Geht der Rassismusstreit im SAC weiter?

Das Agassizhorn (Bildmitte, rechts das Finsteraarhorn) trägt inzwischen den Übernamen «Rassistenhorn». Foto: Wikimedia Commons

Das Agassizhorn (Bildmitte, rechts das Finsteraarhorn) trägt unter Alpinisten den Übernamen «Rassistenhorn». Foto: Wikimedia Commons

Es war eine der heissesten respektive hitzigsten Hauptversammlungen einer Sektion des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) seit langem: Bei den St. Gallern stand vergangene Woche Louis Agassiz auf der Traktandenliste, was im Raum dicke Luft verursacht habe «wie in einer Sauna», berichtet das «Tagblatt». Gegen 120 Personen erschienen.

Im Fokus stand ein Antrag des Historikers Hans Fässler, der sich seit Jahren für die «Demontage» von Louis Agassiz einsetzt (wir berichteten). Agassiz (1807–1873) stammte aus dem Kanton Freiburg und war Gletscherforscher. Nach ihm wurde das Agassizhorn (3946 m ü. M.) im Grenzgebiet Bern-Wallis benannt. 1865 verlieh ihm der SAC die Ehrenmitgliedschaft. Doch Agassiz war auch Rassentheoretiker. Er emigrierte in die USA und nutzte seine Berühmtheit, um Behauptungen populär zu machen, die selbst zu damaliger Zeit extrem waren. Etwa: «Das Hirn des Negers entspricht dem unvollständigen Hirn eines siebenmonatigen Fötus im Mutterleib einer Weissen.»

Gletscherforscher Louis Agassiz im Alter von 33 Jahren. Später verbreitete er extreme Rassentheorien. Gemälde: Fritz Zuberbühler (Wikipedia)

Für Fässler ist Agassiz ein «Vordenker der Apartheid und des Rassenwahns», darum initiierte er die Diskussion, dass der SAC Agassiz die Ehrenmitgliedschaft aberkennt. Darüber befinden kann jedoch nur die Abgeordnetenversammlung – und nur dann, wenn ihr ein Antrag einer Sektion vorliegt. Fast wäre das Fässler gelungen: Er hatte seiner St. Galler Sektion an der letztjährigen Hauptversammlung den Antrag gestellt. Die anwesenden Mitglieder entschieden mit 49 zu 34 Stimmen und 16 Enthaltungen dafür. Im Nachhinein erhoben allerdings zwei Mitglieder Einsprache, weil Fässlers Antrag nicht «statutenkonform traktandiert» war. Die Abstimmung wurde als ungültig erklärt.

Erst ja, jetzt nein

Vergangene Woche stand der Antrag schliesslich formell korrekt auf der Traktandenliste der St. Galler – und wurde mit 65 Nein- zu 50 Ja-Stimmen bei 9 Enthaltungen abgelehnt. Der Entscheid fiel eher gegen die Person Fässler, den «Linken», als für Agassiz, den Rassisten. Wie das «Tagblatt» berichtet, hätten sich die Nein-Stimmer daran gestossen, dass Fässler zuletzt kaum noch an den Sektionsversammlungen erschienen sei, dass er den SAC für seine Zwecke «instrumentalisiert» und die Sektion «ins Rampenlicht gezerrt» habe.

Fässler selber sagt gegenüber dem Outdoorblog, er habe aufgrund der «aggressiven Stimmung der Gegenseite» mit der Ablehnung des Antrags rechnen müssen. Enttäuscht sei er wegen der Argumentation, wonach der SAC nicht «verpolitisiert» werden dürfe und dass Agassiz’ Rassismustheorien zu lange her seien. Er findet, es wäre ein Zeichen gewesen, «damit sich der SAC mit seiner rechtsextremen Geschichte in den 1920er- und 1930er-Jahren auseinandersetzt» – notabene wie das auch der Deutsche und der Österreichische Alpenverein machen.

Gibt es eine mutigere Sektion?

Zwar könnte Fässler den Antrag an der nächsten Sektionshauptverhandlung erneut stellen, doch er rechnet mit keiner Unterstützung von den St. Gallern. Er hofft darum auf eine andere «mutige und weniger konservative» Sektion, die sein Ansinnen zuhanden des SAC-Zentralvorstands stellt. Tatsächlich wäre es für uns Mitglieder interessant zu erfahren, wie der SAC seine «dunklen Kapitel» aufarbeiten würde.

Das äusserst formschöne Agassizhorn wollten die Standortgemeinden nicht umbenennen. Nun trägt es unter Alpinisten den Übernamen «Rassistenhorn», (fast) jeder weiss jetzt, dass es nicht nach einem Tennisspieler benannt ist. Ganz verloren hat Fässler seinen Kampf nicht.

Was ist Ihre Meinung? Finden Sie es wichtig, dass die Vergangenheit aufgearbeitet wird, oder sollte man sie ruhen lassen? Diskutieren Sie mit!

 

52 Kommentare zu «Geht der Rassismusstreit im SAC weiter?»

  • Max Wartenberg sagt:

    Die Ehrenmitgliedschaft von Agassiz wurde anlässlich einer GV (nehme das mal an, kenne die Statuten von damals nicht) genehmigt. All die SAC-Mitglieder welche der dazumal vorgeschlagenen Ehrenmitgliedschaft des üblen Rassisten Agassiz zustimmten, sollte man konsequenterweise ebenso als Supporter von rassistischem Gedankengut an den Pranger stellen. Ohne sie wäre Agassiz nicht Ehrenmitglied; nur Agassiz nachträglich verurteilen grenzt an Scheinheiligkeit.

  • Antonia Burkard sagt:

    Ich finde es wichtig, dass über bekannte Geehrte, welche nebst ihrem Verdienst eine aus heutiger Sicht problematische Sichtweise vertreten haben, aufgeklärt und in Medien diskutiert wird. Als Historikerin vertrete ich die Meinung, dass Umbenennungen nicht zwingend notwendig sind, sondern die damalige ehrenvolle Benennung als Handlung des damaligen Zeitgeists betrachtet werden muss. Anstatt Änderungen von Strassen- oder Platznamen vorzunehmen, bswp. wurde in St.Gallen die Friedrich-Ludwig-Jahn-Strasse (nach dem deutschen Turnvater mit nationalistischem Gedankengut) in Friedrich-Gottlieb-Jahn-Strasse (nach dem Gründer der Stadtmusik) umbenannt, hätte doch auch ein Schild in der Strasse mit Verweis auf Turnvater Jahns Gesinnung gereicht.

    • Karl von Bruck sagt:

      Geschichte gehoert in Geschichtsbuecher. Dort kann jeder nachlesen, was ihn interessiert. Wobei schon Napoleon traef bemerkte: „Geschichte ist, worauf man sich einigt. Die Wahrheit interessiert niemanden.“ Umbenennungen von Strassen und Plaetzen sind angezeigt wenn der Geehrte wegen seiner illegalen oder scheinlegalisierten Politverbrechen geehrt wurde. Wenn gar blosse Gesinnungs“fehler“ selektiv verewigt werden sollen, muesste zuerst auf jeden Grabstein das Straf- und Betreibungsregister gemeisselt und die Auflassung von Graebern generell verboten werden. Wirklich saekulare Nochrechtsstaaten kennen zum Schutze des Rechtsfriedens absolute Verjaehrungs- und Verwirkungsfristen, nach deren Ablauf sogar noch Lebende, geschweige denn Tote, weder verfolgt noch geschmaeht werden duerfen….

  • The Big R sagt:

    Irre: Frau Knecht möchte Agassiz‘ Ehrenmitgliedschaft diskutieren und was passiert? „Georg“ findet es stattdessen wichtiger, in Afrika Fischfarmen zu gründen, „Martin“ möchte lieber mal ernsthaft über den Komfort in SAC-Hütten reden, „Balu“ weiss genau was mich interessiert und „Rene Kunz“ stellt die Vaterlandsliebe von jedem in Frage, der Agassiz‘ Weltbild nicht ganz so toll findet. Hier sollten ein paar Leute dringend ihre Köpfe mal wieder an die frische Luft strecken, ein bisschen durchlüften und danach ihren Kompass neu justieren. Interessant wie viele Geschichtsexperten hier mitmachen und genau wissen, dass Agassiz‘ Ansichten das Normalste der Welt war. Obwohl gerade zu dieser Zeit der Sezessionskrieg tobte und ein Kriegsgrund die Rassendiskriminierung der Südstaaten war.

    • Rene Kunz sagt:

      Und „The Big R“ hat offenbar ernsthafte Probleme mit vertretbaren und berechtigten Argumenten bei SAC Mitglieder und Nichtmitglieder die möglicherweise ein viel besseres und umfassendes ‚Weltbild‘ und Ahnung über die Vergangenheit und Gegenwart haben als jemand der sich hinter einem Alias zu verbergen muss. The Big R sollte nun vielleicht mehr besorgt über die Gegenwart sein als „Agassiz‘ Ansichten“, vor langer Zeit anzugreifen.
      Ist für Sie das Verhalten und die abscheulichen Gräueltaten, die von gewisser Geistlichkeit sündhaft für Jahrzehnte und Jahrhunderte begangen wurden nun geringfügiger und belangloser als die Meinung und Aussagen von Louis Agassiz vor über 150 Jahren.? Ihre und Herr Fässler’s Prioritäten als Historiker/Protestler sind nun mehr als fragwürdig.

      • Peter S. Grat sagt:

        Ja, ja, Kunz. Es mag sein dass Sie viel mehr Ahnung haben als andere hier. Was ich aber nicht verstehe: dies ein Blog zum Thema Agassiz. Wenn Sie finden, dass dies ein Nicht-Thema ist, oder nichts dazu sagen wollen, dann bleiben Sie doch einfach dem Blog fern. Machen Sie einen eigenen Blog zu Themen die Sie umtreiben, es scheint da ja einiges zu geben. Wenn Sie es gut machen, werden Sie dort viele spannende Diskussionen haben. Verbieten Sie aber anderen das Wort nicht, R ist vielleicht ein freier Schweizerbuerger, wie man so schoen sagt…er kann sagen was er will zu jedem beliebigen Thema. Nehmen Sie seinen Tip mit der frischen Luft zu Herzen.

    • Karl von Bruck sagt:

      Wenn Totenschelte betrieben werden soll, darf durchaus auf Wichtigeres hingewiesen werden. Nicht nur der SAC hat besseres zu tun. Auch die Politik wuerde sich lieber um lebende oder gar noch aktuell leidende Opfer von Rassismus, Sklaverei und Apartheid kuemmern. Und diese voll entschaedigen, statt mit ebenos spaeten wie laecherlichen Almosen abzuspeisen. Und aktuelle Opfer ganz zu ignorieren.

      Kriegsgrund des Sezessionskrieges der Lohnsklavenhalter gegen die Peitschensklavenhalter waren – wie die der meisten US-Kriege – wirtschaftliche (oft religioes bemaentelte) Gruende. US-Praesident Lincoln befeite 1863 alle Negersklaven in den CSA. In den USA treu gebliebenen Sklavenstaaten aber noch nicht. Das Fressen kommt vor der Moral….

  • Beat sagt:

    Frage an die SAC Leser?
    In meiner Kindheit Jugend (70/80 Jahre) habe ich mehrmals von der Aussage gehört.
    “Das der SAC ein brauner Verein sei“
    Wenn das so währe, würde eine Diskussion über genau dieses Thema
    dem SAC gute Dienste leisten.

  • Georg sagt:

    Muss ein übel verkniffener Mensch sein, wer Ehrenmitgliedschaftsaberkennungsanträge stellt, weil das Ehrenmitglied damals ohne jeden bösen Willen und ohne jede böse Tat eine Meinung geäussert hat, von der es ehrlich gedacht hat, sie sei fundiert. Hat der Herr Fässler keine Idee, wie er den Schwarzen wirklich etwas Gutes tun könnte? Zum Beispiel könnte er doch irgendwo in Afrika eine autarke Fischfarm gründen helfen und Fischzüchter ausbilden lassen. Dabei würde ich ihm vielleicht sogar helfen. (Wenn er den Mund hält beim Arbeiten.)

    • Peter S. Grat sagt:

      Echt? Wenn Sie im Ernst glauben, dass man mit einer autarken Fischfarm „irgendwo“ in Afrika diesem Kontinent etwas „Gutes“ tut, sollten Sie sich ganz dringend einem reality check unterziehen.
      Wahrscheinlich können Sie es kaum fassen, dass noch niemand vor Ihnen auf diese Idee kam….

      • Georg sagt:

        Ich ermögliche lieber einem Mann in Mali, ein Grundstück zu bewirtschaften und damit ein paar Familien zu ernähren, als dass ich hier verbissen dagegen kämpfe, dass vor langer Zeit ein Hügel nach einem Mann benannt ist, der vor langer Zeit eine Haltung vertreten hat, die man heute nicht mehr vertritt. Tun Sie auch was. Vor Ihrer Haustür oder, wenn es Ihnen andernorts besser gefällt, in der Ferne. Sehr irritierend, wie viele verkniffene Leute es hier hat.

        • Peter S. Grat sagt:

          Georg, ich bin sicher Sie sind ein wunderbar altruistischer Mensch und ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Projekt in Mali einem Menschen das Fischen bei zu bringen. Ich nehme mir Sie gerne als Vorbild. Aber was mir nicht in den Kopf geht: dies ist ein Blog zum Thema Agassiz und seine Ehrenmitgliedschaft im SAC (wo ich auch Mitglied bin), lassen Sie doch einfach die Leute welches dieses Thema interessiert hier darueber diskutieren. Wenn Sie dieses Thema dermassen bekuemmert oder aufregt, bleiben Sie doch Ihnen zuliebe dem Blog fern.

          • Sibylle sagt:

            Herr Grat, wenn ich lese, was Georg schreibt, stelle ich fest, dass er über diesen Fall hier schreibt und dass er meint, es sei unsinnig, sich über den Fall A. zu echauffieren; man würde stattdessen besser etwas Positives anstellen, und das könne man ja, beispielsweise, in Mali tun, wo die leben, die der A. früher als weniger wert bezeichnet hat. Das ist ein Vorschlag. Sie hingegen schimpfen rum und tragen nichts bei.

          • Leon Topodium sagt:

            Liebe Sybille, wenn ich lese was Georg schreibt stelle ich fest, dass er Leute mit einer anderen Meinung als verkniffen bezeichnet und den Wunsch äussert, Herr Fässler soll bezüglich Agassiz den Mund halten. Ich sehe nichts konstruktives in seinen Aussagen, Sie machen es sich zu einfach. Sein Gerede von Mali ist kein Vorschlag sondern ein Scheinargument: Man darf sich auch mit Agassiz beschäftigen ohne im Gegenzug ein Hilfswerk oder etwas „Positives“ auf die Beine stellen zu müssen. Weiter stelle ich fest, dass Peter S. Grat nicht schimpf oder jemand beschimpft. Aber er stört sich daran, dass viele Leute hier versuchen die Diskussion vorderhand zu „bodigen“ statt diese zuzulassen. Und da hat er recht, das ist unabhängig davon welchen Standpunkt man vertritt wirklich ziemlich schwach.

    • Rene Kunz sagt:

      Lieber George, Was anderes, etwas mehr sinnvolles, nützliches und förderliches können wir von einem Schweizer ‚Historiker‘ wie Herr Fässler erwarten?
      Einige Schweizer Historiker haben anscheinend nichts Besseres zu tun als viele unserer Schweizer Vorfahren und die Schweiz im Allgemeinen mit fragwürdigen und vielfach unbegründeten Anschuldigungen zu attackieren und in den ‚Dreck‘ zu ziehen. Vielleicht muss Herr Fässler noch etwas über die Umstände und den zugrunde liegenden Hintergrund von ‚Rassismus‘ wie Ethnische, Rassisch-bezogene Konflikte lernen wenn nicht auch noch selbst erleben mit der gegenwärtigen, unablässigen Migration (Invasion) in den westeuropäischen Kontinent bei verschiedenen ethnischen Gruppen und Rassen aus Afrika, dem Mittleren Osten und Süd-Südostasien.

  • Rene Kunz sagt:

    Und die Schweizer-Innen debattieren und diskutieren seit Jahren über zu viele wirklich irrelevante Themen wie dieser Rassismusstreit im SAC während in der Zwischenzeit ist ihre Heimat, die Schweizer Eidgenossenschaft und deren Eigentum fortwährend an ausländische Interessen übergeben und ausverkauft wird. In zunehmendem Maße eine peinliche Gesellschaft unsere Schweizer Bürger-innen gelinde gesagt. Diese, solche Rassismus Fixierung und Verfolgungsmanie, die für den SAC beziehungslos ist sollte ungültig gemacht werden. Meines Wissens nach gibt es mehrere große Berggipfel in den USA benannt zu Ehren von Louis Agassiz. Ich vermute dass es nun seit einiger Zeit sehr fragwürdige Schweizer(?) gibt die ein Antagonismus gegenüber Schweizer im Allgemeinen haben.

  • Balu sagt:

    Erstaunlich, wie gewisse kommentatoren jede gelegenheit nutzen, uns mit ihren persönlichen differenzen zu langeeilen…
    Lasst es einfach! Interessiert wirklich niemanden!!!
    Zum Thema: als SAC Mitglied möchte ich mich tatsächlich mit SAC relevanten Themen befassen und bin gegen eine Aberkennung. Der Mann wurde zu einer anderen Zeit für seine Leistungen geehrt und hat selber niemanden verfolgt oder umgebracht. Den angeblichen Namen Rassistenhorn habe ich noch nie gehört.

  • Bernard Pfister sagt:

    Luther z.B. war im Sinne Fässler’s und seiner vermutlich ahnungslosen Mitstreiter ein krasser Antisemit. Wollte, dass man jüdische Knaben am besten gleich ertränkt. Voltaire z.B., ein krasser Rassist, hielt „Neger“ für eine moralisch tieferstehende Rasse usw. Die Liste geachteter und berühmter Männer ist lang.-

    • Benedikt C. sagt:

      Richtig. Der Vergleich würde allerdings nur dann funktionieren, wenn Luther und Voltaire Ehrenmitglieder des SAC sind. Und das sind sie nicht.

      Das ändert natürlich nichts an Ihrer völlig korrekten Feststellung. Bloss hat Ihre Feststellung auch nicht wirklich viel mit der geführten Diskussion bzgl. Agassiz und seiner Ehrenmitgliedschaft im SAC zu tun.

      • Röschu sagt:

        Doch, doch, es hat schon mit der hier geführten Diskussion zu tun. Es geht nämlich ganz generell um die Frage ob man Leistungen einer Person auf einem bestimmten Gebiet aufgrund deren persönlichen Ansichten (anders) bewerten muss/soll.
        Weitere Beispiele wären z.B. die Musik bzw. die Literatur der Antisemiten Richard Wagner und Charles Dickens.

        • Benedikt C. sagt:

          Röschu: Nein, es geht hier nicht um eine „generelle Frage“, sondern um die Ehrenmitgliedschaft von Agassiz im SAC. Will man Agassiz, ein ausgewiesener Rassist, weiterhin als Ehrenmitglied im SAC oder nicht. Um nichts anderes geht es hier. Alles andere sind Stellvertreterdiskussionen.

          Was Du hier ansprichst sind durchaus berechtigte Diskussionen, haben an dieser Stelle aber nichts verloren, sondern gehören wo anders hin. Wagner, Luther etc. sind keine Ehrenmitglieder im SAC.

          • Röschu sagt:

            @Benedikt C.
            Offenbar beantworten sie jede Frage, die Ihnen gestellt wird, einfach mit ja oder nein, ohne sich vorher irgendwelche Gedanken und Zusammenhänge zu überlegen.

            Ich stimme zu, dass es im (ganz) engeren Sinne hier wirklich nur um die Frage geht ob Agassiz weiterhin Ehrenmitglied des SAC bleiben soll. Nur ist es halt so, dass ich diese Frage nur dann fundiert beantworten kann, wenn ich mir zuvor einige Überlegungen zu Zusammenhängen und Hintergründen mache. Und diese gehören dann daher mMn sehr wohl zur hier geführten Diskussion.

  • Herbi Waldvogel sagt:

    Wundere mich schon, wie weit weg einige Kommentare von dem wirklichen Thema sind. Frage mich ehrlich, ob diese Schreiber Mitglieder des SAC sind oder ob sie ganz einfach einen Kommentar schreiben wollen ohne zu begreifen, worum sich die Diskussion eigentlich dreht.
    Ganz egal weshalb Agazzis Ehrenmitglied geworden ist, uns was er gesagt und nicht gesagt hat. Für die Bergwelt hat er seinen Dienst geleistet, genau das, was auch der SAC für die Bergwelt machen will.
    Hitler, Muslime und irgendwelche Religionen ins Spiel zu bringen finde ich bedenklich.
    Ich liebe die Bergwelt und mir ist egal wer Ehrenmitglied ist beim SAC.

  • Herbi Waldvogel sagt:

    Wundere mich schon, wie weit weg einige Kommentare von dem wirklichen Thema sind. Frage mich ehrlich, ob diese Schreiber Mitglieder des SAC sind oder ob sie ganz einfach einen Kommentar schreiben wollen ohne zu begreifen, worum sich die Diskussion eigentlich dreht.
    Ganz egal weshalb Agazzis Ehrenmitglied geworden ist, uns was er gesagt und nicht gesagt hat. Für die Bergwelt hat er seinen Dienst geleistet, genau das, was auch der SAC für die Bergwelt machen will.
    Hitler, Muslime und irgendwelche Religionen ins Spiel zu bringen finde ich bedenklich.
    Ich liebe die Bergwelt und mir ist egal wer Ehrenmitglied ist beim SAC.

  • Martin sagt:

    Zu dieser Zeit pflegten ganz viele Wissenschaftler ein ähnliches Gedankengut. Ich sehe daher nicht, was es da aufzuarbeiten gibt. Da gäbe es Wichtigeres zu lösen im SAC. Zum Beispiel „Heliskiing“ oder „Moderne Hütten/Traditionell“

    • Peter S. Grat sagt:

      Genau. Fragen wie ob es eher Woll- oder Daunendecken gibt in SAC-Hütten sind wahrlich die grossen Probleme im schweizerischen Alpinismus. Ich gratuliere Ihnen zu Ihren Prioritäten, ausgezeichnet.

  • Olivier Fuchs sagt:

    Agassiz und andere waren gar nicht Rassisten im heutigen Sinne. Sie vertraten einfach damals übliche Weltbilder. Auch Albert Schweitzer müsste so der Nobelpreis aberkannt werden.

  • Walter Grämer sagt:

    Da frage ich mich schon?wie lange lebt dieser Mann nicht mehr.Aufregung um nichts.

  • Klaus sagt:

    Rassismushorn finde ich super und gerecht.

  • tim meier sagt:

    Dieses Thema hatten wir hier schon mal.
    Gemäss Wikipedia hatte sich Agassiz in einer Zeitung sowie in privaten Briefen zum Thema menschliche Rassen geäussert. Fässler reduziert Agassiz Wirken auf dieses Thema und instrumentalisiert den SAC für seine persönliche Hexenjagd. Vergangenheit aufarbeiten ist gut und recht. Hier hat sich einer zu fest in ein Thema verbissen. Korrekterweise müsste er auf die Aberkennung aller Ehrungen von Agassiz hinarbeiten und diesen Namen überall ‚entfernen‘ lassen. Macht er aber nicht.

  • Stefan Moser sagt:

    Der SAC war in den Gründerjahren politisch und gesellschaftlich relevant und ist heute eine politische Institution wider Willen. Einem offensichtlichen Rassisten den Ehrenstatus nicht abzuerkennen ist jedoch ein Schämer sondergleichen! Da spielt es keine Rolle, ob Hans Fässler nun brav an jeder GV erschienen ist oder einfach für ein berechtigtes Anliegen kämpft.

    • Roland K. Moser sagt:

      Bis in die 70er war es in der Schweiz üblich, dass Christen und Juden ausserehelich gezeugte und geborene Kinder (Uneheliche, illegitime Kinder) folterten (Klartext für misshandeln). Ich habe es selbst am eigenen Leib erlebt.
      Aus meiner Sicht gehören sämtliche Christen und Juden entehrt und in die Heimat ihrer Religion geschafft. Ich verstehe Sie so, dass Sie mir dabei helfen.

      • Stefan Moser sagt:

        @Moser: Wenn Sie konkrete Namen nennen, die heute Ehrenmitglieder in Institutionen sind, dann Ja. Da helfe ich Ihnen. Ich bin aber grundsätzlich gegen Pauschalisierungen, Sie hoffentlich auch.

  • Marco sagt:

    Regelmässig kommt hier die gleiche Erklärung über Agassiz‘ Rassismus. Die Frage ist doch viel eher, ob er damals oder auch heute geehrt werden soll für seine Verdienste an der Gletscherforschung, was mit dem Rassimuss nichts zu tun hat oder aber ob man einfach nur das Schlechte sehen will. Ich finde, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, schliesslich wurde der Gipfel nicht nach ihm benannt für seine Rassentheorien sondern für seine Gletscherforschung. Muss man dafür Rassimus gutheissen? Ich denke nein.

    • Franz sagt:

      ich denke schon! das eine hat sehr wohl mit dem anderen zu tun. Dieser Logik und Argumentation gefolgt waren die Nationalsozialisten auch nicht so schlimm, weil sie ja die Autobahnen gebaut haben und alle einen Job hatten….

      • Roland K. Moser sagt:

        Dann müssen Sie aber konsequenterweise auch ein Verbot des Sozialimus und der 3 „Religionen“ Abraham’s gutheissen.
        Idealerweise klären Sie bei jeder Erfindung ab, ob der Erfinder ein Jude, Christ, Muslim, Rassist oder Anti-Semit oder Nazi usw. war und lassen die Erfindung und das darauf Aufbauende verbieten. Viel wird von unserer technisierten Welt nicht übrigbleiben.

        • Benedikt C. sagt:

          Lieber Herr Moser. Wir sprechen im Fall von Agassiz von einer konkreten Person. Einer Person, die den Ehrenstatus hat. Wir sprechen nicht von wissenschaftlichen Haltungen, Weltbildern, Gruppen, Religionen oder anderen Kollektiven. Der „Sozialismus“ oder die „Religionen Abrahams“ haben keinen Ehrenstatus im SAC. Vergleichen Sie bitte nicht Birnen mit Äpfeln und konzentrieren wir uns aufs Wesentliche: Zu Zeiten Agassiz mag sein Weltbild dem zeitgenössischen Kontext entsprochen haben. Die Frage stellt sich aber, ob HEUTE dieses Weltbild noch immer passt und ob wir HEUTE immer noch eine PERSON mit solchem Gedankengut als Ehrenmitglied wollen. Ansonsten steht es Ihnen frei, andere offenkundige Rassisten oder Menschenfeinde zu nennen, die im SAC eine Ehrenmitgliedschaft besitzen.

      • Florian sagt:

        Niemand bestreitet, dass Agassizs rassistische Haltung zu verurteilen sei, diese Diskussion ist ueberfluessig.
        Wie Marco so klar schreibt, die Ehre hat A. ja wegen seiner Verdienste an der Gletscherforschung gekriegt. Letztere werden durch seine Haltung nicht kleiner.
        Man kann nun natuerlich sagen, nur von denjenigen, die uns im Moment konform sind, werden die Erkentnisse und Verdienste gewuerdigt. Oder man kann dazu zu stehen, dass man damals vieles gut hiess, was heute zum Glueck undenkbar ist und den Ehrenstatus als Mahnmal der eigenen Geschichte sehen. Damit laesst sich auf den Wandel der Norm und der gesellschaftlichen Werte aufmerksam machen ohne die eigene Vergangenheit im Namen der Aufarbeitung moeglichst angenehm zu bereinigen.

      • Marco sagt:

        Nein, ich habe nicht geschrieben, dass die Rassentheorie deswegen nicht schlimm ist. Das Autobahnen gebaut wurden und Jobs vergeben wurden hatte einen direkten Zusammenhang zum Nationalsozialismus. Die Gletscherforschung wollen Sie ja nicht in Verbindung mit der Rassentheorie bringen?
        Nochmals direkt: Warum wurde der Berggipfel nach ihm benannt? Weil er Rassist war?
        Wenn in 100 Jahren Fleischverzehr von Tieren verpönt sein wird, werden alle Berge unbenannt? Es ist mir klar, dass seine Theorien schon damals nicht der gängigen Moral und Ethik entsprachen. Aber Werte ändern sich, und nur weil wir heute anders darüber denken, soll man die Verdienste in einem komplett (!) anderen Gebiet nicht einfach negieren.

        • Benedikt C. sagt:

          Das Problem mit Agassiz sehe ich prinzipiell darin, dass sein Denken nicht bloss dem zeitgenössischen Kontext entsprach, sondern er dieses zeitgenössische Denken wesentlich prägte. Er war nicht einfach ein heutiger „Fleischesser“, der isst, was auf den Tisch kommt, sondern er setzte sich dafür ein, dass den Leuten Fleisch aufgetischt wird. Zudem wird mit dem Bergnamen und seiner Ehrenmitgliedschaft nicht Agassiz‘ Gletscherforschung geehrt, sondern Agassiz als Person. Die Ehrenmitgliedschaft läuft auf seine Person und der Berg hat seinen Namen. Da finde ich die Frage danach, ob eine solche Person HEUTE noch eine Ehrenmitgliedschaft verdient hat durchaus berechtigt. Agassiz‘ Gesellschaft war eine andere als die heutige und Ehrenmitgliedschaften sind nicht unendlich…

      • Röschu sagt:

        @Franz
        Die Nationalsozialisten werden in der Regel nicht für den Bau der Autobahnen verurteilt…

        Und genauso wurde Agassiz die Ehrenmitgliedschaft nicht aufgrund seiner rassistischen Theorien verliehen, sondern aufgrund seiner Leistungen auf dem Gebiet der Gletscherforschung.

      • Hugo Knüsel sagt:

        @Franz: Dann weigern Sie sich also konsequenterweise auch die Autobahn zu benutzen, oder?

    • Stefan Moser sagt:

      Hitler war ein Förderer des Vegetarismus und ist trotzdem nicht Ehrenmitglied der vegetarischen Gesellschaften.

  • Frereau sagt:

    Ja ich finde es wichtig dass sich Organisationen wie der SAC – gerade auch wegen ihrer öffentlichen Präsenz – vertieft mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

  • Roland K. Moser sagt:

    Die Vergangenheit kann man schon aufarbeiten, nur was es in diesem Fall aufzuarbeiten gibt, erschliesst sich mir nicht.
    Zudem gibt es dringlicheres aus der Geschichte, das sich nicht wiederholen darf:
    – Der Sozialismus ist endlich zu verbieten, denn „im Westen“ sind wir uns zu Null % im Klaren darüber, was diese primitive Ideologie in der Welt angerichtet hat.
    – Noch weiter zurück: Das Judentum, das Christentum ind der Islam gehören nun mal nicht nach Europa, sondern sind primitive, standorfremde und invasive Ideologien aus dem Nahen Osten. Das Christentum und der Islam haben nicht nur in Europa nur Blut und Tränen verursacht, sondern global gewütet.
    Nun meine Frage an die Anti-Rassisten: Wieso geht ihr dort nicht vor? Z.B. Verbot des Sozialismus u. der 3 „Religionen“ Abraham’s?

    • Paul Levi sagt:

      Eigentlich ist es völlig egal, um was es im Blog geht. Auf das Thema gehen Sie nie ein, sondern nützen es aus, um Ihre weltfremden Theorien und Ihr Kampf gegen Links zu verbreiten.
      Es ist nicht ganz klar, was Sie unter Sozialismus verstehen. Wenn Sie aber die Sozialdemokraten auch gleich verbieten wollen, dann würde das gut aufzeigen, wie antidemokratisch Ihre Einstellungen sind.
      Ganz abstrus wird es, wenn Sie drei Weltreligionen als „primitive, standorfremde und invasive Ideologien“ bezeichnen. Als Atheist bin gar kein Freund von Religionen, aber doch habe ich Respekt vor dem Glauben von Anderen und setze stark auf die Freiheit des Glaubens. Ein Verbot von Religionen ist völlig weltfremd und menschenverachtend.

    • Stefan Moser sagt:

      Ach Herr Moser, dann haben Sie für Ihren Teil ja bereits genügend aufzubereiten. Ihre Aussagen zeugen von einer äusserst undifferenzierten Haltung.

    • Benedikt C. sagt:

      Herr R. Moser: Es muss schrecklich sein, in einer Welt zu leben, wie Sie sie offenbar wahrnehmen. Sie tun mir aufrichtig leid.

    • Karl von Bruck sagt:

      Bingo!

      Die am lautesten nach Glaubensfreiheit kraehen, schreiben anderen nicht nur vor, was sie zu glauben und wen sie zu lieben haben, sondern gar, mit wem sie keinen Kontakt haben duerfen, ohne selber geaechtet zu werden. Und neuerdings gar religioes neutralen Vereinen, wen sie gar posthum zu aechten haben.

      Ein saekularer Staat, sollte Tote im Interesse ihes Umfeldes hoechstens rehabilitieren, aber nie posthum verurteilen oder durch Religionen oder andere Vereine nachtraeglich aechten lassen. Schon gar nicht nach ueber 100 Jahren. Sonst muessten die Indianergenozider und Negersklavenhalter ihr Land den Indiandern, und ihr Geld als Entschaedigung fuer die Sklaverei den Nachkommen der Sklaven abgeben. Und wieder auswandern….

Kommentar

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