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Archiv für die Kategorie „Ernährungs-Tipps“

Milch vor dem Schlafen, mehr Muskeln am Morgen

Natascha Knecht am Montag den 19. März 2012
Werbung für Milch. (Foto: Swissmilk)

Milch gibt Mukis: Milch-Werbung. (Foto: Swissmilk)

Als Kind hat man es uns eingeflösst: Ein Glas warme Milch vor dem Zubettgehen hilft, besser zu schlafen. Nun zeigt eine neue Studie: Milch vor dem Schlafen bewirkt mehr als das. Holländische Forscher fanden heraus, dass insbesondere das Protein Casein, welches etwa 80 Prozent der Gesamtproteinmenge in der Milch ausmacht, sich positiv auf die Muskelregneration auswirkt und sogar hilft, Muskelmasse aufzubauen.

Am Experiment nahmen 16 junge, sportliche Männer teil, die alle tagsüber dieselben Lebensmittel konsumierten. Abends ab 20 Uhr mussten sie während 45 Minuten ein Krafttraining absolvieren. Kurz danach, um 21 Uhr, erhielten sie eine Mahlzeit, welche der gängigen Regenerationsformel 20 Gramm Proteine, 80 Gramm Kohlenhydrate entspricht. Um 23.30 Uhr, eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen, trank die Hälfte der Testpersonen einen Drink, der 40 Gramm Casein beinhaltete. Die andere Hälfte erhielt Wasser.

Rapide mehr Aminosäuren im Blutkreislauf

Resultat: Während die Männer schliefen, konnte der Körper das Protein restlos aufnehmen, was dazu führte, dass rapide mehr Aminosäuren gebildet wurden. Die Muskelproteinsynthese (zuständig für die Regeneration und das Wachstum von Muskeln) war bis 22 Prozent höher als bei den Teilnehmern, welche vor dem Schlafen keine Casein-Drinks hatte. Bei ihnen konnte kaum eine Veränderung gemessen werden.

Fazit: Proteine stimulieren das Muskelwachstum, aber nur bis zwei, drei Stunden nach der Belastung. Wer erst abends nach der Arbeit trainieren kann, isst danach tendenziell eher wenig und wahrscheinlich nur selten etwas Proteinreiches unmittelbar bevor er ins Bett geht. Ein entsprechender Drink oder Snack vor dem Schlafen könne Wunder bewirken, sagen die Wissenschaftler. Quasi nach dem Motto: Mit Casein kannst du es nicht besser, aber gleich wieder. Profitieren würden nicht nur Sportler, sondern auch Männer über 60, welche altersbedingt an Muskelmasse verlieren.

1 Liter Vollmilch hat mehr Kalorien als eine Tafel Schokolade

Auch zu beachten:

1. Aus der Studie, welche bei «Medicine and Science in Sports & Exercise» veröffentlicht wurde, geht nicht hervor, ob Frauen davon ebenfalls profitieren.

2. Nahrungsmittel mit dem höchsten Casein-Gehalt sind Käse und Quark.

3. Milch enthält pro Liter zwischen 30 und 35 Gramm Proteine, 80 Prozent davon in Form von Casein, also 24 bis 30 Gramm. Die Studien-Teilnehmer nahmen 40 Gramm vor dem Schlafen. In Milch umgerechnet, müsste man also 1,3 Liter Milch trinken, was mengenmässig für einen Schlummerdrink einfach zu viel wäre und einerseits mit 429 Kalorien (Magermilch) respektive 842 Kalorien (Vollmilch) an die Hüfte gehen würde.

4. Casein gehört zu den häufigsten Verursachern von Kuhmilchallerige, welche jedoch vor allem bei Säuglingen und nur bei 1,2 Prozent der Erwachsenen vorkommt – und nicht mit der enzymbedingten Unverträglichkeit gegenüber Milchzucker (Laktoseintoleranz) zu verwechseln ist.

Aber wie ich die Industrie einschätze, gibt es auch hierfür haufenweise gut verträgliche Casein-Shakes und kleine, kalorienarme Kapseln. Haben Sie schon Erfahrung mit solchen und ähnlichen Präparaten gemacht?

Der einzig wahre Schlankmacher

Natascha Knecht am Montag den 12. Dezember 2011
Ernährung umstellen: Sport trainiert das Gehirn auch in Bezug auf das Essverhalten.

Sport trainiert das Gehirn auch in Bezug auf das Essverhalten: Werbefoto illustriert den Vorher-Nachher-Effekt.

Sport alleine genügt bekanntlich nicht, damit die Pfunde purzeln. Die Ernährung muss ebenfalls stimmen. Oder anders gesagt: Abnehmen funktioniert nur, wenn die Energiebilanz negativ ist, wenn mehr Kalorien verbrannt als gegessen (und getrunken) werden. Nun konnten Forscher der Harvard University belegen, dass regelmässiger Sport und gesunde Ernährung oft automatisch Hand in Hand gehen. Je öfter die Studienteilnehmer trainierten, desto mehr achteten sie auch auf ihre Ernährung.

Im Fachjournal «Obesity Reviews» erklärte Studienleiter Miguel Alonso, welche neurologischen Mechanismen diesen Effekt auslösen: Regelmässige Bewegung trainiere das Gehirn auch in Bezug auf das Ernährungsverhalten. Sport beeinflusse verschiedene Prozesse im Kopf und verändere die Struktur des Denkorgans. So könne es das Sattgefühl besser erkennen und die Neigung, zu viel zu essen, dämmen. Zudem steigere Sport den Appetit auf gesunde Nahrung, der Verzicht auf fett- und zuckerreiche Verführungen falle leichter.

Mehrfacher Profit

Sport unterstütze das Abspecken mehrfach: «Er verbrennt Kalorien, das Essverhalten reguliert sich von selbst und das Durchhalten fällt leichter», sagt Alonso. «Wer seine Ernährung auf Diät stellt und zusätzlich regelmässig körperlich aktiv ist, wird sein Zielgewicht ausserdem länger halten können.» Umgekehrt profitieren auch Normalgewichtige von regelmässigen Trainings, da sie dadurch ihre Ernährung positiv beeinflussen können und somit kaum dazu neigen, sich ungesundes Übergewicht anzufuttern.

Hemmungslos schlemmen ist kein Problem, wenn mann weiter trainiert: Eine Frau geniesst ihr Dessert.

Schlemmen ist kein Problem, wenn man weiter trainiert: Eine Frau geniesst ihr Dessert.

Die Zahl der stark Übergewichtigen steigt alarmierend. Für Alonso ist es deshalb auch Aufgabe der Politik, das Bewusstsein für Sport und Ernährung in der Bevölkerung zu steigern. Bereits in der Schule müsse die Aufklärung beginnen. «Wenn wir die Zusammenhänge besser verstehen, können wir krankhaftem Übergewicht besser vorbeugen und bestehende Behandlungskonzepte verbessern.»

Die beruhigende Nachricht lautet also: Wer auch jetzt in der Weihnachtszeit nicht zunehmen möchte, muss sich nicht unbedingt von ungesunden Apéros und hochkalorischen Festtagsmenüs fernhalten, solange er seine Trainings einhält. Sport macht Spass und hilft zudem, nicht unkontrolliert in sich reinzustopfen und gesundes Essen zu favorisieren. Joggen gilt übrigens als idealer Fatburner, insbesondere Intervall-Einheiten.

Glauben Sie auch, dass die Erkenntnis dieser Studie Sinn macht?

Mehr essen für weniger Körperfett

Natascha Knecht am Montag den 4. April 2011
Running

Um sein Zielgewicht langfristig halten zu können, muss niemand hungern. Im Gegenteil: Wir müssen essen, um richtig zu verbrennen!

Sie haben Ihr Sporttraining im Winter zwischendurch sausen lassen? Und sich stattdessen ein paar Pfunde angefuttert? Nicht so schlimm. Wenn Sie im Sommer wieder eine gute Figur machen wollen, sollten Sie am besten schon jetzt mit dem Körper-Tuning anfangen. Das geht ganz einfach und ohne Hungern – wenn man die Tricks kennt.

Unsere Ernährungsexpertin *Dr. Antoinette Sarasin erklärt, wie wir mehr essen und trotzdem schlank werden und bleiben können:

Um abzunehmen und sein Gewicht auf Dauer zu halten, ist nicht die Menge und das Abwiegen von Lebensmitteln ausschlaggebend. Im Gegenteil, strikte Diäten, bei denen persönliche Vorlieben nicht berücksichtigt werden, zeitigen nur kurzfristigen Erfolg. Wer zum Beispiel Süssigkeiten liebt, wird immer gerne Süsses haben. Und das ist auch o.k. so.

Darum: Schlemmen Sie sich satt – achten Sie nur auf die «Energie-Dichte». Wählen Sie Lebensmittel, von denen Sie grosse Mengen essen können und trotzdem wenig Kalorien zu sich nehmen im Sinne des Energie-Verdünn-Prinzips. Und achten Sie auf Ihre «Mahlzeiten-Frequenz». Essen Sie drei Mal am Tag richtig und genug – aber zwischen den Mahlzeiten keine Snacks, verzichten Sie auf Fruchtsäfte oder zuckerhaltige Sodagetränke. So wird Ihr Gewicht immer weniger ein Thema.

Drei zentrale Faktoren für einen dauerhaften Erfolg:

1. Das Energie-Verdünn-Prinzip: Viel essen, aber weniger kalorienreich.
Reduzieren Sie den Energiegehalt von Mahlzeiten, indem Sie mehr Gemüse/Früchte und weniger Fette speisen. Ausnahmen sind mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren in Fisch und gewissen Nüssen.

Beispiele:

  • Statt Quiche Lorraine als flachen Kuchen zubereiten, eine Springform wählen und eine Broccoli-Quiche zaubern: Viel Broccoli, wenig Teig und der Guss aus Eier und Quark statt Crème Fraiche.
  • Glace mit verschiedenen Beeren statt Engadiner Nusstorte. Beim Essen hat jeder seine individuellen Präferenzen und für jede Vorliebe gibt es genussvolle Alternativen. Wer dies berücksichtigt, hat auf Dauer kein Gewichtsproblem mehr.

Weitere Tipps:

  • Jeder Mahlzeit viel «frische Farbe» beifügen – in Form von Gemüse, Salaten und beschränkt Früchten, die aufgrund ihres hohen Wassergehalts auch bei grosser Menge die Energie-Aufnahme nicht «belasten».
  • Verzicht auf versteckte Fette (Fast Food, Gebäck, süsse Snacks), aber auch Süssgetränke.
  • Das grössere Essvolumen mit erhöhtem Gehalt an Ballaststoffen und Wasser wirkt sich auch stimulierend auf Verdauung und Fettstoffwechsel aus.
  • Wir müssen essen, um richtig zu verbrennen!

2. Keine Snacks und Zwischenmahlzeiten!
Ein weiterer, zentraler Schlüssel zum Erfolg: sich Snacks mit raffinierten Kohlenhydraten abgewöhnen. Sie sind häufig ein Konzentrat an schnell verfügbarem Zucker und gesättigten Fetten, entgegen dem Energie-Verdünn-Prinzip, und sie stoppen den Stoffwechsel.

3. Sport treiben, um mehr Energie zu verbrauchen.
Bewegung bei jeder Gelegenheit in Form von Alltagsbewegung und gezieltem Training. Ausdauersport in Kombination mit gezieltem Krafttraining wirkt besonders effizient, wobei Intensität und Frequenz individuell angepasst werden müssen.

Hat man sich genussvoll auf sein «Energie-Verdünn-Prinzip» eingestellt und berücksichtigt dabei seine persönlichen Vorlieben, klappt das dauerhafte Halten des Zielgewichts umso einfacher, Jojo ist kein Thema.

Ziel: Eine negative Energie-Bilanz erreichen (weniger Kalorien essen als verbrauchen), ohne weniger essen zu müssen oder Leistungssportler zu werden.

Die Vorteile des Energie-Verdünn-Prinzips:

  • Man darf essen!
  • Kein Abwiegen und keine Fixation auf spezifische Lebensmittel.
  • Kein «Hintergehen» persönlicher Vorlieben. Sie sind keine «Sünden», im Gegenteil, sie müssen berücksichtigt werden. Es braucht keinen Verzicht, nur befriedigende Alternativen.
  • Genussvoll zum nachhaltigen Erfolg – ohne Runterhungern
  • Kein Frust!
Dr. Antoinette Sarasin

Dr. Antoinette Sarasin ist Ernährungsexpertin bei «Running im Outdoorblog».

* Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo, Dipl. Anti-Aging- und Präventivmedizin (SSAMP), Nachdiplomstudium in Humanernährung ETH Zürich. Sie ist spezialisiert auf persönlich abgestimmtes, nachhaltiges Gewichtsmanagement, gezielte Stoffwechselanalysen und Vital Aging sowie massgeschneiderte Mikronährstoff-Ergänzungen. Praxis in Zürich und Adliswil. www.yourlife.ch

Abends Eiweiss oder Kohlenhydrate?

Natascha Knecht am Montag den 28. Februar 2011
Warme Mahlzeiten entspannen abends: Etwa Pasta mit Tomaten.

Warme Mahlzeiten entspannen abends: Etwa Pasta mit Tomaten.

Sport regt an, weckt, vitalisiert. Aber wer regelmässig trainiert, braucht auch genügend Schlaf. Er ist wichtig für die Regeneration und Superkompensation. Zwar begünstigt Bewegung meistens einen erholsamen Schlaf. Aber nicht immer. Ob ein Mensch entspannt durchschläft, hängt unter anderem von der richtigen Ernährung ab.

Wir fragten unsere Expertin *Dr. Antoinette Sarasin, auf welche Nahrungsmittel Sportler achten sollten, um erholsam schlafen zu können. Abends Eiweiss oder Kohlehydrate?

Anmerkung: Die nachfolgenden Tipps richten sich dieses Mal an Sportler mit stabilem Gewicht, nicht an Abnehmwillige.

Welche Nahrungsmittel wirken entspannend, welche machen munter?

1. Eiweisse sorgen für Tatendrang: Die beiden Aminosäuren Tyrosin und Phenylalanin erhöhen Wachsamkeit und Tatendrang. Sie bilden die Vorstufen für Gehirnbotenstoffe wie Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin, sind also regelrechte Muntermachter.
Darum: Dauerdiäten, bei denen auf Eiweiss fokussiert und auf Stärkeprodukte verzichtet wird, können über längere Zeit zu Nervosität und Schlafproblemen führen.

2. Kohlenhydrate wirken entspannend: Serotonin ist der Wohlfühl-Neurotransmitter. In den Abendstunden wandelt unser Körper Serotonin in Melatonin um und sorgt auf natürliche Weise für einen entspannenden, guten Schlaf. Zentral für den Serotonin-Aufbau ist die Aminosäure Tryptophan, die jedoch nur unter Präsenz von Kohlenhydraten effizient ins Gehirn aufgenommen wird. Begünstigend wirken dabei B-Vitamine, insbesondere B6, Magnesium und ein moderates Ausdauertraining.

Welche Nahrung unterstützt einen tiefen, gesunden Schlaf?

Damit der Körper das Wohlfühl-Hormon Serotonin besser aufbauen kann, empfiehlt sich bei der Ernährung: 65 % Kohlehydrate, 25 % Fette, 10 % Proteine.

Um erholsamer zu schlafen: tagsüber tryptophanhaltige Nahrungsquellen, abends Kohlenhydrate.

Welche Lebensmittel enthalten Tryptophan?

1. Getreideprodukte wie Weizenkeime, Weizenkleie, Haferflocken.

2. Eiweissquellen wie Hartkäse (z.B. Parmesan), Magerquark, Molkenprotein, Erdnüsse, Fleisch, Huhn, Hülsenfrüchte wie Soajbohnen oder Erdnüsse, Erbsen, Linsen, Meerfische (z. B. Lachs) sowie Forelle oder Dorsch.

3. Bei Früchten ist es die Banane.

Welches sind zentrale Ko-Faktoren?

B-Vitamine, insbesondere B6 - Quellen: Weizenkeime, Haferflocken, Kartoffeln,  Schweinefleisch, Leber, Lachs, Gemüse wie Lauch, Kohlarten, Avocado, Hülsenfrüchte und Banane.

Magnesium: Supplemente als Magnesiumorotat anderen Verbindungen wie Magnesiumaspartat vorziehen. In Orodat-Form wirkt es besonders entspannend! Magnesium-Quellen: Vollkorngetreideprodukte, Haferflocken, grünes Gemüse (z.B. Spinat), Nüsse und Kerne, magnesiumreiche Mineralwässer, Kakao (aber aufgepasst, schwarze Schokolade kann wieder anregen).

Tipps für einen erholsamen Schlaf:

1. Schwerverdauliches meiden und nicht zu spät essen! Wenig gesättigte Fette, wenig Rohkost, nicht zu viel Ballaststoffe (schwer verdaulich, Blähungen).

2. Muntermacher vermeiden
Alkohol, Koffein (z.B. Kaffee, schwarzer Tee, Grüntee, Mate Tee, Cola Getränke oder Red Bull) sowie Tabak enthalten Muntermacher, die den Schlaf beeinträchtigen können. Niktoin und Koffein verzögern den Schlaf, Alkohol kann ihn in der Nacht unterbrechen. Auch zu viel Schokolade und Kakao können aufputschen. Hingegen entspannen Kräutertees umso mehr.

3. Nicht zu spät und zu intensiv trainieren
Lockeres Ausdauertraining fördert Schlaf. Wenn aber plötzlich Schlafprobleme auftreten, besser morgens, mittags oder bis am späten Nachmittag trainieren – nicht spät abends. Körper und Geist sollten danach genug Zeit haben, zur Ruhe zu kommen. Ausserdem: Moderates Ausdauertraining beeinflusst den Schlaf besser als extensives Krafttraining.

4. Warme Mahlzeiten entspannen und sättigen besser als kalte Mahlzeiten. Zum Beispiel:
- (Getreide-)Risotto mit Pilzen, Gemüse, wenig Parmesankäse
- Nudeln an Gemüse-Tomaten-Sauce, wenig Kalbfleisch und/oder Parmesankäse
- Milchreis mit Banane, Ananas, Datteln und geriebenen Nüssen
- Porridge mit Milch, Früchten und wenig Honig
- Gemüsesuppe z.B. Minestrone als leichtere Version

Wenn es doch etwas aus der kalten Küche sein soll:
- Vollkornbrot mit Bündnerfleisch, dann mit etwas Honig und Konfi
- Einschlaftrunk: ein Glas Milch mit einer Banane und Honig gemixt
- Cocktail aus 1 Orange, 1 Becher Joghurt oder Kefir, 1 EL Bierhefe, 2 EL Weizenkeime, 1-2 EL gemahlene Mandeln oder Baumnüsse, Honig (wenn ein Eiweiss-Shake, dann tryptophanhaltiges Molkeprotein plus Honig für die bessere Resorption)


Trotz Kohlenhydraten am Abend kann man sein Gewicht stabil halten
– sofern man tagsüber auf geregelte Mahlzeiten achtet, auf magere Eiweissquellen fokussiert, auf raffinierte Kohlenhydrat-Snacks «zwischendruch» verzichtet und regelmässig trainiert. Nebst der Ernährung gibt es natürlich weitere unterstützende Massnahmen für einen erholsamen Schlaf, sei es pflanzlicher Art zur Beruhigung, gezielte Entspannungstechniken wie progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training vor dem zu Bett gehen.

Was ist Ihr Rezept für einen erholsamen Schlaf?

Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo

Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo ist bei «Running im Outdoorblog» Expertin für alle Ernährungsfragen.

* Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo, Dipl. Anti-Aging- und Präventivmedizin (SSAMP), Nachdiplomstudium in Humanernährung ETH Zürich. Sie ist spezialisiert auf persönlich abgestimmtes, nachhaltiges Gewichtsmanagement, gezielte Stoffwechselanalysen und Vital Aging sowie massgeschneiderte Mikronährstoff-Ergänzungen. Praxis in Zürich und Adliswil. www.yourlife.ch

Sind Läufer bessere Liebhaber?

Natascha Knecht am Sonntag den 16. Januar 2011

Haben Sie gewusst: Zu viel Fett am Bauch bringt den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht, reduziert die sexuelle Lust und kann sogar zu erektiler Dysfunktion führen. Unsere Expertin *Dr. Antoinette Sarasin erklärt, wie es dank Sport und richtiger Ernährung auch im Bett gut läuft, was als Viagra der orthomolekularen Medizin gilt – und welche Läufer die besseren Liebhaber sind.

Hat vermutlich keine weder Bauchfett noch Erektionsprobleme: Der ägyptische Läufer Amr Seoud an der Weltmeisterschaft 2007 in Japan.

Strotzt vor Testosteron: Der ägyptische Läufer Amr Seoud an der Weltmeisterschaft 2007 in Japan.

1. Viszerales Fett baut Testosteron ab

Fettgewebe – insbesondere am Bauch – enthält das Enzym Aromatase. Dieses wandelt aktive Metaboliten von Testosteron in das weibliche Hormon Östradiol um, was zu einem Testosteron-Defizit führen kann. Folge: Die Manneskraft lässt nach. Allgemeine Motivation, Antrieb und innere Dynamik sind reduziert.

Bei Frauen kann sowohl zu viel wie zu wenig Körperfett den Hormonhaushalt stören – beides mit negativen Folgen auf die sexuelle Lust und Fruchtbarkeit.

2. Metabolisches Syndrom macht schlapp

Chronisches Übergewicht ist oft begleitet von Zuckerstoffwechselstörung (Diabetes), Bluthochdruck, zu hohen Blutfetten wie Cholesterin und Triglyzeride, was auch als metabolisches Syndrom beschrieben wird. Dies begünstigt die Entstehung von Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit fatalen Folgen wie Herzschlag oder Hirnschlag. Betroffen ist jedoch nicht nur der Blutfluss im Herz oder Hirn, sondern auch in den Geschlechtsorganen. Erektions- und Potenzstörungen mit entsprechenden Beschwerden sind häufig. Man(n) ist so vital wie seine Blutgefässe.

3. Psychologische Barriere

Viele Übergewichtige leiden aufgrund ihrer Körperfülle unter einem verminderten Selbstwertgefühl. Sie genieren sich, besonders in intimen Situationen, fühlen sich nicht sexy. Das muss nicht sein, ist aber leider doch häufig der Fall.

4. Weniger Körperfett bringt mehr Antrieb

Wichtig ist, Jojo-Effekte zu vermeiden: Nur eine dauerhafte Gewichtsabnahme oder ein stabiles, gesundes Gewicht bringt mehr Lust und Spass. Darum muss ein gezieltes Bewegungs- und Ernährungskonzept einfach umsetzbar und auf die persönlichen Bedürfnisse und Vorlieben zugeschnitten sein. Es soll Genuss ganz natürlich zulassen und Gewohnheiten respektieren. Beim Essen gibt es keine Sünden!

Auch eine persönlich abgestimmte Mikronährstoff-Ergänzung kann sinnvoll sein – zur Unterstützung des Energiestoffwechsels und zum Schutz vor Gefässveränderungen bei metabolischem Syndrom. L-Arginin als simple Aminosäure gilt übrigens als das Viagra der orthomolekularen Medizin, es beeinflusst die Weitstellung der Gefässe.

5. Darum bringt Laufen mehr Stimmung ins Bett:

  • Regelmässiges Training hilft, Körperfett nachhaltig zu verbrennen respektive die schlanke Linie zu halten.
  • Kein metabolisches Syndrom: Laufen reguliert Blutzucker, Blutdruck, senkt das «schlechte» LDL-Cholesterin und erhöht das «gute» HDL-Cholesterin.
  • Optimaler Hormonhaushalt: Beim Laufen werden die Glückshormone Endorphin und Serotonin ausgeschüttet. Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol hingegen gesenkt. Zudem: Ein regelmässiges, nieder-intensives Training  – 3 bis 4 Mal pro Woche zwischen 45 und 90 Minuten – steigert den Testosteronspiegel, was sich positiv auf Ausgeglichenheit und Libido auswirkt. Zudem fühlen sich Sportler stärker, attraktiver und wohler in ihrer Haut. Mit dem Selbstbewusstsein wächst das Lustgefühl.
    Wichtig: Laufeinsteiger und Übergewichtige müssen unbedingt moderat beginnen und nach Rücksprache mit dem Arzt.
  • Das ideale Training für Gewichtsreduktion: Langsame, aber lange Läufe. Es soll zu einer Sauerstoffdurchflutung kommen, aber keinesfalls im anaeroben Bereich.
  • Zusätzliches Krafttraining. Es ist der Testosteron-Booster schlechthin.
  • Laufen verarbeitet den Alltagsstress, was letztlich auch die Lust fördert. Das gilt für Frauen und Männer gleichermassen.

6. Achtung: Nicht zu viel des Guten!

Bei zu intensivem Training überwiegt die Erschöpfung, der Testosteron-Anteil im Blut sinkt – und damit auch die Lust auf Sex. Diese Entwicklung wird zum Beispiel bei Marathonläufern beobachtet: Sie arbeiten über lange Zeit sehr hart an ihrer Ausdauer. Nach dem Wettkampf sind ihre Kraftreserven erschöpft, im Bett läuft nichts mehr. Anders beim Hobbyläufer: Dank des moderaten Trainings profitiert er am meisten von den erwähnten libidofördernden Auswirkungen. In Sachen Leidenschaft mag er dem Spitzensportler um Längen voraus sein.

7. Und noch was:

Umgekehrt fördert auch regelmässiger, befriedigender Sex einen gesunden Hormonhaushalt, er stärkt das Immunsystem, verbessert das Körpergefühl und die mentale Ausgeglichenheit – ist also ein effizientes Rezept für vitales Altern.

Dr. Antoinette Sarasin

Dr. Antoinette Sarasin.

* Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo, Dipl. Anti-Aging- und Präventivmedizin (SSAMP), Nachdiplomstudium in Humanernährung ETH Zürich. Sie ist spezialisiert auf persönlich abgestimmtes, nachhaltiges Gewichtsmanagement, gezielte Stoffwechselanalysen und Vital Aging sowie massgeschneiderte Mikronährstoff-Ergänzungen. Praxis in Zürich und Adliswil. www.yourlife.ch

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- 1 Jahr keinen Sex und schlank für immer?

Schlank trotz Schlemmereien: 11 Tipps für die Festtage

Natascha Knecht am Montag den 13. Dezember 2010
Viel trinken. Mindestens 2,5 Liter über den Tag verteilt: Joggerin.

Viel trinken – mindestens 2,5 Liter über den Tag verteilt: Joggerin.

Jedes Jahr der gleiche Marathon: Weihnachtsapéros mit fettigen Häppchen und Alkohol, kalorienreiche Festmenüs, süsse Verführungen, wo man hinkommt. Wer nicht aufpasst, hat schnell ein paar Kilos mehr drauf.

Unsere Ernährungsspezialistin Dr. Antoinette Sarasin gibt 11 Tipps, wie wir gleichzeitig schlemmen und die schlanke Linie behalten können. So einfach gehts:

1.    Bis nach den Festtagen nicht auf die Waage stehen. Mentale Fixation auf das Gewicht fördert eine Zunahme, Gelassenheit das Gegenteil.

2.    Jeden zweiten Tag – oder besser täglich – mit nüchternem Magen 40 Minuten (oder länger) im aeroben Bereich laufen, ideal mit Intervall. Nüchterne und lange Einheiten lassen den Fettstoffwechsel noch über Stunden auf höherem Niveau laufen. Schwarzer Kaffee vor dem Training kurbelt ihn zusätzlich an.

3.    Viel trinken. Mindestens 2,5 Liter über den Tag verteilt in Form von Wasser, besser Kräuter- oder spezifischer Säure-Basen-Tee.

4.    Die Mahlzeiten vor und nach dem/den Festessen bewusst planen, um auszugleichen:

•    ohne Stärkeprodukte wie Brot, Teigwaren, Reis, Flocken etc.
•    fettarm
•    kein Snacking zwischendurch

Beispiele ausgleichender Mahlzeiten:

- Am Morgen nach dem grossen Festmenü einfach nur Tee und Grapefruit, wers mag auch Wasser mit etwas Apfelessig.
- Leichter Lunch: Gemüsesuppe wie Minestrone.
- Magere Eiweissquellen wie Geflügelbrust, Fisch oder Fleisch sättigen rasch und lange, stabilisieren den Blutzucker und wirken der Lust auf Guetsli und Co. entgegen.

5.    Beim Apéro vor dem Festmahl nicht zu viele Amuse-Bouche essen. Sich überlegen: Sind es diese Kalorienbömbchen wert? Sind sie wirklich ein Genuss, oder will ich nachher nicht lieber das Essen richtig geniessen? Alternative: Ein gut gewürzter Tomatensaft, allenfalls mit etwas Gemüse-Dip. Den Champagner besser zum Dessert im Anschluss an die Mahlzeit trinken, so steigen Blutzucker und das fettaufbauende Hormon Insulin weniger rasch an. Wenn zum Apéro unbedingt Alkohol, dann vorher etwas Eiweisshaltiges essen, z. B. ein paar Mandeln oder ein kleines Stück Käse.

6.    Jeweils 1 Glas Wasser vor den Mahlzeiten trinken (zur Gewohnheit machen). Bewusst langsam essen und während des Essens viel Wasser trinken.

7.    Beim Festessen auf die exquisiten Eiweissquellen wie Filet, Fisch, geräucherten Lachs, Meeresfrüchte fokussieren, kombiniert mit farbigem Gemüse. Alkohol in Massen, das Glas nicht leertrinken, dafür umso mehr Wasser. Eine Consommé Julienne (Bouillon) als wärmende, sättigende Vorspeise ist ideal.

8.    Beim Dessert den «energieverdünnten» Versionen Vorrang geben. Dazu gehören: Crème, Glace, Sorbet, zum Beispiel mit warmen Beeren, oder einfach Orangensalat. Wer nicht auf Energie-Bomben wie Weihnachtsstollen, Schoggi, Guetsli verzichten will, nimmt ein kleines Stück davon und kombiniert es einfach mit einer «energieverdünnten» Variante. Süsses nur direkt nach der Mahlzeit geniessen. Das lässt den Zucker- und Insulinspiegel – und somit auch das Gewicht – weniger rasch ansteigen.

9.    Nach den Feiertagen einen Gemüse- oder Kartoffeltag einschalten. Das entwässert und neutralisiert den Säureüberschuss.

10.    Wer ganz sicher nicht zunehmen und zu viel essen möchte, führt über die Festtage ein Esstagebuch. So macht man sich automatisch bewusst, was für einen persönlich wirklich Genuss ist, was sich auch lohnt – und was gar nicht unbedingt «rein muss». Man isst automatisch weniger und geniesst umso mehr.

11.    Und warum kein flotter Spaziergang nach dem Festmahl an der frischen Luft? Oder ein Tag auf die Skipiste? Sportliche Aktivität hält den Stoffwechsel auf Trab.

Zum Abschluss die gute Nachricht:

Sollte es doch zu 1–2 kg mehr auf der Waage kommen, ist das kein Desaster. Sie sind schnell verloren, wenn der Alltag wieder eintritt. Das Problem mit dem Übergewicht entsteht nicht durch kurzfristige «Fehltritte» über die Feiertage oder in den Ferien. Schwierig sind die Kilos, die sich über die Jahre langsam ansetzen.

Aber eben, wer sich an diese 11 Tipps hält, nimmt auch kurzfristig nicht zu.


Dr. Antoinette Sarasin

Dr. Antoinette Sarasin gibt bei «Running im Outdoor-Blog» Ernährungstipps.

* Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo, Dipl. Humanernährung ETH Zürich, Präventivmedizin. Sie ist spezialisiert auf persönlich abgestimmtes, nachhaltiges Gewichtsmanagement, gezielte Stoffwechselanalysen, individuell abgestimmte Mikronährstoff-Ergänzungen. www.yourlife.ch

Sind Vitamin-Supplemente sinnvoll oder unsinnig?

Natascha Knecht am Montag den 8. November 2010

Wer ernährt sich in der heutigen, schnelllebigen Zeit wirklich ausgewogen und qualitativ korrekt?

Stress im Alltag, ungesunde Ernährung – und auch ein ambitioniertes Lauftraining verursachen häufig ein Manko an Mikronährstoffen. Folge: Wir fühlen uns müde und matt, Stimmungsschwankungen stellen sich ein, Erkältungen treten häufiger auf, ebenso wiederkehrende Infektionen, Ekzeme und andere Krankheiten.

Mikronährstoffe sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, auch bestimmte Aminosäuren und Fettsäuren spielen eine zentrale Rolle. Sie sorgen dafür, dass Stoffwechselprozesse reibungslos ablaufen können und das Immunsystem stark bleibt. Also absolut notwendige Elemente, damit wir gesund bleiben, uns körperlich und geistig länger fit und motiviert fühlen.

Kann man ein Defizit an Mikronährstoffen durch vitaminreiches Essen wettmachen, oder braucht es Zusatzpräparate? Wir fragten unsere Ernährungsfachfrau *Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo:

Sportler brauchen mehr!

Wer viel trainiert, verbraucht nicht nur Energie sondern auch zentrale Mikronährstoffe. Wenn die Ernährung diesem Mehrbedarf angepasst ist und keine Gesundheitsprobleme vorhanden sind, braucht es keine Ergänzung.

Doch sind wir mal ehrlich: Wer ernährt sich in der heutigen, schnelllebigen Zeit wirklich ausgewogen und qualitativ korrekt? Schweizer Ernährungsbefragungen zeigen, dass die empfohlenen 600 bis 800 Gramm frisches Gemüse, Salate und Obst pro Tag selten erreicht werden. Stattdessen prägen Sodagetränke, Zucker und gesättigte, tierische Fette unsere Ernährung.

Das sind zentrale Mikronährstoffe

Eisen: Ein Mangel führt zu Müdigkeit, Leistungseinbusse und Antriebslosigkeit. Achtung: Eisen nur laborgestützt supplementieren!

Antioxidantien, wie Vitamin C, E, B-Carotin, sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, aber auch Zink und Selen können den erhöhten oxidativen Stress abfangen. Sie schützen Zellen und Erbgut. Ein möglicher Bedarf lässt sich im Blut messen.

B-Vitamine, insbesondere B1, B2, B6 und B12: Sie sind zentral für die Energiegewinnung (Kohlenhydrat-Verstoffwechslung), aber für den Aminosäure- und Fettstoffwechsel sowie für die Stärkung des Nervensystems.

Kalzium und Magnesium: Sie neutralisieren überschüssige Säure (Säure-Basen-Haushalt), mineralisieren und festigen das Knochengewebe. Ein Magnesium-Mangel kann etwa zu den bekannten Wadenkrämpfen führen.

Omega-3-Fettsäuren: Durch ihre entzündungshemmende Wirkung schützen sie den Herz-Kreislauf sowie Gewebe und Zellen. Zudem unterstützen sie regenerative Prozesse.

Vitamin D3: Zentral für die Knochen, aber auch zur Stärkung der Muskelfunktion und des Immunsystem sowie für eine ausgeglichene Psyche. Es wirkt zudem Alterungsprozessen entgegen, wird darum auch «Anti-Aging Hormon» genannt. Da der Vitamin-D3-Spiegel in der Schweizer Bevölkerung häufig zu tief liegt, ist es insbesondere für den Sportler wichtig, seinen Serumspiegel zu kennen.

Wem nützen Supplemente?
Eine Ergänzung macht nur Sinn und tut spürbar gut, wenn:
-    sie auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten ist
-    allfällige Gesundheitsschwächen berücksichtigt werden
-    die einzelnen Mikronährstoffe optimal aufeinander abgestimmt sind

Dies ist auch der Grund, weshalb ein Gemüse als Ganzes so gesund ist. Es beinhaltet ein komplexes Zusammenwirken von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen bis hin zu sekundären Pflanzeninhaltsstoffen und Ballaststoffen.

Zu viel schadet!
Eine Einnahme einzelner Vitamine in hoher Dosierung führt zu Ungleichgewichten, die dem Organismus schaden können.

Defizite sind immer individuell
Der Mikronährstoff- oder Vitalstoffstatus im Blut/Urin gibt Aufschluss über defizitäre Mikronährstoffe.

Nur für Sportler?
Ein Test ist sicher sinnvoll, wenn auch sonst im Leben viel Hektik und Marathon-Stimmung herrscht. Pumpt es mehr, braucht es mehr!

Fettstoffwechsel anregen
Mikronährstoffe sind weder Doping, noch brennen sie Fett einfach weg. Aber wer nebst gezielter Ernährung und ambitioniertem Training den Fettstoffwechsel zusätzlich stimulieren möchte, setzt auf L-Carnitin als Tartrat hoch dosiert, Q10 und CLA (Konjugierte Linolensäure). Sie beeinflussen die Fettverbrennung und erhalten die Muskulatur.

Natascha Knecht

Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo

Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo

* Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo, Dipl. Humanernährung ETH Zürich, Präventivmedizin. Sie ist spezialisiert auf persönlich abgestimmtes, nachhaltiges Gewichtsmanagement, gezielte Stoffwechselanalysen, individuell abgestimmte Mikronährstoff-Ergänzungen. www.yourlife.ch

Die 10 dicksten Fettverbrennungs-Mythen

Natascha Knecht am Sonntag den 24. Oktober 2010

Laufen macht schlank – aber nicht alle Tipps sind mehr als MythenWer ein paar Kilos abnehmen will, ist mit dem Laufsport auf sicherem Weg. Aber die Pfunde purzeln nur, wenn man die fettesten Irrtümer vermeidet:

Der Fettverbrennungspuls liegt zwischen 120 und 130
1. Irrtum! Solange das Training im aeroben Bereich stattfindet, werden bei jeder Pulsfrequenz Fett und Kohlenhydrate verbrannt. Aber das Verhältnis verändert sich! Bei hohem Puls nimmt der Anteil verbrauchter Kohlenhydrate prozentual zu, da Zucker für die Muskeln schneller verfügbar ist. Bei niedriger Intensität und langer Belastungsdauer nimmt hingegen der Anteil Fett prozentual zu. Aber: Beim langsamen Training ist der Energie- oder Kalorienverbrauch pro Zeiteinheit tiefer – und somit auch das absolut verbrannte Fett. Eine wesentliche Rolle spielt die Belastungsdauer und der individuelle Trainingsstand.

Grundsätzlich gilt: Je moderater das Training, desto länger kann die Belastung durchgehalten werden – besonders mit Übergewicht oder von Laufanfängern. Über den individuellen Trainingsstand und den damit verbundenen «ökonomischsten» Fettverbrennungspuls gibt einzig der Laktatstufentest exakten Aufschluss.

Die Fettverbrennung beginnt erst nach 30 Minuten
2. Irrtum! Unterschiedliche Energiequellen werden nicht nacheinander, sondern stets gleichzeitig angezapft, aber in unterschiedlichem Verhältnis. Während zu Beginn vor allem leicht verfügbare Kohlenhydrate verbraucht werden, steigt der Anteil der Fettverbrennung von Minute zu Minute. Das Ausmass hängt von der Trainingsintensität ab. Bis der Fettstoffwechsel so richtig auf Touren kommt , dauert es eine halbe Stunde. Wer abnehmen will, läuft darum idealerweise 3 bis 4 x pro Woche mindestens 40 Minuten. Davon ein Mal mehr: 50 Minuten, 60 Minuten – gut Trainierte durchaus 90 Minuten unter der anaeroben Schwelle.

Sport verwandelt Fett in Muskeln
3. Irrtum! Muskeln bestehen aus Proteinen (Eiweiss), Fett aus Fett. Es ist unmöglich, dass sich Fett direkt in Muskelmasse umwandelt. Aber: Beim Laufen verbrennt der Körper durch den erhöhten Kalorienverbrauch Fett – und setzt Trainingsreize für die Muskeln. Und: Je mehr trainierte Muskelmasse, desto höher der Kalorienumsatz – selbst im Schlaf!

Je mehr Schweiss, desto mehr Fettverbrennung

4. Irrtum! Schwitzen gehört zwar zum Lauftraining. Aber mit der Fettverbrennung direkt hat es nichts zu tun. Auch wenn das Körpergewicht unmittelbar danach auf der Waage weniger anzeigt. Verloren gehen mehrheitlich Wasser und wichtige Mineralstoffe. Gut trainierte Sportler schwitzen übrigens mehr als Untrainierte, da auch ihr Wärmehaushalt besser trainiert ist.

Durch Laufen verliere ich gezielt Fett an Po und Beinen
5. Irrtum! Leider kann man mit keiner Sportart beeinflussen, an welchen Stellen man genau abnehmen will. Mit gezieltem Muskeltraining lässt sich hingegen das Körper-Shaping beeinflussen.

Fünf Mahlzeiten pro Tag sind ideal, um abzunehmen
6. Irrtum! Wer ein paar Kilo verlieren will, beschränkt sich besser auf drei Mahlzeiten am Tag. Besonders die süssen Zwischenmahlzeiten – etwa Trauben, Gipfeli, Guetsli, Schöggeli, etc. – aktivieren die Insulinausschüttung, was die Fettverbrennung für Stunden unterdrückt. Und gerade wer gegen Übergewicht kämpft, weiss: Einmal angefangen zu essen, kann man nur mit Disziplin wieder aufhören. Drei Mal pro Tag fällt das wesentlich einfacher, als fünf Mal.

Früchte machen schlank
7. Irrtum! Obst liefert zwar viele Vitamine. Wer aber abnehmen möchte, sollte besonders die stark zuckerhaltigen Früchte meiden. Gerade die aktuellen Herbst-/Winterfrüchte sind wahre Zuckerbomben: Trauben, Kaki, Banane, etc. Ebenso sämtliche Trockenfrüchte: Feigen, Datteln, Aprikosen, Rosinen, etc. Der Fruchtzucker stoppt die Fettverbrennung rasch – und über Stunden.

Morgens vor dem Lauf ein Glas Orangensaft
8. Irrtum! Orangensaft enthält ähnlich viel Zucker wie Coca Cola. Der Zuckerspiegel schnellt erst in die Höhe, dann in die Tiefe – der typische Hungerast folgt! So kann der Körper nicht an die Fettspeicher. Besser vor dem Lauf Wasser, Kaffee oder Grüntee trinken. Koffein und Teein stimulieren den Stoffwechsel.

Nach dem Training darf ich zuschlagen

9. Irrtum! Wenn man seine Fettpölsterchen loshaben möchte, sollte besonders nach einem Abend-Workout auf Kohlenhydrate verzichtet werden. Statt Brot, Pasta und Alkohol auf leicht verdauliches Gemüse mit Fisch oder Pouletbrüstli setzen. Am besten nicht vor einer Stunde nach dem Training essen, um von einem optimalen Nachbrenneffekt zu profitieren.

Ein tiefer glykämischer Index ist ausschlaggebend

10. Irrtum! Der glykämische Index berücksichtigt nicht Portionsgrössen von Lebensmitteln und ist darum nicht praxisrelevant. Ausschlaggebend ist die «glykämische Ladung », sie vergleicht den Zuckergehalt der verschiedenen Lebensmittel unter Berücksichtigung der Portionsgrösse. Etwa Wassermelone, die einen hohen glykämischen Index aufweist, bringt keine Zuckerlast. Anders Dörrfrüchte, die einen geringen glykämischen Index haben. Sie sind Zuckerbomben und mit Vorsicht zu geniessen.

Dr. Antoinette Sarasin

Dr. Antoinette Sarasin.

Von Natascha Knecht und
Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo,
Dipl. Humanernährung ETH Zürich und
Präventivmedizin. Sie ist bei «Running im Outdoorblog»
Expertin für alle Ernährungsfragen.


Beim Laufen abnehmen und effizient Fett verbrennen – so klappts!

Natascha Knecht am Montag den 4. Oktober 2010

Laufen ist ein idealer Sport, um ein paar Kilos abzunehmen – oder um sein Gewicht zu kontrollieren. Wie Fettpolster schnell und nachhaltig verschwinden, erklärt unsere Running-Ernährungsexpertin Dr. Antoinette Sarasin*:

Dr. Antoinette Sarasin

Ernährungscoach Dr. Antoinette Sarasin* erklärt bei «Running im Outdoor-Blog», wie Läufer ihre Figur gesund und nachhaltig unter Kontrolle behalten.

1. Zu schnelles Laufen stoppt die Fettverbrennung
Fettverbrennung bedeutet nur dann Fettabbau, wenn eine negative Energiebilanz erzielt wird. Wer abnehmen will, muss mehr Kalorien verbrennen, als er zu sich nimmt. Ich empfehle, regelmässig im aeroben Bereich zu laufen – das heisst, ohne dabei ausser Atem zu kommen. Am besten viermal pro Woche mindestens 40 Minuten, ideal sind 90 Minuten. Intervalltraining steigert den Energieverbrauch zusätzlich. Wer genügend Fitness mitbringt, rückt durch Läufe in höherem Tempo seinen Pfunden schneller zu Leibe als mit gemütlichem Dauer-Jogging. Aber: Die anaerobe Schwelle nicht überschreiten, denn sobald auch der Muskel «ausser Atem» gerät und zuwenig Sauerstoff bekommt, stoppt die Fettverbrennung.

2. Krafttraining wirkt unterstützend
Je mehr Muskelmasse, desto höher die Fettverbrennung. Also nebst Laufen zweimal pro Woche gezieltes Krafttraining. Der Nachbrenneffekt hält bis zu 48 Stunden an und weist eine extrem hohe Fettverbrennung auf. Der Zuwachs an Muskelmasse wirkt sich zusätzlich positiv auf das Abnehmen aus: Muskeln verbrauchen auch in der Ruhe Energie, der Grundumsatz steigt weiter.

3. Koffeinhaltige Getränke stimulieren zusätzlich
Nur wer auf nüchternen Magen trainiert, geht sofort ans Fett. Am besten morgens vor dem Frühstück laufen. Kaffee, Schwarztee und Grüntee stimulieren aufgrund ihres Koffeingehalts die Fettverbrennung. Keine Sportgetränke oder verdünnten Fruchtsäfte vor oder während des Trainings! Sie fördern den Insulinausstoss und reduzieren die Fettverbrennung. Wasser ist die ideale Flüssigkeitszufuhr.

4. Vor den Mahlzeiten trainieren
Findet ein Training tagsüber statt, dann vor dem Essen laufen. Danach bei der Mahlzeit auf die Kombination Eiweiss + «frische Farbe» achten. Zum Beispiel: gegrillter Fisch mit leicht verdaulichem Gemüse wie Fenchel. Auch Gemüse enthält Kohlenhydrate.

5. Für einen effizienten Nachbrenneffekt: Nach dem Training eine Stunde nicht essen, umso mehr Wasser trinken.

6. Wichtig: Kein Snacking zwischendurch!
Wenn tagsüber Snacks nötig sind, dann «glykämisch neutrale», um einen abrupten Blutzuckeranstieg zu verhindern. Beispiele:
o    Bouillon oder Gemüsesuppe
o    Rohkost wie Karotten, Kohlrabi, Radiesli etc.
o    Zuckerarme Früchte wie Äpfel, Beeren, Kiwis, Melonen. Zuckerhaltige Früchte wie Trauben oder reife Banane meiden.
o    Eiweissträger (Bündnerfleisch, gekochtes Ei, Milchprodukt, Joghurt nature, Quark, Cottage Cheese, Nüsse nature, Kerne nature)
o    Roggenvollkorn-Knäckebrot – es weist einen tiefen glykämischen Index und eine hohe Sättigung auf (besser als Weizen oder Dinkel)

7. Fettverbrennung im Schlaf
Damit auch im Schlaf effizient Fett verbrannt wird, abends nach moderatem Training leicht essen: Gemüsesuppen (ohne Pasta, Kartoffeln) sind ideal. Oder am besten einmal pro Woche Dinner Cancelling (nach 17 Uhr nur noch Tee oder Bouillon)

8. Ernährungszusätze optimieren den Stoffwechsel
Werden Mikronährstoffe (Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Fettsäuren etc.) basierend auf einer Blutanalyse und bestehender Defizite  persönlich abgestimmt, können Läufer den Stoffwechsel optimieren. Insbesondere L-Carnitin und CLA in hoher Dosierung und in Kombination mit entsprechender Ernährungsumstellung und Training aktivieren den Fettstoffwechsel. Auch das Coenzym Q10 spielt bei der Energiegewinnung eine zentrale Rolle.

* Dr. Antoinette Sarasin Gianduzzo, Dipl. Humanernährung ETH Zürich, Präventivmedizin. Sie ist spezialisiert auf persönlich abgestimmtes, nachhaltiges Gewichtsmanagement, gezielte Stoffwechselanalysen, individuell abgestimmte Mikronährstoff-Ergänzungen. www.yourlife.ch