Ein Gastblog von Yvonne Störzer*

Starkes Stück: Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy, die späteren Gesamtsieger des 698-Kilometer-Rennens Cape Epic, in einem Tunnel auf der 6. Etappe. (Bild: Keystone, 23. März 2013)
Geht nicht! Das denken sich die meisten Menschen, wenn es darum geht, Kraft- und Ausdauersport zu kombinieren. Das mag daran liegen, dass Kraftsport oft mit Gewichtheben und Bodybuilding assoziiert wird. Zu viele Muskeln und damit zusätzliches Gewicht sollten insbesondere ambitionierte Ausdauer-Mountainbiker tunlichst vermeiden. Gezielt eingesetztes Krafttraining kann jedoch auch die Leistungsfähigkeit von Ausdauersportlern verbessern. Ich spreche aus eigener (positiver) Erfahrung.
Ausdauersportler sollten das gewohnte Ausdauertraining um ein gezieltes Kraft- und Beweglichkeitsprogramm ergänzen, um stärker zu werden. Wichtig bei diesem Programm ist, dass die Bewegungen mit hoher Intensität und ohne Pausen ausgeführt werden. Oberstes Ziel ist es, gleichzeitig Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer zu trainieren. Neben der Leistungssteigerung tritt ein positiver Nebeneffekt ein: Mehr Abwechslung im bisweilen tristen Trainingsalltages eines Ausdauersportlers.
Übungen für überall
Wie aber kann ein solches Kraft- und Beweglichkeitstrainings aussehen? Das Gute an diesem Trainingskonzept ist, dass mit wöchentlich zwei zusätzlichen Trainingsstunden bereits bedeutende Leistungssteigerungen erzielt werden können. Hierfür braucht man sich auch nicht an irgendwelche Kraftmaschinen abzumühen. Zahlreiche Übungen können jederzeit und überall ausgeführt werden.
Ein konkretes Beispiel für einen sinnvollen Workout: 21 Liegestützen, 21 Burpees, 21 Kniebeugen. Danach ist allerdings noch längst nicht Schluss, denn dann wird diese Abfolge 15 bis 20 Minuten lang wiederholt (je nach gewünschter Intensität auch länger). Sie sind nicht beeindruckt? Probieren Sie es aus und Sie werden sehen, dass die Übungen sehr anstrengend sein können und manch einer – schneller als ihm lieb ist – seine persönlichen Limiten erreicht.
Der Körper passt sich an
Die berechtigte Frage sei gestellt: Weshalb plötzlich so kurze Trainingseinheiten, wenn Ausdauerathleten doch üblicherweise sich stundenlang auf ihren Mountainbikes abmühen? Die Antwort liefern neueste Studienergebnisse, die bewiesen haben, dass sich der Körper dank solch ungewohnt starker Trainingsanreize viel schneller anpasst als bei einer dreistündigen Trainingsausfahrt.
Neben den bereits erwähnten Übungen setze ich persönlich beispielsweise auch Langhanteln mit den entsprechenden Gewichten ein. Ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht, dass die Gewichte so gewählt werden, dass ich nach rund fünf Wiederholungen an meine Grenzen komme. Gewichtheben mit leichteren Gewichten, kurzen Pausen zwischen den Sets und folglich vielen Wiederholungen verändern zwar die Muskelform/-grösse, aber sie helfen nicht, schnellere und kräftigere Muskelkontraktionen zu fördern.
Die richtigen Reize
Nehmen wir als Beispiel zwei gleiche Mountainbiker, die sich nur hinsichtlich der Muskelkraft unterscheiden – der stärkere Läufer wird über jede Distanz besser sein. Wenn der eine Läufer beispielsweise 10 Prozent mehr Gewicht bei den Kniebeugen mit einer Langhantel heben kann, dann müssen die Muskeln nicht so stark arbeiten, um den Körper in Bewegung zu bringen. Daraus schliesse ich, dass er auch als Ausdauersportler bessere Ergebnisse erzielen wird. Müssen Muskeln nicht so hart arbeiten, dann benötigen sie auch weniger Sauerstoff, was folglich als Kombination verschiedener Faktoren auch zu einem tieferen Puls führt.
Letztlich geht es darum, mittels Kraft- und Beweglichkeitstrainings die richtigen Reize zu setzen, um optimale Trainingserfolge zu erzielen. Dabei sollte keinesfalls vergessen gehen, den ganzen Körper einschliesslich Rumpf und Oberkörper zu trainieren und nicht bloss auf die Beine zu fokussieren. Ausdauertraining und Krafttraining schliessen sich also nicht aus, sondern gehören zwingend zusammen.
Was halten Sie vom Konzept, mittels Krafttraining die Ausdauerleistung zu verbessern? Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht wie die Autorin? Wie machen Sie sich fit für die grossen Mountainbiketouren?
*Yvonne Störzer ist leidenschaftliche Rennvelofahrerin, Bikerin und Läuferin. Um Bestleistungen erbringen zu können, befasst sie sich vor allem auch mit der Ernährung, die einen wesentlichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hat.














Natascha Knecht ist Journalistin und Outdoor-Sportlerin. Aufgewachsen im östlichen Berner Oberland, dem Mekka für Kletterer und Alpinisten, lebt sie seit über zehn Jahren in Zürich. Im Outdoor-Blog betreut sie die Ressorts
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
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Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
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