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Erfolgreiche «Trail-Teilet»

Jürg Buschor am Donnerstag den 25. August 2011
Das Davoser Beispiel zeigt - es geht doch! (Foto: Davos Klosters Tourismus)

Das Davoser Beispiel zeigt – es geht doch: Biker lassen sich von einem Jäger die Gegend erklären. (Foto: Davos Klosters Tourismus)

Die Bündner Gesetzgebung ist klar: Mountainbiking ist auf Wanderwegen erlaubt, soweit nicht explizit verboten. Seit rund einem Jahr sind in der Tourismus-Destination Davos Klosters entlang der Wanderwege Schilder angebracht, die Wanderer darauf hinweisen, dass die Wege auch von Mountainbikern mitbenutzt werden. Jeder Mountainbiker, der ein Bergbahnticket löst, erhält ein Informationsblatt mit den Verhaltensregeln sowie eine Fahrradklingel, um sich auf den Trails bemerkbar zu machen. Unter dem Label «Trail-Toleranz» wird festgehalten: «In Davos Klosters benutzen Wanderer und Mountainbiker die gleichen Wege ohne Einschränkungen. Möglich macht dies eine tolerante und rücksichtsvolle Einstellung von allen Seiten. Mountainbiker bremsen beim Überholen auf Schritttempo ab und halten beim Kreuzen auf schmalen Wegen an, um den Wanderern Platz zu machen. Und auch die Fussgänger akzeptieren die Mountainbiker als gleichwertige Wegnutzer und geben beim Aufeinandertreffen den Weg, wo immer möglich und sinnvoll, frei.»

Vorbildlich, finden die meisten Mountainbiker. Und wie hat sich das Konzept nach einem Jahr bewährt? «Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht und nur ganz wenige negative Rückmeldungen erhalten. Es war für Davos Klosters die richtige Entscheidung», so die Kommunikationsverantwortliche Manuela Gallati. «Wir haben bereits zu Beginn einen sehr grossen Wert auf eine gute Informationen gelegt. Mit der neuen Freeride-Piste in Klosters haben wir ein sehr grosses mögliches Konfliktpotenzial eliminiert. Die Freerider können ihre Bedürfnisse auf dieser speziell und nur für sie erstellten Strecke entsprechend ausleben», so Gallati weiter.

Es braucht wirklich nicht viel: Biker und Wanderer in Klosters. (Bild: Flowzone).

Es braucht wirklich nicht viel: Biker und Wanderer in Klosters. (Bild: Flowzone).

Davos-Klosters macht also vor, was für Outdoorblog-Leser Alex Wetter undenkbar ist, wenn er schreibt: «Bikes und Wanderer zusammen ist eine Illusion». Macht das Davoser Beispiel Schule? Es ist zu hoffen. In vielen Schweizer Tourismus-Destinationen gibt man sich aktuell noch der Illusion hin, dass man einen potenziellen Nutzerkonflikt dadurch lösen kann, dass man ausgeschilderte Mountainbikestrecken auf Forst- und Schotterwegen anbietet. Die Praxis sieht dann so aus, dass die Mehrheit der Mountainbikerinnen und Mountainbiker neben den offiziellen Mountainbikestrecken auch die Wanderwege nutzt. In der rechtlichen Grauzone zwar, aber meist auch konfliktfrei, weil die meisten Mountainbiker es genau so halten, wie Fahrradjournalist Laurens van Rooijen es im Bikeblog formuliert hat: «Als Biker sind wir Gäste auf dem Wanderwegnetz und sollten uns auch als solche benehmen.»

Das Davoser Beispiel zeigt, dass ein pragmatischer Ansatz sehr gut funktioniert, weil die involvierten Parteien (Wanderer genauso wie Mountainbiker) mehrheitlich toleranter und vernünftiger sind, als manches geharnischte Blog-Votum vermuten lässt. Wieso sich also die Mühe machen und die Trails nach Nutzergruppen aufteilen?

Überrascht Sie die Tatsache, dass die «Open Trail Policy» in Davos und in Graubünden mehrheitlich problemlos funktioniert? Oder sind Sie der Meinung, dass die Wege nach Nutzergruppen aufgeteilt werden sollten?

58 Kommentare zu „Erfolgreiche «Trail-Teilet»“

  1. Patricia Galli sagt:

    “Graubereich“ ist es meist nur in der verdrehten Weltsicht der Biker. Art. 43 Abs. des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) beschreibt klar wo mit Fahrrädern nicht gefahren werden darf: “…Wege die sich nicht eignen oder offensichtlich nicht dafür bestimmt sind, wie Fuss- und Wanderwege“. In Sinne des SVG gilt Fahrradverbot auf somit auf stark von Fussgängern frequentierten Wegen, auf weniger als 2 Meter breiten Wegen, auf unübersichtlichen, steilen und exponierten Wegen oder wenn sie anfällig auf Beschädigungen sind.

    Wenn Velofahrer andere Bedürfnisse haben, sollten sie sich für eine Gesetzesänderung stark machen. Einfach selbstherrlich Wege zu benützen, welche sie weder erstellt haben noch unterhalten, ist arrogante Selbstanmassung, nicht “Grauzone“.

    • radivi sagt:

      @Patricia: Man vergisst dabei leicht, dass Gesetze etwas träge sind und dem gesellschaftlichen Wandel hinterherhinken. Biken ist, insbesondere wenn man die graue Haarpracht der Gesetzgeber in Bern betrachtet, eine moderne Erscheinung. Man kann sich natürlich nun hinter den Gesetzen verstecken und sagen es sei ganz klar reglementiert, oder man wählt einen zeitgemässen pragmatischen Ansatz, so wie das in Graubünden geschieht.

      • Karl Bolliger sagt:

        Super, radivi! Sie bestätigen, dass die Selbstherrlichkeit vieler Mountainbiker kein Cliché ist, sondern das Vorurteil wird durch Ihren Beitrag empirisch bestätigt. Der Ansatz, welcher in Graubünden gewählt wurde, zeigt doch, dass man vielen Mountainbikern erst mal gesunden Menschenverstand beibringen muss.

        Ich hatte noch nie etwas gegen Mountainbiker, die an übersichtlichen Stellen mit gebührendem seitlichem Abstand an mir vorbeidonnern und mich vorher mit einem Klingelschlag auf sich aufmerksam machen. Dazu brauchen weder ich noch Mountainbiker einen Flyer einer Tourismusorganisation zu lesen – jemand der über gesunden Menschenverstand und Anstand verfügt, würde dies in den Sinn kommen. Interessant ist auf jeden Fall, wie sich intolerante Mountainbiker über intolerante Wanderer aufregen – den Toleranten beider Interessengruppen reicht es bei solch einer “Blitzbegegnung” hingegen oft noch zu einem kurzen Gruss.

      • fmeier sagt:

        Das Strassenverkehrsgesetz gilt auch in Davos. Solange es nicht geändert ist, werde ich auch in Davos nicht für Velofahrer auf Wanderwegen zur Seite treten.

        • Patricia Galli sagt:

          Nein und Ja. Kantone können die Details zum Stassenverkehr selber regeln, in Davos gilt deshalb was der Kanton Graubünden definiert hat. Es heisst dort “…Fussgänger haben auf gemeinsam genutzten Wegen gegenüber Mountainbikern in jedem Fall Vortritt” (das übergeordnete Gesetz kann ja nicht umgestossen werden). Insofern also richtig, Velofahrer müssen Platz machen wenn es zuwenig Platz hat.

          • Mr. Chris sagt:

            Angesichts des klaren Wortlauts “Wege, die sich für den Verkehr mit Motorfahrzeugen oder Fahrrädern nicht eignen oder offensichtlich nicht dafür bestimmt sind, wie Fuss- und Wanderwege, dürfen mit solchen Fahrzeugen nicht befahren werden.” besteht für kantonale und kommunale Regelungen eigentlich diesbezüglich kaum Spielraum. M.E. ist das Befahren von Wanderwegen, wie in den Bildern oben dargestellt, zweifelsohne untersagt. Eine abweichende kantonale/kommunale Regelung wäre m.E. klar bundesrechtswidrig und somit ungültig. Wer also reine Wanderwege um Davos mit einem Bike befährt, muss mit einer Busse rechnen, wer z.B. Wanderer gefährdet oder gar verletzt, der muss mit einer Verzeigung und einem mehrmonatigen Entzug des Führerausweises rechnen.

            Eine ganz andere Frage ist, ob das Gesetz hier noch ganz zeitgemäss ist oder ob es einer partiellen Überarbeitung bedürfte.

        • Giachem Parpan sagt:

          Dann werden sie wohl oder übel gerammt. Selber schuld :-)

    • Roger sagt:

      Wurden alle “Wanderwege” von Wandern erstellt? Nein. Da gibt es Wege von der Säumerzeit, von der Kriegszeit, aus der Forstwitschaft etc. Sehr viele Wege hatten einen anderen Zweck als Wandern. Wege waren Wege und nicht Wanderwege! Diese wurden in neuerer Zeit ausgeschildert als Wanderwege. Die Wanderer haben sich zum grossen Teil diesen Wegen bedient. Das Wandern als Freizeitaktivität gibt es noch nicht so lange wie die allermeisten Wege. So ist es auch mit dem Biken. Daher schliesst sich nicht aus, dass Fahrräder nicht auch diese Wege benutzen dürfen.
      Zur Gesetzeslage: Das wurde schon mehrmals in anderen Artikeln erwähnt. Die zitierten Gesetze sind aus einer Zeit wo es noch keine Mountain-Bikes gab. Ich finde auch, dass diese revidiert werden müssen. Also hört mal endlich auf mit diesen alten Gesetzen.
      Noch zum Unterhalt der Wege: Viele Biker und Velo-Vereine sind Mitglied von Schweizer Wanderweg. Damit unterstützen wir auch den Unterhalt der Wege.

      • Patricia Galli sagt:

        “Ich finde auch, dass diese Gesetze revidiert werden müssen. Also hört mal endlich auf mit diesen alten Gesetzen.”
        LOL! Als Unterhaltungswert Note 6, Staatskundlich Note 1.

        “Wurden alle Wanderwege von Wandern erstellt?”
        Hat das jemand behauptet?

    • ZeN sagt:

      @Patricia Galli: im Gesetz heisst es ja offensichtlich “Fahrrad” und nicht “Mountain-Bike”. Mountain-Bikes sind ja gerade dazu bestimmt, auf “nicht-Strassen” gebraucht zu werden. Somit ist das Gesetz nicht klar und müsste präzisiert werden (es ist weder explizit verboten noch explizit erlaubt). Das hat man nun in Davos pragmatisch angegangen.

    • Christian Pfister sagt:

      Auch die Wanderer haben die Wege nicht erstellt und unterhalten tun Sie sie auch nicht selber. Genau wie Wanderer müssen auch Biker Steuern zahlen. Und Patricia, es hat sich schon lange geändert, für was Wege alles bestimmt sind – Graubünden machts vor! Interessanterweise sind es selten die Leute vom Land, die sich beschweren, wenn sie einen Schritt weg von der Wegmitte machen müssen, um einen Biker kreuzen. Es sind meistens Leute aus stadtähnlichen Wohnverhältnissen, welche den Weg auf dem Lande für sich alleine beanspruchen. Es sind genau die Leute die Mühe haben fremde Menschen zu grüssen oder mit einem Lachen durch die wunderbare Gegend zu wandern. Das Problem dieser Leute sind nicht die Biker, das Problem sitz viel tiefer. Gegen dieses Problem können die Biker nichts machen…

    • Thomi sagt:

      Vielen Dank Frau Galli…

      Für die Erstellung und Unterhaltung von Wanderwegen… War es anstrengend?

      mfg

  2. SomeintPhia sagt:

    Toleranz ist entscheidend .. was die Wanderer oftmals vergessen: Die Berge gehören nicht ihnen alleine!

  3. Ich bin in Klosters und Davos als Wanderer, Freerider und Downhiller unterwegs. Es klappt wunderbar. Man grüsst sich freundlich und steht schnell zur Seite. Oft entstehen auch kleine Gespräche und man erklärt sich gegenseitig den Weg. Die Kommunikationspolitik der Bergbahnen hat viel dazu beigetragen, dass man sich gegenseitig respektiert und weiss, dass es keine richtigen oder falschen Wegbenutzer gibt. Mit der neuen klar ausgegrenzten Downhillstrecke in Klosters werden diejenigen Biker kanalisiert, die dem Wanderer nur schon mit ihrer Ausrüstung am meisten Schrecken einjagen. Wie das Beispiel zeigt, kann Toleranz aktiv gefördert werden.

  4. Boris Günther sagt:

    Gegenseitiger Respekt und Toleranz funktioniert also durchaus in den Bergen.
    Und schön, dass dies auch einmal positiv in der Presse hervorgehoben wird.

    Als Wanderer (und nicht biker) habe ich bisher fast nur positive Begegnungen mit Bikern gemacht, auch ausserhalb von Graubünden. 99% der biker bremsen ab, Grüssen freundlich und jeder geht/fährt entspannt seinen Weg – egal wer recht oder unrecht hat vor dem Gesetzt. Weiter so !!!

  5. Jörg Wirz sagt:

    Vieles ist eine Frage der Einstellung. Einige Menschen WOLLEN sich einfach über Dinge ärgern, damit sie ihre Probleme und Komplexe vergessen können. Biker ärgern sich über Wanderer und umgekehrt. Wäre dieser Konflikt gelöst, würden sich die gleichen über das schlechte Wetter, den schlechten und teuren Kaffee, freilaufende Hunde, verspätete Züge oder schleichende Autos ärgern etc..

    Wer mit einer positiven Einstellung und Respekt am Morgen das Haus verlässt, wird am Abend gücklich zurückkehren und wenn er als Biker vor vielen Wanderen bremsen musste, etc. – Diese Menschen würde es mit Humor und Toleranz nehmen und mit der Zeit andere damit anstecken.

    Diese offenen Menschen werden von Davos-Klosters angesprochen (Klingel als Gag z.B.) Deshalb denke ich wird das Konzept aufgehen. – Die ewig Nörgelnden und Frustrierten werden ihre Ferien dort verbringen, wo es viele trennende Verbote hat, damit sie sich den ganzen Tag hindurch ärgern können………. (schön beschissen, oder?)

  6. Davos soll sich einmal vom Engadin inspirieren und informieren lassen, wie das Wandern und Biken dort gelöst ist.

    • Mäsi sagt:

      Wie wir des da geloest? Danke fuer die Aufklaerung.
      Und: Was ist deiner Meinung daran besser, bzw. in Davos schlechter?

    • Mike sagt:

      Öh, wo ist denn da der Unterschied? Ich war letztes Jahr im Engadin, und so wie ich das verstanden habe, ist die Lage dort in etwa gleich. Nämlich super.

  7. Bruno sagt:

    Ist ja schön wenn ..es funktioniert…aber das Problem ist damit nur Regional etwas entschärft….
    Und kann nicht überall so angewendet werden. Als Wanderweg Betreuer sehe ich immer wieder Biker die sehr uneinsichtig sind. Das SVG gibt eigentlich die klare Richtung an.

  8. Thomas sagt:

    Auf der Lenzerheide wurden alle Wege aufgeteilt in Biker-, Wanderer- und gemeinsame Wege. Eigentlich eine gute Idee. Nur leider waren die “Aufteiler” wohl nicht sehr versierte Biker, so das die meisten Trails (Stätzerhornseite) schlicht langweilige Schotterwege sind. Fährt man nun als Biker einen der viel interessanteren Wanderwege ab, reagieren die Wanderer sehr gereizt da das ja “ihre” Wege sind. Die Aufteilung, die eigentlich den Konflikt lösen sollte, hat meiner Erfahrung nach diesen sogar noch verstärkt. Die Wahl des Weges sollte jedem selber überlassen sein, zumal wir Biker heute Wege fahren, welche die meisten Wanderer als unbegehbar bezeichnen würden.

  9. Christian Pfister sagt:

    Interessanterweise sind es selten die Leute vom Lande, die sich beschweren, wenn sie einen Schritt weg von der Wegmitte machen müssen, um einen zu Biker kreuzen. Es sind meistens Leute aus stadtähnlichen Wohnverhältnissen, welche den Weg auf dem Lande für sich alleine beanspruchen. Es sind genau die Leute die Mühe haben fremde Menschen zu grüssen oder mit einem Lachen durch die wunderbare Gegend zu wandern. Das Problem dieser Leute sind nicht die Biker, das Problem sitz viel tiefer. Gegen dieses Problem können die Biker nichts machen…

    • dani meier sagt:

      Wieso sollen die Wanderer vom Fussweg weg und nicht die Biker? Die Biker sind es ja, welche durch Kraut und Rüben shredden wollen!

      • Christian sagt:

        Also hier in Deutschland müssen sich Räder oder wie es bei euch jenseits des Jura so schön heisst Velos noch an die physikalischen Grundgesetze halten. Wer schon mal versucht hat so schön durch KRAUT und RÜBEN zu schredden wird feststellen das dies nicht besonders viel Spass macht bzw. häufig garnicht geht weil die Physik hier limitiert. 99,9999% aller MTBler sind von der Fahrtechnik nicht in der Lage querfeldein,querfelsein oder querwaldein in schwierigem Geelände zu fahren. Rauf geht schon mal garnicht ohne Weg und abwärts ist in der Regel auch nicht wirklich gesund wenn man nicht richtig gut ist. Daher ist das fahren ohne Weg gerne zitiert aber gesehen hat das noch kaum jemand.

        Es geht auch nicht darum ob Wanderer vom Weg runter müssen es geht um Rücksicht. So wie Wanderer Rücksicht von den Velofahrern verlangen, sollte man sich auch nicht absichtlich breit machen um Velofahrer zu blockieren. So ist es mir selbst auf dem Tourenrad schon passiert das Wanderer mich auf Weinbergstrassen gesehen haben aber keinerlei Ambition an den Tag gelegt haben platz zu machen und das Bergauf. Klingeln und ein hallo hat auch nicht geholfen. Statt dessen darf man sich anhören weil nen kleines Schild die Betonpiste als Wanderweg ausschildert das dies ein Wanderweg ist! An der Stelle dürfen und können Traktoren fahren. Rücksichtnahme ist anders.

        Wenn im Gesetzes Text geeignete Wege steht und man Anno dazumal mit Hollandrädern nicht dort fahren konnte deckt sich das heute nicht mehr mit der Realität da sowohl die Fähigkeiten wie auch die Technik der Normalbiker zugenommen hat. Da wie man dem Artikel entnehmen kann sehr wohl manche Wege in Graubünden gesperrt werden für Biker ist das eine sehr pragmatische herrangehensweise.

        Ich gehe davon aus das die lokalen Behörden Wege unter der Prämisse sperren: Hier ist Biken tatsächlich nicht möglich bzw. problematisch bezüglich Wanderern und Natur.

        Leider gibts unter allen Naturnutzern schwarze Schafe. Das fängt bei Wanderern mit absichlichem blockieren an und geht bis zum Spannen von Drahtseilen und hört mein Downhiller auf der ungebremst alles aus dem Weg schreit.
        Egal ob ich zufuss oder per Velo unterwegs bin mit den meisten kann man ganz gut auskommen.

  10. Fredi sagt:

    Es gibt noch unzählige Wanderwege, die von Bikern nicht benutzt werden bzw. gar nicht gefahren werden können. Somit ist der Ansatz, ein paar Wege offiziell für Wanderer sowie auch für Biker freigzugeben (und an die ggs. Rücksichtnahme zu appellieren) für beide Seiten der beste.

  11. Philippe D sagt:

    Unglaublich wie verbissen manche Wanderer hier argumentieren. Als hätten sie ein Monopol für die Berge… Ich bin weder Wanderer noch Biker sehe aber absolut nicht ein warum Menschen die auf ein Zweirad verzichten bevorzugt behadelt werden sollen.

  12. Meine persönliche Erfahrung aus 20 Jahren Mountainbiken, zu 95% aufm Wanderwegnetz:
    Die Dünnhäutigkeit und Rechthaberei der Fussgänger nimmt mit sinkender Distanz zu Ballungsräumen markant zu.
    Den grössten Latz haben in der Regel jene, deren Auto am nächsten am Wanderweg abgestellt ist.

    In den Bergen, wo jeder etwas leisten muss, um überhaupt dorthin zu kommen, wo man sich eben begegnet, schaut es anders aus: Da überwiegt der gegenseitige Respekt, und dümmliche Vorurteile und kindisches Sandkasten-Denken (im Sinne von “ich war zuerst da, also sollen alle anderen fernbleiben, basta!”) sind allenfalls ein “importiertes” Phänomen einiger grantelnder Ausflügler, die ihre miese Laune aus den Ballungszentren in die Berge mitnehmen.

    Angesichts der nur sehr vereinzelt erlebten Unfreundlichkeiten bei der Begegnung mit Wanderern komme auch ich zum Schluss: Das Problem sind nicht die Biker (oder allenfalls ganz wenige Rüpel, die dem Image aller Biker schaden). Das Problem sind Misanthropen und Sauertöpfe, die ihren Lätsch nicht einmal in den Bergen ablegen können – und dann ihre miese Laune und ihr Spiessbürgertum an anderen abreagieren müssen. Und diese anderen sind dann eben die Biker.

    • Wilhelm Occam sagt:

      das ist auch meine Erfahrung als 50-jähriger, in ZH wohnhafter Mountainbiker. Am Uetliberg werde ich gar nicht so selten aggressiv angemacht – obwohl ich wirklich rücksichtvoll fahre. Am Wochenende fahre ich häufig mit dem Zug nach Schwyz oder Brunnen, und steige dort ins Muotatal oder zu den Mythenpässen – und da finde ich hingegen ausschliesslich freundliche und hilfsbereite Wanderer…

  13. Otto Liebschitz sagt:

    Ein Biker, der sich die Natur erklären lässt – für mich ein Paradoxon. Kann mir überhaupt mal jemand sagen, was denn der Kick ist, möglichst schnell durch die Natur zu jagen: Adrenalin, Testosteron, jugendlicher Ubermut, noch nicht abgeworfene Hörner, …? Ich würd’s gern verstehen.

    • Andreas sagt:

      Hallo Herr Liebschitz,
      es geht eigentlich nicht darum, möglichst schnell durch die Natur zu jagen, sondern möglichst flüssig. Das flüssige biken in der Natur erzeugt bei mir ein ganz spezielles, tolles Gefühl. Man spricht von einem Flowzustand, so etwas wie Entspannung durch Konzentration.
      Es geht aber auch um das Glücksgefühl bei Bewältigung von Hindernissen. Das ist ja bei den meisten Sportarten so, in machen Sportarten bezwingt man einen Gegner, beim biken bezwingt man Hürden, sowohl konditionell wie auch koordinatorisch.
      Dazu kommt das Naturerlebnis. Beim biken sind meine Sinne geschärft, ich rieche z.B. den Wald stärker. Oder wenn ich auf einen Berg gebikt bin.
      Ich hoffe, ich konnte ein bisschen zum verstehen beitragen.

      • Otto Liebschitz sagt:

        OK, danke, Andreas für die Antwort. Ich kann’s zwar noch nicht ganz nachvollziehen (den Wald würden Sie intensiver erleben, wenn Sie mal stehenblieben und sich z.B. einen Ameisenhaufen begucken würden), aber ok, jedem das seine. Ich werde Ihnen jedenfalls gerne Platz machen und hoffe, mit Ihnen dann bei einem Bierchen auf der Bergrestaurantterasse ein Schwätzchen zu halten.

        • Andreas Schwendener sagt:

          das eine schliesst das andere nicht aus. Ich halte z.B. ab und zu an, kürzlich sogar tatsächlich bei einem Ameisenhaufen :) Während dem Swiss Bike Masters habe ich sogar auf Eierschwämme geachtet :)

          • Christian sagt:

            Ja Herr Liebschitz und Herr Schwendener

            so geht es mir auch

            Ich fahre seit über 20 Jahren MTB, und das in ganz Europa.
            Ein Urlaub ohne Mtb kann ich mir kaum vorstellen.
            Ich und meine Frau haben schon mehrmals die Alpen überquert .
            Was für ein Erlebniss, an das man sich sein ganzes Leben erinnert.
            Wir halten sehr oft wegen Pflanze, Tieren und schönen Landschaften an und genießen das.
            Ich bezeichne das Mtb als das Skifahren des Sommers.
            Ich wünsche Ihnen Zufriedenheit
            LG
            Christian

      • Stefan Gubser sagt:

        Stimme voll und ganz zu. Zusätzlich sollte man aber noch unterscheiden zwischen jenen, beispielsweise in Klosters, welche den Gothschna Bike Trail herabfahren und jenen, welche auf effektiven Touren sind.
        Bei den Downhillern und Freeridern geht es wohl tatsächlich eher darum eine Strecke möglichst schnell/spektakular zu bewältigen. Diese werden Sie jedoch wohl kaum im Hochalpinen bereich treffen wo keine Bahn hinführt. Die Bikes sind schlichtweg nicht wirklich geeignet bergauf zu fahren.
        Anders sieht es bei den Cross Country Bikes aus. Mit diese fährt man sowohl auch bergauf und macht bspw eine Tour um die Natur zu erleben. Diese sind jedoch in der Regel nicht mit Integralhelm und Vollmontur mit einem affenzahn unterwegs ;-)

    • Herr Liebschitz,
      verschiedene, durchaus repräsentative Studien (u.a. im Auftrag von Swiss Cycling, aber auch von Touristikern erstellt) zeigen, dass Mountain Biker mit weitgehend deckungsgleichen Motiven in die Natur radeln: Raus aus den Ballungsgebieten, rein ins Grüne, die frische Luft und die Bewegung geniessen. Und selbst wenn Sie sich das nicht vorstellen können: Auch die Natur lässt sich dabei erleben. Denn an steilen Anstiegen liegt das Tempo eines Bikers nicht mehr weit über demjenigen eines Fussgängers, und zudem kann man jederzeit anhalten – etwa um sich einen Ameisenhaufen anzugucken. Keine Windschutzscheibe und keine Klimaanlage trennen einen von der Natur, wenn man auf dem Velo sitzt. Und nein, es geht in der Tat nicht darum, möglichst schnell durch die Natur zu jagen – da sind sie falsch informiert bzw. stützen sich auf die Spezies der Feierabend-Dampfablass-Biker. Mit der gleichen Berechtigung könnten sie über joggende Zombies mit Kopfhörer lästern, die vor dem Herzinfarkt davon laufen.

      Ob es Ihnen passt oder (weitaus wahrscheinlicher) nicht: Biker sind Wanderer auf einem geländegängigen Velo. Mit einem Herz und einem Auge für die Natur – und mit einem Aktionsradius, der im Vergleich zu Wanderern im Faktor Vier grösser ist.

    • Christian sagt:

      Es ist ja nicht so das man nicht anhalten kann mit dem Rad.
      Für mich ist es so, wandernd ist mit viel Strapaze Schluss nach 30km und 1000hm, eher sind die Touren kürzer. Man muss noch Bus/Bahn/Auto oder Lift bemühen um tatsächlich das beste aus dem Tag zu machen weil keiner möchte durch Vorstädte oder den Speckgürtel der Städte wandern um am Waldrand schon am Ende zu sein. Hier in Frankfurt sind das 15-20km und 200hm bis ins Mittelgebirge. Mit dem Rad hab ich diese Distanz in unter einer Stunde überwunden und bin erst richtig warm. Dann hab ich noch locker Luft für 60-90km und 2000hm. Alle 45-90 Minuten ne ordentliche Pause bzw. Sightseeing. Wenn unterwegs was interessant erscheint kurzer Griff am Lenker und 3-5Meter später steht man. Die 30km und 1000hm der Wanderstrecke hab ich nach 2 Stunden bereits zusammen. Ich finde nicht das ich dabei weniger sehe als wenn ich sie laufe nur das ich da wo es nix zu sehen gibt eben nicht die Zeit vertrödel. So kann man beispielsweise den Rheinsteig in 5 anstatt 20 Tagen Radwandern und ist dabei extrem entspannt. Kann man dann an einem langen Wochenende anstelle von fast drei Wochen.

      Was anderes ist Training für Rennen und Rennen selbst da hat man nicht immer Zeit, aber selbst da geniesse zumindest ich auch jeden Atemzug an der frischen Luft. Die meisten Trainingseinheiten sollten zudem so sein das man garnicht besonders intesiv fährt also hat man 90% der ca. 5000km pro Jahr jede Menge Zeit die Natur zu erleben. Wandern gehe ich auch aber eher so als Abwechslung um dem Körper auch noch andere Bewegungen zu gestatten. Da hier aber die Anreise bereits Zeit kostet sind das keine 500km pro Jahr und nur am Wochenende während mit dem Rad auch Abstecher in die Natur unter der Woche lohnen.

  14. Wilhelm Occam sagt:

    In Wirklichkeit gibt es diese Probleme nur am Uetliberg. Da gibt es einige rücksichtlose Biker, aber ebenso rabiate Fussgänger welche Biker anpöbeln (sie pöbelten kürzlich sogar meine 5-jährige Tochter, welche wahrlich nicht gemeingefährlich ist!!!). In den übrigen 999’999 Schweizer Bergen findet man Biker und Wanderer welche freundlich, interessiert, und gegenseitig hilfsbereit sind!

  15. Peter Zürcher sagt:

    «Als Biker sind wir Gäste auf dem Wanderwegnetz und sollten uns auch als solche benehmen.» Diese Aussage finde ich sehr treffend und bringt das ganze auf den Punkt. Es bedarf aber auch einer gegenseitigen Wertschätzung. Ich bin immer noch der Meinung, dass Biken und Wanderer gemeinsam diese Wege nutzen können und sollen. Aber wie gesagt, immer mit dem gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme.

    • Sylvia sagt:

      “Ich selbst bin keine Bikerin, aber mit Leib und Seele eine Wanderin. Und warum soll das Wanderwegnetz nicht von beiden Seiten genutzt werden. Vorausgesetzt, dass der gesunde Menschenverstand nicht auf der Strecke oder sollte man besser sagen auf dem Wanderweg bleibt! Gegenseitige Rücksichtnahme, Toleranz und Respekt sollten auch nicht fehlen. Unter diesen Voraussetzungen bräuchte es auch keine gesetzliche Regelung. Auf jeden Fall sind meine Erfahrungen mit Bikern nur positiv ausgefallen. Mir ist nur einmal ein “griesgrämiger” Biker begegnet und zwar in der Uinaschlucht. Es stellte sich heraus, dass er nur so “unfreundlich” wirkte, in Wahrheit aber Höhenangst hatte.

  16. Georg sagt:

    Viele Biker beachten leider auch nicht, dass auf Klingeln oder Rufen keinen Verlass ist, dass der/die WanderIn es auch von hinten hört, wenn er oder sie schwerhörig ist. Daher bitte auf Sicht fahren um rechtzeitig anhalten zu können, genauso wie auf der Strasse, wenn ein Hinderniss kommt.

  17. Jürg w. Schaub sagt:

    Als Begeisteter Wanderer finde ich es eine Zumutung, das die Biker auf den gleichen Wegen fahren dürfen.
    Es gibt sicher solche, die rücksicht nehmen, aber dies ist ein kleiner Teil. Die meisten biker sind Rücksichtslos, wie wollen die
    sich Bemerkbar machen, wenn Sie nicht mal eine Glocke am Velo haben, hätten nie Velo auf den Markt kommen dürfen,
    die ohne Grundausstattung, wie Licht oder Glocke haben, und es kann auch noch so viele Fahrverbote haben,
    die Biker halten sich doch nicht daran. habe es schon erlebt, vom Männlichen auf die Kleine Scheidegg, dort ist ein Fahrverbot
    aber die Halten sich nicht daran.

    • tömsi sagt:

      Oh armer Jürg w.! Da gondelst du vom Parkplatz im Grund auf den Männlichen rauf und dann kommen dir doch tatsächlich Biker entgegen! Welche notabene vorher auf die kleine Scheidegg raufgestrampelt sind! Anfeuern hättest du sie sollen! Und wenn wir Biker einen Lampe am Velo haben sollten, dann wäre bei dir wohl auch eine Stirnlampe angesagt.

  18. Stefan Meier sagt:

    Ich lese und geniesse die herrlich emotionale Diskussion :-) Ich funktioniere in der ganzen Sache ganz einfach: Wenn ich wandere, sind die Biker die Deppen, wenn ich bike, sind die Wanderer die Deppen :-) Es grüsst, ein Wander-Biker oder Bike-Wanderer

    • Chrigel sagt:

      LOL – Hab ich da einen Spiegel vor mir :-)

      Wenn die Stimmung wirklich so giftig wäre wie die Kommentare es glauben lassen – ich hätte das Wandern und Biken schon lange aufgegeben. Das Gegenteil ist der Fall: als Biker begegne ich stets freundlichen Wanderern, als Wanderer praktisch immer rücksichtsvolle Biker. Die Ausnahme bestätigt die Regel, doch das gilt für jede Disziplin. Kurz: so heiss wie in den Foren gekocht wird, wird draussen zum Glück nicht gegessen.

  19. Joscha sagt:

    Das ist ja himmeltraurig was man hier zu lesen hat. Die Wanderer wettern über die Biker und umgekehrt. Die Bergen gehören niemandem und es soll sich ja keiner anmassen dies zu behaupten. Würden alle einander mit Respekt und Toleranz begegnen dann bräuchte es weder ein Gesetz zu diesem Thema noch diesen Artikel. Manchmal wünsche ich mir die Menschen wären etwas weniger engstirnig, dafür etwas offener – auch Neuem gegenüber. Es hat einem Biker noch nie geschadet sein Tempo zu drosseln und etwas zur Seite auszuweichen genauso wie es einem Wanderer nicht schwer fällt sich etwas an den Wegrand zu stellen und den Biker vorbeifahren zu lassen. Basta!

  20. Thomas M. sagt:

    Die Biker sind für mich als Wanderer nicht wirklich ein erlebtes Problem (ich wandere vielleicht am falschen Ort :-) ). Was ich aber zu bedenken geben möchte: Ich muss schon in der Stadt ständig Bikern auf dem Trottoir Platz machen. Gerade für Städter ist doch die Bergwelt auch ein Ort, wo man ein bisschen herunterkommen kann (indem man hinaufgeht), wo alles ein bisschen langsamer funktioniert. Ich will aber den anderen den Kick nicht nehmen, den sie offensichtlich überall brauchen. Ich hätte aber einen guten Vorschlag: Gemeinsame Wege nur dort, wo die Biker auch selber hochfahren müssen. Reine “Downhiller” sollen ihre eigenen Pisten haben.

  21. Didi sagt:

    Es verwundert mich, dass noch niemand auf eine anderes Problem hingewiesen hat. Nämlich, dass Mountain-Bikes die Wege mitunter arg belasten. Das Bild entstand diesen Sommer auf dem Weissenstein und braucht wohl keinen Kommentar…

  22. Felix Gmünder sagt:

    Da kann ich als Wanderer nur lachen: Wir waren soeben 7 Tage in Sils-Baselgia in den Ferien. Die meisten Radler fuhren Vollgas an uns vorbei. Klingeln? Denkste. Als ehemaliger Leistungsportler war ich enttäuscht über den Egoismus der Biker. Wer im Schrittempo an uns vorbei fuhr waren die älteren Semester, die gar nicht wesentlich schneller treten können. Die Ausnahmen liessen sich an einer Hand abzählen, aber es gab sie, das muss anerkannt werden. Entweder haben sie im Engadin bei der Aufklärung der Biker versagt, oder der Artikel beschönigt den Zustand, oder beides. Ich denke, schwere Unfälle sind vorprogrammiert.

  23. Peter Baenziger sagt:

    Ich lebe schon seit 10 Jahren in Sedona, Arizona, USA. Sedona is recht gebirgig und hat viele Wanderwege. Die meisten sind für Reiter, Wanderer und Mountain Biker erlaubt. Die offiziellen Vortrittsregeln geben den Reitern Vortritt vor den Wanderern und den Wanderern vor den Bikern. Das funktioniert meist recht gut, ohne zuviele Konflikte. Natürlich schimpfen Wanderer manchmal über die stinkigen Rossböllen und die “frechen” Biker, aber ganz so Ernst ist das nicht. Wir sind meist freundlich miteinander, treten zur Seite oder stoppen das Bike.

    Hier in Sedona (und dem Coconino National Forest, der Sedona ganz umgiebt) werden die Wanderwege zum grossen Teil von Wanderern und Bikers unterhalten, unter der Aufsicht des Forest Service.

  24. Dani Sturzenegger sagt:

    Zur Aussage von Didi: “Nämlich, dass Mountain-Bikes die Wege mitunter arg belasten.” Sicherlich werden an einigen Stellen, durch (einzelne) Biker die Wege aufgrund schlecht dosierten Bremseinsatzes in Mitleidenschaft gezogen. Da stimme ich Dir zu. Frage an Dich: Gehst Du mit Stöcken in die Berge? Im ALPEN war vor einiger Zeit ein sehr interessanter Artikel zum Thema der Erosion/Schwächung der Grasnarbe und Wege durch den Einsatz von Wanderstöcken zu lesen. Achte Dich das nächste Mal wenn Du unterwegs bist, wieviele Einstichlöcher von Stockspitzen die Wege aufweisen und überlege Dir mal die Verhältnismässigkeit zu den Bremsspuren. Als wandernder und bikender Geograph mit Vegetations- und Geomorpholgie-Ausbildung weiss ich, wovon ich spreche ;) Der Rest wurde bereits gesagt: Mit gegenseitiger Toleranz habe ich schon aus beiden Perspektiven sehr interessante Gespräche am Wegrand geführt – als Biker und Wanderer, mit der jeweilig anderen Bewegungsgruppe. Also lassen wir die Schuldzuweisungen und geniessen zusammen die herrliche Bergwelt.

  25. Ivo Baumgartner sagt:

    Biker mögen Rücksichtslos und Ignorant sein. Das selbe gilt aber auch für Jogger, Inlineskater und nicht zu letzt Wander/Fussgänger.
    Ich fahre selber noch ab und zu Mountain Bike. Früher sehr aktiv Downhill und heute beschäftige ich mich fast nur noch mit Klettern und Wandern / Hochtouren.
    Probleme mit Biker als Wanderer hatte ich bisher keine. Wohl aber mit Militanten Fussgängern beim Biken. Vor etwa sieben Jahren wurde ich mal bei einer Abfahrt auf einem Trail am Üetliberg von einem gespanntem Draht vom Bike geholt. Ich hatte einfach das Glück, dass er mir über die Brust Spannte und nicht beim Hals. Zum seinem Glück habe ich den Übeltäter nie erwischt. Oder Nägel welche auf den Trail gestreut wurden etc. Gab und gibt es alles nach wie vor.
    Was ich damit sagen möchte. So lange das Klima zwischen Biker und Wanderer so vergiftet ist wie es zur Zeit ist, wird es kein nebeneinander geben. Dafür fehlt es schlicht an der Toleranz auf beiden Seiten.

    @ Jürg w. Schaub

    Ich war letzte Woche auf dem Schesaplana. Auf dem Abstieg Richtung Gamsluggen (Sie können sich das ja auf er Karte anschauen) musste ich mit erschrecken feststellen wie viele Leute (Es hat beim Stausee einen Parkplatz welcher diesen Ansturm ermöglicht ) dort hoch gehen. Biker hat es wenn überhaupt so gut wie keine. Ich habe zumindest keinen gesehen. Die Erosion dort war gewaltig. Nur so als bsp. das nicht immer die Biker daran schuld sind.

  26. Wilhelm Occam sagt:

    all denjenigen, die sich über die Velofahrer beschweren sei die Lektüre des heutigen Tagi empfohlen: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/rechtes-ufer/Schuelerin-angefahren-und-verletzt-zurueckgelassen/story/27155400

    Es ist schon manchmals nützlich, daran zu erinnern, wer die Bullies sind um Strassenverkehr.Ich hoffe, dass der kriminelle Autofahrer identifiziert wird und ins Gefängnis landet. Wenn ich aber zusammenzähle, wie häufig ich von SUVs beinahe gestreift werde, wunderts mich nur, dass so etwas nicht häufgier vorkommt.

  27. André sagt:

    Militante Wanderer und aggressive Biker? Zum Glück wohn ich nicht in Zürich…

  28. Velomaid sagt:

    Ich freue mich sehr, dass die Region Davos/Klosters den Mut aufgebracht hat, es auf ihre Art zu lösen und allen Beteiligten ausreichend Freiraum lässt. Ich finde, es funktioniert sehr gut. Vielen Dank dafür!

  29. Steve L. sagt:

    Ich war gerade in Kopenhagen und die Stadt ist ein Musterbeispiel wie man Velos und Autos perfekt aneinander vorbei bringt.
    Die Zürcher Strassenbauer sollen einmal eine Woche nach Kopehangen in die Ferien.

    Zum eigentlichen Thema, in GR funktioniert es eigentlich sehr gut mit den Wandern, aber es gibt immer Ausnahmen,
    aber die sollen sich doch über alles aufregen was ihnen nicht passt.

    Dazu das Gesetz hin oder her, in GR wird nie eine Biker eine Busse bekommen wenn er auf einem Wanderweg fährt.

    Warum dürfen eigentli Fussgänger auf Velowegen laufen?

  30. Ich bin seit vielen Jahren mit dem MTB in den Bergen unterwegs. Besonders gerne besuche ich (immer wieder) Graubünden, da man dort erkannt hat, das ein friedliches und konfliktfreies Nebeneinander von Bikern und Wandern problemlos möglich ist. Graubünden ist ein echtes Vorbild, weltweit!
    Ich komme aus Baden Württemberg, wo die Politiker leider noch nicht so weit sind, und mit einer absurden Gesetzgebung versuchen, das Biken zu kriminalisieren.
    Etwas bedenklich finde ich den Versuch viele Bergbahnen für Biker zu öffnen, und diese dann oben einfach drauf los fahren zu lassen (Davos). Die sensiblen alpinen Wege vertragen zwar einige Biker, vor allem die Ihr Bike fahrtechnisch so beherrschen, dass sie auf den Wegen und vor allem in den Kurven keine Spuren und somit Erosionsschäden hinterlassen. Hier muss allen Beteiligten klar sein, dass der Unterhalt und die Pflege der Wege zusätzliches Engagement erfordert. Zudem müssen die Biker z.B. durch Fahrtechnikkurse und Aufklärung zunächst mal in die Lage versetzt werden, richtig zu fahren. Hier würde eine eindeutige Beschilderung des Wegenetzes und eine Einteilung in Schwierigkeitsgrade (z.Bnach der . Singletrail-skala.de) schon helfen, unerfahrene Biker von sensiblen Wegen fern zu halten.
    Graubünden ist auf dem richtigen Weg, aber es gibt noch Potential ein ideales Ziel zu erreichen.

    Carsten Schymik

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