Outdoor

So fahren Sie gut durch die Pollensaison

Jürg Buschor am Donnerstag den 5. April 2012
Es liegt was in der Luft: Biker wirbeln am Etappenrennen Cape Epic Staub auf. (Bild: Keystone)

Es liegt was in der Luft: Biker wirbeln am Etappenrennen Cape Epic Staub auf. (Bild: Keystone)

Was für ein meteorologisches Kontrastprogramm! Auf die rekordverdächtige Kälte im Februar folgte ein weiterer Monat der Superlative: An vielen Orten der Schweiz war es der sonnigste März, der seit 1961 gemessen wurde. Die zahlreichen Sonnenstunden zeigten auch am Thermometer Wirkung: Der März 2012 war der wärmste seit dem Hitzejahr 2003. Und es war einer der insgesamt fünf wärmsten Märzmonate in der Messreihe von MeteoSchweiz, die bis ins Jahr 1864 zurückreicht. Liegt die Durchschnittstemperatur bei rund 4 Grad, waren es in diesem Jahr aussergewöhnlich warme 7,7 Grad, wie die Tagesschau berichtete.

Mit dem Lenz kommt das Leiden: Jeder fünfte Schweizer hat eine Pollenallergie. (Keystone)

Dank diesem Wonnemonat hat die Vegetation mehrheitlich schon wettgemacht, was die sibirisch kalten Februartemperaturen an Wachstumsstillstand verursacht hatten. Nicht unbedingt zur Freude aller Mountainbikerinnen und Mountainbiker: Nachdem Haselsträucher, Erlen, Birken und Eschen ihre Pollen dem Wind mit auf die Reise gegeben haben, blühen wohl schon bald die ersten Gräser. Und mit den Pollen der windbestäubten Pflanzen zeigen sich bei rund 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung auch die ersten Allergie-Symptome wie eine triefende Nase und tränende Augen. Der menschliche Organismus reagiert auf das Protein der Pollen - einen eigentlich harmlosen Stoff.

Je nach Ausprägung der Allergie kann einem die Lust auf (Outdoor-)Sport natürlich schnell einmal vergehen. Der Körper fühlt sich schlapp an, und die Aussicht auf einen Downhill mit tränenden Augen ist auch nur bedingt motivationsfördernd. Linderung versprechen dieser Tage nicht nur die angekündigten kurzen Regengüsse oder eine medikamentöse Behandlung. Hier sind einige Ratschläge, wie dem Heuschnupfen beizukommen ist oder die Symptome zumindest gelindert werden können (Quelle: u.a. Allergiezentrum Schweiz):

  1. Die Pollenprognose beachten und eventuell an Tagen mit besonders intensivem Pollenflug einen Ruhetag einlegen.
  2. Bei der Tourenplanung berücksichtigen, dass die Pollenkonzentration in der Luft in den Morgenstunden, nach Regenfällen oder in Höhenlagen in der Regel tiefer ist.
  3. Nach der Mountainbiketour nicht nur duschen (Pollen haften auf der Haut und an den Haaren), sondern auch die Bikebekleidung nach jeder Fahrt waschen. Je schneller man sich der Kleider entledigt und duscht, desto besser.
  4. Die Bikebekleidung nach der Wäsche nicht im Freien trocknen lassen, weil sonst Pollen an den feuchten Kleidern haften bleiben.
  5. Immer eine Fahrradbrille tragen. Bei starker Bewölkung, in der Dunkelheit oder Dämmerung ein Klarglas wählen. Die Brille schützt die empfindlichen Augen nicht nur vor Pollen, sondern auch vor Staub, Dreck, Insekten und vor schädlichen UV-Strahlen.
  6. Wem das Atmen grössere Probleme verursacht, der sollte weniger intensiv trainieren, um keine Gesundheitsrisiken einzugehen.

Zumindest Petrus scheint die Allergiker auf der Alpennordseite in den kommenden Tagen nicht im Stich zu lassen - Aufhellungen und einzelne Regenschauer bestimmen das Osterwetter.

Leiden Sie an Heuschnupfen? Welche Strategien wählen Sie, um trotz der Allergie auch im Frühjahr regelmässig aufs Mountainbike steigen zu können? Was verschafft Ihrer Meinung nach am meisten Erleichterung?

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12 Kommentare zu „So fahren Sie gut durch die Pollensaison“

  1. Silvio sagt:

    Das gute am Biken ist, dass man sich so stark auf einen “technisch anspruchsvollen” Singeltrail konzentrieren muss. Da hat der Körper keine Zeit mehr sich mit Pollen zu befassen.

    • ignorieren ist auch eine strategie.
      wir lieben auch singeltrail, aber als allergiker versuchen wir vor allem nie im roten bereich zu fahren und nach der ausfahrt, duschen, nase spühlen, kleider waschen. was uns auch sehr viel half, teppiche und vorhänge aus der wohnung verbannt und so geht es uns besser mit sportlicher aktivität als ohne.

    • Peter sagt:

      Dann ist die Allergie wohl eher zu wenig ausgeprägt! Bei einer richtigen schweren allergischen Reaktion geht man nicht einmal aus dem Haus!

  2. Peter Kurer sagt:

    Ich habe kein Heuschnupfen, aber sollte man nicht soviso immer eine Sonnenbrille (“Schutzbrille”) tragen?

    @Silvio: Dies ist eine Allergie, da nützt keine Konzentration. Ich habe eine Allergie gegen Vespenstiche, nach ca. einer Stunde bin ich erstickt, da nützt auch die perfekte Konzentration nichts.
    “Der Körper fühlt sich schlapp an, und die Aussicht auf einen Downhill mit tränenden Augen ist auch nur bedingt motivationsfördernd.”

    • Dave sagt:

      @ Peter, ich habe Heuschnupfen. Während der Aktivität unterdrückt der Körper Symptome wie Niessen oder das jucken im Hals oder in den Augen. Dafür nach der Aktivität, dann ist es immer extrem heftig mit dem Niessen. Da ich auch Leistungs-Asthma habe und mein Spray kortisonhaltig ist, nütz der bei mir auch sehr gut gegen den Heuschnupfen.

      • hans sagt:

        @dave: wär’s nicht möglich (resp. wahrscheinlich), dass der kortisonhaltige spray bereits gegen die heuschnupfen-symptome selbst hilft – aloso das “unterdrücken” nur sehr bedingt durch die konzentraion selbst wirkt? wenn bei mir der heuschnupfen zuschlägt, dann schaffe ich es vor lauter niesen etc. ja nicht mal hoch auf’s fahrrad.

  3. Alpenkalb sagt:

    Ab in die Berge, auf 4000m+ hat es keine Pollen.

    • Paul Dimru sagt:

      Auf 4000m+ kann man nicht mehr mit dem Bike fahren, jedenfalls in der Schweiz nicht. Möglicherweise ganz extreme wie z.B. Harald Philip, aber diese Profis sind nicht gemeint.

  4. anja k sagt:

    ich hatte lange schweres broncho asthma und durch das medi singulair wurde die allergie, tränende augen unterdrückt. nachdem ich nun dank sport, medi kein asthma mehr habe, cettallerg nix brachte gegen pollen, war ich in der akupunktur. bereits nach der 1. sitzung sind die symptome massiv weniger und nach der 3. sitzung ganz verschwunden. ich hoffe, bleibt so und hält auch die nächsten paar jahre.

  5. Roland K. Moser sagt:

    Im Frühling erneuert man als erstes seine Gönnerschaft bei den Schweizer Wanderwegen.

    Wenn jeder MTBler mindestens Gönner bei den Schweizer Wanderwegen wird, bringt das ziemlich guten Wind in die Diskussion um MTBler, Wanderer, Reiter, Jäger usw. Der Normalbetrag für 1 Jahr Gönnerschaft beträgt Fr. 50.–. Bei 50’000 MTBlern wären das Fr. 2’500’000.– welche die Schweizer Wanderwege zusätzlich erhalten.

    Postkonto: Postfinance
    Konto-Nr.: 40-14552-5
    IBAN-Nr.: CH48 0900 0000 4001 4552 5
    BIC resp. Swift Code: POFICHBEXXX
    Vermerk: Gönnerschaft
    Schweizer Wanderwege
    Monbijoustrasse 61
    Postfach
    3000 Bern 23

    Zusätzlich kann Mann und Frau noch Mitglied bei den kantonalen Wanderwegen werden. Kostet um die Fr. 20.– p.a.

    http://www.wandern.ch

  6. Roland K. Moser sagt:

    Ich habe selber keinen Heuschnupfen. Von einem Kollegen weiss ich, dass er Nelson’s homöpathische Pillen gegen Heuschnupfen nimmt, und darauf schwört.

  7. Nicolas sagt:

    Vaseline vor die Nasenlöcher schmieren…und zwar grosszügig; die Pollen werden so eine zeitlang gut abgefangen. Muss dann und wann aber wieder wiederholt werden! Bei mir hilfts!

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