
Normale Biker würden nach einem solchen Sturz nicht so schnell wieder aufstehen: Crash von Gareth Buehler am Red Bull Rampage 2010. (Foto: Red Bull)
«Als Schadenfreude wird die Freude über das Missgeschick oder Unglück anderer bezeichnet. Sie kann versteckt als heimliche Schadenfreude empfunden werden oder sich als offene Schadenfreude (Hohn, Spott, Ironie, Häme, Sarkasmus) zeigen.» So jedenfalls ist es in der Online-Enzyklopädie Wikipedia nachzulesen. Aus Erfahrung wissen wir auch: Lustig ist es nur dann, wenn es den anderen passiert. Das stimmt natürlich auch für die kleineren und grösseren Missgeschicke, die einem beim Mountainbiken passieren können: ein unter Druck und mit ohrenbetäubendem Knall zerberstender Schlauch; die ausgetrocknete Leimtube, die verhindert, dass man den defekten Schlauch reparieren kann; der Wanderstock eines intoleranten Zeitgenossen in den Speichen des Vorderrads; ein bedingt eleganter Abflug über den Lenker; eine geplatzte Hosen-Naht an komprommitierender Stelle; die Schlammpackung mitten im Gesicht oder die Blähungen im denkbar ungünstigsten Moment.
Die Liste potenzieller Missgeschicke ist lang und sicher könnte jeder sie um mindestens einen Punkt erweitern. Lustig ist es natürlich nur dann, wenn dabei nichts schlimmes passiert. Jedenfalls den Akteuren selber, denn mit materiellen Verlusten ist beim Mountainbiken immer zu rechnen. Allerdings ist es doch eher ungünstig, wenn dabei gleich das ganze Mountainbike von den Stromschnellen eines Flusses der Kategorie 5 verschluckt wird:
Mit etwas mehr Glück, kann man den Totalschaden vermeiden und wenigstens die Einzelteile seines Mountainbikes wieder heim nehmen. Diesbezüglich dürfte der Extrem-Mountainbiker Josh Bender über einige Erfahrung verfügen. Seine Charakterzug, nie aufzugeben und nach missglückten Versuchen denselben Sprung immer wieder in Angriff zu nehmen, stellt nicht nur seinen Körper, sondern auch die Ausrüstung vor eine harte Belastungsprobe:
Bei ihm verhält es sich wie bei den «modernen Gladiatoren» der Red Bull Rampage. Wenn sie ihre Sprünge nicht sauber landen, stockt dem Zuschauer erst mal der Atem. An Lachen ist gar nicht zu denken. Glücklicherweise stehen die meisten dieser durchtrainierten Athleten wieder auf und fahren weiter. Für jeden «Normalbiker» käme das einem Nahtod-Erlebnis gleich.
Und wie war das nochmals: «Pain is temporary – glory lasts forever»? Schmerz ist nicht von Dauer, der Ruhm hingegen schon. Eine Quetschung, eine Schürfwunde oder ein gebrochener Zahn ist schnell vergessen und gehört zum kalkulierten Risiko, wenn man seine persönlichen «5 minutes of fame» inszeniert. Ein bisschen Schadenfreude sei deshalb erlaubt, wenn der Sprung einmal zu kurz gerät:
Diesbezüglich erweisen sich insbesondere die Trial-Fahrer als besonders dankbare Objekte zur Fremdbelustigung. Ein missglückter Trick endet selten im Spital, sehr oft jedoch im Gelächter der anderen. Dazu gibt es im Internet ganze Kompilationen mit vermeintlich besonders witzigen Stürzen:
Mitleid ist allerdings nur dann angebracht, wenn die Schmerzen zwar kalkuliertes Risiko, nicht aber das erklärte Ziel der Aktion sind. In diesem Fall jedenfalls ist jedoch bestenfalls Mitleid zu erwarten – Mitleid für jemanden, der ganz offensichtlich an einem Aufmerksamkeits-Syndrom leidet:
Welche Missgeschicke sind ihnen schon unterlaufen beim Mountainbiken? Über welche Missgeschicke anderer können sie besonders herzhaft lachen? Und wo sehen Sie persönlich die Grenzen?








Natascha Knecht ist Journalistin und Outdoor-Sportlerin. Aufgewachsen im östlichen Berner Oberland, dem Mekka für Kletterer und Alpinisten, lebt sie seit über zehn Jahren in Zürich. Im Outdoor-Blog betreut sie die Ressorts
Thomas Widmer ist studierter Islamwissenschaftler und Arabist. Nach einem Intermezzo als IKRK-Kriegsdolmetscher wurde er Journalist. Widmer hat mehrere Bücher zum Thema Wandern verfasst. Im Outdoorblog lesen Sie Thomas Widmer im Ressort
Pia Wertheimer ist Journalistin und Marathonläuferin. Letztes Jahr hat sie über ihre Vorbereitungen für den
Jürg Buschor sitzt seit 1986 im Mountainbikesattel. Er hat für das «Schweizer Bike Magazin» geschrieben und später die beiden Fahrrad-Titel «Move» und «Move News» mitverantwortet. Er ist heute Verleger der Zeitschrift
Anette Michel ist Umweltnaturwissenschaftlerin und im Bereich Energieeffizienz tätig. Daneben hat sie mehrere Jahre als Velokurierin gearbeitet und dabei ihre Leidenschaft fürs Fahrrad entdeckt. Sie fährt seit fünf Jahren in ihrer Freizeit Rennvelo. Sie schreibt im Ressort 






















































frage 1) keine, ich fahre ja auch nicht velo.
frage 2) wenn sie auf die schnauze fallen, (aber ohne sich zu verletzen – da hört bei mir die (schaden-)freude auf).
frage 3) ich sehe die grenze dort, wo der gesunde respekt der angst weicht.
Ganz Ihrer Meinung!
Sie haben noch keinen Sturz mit dem Ergometer gehabt?
herr moser sie machen mir angst.
Ich war mal mit einem Kollegen biken. Während der ganzen Fahrt erzählt er mir vom ‘geilsten’ Weg des ganzen Pfannenstiels. Als wir dort ankommen, sagt er mir: “Jetzt zeig ich dir, wie das der Meister macht”. Er fährt los, bei der ersten Kurve verbremst er sich irgendwie und fliegt über das Vorderrad gegen einen Baum.. Ich stehe geschockt oben und schaue zu. Als er dann fluchend und (bis auf ein paar Kratzer) unversehrt aufsteht, liege ich am Boden, und zwar lachend…
Bis heute nenne ich diesen Kollegen nur noch Meister… Herrlich!
Diese Videos sind völlig daneben! Erstens lassen Sie den Betrachter abstumpfen und zweitens ist die Schadenfreude eben überhaupt nicht die schönste Freude. Das “Sprichwort” ist daneben. Wie man auf sowas kommt verstehe ich nicht. Die schönsten Freuden sind alle Anderen als diejenigen, die auf Leiden gründen. Und NEIN, es ist nicht ein genetisch bedingter Aspekt, Freude am Leid Anderer zu haben! Das ist antrainiert, unter anderem mit solchen Videos. Schade das die Medien auf sowas setzen.
Hans Huber, ich teile ganz und gar Ihre Meinung!
Wenn ich solche Videos sehe, kann ich mich auch nur wundern, was da für Sport getrieben wird. Da sind doch spektakuläre Unfälle irgendwie programmiert – wer kann daran Freude haben?
Wie einige andere Kommentatoren finde ich es höchst bedenklich, wenn man diesen Videos auch nur eine Unze Freude abgewinnen kann.
Wenn man für seine Mitmenschen nicht als Vorbild dienen kann, so kann man wenigstens als Warnung versuchen. Oder eben, als Spassvogel.
Diese Leute machen es freiwillig. Es wäre schade, wenn jemand auf die Schnauze fliegt, keine ernsthaften Verletzungen abbekommt und wir dürften darüber nicht lachen. Sein ganzes Talent als Trial-Biker wäre dann verschwendet.
Warum immer todernst sein?
Woher wissen Sie denn, dass keine der Personen im Video ernsthafte Verletzungen davongetragen hat?
Das geht aus dem Blogbeitrag hervor. Nur die seltensten Stürze sind schlimm.
Das tut schon beim Zusehen weh.
der typ im letzten video, der volle kanne und sehenden auges gegen die tafel fährt – kein bisschen lustig, in ihren augen?
…dieses Strassenschild ist allerdings auch nicht hart wie eine Stahlplatte, sondern es ist aus flexiblem Blech. Mit etwas Übung schafft man das relativ schmerzlos.
Schade!
Der Bikesport hat wesentlich mehr zu bieten als solche Vids für all jene, die sich in ihrer ablehnenden Art dadurch noch mehr bestätigt fühlen. Die gefühlten Impressionen mit den Wanderen werden es auf dem nächsten Trail zeigen.
Für solche IDIOTEN empfinde ich gar kein Mitleid:-)))
Ich finde diese Vid`s nicht zum Lachen. Liegt vielleicht daran, dass ich zu oft dabei war als sich einer meiner DH-Kumpels so abgeschossen hat, dass er ins Spital musste.
Für mich ist dies auch der Grund weshalb ich den Sport aufgegeben habe.
War ja klar dass das so rauskommt! Hab gar nicht gewusst, dass der Blog auch von nicht-Bikern gelesen wird. Unfälle gibt es überall. Schadenfreude ist menschlich. Die Jungs und Mädels tun es freiwillig. Also warum so ernst? Ich glaubs nicht!
Ich finde diese Filme sehr lustig und ich kann sehr gut darüber lachen. Jeder macht es freiwillig und indem sie filmen wollen sie ja dass es gesehen wird, also können wir auch lachen!
Ich habe auch schon Sachen gemacht welche hätten blöd enden können, aber dies war zu einer Zeit ohne filmen und Smartphone. Jetzt sind diese Taten in meinem Gehirn gespeichert als Warnung für mich persönlich.
Aber hin und wieder will ich auch wieder jung sein…
Die Clips sind schockierend. Einerseits betreffend der Stürze, die leicht tödlich enden können und anderseits, über die unendlich grosse Blödheit mancher Biker. Dort wo nicht einmal ein Maulesel runter latschen würde, gibt es tatsächlich noch Idioten, die ihr Leben für einen bescheuerten Kick aufs Spiel setzen. Wenigstens zertrümmern diese Biker ihre Nüsse derart, dass sie sich nicht mehr fortpflanzen können.
@St. Fink…:-DDD
Hoffentlich denn bald einen Beitrag was beim Skifahren, Snowboarden, Basejumpen usw. alles schief gehen kann. Geschweige denn vom Auto fahren, mehr als 500 tote pro Jahr!!
Also 1. kann ich absolut nicht verstehen wie man einfach sein leben für so etwas zerstören kann, aber jedem das seine. Und 2. kann ich auch nicht verstehen das Redbull dann videos von solchen stürzen rausbringt, als wäre das irgendwie lustig wenn sich jemand die Beine und den Rücken bricht
Kurz und prägnant gesagt: Idioten und Selbstmörder! Aber wenn man den Kopf so oft hart aufschlägt, muss es ja eine weiche Birne geben….!