Väterchen Frost und die Biker


Schneesport auf Rädern: Mountainbiken geht auch im Winter – und wie!

Das sibirische Kältehoch Cooper hält Europa seit Tagen eisern im Griff. Mit Temperaturen von bis zu Minus 20 Grad ist die «Komfortzone» für Mountainbiker mittlerweile geschätzte 30 Grad entfernt. In der Presse stellt man sich mittlerweile besorgt die Frage, ob Sport bei diesen Temperaturen gesundheitsgefährdend sei. Besorgt ist man allerdings vor allem um die Fussballer, deren Nehmerqualitäten offenbar als weniger gross angesehen werden als diejenigen von Rad- oder anderen Sportlern. Der bekannte Schweizer Sportmediziner Beat Villiger gibt allerdings Entwarnung – in Fachkreisen sei man sich im Grundsatz einig, dass Aussentemperaturen bis minus 20 Grad noch akzeptabel seien. Und weil Cooper nicht nur saukalt ist, sondern auch oft mit einem fiesen Wind verbunden ist, ist auch der Wind-Chill-Faktor in aller Munde. D.h. die gefühlte Temperatur liegt nochmals um einiges unter der effektiv gemessenen. Dieser habe auf die Atmung allerdings praktisch keinen Einfluss, so Villiger, sondern spiele höchstens bei Erfrierungen eine Rolle.

Das kann Mountainbiker nicht wirklich beruhigen, denn 30 bis 40 km/h beträgt die Abfahrtsgeschwindigkeit meist auch dann noch, wenn man die Schussfahrt etwas abbremst. Dass da die Extremitäten und die Gesichtspartie schnell unterkühlt sind, liegt auf der Hand. Wind-Chill hin oder her – ambitionierte Mountainbiker dürften schon eher mit einem Phänomen konfrontiert sein, das auch Langläufer kennen: Kälteasthma. In Fachkreisen geht man davon aus, dass zwischen 50 und 70 Prozent der professionellen Athleten darunter leiden. Entwarnung bringt eine norwegische Studie bei norwegischen Langläufern: Wer nicht schon vorher Asthmatiker war, hat eine Chance von 97 Prozent, dass das Kälteasthma nach Abschluss der Karriere abheilt.

Stress bedeute die Kälte auch für das Herz-Kreislauf-System, so Christina Koppe-Schaller vom Deutschen Wetterdienst: «Die Hautgefässe ziehen sich zusammen, um den Wärmeverlust zu minimieren. Dadurch erhöht sich der Blutdruck.» Das Risiko für Herzinfarkte, Thrombosen und Infektionen steige markant, wie auch auf Fachwebsiten nachzulesen ist.

Ist Sport bei diesen Temperaturen also wirklich Mord? Daheim in den warmen vier Wänden die Kälte aussitzen, ist aktuell sicher eine valable Alternative zur Feierabend-Mountainbiketour. Doch aufgepasst! «Zu viel Zeit im Warmen, zu wenig Bewegung an der frischen Luft und dadurch zu wenig Tageslicht – das macht im Winter müde und krank», lässt sich Professor Ingo Froböse vom Zentrum für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln zitieren. Sein Tipp: «Auch wenn es den ganzen Tag trüb und diesig ist, sollten die hellen Stunden des Tages genutzt werden, um Licht zu tanken und frische Luft in die Lungen zu pusten.» In diesem Sinne – zeigen Sie jetzt, dass sie Cooper kalt lässt und steigen Sie trotz allem aufs Montainbike. Einfach massvoll!

Steigen Sie bei den aktuell herrschenden Temperaturen überhaupt noch aufs Mountainbike? Wenn ja, haben Sie mit irgendwelchen gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen? Wie reagiert Ihr Körper auf die Kälte? Und wie zeigen Sie der Kälte den Meister?