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Fahrradhändler im Todeskampf?

Jürg Buschor am Donnerstag den 14. Februar 2013
Angeschlagenes Geschäftsmodell: Velos warten in Zürich auf Käufer. (Bild: Keystone)

Angeschlagenes Geschäftsmodell: Velos warten in Zürich auf Käufer. (Bild: Keystone)

«Velohändler kämpfen ums Überleben», titelte die «Basler Zeitung» in einem Hintergrundartikel vom 6. Februar. Das Phänomen des Einkaufstourismus kennen allerdings nicht nur die Basler Fahrradfachhändler. Die oft kritisierte Hochpreisinsel Schweiz ist klein und der grenznahe Fachhändler im Ausland meist nicht weit. Egal ob im Tessin, St. Gallen oder Genf. Auch Herr und Frau Zürcher setzten sich immer öfters in Auto mit der Aussicht, jenseits der Landesgrenze ein paar hundert Franken zu sparen.

Die Problematik ist nicht neu, hat sich aber mit dem schwächelnden Euro akzentuiert. Moralische Bedenken, selber die hohen Schweizer Löhne einzustreichen, aber auf der Ausgabenseite vom tieferen Preisniveau im Ausland zu profitieren, werden von vielen bedenkenlos vom Tisch gewischt. Man ist sich meist selbst am nächsten. Das kann man gut finden oder auch nicht. Die moralische Grenze wird allerdings da überschritten, wo zwar die Beratung des Schweizer Fachhändlers in Anspruch genommen wird, aber der Kauf anderswo getätigt wird.

Grosse Konkurrenz erwächst den Schweizer Fachhändlern allerdings schon längst nicht mehr nur durch die grenznahen Fachhändler im Ausland, sondern durch die preisaggressiv operierenden Internethändler. Wenn der Schweizer Fachhändler die Ware zu höheren Preisen beim Importeur einkauft, als sie der Endkonsument im Internet angeboten bekommt, dann ist an ein nachhaltiges Wirtschaften nicht mehr zu denken. Da sitzen die Schweizer Fachhändler allerdings im selben Boot wie ihre ausländischen Kollegen. Auch diese ächzen unter dem Margendruck.

Wie aber soll mit diesem Druck umgegangen werden? Respektive – bietet der sich stark verändernde Markt auch Chancen? In diesem Zusammenhang hat folgende Nachricht mein besonderes Interesse geweckt: Ein deutscher Fachhändler verabschiedet sich aus dem immer margenärmeren Geschäft der Fahrradverkäufe und stellt die Montage und den Service in den Mittelpunkt seines Angebots. Damit nicht genug – er sucht die Nähe zu einem Onlineanbieter, der ihm Montagegutscheine ausstellt. Natürlich kann das nicht die Lösung für alle Fahrradmechaniker sein, aber der Ansatz ist durchaus interessant und wertet ganz nebenbei die Arbeit des Fahrradmechanikers erheblich auf. Das perfekt eingestellte Schaltwerk, die sauber justierte Bremse und die jährlich gewartete Federgabel stehen plötzlich im Mittelpunkt.

Hat also der deutsche Händler die Zeichen der Zeit richtig erkannt? Sicher ist, dass die Veränderungen am Markt auch neue Chancen bieten. Allerdings auch nur den Fahrradfachhändlern/-Mechanikern, die mit ihrer Ausbildung und ihren Leistungen auf der Höhe der Zeit sind. Profilierungspotenzial dürften beispielsweise all jene haben, die komplexe Federsysteme warten und sauber einstellen können und mit Elektroantrieben nicht auf Kriegsfuss stehen. Bei manch einem Mechaniker wäre allerdings auch dann schon viel erreicht, wenn er ein Rad sauber zentrieren und die Schaltung perfekt justieren könnte. Denn manchmal – das zeigen auch immer wieder die Kommentare auf einschlägigen Blogs – hapert es bei den so genannten Spezialisten auch damit schon.

Was halten Sie von der Idee, dass Fahrradmechaniker sich vermehrt auf Serviceleistungen spezialisieren? Welche Kriterien gewichten Sie bei einer Kaufentscheidung am stärksten?

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70 Kommentare zu „Fahrradhändler im Todeskampf?“

  1. Christoph sagt:

    Etwas spät, um entsetzt zu schreien. Die ersten Fahrradhändler haben vor 30 Jahren schon aufgegeben weil nichts mehr zu verdienen war. Genauso wie die vielen Tante Emma Läden von den Gross-Detaillisten verdrängt wurden. Es ist immer so, dass es einen Trend zur Vergrösserung und Zentralisierung gibt und das Ganze dann wieder in viele Einzelteile zerfällt. Wenn das neue Fahrrad billiger ist, als das alte zu reparieren… Wem sollte man da einen Vorwurf machen, wenn er Geld spart? Wo fängt die Preistreiberei an? Die Mieten sind zu hoch, die Sozialabgaben lasten schwer auf einem Unternehmer, das Materiallager muss regelmässig abgeschrieben werden, mehr Ferien wollen die Leute auch ständig, usw. usf.
    Man mag solche Entwicklungen bedauern, etwas dagegen tun kann man nicht, sie sind systembedingt. Die meisten Menschen brauchen auch keine regelmässige Wartung ihres Fahrrades, Sportradler sind eine kleine Untergruppe, von denen können nur eine Handvoll Fachgeschäfte leben. Das Gros der Fahrradbesitzer kauft ein Velo und fährt es, bis es auseinanderfällt. Reine Mathematik. Man wird sein Rad in den Kofferraum packen und zu einem der Vier oder Fünf verblieben Fachhändlern fahren um es raparieren und justieren zu lassen. Dem Rest ergeht es so wie den Videotheken, sie verschwinden einfach.
    C’est la vie.

    • Paul Mircher sagt:

      “Sportradler sind eine kleine Untergruppe” Ich würde nicht von einer kleinen Untergruppe reden, es gibt in der Schweiz sehr viele “Sportradler” (MTB und RR) die mehr als 5000.- für eine Velo ausgeben. traildevils.ch hat z.b. über 24000 Mitglieder. Dies ändert natürlich nichts an den anderen Sachen die sie aufzählen.

      • Christoph sagt:

        Gemessen am Gesamtmarkt ist es eine kleine Untergruppe. Wenn es 100’000 professionelle Radsportler gibt, die jährlich 1’000 Franken für das Rad ausgeben, ergibt das einen Gesamtumsatz von 10 Mio für die gesamte Branche. Dieses Küchlein muss geteilt werden. Daneben gibt es vielleicht 4 Mio Velofahrer die im Schnitt pro Jahr 50 Franken ausgeben, Neuanschaffung inklusive, die bringen dann 200 Millionen Umsatz, meistens aber bei Discountern. Die erste Welle am Velohändlersterben gab es ja, als die Migros in den Markt eingestiegen ist. So in der Art hab ich das gemeint.

  2. Roland K. Moser sagt:

    Vom reinen Veloverkauf konnte man in den neunzigern leben, als jeder pro Jahre 1 MTB gekauft hat. Wer in dieser Wirtschaftslage sein Velo-Geschäft aufgebaut hat, wird den Wechsel in die heutige Zeit wohl nur schwer verkraftet haben.

    Ich denke, dass man schlichtweg nicht nur von Velos leben kann, ausser man hat ein Radsport-Geschäft. Und selbst in diesem Fall wird der eine oder andere nicht darum herum kommen, auch Töfflis zu verkaufen und zu flicken.

    Eine weitere Möglichkeit sehe ich in der Fusion mit einem Töff-Händler.

    Aber es wird sie weiterhin geben, die reinen Velo-Händler/Mech.

  3. toni radelfinger sagt:

    wer nicht ein altes militärfahrrad fährt, ist selber schuld… :-)

    • Roland K. Moser sagt:

      ich bin gerne selber schuld.

      • ilan z sagt:

        ja, ich habe auch ein altes militärfahrrad. ist das beste was es gibt, ausser wenn es regnet, dann happerts mit der voderradbremse…..

        • Thomas G. sagt:

          biste sicher? Der “Pneufigger” (Stempelbremse) gehört zum Besten, was es bremstechnisch gibt…und während meiner RS und den WK’s hats gefühlte 200% “gseichet” und die Vorderradbremse war – mit Ausnahme der Kreischgeräusche bei Regen – wirklich nie ein Problem.

      • toni radelfingerhut sagt:

        @ ilanz, ja, genau, wenn man auf dem alten militärfahrrad jemandem zuvorkommenderweise den vortritt gewähren will, so bremst man mit der witterungsunabhängigen, wartungsarmen rücktrittsbremse und selbst wenn es regnet, scheint dann bald wieder die sonne (im herzen)…. :-)

  4. Moritz sagt:

    Kleine Velohändler konnten noch nie vom reinen Verkauf leben. Mein Grossvater hatte einen Veloladen und war sehr beliebt wegen seinem guten Service. Sein Nachfolger hat die Reputation des Ladens über einige Jahre gemolken bis alle ursprünglichen Kunden es gemerkt hatten und er pleite war.

    Ich selbst habe schon mit einem Händler diskutiert der mir erklärte er würde keine Arbeiten an Velos aus dem Versandhandel machen, auch nicht gegen Geld. Ich glaube nicht dass er das lange überlebt.

    • Ueli Eichenberger sagt:

      Genau solche Händler, die keine “Versandvelos” reparieren, braucht es nicht. Jeder will nur noch handeln. Ob das jetzt Banken oder Velohändler sind, mit dem Handel trägt man nicht viel zum BIP bei. Die Arbeitsleistung zählt, das ist echte Wertschöpfung.

  5. sepp z. sagt:

    Das ist nun mal der Kapitalismus und die unsichtbare lenkende Hand des europaweiten freien Marktes. Seit Jahrzehnten hat sich das Schweizer Volk immer und immer wieder dazu bekannt. Es mag Schmerzen, die Konsequenzen wiederholt vorgeführt zu bekommen. Aber es ist eure Wahl.
    Und als Zückerchen könnt ihr jetzt die Velos in grossen internationalen Ketten einkaufen. Freude herrscht. Hurra hurra.

    • Roland K. Moser sagt:

      Ich kann mich an die Zeiten erinnern, als ein MTB in der Schweiz doppelt so viel oder noch mehr gekostet hat, wie in den USA. Do. Anfangs 90er für den PC. Diese Zustände will ich nicht wieder erleben. Auch nicht mit Autos, Töffs, Unterhaltungs-Elektronik usw.

    • F_C_B sagt:

      Oje, oje. Märkte verändern sich. Es ist heute fast jede Ware nur einen Mausklick entfernt. Tragende Geschäftsmodelle entstehen dennoch immer wieder. So gibt es immer mehr kleine Läden, die auf Exklusivität setzen. Der Trend geht hin zum Zweitvelo. Autos stehen lassen! Lebe in Basel und habe mich bewusst für den Velokauf beim Laden um die Ecke entschieden, denn da wird es dann auch gut gewartet und ausserdem sind mir die Leute sympathisch. Das über-die-Grenze-einkaufen wird doch überbewertet. Das Internet ist die wahre Herausforderung. Und das nicht nur bei Velos. Jeder kann heute Bücher bestellen, die morgen da sind. Der Effekt: Amazon wächst und wächst und die grossen (Thalia) werden kleiner und kleiner. Es gibt aber auch immer mehr Buchhändler, die einen tollen Laden haben und wo man gerne bestellt und einkauft.
      Es werden sich ganze Branchen ändern! Besser auf emotionale (Grenzverkehr) Debatten verzichten und stimmige Lösungen finden!

  6. Panos Ketikidis sagt:

    Ich wohne Grenznah zu D in Möhlin. Natürlich vergleicht man die Preise. Mein Velo hätte beim Schweizer Händler um die Ecke ca. CHF 700 mehr gekostet als beim D Händler! Dieser Preisunterschied ist nicht akzeptabel. Er ist auch nicht mit (teueren) Service zu Rechtfertigen…

    • Markus Fischer sagt:

      … der Preisunterschied ist eigentlich ja auch nicht plausibel, denn in der Regel handelt es sich ja nicht um CH-Produkte, in welchen CH-Produktionslöhne stecken (dort wäre ich auch bereit, etwas mehr zu zahlen). Aber wieso soll ich für ein EU- oder ein asiatisches Produkt substantiell mehr zahlen als beim Händler im Ausland. Die CH-Importeure und/oder die Produzenten, welche auf Schweizer Markt die höhere Kaufkraft abschöpfen wollen, sind die Abzocker. Der CH-Detailhandel müsste sich gegen dieses Preisdiktat zur Wehr setzen. Das Problem ist, dass die einzelnen kleinen Händler diese Marktmacht und das Know-How dazu nicht haben. Deshalb wären grössere Fachhandels-Ketten eigentlich sinnvoller oder die Händler müssten sich zu Einkaufsenossenschaften zusammen tun.

  7. tom sagt:

    Margen runter! Vielleicht reicht es ja auch wenn der Verkäufer 20% statt 40% an einem Neurad verdient?!

    • Thomas Mathis sagt:

      Was verstehen Sie unter “verdient”? Einfaches Rechenbeispiel:

      VK: 2’000.- (inkl. MwSt.) => 1’852.- (ohne MwSt.)
      EK: 1’200.- (ohne MwSt., = 40% auf den VK)
      => 652.- “verdient”

      Hiervon sind aber noch folgende DIREKTEN Kosten abzuziehen:
      – Kleinteile und Schmiermittel (5.-)
      – Porto (je nach Menge, 10 – 30.-)
      – Zeitaufwand für Auspacken/Zusammenbau (bei seriösem Händler schnell 1 – 2 Stunden, 100 bis 200.-)
      – bei sehr vielen Fachhändlern ist der 1. Service gratis (50 bis 100.-)
      – Beratungszeit (schnell 0.5 bis 2 Stunden, 50 bis 200.-)

      Weiters INDIREKT zu berücksichtigen:
      – Beratungszeit ohne Geschäftsabschluss
      – Garantierückstellungen (steuerlich sind 5%, hier wären das 100.-)
      – kostenlose Serviceleistungen wie Sattel-/Vorbautausch
      – Miete, Strom, Löhne, Revision, Buchhaltung, Steuern
      – Kapitalkosten

      Die 40% auf den VK gelten aber meistens nur bei grösseren Vor-Orders mit entsprechender Vorauszahlung, sonst sind eher 35% üblich. Für die Zahlenbeispiele habe ich die Werte eines guten und seriösen Händlers mit tadelloser Leistung genommen, keines Bastlers.

      Mit 20% blieben noch gut CHF 250.-. Davon können sie in vielen Fällen noch nicht einmal die direkten Kosten bezahlen, wenn sie korrekt und kundenorientiert arbeiten. Ich sage meinen Freunden immer sie sollen aufpassen, wenn ein AKTUELLES Modell mit 20% Nachlass verkauft wird. Es ist schlichtweg wirtschaftlich in den meisten Preisklassen nicht möglich diesen Preis anzubieten UND mit hohem Qualitätsanspruch zu arbeiten.

      Ich kenne mehrere Händler persönlich die sehr korrekt (und sehr viel arbeiten). Reich wurde von denen keiner, es ist eher eine knappes Überleben.

      • Jerome sagt:

        100.- pro Stunde? Fuer arbeit am Velo? Da ist das Problem!!

        • Alex sagt:

          Du findest CHF 100.00 zu viel? Wenn ich Dich richtig verstehe muss er mit diesen CHF 100.00 nicht die Miete und die ruhigen Winterzeiten wo er keine Kunden hat finanzieren? Was sollte er Deiner Meinung nach verlangen?

  8. Lukas sagt:

    Das Problem sind nicht 10-20% teurere Preise in der Schweiz. Ich glaube, das lässt sich gerechtfertigen.

    Das Problem ist, dass die grossen Hersteller ihre Produkte den Händlern in den einzelnen Ländern zu unterschiedlichen Preisen anbieten. Das führt wie beschrieben dazu, dass in Deutschland ein Bike Rucksack im Internet für €99.- zu haben ist, der in der Schweiz CHF 245.- kostet.

    Der Händler kann praktisch nichts machen. Und dass der Konsument im Internet einkauft, ist verständlich.

    Die Händler müssten sich zusammenschliessen und auf die Barrikade gegen Hersteller und Distributoren gehen.

    • Hauser Christian sagt:

      Endhändler hätten die Möglichkeit, direkt im Ausland einzukaufen (notfalls nicht beim ausl. Grosshändler, aber bei Endhändlern, die teilweise billiger verkaufen als der CH Grosshändler). Nur machen das zu wenige. Falls der Grosshändler schwierig tut, kann man ihm das Kartellgesetz um die Ohren schlagen.

    • Thomas sagt:

      Absolut richtig was Lukas sagt. Es gibt auch Händler die sich wehren und damit Erfolg haben. http://www.stromvelo.ch bezieht Chariot Fahrradanhänger nicht über den Schweizer Importeur sondern über einen alternativen Lieferanten und kann die Produkte absolut konkurenzfähig in der Schweiz anbieten (nicht teurer als in Deutschland). Somit habe ich meinen Anhänger bei Ihm gekauft und nicht im Ausland bestellt.

  9. Marcel sagt:

    Es gibt auch in der Schweiz durchaus Händler (Online und lokale Geschäfte), die innovative und moderne Ideen haben. Das zu fairen Preisen.

    z.B. PedalPedal ( http://www.pedalpedal.ch/fahrradmontage-und-uebergabe-in-winterthur.html ) auch dieser Onlinehändler bietet für seine Bikes eine Zusammenarbeit mit einem lokalen Fachgeschäft an.

    Ich glaube viel mehr, dass es zu einer Bereinigung der CH-Szene kommt. Innovative Händler haben meiner Meinung nach weiterhin eine Zukunft.

    • renate sagt:

      Schau mal bei SpeedPed vorbei. Da kannst du bei bei interessanten Gesprächen zusehen, wie dein E-Bike entsteht. Du erhältst ein Spitzenprodukt, das genau zu dir passt und mit dir problemlos 120km über Stock und Stein fährt. Schon das Probefahren in den Hügeln des Emmentals ist ein Erlebnis Persönlicher Sevice garantiert.

  10. Lance Armstrong sagt:

    Grenztourismus hin oder her, wenn ich hier in der Schweiz sehe, dass Renn- oder MTB Velos für 8-11.000 Franken angeboten werden, muss es ja wohl offenbar eine Käuferschicht dafür geben…ob das gerechtfertigt ist, steht auf einem anderen Blatt

  11. Michael sagt:

    Die Velohändler müssen beim CH-Lieferanten einkaufen, die ganz andere Preise haben, als im grenznahen Ausland. Es sind nicht die Margen der Veloläden, es sind die teuren CH Einkaufspreise. Doch viel schlimmer finde ich die Schweizer, die sich ein Auto für 50’000 Franken und mehr kaufen, doch das stiefmütterliche Velo holt man dann im Warenhaus in Deutschland und will dafür keine 500.- ausgeben. Guter Service, Beratung und Reparaturen sind für viele zweitrangig; Geiz ist Geil fordert seinen Tribut!

    • Petr Sterch sagt:

      Trekbikes sind in der Schweiz günstiger als in Deutschland, beim Topmodel Remedy 9.9 ist der unterschied über 600 CHF. Viele Bikes, Bikerahmen,… sind günstiger oder gleichteuer wie in Deutschland, alle die etwas anderes behaupten haben keine Preise verglichen. Ein Intense Tracer 2 Rahmen kostet in Deutschland 2499€ und in der Schweiz 2499CHF, wo ist er also günstiger? Ich rede hier aber nur von Bikes 5000CHF+, billige Bikes interessieren mich nicht.

      • Michael sagt:

        Ich weiss nicht welche Preise sie vergleichen, die mir vorliegenden Angaben sagen etwas anderes aus. Eine Campagnolo Record Gruppe oder Shimano DA geordert in der EU kostet für den Konsumenten wenig mehr als den Händlerpreis in der CH. Trekbikes sind Ladenhüter und vielleicht deshalb günstig zu haben, egal ob sie 2’000 oder 7’000 kosten. Alle wirklich interessanten Hersteller und nahezu sämtliche Einzelteile kosten in der EU deutlich weniger als in der CH, das ist die Realität.

  12. B sagt:

    Ich bin gerne bereit, bei meinem regionalen Bike-Händler einen etwas höheren Preis als bei einem Online-Shop (z.B. aus D) zu bezahlen. Allfällige Garantie-Abwicklungen lassen sich so sehr schnell und unkompliziert abwickeln.

    Die Preisdifferenz hat jedoch Grenzen. Das Bike meiner Freundin haben wir für EUR 5000 via Online-Shop in Deutschland bestellt. Das gleiche Modell hätte in der Schweiz rund CHF 9500 gekostet. Bei einer Ersparnis von über CHF 3000 hört das Mitgefühl auf…

    • Otto Liebschitz sagt:

      Hihi, Wer kauft denn sowas teures, wo er noch selber strampeln muss? Für 9’500 gibt’s doch schon fast richtige Bikes, so mit echten PS.

  13. Roger sagt:

    Es geht auch anders. Habe vor ein paar Monaten ein Kuota Rennvelo bei einem Schweizer Händler gekauft. Das Rennvelo ist in der Schweiz sogar günstiger wie z.B. in Deutschland.

    siehe auch: http://www.kuota.ch/upload/cms/user/Sportguide_Bike_2012_Euroeffekt2.pdf

  14. Manuel Loeffel sagt:

    Beim durchlesen der Kommentare, musste ich schon ein wenig schmuntzeln. Ich glaube die meisten kamen von Gelegenheitsfahrern.
    Mal Hand aufs Herz, wer sein Velo im Alltag fährt, ist zwangsläufig auf eine (kompetente) Werkstatt angewiesen. Ich glaube nicht, dass die Mehrheit auch schon nur einen simplen Platten selber repariert.
    Die Neuvelopreise sind in der Schweiz über die letzten 2 Jahre gute 15-20 % gesunken. Aber mehr Velos werden deswegen nicht verkauft. Darüber sollte man mal ein wenig nachdenken.
    Jeder muss für sich selber abschätzen, was ihm ein guter Service wert ist. Und ich spreche hier nicht von den reinen Unterhaltsarbeiten. Vielmehr sollte man sich bewusst sein, wie umständlich z. B. eine Garantieabwicklung sein kann. Oder vielleicht könnte man sich mal daran erinnern, wie viele male man schon seine Reifen beim Fahrradhändler aufgepumpt hat (und es in den meisten Fällen nicht mal für nötig hält, zu fragen ob es was kostet).
    Zumindest ein Grossteil der Kommentiereden sind sich den “Komfort” eines Veloladen um die Ecke nicht bewusst. Und wie schon gesagt wurde, mit einem Fahrradgeschäft wird man sicher nicht reich, egal wie viel man arbeitet…

    • Peter Steiner sagt:

      Ich sehe es eher andersrum. Der Gelegenheitsfahrer bringt sein Velo in die Werkstatt. Der jeden-Tag-Fahrer will hingegen nicht sein Velo für längere Zeit beim Mech stehen haben oder auf einen Termin warten, der wechselt seinen Reifen selbst, flickt seinen Platten usw.

      Die ambitioniertesten Hobby-Fahrer die ich kenne speichen sogar ihre Laufräder selbst ein…

      • Manuel Loeffel sagt:

        Da ich zufälligerweise Velomech bin, kenne ich die Situation rund um die Werkstatt recht gut. ;)
        Die von ihnen genannten “Velofreaks” gibts natürlich, aber das ist wirklich ein seehr kleiner Teil.
        Da in den letzten Jahren die Werkstatt (bei uns jedenfalls) tendenziell eher zugenommen, aber sicher nicht abgenommen hat (was man von den Veloverkäufen nun wirklich nicht behaupten kann), ist der Bedarf an Fachgeschäften sicher da. Aber das wird auf die Dauer so nicht funktionieren, da der Verkauf eine tragende Funktion hat. Da die Kaufkraft ja da wäre, widert mich das ganze “geiz ist geil” schon ziemlich an…

    • Danke, endlich sagt das mal einer! Nur schon die psychologische Betreuung, die ein Velohändler bietet, wenn der Hobbyrennfahrer ihm über seine letzte Tour berichten oder sein leid mit dem Sattel klagen kann, geht in all den “Rechnungen” da oben vergessen. Wir haben es auch selber in der Hand, ob die Schweiz komplett eine Servicewüste wird oder nicht: Solange jeder immer nur Preise vergleicht und dann im Ausland kauft, sterben die Velohändler weg. Ich denke, das war der Anfang der Entwicklung. Der Service musste schlechter werden, weil die Umsätze durch den Einkaufstourismus und jetzt auch das Internet zurückgingen.

  15. Maria sagt:

    Ich hätte mein Fahrrad gerne bei einem Schweizer Händler gekauft. Aber die hatten gar kein Interesse daran, mir eins zu verkaufen. Und die 2 Händler, die sich Zeit genommen haben, überstiegen mein Budget ums 3fache, meine Anforderungen wurden dabei aber nicht erfüllt. Im Internet fand Angebote die Anforderung überstiegen, für das 1.5fache meines festgelegten Budget (und hätte es günstiger haben können) – man rechne…

    • Rainer Fitz sagt:

      Das ist leider der Schweizer “Servicegedanken”. Ich kam mit einem teuren Quaitätsrad zum lokalen Händler in Morges (wo ich auch ggf. mein nächstes Fahhrad gekauft hätte). Bevor ich meine Wünsche äussern konnte, meinte er, dass dieses Fahrrad nicht bei ihm gekauft worden sei und er deshalb keine Reparatur vornehmen will.

      So ging es mir auch bei der örtlichen Mercedes Garage, die meinte, ich hätte ein “ausländisches” Fahrzeug und deshalb würde sie mir nicht helfen, den bei ihnen gekauften Scheibewischer zu montieren.

      Zum Glück ist die Grenze nur 30km weit entfernt …

  16. Lars sagt:

    Habe folgendes zu erzählen:
    Ich, 45, will nach Jahre wieder Rennrad fahren. Kaufe im Herbst ein Rennrad im Ricardo (Cannondale 2012) von einem frustrierten Neueinsteiger der sich alles einfacher vorgestellt hat… zahle 50% der Neupreises. Nun telefoniere ich einem Cannondale Händler in der Stadt Zürich um das Fahrrad überprüfen zu lassen, den Sattel zu wechseln und einen kleinen Service zu machen. Ich müsste 3 (!) Wochen auf einen Termin warten, 2. Händler: Wartezeit 2 Wochen (“die Fahrräder die ich verkauft habe, haben prioriät und Abends länger arbeiten, das macht er nicht, auch nicht als Besitzer…). Sooo schlimm kann es also nicht sein mit dem Händlersterben…. Ich will ja gar nichts gratis, ich bezahle!
    Dann der erlösende Anruf in bei einem Händler in Thalwil, Termin am nächsten Tag, Sattel gekauft, Schuhe gekauft, Beleuchtung gekauft, den Service hat er mir gratis gemacht! Aber trotzdem hat er sich den Umsatz von 450.– redlich verdient. Bravo! Dort bleibe ich Kunde!

  17. Steve Stevenson sagt:

    ich unterstütze gerne die lokalen händler und bin bereit, für einen freundlichen und kompetenten services tiefer in die tasche zu greifen.

    wenn allerdings die veloverkäufer nur dumm rumstehen und einem noch blöd anmachen, wenn man mal das teure rennvelo interessiert begutachtet, dann pfeiff ich halt drauf und besorge mir das velo irgendwo anderst (im squadra mondo in stäfa zum beispiel ;) )

    • weder sagt:

      In Stäfa habe ich leider schlechte Erfahrungen gemacht, die mussten die nicht nachhaltig gewartete Federgabel nachjustieren und hatten die Frechheit, dafür nochmals Geld zu verlangen. Eine Diskussion war mir zu blöd und jetzt bin ich doppelt froh, dass ich meinen Frust hier loswerden kann.

  18. Rubens sagt:

    Wenn der Autor seinen Schweizer Lohn “einstreicht” ist das sein Problem. Wenn er dabei noch ein schlechtes Gewissen hat ebenso und die moralischen Grenzen haben wohl wenig damit zu tun ob man ein Fahrrad in Deutschland oder in der Schweiz kauft. Ich erhalte mein Lohn in der Schweiz für Arbeit die ich in der Schweiz leiste. Soviel zu “einstreichen”. Ob ich nun mein Geld in Italien, Japan, Deutschland oder in der Schweiz ausgebe ist mein Bier und hat sicher nichts mit Moral zu tun. Mein Lohn wird ja auch nur von den Kunden bezahlt, die ihre Produkte in der Schweiz kaufen und nicht von denen die ihre Geld in ihrer Heimat ausgeben.

  19. Die Schweizer Velo-Fachhändler könnten mit Radsport-Leistungsdiagnostik (Tests auf dem Ergometer) zusätzliche Einnahmen generieren.

  20. Hans sagt:

    Seit ich erfahren habe, dass flyer die Schweizer Händler teurer beliefert, als die deutschen, ist diese Marke für mich gestorben. Wie stellen die sich eigentlich vor, dass ein Händer in Grenznähe zu Deutschland so noch geschäften kann?

    • Egon sagt:

      Die Sache mit Flyer habe ich ebenfalls aus zuverlässiger Quelle erfahren. Wenn ein Schweizer Hersteller identische Produkte den CH-Händlern teurer verkauft als den deutschen, dann ist das etwa so, wie wenn man Pferdefleisch in eine “Rindfleisch-Lasagne” reinwursteln würde. Wer dann noch dem Endkunden die Schuld in die Schuhe schiebt für das Aussterben der Velohändler, der weiss sowieso nicht mehr, was er isst. Und schliesslich, wer die Mär von der “Kaufkraft” sagt, muss auch “Globalisierung” und “Internetshopping” sagen. Solange es obiges Geschäftsgebaren gibt, sind hier Skrupel fehl am Platz.

  21. Philipp Rittermann sagt:

    äh. wieso muss man velo’s kaufen. die stehen doch überall haufenweise rum – kann man die nicht klauen?

  22. schwery Peter sagt:

    wer mit Verkauf oder vom Verkauf von Produkten die austauschbar sind sein Geld verdient, für den wird es immer schwieriger.
    Alle sollen mit den Margen runter……. …. die Hochpreisinsel hat teure Beamte, Lehrer, Notare, Zahnärtzte,Politiker, und… und….. und……. wenn der Markt keine Margen mehr hergibt….. womit sollen dann die Steuern, Abgaben, Gebühren für diese geschützte Hochpreis Insel bezahlt werden.. ??? wenn alles 30 % günstiger wird, werden auch die Produkte mit weniger Marge überleben.

  23. Sheldon Cooper sagt:

    Velokauf beim Fachhändler, trotz höherem Preis gegenüber Online-Händler, ist für mich logisch. Für Beratung und Service zahle ich gerne etwas mehr.
    Das jedoch Verschleiss- und Kleinteile (Kette, Bremsbeläge, Schlauch, …) beim Fachhändler 300% bis 400% teurer sind als wie beim Online-Händler kann und will ich nicht akzeptieren.

  24. Bob Bigelow sagt:

    Tja, die gute alte Zeiten sind endgültig vorbei. Ihr könnt die Deutschen Schuld geben, oder das böse Internet, evtl. die Grossverteiler sind es. Vielleicht ist die globale Erwärmung der Verursacher? Kaum. Tatsache ist, seit Bank Aufina ausgestiegen ist, geht es nur noch talwärts. OK, inzwischen haben wir das Mountain Bike erfunden und meinte alles wird gut. Danach haben wir das Rennvelo neu gezeichnet und Elektrobikes verkaufen sich wie warme Weggli, oder so. Das Velo wird noch lange leben, aber das ganze Hype müssen wir langsam aber sicher vergessen.

  25. brego sagt:

    In den 70ern habe ich meine Lehre als Velo-/Mofamech absolviert. Schon dazumal war die Velobranche so eine Art geschützte Werkstatt. Deshalb war ich froh dass ich meine Karriere in der Lebensmittelbranche gemacht habe. Nun seit 5 Jahren habe ich ganz klein bei mir Zuhause & “nebenamtlich” eine Velowerkstatt aufzubauen und erschrak als ich merkte dass diese Branche nach wie vor mit denselben Hanteln trainierten. Es schien so als die Zeit stehen geblieben war, nach wie vor die alten “Verkrusteten Strukturen” sind an der Tagesordnung. Mittlerweile habe (musste) ich in ein grösseres Lokal umziehen und sind soweit zufrieden damit. Seit 2 Jahren haben (mussten) wir uns von diesen “veralteten Strukturen” lösen, weil wir bei einigen Lieferanten auf Beton stiessen. Wir mussten lernen zu boykottieren…den Europa ist gross, grösser als die Schweiz. Wenn bei uns ein Produkt von einem Schweizer Lieferanten 10-12% teurer im VP als die des Euro Raums ist, so lassen wir die Bestellung und suchen unser Glück im Euroraum und kaufen es dort ein.
    Ja, ich weiss…da werden jetzt einige Fachhändler denken wir seien keine loyalen Patrioten, aber…Flyer ist ein typisches Beispiel wie sie das Wort “Loyalität” ausüben (weiter oben zu lesen). Ein anderes Beispiel: Ein Auissendienstler eines sehr renommierten Importeurs kommt zu uns im Laden und fragte uns ob wir noch genügend Velos an Lager haben? Meine Antwort kam umgehend: Nein, aber der Konsument könne ja beim nächsten Grossdetaillisten dieselbe Fahrräder kaufen und erst noch billiger!!!!!!!!!!!!
    Loyalität? Denkste…Wir Fachhändler sind die Dummen, sei es bei den Lieferanten, Kunden usw. Tja, auch wir sind nicht “Blöd” und haben die Zeichen der Zeit erkannt!
    Darum gibts nur eins werte Fachhändler, lernt zu boykottieren! Das ist unsere einzige Chance um die Preise dem EU-Raum anzugleichen.

  26. hama sagt:

    hey alle Betroffenen
    es tut mir wirklich leid, wenn ihr schlechte Erfahrungen gemacht habt mit dem CH Fachhandel. zufälligerweise kenne ich einige von denen privat. keiner fährt einen Mercedes! da ist alles von Grund auf mit viel Liebe zum Kunden und Detail erarbeitet. die Händler in CH brauchen die CHF’s. die kriegen ja keinen Mech mehr, weil sie den nicht bezahlen können! die Löhne und Mieten in der CH sind einfach um bis 1/3 höher als in Germania. das habt auch ihr monatlch erwiesen auf euren Lohnausweisen. die Bemühungen der Importeure und Fachhändler das Preisniveau anzupassen sind (wie auch im Blog beschrieben) dargelegt. eine kleine Bitte an alle CHLohnempfänger: save CH, by CH. es geht nicht um Millionen wie bei Vasellla…
    grezz,hama

  27. Stephan Iten sagt:

    Musste mir ein Speichenspannungsmessgerät kaufen da ich immer mehr Räder baue. Es handelt sich um ein Präzisionsgerät der Firma DT Swiss. Das Werkzeug wird komplett in Biel gefertigt.
    Kostet in der Schweiz 600.-
    Kostet in den USA 320.-
    Da stimmt doch einfach was nicht. Da zieht auch das Argument, von höheren Löhnen oder grösseren Importkosten nicht mehr, es wird ja in der Schweiz produziert. Eigentlich sollte es im Ausland mehr kosten, muss ja noch transportiert werden.
    Ein Anruf bei DT Swiss brachte die Antwort: Das ist halt einfach so.

    • Christoph Vetter sagt:

      Die grössten Preisnachlässe geschehen (wie auch bei Onlinehändler) über Mengenrabatte beim bestellen. Den Amerikanischen Markt kann man über ein paar wenige Vertriebe versorgen. Der hat zumindest geographisch (nicht Umsatzzahlen) in etwa die Grösse vom gesammten Europäischen Markt wo man sich als Hersteller mit 17-20 Distributoren rumschlagen darf …
      Dann sind in den USA Gewinnmargen, Löhne, Ladenmieten viel tiefer als in Europa …
      Die Läden sind meistens viel grösser als hier und 6-7 Tage die Woche offen. Ich wüsste jetzt gerade niemanden in meinem Bekanntenkreis der freiwillg da hinziehen würde um in einem Bikeshop zu arbeiten.

      DT Swiss hat übrigens eine eigene Speichenfabrik und Distribution (für die nich dort hergestellten Teile) in Colorado …. die brauchen nicht mal unbedingt über Zwischenhändler zu vertreiben ….

      Die Preise richten sich auch ein wenig danach was der Kunde bezahlen kann und was halbwegs gleichwertige Konkurrenzprodukte kosten (die sind bei uns ja auch doppelt so teuer wie drüben)

  28. Peter sagt:

    Ich denke, dass innovative Geschäftsideen auch in der Schweiz noch eine Chance haben, wenn man den Trend erkennt und im Vertrieb neue Wege geht!

    Hinderlich ist dabei einzig, dass die Schweiz im Export viel Handelshemnisse gegenüber Konkurrenz aus der EU hat!

  29. Martin sagt:

    Ich gebe zu, ich fahre viel mit meinem Velo und bin deshalb auch bereit, mehr für mein Rad auszugeben. Manchmal staune ich aber schon. Da kommen mir auf der Strasse Radler entgegen, mit den neuesten und schönsten Bikes, haben aber eine völlig falsche Sitzposition. Da liegt der Verdacht nahe, dass das Zweirad irgendwo im Netz gekauft worden ist. Man hat vielleicht ein paar Franken gespart, konnte das Velo aber nicht richtig anpassen. Den Preis zahlt man, indem man die nächsten fünf Jahre falsch im Sattel sitzt (ohne es selber zu realisieren). Da nützt einem der beste Karbonrahmen nichts, auch wenn er noch so günstig war. Ein kompetenter Fachhändler schaut auf die individuellen Körpermasse und verkauft die richtige Rahmengrösse, montiert einen Vorbau mit der passenden Länge und justiert die Sitzposition. Meine Empfehlung deshalb: Wenn man nicht mehr ausgeben will als im Internet, lieber ein Rad mit etwas günstigeren Komponenten beim Fachhändler kaufen, dafür aber passend und richtig eingestellt.

  30. Tick sagt:

    Es reicht nicht Trek, Specialized, BMC, Flyer oder Thömus Erlebniswelten im Veloladen aufzubauen.
    Der Händler kann sich nicht von den Migros- und Jumbobikes absetzen. Beide Kanäle setzen auf Massenware aus China, in den gleichen Fabriken gefertigt: Astro, Giant, Merida und einige andere. Das Zeugs ist einfach nur langweiliger Mainstream.

    Zudem sind die meisten Velohändler echte “Mürgel”. “Geht nicht” ist der Standardsatz. Man vermeidet den Kontakt wann immer möglich, der CH-Velohandel ist eine Servicewüste, die Importeuer nicht fähig und willens Ware zu internationalen Preise anzubieten.

    Somit ist der Onlinehandel für uns Käufer eine echte Alternative oder eben Firmen die eine eigene Produktpalette entwickeln und über einen Netshop anbieten. Eine interessante Schiene ist als Importeur auf den Handel gänzlich zu verzichten und direkt anzubieten. Aus meiner Sicht in einem kleinen Land wie die Schweiz – eine Ideallösung.

    In allen Fällen bleibt mehr beim Anbieter hängen, er kann seine Kunden besser mit aktueller international gepreister Ware versorgen. Und die Mürgel verschwinden langsam.

  31. Aldo Squ sagt:

    Am liebsten wäre es mir, wenn es gar keine Fahrräder mehr gäbe. So könnte ich als Fußgänger wieder normal auf Trottoirs spazieren, ohne angefahren zu werden. Auch würde es mir dann besser gehen, weil mir nicht der Stinkefinger gezeigt würde. Als Autofahrer müsste ich nicht mehr abrupt bremsen, weil Velofahrer rote Ampeln überfahren und nachts in dunkler Kleidung und ohne Licht Kreuzungen überqueren. Als Velofahrer könnte ich dann allerdings nicht mehr allein auf den gelben Fahrradstreifen fahren können, nicht weil die anderen Velofahrer zu neuer Korrektheit gefunden hätten, sondern.. siehe ganz oben.

  32. Bike Mom sagt:

    Ich bin überzeugt, dass ein richtig guter Mech vom mechen gut leben kann. Ich will unsere diversen Velos und Zubehör einfach einmal im Jahr bringen und in Ordnung wieder holen können. Das darf etwas kosten, aber ich bin nicht blöd und merke, wenn man mich übers Ohr haut. Aber echt sauer werde ich, wenn die Arbeit nicht richtig gemacht ist oder wenn einer meine Zeit vergeudet.

  33. Stefan sagt:

    Wer den Werkplatz Schweiz unterstüzten will, der sei an die Firma Aarios in Gretzenbach erinnert. Die verkaufen nicht einfach Velos, die stellen sie auch selber her und schaffen so Arbeitsplätze und Lehrstellen. Ich fahre seit rund 20 Jahren Aarios und bin mehr als zufrieden.

    • Felix sagt:

      Das werde ich jetzt auch tun nachdem ich auf die Firma gestossen bin. Etwas anderes kommt nicht in Frage. Ein handwerklich hergestelltes Produkt aus dem Werkplatz Schweiz.

  34. Paul Klee sagt:

    Was Heult man hier so rum? Die Schweiz geht es doch blendet , überall geht es aufwärts. Nur gute Nachrichten, selbst der so gebeutelte Maschinenbau fasst wieder Fuß. Der Konsumindex hier in der Schweiz ist bestens!! Da regt man sich auf weil die Leute ihre Fahrräder im Ausland kaufen? Ja das kann doch nicht wahr sein.

  35. Der Schweiz geht es nicht überall blendend.Es geht vielerorts nur abwärts.Wir hatten in unserm Dorf vor 40 Jahren noch 5 Bäckereien jetzt noch 1 das gleiche mit den Metzgereien früher waren es 5 Stück jetzt keine mehr.Un d da sagt dieser Paul das es überall aufwärts geht.Dasselbe mit der Gastronomie früher hatten wir 17 Restaurants in unserm Dorf jetzt sind es gerade noch circa 5 Spunten wo man Sonntags nicht mehr Essen gehen kann. Darum kaufen auch die Leute die Fahrräder im Ausland weil in der Schweiz alles teurer ist.Eine Lösung gibt es noch man kauft eine Occasion.Nicht nur der Fahrradhandel leidet bei uns auf dem Lande es leiden viel Gastrobetriebe. Einer nach dem andern macht dicht +da soll es der Wirtschaft gut gehen.Diese Leute die so denken sind Träumer.

  36. M. Cipollini sagt:

    ich war schon so oft im Velofachgeschäft und habe mich gefragt, warum ich eigentlich nicht im Internet kaufen sollte. Wenn die einzige Dienstleistung des Fachhändlers darin besteht, mir aus dem Katalog ein Modell heraus zu suchen, das dann 800 Franken mehr als bei einem deutschen Versender kostet, frage ich mich, warum ich moralische Bedenken haben sollte, bei eben diesen zu bestellen. Eine breitere Auswahl ist häufig kaum vorhanden, Beratung und Service lassen zu Wünschen übrig und die seltsamen Öffnungszeiten machen es schwer, ein Velogschäft überhaupt zu betreten. Es gibt einige wenige spezialisierte Fachgeschäfte, die wirklich gut und wo man für hochwertige Manufakturräder nicht einmal mehr bezahlt als im Ausland. Viele andere Läden schlagen dagegen einfach auf Listenpreis von Standardmodellen 800 Franken auf und bieten nicht einmal einen kostenlosen Erstservice.

  37. Dani sagt:

    Ich bin zwar auch kein grosser Fan des Internets, aber es bietet auch viele Vorteile, wenn man weiss was man sucht.
    Die meisten Online Shops sind unpersönlich und bei einen Anfrage geht es meistens sehr lange bis man eine Antwort kriegt. Wenn man Pech hat kriegt man gar keine Antwort. Bin dann mal auf http://www.fastbikeparts.ch gestossen, ein relativ neuer Online Shop. Ich muss sagen der Kundenservice ist super. Bekam sehr schnell eine Antwort (30min), dazu sehr freundlich und kompetent. Liebe Grüsse Dani

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