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Artikel-Schlagworte: „Gigathlon 2013“

Ein unberechenbarer Sechsgänger

Pia Wertheimer am Montag den 14. Januar 2013

Im dritten Teil der Serie Gigathlon 2013 gehts um das Training. Was Swiss-Triathlon-Chef Oliver Imfeld empfiehlt.
Der sechstägige Gigathlon gleicht einer Expedition, das sind die Worte des mehrfachen Gigathlon-Siegers Roger Fischlin. Wie eine Expedition will auch dieses Abenteuer gut geplant sein. Neben der Logistik und der Finanzierung gilt es, Körper und Geist auf die Herausforderungen vorzubereiten.

Meine Füsse kennen zwar die Anstrengungen eines Marathons; meine Muskeln den Kraftakt, den ihnen ein zweitägiger Gigathlon im Zweierteam abverlangt. Diesmal ist der Wettkampf aber dreimal so lang. Es ist als ob meinem Gigathlonpartner Roland Rietiker und mir statt einem Zwei-Gang-Menü ein Sechsgänger aufgetischt wird: die Vorfreude, die Neugierde, aber auch die Ungewissheit ist dieses Jahr um ein Vielfaches grösser. Ein derart langer Wettkampf ist unberechenbar: Wetter, körperliche Form, Material und Zufall können an jedem dieser sechs Tage über Gelingen und Scheitern entscheiden.

Am Ziel und am Ende: Pia Wertheimer (Mitte) beim Gigathlon 2011.

Am Ziel und am Ende: Autorin Pia Wertheimer (Mitte) beim Gigathlon 2011.

Gerade wegen dieser Unberechenbarkeit müssen Roland und ich unser Training für die Expedition früh genug in Angriff nehmen, damit reduzieren wir die Ungewissheit und erhöhen damit unsere Chance, die Ziellinie in Lausanne nach sechs Tagen tatsächlich zu überqueren. Etliche Autoren haben Beispiele von Trainingsplänen für Marathons oder Ironmans entworfen und diverse Betreiber von Onlineportalen bieten persönliche Programme an. Kaum zu finden sind allerdings Ratgeber für einen sechstägigen Wettkampf mit fünf Disziplinen (Bike, Inline, Laufen, Rennrad und Schwimmen) pro Tag, die zwei Sportler unter sich aufteilen.

Von Rollern und Bergflöhen

Deshalb ist der Ratschlag von Oliver Imfeld besonders wertvoll. Er ist Geschäftsführer von Swiss Triathlon und hat den Gigathlon nicht nur im Zweierteam, sondern auch bereits als Single-Athlet bestritten – was er auch heuer bei der 10. Austragung tun wird. «Den Gigathlon betrachtet man am besten als Triathlon», sagt Imfeld. Zumindest beim Training unterscheide er sich für ihn kaum von einem Wettkampf wie dem Inferno-Triathlon (3,1 Kilometer Schwimmen, 97 Kilometer Rennrad mit 2145 Höhenmetern, 30 Kilometer Mountainbike mit 1180 Höhenmetern und 25 Kilometer Berglauf mit 2175 Höhenmetern). Der Inferno-Triathlon wiederum differenziere sich lediglich wegen der Höhenmeter von einem Ironman. Imfeld ist überzeugt, dass es bei den Athleten eher «die Roller» oder eben «die Bergflöhe» gibt. «Ich gehöre eher zu Letzteren.»

Imfeld startete sein Gigathlon-Training bereits im November, wobei natürlich nicht nur «der Sechsgänger» auf dem Menüplan steht. «Mein Hauptziel nächstes Jahr dürfte wohl der Inferno-Triathlon sein.» Fürs Training spiele dies aber wie erwähnt keine grosse Rolle. «In den Wintermonaten versuche ich mit Schwimmen, Laufen und Langlauf auf wöchentlich acht bis zehn Stunden zu kommen», sagt der Routinier. Ab Frühling will er seine Trainingszeit auf zehn bis zwölf Stunden (Rad, Bike und Inline statt Langlauf) ausdehnen. Das Rezept dafür tönt verlockend, denn einen festen Plan gibt es für ihn nicht: «Fix ist einzig das Schwimmen, ich trainiere zweimal wöchentlich mit dem Triathlon Club Zofingen. Die andern Trainings absolviere ich nach Lust, Zeit und Wetter.»

Triathlon für die Vorbereitung

Imfeld wählt aber die Menge der Zutaten seiner Trainingsrezeptur ganz bewusst: «Ich werde 50 Prozent auf dem Rennrad oder dem Bike verbringen, 25 Prozent ins Laufen und die restlichen 25 Prozent in Schwimmen, Langlauf und Inlinen investieren.» Er verdoppelt damit im Vergleich zu seinen bisherigen Vorbereitungen für einwöchige Gigathlons die Zeit der Lauf- und Schwimmtrainings. Grund dafür sind seine Erfahrungen: «Ich musste 2005 einen Gigathlon auf der Laufstrecke und 2007 auf der Schwimmstrecke aufgeben. Vor diesen beiden Disziplinen habe ich nun am meisten Respekt.»

Nichtsdestotrotz will Imfeld sich den Spass an der Bewegung, die Abwechslung durch die fünf Sportarten, die grosse Herausforderung und den abenteuerlichen Charakter nicht nehmen lassen. «Als Athlet wird man eine Woche lang unterstützt und getragen durch das eigene Team, durch die solidarischen Zurufe anderer Athleten oder der Zuschauer. Das löst sehr starke Emotionen aus.»

Neben den Trainings empfiehlt Imfeld, als Vorbereitung auch Wettkämpfe ins Auge zu fassen und dabei zwischen kürzeren und längeren Belastungen zu variieren. Die gesammelten Erfahrungen brächten viele Vorteile. «Gerade ein Triathlon hilft, die Wechsel zu üben, unterschiedliche Belastungen zu erfahren und auch die Verpflegung zu testen.» Die verschiedenen existierenden Distanzen (Short Distance, Olympisch, der halbe und der ganze Ironman) liessen sich in der Vorbereitung bestens kombinieren. In Stein gemeisselt ist Imfelds Wettkampfprogramm noch nicht, könne aber in etwa so aussehen: Rotseelauf (April), Thurgauer Triathlon, Intervall-Duathlon Zofingen, XTerra Italy (alle Mai), Zytturm Triathlon in Zug, Stöckli Bike-Marathon (beide Juni).

Als Routinier weiss Imfeld, dass Hauptproben kurz vor dem Gigathlon im Juli nicht nur den Körper stärken, sondern auch das Selbstbewusstsein. «Ich werde darum wie immer im Juni zwei Gigathlon-Trainingstage in der Zentralschweiz durchführen.» Ein solcher Testtag umfasst alle fünf Disziplinen, dauert 10 Stunden und wird gespickt mit vielen Höhenmetern.

Damit steht für mich fest: Vor dem ersten Gang liegen gepfefferte sieben Monate.

Diese Strapazen sind unbezahlbar

Pia Wertheimer am Montag den 17. Dezember 2012

Im zweiten Teil der Serie Gigathlon 2013 werden die Kosten des Rennens etwas genauer unter die Lupe genommen.

Türkisfarbene Lagunen; weisse Traumstrände; eine Gourmetküche; ein Golfsimulator und eine Bibliothek auf hoher See: Das alles bietet ein Luxusliner, der als einziges Kreuzfahrtschiff mit 5-Sternen-Plus ausgezeichnet wurde: 16 Tage Erholung pur auf der Fahrt von Valparaíso nach Tahiti. Das Wohlfühlpaket auf der MS Europa beträgt 6990 Euro.

Ungefähr gleich viel Geld kosten meinen Teampartner Roland Rietiker und mich die nur sechs Tage am Gigathlon 2013: der finanzielle Aufwand für 1057 Kilometern auf dem Rennrad, Mountainbike, den Inlineskates, Laufschuhen und im Schwimmanzug. Der sechstägige Anlass quer durch die Schweiz ist nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein finanzieller Kraftakt: Das Startgeld für ein Zweierteam kostet 3100 Franken, hinzu kommen die Hotelkosten für acht Nächte (inklusive An- und Abreisetag) für uns Athleten und unsere beiden Supporter – Kostenpunkt rund 4‘000 Franken. Zuzüglich Ersatzmaterial und Ausrüstung, ist es zur pompösen Reise mit der MS Europa nicht mehr weit.

Sponsoren oder die Web-Community als Geldquellen

Roger Fischlin, Sieger der Gigathlon 2006, 2007 und 2009 als Single-Athlet, könnte mit dem Geld, das er für den Gigathlon 2013 budgetiert, noch luxuriöser reisen. Für seinen Wettkampf rechnet er mit 25’000 Franken. Inbegriffen sind im Unterschied zu unseren Auslagen zusätzlich die Verpflegung und Beherbergung einer grösseren Betreuungsmannschaft, Trainingslager und ein Lohnausfall von zwei Monaten. Ohne diese Auszeit von seiner Arbeit als Kantonspolizist kann und will der 36-Jährige nicht antreten. Kein Wunder, denn während wir im Gigathlon-Couple antreten, um nach sechs strapazenreichen Tagen, in Lausanne die Ziellinie zu durchqueren, geht es für Fischlin darum, seinen Titel zu verteidigen.

Als potenzieller Sieger haben ihn verschiedene Sponsoren unter Vertrag genommen. «Noch fehlen etwa 10’000 Franken in meiner Gigathlon-Kasse», sagt Fischlin. Er hofft, dieses Finanzloch in den kommenden Monaten noch zu füllen. Anders als der mehrmalige Gigathlon-Gewinner, haben wir kaum Erfolgsaussichten, wenn es um die Suche nach Sponsoren geht. Es gilt also, kreativ zu sein. Eine der Finanzierungsmöglichkeiten, die wir im Zuge unserer Organisation prüfen, ist das Crowdfunding. Dabei würde sich eine Vielzahl von Geldgebern an unserem Abenteuer beteiligen. Bei Plattformen wie 100-days.net, kriegen sogenannte «Booster», also Freunde, Bekannte, Firmen, Gönner je nach Beitrag eine vordefinierte Gegenleistung, die im Zusammenhang mit dem Projekt oder den Initiatoren steht. Was unser Gigathlon-Team in dieser Hinsicht bieten könnte, ist derzeit noch Gegenstand der Diskussionen.

«Der Gigathlon ist eine Expedition»

Fest steht: Der Gigathlon 2013 kann bezüglich der Kosten mit einer Luxusreise auf der MS Europa mithalten. Trotzdem zeigen die Teilnehmerzahlen Jahr für Jahr, dass die Rechnung für die Sportler offenbar aufgeht. So war der Anlass in den letzten Jahren jeweils nach nur wenigen Tagen ausverkauft. In den Teamkategorien sind für die nächste Austragung noch einige Startplätze frei. Auch Roger Fischlin will den Grossanlass nicht missen: «Das ganze Material, die Planung, die Arbeit mit den Leuten, die mich begleiten, machen ihn zu einer grossen, interessanten Herausforderung – weit über den Sport hinaus. Der Gigathlon ist eine Expedition.» Hinzu komme, dass wegen den verschiedenen Kategorien Sportler verschiedenster Leistungsklassen gleichzeitig teilnehmen. «Das macht den Anlass familiär.» Und letztlich sei kein Gigathlon wie der andere. «Weil die Resultate dadurch nicht vergleichbar sind, bleibt die Verbissenheit weitgehend auf der Strecke.»

Meine Erfahrungen im Rahmen der zweitägigen Austragungen von 2011 und 2012 haben gezeigt: Dieser Wettkampf ist jeden Rappen wert – trotz eines schmerzhaften Sturzes. Während die Reise auf dem Luxusliner das Fotoalbum füllt, sind die Teilnehmer des Gigathlon um unvergesseliche Momente reicher. Der Anlass fordert die Sportler in mentaler, physischer aber auch sozialer Hinsicht. Diese Erlebnisse sind unbezahlbar.

Finanzielle Facts and Figures des Gigathlon 2013:

  • Der Swiss Olympic Gigathlon finanziert sich zu 100 Prozent durch Partner und Teilnehmer. Erstere bestreiten gemeinsam mit Sponsoren 40 Prozent des Aufwands, während die Teilnehmer durch das Startgeld 60 Prozent des Budgets ausmachen. Gigathlon-Sprecher Daniel Stegmann betont: «Es fliessen keine Gelder aus der öffentlichen Hand, der Sport-Toto-Gesellschaft oder von Swiss-Olympic-Partnern in die Organisation des Gigathlon. Grundsätzlich also keine Gelder, die für den Schweizer Leistungssport via Verbände von Swiss Olympic bestimmt sind.»
  • Laut Daniel Stegmann berechnen sich grundsätzlich sämtliche Startplatz-Preise aus den anfallenden Kosten wie Transporte, Verpflegung, abgegebenes Material oder der Platzmiete in den Etappenorten. Die höheren Preise pro Person für Single- und Couple-Athleten erklärten sich mit den zwei Supportern, die in diesen Kategorien inbegriffen sind. «Für deren Verpflegung und Transport kommen wir als Organisatoren ebenfalls auf.»
  • Der Homepage des Gigathlon ist zu entnehmen, das im Startgeld von 3100 Franken für ein Team von zwei Sportlern inbegriffen ist: ein Zelt, eine kostenlose An- und Abreise, ein Erinnerungspreis, die Startnummern, Gigathlon-Getränkebidons, Schwimmkappen, Helm-Überzüge, das Gigathleten-Manual mit den Streckenplänen, die verschiedenen Transporte (Shuttle-Busse, Extrazüge und Effektentransporte gemäss Verkehrskonzept) für Gigathleten und deren Supporter, die Verpflegung im Camp und auf der Strecke (Morgen- und Abendessen, Lunch-Bag oder Mittagsmenü), die Verpflegungsrationen, Streckenbewilligungen, -markierungen und -sicherung, die Zeitmessung, die Organisation, den Massageservice, die Benutzung von Bike und Velowaschanlage, Velo-Reparatur-Service.
  • Preisgeld gibt es beim Gigathlon nicht. Das gilt auch für den Gewinner. Laut Gigathlon-Sprecher Daniel Stegmann wird ein Sieg mit Sachpreisen im Gegenwert von mehreren Tausend Franken belohnt.

Wie plant man einen Gigathlon?

Pia Wertheimer am Montag den 19. November 2012

Dies ist der erste Teil einer Serie über die Vorbereitungen der Autorin für den Gigathlon 2013. Heute: Die Planung.

Sechs Tage, 30 Etappen durch 12 Kantone, 515 Kilometer im Velosattel, 258 Kilometer auf dem Bike, 158 Kilometer in den Inlineskates, 102 Kilometer in den Laufschuhen, 24 Kilometer Schwimmen, insgesamt 18‘600 Höhenmeter – das sind die Masse des Gigathlons 2013. In der Euphorie der vergangenen Austragung stand für mich zweifelsfrei fest: Ich würde auch 2013 in einem Couple (Zweierteam) wieder am Start stehen und diese dem Gigathlon eigene Mischung an Grenzerfahrung und Gemeinschaftsgeist erleben. Die Eckdaten lassen mich aber nun – rund acht Monate vor dem Startschuss – leer schlucken.

Der Anlass stellt mich und meinen Teampartner Roland Rietiker bereits Monate vor dem grossen Tag vor Herausforderungen. Die erste Hürde meisterte er am Morgen des 6. Novembers: die Anmeldung. Der Veranstalter hatte angekündigt, dass er das Anmeldeportal an diesem Tag öffnen würde. Nicht aber zu welcher Zeit. Am Vormittag war es soweit – first come, first served. Und schon beim Einschreiben tickte die Uhr, denn aufgrund der grossen Nachfrage war die Zeit beschränkt, welche die Sportler zur Anmeldung zur Verfügung hatten – nach 15 Minuten war sozusagen der erste Kontrollschluss des Gigathlon 2013. Für die Bezahlung standen weitere 15 Minuten zur Verfügung.

Das erste Ausdauertraining

Die zweite logistische Etappe der Gigathlonplanung ist die Unterkunft. Zwar ist im Startgeld von 3100 Franken (für ein Zweierteam, das alle sechs Tage bestreitet) ein Zelt inbegriffen, doch in einem Punkt waren mein Gigathlonpartner und ich uns sofort einig: Bei diesen sportlichen Strapazen würden wir in richtigen Betten schlafen. Es gilt also, in den Etappenorten Chur, Ennetbürgen, Bern und am Zielort Lausanne ein Hotelzimmer zu finden – für uns Sportler, aber auch für unsere beiden Supporter. Kein einfaches Unterfangen, denn bereits zehn Tage nach der Anmeldung verzeichneten einige Gasthäuser ausgebuchte Betten – wegen des Gigathlons, wie sie bemerkten.

Das erste Training steht also unter dem Motto Ausdauer. Es sind aber diesmal nicht die Beine gefragt, sondern die verschiedenen Suchmaschinen im Internet, das Telefon, die Mailbox und nicht zuletzt die Nerven, um die verschiedenen Angebote zu vergleichen. Dabei spielt nicht nur der Zimmerpreis eine Rolle, sondern auch die Distanz zum jeweiligen Start- und Zielgelände, wo die Athleten und ihre guten Geister verpflegt werden.

Das Etappenpuzzle

Die dritte Planungsetappe besteht darin, die Disziplinen aufzuteilen. Mein «Gigathlongspändli» und ich bestreiten täglich die fünf Disziplinen Velo, Laufen, Mountainbike, Inline und Schwimmen. Dabei will es das Reglement, dass ich als Frau mindestens zwei davon pro Tag übernehme. Da liegt es nun, das Blatt mit den verschiedenen Etappendistanzen und Höhenmetern – einem Puzzle gleich, das es geschickt zusammenzufügen gilt. Diese Aufgabe wirft Fragen auf: Gehen wir nach dem Wunschkonzert-Prinzip vor und feilschen miteinander die einzelnen Disziplinen aus? Teilen wir die Sportarten nach unseren Stärken und Schwächen ein? Oder drängt sich bei einem sechstägigen Wettkampf vielmehr eine Strategie auf, die es dem einzelnen Sportler erlaubt, an bestimmten Tagen kürzer zu treten?

Yvonne Bürgi muss es wissen. Die 29-Jährige hat dem Gigathlon 2012 ihren Stempel aufgedrückt: Sie gewann mit ihrem Teampartner Sandro Spaeth heuer die Couple-Kategorie. 2013 will sie mit ihrem zukünftigen Ehemann Simon Zahnd antreten. «Es wird unsere Hochzeitsreise durch die Schweiz», sagt Bürgi schmunzelnd. Die Etappen dieser bedeutungsvollen «Reise» haben die beiden noch nicht definitiv festgelegt. Es zeichne sich aber ab, dass sie die Disziplinen nach den Stärken und Schwächen aufteilen werden. Er sei als ehemaliger Duathlet beispielsweise ein sehr guter Velo- und Bikefahrer, aber ein «Nichtschwimmer». Im Gegenzug fühle sie sich als einstige Triathletin im Wasser wohl, dafür sei sie klar die Schwächere auf den Zweirädern.  Diese Vorteile spielen bei ihrer Planung eine Rolle, denn beide sind im eigenen Bikegeschäft tätig. «Der Trainingsaufwand muss deshalb verhältnismässig bleiben – und Spass machen.»

Die sechste Disziplin

Für Bürgi gilt es, vorerst zu erörtern, was der Gigathlon für ein Team bedeutet: «Geht es darum, eine Woche Ferien quer durch die Schweiz zu machen, oder haben die Sportler dabei Ambitionen bezüglich Zeit oder Klassierung?» Im ersten Fall sollten die Teams ihre Disziplinen nach dem Spassfaktor verteilen. Spielten aber auch Ambitionen eine Rolle, empfiehlt die 29-Jährige, dass sich die Sportler auf zwei oder drei Sportarten beschränken und die zur Verfügung stehenden Trainingsstunden darin investieren. «Dabei darf aber der Spass nicht auf der Strecke bleiben, die Teammitglieder sollten anpacken, was sie reizt.»

Wichtig seien in den kommenden Monaten regelmässige Standortbestimmungen. «Schliesslich ändert sich die Situation vielleicht durch eine Verletzung, die einen Sportler im Training zurückwirft.» Diese Flexibilität sei ein Teil der sechsten Gigathlondisziplin: die mentale Stärke. «Denn falls sich mein Teampartner verletzt, muss ich allenfalls nicht geplante Etappen bestreiten.»

Damit liegt das Disziplinen-Puzzle zwar noch ungelöst vor Roland Rietiker und mir. Wie bei einem Zusammensetzspiel können wir uns beim Aneinanderfügen der Teile an Yvonne Bürgis Rahmen orientieren.