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Profitieren und nichts leisten?

Natascha Knecht am Mittwoch den 6. Juni 2012

Heute begrüssen wir Gast-Blogger David Hefti. Der 19-jährige Alpinist aus Davos Glaris ist Mitglied der neunköpfigen Jugend-Gruppe, welche vom Schweizer Alpen-Club (SAC) im Rahmen des Pilotprojekts Leistungsbergsteigen geschult und gefördert wird (siehe Bildstrecke unten). Diesen Sommer schliesst das Team die dreijährige, berufsbegleitende Ausbildung mit einer Expedition in Peru ab. Ähnliche Förderprogramme haben in Deutschland, Frankreich oder Österreich längst Tradition. In der Schweiz wurde der Lehrgang Leistungsbergsteigen 2009 neu ins Leben gerufen – und erntete von Anfang an viel Kritik.


Vor einigen Minuten bin ich zuhause losgefahren. Richtung Süden. Aus den Lautsprechern des Autos dröhnt das neue Album von den Toten Hosen. In diesem Moment fühle ich mich befreit. Vor wenigen Tagen habe ich die letzten Prüfungen hinter mich gebracht und somit meine Ausbildung zum Informatiker so gut wie abgeschlossen. Dazu kommt, dass meine Kletterform momentan gut ist. Vielleicht so gut wie noch nie. In etwa zwei Stunden werde ich den warmen Felsen unter meinen Händen spüren.

Zurück im Alltag schaut dann alles wieder ein bisschen anders aus. Ein Pilotprojekt – unsere Jugend-Expedition – steht kurz vor dem abschliessenden Höhepunkt. Nur noch wenige Wochen trennen uns vom Abflug nach Peru. Doch es gibt noch viel zu erledigen.

Die Realität sieht komplett anders aus

Manche Leute haften dem Projekt Leistungsbergsteigen des SAC einen sehr negativen Aspekt an. Sie sagen, mit dem Beitrag, welcher der Zentralverband für dieses Projekt aufwendet, ermögliche der SAC eine Billig- oder sogar Gratis-Expedition für junge Alpinisten. Es wird kritisiert, dass mit Mitgliederbeiträgen nur eine Minderheit unterstützt wird. Stattdessen solle der Breitensport noch mehr gefördert werden. Schliesslich kämen genau diese Profiteure zurück in die Jugendorganisationen ihrer Sektionen und würden sich womöglich noch für etwas Besseres halten. Zu guter Letzt hätten eben diese dann noch die Frechheit, die eigene Sektion um einen Unterstützungsbeitrag für die Abschlussexpedition anzufragen. Also nochmals profitieren und nichts leisten?

Ohne die wahren Hintergründe zu kennen, mögen dies wohl naheliegende Schlüsse sein. Aber die Realität sieht, zumindest meiner Meinung nach, komplett anders aus. Es ist allgemein bekannt, dass die Gesamtkosten einer Expedition meist sehr hoch sind. Der SAC unterstützt mit seinem Beitrag an das gesamte Projekt auch einen Teil an die Finanzierung der Expedition. Dazu kommt der Hauptsponsor Salewa. Ab hier sind wir als Team nun auf uns alleine gestellt. Die Kosten werden auf uns insgesamt neun jungen Alpinisten aufgeteilt. Es ist Sache des Teams respektive jedes einzelnen Expeditionsteilnehmers, diesen Teil der Finanzierung sicherzustellen, sei es durch Sponsoring oder Eigenaufwendung. Beileibe keine «Gratis-Expedition»!

Gefühltes Durchschnittsalter in SAC-Hütten: 50+

Dass wir in einem der grössten Vereine der Schweiz nur eine Minderheit sind, die in den Genuss dieses tollen Lehrgangs kommt und von Mitteln profitieren können, die nicht dem Breitensport zu Gute kommen, bin ich mir durchaus bewusst. Hier bin ich jedoch der Auffassung, dass es in sämtlichen Sportarten die Spitzenathleten sind, welche bei der grossen Masse die Motivation auslösen, einen Sport auszuüben. Kein bisschen anders ist es im Bergsport. Eindrücke von Profialpinisten, zu finden in jedem Outdoor-Magazin, animieren zum Ausüben dieser wunderbaren Freizeitbeschäftigung. Ist also nicht genau die Förderung von jungen, starken Athleten auch einer von vielen Wegen, um etwas für den Breitensport zu tun?

Somit bin ich nun auch bei den Sektionen angelangt: Die Jugendorganisationen vieler Sektionen kämpfen mit einer sehr geringen Teilnahme an ihren Anlässen. Während das Hallenklettern weiter boomt, nimmt das Interesse am «richtigen» Bergsport bei jungen Leuten ab. Der klassische Alpinismus ist zu wenig cool. Er leidet regelrecht an einem Imageproblem. In den Bergen laufen wir demnächst auf eine totale Überalterung zu. In SAC-Hütten treffe ich fast nie auf Bergsteiger in meinem Alter, sehr wenig auf Bergsteiger bis dreissig. Ich kenne die wahren Zahlen nicht, das gefühlte Durchschnittsalter liegt jedoch bei mindestens fünfzig Jahren. Was geschieht, wenn all diese Menschen einmal nicht mehr da sind?

Es werden keine «Extremen» gezüchtet

Diese Begeisterung für den Bergsport, welche von so vielen Menschen in der Schweiz gelebt wird, gilt es nun in den nächsten Jahren auch auf die nächste Generation zu übertragen. Die Generation von Morgen – Generation M, wie sie von SAC-Partner Migros genannt wird. Darum müssen Förderprojekte wie das Projekt Leistungsbergsteigen meiner Meinung nach unbedingt unterstützt werden. Junge Alpinisten zeigen der breiten Öffentlichkeit, wie toll dieser Sport ist. Sie repräsentieren diesen Sport und seine Faszination nicht nur in den Medien, sondern vor allem auch in ihren eigenen Sektionen. Als aktive J&S-Leiter engagieren sie sich für die noch jüngeren. Sie zeigen auf, dass Bergsteigen Spass macht und nicht eine verstaubte Sportart darstellt. Sie animieren Jugendliche, auch fernab von farbigen Plastikgriffen zu klettern.

Und hier noch für die Leute, die befürchten, der SAC würde nun lauter neue Ueli Stecks ausbilden: Das sehen sie falsch. Es sollen keine «Extremen» gezüchtet werden. Vielmehr wird der Umgang im schwierigen kombinierten Gelände geschult. Die Teilnehmer dieses Lehrgangs werden nicht dazu animiert, gefährliche Touren zu unternehmen, sondern können von Ratschlägen der Profis profitieren. So werden die von erfahrenen Alpinisten viel zitierten «Sturm und Drang»-Jahre bei den Mitgliedern des SAC-Expeditionsteams vielleicht ein wenig kontrollierter und weniger gefährlich als bei ihren Vorgängern, die diese Möglichkeit noch nicht hatten. Und sowieso, die Unternehmungen von Alpinisten wie Ueli Steck als gefährlich und verantwortungslos darzustellen, finde ich völlig unangebracht! Aber das ist ein anderes Thema.

Die Kritik geht an die Substanz

Akribische Organisation, Sponsoringverhandlungen, Erfüllung von Gegenleistungen, Pflege von Social Media und so weiter: Hinter unserer Jugend-Expedition stecken viele Stunden Arbeit. Daneben bin ich sehr oft damit beschäftigt, mich gegenüber anderer Leute zu rechtfertigen und dieses meiner Ansicht nach so tolle Förderprojekt des SAC zu verteidigen. Das kann ein wenig an die Substanz gehen. Umso schöner ist es, das Gegenteil zu spüren, zu wissen, dass das Interesse an unserem Vorhaben riesig ist und wir von vielen Seiten unterstützt werden.

Die grösste Belohnung für die ganze Arbeit, die ich in den letzten Monaten investiert habe, ist jedoch die Vorfreude auf die kommenden Wochen in der peruanischen Cordillera Blanca. Diese Expedition ist eine Chance. Einerseits eine Chance für mich, das erste Mal den Alpenraum zu verlassen und in einem anderen Gebirge meine Leidenschaft für den Alpinismus auszuleben. Vielmehr aber auch für das Weiterbestehen dieses Projekts. Wird die Expedition und somit der ganze Lehrgang erfolgreich abschliessen, steigen die Chancen, dass aus dem Pilotprojekt ein regelmässig durchgeführter Lehrgang wird. So wie es die Deutschen, Franzosen und Österreicher schon länger praktizieren. Schaffen wir es nicht, sieht es für unsere potenziellen Nachfolger schlecht aus. Wir haben somit auch eine gewisse Verantwortung. Es gilt, unsere Risikobereitschaft nicht nur auf unser eigenes Wohl abzustimmen, sondern auf das gesamte Pilotprojekt. Wir sollen und wollen ja auch den SAC und den Schweizer Alpinismus in einem positiven Licht  repräsentieren. Darauf freue ich mich!

Ihre Meinung interessiert uns.

«Alpin im Outdoorblog» wird David Hefti und die Jugend-Expedition diesen Sommer in losen Abständen begleiten.
Webseiten: sac-expeditionsteam.ch und sac-cas.ch/jugend/leistungsbergsteigen

43 Kommentare zu „Profitieren und nichts leisten?“

  1. Philipp Rittermann sagt:

    ich denke “leistungsbergsteiger” haben keine allzu hohe lebenserwartung….und ich glaube auch nicht, dass es diese “ausbildung” braucht.

    • Joel sagt:

      Dachdecker gehört zu den gefährlichsten Berufen. Ich glaube nicht, dass es diese Ausbildung braucht. Regen macht übrigens schön. Fleisch-/Wurstwarenhersteller gehört zu den gefährlichsten Berufen. Ich glaube nicht, dass es diese Ausbildung braucht. Ohne Fleisch kein Preisch. Pfleger/-in gehört zu den gefährlichsten Berufen. Ich glaube nicht, dass es diese Ausbildung braucht. Und so weiter und so fort.

      • Philipp Rittermann sagt:

        was sie, lieber joel, aufzählen, sind berufe…..alles klar?! ansonsten ich gerne weitere aufklärungsarbeit für unsere jugend leiste…! -:)

        • Joel sagt:

          Auch Bergsteigen kann man zum Beruf machen, lieber Philipp.

          • Peter Isler sagt:

            Nun sag mir aber, wem, ausser Dir persönlich bringt das was? Fleischer, Pfleger usw. brauchrt die Menschheit. Die Berge sind für alle eine schöne und meist erholsame Freizeitbeschäftigung. Wenn Du Bergführer bist, o.k. dann zur Hilfe für die Freizei-Bergtouren…

    • captain kirk sagt:

      Der SAC ist ein Verein für Alpinisten. Mitglied sein ist jedem selber Überlassen. Wer damit ein Problem hat, kann ja austreten.
      Ich bin auch gegen Klettersteige. Der SAC unterstützt aber auch diese. Tja so ist das nunmal.
      Hinzu kommt, in jeder Sportart wird der Spitzensport unterstütz um mit deren Leistungen Werbung zu machen.

      Bezüglich Lebenserwartung: Fussball ist einer der Hauptverursacher für kaputte Kniegelenke im Alter und sonstige Sportverletzungen. Ich finde dieser Sport sollte nicht unterstützt werden.

  2. Ulrich sagt:

    Für mich geht das in Ordnung. Wenn jeder Bergsteiger, welcher ein erhöhtes Risiko eingeht auch für allfällige Folgekosten (Bergung, Spital, Pflege….) zu 100 % selber aufkommt.

  3. Otto Liebschitz sagt:

    Ach, das gab’s doch schon immer: Dass sich die Jungen sich über die alten Knacker aufgeregt haben, haben wir auch gemacht. Nur Gemach: Bald gehören sid auch dazu. Das Projekt finde ich gut, auch die müssen ihre Hörner irgendwo abstossen können.

  4. Markus sagt:

    Also ich finde es positiv dass der SAC junge, talentierte Alpinisten fördert. Die frage sei aber trotzdem erlaubt: Ueli Steck, Stephan Sigrist, Daniel Arnold, Roger Schäli, Diego Wellig, Loretan etc. wurden auch ohne dieses Förderprogramm alle sehr erfolgreich …..

    • Andreas sagt:

      ich hätte es mir gewünscht, ich wäre damals so gefördert worden. Ich hatte zwar die grundsätzliche Unterstützung meiner Eltern, aber wirklich gefördert haben sie es nicht. Auch wenn ich nun schon ein paar Expeditionen hinter mir habe, es wäre sicher _ganz_ anders gelaufen (vielleicht wär ich auch schon tot ;) ) Ich finds gut, dass der SAC, sowas macht

  5. mel sagt:

    “nimmt das Interesse am «richtigen» Bergsport bei jungen Leuten ab. Der klassische Alpinismus ist zu wenig cool. Er leidet regelrecht an einem Imageproblem. ”
    … interessante aussage. ich empfinde eher das genaue gegenteil. während ich (mitte 20) vor 3-5 jahren noch mehrheitlich alleine oder mit deutlich älteren gefährten in der bergen war, bin ich nun von gleichaltrigen regelrecht umzingelt. meiner meinung nach erlebt der gesamte alpinismus/outdoor-bereich momentan einen (vielleicht sogar zu…) grossen boom, gerade bei den jungen!

    nichts desto trotz wünsche ich dir und deinen kollegen eine gelungene expedition & ein unvergessliches erlebnis!

  6. Philipp Rittermann sagt:

    ..und übrigens – kraxeln am berg mit nacktem oberkörper; sprich ohne minimalen abriebschutz – siehe bild… – zeugt wohl kaum von professionalität. ich fahre ja auch nicht ohne schutz motorrad.

    • Joel sagt:

      Ach ja, Motorradfahrer sollten die Kosten bei einem Unfall auch selber übernehmen!

      • Philipp Rittermann sagt:

        …tun sie auch, bei grobfahrlässigkeit. äh-wie alt sind sie, joel?

        • Joel sagt:

          Sie fahren Motorrad, das ist ja schon grobfahrlässig.

          • Philipp Rittermann sagt:

            gut, ich äussere mich zum letzten mal auf eine ihrer plakativ-aussagen. -> ich bin 46 und fahre einen schweren chopper. aus vernunftsgründen. mit 20 war ich mir etwelchen gefahren entweder nicht bewusst, oder sie waren mir sch….-egal. ich denke nicht, dass dies bei der heutigen jugend gross anders ist. fazit: alles, was man tut, ist letzten endes eine frage der verhälntnismässigkeit, sowie einer gesunden selbsteinschätzung seiner persönlichen fähigkeiten. ein restanteil an risiko bleibt selbstverständlich immer und überall. o.k.?

          • Peter Steiner sagt:

            @Philipp Ritterman: Und was ändert das jetzt an der Tatsache, dass sie als Motorradfahrer ein statistisch eklatant erhöhtes Unfallrisiko haben?
            75% aller Motorradunfälle sind nicht vom Motorradfahrer verursacht, Sie haben also relativ wenig Einfluss darauf ob sie verunfallen oder nicht und doch verlangen Sie von der Gesellschaft, das wir ihr Risiko mittragen?

            Der Alpinist macht wenigstens noch was für seine Gesundheit…

            Peter Steiner – Höhenängstlicher Motorradfahrer (echtes Motorrad, kein Chopper :-) ).

    • Jurakraxler sagt:

      Beim Klettern schleifen sie in der Regel auch nicht mit 80 Sachen über den Asphalt. Der junge Herr klettert auch nicht ohne den für ihn relevanten Schutz, er ist gesichert und trägt Helm.

  7. Matti sagt:

    Super geschrieben David und herzliche Gratulation zum Abschluss der Ausbildung!
    Ihr werdet das Aushängeschild eines gut ausgebildeten schweizer Klettersports sein, ihr habt die Basis, später qualitativ gut organisierte Touren zu leiten, ihr seid Vorbilder für die kommenden Generationen von Bergsteigern und ihr werdet im Rampenlicht bleiben. Dafür wünsche ich euch einen starken Charakter und viel Rückhalt bei den positiv denkenden Menschen.
    Als Pionier ist man – egal ob im Sport, in der Wirtschaft oder den Wissenschaften – immer in der Kritik derer, die das Bestehende mögen und Änderungen verteufeln. Realistisch gesehen gibt es keinen Grund gegen eure Ausbildung zu sein, insbesondere in der Schweiz, wo eine solide Ausbildung als Wert gilt.
    Ich, 30 und in der Wirtschaft tätig, halte mich an die Leute, die einen Weg sehen (und nicht die, die Gründe suchen). Unter diesen Leuten und unter Pionieren ist sehr viel Motivation, Inspiration und Kraft zu holen und weiterzugeben. Mein Motto dazu: make a difference, every day!

  8. Aschi sagt:

    Die Anleitung junger Talente durch erfahrene Profis ist ein begrüssenswerter Sicherheitsaspekt. Vielleicht kommt für den Aufwand des SAC etwas zurück durch Vorträge, Vorbildwirkung und Ausbildung der Junioren oder im Kibe durch jene, die selber auch vom Club profitieren.

  9. Ovy Ho sagt:

    Das ist ein schönes und unterstützungswürdiges Projekt. Wie erwähnt, unserer Nachbarländer führen solche Gruppen schon seit Jahren. Zudem muss jedes Mitglied dieser Gruppe auch Eigenleistungen erbringen und sich entsprechend für das Projekt einsetzen. Da ist vielmehr Eigenverantwortung gefragt als bei Skifahrern oder Fussballern.

    Ich habe aber nicht das Gefühl, dass solche Projekte wirklich viele Junge animieren, den Bergsport in ähnlicher Weise auszuüben oder gar den Breitensport fördern. Zu oft werden solche Lehrgänge und Expeditionen als “extrem” eingestuft von Personen, die die Hintergründe und Ziele nicht kennen. Das weist aber meiner Meinung nach eher in die Richtung, dass unser Verband (SAC) nicht genügend und transparent informiert oder falsche Plattformen dafür wählt…

    Will man mehr Junge (und auch ältere) von der Kletterhalle weg ins Gebirge bringen, hat man doch die perfekte Plattform, das zu tun: der SAC sollte mit den Hallen zusammenarbeiten, um die Kletterer nach der Grundausbildung in der Halle an den Fels zu bringen. Da gibt es viel Potential abzuholen.

    Ich gehöre auch zur Gruppe 50+, und es stimmt schon, wir sind in der Ueberzahl auf den Hütten und in alpinen Routen. Trotzdem stelle ich immer wieder fest, dass auch junge Seilschaften unterwegs sind, vor allem in Gebieten, die nicht dem Anspruch der starken Sportkletterer genügen, da die Zustiege lang und die Klettereien nicht wirklich schwierig sind, sondern eher das Ambiente zählt. Wenn ich im Vergleich dazu die Wendenstöcke nehme, sieht es aber gleich anders aus: da sind es hauptsächlich jüngere und ambitionierte Kletterer, die trotz langer Zustiege unterwegs sind. Es hängt also stark vom Gebiet ab, auf welche „Altersgruppen“ man trifft.

  10. Peter Steiner sagt:

    Ich bin kein Bergsteiger und im Alter zwischen dem des Nachwuchses vom SAC und den gefühlten 50-jährigen in den Hütten :-)

    Was mich erstaunt, dass in meiner Generation ständig zu hören ist wie die heutige Jugend nur noch an Party interessiert ist und keine Verantwortung übernehmen will – ein Vorwurf den sich wohl jede Generation Jugendlicher anhören muss. Wenn man dann aber ein Projekt hat, dass Jugendlichen eine seriöse Ausbildung ermöglicht kommen dieselben Typen die über die Party-Willigkeit des Jungvolks lästern und machen ein solches Projekt schlecht. Sei es weil es “unsinnig” ist, gefährlich oder sontwas. Und natürlich darf in der Schweiz nie der Hinweis fehlen, dass man gefälligst für alle Folgekosten selbst aufzukommen hat.

    Wieso gibt man solchen Deppen eigentlich die Chance sich in Leserkommentaren breit zu machen?

    • Joel sagt:

      Auf den Punkt gebracht! Die, die immer über die Folgekosten jammern, sind die, die wohl am meisten Folgekosten verursachen. Und was das für Kosten verursacht, wenn man sich ständig online aufhält und sich die Zeit nimmt, noch solch unnützen Kommentare abzugeben! Oder sind das alles Selbstständige?

  11. Seppl sagt:

    Kein Leistungssport sollte m.E irgendeine Unterstützung von staatlicher Seite oder von Breitensportvereinen erhalten. Das kann die Energiebrauseindustrie sponsorn oder das private Fernsehen oder sonstwer. Sportförderung ist ein Relikt aus dem kalten Krieg, ich bin nicht tolz wenn ein “Landsmann” schneller rennen, klettern, krabbeln oder schwimmen kann als ein Ausländer, das hat gar nix mit mir zu tun, verbessert nicht meine Gesundheit, erhöht nicht mein Wohlgefühl, gibt mir kein Selbstbewusstsein, kostet bloss mein Geld

    • Adrian Vogel sagt:

      Es ist wirklich unglaublich wie immer über das liebe Geld diskutiert wird. Wo genau kostet Sie die Jugend-Förderung des SAC “Ihr” Geld. Vielleicht sind Sie auch Mitglied, dann haben Sie ja immer noch die Möglichkeit auszutreten. Wie schon oben beschrieben, investiert der SAC auch Geld in Projekte die ich nicht unterstütze, trotzdem käme mir nie in den Sinn darüber zu jammern…

  12. ben sagt:

    also ich finde dieses projekt sehr gut und fördernswert. gerade um dem 50+ problem entgegen zu wirken, denn gerade viele der jungen werden nach dem übertritt von der jo zur sektion abgeschreckt. in einem alter wo man so richtig leistungsfähig ist und ernsthafte unternehmungen projektiert, findet man sich plötzlich in einer “seniorenwandergruppe” wieder.

    dies soll in keinster weise abschätzig gegenüber der 50+ generation wirken, das sind zum grössten teil alles “zwägi sieche” mit denen so mancher gemütlicher abend auf der hütte genossen wurde.

    aber leistungstechnisch haben die jüngeren einfach einen anderen horizont und diese gruppe kommt beim sac oft zu kurz.
    deshalb finde ich es gut wenn der sac so ein projekt fördert auch wenn halt mal ein par mietgliedsbeiträge weniger, in den ausbau von sac hütten zu hotelresorts wandern.

    • Philipp Rittermann sagt:

      es ist ihnen aber schon bewusst, dass der “leichtsinn der jugend”, welchen wahrscheinlich die meisten von uns erlebt haben, gegnüber der erfahrung der älteren nicht unbedingt vor torheit schützt? ich wage zu bezweifeln, dass ein “ausgebildeter 19-jähriger” die erfahrung und den verstand der verhältnismässigkeit aufbringt.

      • Steimi sagt:

        Es sind in der Regel die Älteren die die grössten Torheiten dieser Welt zu verantworten haben und nicht die Jungen! Leider konnten das schon sogenannte Leuchten wie Aristoteles, Skorates und Co. nicht sehen und haben die Jungen angeprangert. Liegt wohl an einem gewissen Starrsinn des Alters – Grüsse von einem Älteren

        • Philipp Rittermann sagt:

          ich gebe ihnen insofern recht, als ein mitvierziger in der midlife-crisis öfter mal auf vorschul-niveau zurückfällt; dies ist aber lange nicht zu generalisieren, mein lieber steimi!
          so – nun zieht sich der alte sack onkel phil von der jugendfront zurück.

      • ben sagt:

        sehr geehrter herr rittermann beim verfolgen ihrer kommentare sticht einem in’s auge dass sie im alpinismus spricht bergsteigen und klettern keinerlei erfahrung haben.
        denn wie sie von leistungsfähigkeit auf leichtsinn kommen ist mir schleierhaft. eine kletterroute im 8. schwierigkeitsgrad lässt sich genau so gut oder schlecht absichern wie eine im 4. oder 5. grad.
        risikobereitschaft oder leichtsinn ist eine ganz andere thematik, und wenn sie sich mit dem projekt besser beschäftigt, hätten oder nur schon den artikel genauer gelesen hätten, dann wüssten sie dass es gerade ziel des projekts ist diese jungen alpinisten der zukunft richtig zu schulen. das sie in ihrer sturm und drang phase erfahrene leute wie z.b. roger schäli an ihrer seite haben um von deren erfahrung zu profitieren.

        ich will dass hier nicht zu einer alt gegen jung diskussion verkommen lassen da jeder mensch das recht hat sich in den bergen so zu bewegen wie es ihm taugt, aber zu ihrem kommentar ein wenig weiter oben:
        (“ich denke “leistungsbergsteiger” haben keine allzu hohe lebenserwartung….und ich glaube auch nicht, dass es diese “ausbildung” braucht.”)
        kann ich nur sagen dass die meisten menschen die in den bergen verunfallen wanderer der älteren generation sind, und diese werden von bergsteigern gerettet die leistungsbergsteiger sind oder waren.
        mit freundlichem gruss

        • hallo ben

          ich danke frau natascha knecht, das Sie dieses Thema aufgegriffen hat.
          das hast du ausgezeichnet an herr rittermann geschrieben, das dieser keine ahnung von bergsteigen, sprich alpinismus hat.
          das ist auf den punkt gebracht.

          du ben, hast das projekt sehr gut umschrieben, und gesagt was sache ist.
          an alle jungen bergsteiger… hört auf euer herz… und folgt dem ruf der berge… die berge sind ehrlich, und sprechen eine
          wunderbare sprache…. und werden euch nie enttäuschen, und tolle erlebnisse schenken…

          ich wünsche allen bergsteiger-generationen einen schönen bergsommer 2012.

          gruesse von
          raphael wellig / http://www.raphaelwellig.ch

  13. RedOrbiter sagt:

    Das Bild 7 beim Eisklettern Panix ist schon äusserst spektakulär.
    Gratulation!
    I like it.

    cu RedOrbiter

  14. Lumi Jäätikkö sagt:

    Ich finde die Initiative und das Pilotprojekt super und längst überfällig. Super, dass David unterstützt wird und ich freue mich im Sommer weitere Beiträge von David zu lesen. Schaut man weltweit, da sieht man diverse Jungtalente die von ihren Ländern und Clubs gefördert werden und man ist stolz auf deren Leistung(!). Man muss auch bedenken, dass die Jungtalente erst sehr viel leisten mussten, damit sie überhaupt zur Förderung ausgewählt wurden. Da kam nicht irgend eine Fee die einfach mal etwas Geld auf die Jugendlichen herabschüttet. Und sie werden kontinuierlich weiter sehr gefordert. Wie David das schön beschreibt, sind die Jugendlichen auch Aushängeschilder für den Bergsport und machen ihn unter Jungen bekannter und attraktiver. Wir Schweizer sind zu oft träge und wählen den einfachen bequemen Weg und schauen gar nicht welche Alternativen es gibt. In dem Sinne sehe ich Bergsteigen als eine ‘Alternative’ zum Sportklettern. David, Dir und den anderen Expeditionsteilnehmern wünsche ich viel Glück beim Geld auftreiben und dann vor allem alles Gute und viel Erfolg für die Expedition!

  15. Richard Stretto sagt:

    Ich lese hier und heute zum ersten Mal über dieses Pilotprojekt und kann folglich auch nicht wissen, wer seine Neider sind. Sie haben sich aber innert Kürze meinen Unmut zugezogen. Weil ihr Neid (wie das Neid so an sich hat) nur negative Folgen hat. Folgen, die in diesem Falle alle Leser des Blogs betreffen.

    Denn anstatt positiv über seine Ausbildung und seine Erfahrungen berichten können, sieht sich David Hefti genötigt, seine vermeintlich bevorzugte Behandlung zu rechtfertigen. Er sieht sich also beim Schreiben seines Blogs in der Defensive. Und wie schon Martin Luther erkannte: Aus einem traurigen Arsch fährt nie ein fröhlicher Furz.

    Ein Tip an David Hefti: «Qui s’excuse s’accuse» sagen die Franzosen. Versuch beim nächsten Mal die Kläffer zu ignorieren. Denke positiv und schreibe über das, was dir gefällt. Du hast nicht viele Chancen, dich öffentlich zu äussern. Nutze sie für deine Anliegen – und nicht, um deinen Neidern eine Bühne zu geben!

  16. Luise sagt:

    Viel Spass in America Latina! Du wirst eine tolle Zeit erleben und nach der Rückkehr auch unsere enge Schweiz wieder schätzen. Das mit der Überalterung im Bergsport trifft nur teilweise zu. Gehe auf die 60 zu und freue mich, in den Bergen zunehmend junge Leute anzutreffen. Auch mein Eindruck ist, dass bei der Altersgruppe ab 25 viele in den Bergen unterwegs sind. Der SAC bietet ja auch sehr viel, um die Jugend zu fördern.

  17. Andreas Müller sagt:

    Als 19- jähriger hast du noch viele Jahre Zeit in ausseralpinen Gebirgen Berge auf eigene Faust zu besteigen. Der SAC hat andere Aufgaben, als Hochleistungsbergsteiger heranzuzüchten.

  18. Joachim Adamek sagt:

    Ich finde dieses Pilotprojekt des SAC, das Herr Hefti hier heute vorgestellt hat, ganz große Klasse. Nicht nur, weil es begabte, ambitionierte Vereinsmitglieder fördert, die Förderung verdient haben. Über vier Jahren wird hier jungen Menschen die Möglichkeit geboten, Wissen zu erlernen, das man sich alleine kaum aneignen kann. Von der Geländeschulung über Sponsoringsuche bis zur selbstgeplanten Expedition. Super! — Herrn Hefti und seinen Teamkollegen wünsche ich tolle Tage in Peru, viel Spass beim Klettern und weiterhin viel Begeisterung für einen herrlichen Sport!

  19. Fredel Beetschen sagt:

    Kritik und nochmals Kritik.
    Die Zeiten haben sich geändert nur haben das einige ewig gestrigen noch nicht erkannt. Jede Generation hatte ihrer Zeit entsprechend im Grunde genommen die gleichen Chancen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Besser die Jungend ist es, sie zu fördern und zu fordern als über sie zu lamentieren von wegen “die heutige Jugend BlaBlaBla…..
    Alle waren wir einmal jung und durften das erhalten wovon unsere Vorfahrern und mit ihnen ganze Generationen nicht einmal träumen konnte in ihren Jugendjahren.
    Diese Jungend, dieses Team hat etwas erhalten das heute möglich ist, sie werden aber später erfahren müssen dass die Nachkommende Generation wieder etwas erhält, ihnen etwas möglich sein wird wovon heute noch nicht einmal die Rede ist. Das ist der Lauf des Lebens der Lauf der Zeit, von Generation zu Generation bieten sich entsprechende Chancen und dabei fällt für jeden etwas ab.
    Für Ihre Leistungen möchte ich es an dieser Stelle nicht versäumt haben allen zu Gratulieren.

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