Ein Gastblog von Yvonne Birker.

Muss eine Bikerin auch eine Mechanikerin sein? Im Bild: Eine Fahrradmechanikerin säubert ein Fahrrad. (Foto: Keystone/Ennio Leanza)
Eigentlich kann das ja gar nicht so komplex sein – und doch. Auf dem Bike erlebe ich viele Stunden Freude in freier Natur. Wenn da bloss eines nicht wäre: das «Mechen». Es gibt Jungs, die verziehen sich bestimmt proportional auf eine Stunde Fahren freiwillig zwei Stunden in den Keller, um an ihrem Göppel rumzuschrauben. Ich muss zugeben, dass ich mich ungern im dunklen Kellerloch aufhalte. Inzwischen habe ich gelernt, dass es sich beim Inbus nicht um Fahrzeit im öffentlichen Verkehrsmittel handelt und dass Scheibenbremsen keine Insekten am Fenster sind. Ich gebe mir auch wirklich Mühe, die Dinge zu lernen und zu verstehen. Trotzdem fehlt mir das Talent dafür offensichtlich. Ich habe einfach kein Händchen für die Mechanik!
Da erinnere ich mich beispielsweise an einen Tagesausflug, zum Glück schon einige Jahre her, nach Bellwald im Obergoms. Da gibt es eine wunderschöne DH-Strecke. Dieses Mal war ich alleine losgezogen. Bereits bei der ersten Fahrt merkte ich, dass etwas mit meiner Vorderbremse nicht stimmte. Es gelang mir aber partout nicht zu eruieren, wo das Problem lag. Also rufe ich meinen Telefon-Tech-Support in Person meines Bruders an. Leider konnte aber auch er per Ferndiagnose das Problem nicht lösen. So fuhr ich eben den ganzen Tag mit einer ziemlich seltsamen Vorderbremse. Am Abend, erhielt ich von meinem Bruder eine grosse Standpauke. Ich hatte es wohl beim Rausnehmen des Vorderrads für den Autotransport irgendwie geschafft, einen Bremsbelag in meiner Scheibenbremse zu verlieren und war den ganzen Tag mit nur einer Bremsbacke im Kolben gefahren. Bravo! Das passiert mir heute nicht mehr. Trotzdem befinde ich mich manchmal in der Situation, dass ich zwar merke, dass irgendetwas an meinem Bike nicht ist wie immer, aber wo genau das Problem liegt, bleibt mir verschlossen. Letzthin entpuppte sich mein vermeintlicher Achter im Vorderrad als ein zerbrochenes Kugellager im Steuersatz…
Mittlerweile kann ich vieles selber machen. Pneu wechseln, Bremsbeläge tauschen, Schaltkabel neu einziehen, Speichen anziehen oder Bremsen entlüften. Trotzdem stosse ich immer wieder an meine Grenzen und brauche eine helfende Hand. Was mich dann ärgert, ist, dass mir zwar viele Bikekollegen gerne helfen, dann aber denken: «Das arme Mädchen hat keine Ahnung.» Anstatt mir dann nur wie gebeten z. b. das Tretlager anzuziehen, verstellen Sie gleich noch die Einstellungen meines Dämpfers, den Winkel meiner Bremsen oder die Einbauhöhe meiner Gabel. Gut gemeint aber für mich trotzdem ärgerlich. Ich befinde mich also in einem Dilemma. DH-Biken und Mechen gehen Hand in Hand. Fazit: Wer sich seines Bikes nicht selber vollumfänglich annehmen kann, hat in dem Sport ein Problem. Auf teure Hilfe oder den Goodwill von Freunden angewiesen zu sein, macht keinen Spass. Ausserdem kommt bei der rasanten Abfahrt mit einem Gefährt mit losen Schrauben die Gefahr ins Spiel. Ich will unabhängig sein und dies ist mir nicht ganz möglich. Sollte ich mir ein anders Hobby suchen?
Wahrscheinlich beschäftigen sich Männer einfach grundsätzlich lieber mit Technik. Oft stehe ich staunend in der Gurtenbahn und lausche den Ausführungen anderer Biker. Von denen könnte manch einer mindestens einen eigenen Laden eröffnen. Jedes pikante Detail über die auf dem Markt erhältlichen Dämpfer und Federgabeln ist ihnen bekannt. Sie fachsimpeln sich Daten im Akkord um die Ohren und kennen alle möglichen bald verfügbaren 2013er- oder gar schon 2014er-Modelle. Wahrscheinlich haben sie stundenlang Kataloge studiert, Internetseiten verschlungen und in Foren diskutiert. Letztendlich geht es doch aber immer noch hauptsächlich ums Biken und das Material ist sekundär. Wirtschaftlich betrachtet ist dieser Materialwahnsinn der im Downhillsport stattfindet ja gut für die Industrie. Wenn der durchschnittliche Fahrer meint, er müsse unbedingt auf dem teuersten Karbon-Bike unterwegs sein, ist dies zwar Verhältnisblödsinn, doch wer sollte etwas dagegen haben, wenn die Person gut verdient und sich das leisten möchte?
Ein Tag im Gelände: Wie sieht es aus, helfen Sie der Lady mit Panne gerne mit der Pumpe aus, oder denken Sie, das Huhn hätte doch ruhig selber Ersatzteile und das nötigste Werkzeug mitführen können? Nervt Sie, dass ihre Freundin mit loser Vorderachse am Berg unterwegs ist? Schütteln Sie nur ungläubig den Kopf, oder versuchen Sie ihr das Einmaleins der Mechanik geduldig beizubringen? Sind Frauen genetisch bedingt die weniger guten Mechanikerinnen oder kommt es daher, dass es sie schlichtweg nicht interessiert, während Sie fast lieber Mech-Anleitungen durchstöbern, als wirklich fahren zu gehen?
Jahr für Jahr passiert mir das Selbe. Ich denke immer, dass wohl noch ein schöner Biketag bevorsteht. Darum gammelt das noch ungeputzte und vom Sommer ziemlich «abegruechte» Bike im Keller vor sich hin und gerät in Vergessenheit. Beim ersten Sonnenstrahl im Frühling merkt man mit Schrecken, dass das Bike nicht ready ist. Die Service-Wartezeiten beim Bikemech sind endlos und somit die ersten Frühlingstage im Eimer.
Wie überwintern Sie Ihr Bike? Oder fahren Sie auch im Winter? Vielleicht sogar Snowdownhill? Mein Bike ist gerade beim Mech und wird fit gemacht. Allerdings nicht für den Winterschlaf im Keller, sondern für den Sommer in Neuseeland.
Yvonne Birker ist seit 2003 aktive Bikesportlerin und DH Bike Spezialistin. Sie bietet über den Shop Citycycles (Bern und Zürich) die «Sister Rides» an, dies sind Bike Kurse für Frauen, im Gravity Bereich. Sponsoren: GIANT, FOX, ADIDASeyewear, Schwalbe, Citycycles.








Natascha Knecht ist Journalistin und Outdoor-Sportlerin. Aufgewachsen im östlichen Berner Oberland, dem Mekka für Kletterer und Alpinisten, lebt sie seit über zehn Jahren in Zürich. Im Outdoor-Blog betreut sie die Ressorts
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
Pia Wertheimer ist Journalistin und Marathonläuferin. Letztes Jahr hat sie über ihre Vorbereitungen für den
Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
Anette Michel ist Umweltnaturwissenschaftlerin und im Bereich Energieeffizienz tätig. Daneben hat sie mehrere Jahre als Velokurierin gearbeitet und dabei ihre Leidenschaft fürs Fahrrad entdeckt. Sie fährt seit fünf Jahren in ihrer Freizeit Rennvelo. Sie schreibt im Ressort 


















































Ich hasse Fahrrad flicken, DH wäre kein Sport für mich. wenn ich ne Panne habe geh ich immer zum Mech und wills flicken lassen, der will mir aber immer Ersatzteile verkaufen, damit ich es selber machen könne. Hey, wenn ich Bock hätte auf Schrauben würde ich meine Ersatzteile woanders kaufen. Anders bei meiner Frau, da kommt er nie auf die Idee, da flickt er einfach. Nur kommt sie häufig selbst auf die Idee, beginnt und ich darfs dann fertig machen. Grmpf. Ja ich kann schrauben, aber ich möchte mir gerne den Luxus können, es nicht zu machen, bin ja kein DHler.
Es liegt in der Natur der Männer und Frauen, dass sich Männer mehr für Technik interessieren als Frauen.
hmmm, dafür kann sie vielleicht gut kochen….
Genau! Und…
Alle haben ihre anderen Qualitäten. Auch die Sozis werden es in ein paar 10’000 Jahren akzeptieren.
Nun Herr Moser, sie bleiben uns dann noch den Beweis schuldig, wo auf dem Y-Chromosom denn die Technikbegeisterung abgespeichert ist. Solange sie diesen nicht erbracht haben, kann man ihren Beitrag ruhig als unaufgeklärtes, hinterwäldlerisches Stammtisch-Geplapper abtun. Auf ihre Antowort kann man wohl jetzt auch 10’000 Jahre warten… Habe die Ehre!
Hallo Mad Matt
Frauen und Männer sind anders.
Die meisten Köche sind Männer…
Nein Frau Birker. Weder ein Biker noch eine Bikerin müssen ihre Rennbüchse selber flicken können. Aber es ist gut, je mehr man selbst machen kann.
Und Frauen und Männer sind anders. Deshalb ist es normal, dass sich Männer eher dafür interessieren, ihr Velo selbst wieder instand zu stellen, als Frauen.
Und wenn Sie ihr Bike in den nächsten Tagen zum Mech bringen, ist es im Frühling 1a.
Mit dem MTB fahre ich nicht im Schnee. Im Winter joggen, Rennvelo oder MTB auf trockener Strasse.
Ich denke hier wird etwas gar übertrieben. Die wenigsten (ambitionierten) Biker sind wirkliche Mechanikprofis. Die meisten (wie ich) können gerade die Sachen erledigen, die die Autorin aufzählt, und dann geht man dann halt zum Mech oder nimmt sich die Zeit, die manchmal etwas benutzerunfreundlichen Handbücher zu lesen, oder ein lustiges Erklärvideo auf Youtube zu schauen. Ich jedenfalls brauchte neben den aufgezählten Dingen noch nie etwas anderes zu machen, vielleicht liegt es daran, dass mein neues Bike erst 2 Jahre alt ist. Und wenn die Federgabel in der Mitte durchbricht, muss man sie in Gottes Namen halt an den Hersteller senden oder gleich auf die Schrottsammlung.
Punkto Frauen: Ich denke hier verhält es sich analog zur relativ kleinen Anzahl von Frauen im Bikesport, generell. Wenn 20% aller Männer ihr Bike wirklich komplett auseinanderschrauben können, und man annimmt, bei Frauen sei diese Quote gleich hoch, dann sind es schlussendlich halt schon weniger Frauen, wenn nur 20% aller BikerInnen und Biker Frauen sind. Alles unklar?
Ich bike sehr viel und das ganze Jahr; Sommer wie Winter. Und ich hasse es am Bike herumzuschrauben. Die Basics wie Pneuwechsel, Kette ersetzen, Bremsbeläge wechseln mache ich selber. Für alles andere gibt es Fachleute. Zweimal im Jahr geht
das Bike in den Service und that’s it. Mit dieser Methode bin ich bis jetzt sehr gut gefahren (5000-6000 km im Jahr). Wichtig ist auch am Bike nur Teile zu verbauen die sich bewährt haben, unkaputtbare Felgen und Naben, gute Schaltgruppe und keine Bonsai-Bremsen. Dämpfer mindestens alle 2-Jahre in den Service geben und halt ab und zu ein Verschleissteil auswechseln lassen (Lager, Kettenblätter etc.) Diese Methode steht und fällt mit einem sehr guten und vertrauenswürdigen Velomech.
Der Lead des Artikes wiederspricht sich gleich selbst. Denn wer keine Lust hat etwas zu machen entwickelt auch kein Talent dafür. Talent ist und war nie etwas das man einfach so hat. Was man hat ist eben das Interesse und damit die Lust für etwas und daraus entwickelt sich dann das Talent.
Die meisten Frauen interessieren sich halt – leider! – überhaupt nicht für Technik, auch wenn sie durchaus Talent dafür hätten. Ich erinnere mich an eine Klassenkollegin, die brillant in Mathematik war (unendlich besser als ich), aber in den Tagen nach der Matur im Schulhausgang vor den Augen ihres Freundes mit großem Pathos ihren wissenschaftlichen Taschenrechner durch Herunterwerfen und darauf Herumtrampeln zerstörte. Für die meisten jungen Männer wäre es undenkbar, freiwillig so etwas Wertvolles und Interessantes wie den eigenen Taschenrechner kaputtzumachen. Sorry, Frauen, aber da unsere heutige Gesellschaft und Wirtschaft extrem technikorientiert und von Technik abhängig ist, werden die von Natur aus technikinteressierteren Männer darin auch in Zukunft dominierend bleiben.
Vielleicht bekommen Sie es ja noch heraus: Vielleicht hat die junge Dame fünf Jahre später geheiratet. Dann hatte sie recht: Ein Baby ist tausendmal interessanter als der beste hp-Taschenrechner! Das verstehen Männer meist erst viel später, kann sich bei einer jungen Frau aber viel stärker aufdrängen. Das sind dann nicht die Frauen, die fertig studieren, dafür müssen sie dann den Partner finden, der halt auch technisch drauf ist. Das wechselt die Lebensperspektive grundlegend.
Ach, Vorherrschaft? Sie ist diejenige, die ihm am Morgen die Kravatte aussucht und ihn für seine Leistung im Betrieb lobt. Beim Empfang des Chefs vermittelt sie den Eindruck, dass ihr Mann seriös und strebam ist und …. eigenltich bevördert werden sollte. Notfalls auch mit einem etwas eindeutigeren Wimpernschlag!
That’s High-Tec of the other Art!!
Ich schraube gerne an Bikes rum. Spätestens nach einer halben Stunde Gangschaltung einstellen verliere ich jedoch die Nerven. Und trotzdem mache ich so viel wie möglich selbst. Dies quasi gezwungenermassen, denn zu oft wurde ich von Profi-Mechs enttäuscht und hatte es satt für jeden Defekt einen neuen Mech suchen zu müssen. Das gesparte Geld konnte ich in Werkzeuge investieren (bestimmt über 1000 chf) und kann nun theoretisch nun ein Bike von Grund auf aufbauen. Nur das Einspeichen überlasse ich noch den sogenannten Profis.
Im Winter benutze ich einen Schutz-Spray für die unbeweglichen Teile und trockne das Bike nach Gebrauch grob ab. Vor allem Streusalz kann dem Bike ziemlich zusetzen.
“Letzthin entpuppte sich mein vermeintlicher Achter im Vorderrad als ein zerbrochenes Kugellager im Steuersatz”
Danke für den Tipp, mein Eingänger hat einen Achter obwohl ich gerade die Reifen und Pneus gewechselt habe, vielleicht liegt es am Kugellager.
Das Problem des Veloflickens ist nicht die fehlende Lust als vielmehr die Angst, es einfach nicht zu können. Ich habe fest vor, mir die wichtigsten Dinge von meinem Velomech zeigen zu lassen. Was tu ich denn, wenn ich alleine unterwegs bin? Einem männlichen Wesen telefonieren? Was, wenn ich irgendwo auf einem Pass oben bin??? Was, wenn ich irgendwo in Südamerika bin und mit einem Platten 5 Stunden ins nächste Dorf gehen muss??? Ich bin sicher: Es gibt velotechnisch eben so viele männliche wie weibliche Nieten. Drum bleibt nur eins: Lernen und zupacken
Man stellt sich vor, ein Mann hätte den Blogbeitrag “Männer sind besser im Haushalt, wollen aber nicht” veröffentlicht. Was für ein Aufschrei in der Frauenwelt. Wie lange muss es dauern, bis auch der Tagi merkt, dass solche Gender-Diskussionen zu nichts führen.
+1
…weil sie’s nicht können – frauen haben andere fähigkeiten, oder so.
Halte schon lange nicht mehr wenn das Bike einer Frau einen Platten oder die Kette verklemmt ist, mache mir doch nicht schmutzige Hände, nur weil Frau keine Interesse hat!
Das nenn ich mal Gentlemanlike!!!
Gleichberechtigung aber keine Militärpflicht und keinen Militärpflichtersatz zahlen => Selber flicken oder dem Freund anrufen.
hallo mitenand
danke für den interessanten beitrag.
es ist doch klar, jeder mensch hat andere fähigkeiten, und der fachmann soll es richten, bei technischen schwierigeren
arbeiten. aber ein biker solte die einfachen arbeiten oder reparaturen selber ausführen können.
ich wünsche allen viel spass beim biken.
gruss von
raphael wellig http://www.raphaelwellig.ch
Dieser Blog koennte auch von mir sein. Schoen zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, die einfach ‘nur’ fahren will!
wir brauchen eine frauenquote beim biken und beim mechen.
im gesetz festgeschrieben.
nur so schaffen wir die finale geschlechtergleichstellung.
Viele Männer mechen gerne an ihrem Hightechbike rum (oder Compi etc.). Wenn es dann aber um die x-te Panne beim Velo der Kinder geht, idt es halt nicht mehr so geil. Ich kenne kaum mehr eine Frau, die die wirklich wichtigen technischen Sachen (Möbel zusammenschrauben, Abflüsse durchgängig machen etc.) nicht selber macht. Das andere sind Heldengeschichten aus einer anderen Welt…
Wenn eine Frau eine Panne mit dem Velo hat, muss der Mann seine Hilfe anbieten, ist doch klar. Das ist Ehrensache. Ganz besonders wenn sie hübsch ist. “Die Aufgabe eines Mannes ist es, die Frauen zu verteidigen, zu schützen, ihnen zu helfen, sie zu trösten und zu stärken, so wahr er ein ehrbarer Mann ist”, ich glaub das ist Jeremia 5,8
Nur weil es in der Bibel steht, muss es nicht heissen, dass es richtig ist.
Technik ist eigentlich nur das Hilfsmittel zur vermehrten Individualität. Wenn ich da hin will, wo nicht jeder vorbei kommt, dann brauche ich ein Hilfsmittel, mit dem ich da hin komme und das ich auch reparieren kann, wenn etwas klemmt, um dann später von dort auch wieder weg zu kommen. Veloflicken? Auf irgendeinem Bahnhof habe ich früher das Kugellager des Vorderrades demontiert, da das blöde Ding sich halt einfach nur noch mühsam drehen wollte. Für einen Platten brauchte ich zehn Minuten, dang ging es schon weiter. Das Werkzeug hatte ich halt dabei, die schwarzen Finger konnte man sich am nächsten Bahnhofs-WC wieder waschen. Des gleichen im Wald: Entweder Massenschlange, oder man kann halt Kompass und Karte lesen. Man lernt es von alleine, denn vorher kommt man nicht nach Hause…
Man spart auch eine Menge Geld, wenn nicht für alles ein Fachmann nötig ist oder man es halt wieder neu kaufen muss.
Wer dort hin will, wo noch nicht alles flach getrampelt ist, der oder die muss etwas lernen, …. oder man ist ständig auf jemanden angewiesen.
Ich bin technisch (trotz nachweislich vorhandenen männlichen Geschlechtsorganen) eigentlich auch ziemlich unbegabt und hab irgendwann einfach selber angefangen zu schrauben, weil ich keine Lust hatte, wegen jedem Mist immer zum Mech zu rennen und/oder bei jemandem aus dem Bekanntenkreis um Hilfe zu schreien. Und es liegt nunmal in der Natur des Bikesports, dass ständig irgendwas kaputtgeht. Mittlerweile kann ich das meiste selber, und wenn irgendwas Neues ansteht, dann versuch ich mich erstmal selber schlau zu machen und geh nur zum Mech, wenn ich’s wirklich nicht selber hinkriege. So lernt man halt mit der Zeit dazu. Und es ist auch einfach ein gutes Gefühl, das Material, das man unter dem Füdli hat, besser zu kennen.
Da fällt mir ein Spruch ein, wer viel kann, der tut viel……
Ich mache kleinere Reparaturen am Bike selbst und Technik hat mich schon als Kind fasziniert.
Im übrigen bringen diese Gender-Diskussionen nichts.
Jeder macht, wofür er Lust hat. Mein Mann ist passionierter Biker und er haßt die Schrauberei. Ich schraube mehr als er.
Fahre Fahrrad seit ich laufen kann (44 Jahre) und habe sie immer selbst geflickt. Bin halt ein schraube und Mech. Mein jetziges MB habe ich vor 20 Jahre in den USA gekauft und fahre es immer noch täglich. Ich habe alles mehrere Male ausgetauscht, nur der Alu Rahmen ist noch original. Für mich ist Fahrrad reinigen und flicken (auch die Velos meiner zwei Mädchen) entspannend, kann es machen wann ich will (stressfrei), lerne immer was dabei, bin Stolz wenn ich es wieder mal geschafft habe und die Gänge schön durchlaufen. Dabei höre ich meine Lieblings Musik in der Werkstatt und freue mich im Internet die neuen Teile zu bestellen. Ist wie Weihnachten wenn sie ankommen und auch noch passen
….
Dachte mir dass es nach den vielen “nicht-Schrauber” Kommentaren auch noch jemanden geben muss der gerne seine MBs in Schwung hält….Bleibt mir alle auf dem Sattel Lol…