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Wenn das keine schönen Beine gibt

Outdoor-Redaktion am Dienstag den 4. Dezember 2012

Ein Blog von Siri Schubert*

Strampeln unter Wasser: Der Widerstand macht das Workout erst recht spannend. (Bild: Aqua Kinetics)

Strampeln unter Wasser: Der Widerstand macht das Workout erst recht spannend. (Bild: Aqua Kinetics)

Es scheint fast unausweichlich. Als ich auf der Wüsteninsel Fuerteventura mit einem Freund eine Mountainbiketour machte, brach ein so heftiger Regenguss über uns herein, dass sich die Schotterstrasse vor uns in einen reissenden Wildbach verwandelte. Überquerung unmöglich. Am nächsten Morgen, beim Joggen zum Sonnenaufgang hatte ich zwar ein wunderschönes Panorama auf der Ostseite, aber von Westen kamen schwarze Wolken und mit ihnen gleich der Regen. Belohnt wurde ich mit einem schillernden Regenbogen. Doch das Fazit bleibt: Fast alles, was ich mache, wird unweigerlich zum Wassersport. Das ist auch gut so, denn für mich fängt der Spass oft erst an, wenn ich im oder auf dem Wasser bin.

So wie dieser Jogger wurde auch ich beim Joggen im Regen mit einem Regenbogen belohnt. (Bild: Stephen Murphy)

So wie dieser Jogger wurde auch ich beim Joggen im Regen mit einem Regenbogen belohnt. (Bild: Stephen Murphy)

Zumindest, wenn es draussen warm ist. Im Winter trainiere ich zwar auch auf dem Wasser, doch kalte Finger und angefrorene Zehen mindern den Spass schon ein wenig. Und auf das stechende Gefühl, wenn unter der Dusche das Blut dann in die Zehen zurück fliesst, könnte ich genau genommen auch verzichten. Deshalb suche ich im Winter immer wieder nach Alternativen, da es ja im Wintertraining auch darum geht, die Grundlagenausdauer zu verbessern und ein wenig Abwechslung ins die Routine zu bringen. Klar, dass mein Blick bei einem Plakat für Aqua Kinetics im Schwimmbad sofort verharrte. Eine Spinning Class im Wasser. Toll. Das musste ich natürlich ausprobieren.

Das Bike-Workout geht in die Arme

Am Freitagabend tauchte ich dann im Badeanzug und Cycling Shorts beim ersten Probetraining auf, die teils belustigten, teils skeptischen Blicke der Schwimmer und Taucher, die das Treiben vom benachbarten Becken aus beobachteten, ignorierte ich glatt. Das Rad, das aussah, wie ein Spinning Bike im Fitnessstudio, wurde von Trainerin Ornella Pokarn auf meine Körpergrösse eingestellt und im Nichtschwimmerbecken versenkt. Nachdem die Trainingsgruppe von sechs Leuten komplett war – einige hatten wegen Krankheit oder Familienfeiern absagt –, ging es los. Aus der Stereoanlage tönten schnelle Rhythmen und Ornella ermutigte uns, flott und heftig in die Pedale zu treten. Vorwärts, rückwärts, aus dem Sattel, in den Sattel, hoch, tief – es ging sofort zur Sache.

Aquacycling: Die Massage durch den Wasserwiderstand ist sehr angenehm. (Bild: PD)

Aquacycling: Die Massage durch den Wasserwiderstand ist sehr angenehm. (Bild: PD)

Allerdings nicht, bevor wir alle mit widerstandserhöhenden Neoprenhandschuhen ausgestattet worden waren. Und hier begann der für mich überraschende Teil. Ich hatte mich auf ein Bike-Workout eingestellt, bei dem hauptsächlich die Beine arbeiten. Doch dank der Handschuhe wurde es zu einem Ganzkörper-Workout, bei dem die Arme abwechselnd vorwärts, rückwärts, in Achterschleifen und Kreisen durchs Wasser gezogen wurden, während die Beine unter Wasser kräftig in die Pedale traten. Durch Oberkörperdrehungen, gegensätzliche Bewegungen mit den Armen, Vorwärts- und Rückwärtstreten und schnelle Wechsel zwischen den Bewegungsabfolgen wurde auch die Koordination gefordert. Natürlich kann der Widerstand der Aqua-Bikes individuell eingestellt werden und auch bei der Intensität hat jeder die Wahl, wie stark er sich verausgaben möchte.

Das Schwitzen unter Wasser steckt an

Ich jedenfalls kam ganz schön ins Schwitzen, obwohl fast mein ganzer Körper im Wasser war, das mit 29 Grad für meinen Geschmack allerdings auch deutlich zu warm war. Die Schwimmbadluft störte mich dagegen nicht, auch wenn ich normalerweise Sport in der Natur bevorzuge. Nach der ersten halben Stunde, in der die Trainerin immer wieder dazu aufrief, das Tempo zu halten oder noch kräftiger zu kurbeln, dachte ich mir: «Wenn das keine schönen Beine gibt…», schliesslich war die Massage durch den Wasserwiderstand sehr angenehm und ich stelle mir vor, dass dieses gelenkschonende Training auch für die Ausdauer und Fitness ganz schön etwas bringt. Und Spass machte es mir auf jeden Fall – und zwar so viel, dass ich gleich noch eine Stunde dranhängte.

Eins ist klar, wenn ich draussen trainieren kann, mache ich es, auch wenn es regnet, schneit oder schnell dunkel wird, kein Problem. Doch als Ergänzung im Winter probiere ich gerne etwas Neues aus, und sei es Fahrradfahren im Wasser. Gute Laune schaffts auf jeden Fall. Und meine Zehen und Finger freuen sich auch, wenn sie nach dem Training einmal nicht steif gefroren sind. Und Sie? Was machen Sie, um in den Wintermonaten fit zu bleiben und die kalten dunklen Monate mit guter Kondition zu überstehen?

*Siri Schubert ist Journalistin, Medienberaterin und begeisterte Wassersportlerin. Nach mehr als 10 Jahren in den USA, die meiste Zeit davon in Kalifornien, lebt sie jetzt in Basel.

22 Kommentare zu „Wenn das keine schönen Beine gibt“

  1. Hallo Aquacycling Freunde!
    Unter http://www.aqua-kinetics.de gibt’s jede Menge Informationen zum Thema!
    Viel Spaß & Keeper splashing

  2. Philipp Rittermann sagt:

    strampeln im wasser….was kommt als nächstes – ah ja, ich weiss, wir fluten die radrennbahn in oerlikon und dann können die velöler unter wasser im kreis rumfahren…..irgendwie lustig.

  3. S. Rösch sagt:

    Der Artikel hat mir gefallen, nur fehlt mir noch die Angabe, wo man dies ausprobieren kann. Besten Dank. S. Rösch

  4. Bernhard Vonallmen sagt:

    Chlorgeschwängerte Luft einatmen…. wer will das?

  5. Ich bin auch anti CHlor das geht auf dauer nicht gut

  6. Dani sagt:

    Ich schwimme lieber als auf dem Velo zu strampeln. Beim Schwimmen brauche ich auch mehr Muskelbereiche.

  7. urs bilger sagt:

    Was machen Sie, um in den Wintermonaten fit zu bleiben und die kalten dunklen Monate mit guter Kondition zu überstehen?

    ich hab hier die einfache variante gewählt. lebe seit letztem jahr nicht mer in der schweiz , hab ein grosses grundstück und 4 hunde, mit denen ich täglich rumtolle. die ganze komibination hält mich schön auf trab :)

  8. Maria Zanger sagt:

    Das Wasser wird in den Schwimmbädern nicht mehr nur mit Chlor, sondern mit Aktiv-Sauerstoff aufbereitet. Von den Aquafit-Übungen kriegt man auch schöne Beine – ohne ständig einen Kurs zu besuchen. Anstatt gegen eine Maschine anzutreten bevorzuge ich die eigene Muskeln wie beim Pilates.

  9. Der größte Vorteil beim “Turnen” im Wasser ist der gegenüber dem an Land, das Milieu Wassers an sich.
    Es entlastet durch den Auftrieb Gelenke und bietet durch den hydrostatischen Druck einen vermehrten venösen Rückstrom. Dadurch wird das Schlagvolumen um ca. 60% erhöht und die Herzfrequenz und der arterielle Blutdruck nehmen ab.
    Der thermoregulatorische Effekt des Wassers ist ebenfalls ein Vorteil beim Training im Wasser.
    Bei analoger Belastung Land v/s Wasser wurde ein ca. 18% niedriger Laktatwert ermittelt.

    Es soll und wird nichts an Land und der freien NAtur ersetzen, aber schafft für viele Menschen eine echte Alternative sich überhaupt nahezu schwerelos zu bewegen – und das mit reproduzierbarer Leistung.

  10. Luise sagt:

    Schwimmen und Hometrainer mit TV und wenns nicht zu kalt ist Joggen und bald Schneeschuhlaufen. Damit komme ich ganz gut durch den Winter und fange auf dem Velo nicht bei Null an im Frühling.

  11. julian sagt:

    Eine bessere Möglichkeit um fit zu bleiben:

    und man verdient auch noch was dabei. effektives Ganz Körper Workout!

    http://bazonline.ch/digital/wild-wide-web/Harassenverteilen-im-Hoechsttempo/story/17803514

    Herr Rittermann darf dann auch der Typ sein der den Gabelstabler bedient.

  12. Laura sagt:

    Gute Idee, heute noch stell ich meinen Hometrainer in den Pool.
    Die eher kühle Wassertemperatur werde ich durch Schwitzen anheben, ,-).

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