Auf der Skipiste stufe ich mich selber als mittelgute bis gute Skifahrerin ein. Ich bin neben der Talstation eines Skigebiets aufgewachsen, habe als Kind im Winter meine ganze Freizeit auf den Brettern verbracht. Und noch heute finde ich das Fahren auf präparierten Pisten im Prinzip eine flotte Sache. Trotzdem bevorzuge ich Skitouren irgendwo weit weg und gehe fast nur noch bei schlechtem Wetter auf die Piste, wenn es schneit, hudelt und wenig Leute hat.
Skigebiete sind mir zu stressig geworden und machmal auch zu gefährlich. Es ist da wie im Strassenverkehr: Ich muss permanent auf die anderen achten, damit ich in keinen Unfall verwickelt werde. Bei jeder langen Fahrt auf der Autobahn bin ich froh, wenn ich am Ziel ankomme. Und nach einem Skitag auf der Piste muss ich dem Himmel dankbar sein, dass ich keinen Zusammenstoss mit einer anderen Person hatte.
Gedränge, Betrunkene, Raser
Wie es an Schönwettertagen in einem Skigebiet aussieht, ist bekannt. An den Liften wird gedrängelt und vorgedrückt. Es ist laut und hektisch. In den Bergrestaurants miefts bis auf die Terrasse nach Frittieröl. Die ganz Lustigen betrinken sich in den Schneebars und kurven am Ende mit grenzwertigem Blutalkoholgehalt ins Tal. Am bedenklichsten finde ich jedoch die Raser.
Ich selber passe mein Tempo stets den Gegebenheiten an. Sehe ich im Hang unter mir Anfänger, die in Rücklage tapfer von einem Pistenrand zum anderen stemmbögeln, gebe ich Acht. Ich weiss, sie könnten jeden Moment stürzen, oder an einer – für mich – unerwarteten Stelle eine Kurve machen. Manche von ihnen sitzen mitten auf der Piste, müssen erst verschnaufen, bevor sie wieder aufstehen, um dann gleich wieder zu stürzen. Klar sind solche Anfänger für mich als geübte Skifahrerin manchmal mühsam. Aber wenigstens habe ich selber die Kontrolle, wie ich an ihnen vorbei komme.
Raser sind oft richtig schlechte Fahrer
Völlig ausgeliefert fühle ich mich dagegen den Rasern. Sie schiessen an mir vorbei. Ich erschrecke, weil ich sie nicht kommen sehe. Wie auch? Ich habe keine Augen im Rücken. Nichts gegen Schnellfahrer – solange sie trainiert sind und den Sport beherrschen. Aber meistens sind die Raser richtig schlechte Fahrer. Mit Kollegen unterwegs blochen sie einander auf Teufel komm raus hinterher. Manche völlig unkontrolliert. Mehr als einmal hatte ich schon Glück, dass mich ein solcher Rowdy nicht über den Haufen fuhr. Es handelte sich um Millimeter. Und leider sah ich mal einen auf der Piste liegen, der nach einer Kollision lebensbedrohlich viel Blut verloren hatte und von Rettern verarztet wurde. Ob er der Raser war oder der andere, weiss ich nicht.
Dass einige Skigebiete inzwischen gekennzeichnete Langsam-Pisten anbieten, finde ich eine Supersache. Oft sind das nicht mal die einfachsten Pisten, sondern einfach Strecken, wo sich all jene zurückziehen können, die noch unsicher fahren, oder die einfach gemütlich unterwegs sein wollen.
Ich frage mich, weshalb es nicht schon längst das Gegenangebot gibt – quasi Raser-Pisten, wo sich jene austoben können, die das Restpublikum verängstigen, verunsichern, nerven – und wie mich vertreiben. Vor einigen Jahren wurde die Raserpisten-Diskussion zwar mal geführt, aber die Idee hat sich nicht durchgesetzt. Oder habe ich da etwas verpasst? Kennen Sie ein Skigebiet, das den «Wochenend-Kriegern» eigene Pisten anbietet? Falls ja: Dort würde ich künftig wieder öfter fahren.










Natascha Knecht ist Journalistin und Outdoor-Sportlerin. Aufgewachsen im östlichen Berner Oberland, dem Mekka für Kletterer und Alpinisten, lebt sie seit über zehn Jahren in Zürich. Im Outdoor-Blog betreut sie die Ressorts
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
Pia Wertheimer ist Journalistin und Marathonläuferin. Letztes Jahr hat sie über ihre Vorbereitungen für den
Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
Anette Michel ist Umweltnaturwissenschaftlerin und im Bereich Energieeffizienz tätig. Daneben hat sie mehrere Jahre als Velokurierin gearbeitet und dabei ihre Leidenschaft fürs Fahrrad entdeckt. Sie fährt seit fünf Jahren in ihrer Freizeit Rennvelo. Sie schreibt im Ressort 














































