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Hinault und die Muckibude

Jürg Buschor am Donnerstag den 25. Oktober 2012
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um seine Fitness in der kalten Jahreszeit zu erhalten: Training auf der Rolle. (Foto: Aspenclub.com)

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um seine Fitness in der kalten Jahreszeit zu erhalten: Training auf der Rolle. (Foto: Aspenclub.com)

«Im Winter gewinnt man, nicht im Sommer», hat der legendäre Bernhard Hinault einmal gesagt. Er muss es wissen, schliesslich hat er die Tour de France fünf Mal gewonnen und steht nach der Aberkennung sämtlicher Siege Lance Armstrongs unverhofft wieder als Rekordgewinner da (zusammen mit Jacques Anquetil, Eddy Merckx und Miguel Indurain). Auch wenn die Tour de France im nächsten Jahr voraussichtlich einmal mehr ohne Beteiligung eines Blog-Lesers stattfinden wird, so sollten die Herbst- und Wintermonate in sportlicher Hinsicht trotzdem nicht ungenutzt verstreichen. Wer will denn schon übergewichtig und untrainiert in die neue Saison starten?

Ein primäres Ziel besteht sicher darin, die Basis-Kondition zu konservieren, auf der man im Frühjahr wieder aufbauen kann. Eine gute Fitness macht sich nämlich nicht nur in Rennen bezahlt, sondern insbesondere auch auf längeren Mountainbiketouren.

Natürlich kann man auch im Winter regelmässig aufs Bike steigen, wenn man sich entsprechend dafür ausrüstet und einkleidet. Dann gibt es aber auch Tage, an denen man liebend gerne auf die Frischluft verzichtet – insbesondere dann, wenn alles nass, morastig und kalt (und trotzdem noch nicht gefroren) ist. An solchen Tagen kann eine Trainingseinheit auf der Rolle, dem Ergometer oder eine Spinning-Lektion im Fitnesstudio unter Umständen eine hoch willkommene Alternative und Abwechslung sein. All diese Möglichkeiten bieten den Vorteil, dass die Belastungen besser steuerbar sind, als dies im Gelände der Fall ist. Auch kann man gleichzeitig das Risiko minimieren, dass man sich eine hartnäckige Erkältung einfängt, die einen für längere Zeit ausser Gefecht setzt. Generell gilt, dass ein regelmässiges Training sich auszahlt. Lieber zwei bis drei Mal die Woche kurz trainieren, als einmal über längere Zeit.

Neben dem Erhalt der persönlichen Fitness können die kalten Monate aber auch ganz gezielt dazu genutzt werden, um als Ausgleich Muskelgruppen zu trainieren, die auf dem Fahrrad regelmässig vernachlässigt werden. Viele Bikesportler haben ein Defizit in der ausgeglichenen Muskelausbildung, insbesondere der Rumpf- und Armmuskulatur. Ausgenommen davon sind mehrheitlich die Downhiller, die ihre Körper oft höheren Belastungen aussetzen, einen aktiveren Fahrstil pflegen als ein Crosscountry-Fahrer und natürliche auch wegen der schwereren Bikes und der Sprünge meist auch ihre Oberkörper trainieren.

Nicht für alle ist das Fitness-Studio eine valable alternative zu Outdoorsport. Zu muffig, zu langweilig, zu viele Steroide und Muskelprotze. Wer die Abwechslung sucht und Fitness-Centers meidet, findet in folgenden drei Sportarten eine gute Möglichkeit für einen «sportlichen Tapetenwechsel», der sich spätestens im Frühjahr auch auf Biketouren bezahlt macht:

1. Skilanglauf in der Skating-Technik: Es werden ähnliche Muskelgruppen wie beim Mountainbiken beansprucht. Zusätzlich werden in einer ganzheitlichen Belastung auch Rumpf, Schultern und Arme trainiert. Zum Erhalt der Fitness ist Skating ideal.

2. Rudern: Wer unter professioneller Anleitung übt, bekommt beim Rudern eine sehr fliessende Bewegung hin, die den Körper ganzheitlich belastet. Einige Bewegungsabläufe sind dem Biken sehr ähnlich. Je nach Intensität ist das Rudern auch der allgemeinen Fitness zuträglich.

3. Schwimmen: Beim Schwimmen werden insbesondere jene Muskelgruppen trainiert, die beim Mountainbiken oft zu kurz kommen: Rücken, Rumpf, Arme. Der Trainingseffekt ist dann am grössten, wenn alle Schwimm-Disziplinen beherrscht werden. Ein willkommener Nebeneffekt des Schwimmens ist, dass der Rücken für die Dauer des Trainings entlastet wird.

Wie halten Sie sich fit über den Winter? Trainieren Sie bewusst die im Sommer vernachlässigten Muskelgruppen? Welche Sportarten eignen sich Ihrer Meinung besonders gut zum Ausgleich?

41 Kommentare zu „Hinault und die Muckibude“

  1. Philipp Rittermann sagt:

    ich mache ergometertraining kombiniert mit spezifischen hantel-übungen für die rücken-muskulatur.

    • Roland K. Moser sagt:

      Puuuuaahahaha!
      Das ist aber wieder ein Bierwitz?!

      • Philipp Rittermann sagt:

        neinnein herr moser – diesmal bierernst! das ziehe ich schon seit 5 jahren durch.

        • Tut aber gut, oder nicht? Nur im Winter und wie sieht das Training auf dem Ergometer aus?

          • Philipp Rittermann sagt:

            ganz ehrlich herr moser. ich habe mit dito training nicht aus spass an der freud’ begonnen, sondern weil ich dauernd rückenprobleme-, und keine lust mehr -hatte, dauernd ponstan einzuschmeissen.
            die übungen mache ich das ganze jahr durch.
            ergometer: “bergprogramm” mit steigungen – habe die kadenz mittlerweilen um 50% steigern können. und ja – schlecht ist das sicher nicht, (eher gut). :)

          • Roland K. Moser sagt:

            Aha! Wie sieht es aus mit Grundlagenausdauer-Training? Wenn Sie es richtig machen, können Sie sich nächsten Frühling ein MTB kaufen und rumheizen. Velofahren besteht zu grossen Teilen aus Grundlagenausdauer, Kraft und Kraftausdauer.

          • Philipp Rittermann sagt:

            herr moser – und wenn ich der fitteste mensch auf diesem planeten wäre – fange ich ganz sicher nicht an velo zu fahren. fürs velo-fahren bin ich definitiv zu intelligent. ;)

  2. Quael Dich Du Sau sagt:

    Am Abend aufs Rennvelo, auch wenn es dunkel ist, geht mit moderner Beleuchtung ausgezeichnet. Ich habe einen Veloscheinwerfer, der ist heller als ein Auto- Xenonscheinwerfer.

  3. tömsi sagt:

    Ich kann nichts anfangen mit Fitnessstudios! Ich geh wie in den anderen Jahreszeiten auch Biken. Zudem spiele ich nur im Winter Tennis, einbisschen Langlaufen und viel Skifahren. Im Frühling hab ich dann immer 5 Kilo mehr an der Wampe, die sind dann aber immer schnell wieder weg, wenn die Bikesaison wieder richtig beginnt:)

  4. Markus Loretan sagt:

    Am Morgen Situps und Rumpfübungen. Danach je 10 Front-Side- und Roundkicks auf den Boxsack. Vor dem Mittagessen auf dem Wackelbrett jonglieren 6 Min. und 6 Min. Beinkräftigung auf dem Wackelbrett. 3 x am Abend Kraft- und Ausdauertraining oder Wave-Board fahren. Ziel: beweglich bleiben, gutes Gleichgewicht und gute Koordination.

  5. Jan sagt:

    Schwimmen ist immer gut, auch im Sommer. Ich habe auch keine Lust auf Fitnesscenter, aber ohne Kräftigung geht es nun mal nicht. Ich habe mir einen Gymstick zugelegt, mit dem können fast alle Muskelpartien trainiert werden. Ansonsten ist der Winter für mich die Zeit der langen Läufe, im Sommer ist es mir oft zu heiss zum joggen. Gar nichts halte ich davon, im Winter mit Starker Beleuchtung im Wald rumzukurven, aber die Diskussion hatten wir ja schon.

  6. Otto Liebschitz sagt:

    Im Winter halte ich mal inne und denke über Gott und die Welt nach.

  7. Werni sagt:

    Ich fahre seit über 10 Jahren täglich am Abend auf einer
    solchen Rolle mit dem Renner 1 Stunde. Mit einem Schalthebel
    kann ich beliebig den Widerstand der Rolle einstellen.
    Dabei schaue ich einen Krimi oder Anderes. Im Sommer habe ich
    sogar Gegenwind mit einem aufgestelltem Ventilator.
    Zur Abwechslung brauchts aber noch Dehnungsübungen.
    Ich möchte all das nicht missen, es tut mir einfach gut als
    70 Jähriger.

    • Paul Mircher sagt:

      Jeden Tag? Ich könnte nicht jeden Tag das Gleiche machen. Ich wechsle immer ab zwischen MTB, Laufen, Wandern und Krafttraining.

  8. Roland K. Moser sagt:

    3 mal die Woche Fitness-Center (Kann ich empfehlen, wirklich!) ohne die Beine zu trainieren, ausgenommen ich trainiere am gleichen Tag noch Grundlagenausdauer, dann trainiere ich auch die Beine.
    Joggen, so gut es halt geht mit den Schneeverhältnissen, primär Grundlagenausdauer, Entwicklungsbereich dann, wenn die Strassen bzw. Feldwege dafür geeignet sind.
    Freie Rolle, allerdings nicht frei. Das Vorderrad ist befestigt. Grundlagenausdauer, der Widerstand wird mit den Gängen bestimmt, sollte aber eben eher moderat sein, weil es um die Grundlagenausdauer geht.
    Wenn die Strassen trocken sind, dann gehe ich auch aufs Rennvelo. So ein sonniger Sonntagnachmittag im Winter auf dem Rennvelo ist 1a AAA. Strasse trocken sonst alles weiss und die Sonne scheint. Grundlagenausdauer oder Entwicklungsbereich. Das Problem sind immer die Zehen. Die Akkus der Sohlenheizung sind nach ca. 2 Stunden leer. Dieses Jahr mache ich ein Experiment mit 1 Akku am Bauch befestigt und dann mit Stromkabeln bis zu den Füssen.

  9. Pässefahrer sagt:

    In der Gruppe macht ein Rollentraining sogar Spass. Deshalb sehr zu empfehlen: http://www.spinningkino.ch.

    • outdoorlover sagt:

      Schrott. Wenn schon langweiliges Hallenfahren dann doch wenigstens mit Film. Das wär cool. Der neue James Bond zum spinnen!
      Und wenn ich die Fotos so anschaue – mehr Apero als Training? :-)

    • Philipp Rittermann sagt:

      ……männlein und weiblein die im kreis auf rollen strampeln……und wo ist das kino? – dann könnte man wenigstens noch nen schönen porno schauen, während dem radeln. :) aber das passt ja, der marvulli kann ja auch nichts anderes als im kreis fahren.

    • Otto Liebschitz sagt:

      Das muss ja voll langweilig sein. Liest wenigstens einer aus einem Buch vor?

  10. Jürg Heldner sagt:

    Ich mache 300 Liegenstützen jeden Tag in der Woche (5 Sets à 60 Liegenstützen über den Tag verteilt) und drei mal 45 Minuten joggen. Krafttraining in der Muckibude halt ich nicht aus. Ach ja, dazu noch ein bisschen auf die Ernährung schauen.

  11. Philipp Kausch sagt:

    Regelmässig kurze Strecken joggen (ca. 30min 3-5x/Woche). Dafür kann man sich auch im Winter gut motivieren, vorallem bei einer schönen verschneiten Atmosphäre im Wald und am See entlang. Ausrüstung ist schnell zusammen: gute Laufschuhe (!!!), gute Kleidung und wichtig auch der Schutz von Kopf und Händen mit einer warmen Kaputze und Sporthandschuhen.

    Daneben noch Rumpfbeugen und leichtes Hanteltraining, sowie auf eine ausgewogene Ernährung achten, worin durchaus auch eine ordentliche Portion Guetzil über die Woche verteilt Platz haben ;-)

  12. Urs Anauer sagt:

    Ich mach im Winter Langlauf (Skating), da freue ich mich jeweils schon ab August drauf! Umgekehrt freue ich mich ab Februar aufs Rennrad.

    Das Rennrad habe ich im Winter auf der Rolle vor dem Fernseher, ist besser als gar nix, allerdings muss man die Raumtemparatur schon herunterfahren.

    Dann gehe ich ein bis zweimal pro Woche ins Krafttraining und gegen das Frühjahr hin in einen Spinning-Crashkurs.

    Gruss Urs

  13. Roland K. Moser sagt:

    heute war ich seit dem Frühling wieder mal im Fitness-Center. Und das hat richtig gut getan. Ich bin wie neu gemacht.

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