«Hallo, Natascha. Wir sind gut gelandet. Ich bin direkt in die Kletterhalle gegangen und habe bereits meine erste Trainingssession hinter mir…:-) Jetzt bin ich auf dem Weg nach Hause. Glg Roger»
Dieses SMS landet fünf (!) Stunden nach Roger Schaelis Ankunft im Flughafen Zürich auf meinem iPhone.
Roger, wie ich ihn kenne! Jeder normale Mensch geht doch nach den Strapazen einer mehrwöchigen Big-Wall-Expedition in Grönland als erstes heim, isst was Feines, entspannt sich, erzählt von seinen Erlebnissen. Nicht so Roger Schaeli: Er fährt auf direktem Weg zum Training. Jeder Tag ohne Klettern ist für ihn ein verlorener Tag.
Trotzdem: Auch er schafft es immer wieder, mich zu überraschen. Etwa mit diesem Video, das er mir vor drei Tagen aus Grönland für den Blog übermittelte. Ich traute meinen Augen nicht: Roger macht einen Köpfler ins Eiswasser! Sogar einen eleganten! Wow!
Es war für ihn ein Sprung über den eigenen Schatten. «Ich liess mich dazu zum Spass überreden», erzählt er und lacht. Die Wassertemperatur betrug gerade mal 3 Grad, die Luft war 7 Grad kalt.
Rogers Welt sind das Gebirge und schwindelerregende Höhen am Fels. Mit Baden lockt man ihn nirgendwo hin. Selbst auf einer Mittelmeerinsel und im Hochsommer – Roger will er nur eines: klettern. «Im Wasser wird mir kalt», sagt er. Und outet sich ungeniert als «Gfrörli». Laufen andere in T-Shirt, Shorts und Flipflops rum, ist ihm in Fleecepulli und Socken am wohlsten.
Roger pusht auch meine sportliche Limite, setzt mir Ziele
Als «Aufzeichnerin» seines Bergblogs bin ich froh, dass ihm in Grönland alles gut lief. Ich hatte hier in Zürich einige schlaflose Nächte, obschon mein Bauchgefühl immer gut ist, wenn er klettert. Doch als «Seefahrer» auf dem Schlauchboot gab er mir zeitweilig schon zu denken.
Wie auch immer: Endlich ist nun mein bester Bergpartner wieder da, es kann weitergehen, ich freue mich. Allein in diesem Jahr hat Roger mich bereits auf unzählige Gipfel mitgenommen, ich durfte mehrere Hundert Stunden mit ihm klettern, in der Schweiz, im Ausland, sogar ganztägige Mehrseilrouten im teils überhängenden Eis.
Roger pusht meine sportliche Limite, setzt mir Ziele, auf die ich mich konzentrieren kann und für die ich gerne konsequent trainiere. Etwa für die Heckmair-Route durch die Eigernordwand, die er mir vorgeschlagen hat (inklusive Biwak). Ich hoffe, dass ich im kommenden Winter/Frühling für diesen – für mich – happigen Klassiker fähig bin – und uns die Witterung hold sein wird.
Im Outdoor-Blog schreibe ich bald regelmässig, wie es ist, als Hobby-Alpinistin mit dem Profi unterwegs zu sein: meist wird es schön, manchmal extrem. Und: Ich werde gern von den Tipps und Tricks berichten, die mir Roger als mein «Personal Alpine Trainer» zeigt.
Da Roger als Profi-Alpinist hin und wieder im Ausland weilt, bin ich natürlich auch mit anderen Partnern in den Bergen unterwegs. Auch sie sind stark, unterhaltsam und bereit, ihr Wissen weiterzugeben.
Bis dann also, draussen in der Vertikalen oder hier im Outdoor-Blog!
Natascha Knecht
































Natascha Knecht ist Journalistin, Autorin und Kommunikationsberaterin.
Geboren und aufgewachsen im östlichen Berner Oberland – dem Mekka für Kletterer, Alpinisten und Outdoorsportler –
entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Berge bereits in ihrer Kindheit. Sie lebt seit über zehn Jahren in Zürich. Natascha Knecht betreut im Outdoor-Blog die Ressort
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
Simon Eppenberger ist Journalist und Bike-Coach. Seit seiner Jugend ist er auf zwei Rädern unterwegs. Ob Üetliberg oder Alpen, Pumptrack oder Abfahrt, die Leidenschaft fürs Biken lebt er auf den unterschiedlichsten Trails aus. Im Sommer leitet er einen Bike-Kurs für Jugendliche in Zürich, wo er auch wohnt. Er gehört zum Team hinter der Bike-Website
Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
Pia Wertheimer ist Journalistin und Marathonläuferin. Letztes Jahr hat sie über ihre Vorbereitungen für den


















