Leben


Erste Probleme: «Wir stranden mit den Schlauchbooten im Niemandsland!»

Natascha Knecht am Samstag den 31. Juli 2010
Foto: Jost von Allmen

Heute morgen in Grönlands Niemandsland: Die Zodiacs besser aufpumpen und das Gepäck schlauer verladen.

Foto: visualimpact.ch | Thomas Ulrich

Über 500 Kilo Gepäck.

Es gibt erste Komplikationen. Wir sind gestern nach nur 50 Kilometer Seefahrt im Niemandsland gestrandet. Eines der beiden Boote lief nicht richtig. Ich war bis auf die Unterhose durchnässt.

Wahrscheinlich verteilten wir das Material nicht geschickt. Unser Gepäck wiegt mittlerweile über 500 Kilo, grenzwertig für zwei Schlauchboote. Eines fuhr viel langsamer als das andere und tuckerte weit hinterher. Wir hatten es mit zu wenig Luft aufgepumpt, der Motor begann zu scheppern – ein Weiterkommen war undenkbar.

Wie im Film

Ich wusste, dass die Reise bis zum Berg eine Expedition für sich wird. Aber diese Fahrt war abenteuerlicher als erwartet. Ich kam mir vor wie in «Titanic».

Jost und ich sassen im langsamen Boot. Das Meer war rau, wir flogen irgendwann nur noch über die Wellen, schlugen hart auf, wieder und wieder. Es spritzte und peitschte. Darum wurden wir auch so nass.

Die orangen Überlebensanzüge, die wir in Constable Point bekamen, sind nicht wirklich wasserdicht, wohl auch nicht mehr ganz neu. Jost hat dann im Boot Säcke um seine Schuhe gebunden. Geholfen hats wenig.

Das Meer ist kalt. Nasse Füsse und nasse Kleider sind in Grönland besonders unangenehm. Wir froren noch den ganzen Abend, kochten später etwas Warmes, danach gings einigermassen. Geschlafen haben wir im Zelt.

Hoffentlich klappt die Weiterfahrt

Jetzt sind wir daran, den Schlauchbooten mehr Luft zu spendieren – mit der Fusspumpe. Und das Gepäck schlauer zu verteilen.

Wir müssen uns beeilen, das Meer wird immer stürmischer. Ziel sind heute 125 Kilometer bis zu einer Insel, die unmittelbar gegenüber unserem Berg liegt. Ich hoffe, das klappt.

Foto: visualimpact.ch | Thomas Ulrich

Gestern Vormittag: Die Testfahrt mit den beiden Zodiac verlief sehr gut. Doch am Nachmittag kam dann alles anders.

(Aufgezeichnet von Natascha Knecht)

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6 Kommentare zu „Erste Probleme: «Wir stranden mit den Schlauchbooten im Niemandsland!»“

  1. Johanna sagt:

    hi roger plus teamkollegen,

    ich bin regelmäßig hier und staune! mensch, passt gut auf euch auf! ich hoffe, euer boot bringt euch heil zum ziel!
    alles, alles gute – werde über eure expedition berichten. viel glück, gutes wetter, schnelles boot, … viel erfolg!
    johanna

  2. pn sagt:

    Jungs alles gute aus München. Lese jeden Tag euer Bericht. Fantastisches Abenteuer. Mit Thomas seid ihr in den besten Polarhänden. Ich wünsche euch das das was Ihr vor habt klappt und das der Berg am Ende euch gehören wird.
    Freue mich für euch und warte spannend auf die Berichte.

  3. Jo Adams sagt:

    Das ist Pech, über das Boot, ich hoffe, Sie sind jetzt trocken und warm und sicher auf Ihrem Weg auf den Berg.

  4. Iris und Dani sagt:

    Hey Roger und Team

    Viel Erfolg! Wir verfolgen eure Expedition aus Australien.

  5. David sagt:

    Ich bin David und 9 Jahre alt und ein grosser Fan von dir. Ich klettere auch sehr gerne und habe deine Materialliste studiert. Du hast aber schön viel Zeug mitgenommen. Ich wünsche dir auf deiner Tour viel Glück und drücke dir die Daumen. David

  6. Smillaraaq Hauke-Bengtsson sagt:

    Gepäck nicht richtig verteilt in den Booten? Boot nicht richtig aufgepumpt? Durchlässige Rettungsanzüge?
    Klingt alles sehr besorgnisserregend. Meiner Erfahrung nach kann man sich in Grönland nicht mehr viel mehr Fahrlässigkeit erlauben. Passen Sie auf sich auf.

    Smilla Hauke-Bengtsson, Kangerlussuaq

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