Diese Woche Winterwandern und Schneeschuhlaufen am Kronberg (AI)
In den letzten Monaten und Jahren war ich des Öfteren am Kronberg unterwegs, einer Innerrhoder Nagelfluh-Erhebung unweit des Säntis. Hier drei der besten Unternehmungen – verbunden mit einem wichtigen Hinweis: An der Kronberg-Südflanke herrscht grossflächig Wildschutz. Man lasse es sich nicht einfallen, dort einzudringen.
Erste Wanderung: Was ist «Toobe»?
So, nun zu meinen Vorschlägen. Der erste spielt im Flachland unter dem Kronberg. Kürzlich fuhren wir nach Gontenbad und liefen durchs Moos hinüber zum Jakobsbad. Winters gibt es, mit gutem Abstand zur Bahnlinie, eine eigene Route, die nach touristischer Sitte mit Stangen in pink markiert ist.
Als wir unterweg waren, lag freilich praktisch kein Schnee, wir nahmen deshalb den Barfussweg. Die Schuhe behielten wir an. Freude bereitete uns das «Toobemuseum». Torbe ist Dialekt für Torf; und weil die Innerrhödler das R im Wortinnern nicht aussprechen, wird daraus Toobe. In der alten Scheune kann man Torfziegel in die Hand nehmen, sieht Werkzeuge, mit denen die braune Ware gestochen und transportiert wurde, liest auf einer Infotafel die Entstehungsgeschichte des Gontenmooses nach. Sie begann damit, dass sich vor 15 000 Jahren ein Seitenarm des Sittergletschers zurückzog.
Zweite Wanderung: Die längste Schlittelpiste der Ostschweiz
Der zweite Vorschlag braucht Schneeschuhe. Wir fahren mit dem Publicar-Rufbus vom Weissbad, einer Haltestelle der Appenzeller Bahnen, zum Restaurant Lehmen im Talschlitz Triberen. Der Weg führt zuerst zum romantischen Wallfahrts-Kapelleli Ahorn samt zugehöriger Wirtschaft. Hernach wird es wild, wir steigen auf durch den steilen Wald zur Wartegg und weiter zum Kronberg-Gipfel.
Dabei und auch im Folgenden – wir halten via Chammhalden zur Schwägalp hinüber – queren wir besagte Wildschutzone; diese Route ist offiziell freigegeben. Auf dem Kronberg, natürlich mit einer Wirtschaft ausgestattet, legen wir im Übrigen eine längere Pause ein, die Aussicht ist toll. Und wer schon genug gewandert ist, fährt mit der Seilbahn zum Jakobsbad nieder. Gerne würde ich empfehlen, stattdessen auf der längsten Schlittelpiste der Ostschweiz hinabzurodeln. Aber leider kann man Schlitten nur unten im Jakobsbad mieten, nicht auf dem Berg.
Dritte Wanderung: Vintage am Berg
Vorschlag Nummer drei beginnt in Gonten. Wir profitieren vom Strässchen hinauf nach Hütten und zur Chlepfhütte, winters ist das recht romantisch. Nahe der Chlepfhütte erreichen wir besagte Schlittelpiste und den parallel zu ihr laufenden Winterwanderweg vom Jakobsbad via Ros und Scheidegg zum Kronberg. Wir folgen ihm bis zur Scheidegg, einer Wirtschaft mit kunstvoll verwitterter Schindelfassade, Vintage am Berg sozusagen.
Die Scheidegg ist eine meiner Lieblingswirtschaften im Alpstein. Kürzlich, bei schlechtem Wetter – Nebel, kaum Schnee -, waren wir allein in der Gaststube. Wir assen eine vorzügliche Siedwurst und waren auch angetan vom Hauskaffee mit würzig-scharfem Schnaps und viel Nidel. Hernach stiegen wir via Kaubad und Eischen nach Appenzell ab.
So. Es gäbe am Kronberg noch weitere Routen und Empfehlungen, doch lassen wir es bei diesen dreien. Ich wünsche viel Spass mit dem Appenzeller Multifunktionshoger.
Tour eins: Gontenbad (Bahnhaltestelle) – Jakobsbad (Bahnhaltestelle). 1 1/4 Stunden, kaum Höhendifferenz. Gut kombinierbar mit Besichtigungstour und Shopping in Appenzell oder Urnäsch. Und mit einer Seilbahnfahrt auf den Kronberg samt Schlittenabfahrt (Schlitten mietet man im Jakobsbad bei der Seilbahn-Talstation). – Eine schöne Flachtour zum Durchatmen.
Tour zwei mit Schneeschuhen: Erster Teil: Lehmen – Ahorn – Wartegg – Kronberg. Knapp 3 Stunden, 740 m auf, 60 ab. Zweiter Teil: Kronberg – Chammhalden – Schwägalp. 2 Stunden, 150 m auf, 440 ab. – Anstrengende Route mit steilen Partien. Lohnt sich bei gutem Wetter, sehr aussichtsreich.
Tour drei: Gonten – Hütten – Chlepfhütte – Scheidegg – Kaubad – Eischen – Appenzell. Bei viel Schnee braucht es für den Abstieg Schneeschuhe. 3 1/2 Stunden, 490 m auf, 610 ab. Einkehr: wwww.scheidegg-ai.ch. Weitere Restaurants: Kaubad und Eischen (gehobenes Niveau). – Ziemlich strenge Route mit Charakterbeiz Scheidegg in der Mitte.
Routenpläne und Information: www.kronberg.ch
Wildschutz-Karte: www.respektiere-deine-grenzen.ch – Am Kronberg gibt es eine Wildschutzzone, die zu respektieren ist. Die Schneeschuhroute führt hindurch, ist aber offiziell freigegeben.
Wanderkarte: 227T «Appenzell» 1: 50 000.
Kinder: Tour eins problemlos, Tour zwei anstrengend, Tour drei mittelstreng.
Hund: Keine Probleme. Im Wald anleinen!
Privater Blog: widmerwandertweiter.blogspot.com








Natascha Knecht ist Journalistin und Outdoor-Sportlerin. Aufgewachsen im östlichen Berner Oberland, dem Mekka für Kletterer und Alpinisten, lebt sie seit über zehn Jahren in Zürich. Im Outdoor-Blog betreut sie die Ressorts
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
Pia Wertheimer ist Journalistin und Marathonläuferin. Letztes Jahr hat sie über ihre Vorbereitungen für den
Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
Anette Michel ist Umweltnaturwissenschaftlerin und im Bereich Energieeffizienz tätig. Daneben hat sie mehrere Jahre als Velokurierin gearbeitet und dabei ihre Leidenschaft fürs Fahrrad entdeckt. Sie fährt seit fünf Jahren in ihrer Freizeit Rennvelo. Sie schreibt im Ressort 















































Mir gefällt der Name ihres privaten Blogs
Kann jemand folgende Fragen beantworten ?
Können Schneeschuhe gemietet werden ,zum Beipiel für ein Tag ?
Wenn JA…bei wem ?
Ist tel.Reservierung ratsam ?
Danke für eine mögliche Beantwortung!
Vielen Dank, Herr Moser! Herr Estermann (oder Frau Estermann), Zitat von der Homepage der Kronbergahn: “Die Ausrüstung für Schneeschuh-Wanderungen sowie Schlitten gibt’s an der Talstation zu mieten.” Also im Jakobsbad. Ich würde trotzdem vorsichtshalber vorher dort anrufen, wenn Sie etwas planen: 071 794 12 89. Freundliche Grüsse, TW.