Die Rigi, mein persönlicher Everest

Ex-Couchpotato-Traum: Diese Aussicht nach einer Rigi-Bergauf-Wanderung geniessen. (Fotos: Alexandra Baumann)

Unser Primarlehrer ermöglichte uns in der sechsten Klasse ein unvergessliches Erlebnis: Wir sind damals von unserem Wohnort Langnau am Albis nach Luzern marschiert. Zwölf Stunden waren wir für diese 35 Kilometer unterwegs. Ich war schon in der Schule alles andere als eine Sportskanone, und das Ganze erschien mir ein komplett unmögliches Unterfangen – und trotzdem haben wir es geschafft. Für mich war es die erste Lektion darin, dass etwas verrückte Ziele mit der richtigen Vorbereitung erreicht werden können.

Als wir im Jahr 2012 das Sofa für unsere Trainings verliessen, erschien uns die 5-Kilometer-Strecke am Sihltaler Frühlingslauf als eine gute Distanz zum Anfangen. Weit genug, um uns ziemlich stark herauszufordern, und doch nicht so weit, dass es unrealistisch war. Am Anfang war ich vor jedem absolvierten Kilometer extrem am Ringen mit meinem inneren Schweinehund Fred. Mit der Zeit fiel meiner Trainingspartnerin Karma und mir das Trainieren immer etwas leichter und es kam eine spürbare Freude auf. Und trotzdem: Auch nach fünf Jahren regelmässiger Bewegung kämpfe ich immer wieder mit Motivationstiefs. Für mich ist das Wichtigste ein motivierendes Ziel – wie es der Sihltaler Lauf damals gewesen ist, als wir uns in Bewegung setzten.

Kürzlich sagte nun jemand zu mir:

«Ein Trainingsziel muss dir etwas Angst machen»

Ich musste diese Aussage erst etwas sacken lassen. Natürlich reagiert hier jeder individuell – die einen brauchen einen grossen Druck, um etwas zu tun, bei anderen braucht es nur einen sanften Anschubser. Ich bin da ehrlicherweise so der Typ «kicke mich mal so richtig fest in meinen Hintern, sonst passiert da nicht viel». Letztes Jahr habe ich mich selber in meinen Allerwertesten getreten und bin am Hallwilerseelauf die 11-Kilometer-Strecke gewalkt. Dies war bis jetzt die weiteste Distanz überhaupt für mich, und die Vorbereitungszeit war hart, aber interessant. Mich erstaunt immer wieder, was es mental mit einem macht, wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat. Und auch, was passiert, wenn einem ein solches fehlt.

So ging es mir in den letzten paar Monaten. Wie immer nach einer grösseren Ziel-Erreichung fiel ich in ein Motivationsloch und konnte lange nichts mehr finden, was mich beflügelte. Eine noch längere Strecke löste keine gedanklichen Freudensprünge bei mir aus, eine schon mal absolvierte Strecke schneller abzuspulen, ist aktuell auch nicht das, was mein Blut in Wallung bringt – schnelle Tempi waren noch nie meine Kernkompetenz. Und dann hatte ich vor kurzem diesen sich sehr realistisch anfühlenden Traum.

Ich möchte mal zu Fuss auf die Rigi

Bergaufgehen, nein, danke!

Jep. Jetzt habe ich es öffentlich gesagt. Ein völlig verrücktes Vorhaben. Ich HASSE bergauf gehen. Hasse es wie die Pest. Sobald ich vor einer Steigung stehe, kommen mir nur Fluchwörter in den Sinn. Bergaufgehen ist für mich das Trainings-Äquivalent zu Kutteln beim Essen – einfach nur bäh. Ich schnaufe wie ein Brauereiross und schwitze, als ob ich dafür einen Preis gewinnen würde. Und ja, das muss man sich einfach ganz offen und ehrlich eingestehen, natürlich ist bergauf jedes Kilo zu viel noch um einiges deutlicher spürbar als auf geraden Strecken. Ich habe mal eine Dokumentation darüber gesehen, wie verschiedene Menschen die Rigi hochstiegen, und gedacht: Das könnte ich NIE – genau wie damals, als wir diese 35-Kilometer-Wanderung Richtung Luzern vor uns hatten. Doch irgendwie ist da jetzt dieser Gedankensamen in meinem Kopf gepflanzt, und ich merke, wie er langsam wächst.

Keine Sorge: Ich werde natürlich nicht grad direkt die Rigi als Ziel in Angriff nehmen. Sondern dachte an den Luzern-Marsch zurück, bei welchem wir damals als Erstes den Albispass zu Fuss überquerten. Keine besonders weite Strecke, aber rund 300 zu überwindende Höhenmeter. Und glaubt mir, für mich sind schon 20 Höhenmeter ein absoluter Graus. Aber: Ein Ziel sollte einem etwas Angst machen, und eine gesunde Portion Wahnsinn muss manchmal sein. Als ich vor fünf Jahren den «Jetzt veröffentlichen»-Button bei meinem ersten Blogpost drückte, habe ich mir fast in die Hosen gemacht ob der Vorstellung, mein Ziel vom 5-Kilometer-Lauf so öffentlich kundzutun. Das geht mir heute nicht anders. Doch manchmal muss man sich einfach selber diesen berühmten Tritt geben. Das erste Zwischenziel auf dem Weg auf die Rigi ist das Erklimmen des Albispasses in diesem Herbst. Natürlich werde ich auf meinem Blog darüber berichten, ob es gelingt – oder ob der innere Schweinehund und Steigungshasser Fred schlussendlich das letzte Wort hat.

 

 

39 Kommentare zu «Die Rigi, mein persönlicher Everest»

  • Sandrina sagt:

    Hallo Alexandra
    Tolle Geschichte und tolles Fernziel :-)! Wir freuen uns auf dich auf der Rigi :-).
    Liebe Grüsse von der Königin der Berge

    • Alexandra sagt:

      Liebe Sandrina
      Vielen Dank, ich freue mich auch. Hast du als Rigi-Insiderin vielleicht einen guten Tipp, welches die beste Route (in meinem Fall sicher nicht die steilste ;-) ist? Bin gerade am Inputs sammeln, welchen Weg ich mir da am besten vornehme :-)
      Herzliche Grüsse und einen guten Wochenstart
      Alexandra

  • nowhere sagt:

    Ganz toll! Ich glaube, wer nie in der Situation, jeder Hoger eine riesiger Berg gesteckt hat, kann es halt wirklich nicht richtig verstehen.

    Ich ‚erarbeite‘ mir im Moment den Pfannenstiel 300hm heute Morgen!

    Ziel 2018?
    Nicht unbedingt ein Berg, aber Wanderungen nicht vor allem nach ‚wenig Höhemmeter‘, sondern einfach nach Lust und Laune aussuchen zu können.

    • Alexandra sagt:

      Das mit den „Wanderungen mit wenigen Höhenmetern“ auslesen kenne ich auch ;-) Viel Freude beim Erarbeiten des Pfannenstiels und vor allem viel Spass unterwegs – ob mit oder ohne Höhenmeter!

  • maettu sagt:

    Liebe Frau Baumann, herzliche Gratulation zu Ihrem Vorhaben und natürlich viel Glück und „Biss“ hierzu. Ich bewundere den Mut (ist natürlich auch ein bisschen Koketterie dabei, muss sein :-)) und hoffe, dass Sie damit andere „Couchpotatos“ animieren, sich ähnliche Ziele zu setzen.

    • Alexandra sagt:

      Lieber Maettu, jep, in diesem ganz konkreten Fall ist definitiv auch etwas Koketterie dabei – aber wie Sie schreiben, darf es das zwischendurch auch mal sein :-)

      Bezüglich den Couchpotatoes, ich finde ja immer, JEDER einzelne Schritt weg von der Couch ist wertvoll. Ich versuche auch immer extra schöne Berg- und Landschaftsbilder zu posten um zusätzlich zur Bewegung draussen zu animieren ;-)

      Vielen Dank für die guten Wünsche – wir werden sehen, wie es herauskommt :-)

  • Rolf Rothacher sagt:

    Ich empfehle dringend die Lektüre von Mark Twain, „Bummel durch Europa“, Kapitel 28. Mark Twain erklärt darin haargenau, auf welche Weise er diesen Gipfel zu Fuss bezwingen konnte. Zudem weist er auf die verschiedenen Gefahren hin, die man sich als Gipfelbesucher aussetzt, falls man z.B. oben übernachten will, um am nächsten Morgen den Sonnenaufgang zu sehen.
    Hält man sich an die Vorgaben von Mark Twain, dürfte der Aufstieg ohne Blessuren zu schaffen sein.

    • Alexandra sagt:

      Herzlichen Dank für den Tipp – das wollte ich schon lange mal lesen, habe es aber immer wieder vergessen. Spätestens JETZT ist wohl der richtige Zeitpunkt dafür gekommen :-)

  • Arne Tvedt sagt:

    Also dann – als Fernziel – von Küssnacht am Rigi aus mit der Gondelbahn oder dem eigenen Wagen hoch zur Heubodenalp. Die liegt auf etwa 1060 m.ü.M. Von dort aus sind es nochmals 740 Höhenmeter auf die Rigi. Zur Auswahl stehen 2 Hauptrouten, die Erste eher direkt auf den Gipfel zu, die ist kürzer aber dafür naturgemäss steiler und die etwas Weitere, wo man zunächst ebenerdig über die Alp spaziert (Richtung Süd bzw. Weggis) um den Gipfel dann in Form eines weitegschwungenen S zu erklimmen. Unterwegs gibts bei der Route reichlich Grillplätze und auch eine Gaststätte zum vorzeitigen Abbruch oder einen beschaulichen Zwischenhalt. Tolle Aussicht und viel frische Luft gibts oben drauf

    • Alexandra sagt:

      Hallo Arne, herzlichen Dank für den Tipp. Super! Ich habe die konkrete Route noch nicht ausgetüftelt und bin um alle Inputs sehr froh. Die zweite Route tönt sehr gut. Bin gespannt, was aus diesem Fernziel wird :-)
      Liebe Grüsse und einen schönen Bergsommer!

  • Walpuraga Müller-Schmidt sagt:

    Bei aller Liebe, aber der Text liest sich, als wollte hier jemand Zuspruch nach dem Motto „Ja, das machst du ganz toll“ und „ja, die Rigi ist schon ein richtiger Berg, da ist es normal, dass man Vorbereitung braucht“. Blödsinn! Und wenn man schon von der „Komfort-Zone“ spricht, die man ja verlassen angeblich möchte, dann beginnt diese im Kopf: Ein normaler (nicht umbedingt sportlicher) Mensch schafft die Rigi als Wanderung an jedem Tag OHNE Vorbereitung. Wenn die Autorin es wirklich wollte, dann wäre das Ziel bis Sept’17 die Rigi von Arth zu laufen und auf dem Blog gäbe es JEDEN Tag ein Bild mit GPS Track von der heutigen Wanderung mit steigender Anzahl Höhenmeter. Angefangen bei 100hm, die man locker in 30 Min. wandern kann; Zeit kann also kein Grund sein.

    • T.R. aus W. sagt:

      Ach Sie kennen die Autorin? Nein? Hab ich mir gedacht. Denn wenn, würden Sie nicht so einen allgemeinen Chabis von sich geben! Wenn für Sie, Frau Müller, Sept 17 realistisch ist, bitte schön. Aber schliessen Sie nicht von sich auf andere. Jeder Mensch hat sein eigenes Tempo mit Herausforderungen und ich denke Frau Baumann ist alt genug für sich selbst entscheiden zu können, was gut für sie ist und was NICHT.

    • Tanja H. sagt:

      So ein Brunz! Äxgüsi! Haben Sie die Rigi schon einmal ohne Vorbereitung bestiegen? Oder erzählen Sie einfach ein wenig etwas? Ich bin eine relativ sportliche Person & seit 30 Jahren Profitänzerin. Nebenbei schwimme ich & bewege mich gerne in der Natur. Jedoch gehört das Wandern nur ab u. zu zu meinen sportlichen Aktivitäten. Um also die Rigi zu besteigen, bräuchten ich, Sie und ALLE eine GUTE & REGELMÄSSIGE Vorbereitung. Zu behaupten, dass das jeder ohne jegliche Vorbereitung u. ohne Fitness schafft, ist einfach völlig an der Realität vorbei. Ausserdem ist es sinnlos einen Berg ohne Vorbereitung zu begehen. Das wäre wie für eine Prüfung nicht zu lernen. Fr. Baumann möchte sich gut vorbereitet & mit einer minimalen dafür erforderlichen Fitness auf die Rigi wagen, und das ist auch gut so!

    • A.A sagt:

      Sehe ich genau so. Auch wenn jemand sechsmal pro Woche „trainieren“ muss, nur um 11 km zu walken stimmt etwa einfach nicht mehr. Ich finde es nicht richtig das kommentarlos positiv zu werten nur weil die Autorin etwas subjektiv schwieriges geschafft hat.

  • MD sagt:

    :-) Ich mag deine Artikel…
    Es braucht so unfassbar viel Überwindung los zu gehen!!! Ich wog mal 110 kg… bin gewalket, selbst kleine Hügel erschienen mir wie die Riggi…. Kleine Etappenziele finde ich wichtiger als Angstmachende. Damals bin ich ohne Plan und Ziel los gelaufen. Bis Mai 2014 habe ich es geschafft mich in 6 Jahren zu halbieren und fing an mit Trainingsplänen…. diese setzten mich aber eher unter Druck. Puls hier und da… heute gehen, heute Laufen… NO SPASS… Ein gesundheitlicher Schicksalschlag mit mehereren Monaten AUSZEIT hat mich 15 kg schwerer werden lassen. Vor ein paar Tagen bin ich von Arth Goldau auf den Gnipen am Bruch hoch…. ich wollte sterben unterwegs… aber beim Ausblick.. es war jede Sekunde wert!! Es wuird sich lohnen langsam zu gehen!

    • Alexandra sagt:

      Vielen Dank. Ja das Losgehen braucht Überwindung, ich finde aber das danach Weitergehen fast noch zäher. Man möchte ja schon öppedie mal aufgeben.
      Und kleine Etappenziele sind EXTREM wichtig. Die setze ich mir auch immer wieder.

      Gratuliere zur Halbierung und natürlich auch zum Aufstieg nach dem gesundheitlichen Rückschlag! Weiterhin ganz viel Freude und Spass beim Sport :-)

  • Reto sagt:

    Wie gehst du mit der Situation um, ein Ziel erreicht zu haben? Fällst du danach nie in Loch, wenn die erste Aufregung mal vorüber ist? Ich habe mich mit 130kg entschieden, zu trainieren und den Ironman 70.3 in Rapperswil zu finnishen. Ist mir gelungen, mit etwas unter 7 Stunden für 1.9km schwimmen, 90km velofahren und 21km rennen auch innerhalb einer für mich ganz akzeptablen Zeit. Dann war die Motivation weg und ich habe alles wieder zugenommen. Mittlerweile bin ich wieder gut unterwegs, verzichte im Moment aber auf grosse Ziele, nicht aus Angst vor dem Ziel selber sondern von dem was danach kommt.

    • Alexandra sagt:

      Lieber Reto, ich kenne deine geschilderten Aussagen ganz genau – das Loch nach Zielerreichung ist nicht mein Freund ;-) Und deine Geschichte finde ich SUPER, ganz viel Respekt für deine Leistung – auch wenn du wieder zugenommen hast danach – du hast es gepackt.

      Ich habe jetzt auch ganz lange auf ganz grosse Ziele verzichtet. Aber mein Gott, das schlimmste ist doch höchstens, dass man es nicht schafft. Und dann? Die Welt wird sich weiterdrehen und ein neues Ziel wird kommen….

      Ich glaube, ungeachtet vom Ziel ist es wichtig und wertvoll, dass wir dran bleiben. In vernünftigen Schritten, mit erreichbaren Zwischenetappen. Für uns und unsere Gesundheit. Alles andere ist zweitrangig. Ich wünsche dir gutes Gelingen bei allem, was du dir vornimmst!

    • Alexandra sagt:

      Hallo Reto
      Wir hatten uns doch schon mal bilateral per Mail ausgetauscht, oder? (Bin nicht mehr ganz sicher, deine Geschichte kommt mir jedenfalls sehr bekannt vor ;-) Auf alle Fälle natürlich ganz viel Respekt – eine Leistung wie deine bewundere ich extrem!

      Tja, dieses Loch nach Ziel-Erreichung, das war noch nie mein Freund. Finde es auch nicht ganz einfach, damit umzugehen. Ich finde aber, wir dürfen uns davon nicht zu sehr bremsen lassen. Und es müssen ja auch gar nicht immer ganz grosse Ziele sein – kleine Freuden im Sport-Alltag sind genau so schön. Ich brauchte einfach wiedermal eins, dass mir so richtig Angst einjagt und ich habe es nun gefunden – mal schauen, was passiert damit :-) Alles Gute für dich und viel Spass beim Sport!

  • Meyer sagt:

    Weiter so, liebe Alex!
    Grüess Coco

  • Christoph Bögli sagt:

    Grundsätzlich ist es immer lobenswert, wenn sich jemand (auf seinem persönlichen Niveau) bewegt und sich Ziele setzt, um das zu steigern. Andererseits bin ich doch etwas schockiert über die beschriebenen Dimensionen dieser Herausforderungen und den dabei erzielten (Nicht-)Fortschritt in 5 Jahren. Ich kann ja verstehen, wenn man ein Sportmuffel ist, aber selbst dann muss es doch eine schmerzvolle Einschränkung der Lebensqualität sein, wenn bereits ein paar Kilometer zu Fuss zur Qual werden und jede Steigung unüberwindbar ist. Wie kommt man denn so durchs Leben? Alleine das wär für mich Motivation genug, den bisherigen Lebenswandel sofort über Bord zu werfen und meine Einstellung grundlegend zu ändern..

    • Alexandra sagt:

      Lieber Herr Bögli, Sie kommentieren ja meine Beiträge hier regelmässig und immer mit ähnlichem Inhalt. Ich möchte mich jetzt doch mal dazu äussern.

      Was lässt Sie denn darauf schliessen, dass ich in 5 Jahren keine Fortschritte gemacht habe? Ich habe 12 Läufe absolviert und bewege mich mehrmals wöchentlich. Ist für Sie denn nur ein riesiger Gewichtsverlust ein Fortschritt? Woher wissen Sie denn, wie sich meine Gewichtskurve in den letzten 5 Jahren genau entwickelt hat? Und wie können Sie per „Ferndiagnose“ darüber entscheiden, wie meine Lebensqualität ist?
      Ich persönlich würde es mir NIE anmassen, so über jemanden zu urteilen, den ich nicht kenne. Ich schildere meine „Kämpfe“ auch darum, um anderen Mut zu machen. Ein Konzept, dass Sie vielleicht auch mal ausprobieren sollten…

      • Christoph Bögli sagt:

        Danke für die Antwort und schön dass Sie meine Beiträge derart verfolgen. Allerdings kann ich mich nur an Kommentare zu den Kleider-Text erinnern und die waren eigentlich neutral (Ihre Worte!).

        Die Fortschritte bezogen sich auch nicht auf das Gewicht – das kenne ich schliesslich nicht und ist m.E. auch nicht wirklich relevant – sondern auf die gegangenen Distanzen. Von 5km auf 11km in 5 Jahren würde, nunja, schon eher als bescheidene Entwicklung betrachten. Selbst wenn man ganz tief unten anfängt. Oder gerade dann, weil sich eigentlich Fortschritte besonders leicht erzielen lassen, wenn man bei null anfängt.

      • Christoph Bögli sagt:

        /2: Der Rest war eigentlich auch nicht böse gemeint, sondern widerspiegelt bloss meine grundlegende Verwunderung darüber, dass das absolute „Couchpotato“-Dasein derart verlockender sein soll und anscheinend immer noch ist, als eine gewisse minimale Mobilität zu erhalten.

        Ich bin wohlgemerkt alles andere als ein Lauf-Fanatiker oder Sportfreak und wir reden ja nicht darüber, einen Marathon o.ä. zu rennen, sowas find ich auch nicht sehr attraktiv. So weit ich das verstanden habe geht es ja primär darum, einfach normale Distanzen zu gehen, da scheint es mir schon etwas befremdlich, das zu einer derart mühevollen Herausforderung zu überhöhen. Gerade weil das anderen eben nicht wirklich Mut macht, sondern eher abschreckt..

        • Alexandra sagt:

          Ich glaube, in Sachen Bewegung gehen wir einfach von ganz anderen Massstäben aus – was auch ok ist, da müssen wir uns schliesslich nicht einig sein ;-) Für mich ist es MEGA, dass ich 11 Kilometer am Stück walken kann. Aber ich verstehe auch, dass das für jemand anderen nicht nachvollziehbar ist – jeder hat sein eigenes Entwicklungstempo, welches für ihn stimmt. Ich habe generell Mühe mit dieser Verurteilung von Couchpotatoes – es ist nicht für alle einfach, sich auf den Weg zu machen!

          Was ich nicht glaube, ist, dass meine Ziele und Aussagen andere abschrecken – im Gegenteil. Ich erhalte oft Nachrichten von anderen Couchpotatoes, welche sich dank meines Blogs zur Bewegung animiert fühlen. Und ermutige diese auch immer, IHR Ziel zu finden, dass sie antreibt. Ihnen wünsche ich alles Gute.

    • Müller sagt:

      Vielleicht ist es an der Zeit Ihre Einstellung gegenüber Andersartigen grundlegend zu ändern und Ihre Kritik über Bord zu werfen…….

      • U. Haller sagt:

        Zuerst dies: Die Bemerkung von Herrn Bögli zeugt, um es mal anständig auszudrücken, nicht von viel Fingerspitzengefühl und Toleranz. Und was die Rigi anbelangt, tue einfach das, was dir gut tut und einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Sich an anderen zu messen mag ja sportlich sein, aber besser ist es, sich an sich selbst zu messen. Einmal habe ich die Tour mit meinem behinderten Sohn gemacht, aber von oben nach unten. Ich bin bekennender Aufwärts-Verweigerer, aber niemandem Rechenschaft schuldig. Jedenfalls war’s lustig, und an der Talstation hat uns eine liebe Mitarbeiterin noch mit dem Schlauch abgespritzt….. Viel Vergnügen

        • Alexandra sagt:

          Ich danke euch für eure Kommentare – manchmal bin ich doch froh, wenn ich nicht die einzige bin, die in solchen Zielen mangelnde Toleranz herausliest ;-)
          An U. Haller: Genau, man ist gar niemandem Rechenschaft schuldig und ich habe schon lange aufgegeben, mich mit anderen zu messen. Die sind sowieso in anderen Galaxien unterwegs aus meiner Perspektive :-) Auch dir und deinem Sohn weiterhin viel Freude in den Bergen!

  • Frank sagt:

    Vielen Dank für Ihren Artikel, der mir u.a. gezeigt hat: Das was für mich normal ist bzw eine Herausforderung, ist für andere ungleich schwieriger. Am Samstag mache ich meine letzte Test-Wanderung (27km, ca. 1200HM), um das folgende Wochenende über 5 Tage die Alpen zu überqueren (total 110km, 6000HM).

    Ich finde es richtig und natürlich auch mutig von Ihnen dieses Thema aus Ihrer Sicht zu beschreiben und natürlich auch ein Foto von Ihnen zu posten.

    Weiterhin viel Erfolg und weiterhin tolle Fortschritte!

    • Alexandra sagt:

      Lieber Frank, wow, ein tolles Vorhaben, für dass ich Ihnen viel Energie, tolles Wetter und ganz viel Freude wünsche!

      Ja, wir Ex-Couchis bewegen uns in anderen Dimensionen. Aber ich finde es trotzdem immer ganz wichtig, zu zeigen, dass auch wir uns bewegen, entgegen ganz vielen Vorurteilen. Auch wenn uns die Bewegung (im wahrsten Sinne des Wortes) schwerer fällt als manch anderem.

      Mal schauen, was aus diesem verrückten Ziel wird… es wird mich auf alle Fälle viele Schweisstropfen kosten ;-) Und ich freue mich darauf, von der Zielerreichung dann ein Bild vom Kulm zu posten, bei dem ich NICHT mit dem Bähnli heraufgefahren bin.

      Alles Gute für Sie!

    • second step sagt:

      @ Frank: viel Spass bei Ihrer Tour und gutes Wetter!

  • Amerigo sagt:

    Bei aller Sympathie – es ist eine gängige Strategie, völlig normale Bewegung als enorme Herausforderung zu überhöhen, um sich vor Enttäuschung zu wappnen. Fakt ist, dass die schwere Adipositas Ihre Lebensqualität einschränkt und für andere Leute ganz normale Bewegung nicht mehr möglich ist. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen, aber gehen Sie vielleicht besser täglich 100 Höhenmeter, als einmal auf die Rigi.

    • Alexandra sagt:

      Bei aller Sympathie – da haben Sie mich glaub falsch verstanden. Die Rigi ist ein Fernziel – vielleicht für 2018, vielleicht auch erst für später. Dass dafür in der Vorbereitung ganz viele tägliche Höhenmeter nötig sind, ist mir mehr als bewusst und ich taste mich langsam, aber sicher daran heran. Und werde bei der Vorbereitung auf meinen Arzt, meinen Trainer, meinen gesunden Menschenverstand und auf das wichtigste überhaupt hören, nämlich meinen eigenen Körper.

      „Das erste Zwischenziel auf dem Weg auf die Rigi ist das Erklimmen des Albispasses in diesem Herbst.“ Schritt für Schritt. Höhenmeter um Höhenmeter.

      Danke für Ihre Wünsche des guten Gelingens, welche ich sehr gerne mit auf diesen Weg mitnehme und auch für Sie nur das Allerbeste.

    • Natalie sagt:

      Was denken Sie wohl, was sie als Training angedacht hat?
      Und Sie halten das Erklimmen der Rigi für normale Bewegung? Dann gehen Sie täglich da hoch? Oder auf den Albispass?

      • Amerigo sagt:

        Ja, ich kann jederzeit sowohl auf die Rigi wie auch auf den Albispass hochgehen. Beides ist als Training völlig ungeeignet, weil viel zu viel für den Alltag.

  • Doris sagt:

    Weiter so, Frau Baumann!

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