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Never Mind the Markets

Weshalb Austerität nicht funktioniert

Mark Dittli am Freitag 26. April 2013
«Die beste Definition für Irrsinn ist, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen»: Albert Einstein. (Keystone/Archivbild)

«Die beste Definition für Irrsinn ist, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen»: Albert Einstein. (Keystone/Archivbild)

Einstein soll einst gesagt haben, die beste Definition für Irrsinn sei, das Gleiche wieder und wieder zu tun und sich daraus unterschiedliche Resultate zu erhoffen.

Gemäss dieser Definition sind Politiker und Ökonomen irrsinnig, wenn sie heute fordern, die von anämischem Wachstum und hohen Schulden geplagten Staaten müssten mit der Umsetzung harter Austeritätsmassnahmen wieder auf die Beine kommen. Wieso das? Weil es kein Beispiel in der Geschichte gibt, in der mehrere gewichtige Länder gleichzeitig dank Austeritätspolitik – also Kürzungen von Staatsausgaben, um das Haushaltsbudget zu konsolidieren und Staatsschulden abzutragen – gesundet sind. Versucht wurde es mehrmals, aber funktioniert hat es nie.

Die vergangenen zwei Wochen waren denkbar frustrierend für die Austeritätsfantasten. Die von den Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff aufgestellte These, wonach Staaten massiv an Wachstumsdynamik verlieren, wenn die Schuldenquote 90% der Wirtschaftsleistung übersteigt, ist spektakulär in Rauch aufgegangen (in diesem Blogbeitrag mehr dazu). Um den wohl strammsten Verfechter der Austeritätspolitik unter den namhaften Ökonomen, Alberto Alesina, ist es derweil schon seit längerer Zeit ruhig geworden – ihm wurde bereits vor gut zwei Jahren in diesem Papier von Mike Konczal eine reichlich naive Interpretation seiner Forschungsdaten nachgewiesen.

Die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds haben längst erkannt, dass Austerität in der heutigen Situation das falsche Rezept ist, doch Europa steckt immer noch im Würgegriff der Hardliner. Die Agenda für die Eurozone müsse sich auf Fiskalkonsolidierung und Strukturreformen konzentrieren, twitterte Jeroen Dijsselbloem, der niederländische Finanzminister und Vorsitzende der Eurogruppe, am vergangenen Wochenende.

Dieser Tage ist ein Buch erschienen, das er vielleicht lesen sollte: Austerity – The History of a Dangerous Idea. Geschrieben hat es Mark Blyth, Professor für Politökonomie an der Brown University in Providence, Rhode Island. Er beschreibt darin die gut dreihundertjährige Geschichte der philosophischen Auseinandersetzung zwischen Markt und Staat, angefangen mit John Locke, weitergeführt von David Hume und Adam Smith und danach von David Ricardo und John Stuart Mill bis hin zu den «Österreichern» und Keynes.

Blyth zeigt in seinem Buch auf, dass Austerität immer kläglich versagt hat, wenn zu viele Länder gleichzeitig diese Politik verfolgten und damit nicht von einem Nachfrageboom im Aussenhandel profitieren konnten. Die einzigen Beispiele, die funktionierten, liefern kleine, exportorientierte Volkswirtschaften, die von einer brummenden Weltkonjunktur profitieren und in den allermeisten Fällen ihre eigene Währung markant abwerten konnten (etwa Kanada in den Achtziger- und Schweden in den Neunzigerjahren).

Die wichtigsten Begründungen, weshalb Austerität nicht funktionieren kann, liefert Blyth in diesem Video (amüsante Spezialeffekte und schottischer Akzent inklusive):

Das grundsätzliche Problem ist der Zustand der sogenannten Bilanzrezession, in der sich auch heute noch Volkswirtschaften wie Spanien, Grossbritannien, Japan, Portugal, Irland und teilweise auch die USA befinden. Das Phänomen der Bilanzrezession haben wir in diesem Kommentar schon eingehend thematisiert, daher nur das Wichtigste in Kürze. Am deutlichsten sichtbar wird das Dilemma, wenn man sich vor Augen führt, dass eine Volkswirtschaft nur aus vier Nachfragegruppen besteht:

  1. Private Haushalte
  2. Private Unternehmen
  3. Der Staat
  4. Export (d.h. Nachfrage von Privaten und Staaten im Ausland)

Der Zustand einer Bilanzrezession tritt in der Regel auf, wenn eine Volkswirtschaft einen von einem markanten privaten Schuldenaufbau getriebenen Boom (oftmals im Immobiliensektor) hinter sich hat und in einen heftigen Abschwung gekippt ist. Die privaten Individuen unter den Haushalten und Unternehmen sehen sich plötzlich mit einer überschuldeten Bilanz konfrontiert. Jeder Einzelne tut in dieser Situation für sich das Vernünftigste und versucht, zu sparen, seine Bilanz zu sanieren und Schulden abzubauen. Wenn das jedoch alle gleichzeitig tun, stellt sich das Sparparadoxon ein: Wenn alle gleichzeitig sparen, brechen Konsum und Unternehmensinvestitionen ein und die aggregierte Nachfrage in der Wirtschaft sackt zusammen. Dieser Zustand hält so lange an, bis die privaten Bilanzen saniert sind – und das dauert meist Jahre.

Von den oben beschriebenen Nachfragekomponenten verbleiben somit die Nummern drei und vier, die die Wirtschaft noch einigermassen in der Luft halten. Doch nun kommen die Austeritätspropheten und fordern, auch der Staat müsse jetzt sparen und seine Ausgaben zurückfahren, womit die Nachfragegruppe drei ebenfalls wegfällt.

Verbleibt noch die vierte Gruppe, das Ausland. Doch nicht nur unter Haushalten und Unternehmen, auch unter den Staaten kann sich das Sparparadoxon einstellen: Wenn zu viele Länder gleichzeitig in einer Bilanzrezession stecken und ihre Staatsausgaben drosseln, ist es ein Ding der Unmöglichkeit, dass alle diese Länder von einem boomenden Aussenhandel leben können.

Genau das spielt sich in Europa seit mehr als drei Jahren ab. Freiwillig (im Fall Grossbritanniens) und unfreiwillig (Spanien, Italien, Portugal, Griechenland, Irland) steckt ein beträchtlicher Teil der Eurozone in der Austeritätsfalle. Die Resultate sind ernüchternd: In all diesen Ländern steigen die Staatsschulden und die Arbeitslosenraten, die öffentlichen Finanzen verharren hartnäckig im Defizit und sie finden keinen Weg aus der Lethargie.

Mit diesem Krankheitsverlauf hätte jeder Arzt längst seine Therapiemethode geändert.

Die Links zum Wochenende:

  • Hier ein spannendes Interview, dass mein Redaktionskollege Dietegen Müller in Frankfurt mit Mohamed El-Erian, dem Chef des weltgrössten Bond-Investors Pimco, geführt hat.
  • Und in eigener Sache, die aktuelle FuW-Umfrage: Finden Sie, die Schweiz solle das Bankkundengeheimnis aufgeben und den automatischen Informationsaustausch von Kundendaten annehmen, sofern dieser dereinst auf Ebene der OECD zum Standard wird? Sagen Sie uns hier Ihre Meinung.

Der irrationale Antrieb des Kapitalismus

Markus Diem Meier am Mittwoch 24. April 2013
Keine Schraube locker: Der chinesische Bauer Shu Mansheng glaubt daran, dass sein Fluggerät Marke Eigenbau doch noch abhebt. (Bild: Reuters)

Keine Schraube locker: Der chinesische Tüftler Shu Mansheng glaubt daran, dass sein Fluggerät Marke Eigenbau irgendwann doch noch abhebt. (Bild: Reuters)

In den letzten Jahrzehnten haben Ökonomen stark auf dem Modell von rationalen Individuen aufgebaut. Tatsächlich sind es aber irrationale Verhaltensweisen, die den Erfolg des Kapitalismus ausmachen.

Das Buch «Schnelles Denken, langsames Denken» von Daniel Kahneman war weltweit ein Bestseller unter den Sachbüchern. Tatsächlich gehört das Werk des Psychologen, Wirtschaftsnobelpreisträgers und Mitbegründers der Verhaltensökonomie («Behavioural Economics» bzw. «Behavioural Finance») zum besten, was es zu lesen gibt. Letzte Woche war der Mann auch in Zürich, wo es nicht genügend Platz hatte, damit ihn alle hören konnten, die das wollten.

Das Thema von Kahnemann, wie das aller Verhaltensökonomen, ist die Irrationalität menschlichen Verhaltens in seinem ökonomischen Handeln. Wobei rational und irrational sich an der Vorstellung der Ökonomen zu diesen Begriffen orientiert. In aller Kürze ist ein Verhalten dann irrational, wenn jemand etwas tut, das für sie oder ihn nach bestem Wissen (bzw. mit bestem Wissen um die Wahrscheinlichkeit aller Resultate) negative Konsequenzen hat. Die grundlegenden Modelle der Mikro-, wie der Makroökonomie basieren auf dem Menschenbild grundsätzlich rationaler Individuen (das war schon einmal Thema hier). Diese Modelle schliessen Irrationalität in Einzelfällen nicht aus. Als Treiber wirtschaftlicher Prozesse werden sie aber genauso ausgeschlossen wie die Möglichkeit, dass gleich alle Menschen in Bezug auf gewissen Verhaltensweisen irrational handeln könnten.

Die Verhaltensökonomen sehen das anders und verweisen auf ein weit verbreitetes irrationales Verhalten praktisch aller Individuen in Bezug auf bestimmte Verhaltensweisen – diese Ökonomen behaupten also keinesfalls, jedes Verhalten sei irrational und die hergebrachte Ökonomie sei nun völlig wertlos geworden.

Wie Kahneman in Kapitel 24 seines Buches unter dem Titel «Die Maschine des Kapitalismus» sollte man vorsichtig mit der Beurteilung von Irrationalität sein. Denn hier wird klar, dass nicht die Rationalität, sondern die Irrationalität der wahre Treiber unseres Wirtschaftssystems ist: Ganz einfach, weil aus rationalem Kalkül kaum Unternehmen gegründet würden. Dazu braucht es eine gehörige Portion Selbstüberschätzung von Unternehmensgründern und eine Unterschätzung der Konkurrenz. Hier die wichtigsten Zitate aus dem Kapitel:

«Die Wahrscheinlichkeit, dass ein neu gegründetes Kleinunternehmen die ersten fünf Jahre überstehen wird, beträgt etwa 35 Prozent. Aber die Personen, die solche Unternehmen gründen, glauben nicht, dass diese statistischen Werte für sie gelten…»

«Meistens unterschätzen risikofreudige Akteure die Risiken, die sie eingehen, und sie bemühen sich nicht hinlänglich, die Höhe der Risiken herauszufinden. Weil sie die Risiken falsch einschätzen, halten sich optimistische Unternehmer oftmals für besonnen, auch wenn sie dies nicht sind. Ihr Glaube an ihren zukünftigen Erfolg fördert eine positive Stimmung, die ihnen hilft sich Finanzmittel von anderen zu beschaffen, die Arbeitsmoral ihrer Beschäftigten zu heben und die Erfolgschancen ihrer Firma zu erhöhen. Wenn Tatkraft gefragt ist, ist Optimismus, selbst wenn er leicht wahnhafte Züge trägt, eine gute Sache…»

«47 Prozent der Erfinder setzen ihre Entwicklungsbemühungen auch dann noch fort, nachdem ihnen die Aussichtslosigkeit ihres Projekts mitgeteilt worden war, und im Schnitt haben diese beharrlichen (beziehungsweise starrsinnigen) Personen ihre anfänglichen Verluste verdoppelt, ehe sie aufgaben…»

«Psychologen haben bestätigt, dass die meisten Menschen ernsthaft glauben, sie seien in den meisten wünschenswerten Persönlichkeitszügen der Mehrheit überlegen.»

«Wir konzentrieren uns auf das, was wir tun wollen und können, und vernachlässigen die Pläne und Fähigkeiten von anderen.»

Die Gründung von Unternehmen nützt zwar der Gesellschaft insgesamt, in den meisten Fällen nicht aber jenen, die das auf sich nehmen. Sie könnten auf andere Art einfacher zu mehr Einkommen gelangen:

«Insgesamt war der Kapitalertrag aus privaten Erfindungen gering, geringer als die Rendite von Private-Equity-Anlagen oder hochriskanten Wertpapieren.»

«Bei gleicher Qualifikation ist es für Erwerbstätige finanziell vorteilhafter, ihre Kompetenzen an einen Arbeitgeber zu verkaufen, als sich damit selbstständig zu machen.»

Die Überlegungen Kahnemans sind nicht neu in der Geschichte der Ökonomie. Dass es gerade das ständige Versuchen von Neuem durch Unternehmer und ihr verbreitetes Scheitern ist, das den Kapitalismus antreibt, war schon eine zentrale Aussage des österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter in dessen Buch «Capitalism, Socialism and Democracy». Veröffentlicht wurde es 1942 in den USA. Hier hat Schumpeter den Begriff der «schöpferischen Zerstörung» geprägt und ihn als den «essenziellen Fakt des Kapitalismus» bezeichnet. Immer wieder werde die ökonomische Struktur von innen heraus revolutioniert, immer wieder zerstörten neue Schöpfungen, bzw. Innovationen alte Strukturen. Schumpeter im Orignal:

The opening up of new markets, foreign or domestic, and the organizational development from the craft shop and factory to such concerns as U.S. Steel illustrate the same process of industrial mutation – if I may use that biological term -  that incessantly revolutionizes the economic structure from within, incessantly destroying the old one, incessantly creating a new one. This process of Creative Destruction is the essential fact about capitalism. It is what capitalism consists in and what every capitalist concern has got to live in.

Nur dank der Selbstüberschätzung, wie sie Kahneman ausführt, wird dieser fruchtbare Prozess der Neuschöpfungen und des andauernden Niedergangs am Laufen gehalten.

Die Bedeutung des spontanen, durch kein rationales Kalkül gestützten wirtschaftlichen Handelns betont schliesslich auch John Maynard Keynes in den folgenden Passagen aus dem 12. Kapitel seines Hauptwerks «General Theory of Employment, Interest and Money» aus dem Jahr 1936:

«Even apart from the instability due to speculation, there is the instability due to the characteristic of human nature that a large proportion of our positive activities depend on spontaneous optimism rather than on a mathematical expectation, whether moral or hedonistic or economic. Most, probably, of our decisions to do something positive, the full consequences of which will be drawn out over many days to come, can only be taken as a result of animal spirits—of a spontaneous urge to action rather than inaction, and not as the outcome of a weighted average of quantitative benefits multiplied by quantitative probabilities.»

Wie Kahneman sieht Keynes das Handeln nicht durch ein rationales Kalkül motiviert. Viel wichtiger sei spontaner Optimismus (oder zuweilen auch Pessimismus), was er als «animal spirits»bezeichnet – einen tief in uns liegenden Antrieb. Ohne diesen würde das Unternehmertum verwelken:

«…Thus if the animal spirits are dimmed and the spontaneous optimism falters, leaving us to depend on nothing but a mathematical expectation, enterprise will fade and die; – though fears of loss may have a basis no more reasonable than hopes of profit had before.»

«It is safe to say that enterprise which depends on hopes stretching into the future benefits the community as a whole. But individual initiative will only be adequate when reasonable calculation is supplemented and supported by animal spirits, so that the thought of ultimate loss which often overtakes pioneers, as experience undoubtedly tells us and them, is put aside as a healthy man puts aside the expectation of death.»

Ja, diese Erkenntnis erklärt auch die fundamentale Instabilität wirtschaftlicher Entwicklung: Denn der Optimismus kann plötzlich in Pessimismus umschlagen und beide Stimmungslagen können ganze Volkswirtschaften zu Übertreibungen in beide Richtungen verleiten. Das war das Hauptthema von Keynes.

Das japanische Urrätsel

Tobias Straumann am Montag 22. April 2013
The New fighting the Old in early Meiji Japan circa 1870

Wie ist die wirtschaftliche Entwicklung Japans zu interpretieren? Im Bild: Darstellung des Kampfes zwischen Tradition und Moderne in Japan, ca. 1870. (Quelle: Printing Museum)

Japan ist von allen OECD-Mitgliedern das rätselhafteste Land. Seit mehr als 20 Jahren verharrt die Wirtschaft in Stagnation, die Preise bleiben stabil trotz expansiver Geldpolitik, und die Staatsverschuldung ist mittlerweile höher als 200 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Gleichzeitig beträgt die Arbeitslosigkeit aber nur etwa fünf Prozent. Wie ist das möglich?

Natürlich gibt es eine Reihe von guten Erklärungen, was die Stagnation und die hohe Staatsverschuldung anbelangt. Japan leidet immer noch unter den Folgen der verheerenden Bankenkrise, die anfangs der 1990er-Jahre ausgebrochen ist. Aber sobald man nach einer Erklärung für die geringe Arbeitslosenquote sucht, wird es schwieriger. Die Überalterung der Gesellschaft ist ein wichtiger Faktor, auch die rückläufige Erwerbsquote der Frauen spielt eine Rolle. Nur sind das keine wirklich unabhängigen Variablen. Sie verweisen auf viel grundlegendere Faktoren, die mit dem speziellen kulturellen und institutionellen Rahmen des Landes zu tun haben. Japan ist anders.

Die geringe Arbeitslosenrate trotz wirtschaftlicher Stagnation ist aber nur das letzte Beispiel einer langen Serie von japanischen Rätseln. Ungelöst geblieben ist insbesondere die Frage, warum es Japan als einzigem nicht westlichen Land gelungen ist, bereits im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine erfolgreiche Industrialisierung einzuleiten. Die Grafik zeigt, wie Japan von 1870 bis 1930 die grossen asiatischen Nachbarn abhängte.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Land noch hoffnungslos rückständig im Vergleich zu den europäischen Grossmächten und den USA gewesen. Der Amerikaner Perry hatte 1854 keine Mühe, die japanische Regierung zur Öffnung einiger Häfen zu zwingen, als er mit vier Kriegsschiffen in der Bucht von Tokyo aufkreuzte. Japan drohte dasselbe Schicksal wie China, das nach dem ersten Opiumkrieg (1839-1842) den Binnenmarkt für den ausländischen Handel zugänglich machen und Hongkong abtreten musste.

Wenig später kam mit der Meiji-Restauration von 1868 die grosse Wende. Das jahrhundertealte Schogunat wurde ersetzt durch eine Art konstitutionelle Monarchie, und es setzte eine umfassende institutionelle Reform ein, die in der Geschichte ihresgleichen sucht. 1899 wurde die ganze Transformation in eine moderne Verfassung gegossen. Gleichzeitig setzte der industrielle Aufschwung ein, zunächst in der Seidenindustrie, etwas verzögert dann auch in den Zulieferindustrien.

Das erstarkte Japan beginnt nun auch sehr schnell, die Armee aufzurüsten und militärisch zu expandieren. 1876 besetzt es die Bonin und Riu-Kiu-Inseln, 1895 besiegt es China und gliedert Formosa (Taiwan) ein, 1904/05 gewinnt es gegen Russland, 1910 annektiert es die koreanische Halbinsel. Fünfzig Jahre zuvor hatte noch die Kolonialisierung gedroht, jetzt war Japan selber ein Kolonialreich. In den 1930er-Jahren überfiel es schliesslich China und löste den Zweiten Weltkrieg in Ostasien aus.

Wiederum gibt es auch bei diesem japanischen Urrätsel eine Reihe von Erklärungen. So war Japan um 1850 weniger rückständig, als es auf den ersten Blick scheint. Der Binnenmarkt war gut erschlossen, die Landwirtschaft für vormoderne Verhältnisse höchst produktiv, der Bildungsstand beeindruckend, und seit 1700 hatte das Textilgewerbe dank dezentraler Produktion grosse Fortschritte gemacht (Protoindustrialisierung). In vielerlei Hinsicht hatte Japan ähnliche Strukturen wie Europa am Vorabend der industriellen Revolution.

Dennoch bleibt ein unerklärter Rest übrig. Japan ist anders.

Shitstorm, mal anders

Mark Dittli am Freitag 19. April 2013
Die Ökonomen Kenneth Rogoff und Carmen Reinhart. (Keystone)

Müssen für einen Berechnungsfehler viel Kritik einstecken: Die Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff. (Keystone)

Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff werden Excel bis in alle Ewigkeit verfluchen. Seit vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass die beiden US-Ökonomen in einem viel beachteten Forschungspapier einen Programmierfehler in ihrem Excel-Spreadsheet begangen haben, ist in der Blogosphäre ein regelrechter Shitstorm über die beiden ausgebrochen.

Die Kritik ist berechtigt. Gleichzeitig schiesst sie aber zum Teil auch grob am Ziel vorbei, und es wäre komplett falsch, jetzt die gesamte in den letzten Jahren geleistete Arbeit der beiden zu missachten. Reinhart/Rogoff haben eine Verteidigung verdient.

Aber der Reihe nach.

Im Januar 2010 publizierten R&R dieses Papier mit dem Titel «Growth in a Time of Debt». Sie kamen darin zum Schluss, dass die Wirtschaftswachstumsrate von Ländern tiefer ist, wenn die Höhe der Staatsschulden rund 90 Prozent des Bruttoinlandproduktes überschreitet. Dieses Resultat zogen sie aus einer Untersuchung der Wachstums- und Verschuldungsraten von zwanzig entwickelten Staaten im Zeitraum von 1946 bis 2009.

Das Papier hatte einen immensen Einfluss. Zahlreiche Ökonomen, vor allem aber Politiker wie der US-Kongressabgeordnete Paul Ryan, übernahmen die «magische Grenze von 90 Prozent». Hundertfach wurde das Argument gehört, Staaten müssten unbedingt Austeritäts- und Sparmassnahmen einleiten, wenn sich die Schulden gegen 90 Prozent des BIP näherten.

Es gab zwar immer wieder Kritik und Zweifel an den Schlussfolgerungen Rogoffs und Reinharts, aber die beiden Ökonomen gaben nie genauen Einblick in ihre gesammelten Daten. Nun haben aber Thomas Herndon, Michael Ash und Robert Pollin von der University of Massachusetts in Amherst die Daten repliziert und kommen zum Schluss, dass die Zahlen von R&R unmöglich stimmen können. Hier die Originalstudie von Herndon und seinen Kollegen. Wir wollen nicht in die Details der Excel-Fehler gehen; hier ist eine gute Zusammenfassung von Mike Konczal auf dem Next New Deal Blog, und hier eine in Deutsch verfasste Auseinandersetzung damit von meinem Redaktionskollegen Alexander Trentin.

Dann ging der Sturm los. In Dutzenden von Blogs und Medien wurden R&R thematisiert. Der Tenor: Die Propheten der harten Austeritätspolitik liegen falsch. Verschlimmert haben Reinhart und Rogoff die Sache noch mit dieser schwachen Replik auf die Kritik.

Aber, und jetzt kommt die Verteidigung: Reinhart und Rogoff mögen zwar falsch gerechnet und irreführende Kausalitäten aufgestellt haben, aber sie waren nie diejenigen, die daraus forderten, die Regierungen von Staaten wie Italien, Spanien oder auch die USA müssten während der Grossen Rezession, die sie in den letzten Jahren durchliefen (respektive immer noch durchlaufen) die Staatsausgaben massiv kürzen und auf Austerität setzen, um den Schuldenaufbau zu bremsen. Gerade kürzlich hat Rogoff in diesem Interview vor dem Irrglauben gewarnt, die Peripherieländer Europas kämen mit der von Deutschland geforderten Austeritätspolitik wieder auf die Beine.

Viel wichtiger als das nun in Verruf geratene Papier aus dem Jahr 2010 ist ohnehin ihr Buch «This Time is Different» aus dem Jahr 2009. Dort kommt die These von den 90 Prozent nicht vor, sondern es geht darin um zwei viel wichtigere – und leider auch heute in der öffentlichen Diskussion oft wieder vergessenen – Erkenntnisse: In ihrer Untersuchung von Dutzenden von Finanzkrisen über mehrere Jahrhunderte konnten R&R zeigen, dass

  • Rezessionen, die auf Finanzkrisen folgen, überdurchschnittlich hart und lang ausfallen und sie daher eine komplett andere Dynamik aufweisen als «normale», vom Geschäftszyklus getriebene Rezessionen, sowie
  • in den Rezessionsjahren nach Finanzkrisen die Schulden des betreffenden Staates immer in die Höhe schiessen. Der Grund dafür sind nicht etwa «keynesianische» Stützprogramme, sondern die Tatsache, dass im Zug der überdurchschnittlich harten Rezession die Steuereinnahmen massiv wegbrechen. Ein sekundärer Grund sind die Kosten der Verstaatlichung kollabierter Banken.

Diese beiden Erkenntnisse waren in den USA, Grossbritannien, Irland oder Spanien in den letzten Jahren perfekt zu sehen. Bestes Anschauungsbeispiel lieferten Irland und Spanien, die beide eine horrende Finanzkrise durchliefen: Noch bis im Jahr 2007 lagen ihre Staatsschulden auf rund 30 Prozent ihres BIP. Erst mit der Krise und der anschliessenden Rezession haben sie sich verdreifacht.

Wer von Reinhart und Rogoff etwas lernen will, sollte also «This Time is Different» lesen. Und nicht «Growth in a Time of Debt».

Hier noch einige Links zum Wochenende:

Eine kurze Geschichte der Staatsquote

Tobias Straumann am Montag 15. April 2013
Arbeiterinnen in einer Reifenfabrik in Manchester während des Ersten Weltkriegs, September 1918. (Quelle: Imperial War Museum)

Arbeiterinnen in einer Reifenfabrik in Manchester während des Ersten Weltkriegs, September 1918. (Quelle: Imperial War Museum)

Wenn man die Thatcher-Nachrufe in den deutschsprachigen Zeitungen las, bekam man bisweilen das Gefühl, dass der Staat in den 80er Jahren spurlos verschwunden ist. Ein Blick auf die Entwicklung der britischen Staatsquote zeigt hingegen, dass sich kaum etwas verändert hat. Man muss es eher umgekehrt formulieren: Nicht einmal Thatcher hat es geschafft, die Staatsquote zu reduzieren. Seit den frühen 70er Jahren hält sich die Quote hartnäckig bei rund 50 Prozent. Die Schwankungen sind rein konjunkturell bedingt.

Die Grafik zeigt zudem, dass das grosse Wachstum der Staatsquote relativ kurzfristig stattgefunden hat. Noch 1913, unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg, lag der Anteil des Staates bei etwas mehr als 10 Prozent, obwohl die Verwaltung und Verteidigung des British Empire nicht ganz billig waren. Der Erste Weltkrieg brachte dann vorübergehend einen starken Anstieg, der nach dem Krieg wieder abgebaut werden konnte – allerdings nicht mehr ganz auf das Vorkriegsniveau. Es fand eine Verschiebung des Plateaus statt («displacement effect»). Der Grund dafür ist einfach: Der Erste Weltkrieg verlangte von der Bevölkerung grosse Opfer, und dafür wollten die Soldaten und ihre Familien entschädigt werden. Einerseits setzte sich das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen durch, was neue Ansprüche an den Staat zur Folge hatte, andererseits baute man den Wohlfahrtsstaat aus.

Beim Zweiten Weltkrieg wiederholte sich diese Entwicklung: kurzfristig ein starker Anstieg der Staatsquote, dann eine rasche Reduktion, aber wiederum ein «displacement effect». Churchill wurde 1945 abgewählt, eine Labour-Regierung übernahm das Ruder, die sich einen besser ausgebauten Wohlfahrsstaat auf die Fahnen geschrieben hatte (auf der Grundlage des Beveridge-Plans von 1942). Nun kletterte die Staatsquote in Friedenszeiten erstmals bis auf 50 Prozent. In Grossbritannien – wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern – scheint dies die obere Grenze zu sein.

Grossbritannien bietet zudem interessanten Anschauungsunterricht zur historischen Entwicklung der Staatsschulden. Auch hier sieht man eine enge Korrelation mit den kriegsbedingten Staatsausgaben.

Man erkennt auf den ersten Blick, dass das 18. Jahrhundert das blutigste Säkulum der jüngeren Geschichte war. Die vielen Spitzen stehen für die grossen Kriege zwischen Grossbritannien und Frankreich, insbesondere der Spanische Erbfolgekrieg (1701-14), der Siebenjährige Krieg (1756-63), der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg (1775-83) und die Koalitionskriege bzw. Napoleonischen Kriege (1792-1815). Der britische Staat versuchte jeweils die Friedenszeit dazu zu nutzen, um die Schulden schnell zu reduzieren, aber weil nach wenigen Jahren bereits der nächste Krieg ausbrach, ergab sich ein steil aufsteigender Trend. Von 1688 bis 1815 herrschte durchschnittlich in jedem zweiten Jahr Krieg.

Das 19. Jahrhundert hingegen war sehr friedlich. Es gelang, die Schulden langsam abzubauen. Vor dem Ersten Weltkrieg betrugen sie weniger als 50 Prozent des britischen Bruttoinlandprodukts (BIP). Darauf folgten aber wieder kriegerische Jahrzehnte, so dass am Ende des Zweiten Weltkriegs die Schuldenhöhe die historische Höchstmarke von 1815 erreichte.

In jüngster Zeit sind die britischen Staatsschulden erstmals in der Friedenszeit stark angestiegen (nicht mehr auf der obigen Grafik sichtbar). Im vierten Quartal 2012 betrugen sie bereits 90 Prozent des BIP. Die Finanzkrise hatte eine ähnliche Wirkung wie ein Krieg: Sie vernichtete enorm viel Vermögen und nahm den Staat stark in Anspruch – direkt über die Bankenrettung und indirekt über die Rezession, die zu einem Einbruch der Steuereinnahmen und einem Anstieg der Sozialausgaben führte. Wir werden sehen, ob es gelingt, die Staatsschulden wieder zu reduzieren, sobald die Krise ausgestanden ist.

Maggie Thatchers stiller Helfer

Mark Dittli am Freitag 12. April 2013
10-Pfund-Note. (EPA/Andy Rain)

Margaret Thatcher war immer gegen eine Gemeinschaftswährung: Britische 10-Pfund-Note. (EPA/Andy Rain)

Es klingt verlockend: Die Härte, mit der Margaret Thatcher in der ersten Hälfte der Achtzigerjahre die britische Wirtschaft auf Vordermann gebracht hat, könnte als Beispiel für heutige europäische Sklerose-Staaten wie Spanien und Italien dienen. Schliesslich geht es damals wie heute um die gleichen Probleme: verkrustete Strukturen, ein ineffizienter Staatsapparat, unflexible Arbeitsmärkte, unnachgiebige Gewerkschaften.

Verlockend, in der Tat. Nur besteht ein gewichtiger Unterschied zwischen Grossbritannien vor dreissig Jahren und den heutigen Euro-Peripheriestaaten.

Zunächst: In einer Sache besteht kein Zweifel. Margaret Thatcher, die am Montag 87-jährig verstorbene ehemalige Premierministerin Grossbritanniens (im Amt 1979-1990) war eine transformative politische Figur. Sie hat vieles richtig gemacht. Sie hat in den frühen Jahren ihrer Amtszeit die Inflation besiegt, 1982 im Falkland-Krieg den Operetten-Generälen aus Buenos Aires die Stirn geboten. Sie hat Staatsbetriebe privatisiert, den Fiskalhaushalt in Ordnung gebracht und, ja, die überaus mächtige Gewerkschaft der National Union of Mineworkers niedergerungen. (Den Big Bang, die Liberalisierung des Finanzsektors 1986, und dessen langfristigen Folgen lassen wir an dieser Stelle mal auf der Seite.)

Aussenpolitisch war Thatcher eine Fackel der Freiheit für die Bevölkerung in den osteuropäischen Ländern – und sie erkannte weit vor ihrem Buddy Ronald Reagan, dass mit Michail Gorbatschow in Moskau ein verhandlungsbereiter Mann im Kreml sass, zu dem die Annäherung gesucht werden musste.

Sie unterstützte den Single European Act von 1986, der zur Schaffung eines geeinten, freien Wirtschaftsraums in der Europäischen Union führte.

Und sie war eine vehemente Gegnerin der Idee einer Gemeinschaftswährung. Für Margaret Thatcher war stets klar: Ein Staat gibt ein zu wichtiges Stück seiner Souveränität auf, wenn er seine Geldpolitik aus der Hand gibt.

Genau das müssen Italien und Spanien – auch Deutschland – heute schmerzlich erfahren. Sie haben mit der Euro-Mitgliedschaft die Autonomie über ihre Geldpolitik verloren. Und damit kommen wir zum Unterschied zwischen Grossbritannien in den Achtzigerjahren und den heutigen Euro-Problemstaaten. Die folgende Grafik zeigt den Wechselkurs des Pfundes zum US-Dollar (Quelle: St. Louis Fed):

Die relevante Bewegung spielte sich zwischen 1980 und 1985 ab: Im vierten Quartal 1980 kostete ein Pfund gemäss Daten der Bank of England im Mittel 2.39 US-Dollar. Im ersten Quartal 1985 waren es noch 1.12 Dollar. Der Wechselkurs des Pfundes zum Dollar ermässigte sich genau in den Jahren, in denen Thatcher ihren harten Austeritätskurs umsetzte, um 53 Prozent. Die USA waren damals mit einem Anteil von 20 Prozent der mit Abstand wichtigste Handelspartner Grossbritanniens.

Ähnlich sah das Verhältnis zu Deutschland, dem zweitwichtigsten Handelspartner, aus: Anfang 1981 kostete ein Pfund 4.82 D-Mark. Ende 1986 waren es noch 2.83 D-Mark. Das Pfund hatte 41 Prozent an Wert verloren. Gewichtet über alle Handelspartner sank der Aussenwert des Pfundes zwischen 1980 und 1986 um etwas mehr 30 Prozent.

(An dieser Stelle ein kleiner Exkurs: Zur gleichen Zeit machte in Washington der seit 1979 amtierende Vorsitzende der US-Notenbank, Paul Volcker, mit einer extrem restriktiven Geldpolitik der Inflation den Garaus. Das trieb die Zinsen in die Höhe, zog Kapitalflüsse aus dem Ausland an und liess den Dollar massiv ansteigen. Ronald Reagan, Thatchers Gesinnungsgenosse, hätte Volcker am liebsten abgesetzt, aber dazu hatte er keine gesetzliche Grundlage.)

Margaret Thatcher hatte für ihr Austeritätsprogramm einen stillen Helfer: den Wechselkurs. Nebst der internen Abwertung, d. h. den strukturellen Massnahmen zur Wiedererlangung der britischen Wettbewerbsfähigkeit, konnte sie also auch zum Instrument der externen Abwertung greifen. Genau das können die heutigen Euro-Peripheriestaaten nicht. Ihnen steht einzig der brutale Pfad der internen Abwertung offen – mit entsprechend hohen Arbeitslosenraten, die in diesem und diesem Blogbeitrag kürzlich behandelt wurden.

A propos Arbeitslosigkeit: Trotz der stillen Hilfe des Wechselkurses stieg die Arbeitslosenrate in den ersten sieben Jahren der Ära Thatcher stetig an, wie die folgende Grafik zeigt (Quelle: St. Louis Fed):

Als Thatcher 1979 in 10, Downing Street einzog, betrug die offiziell ausgewiesene Arbeitslosenrate 4,9 Prozent. Ihren Höhepunkt erreichte sie erst im September 1986 mit 11,3 Prozent. Diese lange, zähe Entwicklung ist ein mahnendes Indiz dafür, wie lange es dauert, bis Strukturreformen – auch wenn sie noch so konsequent durchgesetzt werden – sichtbare Früchte tragen. Zu glauben, Italien und Spanien würden das ohne die Hilfe einer externen Abwertung innerhalb von zwei, drei Jahren schaffen, ist absurd.

Die Links zum Wochenende:

  • Mein Redaktionskollege Alexander Trentin zeigt in dieser Analyse anhand der Taylor-Regel, dass die Zinspolitik der EZB gegenwärtig deutlich zu restriktiv ist.
  • Mein Kollege Tommaso Manzin geht hier der Frage nach, weshalb die Zinsen auf französischen Staatsanleihen in den letzten Wochen so deutlich gesunken sind. Eine Erklärung könnte in der Politik der Bank of Japan liegen.
  • In diesem Blogbeitrag haben wir Ihnen im Dezember 2012 gezeigt, wie Japan Europa den Weg weisen wird. Das damals beschriebene Drehbuch – der Yen wird sinken, die japanische Börse kräftig steigen – ist genau wie erwartet abgelaufen. Mein Kollege Gregor Mast zeigt in dieser Analyse, wie das nächste Kapitel des japanischen Drehbuchs aussehen dürfte.
  • Und noch unsere aktuelle Leserumfrage: Nachdem Luxemburg eingeknickt ist – wird das Bankkundengeheimnis auch in der Schweiz, für inländische Kunden, bald fallen? Hier geht’s zur Abstimmung.