Unabhängig davon, wie viele Tester ein Mountainbike gefahren sind, in der anschliessenden Beurteilung gibt es keine absolute Objektivität, sondern nur eine Annäherung an dieselbe. Und selbst wenn es sie gäbe, ist auch dann in erster Linie entscheidend, dass die Fahreigenschaften des Mountainbikes den persönlichen Präferenzen entsprechen. Als Möglichkeit, das Kandidatenfeld etwas einzuschränken, bilden die Tests der Fachmagazine natürlich eine solide Basis. Ob ein Mountainbike zu einem passt oder nicht, findet man anschliessend am besten auf einer ausgiebigen Testfahrt heraus. Das einzige Problem dabei ist sehr oft, dass der Fahrradhändler ums Eck natürlich nur die Produkte der «Hausmarken» führt und so die Auswahl sich meist auf drei bis fünf Marken beschränkt. Und wer macht sich schon die Mühe und klopft die ganzen Fachhändler der Region ab?
Gerade deshalb kommen die Bike Days sehr gelegen. Am kommenden Wochenende (4. bis 6. Mai) zeigen in Solothurn über 120 Aussteller ihre Produktneuheiten 2012. Es ist dies die ideale Gelegenheit dafür, einer breiten Auswahl an Testbikes auf der immer gleichen Teststrecke auf den Zahn zu fühlen. Dabei können die Rahmengeometrien ebenso beurteilt werden wie die Frage nach dem idealen Rahmenmaterial oder ob das nächste Bike mit 26- oder 29-Zoll-Rädern bestückt sein soll. Unabhängig davon, wonach einem der Kopf gerade steht – die Vorankündigungen der verschiedenen Hersteller versprechen drei interessante Testtage. Die angekündigten Highlights von B wie BikeTec bis W wie Wheeler:
BikeTec/Flyer: Die vollgefederte «X-Serie» des eBike-Marktführers Flyer (Bild) gibt es jetzt neu auch mit 29-Zoll-Laufrädern.
BMC: Die Grenchner präsentieren mit dem «TrailFox TF01» einen überzeugenden Allrounder, der dank Carbonrahmen auch beim Gewicht an der Spitze mitmischt. Mit dem vollgefederten «Speedfox SF29» und dem «Team Elite TE29» hat BMC zudem zwei ausgesprochen sportliche Twentyniner am Start.
Cannondale: Dank Carbon-Rahmen, hauseigenen Lefty-Gabeln und Federgewichten erfüllen das Hardtail «Flash 29» und das vollgefederte «Scalpel 29» die Wünsche engagierter Rennfahrer: Noch nie waren Twentyniner so leicht. Wer’s gröber mag, sollte eine Testrunde auf dem «Claymore» drehen.
Commencal: Nach der neuen Generation des «Supreme DH» schieben die Gravity-Spezialisten aus Andorra mit dem Enduro «Meta SX» (Bild) und dem Allmountain «Meta AM» zwei Modelle mit weniger Federweg und breiterem Einsatzbereich nach.
Felt: Das «Edict 29» hat Felt mit Hilfe von U-23-Weltmeister Thomas Litscher entwickelt. Mit Rahmen und Schwinge aus Carbon, 100 Millimetern Federweg an beiden Achsen und schnell rollenden, grossen Laufrädern ist dieses Bike voll auf Renneinsätze ausgelegt.
Giant: Für Ausdauerorientierte hat Giant das Carbon-Hardtail «XTC Composite 29» sowie das «Trance X Advanced» und das «Anthem X Advanced» am Start. Die Bergabfraktion wird sich das «Glory DH » nicht entgehen lassen, auf dem Danny Hart Weltmeister wurde.
GT Bikes: Mit dem rennorientierten «Zaskar 100 9R» und dem vielseitigen «Sensor 9R» bringt GT zwei preislich attraktive vollgefederte Twentyniner.
Lapierre: «Zesty», «Spicy» und «Froggy» haben bereits eine treue Fangemeinde. Neu ist das «X-Control»: Das Marathonbike mit 120 Millimetern Federweg vertraut auf die gleiche Pendbox-Kinematik wie das Downhill-Bike. Mit dem «Pro Race 929» bieten die Franzosen zudem ein rennorientiertes Twentyniner-Hardtail mit Carbonrahmen.
Liteville: Die zehnte Evolutionsstufe des Dauerbrenners «301» verträgt sich mit Federbeinen verschiedener Hersteller. Zudem wurde die Geometrie nochmals verfeinert. Kleingewachsene bekommen das «301» mit 24-Zoll-Hinterrad, und fürs Grobe bietet sich das «601» an, das je nach Federbein 165 bis 190 Millimeter Federweg bietet.

Merida: Beim neuen Race-Fully «Ninety-Nine» (Bild) kombinieren die Taiwanesen zwei Trends: Der Rahmen dieser Rennfeile mit 10 Zentimetern Federweg ist aus Carbon gefertigt, die Räder entsprechen dem Twentyniner-Mass. Wie beim «Ninety-Nine» gibt’s auch beim Hardtail «Big.Nine» Varianten mit Alu-Rahmen für kleinere Budgets.
Norco: Mit dem Downhill-Boliden «Aurum» hat die kanadische Schmiede ein ganz heisses Eisen im Feuer, und auch die Allmountain-Modelle der «Range»-Serie sind interessant. Mit dem «Shinobi» hat Norco zudem ein Twentyniner-Fully mit viel Federweg im Köcher.
Rocky Mountain: Viele, aber nicht alle Neuheiten bei drehen sich um Twentyniner: So gibt es das «Vertex 29» nun auch mit einem Carbonrahmen, und auch das Race-Fully «Element» haben die Kanadier auf grosse Räder gestellt.
Santa Cruz: Die jüngsten Neuheiten der Amerikaner sind alle Twentyniner. Für Einsteiger eignen sich das «Highball-a» und «Superlight 29», für Marathon-Fans gibt’s das «Highball» aus Carbon und für Liebhaber anspruchsvoller Trails die «Tallboy LT»-Modelle mit Rahmen aus Aluminium oder Carbon.

Scott: Das Race-Fully «Spark» ist komplett erneuert. Es bietet nun innenverlegte Züge und die Wahl zwischen 26 und 29 Zoll (Bild). Der TwinLoc-Lenkerhebel kürzt den Federweg ein oder blockiert das Fahrwerk.
Simplon: Die Vorarlberger präsentieren an den BikeDays den Nachfolger des «Lexx»: Das «Kibo» gibt’s einmal als Tourenbike mit Alu-Rahmen oder mit Carbon-Rahmen und rennorientiertem Handling. Eine Testfahrt ist auch das «Razorblade 29» wert: Kaum ein Twentyniner bietet ein so verspieltes Handling wie dieser Rennbolide.
Specialized: Neben dem Budget-Downhiller «Status» und dem überzeugenden Allrounder «Stumpjumper FSR Expert Carbon EVO» sind v. a. auch die Twentyniner spannend: Ob als Trailbike «Stumpjumper 29», als Rennfeile «S-Works Epic Carbon 29» oder als Damen-Hardtail «Fate», bei Specialized dreht sich fast alles um die grossen Laufräder.
Stöckli: Das Allmountain-Modell «Amber AMT» mit 15 Zentimetern Federweg gibt es wahlweise auch als SL-Variante mit Carbon-Hauptrahmen. Rennfahrer dürften sich eher für das Hardtail «Beryll Carbon RS 29“» interessieren, und auch das sportliche eBike «e.T.» verdient eine Erwähnung.

Transalpes: Mit viel Federweg und spassorientierter Geometrie weiss das «29er Fully» zu gefallen – kaum ein anderer Twentyniner fährt sich so spielerisch. Daneben hat Transalpes auch ein 29er-Hardtail am Start.
Trek: Mit dem «Rumblefish» wagt sich Trek bei den Twentyninern erstmals in spassorientierte Federwegs-Bereiche vor. Viel Interesse ist auch dem Carbon-Downhiller «Session 9.9» sicher, auf dem Aaron Gwin im vergangenen Jahr den Worldcup dominierte.
Wheeler: Neue Federungssysteme, die auch in Varianten für Frauen angeboten werden, gibt es 2012 bei Wheeler und BiXS. Wheelers «Super Single Pivot»-System, bei dem der Hinterbau ums Tretlager dreht, gibt es mit 140, 160 und 180 Millimetern Federweg, BiXS’ «Direct Response Technology»-System mit 120, 140 und 160 Millimetern.
Werden Sie die Bike Days in Solothurn besuchen? Wie stark stützen Sie Ihre Kaufentscheidung auf eigene Testfahrten ab? Welches neue Produkt sollte Ihrer Meinung niemand verpassen?

















Natascha Knecht ist Journalistin, Autorin und Kommunikationsberaterin.
Geboren und aufgewachsen im östlichen Berner Oberland – dem Mekka für Kletterer, Alpinisten und Outdoorsportler –
entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Berge bereits in ihrer Kindheit. Sie lebt seit über zehn Jahren in Zürich. Natascha Knecht betreut im Outdoor-Blog die Ressort
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
Pia Wertheimer ist Journalistin und Marathonläuferin. Letztes Jahr hat sie über ihre Vorbereitungen für den
Laurens van Rooijen (38) ist seit 1989 mit dem Velo im Gelände und seit 2000 als Velo-Journalist unterwegs – bis Ende 2004 als Redaktor der Zeitschrift MOVE, seither als freischaffender Journalist in Sachen Fahrrad für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und Web-Formate. Er schreibt neu im Ressort
Martin Sturzenegger (29) ist weder Profisportler noch Experte einer bestimmten Outdooraktivität. Als sportliches Highlight ragt der Bronzemedaille-Gewinn in einem Sprintbewerb für Kinder heraus. Im Outdoorblog betreut er das Ressort 





















































































