Peng, peng – Vorsicht Jäger!

Ein Gastbeitrag von Thomas Renggli*:

Jäger überraschen unseren Autor auf seiner Laufstrecke. (Bild: Keystone/Andree-Noelle Pot)

Jäger überraschen unseren Autor auf seiner Laufstrecke. (Bild: Keystone/Andree-Noelle Pot)

Sport sei gesund, wird behauptet. Diese These konnte weder der plötzliche Lauftod des Jogging-Erfinders James F. Fixx noch der Abgesang des österreichischen Barden Rainhard Fendrich («Es lebe der Sport») entscheidend infrage stellen.

Vergangene Woche wurde ich in meinem Glauben an die gesundheitsfördernde und lebenserhaltende Wirkung des Laufsports allerdings tief erschüttert. Das begann schon zu Beginn meiner täglichen Strecke durch die Zürcher Vorstadtwälder, als am Wegrand ein oranges Warnschild prangte: «Vorsicht Jagd».

In der Annahme, es handele sich um einen Halloween-Scherz der lokalen Dorfjugend, trabte ich weiter – bis eine Reihe von stattlichen Offroadern den Waldweg versperrten und mich zum Umweg durchs Unterholz zwangen. Dort wurde es richtig ungemütlich: Ein Heer von grüngewandeten Kreaturen bahnte sich den Weg durchs Dickicht – bewaffnet mit Stöcken und Flinten, als wären wir im Wilden Westen und hinter der nächsten Anhöhe grase eine Bison-Herde.

 

«Achtung Treibjagd! Aus dem Weg», wurde ich vom lokalen Wildhüter in unmissverständlicher Schärfe aufgeklärt. Intuitiv ging ich in Deckung, denn plötzlich fühlte ich mich als Freiwild. Es war, als würde ich als Fussgänger im Feierabendverkehr die A1 überqueren oder beim Schnorcheln plötzlich einer Gruppe Harpunenfischer begegnen. Doch ich hatte Glück. Dank meinen orangen Schuhen und meiner leuchtgelben Jacke konnte die Verwechslung mit einem Wildschwein knapp verhindert werden. Ich setzte meine Runde ohne Streifschuss oder andere Havarie fort. Auch Nachbars Dackel, der sich von der Leine seines Herrchens losgerissen hatte, kam ungeschoren davon.

Dass es die Jäger wirklich ernst meinen, realisierte ich, als ich am Tag darauf mit meiner fünfjährigen Tochter durch den Wald spazierte. Peng, peng! Als wir die Schüsse hörten, war es für das bedauernswerte Reh bereits zu spät. Triumphal hoben die Schützen das arme Tier hoch, drückten ihm einen Tannzweig in den Mund und luden es auf den Anhänger ihres imposanten Geländewagens. Die Aktion hatte insofern erzieherischen Wert, als meine Tochter jetzt weiss, dass das Fleisch nicht auf den Bäumen wächst und der TV-Indianer Yakari nicht der Einzige ist, der nach wilden Tieren Ausschau hält.

Trotzdem bleiben beim naiven Lauffreund Fragen unbeantwortet: Was, wenn die Jäger (wie letzthin auf TeleZüri kolportiert) eine Hauskatze für einen Fuchs halten? Ist so viel Jagdfieber in den städtischen Agglomerationen ein Gesundheitsrisiko? Oder gehöre ich etwa bereits zu den wohlstandsverwahrlosten Städtern, die keinen Sinn für die Gesetze der Natur mehr haben? Und müsste man an den Primarschulen statt Frühenglisch Jägerlatein lehren?

In diesem Sinn. Ein herzhaftes «Waidmanns Heil!».

thomas*Thomas Renggli ist Sportjournalist, Ex-Steilpass-Blogger,  Marathonläufer (PB: 2:53:41) und Verfasser des Buchs «Lauffieber» (Fona-Verlag).

 

48 Kommentare zu «Peng, peng – Vorsicht Jäger!»

  • Renate sagt:

    Na, lieber Herr Renggli, da schreiben sie mal etwas über die Jäger, eigentlich in lustiger Form, verständlich und der Wirklichkeit angepasst und schon feuern diese Grünröcke aus allen Rohren. Was diese Hobby-Tiertöter nicht verstehen, ist überhaupt Kritik, egal in welcher Form. Übrigens ist die Jagd nicht für die Ernährung gedacht, die meisten geschossenen Wildtiere werden entsorgt, niemand isst Fuchs, Marderartige, oder Rabenvögel, die aus Lust und Spass vom Himmel geschossen werden

  • Urs A. sagt:

    Thomas Renggli gibt sich die Antwort in seinem hilflosen Beitrag gleich selbst: „Oder gehöre ich etwa bereits zu den wohlstandsverwahrlosten Städtern, die keinen Sinn für die Gesetze der Natur mehr haben? Und müsste man an den Primarschulen statt Frühenglisch Jägerlatein lehren?“ Beides ist mit Ja zu beantworten. Wie wäre es, sich mit einem Jäger einmal offen und vorurteilslos zu unterhalten? Aber das setzt echtes Interesse und Toleranz voraus. Und das scheint in diesem Beitrag nicht gegeben zu sein.

  • Seppi sagt:

    Es wär so schön auf dieser Welt wenn Kritiker zu erst vor der eigenen Tür wischen und anschliessend sich über die kritisierte Materie nur ein klein wenig orientierten.

  • Ermonas eric sagt:

    Es gibt noch eine zweite Art von Menschen die ein Hobby betreiben, dass unbedingt auch angeklagt werden muss.
    FISCHER!
    Könnte Herr Renggli übers Wasser laufen, wären sich die Fischer auch derselben Anfeindung ausgesetzt wie die Jäger.

  • Ueli Wenger sagt:

    Gibt es Menschen – ausser Jäger – die Jäger mögen? Und hört jetzt auf mit Stadtbewohner und Regulation, in unseren Gegenden wird rein nur zum Spass gejagt, und dies verachte ich!

    • Werner sagt:

      @Ueli Wenger, fragen Sie doch einmal einen Förster, was Rehe so fressen und wie es Rehböcke anstellen, damit sie ihren Bast los werden. Als Naturschützer bin ich nun doch seit über einem halben Jahrhundert in vielen Wäldern unterwegs, und die Verbiss- und Fegeschäden liegen bei weitem nicht überall bei Null…

  • Michael sagt:

    Jagd ist heute eine sehr elitäre Freizeitbeschäftigung für Menschen, die es sich aufgrund des Vermögens leisten können, horrende Summen für Jagdpachten zu zahlen, sehr viel Zeit in ihr Hobby zu investieren, die nötige Ausrüstung und das Wissen zu beschaffen und dies dann auch umsetzen können. Aber die Jagdpachten bringen den Gemeinden eben Geld und diese Milchkuh soll ja nicht geschlachtet werden. Dass Jäger mit überpotenten und luxuriösen Offroadern in die Wälder preschen, wie einst auf Grosswildjagd im fernen Afrika, ist leider wahr: mit Sitzheizung und Lederstuhl zum Ansitzen.

    • Patrick Frei sagt:

      Sie outen sich selbst als völligen Ignoranten. Wenn Sie sich einmal in einen Jagdverein bewegen würden, würden Sie feststellen, dass das Gegenteil der Fall ist. Man trifft dort meist eher bodenständige Leute, Handwerker etc. Natürlich gibt es auch wohlhabende Jäger, aber diese sind in der Minderzahl. Und so horrend sind Jagdpachten keineswegs, auf jeden Fall sicher noch günstiger als manch anderes Hobby. Aber Hauptsache, man kann seine Vorurteile bewirtschaften, selbst wenn man keine Ahnung davon hat.

    • Hans Schneider sagt:

      @Michael: Das stimmt so einfach nicht. Bitte informieren Sie sich bevor Sie so etwas schreiben.
      Es ist auch so, dass wir alleine in der Schweiz 3 verschiedene Jagdsysteme haben…und die Verhältnisse in Deutschland und Österreich lassen sich schon gar nicht auf diejenigen in der Schweiz übertragen.
      In der Schweiz werden beim Reviersystem die Reviere abgeschätzt und zu einem festen Preis an eine Gruppe von Pächtern übergeben (keinen Bieterwettstreit) – damit ist Jagd für JEDEN erschwinglich, jedes halbwegs vernünftige Mountainbike kostet mehr. Das Patentsystem ist sowieso die Volksjagd schlechthin…

    • Werner sagt:

      @Michael, ich bin kein Jäger. Aber Ihr Kommentar zeichnet ein Zerrbild der Jagd (=Revierjagd im „Flachland“). Als horrend würde ich die Pachtsummen nicht bezeichnen – und mit den Rechten sind auch Pflichten verbunden, besipielsweise: Wer wird nachts um zwei Uhr aus dem Bett geholt, wenn ein angefahrenes, verletztes Reh gesucht werden muss – der Jäger! Wie angenehm ist es wohl, wenn schlaue Wildschweine in einer kalten Januarnacht bei Bise während Stunden vom Ansitz aus bejagt werden MÜSSEN? -Aber natürlich ärgere auch ich mich, wenn ein Waidmann morgens vor Dämmerungsbeginn mit seinem 4×4 neben mir anhält und ohne Gruss minder freundlich zu Wissen begehrt, was ich hier tue…

    • Köbi sagt:

      Aber es sind genau diese vermögenden Eliten, die zu jeder Tages- und Nachtzeit bereitstehen um von Automobilisten und ÖV angefahrene Tiere zu suchen und zu erlösen. Dafür zahlen sie tatsächlich tausende Franken jedes Jahr, das ist richtig.
      Und übrigens geht der grösste Teil des Geldes an den Wildschadenfonds, der geäufnet wird um die von Wild verursachten Schäden an Landwirtschaft und Wald zu bezahlen. Die Gemeinden kriegen nahezu nichts.

  • Nic sagt:

    Es ist schade, wie die Jagd immer wieder zu emotionalen Ausbrüchen der flammenden Befürworter und der überzeugten Gegner führt. Durch mittelmässige Beiträge mit negativer Färbung der waidmännischen Tätigkeit wird das natürlich noch unterstützt. Ich freue mich auf einen realistischen Beitrag, der aufzeigt, was eine Jägerin oder ein Jäger das ganze Jahr über so für den Wald und die Natur leisten – da habe ich auch kein Problem, wenn die sicher existierenden, sämtliche negativen Klischees bedienenden Vertreter der genannten Gattung thematisiert werden, aber so finde ich es leider fast immer einseitig und unsachlich.

  • Hannes Müller sagt:

    Der Tod durch die „natürlichen Feinde“ dürfte schmerzreicher sein als ein Blattschuss.

  • arnold gasser sagt:

    Hauptsache, die Munition enthält kein Blei oder anderes bodenbelastendes Material mehr. Ob das so ist, weiss ich nicht.

  • Erdbewohner sagt:

    Aha.. Naturverständnis hat man dann, wenn man mit der Knarre im Wald rum läuft. Die meisten Grünröcke sind so dick und können sich kaum vor fettleibigkeit bewegen das der eigentliche Zweck von weitem schon ersichtlich ist… Wohl bekomms mit Nebenwirkung

  • Luise sagt:

    Samstagnachmittag. Ich fahre mit dem Velo über den geteerten Hauptweg in einem der grössten Wälder des Kantons Bern. Eine Signalisation, dass hier gejagt wird, gibt es nicht. Mir begegnen Autos und etliche Velofahrer. Plötzlich kreuzt ein Reh die Strasse, hinter ihm 3 bellende Jagdhunde. Bald ertönt ein Schuss und mir wird mulmig zumute, ich hoffe, dass der Jäger nicht in Richtung Strasse schiesst. Bei der heutigen Dichte von Spaziergängern und Freizeitsportlern in unseren Wäldern sei die Frage erlaubt, ob wirklich auch noch am Samstag gejagt und geschossen werden muss. Ich bin weder Jagdgegnerin noch Vegetarierin.

  • Etienne Brentovski sagt:

    Achtung Herr Renggli
    im Unterholz lauern Zecken, und dank der Klimaerwägung sind die jetzt auch noch im November auf der Pirsch !!

  • Davide sagt:

    Lieber Herr Renggli
    ich glaube ich habe Sie verstanden, aber……
    Jäger lieben jagen. Sie lieben es, Tiere aufzulauern und zu erschiessen. Se lieben Trophaen…. aber Ihre Zeit ist um. Die Jägerlobby ist zwar sehr stark aber spätistens in 50 Jahre werden wir einfach mittels Sterilisation das Tierbestand regulieren und das Mittelalter für immer verlassen.
    Sorry Jagdfreunde… aber Tiere zu töten als Freizeitbeschäftigung…..

    • Matthias sagt:

      Schade, kann man hier nicht etwas sachlicher und emotionsloser kommentieren (ganz unabhängig vom rechten Glauben)!

  • Thomas S. sagt:

    Ich habe selten einen so unsachlichen Beitrag über die Jagd gelesen. Primär gehört der Wald allen. Ein vernünftiges Nebeneinander ist problemlos möglich. VonOktober bis Dezember ist die Zeit der Treibjagden. Wenn dann die Jagdgesellschaft korrekt signalisiert, dass an diesem einen Tag in diesem Teil des Waldes eine Jagd stattfindet
    wäre es doch sicher nicht zuviel verlangt gewesen, wenn Herr Renggli ausnahmsweise seine Jogger Route geändert hätte! Ich denke der Autor hat ein grundsätzliches Problem mit der Jagd und den Jägern, ansonsten kann ich mir, solch einen hetzerisch aufgemachten Beitrag nicht erklären.

  • Ursula sagt:

    Da es in unserer Gegend üblich ist, die Treibjagd wegen Tierschützern nicht zu beschildern, habe ich mich auch in einer misslichen Lage befunden und kann Herrn Rengglis Unmut gut verstehen. Vor ein paar Tagen bin ich von einem Jäger beinahe umgefahren worden, als ich versuchte, die Schleppleine meines Hundes unter den Rädern seines Autos hervor zu ziehen. Ich verstehe dass gejagt werden muss, was ich aber hier erlebe ist arrogant und entbehrt jeglichen Anstandes. Zu guter letzt werden die ausgeweideten Tiere auch noch am Wegrand liegen gelassen. Dieses Verhalten trägt nicht zu besserem Verständis der Jagd bei und das tut mir Leid.

  • Sebastian wittwer sagt:

    JA! Das sind sie! Typisch Stadtzürcher. Evt. Sauerstoffmangel?

  • Werner sagt:

    Es ist ganz einfach zu hoffen, dass Sie Ihre Kinder nicht ganz so weltfremd erziehen, wie Sie sich in Ihrem Beitrag geben. Oder erklären Sie ihnen, dass Warnschilder einfach unverbindliche Meinungsäusserungen derjenigen sind, welche sie aufgestellt haben?

    Wo ich Ihnen Recht gebe: Es darf natürlich nicht sein, dass NImrode den Abzug betätigen. bevor sie ihr Ziel einwandfrei „angesprochen“ haben, wie es in der Jägersprache heisst. Solche „Jäger“ sollten ihre Büchsen, Flinten und dergleichen wirklich stante pede definitiv neben ihre Trophäen an die Wand hängen.

    PS.: Nüüt für unguet – aber Ihre fettgedruckte Frage am Schluss des Arikels verdient ein ganz klares JA!

  • Hitz sagt:

    Also, in der Schule ganz einfach das Lesen von Warnschildern beibringen und dass es dann auch sinnvoll ist, diese zu beachten, würde völlig ausreichen. Denn sowohl Jäger mit „Vorsicht Jagd“ wie auch Forstarbeiter mit „Achtung Holzschlag“ stellen diese drolligen Dinger nicht nur auf, weil ihnen grad langweilig ist oder weil sie sich ein Spässchen erlauben wollen. Nur so im Fall.

  • Jürg Basler sagt:

    Stattliche Offroader und imposante Geländewagen nehmen etwas gar viel Platz ein – nicht nur im Wald, sondern auch in dem Artikel. Da hat jemand ein Problem mit der Jagd … die eigene Verständnislosigkeit (die als ja solche nicht verwerflich ist) offen zuzugeben wäre ebenso uninteressant, aber wenigstens ehrlich gewesen.

  • Beatrice M. sagt:

    Lieber Thomas Renggli,

    ich lege es Ihnen ans Herz, sich einmal bei der ortsansässigen Jagdgesellschaft zu melden und nachzufragen. Vielleicht lädt man Sie ein, mal einen Tag als Treiber mitzuwirken. Die meisten Jagdgesellschaften sind aufgeschlossen für Oeffentlichkeitsarbeit dieser Art und Sie erhalten ein realistisches Bild, wie so ein Jagdtag durchgeplant ist und wie es abläuft und dass SICHERHEIT für uns das A und das O ist. Vielleicht begegnen Sie auch mal während des Jahres einem Jäger (ohne Flinte) im Wald beim Spazieren. Fragen Sie nach! Er (oder Sie) gibt sicher Auskunft. Ich hatte schon viele interessante Gespräche mit Passanten und manch einer war positiv überrascht :-)

  • Peter Balzer sagt:

    Die Frage „Gehöre ich etwa bereits zu den wohlstandsverwahrlosten Städtern, die keinen Sinn für die Gesetze der Natur mehr haben?“ darf, ja muss hier klar und deutlich mit einem JA beantwortet werden. Ich meine, wieviel Menschenverstand braucht es, um nachzuvollziehen, dass bei der Jagd geschossen wird? Durch das völlige Fehlen natürlicher Feinde bleiben als regulierende Faktoren gegen die ungezügelte Vermehrung lediglich der Tod durch Autos und Züge oder eben die Jagd. Was ich ethischer finde, als das Züchten und Schlachten per se. Und letztlich muss jedem Kind vermittelt werden, dass Fleisch nicht im Styroporschäleli eines orangen Verteilers entsteht, sondern durch den Tod eines Tieres.

    • Onkel Arnold sagt:

      Es gäbe durchaus noch eine weitere Alternative: Geburtenkontrolle durch Sterilisation, so wie das bei sogenannten Strassenhunden und -katzen bereits weiträumig praktiziert wird. Schliesslich findet ja z.B. auch bei keinem anderen Tier eine so ungezügelte Vermehrung statt wie bei uns Menschen, und trotzdem würde nie jemand auf die Idee kommen, dass Erschiessen eine „ethische“ Lösung für unsere Überbevölkerungsprobleme darstellen könnte. Und dass die schiesswütigen Grünröcke mit dem „Kreislauf der Natur“ argumentieren, während sie Hightech-Laserfernrohr-Nachtsichtgewehre mit sich führen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

      • Patrick Frei sagt:

        Immer wieder erstaunlich, mit welchem Unwissen hier kommentiert wird: Onkel Arnold, „Laserfernrohre“ sind für die Jagd definitiv nicht erlaubt. In gewissen Ausnahmefällen, wenn z.B. Wildschweine enormen Schaden anrichten, können Einzelbewilligungen für Nachtsicht-Zielfernrohre erteilt werden. Vielleicht besser einmal informieren als einfach in die Welt heraus posaunen. Und dann würde ich gerne noch sehen, wie Sie Rehe und Hirsche einfangen und sterilisieren. Viel Spass dabei!

        • Onkel Arnold sagt:

          Gratuliere, Sie haben ein Detail gefunden, an dem Sie sich aufhängen können. Fügen Sie „Hightech-Flinte“ in meinen Text ein. Zufrieden jetzt? Und zum Einfangen und Sterilisieren: So, wie eben auch bei sogenannten Strassentieren. So, dass die Interessen des Tieres an seiner Freiheit und Unversehrtheit so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.

      • Hans Schneider sagt:

        Hallo Arnold, wie genau stellen Sie sich die Sterilisation von Wildtieren vor? Ich bitte um konkrete Vorschläge!

        • Onkel Arnold sagt:

          Betäuben und den Eingriff vor Ort durchführen, wie z.T. auch bei Hunden und Katzen praktiziert.

          • Hans Schneider sagt:

            Ihre Vorstellung ist, gelinde gesagt, naiv. In der Schweiz werden pro Jahr ca. 10’000 Hirsche, 40’000 Rehe, 12’000 Gämsen und 6’000 Schweine erlegt. Die Vermehrungsraten sind zum Teil enorm (Schweine: bis 300%)…
            Sie wollen sich all diesen Tieren auf 30m anpirschen und wohl gezielten* Betäubungsschuss mit der richtigen Dosis (dh. die Dosis für ein 90kg Schwein ist nicht die selbe wie für ein 40kg Exemplar) anbringen?
            Ich bitte um Ihre Meinung!

            *: Treffersitz (schwierig) und Distanz sind absolut entscheidend bei Betäubungsschüssen

          • Onkel Arnold sagt:

            Erstens müsste die Winterfütterung eingestellt werden, zweitens müssten eben entsprechende Bemühungen unternommen werden, um den sogenannten Wildtieren nicht ohne vorhandene Notwendigkeit zu schaden. Wenn es nach allem Aufwand immer noch der Fall sein sollte, dass der Wald nicht gerettet werden könnte, ohne gewisse Tiere zu erschiessen, dann könnten wir meinetwegen wieder diskutieren. Aber „Ich will nicht auf mein blutrünstiges Hobby verzichten/Kreislauf der Natur“ sind keine validen Argumente für Gewalt an Tieren.

          • Hans Schneider sagt:

            Etwas bemühend ist Ihre Verweigerung der Realität (und reines Festhalten an der Ideologie). Wieso können Sie nicht schreiben/zugeben das Ihre Ideen in der Realität nicht funktionieren?
            „Winterfütterung“: Ist nur noch gegeben bei Rotwild, und auch da: Es geht nicht um Jux und Dollerei (Ihre Worte: „blutrünstiges Hobby“) sondern um Wildschadensverhütung…ansonsten ist die Winterfütterung verboten!
            „Ohne vorhandene Notwendigkeit schaden“: Wurde alles bereits x-mal beschrieben in den anderen Kommentaren weshalb Jagd notwendig ist.

          • Onkel Arnold sagt:

            Etwas bemühend ist ihre eigene Ideologie, wonach nichtmenschliche Tiere reine Wegwerfartikel für uns darstellen und deren Leben genau so viel Wert haben, wie sie für uns einen Zweck erfüllen. Vielleicht denken Sie kurz darüber nach, dass soziale Errungenschaften, die wir heute für selbstverständlich halten, Laizismus, Frauenstimmrecht, AHV usw., von früheren Generationen auch als „realitätsfremd“ eingestuft wurden. Ebenso wird es sich bei Tierrechten verhalten.

  • Christopher sagt:

    Ja jetzt stehen die merkwürdig gekleideten Männlein und Fräulein mit Gewehr bei Fuss im Wald herum. Ich hab immer ein mulmiges Gefühl wenn ich denen begegne, hoffentlich verwechselt mich keiner mit einem Wildtier. Denn auf meinem T-Shirt steht – mit knalloranger Farbe geschrieben – Reebock.

  • Mia Meyer sagt:

    Wenn man zuerst einem Schild „Vorsicht Jagd“ und danach einer Reihe stattlicher Offroader im Wald begegnet, ist es nicht unbedingt die beste Idee, einen Umweg durchs Unterholz zu wählen. Dass da ein Wildhüter etwas scharf reagiert, kann ich sogar verstehen, obwohl ich nun nicht gerade eine Jagdbefürworterin bin.

  • Thomas sagt:

    1. Die heutigen Wälder (gerade in der Agglo) sind Lebensrauminseln, da sie durch Strassen und Siedlungen eingekesselt sind. Das Wild kann daher diese Lebensrauminseln nicht mehr verlassen und bei Bedarf Wald wechseln.
    2. Die Reproduktionsrate beim Reh beträgt 50%. Nach einem Jahr hat sich in jedem Wald der Bestand um die Hälfte erweitert.
    3. Das Reh hat keine natürlichen Feinde.
    4. Die Wälder werden 24h täglich durch Freizeitaktivitäten beunruhigt.
    Folge: Das Wild traut sich nicht mehr auszutreten und äst im Waldesinnern. Der Nahrungsdruck nimmt jährlich zu, Jungbäume werden allesamt zerstört. Ohne Jagd ist Ihr Wald innert wenigen Jahren unrettbar verloren.

    • Beatrice M. sagt:

      Danke Thomas, es gibt wirklich noch Leute, die die Jagd verstehen

    • Matthias sagt:

      Punkt 1 und 4 gelten vielleicht für Wälder in unmittelbarer Nähe von Städten, aber auch in entlegenen Wäldern im Emmental oder in den Bergen begegne ich Jäger. Dort gehen sie dann schlicht ihrem Hobby „Tiere töten“ nach.

      Weiter würden sich Wildtierpopulationen mit der Zeit selber regulieren, würden sie nicht vom Menschen gejagt werden. Der Jäger bekämpft hier demnach ein Problem, dass es ohne ihn gar nicht geben würde.

      • Ott sagt:

        Ja, die Tierpopulationen würden sich irgendeinmal selber regulieren. Nämlich dann, wenn die Nahrung knapp würde. Sprich wenn alle jungen Bäumchen abgefressen wären und es mit der natürlichen Verjüngung des Waldes schlicht und einfach nicht mehr klappen würde. Alternativen gibt es, nämlich jährlich Millionen von Steuergeldern in den Schutz der kleinen Bäume investieren. Oder den Wald in einem beschiessenen Zustand der nächsten Generation zu überlassen. Beides nicht gerade sinnvoll, oder?

      • Thomas sagt:

        Lieber Matthias
        Zu deinem ersten Einwand: ja, aber die restlichen Punkte gelten auch für das Emmental: ohne regulativen Eindruck nimmt der Äsungsdruck im Waldesinnern so sehr zu, dass die Waldverjüngung nicht mehr stattfindet, mit der Folge, dass geerntetes Holz nicht mehr nachwächst. Innert Kürze hast du keinen intakten Wald mehr. Bedenke: bis ein Baum „ausgewachsen“ ist, dauert es 80 bis 120 Jahre! So lange bräuchte der Wald, bis er sich regeneriert hat.
        Die Wildtierpopulationen würden sich schon regulieren: mittels einer grossen Kitz-Sterblichkeit, enormen Stress für alle Tiere und grauenhaften Seuchen, die auch auf Nutz-und Haustiere und den Menschen übertragbar wären. Willst du das??

    • Michu sagt:

      3. Das Reh hat keine natürlichen Feinde.

      Hätte es, wenn man nicht alle abgeknallt hätte.

  • Scrofa sagt:

    Was wenn der Blogger etwas einsetzen würde, das sich „gesunder Menschenverstand“ nennt. Scheinbar des Lesens mächtig aber des Verstehens abgängig, joggt er an einem Warnschild vorbei.

    • Beat sagt:

      Er sagt es doch und ist damit auch einsichtig: Hr. Renggli ist ein Stadtbewohner und hat eine etwas seltsame Beziehung zur Natur. Da er manchmal bei der Ausübung des Laufsports fiebrig wird sei ihm vergeben.

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