertrauen gewinnt. Diese Leute haben wirklich nichts gelernt und das Debakel ist vorprogrammiert. Keine Region, keine Gemeinde und keine Bürger will diesen Strahlenmüll vor der Haustüre haben, nach Fukushima erst Recht nicht mehr. Die werden sich alle mit Händen und Füssen wehren. Darum ist diese ganze Übung letztlich sinnlos und reine Geldverschwendung. Soll doch mal einer der AKW-Befürworter hinstehen und sagen: Ja, hier wo ich wohne könnt ihr den Müll vergraben.

    • Walter Boshalter sagt:

      Ja, hier wohne ich und hier könnt ihr den Müll vergraben. Und ja, diese Aussage wird kommen schlussendlich wird auch das Schmiermittel Nummer 1 in der Schweiz reichlich fliessen: Bundessubventionen.

    • Marco sagt:

      Ja, hier wo ich wohne, könnt Ihr den Müll vergraben.

  • Jean-Fran*çois chappuis sagt:

    Je trouve normal que la Suisse assume ses déchets nucléaires, car nous avons cinq centrales qui fonctionnent à merveille depuis des décennies, et personne ne veut assumer les déchets hautement radoactifs!
    La NAGRA dont l’institut de recherche est au Grimsel, avait pourtant proposé des emplacements susceptibles de recevoir ceux-ci afin que les travaux commencent rapidement pour pouvoir les stocker!
    Toutes ces propositions sont restées veines et un jour ou l’autre La Hague ou en Angleterre, ceux qui retraitent les barres de combustible U235 ou U238, vont nous demander de reprendre nos déchets!

  • Timothée Mollet sagt:

    Es wird immer radioaktiver Abfall entstehen, egal ob wir aus der Kernenergie aussteigen oder nicht. Aus der medizin sind radioaktive Isotope nicht mehr wegzudenken. Um die herzustellen sind mindestens Forschungsreaktoren notwendig.

    Bei der Förderung von Öl, Gas, seltenen Erden(z.B. für Windmühlen) oder Geothermie fallen radioaktive Abfälle an.

    • Philippe Calle sagt:

      Auch die Verbrennung von Kohle und Braunkohle verstreut Mengen von radioaktiven Stoffen in die Luft.

  • Maettu sagt:

    Es existieren bereits Verfahren, die Endlager radioaktiver Abfälle überflüssig machen. Herr Dr. M. Fritschi von der NAGRA wurde an der NAGRA-Veranstaltung vom 9. Mai 2012 in Obersteinmaur auf das Verfahren „Entladung von Brennstäben mit Energiegewinn“ nach Dr.H. Weber hingewiesen. Damit könnten Brennstäbe bis auf 10% genutzt werden, während die Radioaktivität neutralisiert würde. (Nachzulesen im NET-Journal 5/6 2012, S. 31.)
    Dr. Fritschi zeigte sich verständlicherweise nicht interressiert. Endlager sind ein Milliardengeschäft, das man sich nicht durch echte Lösungen verderben lassen will.

  • André Bovay-Rohr sagt:

    ON NOUS MENT !
    Il existe de quoi déranger encore beaucoup plus le landerneau, à propos de dépôt définitif des déchets nucléaire: lire „éloge du nucléaire durable“, qui décrit comment et pourquoi utiliser les déchets nucléaires, plutôt que de les mettre en dépôt !
    Le jour où nous manquerons de toutes les énergies importées (les énergies faisant émettre du CO2 surtout), il faudrait disposer d’une masse d’électricité, 6 fois le parc nucléaire actuel en Suisse, 3 fois au moins l’actuelle production totale d’électricité. Sans sources nucléaires locales, physiquement exclu …

    • Philippe Calle sagt:

      C’est évident… Mais refuser le stockage de déchets, c’est surtout crier „Après moi, le déluge“ et botter en touche. Les irresponsables ne sont pas toujours du côté que l’on voudrait bien croire.

  • Markus Bommer sagt:

    Jahrzehntelang habe ich das (Experten?)-Bemühen/Geschwätz rund um ein wirkliches Problem unserer masslosen Gesellschaft, die Atom-Endlagerung, mitverfolgen müssen und Milliarden in den gierigen Schlund der NAGRA verschwinden sehen. Als 1945er alter Sack und Humanist, der zeitlebens immer energiesparend zu leben versucht hat, ist mir dieses Thema deshalb völlig egal, was ich übrigens auch schon meinem (Ex)-Gymerfreund, (Ex)-NR und (FDP(Ex)-Energieexperten Rolf Schweiger (erfolglos, „what else“) zu erklären versucht habe. Auch das „Folge-Theater“ um die „Energiewende“ kann mir gestohlen bleiben

  • A. Häusler sagt:

    Es sollte jedem normaldenkenden Menschen klar sein, dass der Atomlobby (inkl. ENSI)
    die unabhängige KNS schon lange ein Dorn im Auge ist. Das Motto gilt: Nach uns die Sintflut!!!
    Was da in solchen Diskussionen übrigens immer wieder für einen Müll erzählt wird!
    Wer was zu diesem Thema zu sagen hat, sollte sich wenigstens vorgängig bei Wiki informieren:
    Ich zitiere aus http://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall
    „Vergleichsweise geringe Mengen radioaktiver Abfälle stammen aus der Anwendung
    radioaktiver Substanzen in Medizin, Industrie und Forschung.“

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