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Ideen und Interessen

Tobias Straumann am Dienstag den 31. Juli 2012
epa03316981 Vice-President of the EC in charge of Justice, Fundamental Rights and Citizenship Viviane Reding talks during a joint press conference with Member of the EC in charge of Internal Market and Services Michel Barnier (unseen), at the European Commission headquarters in Brussels, Belgium, 25 July 2012. European Commission proposes EU-wide action to fight rate-fixing on Libor Scandal.  EPA/JULIEN WARNAND

Meint, dass die Ratingagenturen bloss von den USA ablenken wollen: Viviane Reding, Vize-Präsidentin der EU-Kommission, 25. Juli 2012. (Foto: Keystone)

Jetzt sind wieder die Ratingagenturen an der Eurokrise schuld. Viviane Reding, die Vizepräsidentin der EU-Kommission, meinte letzte Woche: «Es ist doch interessant, dass immer dann, wenn sich die haushaltspolitische Lage in den USA verschlechtert, bestimmte Rating-Agenturen Europa ins Rampenlicht rücken.» Reding ist mit dieser Meinung keineswegs alleine. Dass die USA das Scheitern des Europrojekts wünschten, hört man immer wieder.

Auslöser der harschen Worte aus Brüssel war die Warnung der US-Ratingagentur Moody's, Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden das Top-Rating zu entziehen. Die Begründung lautete, dass die Verschärfung der Eurokrise zu einer grösseren Belastung der Haushalte dieser drei Länder führen werde. Finnland war von dieser Warnung ausgenommen, weil es grössere Sicherheiten für seine Kreditzusagen herausholen konnte.

Nun ist unbestritten, dass die Ratingagenturen ihre Einschätzungen verschärfen, weil sie sich prozyklisch verhalten. In der guten Zeit werfen sie mit Topbewertungen um sich, in der Krise tragen sie durch ihre periodischen Herabstufungen zum Teufelskreis bei. Das neuste Paper von Manfred Gärtner und Björn Griesbach bestätigt diesen Befund. Für die Zwischenkriegszeit haben Marc Flandreau und Norbert Gaillard dasselbe festgestellt.

Dennoch ist es die falsche Debatte. Die Anleger und Banken hätten auch ohne Ratingagenturen früher oder später herausgefunden, dass Griechenland und Spanien ohne fremde Hilfe nicht mehr aus ihrer Depression herausfinden. Die harschen Worte aus Brüssel lenken nur vom eigentlichen Problem ab, und sie wecken einmal mehr den Verdacht, dass viele Verantwortliche immer noch nicht begriffen haben, worum es bei der Eurokrise eigentlich geht. Es ist, was in der Forschung seit längerem unter dem Stichwort «twin crises» oder «triplet crises» diskutiert wird: die Kombination einer Banken-, Schulden- und Leistungsbilanzkrise. Es geht um fundamentale makroökonomische Ungleichgewichte, nicht um eine vorübergehende Störung der Wirtschaft.

Lange Zeit konnte man sich mit dem Gedanken trösten, dass die Eurokrise deshalb so schwierig zu lösen sei, weil es grosse institutionelle Hürden gebe und die Staatschefs viel Zeit brauchten, um ihre Interessen miteinander abzustimmen und einen Kompromiss zu finden. Man musste sich einfach in Geduld üben, es würde schon gut herauskommen. Aber diese Einschätzung war viel zu optimistisch. Es fehlt an den richtigen Ideen und Konzepten.

Das Ganze erinnert an die Debatte um die Abwertung des Schweizer Frankens von 1936. Es gibt immer noch Schweizer Historiker, die glauben, der Finanzplatz habe eine frühzeitige Abwertung zugunsten der Exportindustrie verhindert. Interessen, nicht Ideen hätten eine rasche Anpassung des Wechselkurses verhindert – ohne zu präzisieren, welche Interessen der Finanzplatz eigentlich genau hatte. Die Quellen sprechen eine völlig andere Sprache. Die Exportindustrie selber wollte lange Zeit keine Abwertung, weil sie eine grosse Inflation befürchtete, welche die Vorteile der Abwertung zunichte machen würde. Auch die Gewerkschaften waren aus Angst vor Kaufkraftverlust gegen eine Abwertung. Man verstand die makroökonomischen Zusammenhänge nicht. Es fehlte an den richtigen Ideen.

Weil viele Verantwortliche immer noch nicht begriffen haben, worum es in der Eurokrise eigentlich geht, fehlt weiterhin das Gefühl der Dringlichkeit. Als vergangene Woche eine Gruppe von renommierten Ökonomen mit guten Argumenten erklärte, dass der Euro ernsthaft gefährdet sei, hiess es in Berlin: «Die Einschätzung, dass Europa am Rande einer Katastrophe steht, wird von der Bundesregierung ausdrücklich nicht geteilt.»

Diese Worte erinnern an Ben Bernanke, der im März 2007 gegenüber dem US-Senat erklärte, die Immobilienkrise sei nicht gefährlich:  «The impact on the broader economy and financial markets of the problems in the subprime market seems likely to be contained.» Im August 2007 kollabierte der Markt, die grosse Finanzkrise nahm ihren verhängnisvollen Lauf. Der Rest ist Geschichte.


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Keine Kommentare zu „Ideen und Interessen“

  1. Jakob sagt:

    Auf welcher Wolke lebt Frau Reding eigentlich? Will sie mit solchen Äusserungen die Märkte beruhigen? …. oder vom eigenen Versagen ablenken? Mit der Vergemeinschaftung der Schulden über die EZB, wird schliesslich das ganze Schiff kentern, da die Probleme der Schuldenmacherei nicht gelöst werden.

    • will williamson sagt:

      Auf welcher Wolke? Wolke 7, Brüssel!

      • Karin Gut sagt:

        Das eigentliche Desaster in Brüssel ist, dass man in der EU-Zentrale erst dann Schwachstellen ins Visier nimmt, wenn der Schaden schon angerichtet ist. Die EU hat jahre- und jahrzehntelang einfach darüber hinweg gesehen, dass in vielen Mitgliedstaaten der Staat nicht angemessen mit Steuereinnahmen an der Wirtschaftsleistung partizipiert. Was man heute beispielsweise über das Nicht-Funktionieren des Steuersystems in Griechenland weiss, hätte man schon längst wissen müssen und nicht einfach zulassen, dass der griechische Staat seine Einnahmen-Unfähigkeit mit immer neuen Staatsanleihen verschleiert.

        • Linus Huber sagt:

          @ Karin

          Die Mentalität der Südeuropäer war jedem Nordeuropäer schon immer bekannt und die Idee solchen Staaten soviel Kredit zu gewähren hätte jeden vernünftigen Ökonomen aufhorchen lassen muessen. Die Kreditgeber haben sich unvorsichtig verhalten und sollten zur Rechenschaft gezogen werden, respektive den Schaden tragen.

          Aber sämtliche Entscheidungsträger verweigern sich für diese Akteure die marktwirtschaftliche Messlatte anzuwenden, sodass sie heute Sozialismus für die Grossen anwenden und gleichzeitig knallharten Kapitalismus für die Kleinen. Die Willkür in diesen Entscheidungen ist nicht nur verwerflich, sondern immer mehr dürfte auch der Durchschnittsbürger erkennen, dass hier am hellen Tageslicht der groesste legalisierte (nicht demokratisch legitimierte) Diebstahl aller Zeiten abläuft.

          Es darf doch nicht die Aufgabe einer Zentralbank sein, die Bonität von Schuldnern als Massstab der Geldpolitik zu verwenden und damit marktverzerrende Strategien zulasten des einfachen Sparers durchzusetzen, da es aufgrund der massiven Reserven der Finanzinstitute bei der EZB offensichtlich nicht um eine Liquiditaetskrise handelt.

          Der in den kommenden Jahren sicherlich aufflammende Zorn der Bevölkerung verdienen sich diese Leute heute mit ihren manipulativen Aktionen und ich persönlich werde mit keinem dieser Akteure auch nur im geringsten Mitleid verspüren.

    • Alois Krieger sagt:

      Der Autor des Artikels scheint auch auf irgend einer Wolke zu schweben, dass er den Euro immer noch retten will. Es gibt nicht zu retten, der Euro wäre stark wie anhin, wenn man die Südländer einfach Pleite lassen gehen würde. Die Staatspapiere in Euro des Nordens wären sogar noch mehr wert, der US Dollar käme unter Druck. Klar, es gäbe Banken zu retten, aber wenn das richtig gemacht wird (alte Aktionäre und nachrangige Obligationen leer ausgehen lassen) könnte der Staat die geretteten Banken nach ein paar Jahren ohne grosse Verluste verkaufen.

      Der Euro ist nichts für die Südländer, sie haben es in den letzten 10 Jahren bewiesen, der angerichtete Schaden ist gross genug, jeder Euro, der hinterhergeworfen wird verhindert nur, dass die Leute dort den Ernst der Lage weiter verkennen.

      • Linus Huber sagt:

        Ich stimme Ihnen bei, Alois.

        • Sirius Black sagt:

          Immerhin, wer weiss wie die intern funktionieren? Wird ihre Arbeit beaufsichtigt? Wie gehen sie mit Korruption um? Müssen sie bei Fehleinschätzungen irgendwelche Konsequenzen befürchten? Ratingagenturen vertreten letztlich kurzfristige Interessen der Kreditinstitutionen. Eine Abstufung hat in der Regel eine Zinserhöhung zur Folge, mit anderen Worten, mehr kurzsichtiger Gewinn für die Bank. Solange der Schuldner zahlen kann, klingelt die Kasse. Doch wehe der Schuldner bricht unter der Zinslast zusammen. Welche folgen das haben kann, wurde während der Immobilienkrise 2007/2008 in den USA sichtbar. Zuerst wurden den Leuten billige Kredite beinahe nachgeworfen. Dann stiegen die Zinsen, und viele Hausbesitzer wurden von einem Tag auf den anderen obdachlos. Ganze Quartiere wurden sozusagen entvölkert, die Häuser unverkäuflich und damit wertlos. Diejenigen, die am härtesten getroffen wurden waren Leute und Familien, die ohnehin schon jeden Cent dreimal umdrehen mussten bevor sie ihn ausgaben!

          Richtig problematisch wird es, wenn Ratingagenturen beginnen, politische Prognosen und Entwicklungen mit einzubeziehen… Sprich, wenn die Linke gewählt wird, kann das Land mit einem schlechteren Rating und somit höheren Zinsen abgestraft werden.

          Jeder gute Parasit hat mittlerweile Begriffen, dass er nur überleben kann, wenn er dem Wirt nur soviel entzieht, dass dieser am Leben bleibt.

      • Erik Schellenberg sagt:

        Alois, du hast überhaupt nichts begriffen:
        .
        Ausser ein paar Touristen, die in einem andern Land billig die Sau rauslassen, will nämlich niemand eine starke Währung.

        Wir profitieren auch – der CHF-Raum ist eben nur 5 Mio. Einwohner, der EUR-Raum 500 Mio. und der USD-Raum 5000 Mio.

        Da kann man gut exportieren!

        Die Deutschen blockieren alles! Falls sie sich weiterhin so egoistisch, asozial und unsolidarisch verhalten sollte man sie rausschmeissen. Dann können sie sehen wie sie mit einer hohen Mark nach Europa exportieren!

        Aber Merkel will nur die Wahlen gewinnen und riskiert den Frieden und den Wohlstand in Europa und der ganzen Welt!

        Die ECB muss die Geldmenge erhöhen und die Wirtschaft zum laufen bringen. Alles andere kommt nachher.

        • Thomas ernst sagt:

          Erik, Du hast überhaupt nichts begriffen!

          Die Zahlen 5/500/5000 Mio sehen zwar gut aus, sind aber völlig falsch. CH hat heute 7 Mio Einwohner, die USA rund 315 Mio, nicht 5 Milliarden. Spielt aber alles keine Rolle.

          Du und deine Gesinnungsgenossen wollen einfach nicht akzeptieren, dass die Schuldenfinanzierte Konsumblase nicht auf ewig von anderen finanziert werden kann und wird.

          Es ist einfach billig, mit faulen Anwürfen den Deutschen die Schuld zuzuschieben. Bei aller Mitschuld von DE, und insbesondere Brüssel an dem Elend, liegt das allererste Problem darin, dass der rote ClubMed seit Jahren viel mehr verkonsumiert, als er verdient. Das ist der Anfang des Uebels, nicht die Banker (die dann ihren Profit in dem System suchten) und sicher nicht Deutschland, das in den Euro gezwungen wurde.

          • Heinz Renner sagt:

            @ Thomas Ernst: Wer hat da wohl gar nichts begriffen? Dass die Zahlen 5/500/5000 etwas gar pauschal sind, ist unbestritten. Du hast jedoch nicht erkannt, dass Erik nicht von den USA sprach, sondern vom Dollar-Raum. Und nun zähl mal die zahlreichen Länder nach, deren Wirtschaft und Aussenhandel auf dem USD basiert!

            Und der “rote ClubMed” erinnert mich nur an Stammtisch-Jargon. Eine rechtsaussen angesiedelte Rechtsregierung (Berlusconi) muss die Malaise in Italien verantworten. Und Spanien hat eine stramm konservative Regierung. “Roter ClubMed”?

  2. lucius mayer sagt:

    Offensichtlich wollen viele «Wirtschaftsweisen» und -redakteure noch nicht begreifen, dass durch immer gewaltigeren Geldblasen der Notenbanken nichts kuriert, sondern damit die Altersersprarnisse einer ganzen Generation mittels Hyperinflation gestohlen werden. Sie leisten damit Beihilfe zum gewerbsmäßigen Raub.

    • Linus Huber sagt:

      Dieser Verlust wird in jedem Falle eintreten, leider. Jedoch finde ich es stossend, dass es immer noch Leute gibt, welche sich an dieser Situation straffrei und risikolos bereichern können. Dazu zähle ich unter andern, wie z.B. die Banker, auch jene nutz- und ideenlosen Sesselfurzer in Brüssel, sowie ein Grosszahl von Staatsbeamten und Funktionären, welche nichts weiter wissen als ihre Existenz durch noch mehr Regulierungen zu gerechtfertigten.

    • Linus Huber sagt:

      Ja, auch Viviane Reding gehoert zu den Profiteuren, da die Welt mindestens so gut funktionieren würde, wenn diese Frau sich an den Früchten der staatlichen Arbeitslosenversicherungsleistungen erfreuen dürfte.

      • Lilly sagt:

        Linus Huber sagt:
        31. Juli 2012 um 22:40

        “Ja, auch Viviane Reding gehoert zu den Profiteuren, da die Welt mindestens so gut funktionieren würde, wenn diese Frau sich an den Früchten der staatlichen Arbeitslosenversicherungsleistungen erfreuen dürfte.”

        Gut formuliert.
        Gruß aus Berlin!

  3. W.Hürlimann sagt:

    Man hat die Macht etwas zu ändern Frau Reding, doch man handelt nicht! Klar ist, dass die Rating Agenturen offensichtlich falsch spielen und von den USA ablenken, gerade jetzt vor den Wahlen. Wahr ist auch, dass die EU ihre Probleme nicht löst und an einer Währung festhält, die nicht mal in allen Staaten der EU verankert ist. Solange alles über Pump finanziert und Reichtum über Inflation angehäuft wurde / wird haben kluge Köpfe wie Juncker, Schäuble, Reding, Cohn-Bendit etc. keine dunklen Schatten in der strategischen ökonomischen Ausrichtung der EU erkennen können. Das grenzt freundlich beschrieben an Inkompetenz. Es offenbart ein weiteres sachliches Problem. Trotzt allen friedlichen Vorzügen, das ein Projekt EU mit sich bringt, Brüssel ist ein gewolltes bürokratisches Monster, fähig in guten Zeiten zu überleben, aber unfähig in schlechten Zeiten schnell zu handeln. Gewollt deshalb, weil Politik ein Spiel von unterschiedlichen Lagern ist, das über den Verwaltungsapparat die Interessen anderer blockieren oder verzögern kann. Standard in normalen Zeiten, äusserst fatal in Zeiten wie diesen! Und so wird in schwierigen Phasen zum Unterstützer für extreme Randgruppen, weil sie nicht bereit ist, das Volk mitbestimmen zu lassen oder die Stimme des Volkes zu akzeptieren. Hier lassen sich durchaus Parallelen zur CH erkennen, die in dieser Entwicklung mitschwimmt und auch die extremen Pole der Gesellschaft durch ein giftiges Klima innerhalb der etablierten Parteien stärkt. Und das weil man nicht bereits ist zu Gunsten einer sachlichen Lösung Machtansprüche abzugeben! Die Querelen der letzten vier Jahre sind ethisch, moralisch und juristisch eine Timeline des bewussten Versagens und Wegschauens! So jedenfalls nehme ich und mein freundschaftliches Netzwerk das wahr und damit verspielt man Vertrauen. Und Frau Reding was soll ich von einer Frau halten, die einen Hr. von und zu Gutenberg einstellt mit den Worten: Ich suche keine Heiligen sondern kompetente Leute? Es ist an der Zeit Pragmatik zum Programm zu machen unter dem Fokus nicht länger jene zu beteiligen die bereits über ihre Altersvorsorge die Bürgschaften tragen!

    • Heinz Butz sagt:

      @W.Hürlimann: Bravo,bravo,bravissimo. Selten hat mir jemand so aus dem Herzen gesprochen wie Sie, Sie haben in Ihrem Kommentar die Situation voll auf den Punkt gebracht.
      Vielleicht könnte man noch ergänzen, dass die EU als politisches Konstukt zwar friedenserhaltend ist, aber als ökonomische Einheit mit einer gemeinsamen Währung zwangsläufig sterben muss. Denn jedes Land muss in seiner Finanzpolitik soweit wie möglich unabhängig von anderen Staaten bleiben. Die gilt vor allem für die internen finanziellen Aufgaben.

      • Werner Schittenhelm sagt:

        Die Schweiz ist nicht mehr unabhängig von anderen Staaten weil:
        1) Die Welt sich globalisiert hat. Jede Firma will auch ( und muss ) in anderen Staaten verkaufen. Als Export Land leben wir alle davon und haben eine tiefe Arbeitslosenzahl.
        2) Wir uns aus diesem Grund integrieren müssen. Ein Abseitsstehen als Hochpreisinsel wird uns nicht helfen sondern mehr Ausländer anziehen die wir ja offenbar auch nicht wollen.

        Fazit: Wir brauchen Europa und die ganze Welt mehr als der Rest der Welt uns und ein sich weiter vereinigendes Europa kann nur helfen. Alles andere ist vor allem für die Schweiz nicht dienlich.

        • W.Hürlimann sagt:

          Natürlich brauchen wir ein Europa, wir brauche auch alle anderen und unabhängig war kein Volk zu keiner Zeit. Aber sie verwechseln Freihandel mit der Abgabe direktdemokratischer Rechte zu Gunsten einiger weniger juristischer Personen die geogrphisch unabhängig agieren können bzw. schon immer konnten. Diesen Leuten geht es vor allem um betriebswirtschaftlich Optimierung und juristischer Spielraumerweiterung bis hin zu eigenen Gesetzen (VW-Gesetz etc.). Damit beschneidet man die Rechte des Einzelnen und der Konsumentenschützer. Globalisierung heisst ja nichts anderes als die Handelschränkungen zu lockern ( Arbeitsschutzbestimmungen, Löhne, Sozialversicherungen) und die Logistikkosten von Steuern zu befreien und sie so hoch wie möglich zu subventionieren. Das alles basiert auf einem einzigen Rohstoff Öl. Bekannterweise geht dieser zur Neige und wird in absehbarer Zeit die Mobilität von Arbeitskräften, die Verteilung und Herstellung von Konsumgütern, den Rohstoffabbau massiv und eben auch global einschränken. Was ist dann mit Globalisierung?

    • Roost M. sagt:

      @ W. Hürlimann. Danke für diesen alles erklärenden Kommentar. Ich habe nur eine Frage: wie ändert man das politische System, damit wieder die Interessen des Volkes an erster Stelle stehen?

      • W.Hürlimann sagt:

        @Roost: Man kann wild wählen, damit meine ich nicht die extremen Pole auf beide Seiten, sondern stimmenschwache Parteien, hier in der CH wären es wahrscheinlich die Piraten. Das bewirkt dass die finanzstarken Parteien Stimmen verlieren würden, weniger Lobbyarbeit würde die Parlamentsarbeit direkt beeinflussen können und es müssten mehr Kompromisse mit anderen Fraktionen geschlossen werden. Man kann damit die Entscheidungsdominanz der grossen sprengen. In anderen Länder wie Deutschland liegt der Fall natürlich wieder anders, doch die Bestrebungen zu mehr Volksabstimmungen sind gross. Es gibt kein Rezept für alle Länder, es gibt nur die Möglichkeit sich zu wehren, mit Protestwahlen das Stimmenverhältnis zu ändern, unabhängige Kandidaten zu unterstützen (z.Bsp. Hr. Minder im Ständerat …). Sinnvoll wären auch Amtszeitbeschränkungen und eine Verkürzung der Amtzeit z.Bsp. auf zwei Jahre. So manch ein Parlamentarier würde sich überlegen ob er für die Lobby stimmt oder für das Volkswohl, sofern er nach zwei Jahren wieder gewählt werden möchte. Damit kann man in der Politik auch Seilschaften brechen, was nach den Aussagen von Reimann SVP (…mittlerweile ist fast jeder Parlamentarier geschmiert …) zwingen notwendig ist. Einige der Kommentare hier werfen mir Renationalsierung und Abschottung indirekt vor, doch darum geht es doch gar nicht. Fakt ist dass Demokratie von Mitbestimmung lebt und sonst ist es keine Demokratie. Wirtschaftliche Interesse und humanitäre Hilfen, Solidarität mit anderen kann und muss man pflegen und weiterentwickeln, wenn man aber glaubt zu Gunsten der Wirtschaft das Mitspracherecht des Bürgers schwächen zu müssen, verlagern wir Bürgerrechte, persönliche Freiheit auf juristischem Weg auch geographisch an Orte, die man als Privat- und Einzelperson nur noch schwer und mit entsprechenden finanziellen Mitteln erreichen kann … das ist nicht mein Verständnis von Demokratie. Es geht auch darum die Vernunft walten zu lassen und das Verständis von Mitspracherecht weiter zu tragen. Wir leben mit einem grossartigen Privileg und haben oft bewiesen, dass wir als Kollektiv abstimmen, d.h. gegen kurzfristigen Denken wählen können und auch machen, zum Wohle einer Allgemeinheit. Wir müssen die Vielfalt wahren, das verhält sich Wirtschaft und Politik, aus meiner kleingeistigen Sicht, nur gesund, wenn sie wie die Natur funktioniert. Und gesunde Natur ist geprägt von Vielfalt und nicht Dominanz, nicht die Konzentration auf wenige Sorten, Arten. In Bezug auf die Wirtschaft und die Politik heisst das, mehr und kleinere Parteien, mehr KMU und weniger Riesenkonzerne, die mit ihre Marktmacht Konkurrenz gar nicht erst zulassen können. Und nochmals es gibt kein Rezepte für alle Staaten, sicher ist nur man muss darüber reden, man muss die Vielfalt fördern und ich bin mir sicher, das kein Volk (das nicht unter religiösem Einfluss steht) mit einem anderen Volk Krieg führen möchte. Man will nur untereinander Handeln, arbeiten, leben und wenn wir anderen diese Möglichkeit geben ist das eine klassisches Win-Win Situation.

        • Linus Huber sagt:

          @ Huerlimann

          Ich stimme Ihnen zu in Ihrer Analyse und möchte Sie damit bekräftigen in Ihren guten Absichten.

          • marie-laure keefe sagt:

            Danke, meine Herren! Dank ihren Ausführungen habe ich heute morgen einiges über Wirtschaft, Finanzwelt + Globalisierung gelernt! Wie schon öfters finde ich die Kommentare um einiges interessanter als die Artikel per se.

  4. Stefan sagt:

    Ich kann ihnen nur Zustimmen, Herr Straumann.
    Durch den Euro wurde das ganze Wirtschaftssystem in Europa auf den Kopf gestellt, Währung und Wirtschaftleistung stimmen seither nicht mehr überein.
    Spanien erhielt viel zu tiefe Zinsen, Deutschland eine zu schwache Währung, IT, SP, FR eine zu starke Währung etc… Die Immobilienblase in Spanien, das deutsche Export”wunder”, 50% Jugendarbeitslosigkeit etc… sind die Folge.
    Mit eigenen Währungen hätten die Regierungen zumindest die Möglichkeit, die Folgen mit geeigneten Massnahmen zu dämpfen.
    Ich sehe drei Möglichkeiten:
    - Weiterfahren wie bisher: Ob das Gewurstel noch lange so weitergehen kann, ist ziemlich offen
    - Mehr Integration, Eurobonds, Schuldenhaftung, mehr Europa. Ob dies einigermassen demokratisch und verfassungsrechtlich durchsetzbar ist, muss bezweifelt werden
    - Der Euro wird scheitern. Momentan scheint dies die realistischste Variante zu sein. Die Verantwortlichen und auch sonstige Fachleute (ja vielleicht auch die Autoren dieses Blogs, würde mich freuen) sollten sich mal überlegen, die eine einigermassen geordnete Aufgabe des Euros und Rückkehr zu nationalen Währungen vor sich gehen könnte.
    Auch über die Folgen sollte man sich mal ernste Gedanken machen. Ist es wirklich so schlimm, wie alle sagen? Natürlich wird es einige schreckliche Jahre geben. Aber geht es nicht auch wieder aufwärts danach? Bestehen nicht auch Chancen? Diese Fragen werden bisher kaum diskutiert

    • Thomas ernst sagt:

      @ Solche Überlegungen wurden schon mehrfach publiziert. Es gibt verschiedene Varianten, doch läuft es immer darauf hinaus, dass eine neue eigene Waehrung (z.B. Drachme, Mark) parallel zum Euro eingeführt werden. Je nach Ausgestaltung werden dann auf den Stichtag (Wochenende, Bankruhetag) alle Guthaben/Schulden zwangsweise in die neue Währung konvertiert, oder nur gewisse.

      Sicher gibt es dabei Gewinner und Verlierer. Ist aber immer noch besser, als mit gefesselten Händen elendiglich im Eurodesaster zu ertrinken. Freiheit ist immer wichtiger als Sicherheit.

  5. Albert Zimmermann sagt:

    Ich kann die Phrasen vom Frieden bringenden EU-Projekt nicht mehr hören. Ebenso gut könnte man behaupten, Fukushima fand nur wegen der EU statt.
    Das Hauptproblem ist und bleibt hausgemacht, – es tummeln sich viel zu viele im Staatsfilz auf Kosten der Allgemeinheit, ( in la Grande Nation gar jeder Vierte) und da es in keinem europäischen Land eine Mülldeponie für korrupte unfähige abgewählte verjagte und abservierte Staats-Abzocker gibt benötigt man Brüssel aus Sammelbecken der Versager.
    Und a propos Friede in Europa…nur weil die Staatsmedien über die Bürgerkriege in den EU-Staaten nicht berichten, soll es sie nicht geben?
    Was herrschte doch noch vor wenigen Monaten im netten Europa für Entsetzen, als in afrikanischen asiatischen oder amerikanischen Staaten die Polizei auf Bürger eindrosch, und nun findet dies mitten in der netten EU statt, nur wird es a la DDR UdSSR von den netten “unabhängigen ” Medien und Apparatschicks verschwiegen

    • Thomas ernst sagt:

      Die zentralmanipulierten Medien sind ein wesentlicher Teil des Problems. Kein Wunder, sind auch hierzulande die meisten Medien inkl. Koenigin Leuthards Staats- und HofTV fest in Hand von River-Reine-Partizipanten ( einzige nennenswerte Ausnahme: Weltwoche). Neutrale Information? Sicher nicht. Der Bürger/Wähler könnte ja den Mitte-links-Abzockfilz (Billag und Co) durchschauen.

    • Linus Huber sagt:

      @ Albert

      Sie erkennen es richtig. Die EU bringt keinen Frieden, sondern konnte nur als Friedensprojekt in einer Periode allgemein positiver Stimmungslage etabliert werden. Jetzt wo sich die Stimmungslage dreht, wird auf einmal erkannt, welch ein Potential an Konflikten dieses gleiche EU-Projekt in der Lage ist zwischen den verschiedenen Ländern zu nähren.

      Unglücklicherweise stehen Medien unter dem Einfluss der Elite und werden wie viele andere Bereiche in der heutigen Welt manipuliert.

      • Albert Zimmermann sagt:

        Betrachtet man,mit welcher Arroganz Grossdeutschland, das 53% des Budgets für Sozial-und Schuldendienste aufwendet, als DAS Standbein Nr. 1 unwidersprochen von sämtlichen europäischen Staatsmedien und vor allem in widerlichster Weise von den Weck Ringlier und Tamedia-Guten dem Seldwyla-Schildbürger eingeprügelt wird, und La Grande Nation als Nr.2 bereits wie Zimbabwe und Burkina Faso mehr importiert als exportiert, müsste es doch selbst den ganz lieben netten Hinterhertrottern unserer Eliten, Angst und Bange werden. Aber nein der Seldwyla- Verwaltung/Polit/Justiz/Medienfilz geifert noch immer nach Brüssel.Und die Blogg-Hofnarren des Mainstreams arbeiten sich unter Prawda-ähnlicher Zensur täglich kleingeistig mit ihrer krankhaften Blocher/SVP Phobie an jedem Thema ab, das nur im geringsten nach SVP tönt oder gar nur aussieht.
        Das Aller-himmeltraurigste an der ganzen Sache ist aber, dieVerlogenheit, die Täuschungen und die Kosten die der Gutmensch vor allem nördlich der Alpen einfach so bereit ist von den Eliten und Politikern, applaudierend zu schlucken, und dazu noch Permanentleugner mit netten Staats-TV Titelchen huldigt oder wiederwählt.Der Hohn …in der sonst so so lieben Schweiz,”wählern”die Volksvertreter einen vorbuchstabierten Namen einer Dauerlügnerin, die schon bei Amtsantritt das gesamte Volk belog….un die dann wie zum Spott über das sauglatte Völklein gar nich die Justiz übernimmt, bis das Chaos nicht mehr zugedeckt werden konnte

        • Anh Toan sagt:

          Wow. die ganze Welt in ca. 200 Worten!

        • Andreas Dombek sagt:

          Ach Gott. Jetzt hat’s den Albern Zimmermann von der völkischen Weltwoche in den Tages-Anzeiger rüber gespült.
          Sein Motto: Groß-Schweiz, äh Großdeutschland natürlich, erwacht.

          • Albert Zimmermann sagt:

            Ach Gott. Jetzt hat’s den Dumbek auch noch in die Schweiz rüber gespült. Äh aus Grossdeutschland angeschwemmt. Sein Motto: grossdeutsch völkisch arisch besserwisserisch rechthaberisch ?!? oder einfach Null

          • Andreas Dombek sagt:

            @Albert Zimmermann

            Gratulation. Der Pawlowsche Reflex funktioniert noch immer bestens.

          • Linus Huber sagt:

            @ Albert und Andreas

            Es ist immer erfreulich, wenn man erleben darf, wenn zwei Freunde sich wieder finden.

          • Andreas Dombek sagt:

            @Linus Huber

            Die 2.: Erschröcklich!

      • Anh Toan sagt:

        @Linus Huber: Konflikte entstehen in jeder Verbindung. Entscheidend für die Dauerhaftigkeit der Verbindung ist der Umgang mit Konflikten. In Europa werden die Konflikte diskutiert. Das ist gut. Frieden ist trotz Differenzen, ohne Konflikte ist Frieden billig. Wenn das Reden aufhört, sprechen die Fäuste. Man muss sehen, was nicht geschieht, was nicht gesagt wird, obwohl man es auch sagen könnte, dann versteht man.

        Wann gab es zum letzten Mal 67 Jahre Frieden in Europa? (ohne Balkan, wo seit Goethe die “Völker aufeinander schlagen” Goethe hat geschrieben tief in der Türkei, ich weiss nicht genau, wo Türkei war zu Zeiten Goethes, ich vermute, östlich von Italien bis China (Mongolei), die Türken waren gross damals.)

        • Linus Huber sagt:

          @ Anh Toan

          Sie stellen den Karren vor das Pferd. Frieden in Europa wurde nicht durch die EU produziert sondern erlaubte die Kreation der EU. Sie glauben doch nicht wirklich im ernst, dass wenn wir die heutige Situation hätten, die Idee des EU-Projektes zum tragen kommen würde.

          Im weiteren engen Sie das Wort Konflikt einzig auf Auseinandersetzungen zwischen Staaten ein. Wenn wir die Hoffnungslosigkeit eines Hartz 4 Empfaengers oder eines jungen Griechen oder Spanier betrachten, darf man ruhig von einem Krieg zwischen der Bevölkerung und der Elite sprechen. Es ist allerdings zu bemerken, dass diese marginalisierte Randgruppe noch verhaeltnismaessig klein ist und die Elite es gut versteht, die Umstaende mit Nebelpetarden gut tarnen gegenueber der Bevoelkerung. Andererseits befinden wir uns erst am Anfang dieser Entwicklung.

          • Albert Zimmermann sagt:

            Wow Anh Toan ( oder so)….o.k. da unterliefen mir zu später Stunde doch ein paar Vertipper zu viel, aber Friede in Europa ? Korsika, Baskenland Nordirland, oder der linke RAF/ BR-Terror, die Auflösungstrends in Belgien Spanien Norditalien Tschechoslowakei oder der muslimische Terror der letzten Jahrzehnte? Sie können das in arroganter Gutmenschen-Art als Friede bezeichnen, Betroffene sehen dies wohl anders. Und typisch für Liebe…Frieden !!!…O.k. da gab’s noch Jugoslawien aber sonst ist alles nett und lieb.
            Frieden oder Krieg in Europa, bedeutet eben trotzdem nicht nur, ob Staaten auf einander losgehen. Krieg ist, wenn Teile des Volkes von skrupellosen ( und da vor allem LINKEN machtgeilen) Politikern und deren Vasallen-Medien gegen andere Teile des EIGENEN Volkes aufgestachelt werden, wie in den 1930ern. Im Moment werden in Europa die Tauge-und Habenichtse gegen die aufgestachelt, die ein wenig mehr besitzen. Und a propos Frieden; Olympia/Fussball-WM/EM oder Liedliwettbewerb decken erschreckend auf, wie die Eliten mittels Nationalismus die Massen manipulieren. Reicht es im Wettbewerb nicht zum SIIEEGGGGG, so betiteln und feiern die Täuscher Verfälscher und Volksverführer ihrer unterlegenen Nationalteams als Weltmeister der Herzen etc.ab, und wir wissen ja , dass dies genügen kann, den grossdeutschen Michel ruhig zu stellen, damit der Pottlöcher in Strassen, Unterricht in Schulhauskellern in Berlin, wegen Deckeneinsturzgefahr und Geldmangel, geschlossene Stadtquartiere etc und immer höhere Steuern und Abgaben, noch in der Mehrheit gar nicht wahr haben will. …O.k. solange kein Ösi mit besseren Ideen daherkommt, könnte es noch eine Weile so weiter gehen, und „Frieden“ herrschen. Zumal deren Regierende Eliten Medien unter Gutmenschenapplaus auf die Schweiz mit ihrer ach so lieben einknickwütigen devoten anbiederungssüchtigen rückgratlosen „Regierung „ einprügeln und immer bekommen was sie fordern

          • Thomas ernst sagt:

            Wow, wortgewaltig vorgebrachte Wahrheiten. Chapeau!

          • Anh Toan sagt:

            @Thoamas ernst: Sie sind nahe dran: Es sind fast schon als Gewalt (Aufhetzung) vorgebrachte Worthülsen.

          • Anh Toan sagt:

            @Thomas ernst: “Wahrheiten”: Wahr sind Tatsachen, nicht Meinungen und Wertungen. Wo finden Sie Wahrheit? Bei den Äusserungen zur Hexe? Zur Prawda-ähnlichen Zensur? zu den Seldwyla-Schildbürgern, den Linken machtgeilen Politikern? Dass Kritik an Blocher/SVP krankhaft und kleingeistig und zwecklos (“die Blogghofnarren arbeiten sich ab”) ist?

            Beschreibt der Kommentator irgendeine Tatsache?

          • Anh Toan sagt:

            Blocher ist, im Unterschied zu EWS nicht machtgeil. Er ist einfach der beste aller richtigen Schweizer, und stellt sich darum ohne Rücksicht auf eigene Interessen in den Dienst des besten aller Länder seit 700 Jahren. Blocher will keine Macht, er will dienen.

          • Albert Zimmermann sagt:

            Ach Anton, das darf er doch so als hinnterwäldlerischer Rassist, als Ausländerhasser, als Manitu’s Vasall oder als dumpfer Blocher-Knecht und dummer $VP-höriger. Hexe hat er zwar nie geschrieben, aber wir wissen ja, dass es die Linken mit Tatsachen und Wahrheiten nicht so genau nehmen müssen, in dieser Bananenrepublik…und als Bananenrepubliken werden üblicherwiese Staaten bezeichnet, in denen Korruption und Lügen in Regierung und Verwaltung an der Tagesordnung sind, und wo ganz Intelligente die Phrasen aus dem Filz ganz einfach nur wiederkäuen und wegen den riesigen Scheuklappen und den dicken Balken vor dem Kopf nicht über den Nasenspitz hinaussehen.

          • Anh Toan sagt:

            @Albert Zimmermann: Hexe hat er nie geschrieben, Hexe hat er beschrieben. (Wie könnte ein Volk eine “Dauerlügnerin” “wiederwählen” und “huldigen”, wenn diese nicht mit dem Teufel im Bunde wäre?).

        • Anh Toan sagt:

          @Linus Huber, Albert Zimmermann und Thomas ernst: Indirekt beantworten Sie meine Frage, wann es zum letzten mal 77 (nicht 67) Jahre Frieden, indem Sie bestreiten, es hätte die letzten Jahrzehnte Friede geherrscht in Europa. Da anscheinend schweizer Kommentatoren nicht mehr wissen, wie sich Krieg anfühlt, zitiere ich ein wenig Talking Heads “Life during wartime”:

          Heard of a van that is loaded with weapons,
          packed up and ready to go
          Heard of some gravesites, out by the highway,
          a place where nobody knows
          The sound of gunfire, off in the distance,
          I’m getting used to it now
          Lived in a brownstone, lived in the ghetto,
          I’ve lived all over this town

          This ain’t no party, this ain’t no disco,
          this ain’t no fooling around
          No time for dancing, or lovey dovey,
          I ain’t got time for that now

          Transmit the message, to the receiver,
          hope for an answer some day
          I got three passports, a couple of visas,
          don’t even know my real name
          High on a hillside, the trucks are loading,
          everything’s ready to roll
          I sleep in the daytime, I work in the nightime,
          I might not ever get home

          This ain’t no party, this ain’t no disco,
          this ain’t no fooling around
          This ain’t no Mudd Club, or C. B. G. B.’s,
          I ain’t got time for that now
          Heard about Houston? Heard about Detroit?
          Heard about Pittsburgh, P. A.?
          You oughta know not to stand by the window
          somebody might see you up there
          I got some groceries, some peanut butter,
          to last a couple of days
          But I ain’t got no speakers, ain’t got no
          headphones, ain’t got no records to play

          Why stay in college? Why go to night school?
          Gonna be different this time
          Can’t write a letter, can’t send a postcard,
          I can’t write nothing at all
          This ain’t no party, this ain’t no disco,
          this ain’t no fooling around
          I’d like to kiss you, I’d love to hold you
          I ain’t got no time for that now

          Beschreibt der Text das Leben in Europa in den letzten Jahrzehnten?

          • Albert Zimmermann sagt:

            Und jetzt? ist alles nett?

          • Anh Toan sagt:

            @Albert Zimmermann: Nein, nett ist nicht alles, aber es gibt Musik und Bücher zu lesen, Pläne zu machen und umzusetzen für die Zukunft, es geht nicht nur ums Überleben der nächsten Tage.

            Wenn Sie schreiben “Krieg ist, wenn Teile des Volkes von skrupellosen ( und da vor allem LINKEN machtgeilen) Politikern und deren Vasallen-Medien gegen andere Teile des EIGENEN Volkes aufgestachelt werden, wie in den 1930ern.” schreiben Sie nicht nur kompletten Humbug (1930 waren es keine Linken machtgeile Politiker), Sie verniedlichen Krieg: Bürgerkrieg ist nicht Wasserwerfer und Tränengas, das gibts bei jedem grösseren Fussballspiel.

            Ihre dummen polemischen Absonderungen (wer anderer Meinung ist als Sie wurde von skrupellosen, machtgeilen Politikern aufgestachelt, die natürlich auch die linken Medien wie NZZ, WW und BAZ kontrollieren, denn mit originärem Denken muss man zu Ihren Schlüssen kommen, gell), Ihre sich widersprechenden Aussagen (Wir hatten keinen Frieden in Europa, wegen den bösen machtgeilen Linken, aber “wenn kein Ösi ….kommt, konnte noch eine Weile “Frieden” herrschen. Aber natürlich nur Frieden in Anführungszeichen, eben wegen diesen machtgeilen Linken muss man unterscheiden zwischen Frieden ohne Anführungszeichen, und Frieden mit Anführungszeichen, was wohl dann etwa das gleiche ist, wie Krieg mit Anführungszeichen, von welchem Krieg ohne Anführungszeichen zu unterscheiden ist. Ihre Diktion ist verwirrend.

            Sie können sich in Zukunft kürzer halten: Wenn Sie schreiben, Blocher ist der grösste, EWS eine Hexe, die waren schon immer link und machtgeil, haben Sie schon Alles gesagt, was Sie mitzuteilen haben.

          • Albert Zimmermann sagt:

            Ach Anton…. Und jetzt? ist alles nett und lieb?

          • Anh Toan sagt:

            @Albert Zimmermann? Habe Ihre Frage zwar schon mal beantwortet, darum versuch ich es mit einer Gegenfrage: Soll alles böse und hässig sein?

    • Taric Trent sagt:

      “es tummeln sich viel zu viele im Staatsfilz auf Kosten der Allgemeinheit”

      Das haben Sie aber brav gelernt von Herr Blocher. Die Allgemeinheit das sind wi,r und die Schmarotzer, das sind die wos auch noch gibt, die andeern. Geldprobleme (auch die Finanzkrise zum Beispiel) haben wir wegen den Bösen, die unser gutes Geld nehmen und nix dafür tun und den Dummen die ihnen das geben (Linke). Fertig ist Albert Zimmermann. Auch wieder so ein indoktrinierter Dummschwätzer ohne Ahnung von oben und unten, der den Politblog nicht gefunden hat und stattdessen seine rechte Schmarotzerpropaganda in den Ökonomieblog pisst.

      • Anh Toan sagt:

        @Thomas ernst: Hier findet sich guter Umgang mit Worten. Nicht Wortgewalt. Ohne “Chapeau!” hätte ich Ihre Huldigung (01.08) übrigens als Ironie verstanden.

        • Thomas ernst sagt:

          …und warum mit dem Wort nicht?

          The irony lies in the eye of the beholder….

          • Linus Huber sagt:

            @ Thomas ernst

            Eine Huldigung Ihrerseits scheint ja eine enorm wichtige Qualifikation zu sein fur Anh Toan. Oder versucht da jemand vielleicht ein wenig Clan-Building zu betreiben mit evtl. mopping intentions?

      • Albert Zimmermann sagt:

        Schön Taric……ganz genau so, stellt man sich die nette liebe menschengerechte weltoffene urbane Art des typischen, stil-und anstandsvollen lösungsorientierten Gutmenschen der Koalition der Vernunft vor……..eine Bestätigung. Immer schön grosskotzig, vom vermeintlich hohen Ross runter, diffamieren unterstellen und verleumden, und alles mit zugeschwollenem blinden linken Auge….wohl der nächste Schweizer(in) des Jahres .
        Und P.S. Gesetze (auch Bankgesetze) machen nun halt mal die lieben Politiker.

      • Anh Toan sagt:

        @Albert Zimmermann: Ja, genau so stellt man sich doch den Sänger einer richtig bösen, schmutzigen, Anstands und Werte losen, dazu erst recht noch abscheulich “grosskotzigen” (richtig auch hier) Punkband vor. ( Punk: = Rumhänger, Landstreicher, Taugenichts, Nichtstuer, Stricher).

        It’s only rock’n'roll, but I like it.

  6. will williamson sagt:

    Schuld an der Eurokrise sind sicher nicht die Ratingagenturen. Sie verschlimmern sie höchstens mit ihren periodischen Herabstufungen. Bezogen auf den Zustand einiger Länder haben die ja genau so geschlafen wie die EU, die über zehn oder mehr Jahre die Gefahren einer grassierenden und laufend zunehmenden Verschuldung einiger Staaten nicht erkannt hat. Das mag die EU-Kommission natürlich nicht zugeben. Also sucht man einen Sündenbock und findet diesen in den Ratingagenturen. Nachdem diese aber kurz vor dem Crash diverse Schrottpapiere noch mit dem AAA-Siegel versehen hatten, darf man sich fragen, ob man deren Einschätzungen überhaupt ernst nehmen soll. Letzten Endes sind an der Misere die Politiker schuld, die auf die neoliberalen (eigentlich paläoliberalen) Ökonomen gehört und die notwendigen Regulierungen der Finanzindustrie bis heute verhindert haben. Das ermöglichte den Gross-Banken, das Moral Hazard Spiel zu treiben und die Staaten in Geiselhaft zu nehmen, weil sie – zumindest angeblich – “too big to fail” (zu gross um unterzugehen) sind.

  7. Frau Reding – mit 200 Mio EUR können die Anfangskosten für 3-4 europäische Ratingagenturen gelegt werden. Dann gibt es viel mehr Markt und die Ungleichgewichte in der Behandlungen/Themenauswahl werden beseitigt. Neben USA ist ja auch noch Japan.
    Diese Kosten sind so verschwindet klein im EU Budget gegenüber dem angerichteten Schaden, dass man das gar nicht merkt wenn man auf einer eu renovierten sizilianischen Strasse fährt.

  8. Anh Toan sagt:

    Mittel- bis Langfristig gefährdet der Euro die Rolle des USD als Weltreservewährung. Die Möglichkeit, sich nicht nur in der eigenen, sondern der Währung der Welt zu verschulden, hat den USA massive Vorteile gebracht, die diese gerne behalten würden. (Wie geil wäre es , wenn Öl und Schweinebäuche in Anh Toan Kreuzern gehandelt würden). Im nahen Osten und Nordafrika, hat der Euro den USD als Zweitwährung schon zu einem grossen Teil verdrängt, ist mittlerweile selbst in Asien als Zahlungsmittel breit akzeptiert, auch wenn dort der USD noch klar dominiert. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die organisierte Kriminalität den USD zumindest teilweise durch den Euro ersetzt hat, hier spielt wohl auch die fünfhunderter Euronote eine Rolle, die das physische Volumen von Bargeld gegenüber USD um mehr als 80% reduziert.

    Am Beispiel der USA kann man erkennen, wie permanente Währungsabwertung letztendlich dazu führt, dass die Wirtschaft sich auf die Währungsabwertungen verlässt, um konkurrenzfähig zu bleiben, anstatt in die Produktivität zu investieren. Eine schwache Währung verleitet zu Schuldenaufnahme und Investition in unproduktive Sachanlagen (Rohstoffe, Immobilien), damit lässt sich, da die Schulden von der Inflation weggefressen werden, mehr verdienen, als mit Investitionen in Produktion.

    Worum geht es in der Eurokrise eigentlich? Warum kann z.B. Polen mit dem harten Euro leben, Italien aber nicht? Ich weiss, Polen hat eine eigene Währung, die steht zum Euro ziemlich genau gleich wie vor 10 Jahren.

    Währungsabwertung als Instrument zur Überbrückung einer Konjunkturdelle mag durchaus nützlich sein, um zu vermeiden, dass im Abschwung mehr als notwendig zerstört wird. Eine dauerhaft schwache Währung verhindert oder besser verzögert den Totalkollaps der Volkswirtschaft, zementiert jedoch die Schwäche der Volkswirtschaft. Worum sollte in Produktivitätssteigerung investiert werden, wenn die Notenbank dafür sorgt, dass sich auch unrentabel produzierte Produkte im Ausland verkaufen können. Als di CH Uhrenindustrie unter massivem (Preis-)Druck gegenüber der asiatischen Konkurrenz war, hätte man diese mittels Währungsabwertung schützen können. Auch heute noch wären weitere Abwertungsrunden notwendig, um eine derartige Uhrenindustrie gegenüber der asiatischen Konkurrenz zu erhalten (eine Küchenwanduhr mit Quartzwerk gibts in Vietnam für 2USD). Stattdessen hat Hayek die schweizer Uhrenindustrie gerettet, unter der Prämisse, dass die Schweiz ein Hochlohnland mit starker Währung ist, was alle Produkte aus der Schweiz auf dem Weltmarkt teuer macht. Swatch hat sich gesagt, wenn wir eine Uhr zu CHF 10 Produktionskosten herstellen, und CHF 40 pro Uhr ins Marketing investieren, können wir die Uhren mit CHF 10 Gewinn pro Uhr für CHF 60 verkaufen, denn eine Uhr dient primär nicht zum Anzeigen der Zeit, sondern als Statussysmbol. Hätte man damals die schweizer Uhrenindustrie mittels Abwertung gerettet, gäbe es heute keine Swatch in dieser Form, sondern bestenfalls eine Uhrenindustrie, die ihre Produkte lediglich über den Preis verkaufen könnte. Vermutlich hätte aber auch mit schwacher Währung dennoch ein grosser Teil der Produktion in Billiglohnländer ausgelagert werden müssen.

    Die Wirtschaft kann mit starken Währungen, mit wirren Steuerregeln, mit einer ganzen Menge von Unbill leben. Sie passt sich an. Verheerend für die Wirtschaft ist Unkalkulierbarkeit (USA: Steuerregeln ab 2013?). Wer behauptet, die Finanzkrise wäre an Italien oder Griechenland spurlos vorbeigegangen, wenn diese nur hätten ihre Lira und Drachme abwerten können, eine spanische Notenbank hätte im damaligen Umfeld (Arbeitslosenrate in Spanien 2006 8.6%) den Immbobilienboom mit massiven Zinsanhebungen gebremst, vergleicht die reale Entwicklung mit einem hypothetischen Optimum, das jedoch unmöglich hätte eintreten können.

    Der Tenor dieses Forums ist: Hätte die EU nur keinen Euro gehabt, als die Finanzkrise ausbrach, wäre alles Friede, Freude, Eierkuchen in Europa. Klar doch!

    • Thomas ernst sagt:

      @ Anh

      Sicher nicht Friede, Freude und Schlaraffenland. Doch hätten wohl deutlich mehr Menschen, gerade auch junge Griechen, gelernt, dass Anstrengung lohnen kann und sich nicht Murad das nepotische Klientelspiel eingelassen. So aber haben Griechinnen, Spanier und Franzosen nur gelernt, dass der Staat es schon richten wird. Diese letztlich infantile Haltung und Verantwortungslosigkeit ist der wirklich gravierende Kollateralschaden der Eurolüge.

      Politiker mögen abhängige, dumme und manipulierbare Wähler, die sie als billiges Stimmvieh mit Angst (SARS, CO2-Lüge, AlKaida etc) und Drohungen (Hartz 4) über den Acker hetzen. Darum ist ihnen der Euro so wichtig.

      • Anh Toan sagt:

        @Thomas ernst: Politiker sind schlau genug zu wissen, dass sie ihre Wähler nicht machen können. Sie arbeiten mit den Wählern, die da sind. Nur wenn es gelingt, Regime über Generationen zu erhalten, kann die Bevölkerung “verdummt” werden. In der westlichen Politik hat kein Politiker Strategien länger als bis zu den nächsten Wahlen.

        Ich meine, die Politik benutzt die Sars oder CO2 Lüge, den Krieg gegen Drogen oder Terror, nicht primär um Angst davor zu schüren. beängstigende Dinge gibts genug, jeden Tag könnte die Welt untergehen. Die Politik benutzt diese Dinge, um dem Wähler zu suggerieren, sie unternehme was, beschütze ihn. Im Kern ersetzen die Politiker (unterstützt von Sachverständigen aller Art (Psychologen, Oekonomen) viel mehr die Pfaffen als die Fürsten. Sie dienen unserer Beruhigung, genau wie die Check-In Kontrollen an den Flughäfen. Die Menschen brauchen jemanden, der Ihnen sagt, er habe das Problem im Griff, Leadership übernimmt, sagt “Alles wird gut” und suggeriert “weil ihr mich habt”. SARS und Terror und Krise werden benutzt, um zu Beruhigen, nicht um Angst zu machen.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Anh

      Sehr wichtig übrigens Ihre Ausführungen zum Euro als USD-Konkurrenz. 2 Monate, nachdem Gaddhaffi (ein übler Despot aber weit weniger schlimm als mancher US-Protegee) ankündigte, Libysches Oel künftig in EUR zu handeln, wurde er -oh, Überraschung – von US Geheimdienstlern in einem Bewässerungsrohr erschossen….

      Hony soit, qui mal y pense.

  9. G. Meier sagt:

    Hier sind Leute am Werk (offenbar inkl. Bernanke), die nichts von der Komplexität dieser ökonomischen Zusammenhänge verstehen. Trotzdem sind sie hyperaktiv und wollen uns immer und immer wieder weismachen, dass das Problem nun gelöst sei. Schlimm an dieser katastrophalen Krise ist, dass die Verantwortlichen Beschlüsse fassen, die im Fall des worst case die Steuerzahler, die Sparer und die Pensionskassen ausbügeln müssen; sie müssen sich aber nie vor irgendeiner Instanz für ihre Fehleinschätzungen und die getroffenen falschen Massnahmen verantworten. Es ist somit sehr billig, Ratingagenturen die Schuld in die Schuhe schieben zu wollen.

    • Linus Huber sagt:

      @ G. Meier

      Sie erkennen die Lage gut. Bernanke wie Draghi kann man tatsächlich nicht einklagen, obwohl sie den groessten Diebstahl aller Zeiten mit ihrer ankerlosen und auf mangelhaften Modellen basierenden Geldpolitik organisieren.

  10. tom kraus sagt:

    wie wäre es, wenn Tobias Straumann mal die quelle, die er ziteiert (Mafred Gärtner und Björn Griesbach), auch lesen würde…?

    dort steht nämlich unter dem (zugegeben populistischen) titel:

    “Ratingagenturen verursachen Krise”

    genau das, was die Reding sagt.

    zitat:
    ” so muss man die Ratingagenturen als zentrale Auslöser und Antreiber in der europäischen Schuldenkrise betrachten.”

    quelle: hsg:
    http://www.unisg.ch/de/UeberUns/HSGMediacorner/Aktuell/RssNews/Forschung-Lehre/Juli+2012/Ratingagenturen-Eurokrise-Studie-FGN-HSG-29Juni2011.aspx

    auch meiner ansicht nach unsinn, aber ich bin im gegensatz zu den hsg leuten kein ökonome, sondern philosoph…

    • Anh Toan sagt:

      @tom kraus. Danke für den Link.

      Ich denke nicht, dass diese Studie als Unsinn zu bezeichnen ist. Klar können Ratingagenturen nicht einfach Ratings “erfinden”, andererseits sind deren Ergebnisse doch ziemlich inkonsistent:

      die USA und D haben das gleiche Rating bei Moody’s und Fitch, bei S+P einen Notch tiefer. (Die USA mit einem Budgetdefizit von 8.6% (D 1%), und einer Schuldenquote von 108.9% (D 81.2%). Noch weniger nachvollziehbar ist das Rating UK’s (Fitch Top, Rest Top mit negativem Ausblick): UK hat einen Schuldenstand von 82.9% und ein Budgetdefizit von über 8%. In diesen Zahlen sind die Schulden aus den Finanzmarktinterventionen (RBS & Co.). Diese werden einfach weggelassen in den Statistiken, weil es sich um einen “temporären” Effekt handeln soll, auch wenn dieser schon seit 5 Jahren besteht. Mit diesen Schulden beträgt der Schuldenstand UK 137% des GDP’s). Dies Zahlen sind deutlich schlechter als diejenigen Italiens oder Spaniens (kleinere Verschuldung, kleineres Defizit).

      Jedoch gilt es nicht nur die Ratings an sich kritisch zu prüfen, notwendig wäre auch z.B. eine Untersuchung darüber, in welchem Zeitpunkt Herabstufungen publiziert werden. In der Staatsschuldenkrise kamen die Ratingagenturen immer genau dann mit ihren Herabstufungen, wenn sich die entsprechenden Märkte ohnehin gerade im Sinkflug befanden, in diesem Moment entfaltet eine negative Nachricht am meisten Wirkung. Man hat den Eindruck, geht es schlecht mit den spanischen Anleihen, kann darauf gewettet werden, dass es bald noch schlechter gehen wird, die Ratingagenturen werden zuverlässig mit Herabstufungen kommen. Eigentlich sollten diese vor dem Markt sein, sie massen sich an die Zukunft vorherzusehen (Rückzahlbarkeit der Schulden). Faktisch rennen sie nur dem Markt hinterher. Ob dahinter lediglich Unfähigkeit, oder Interessen stehen, vermag ich nicht zu beurteilen, immerhin scheint offensichtlich, dass eine US oder UK Ratingagentur zurückhaltender ist, dem eigenen Staat schlechte Noten zu geben, man lebt dort, will nicht als Verräter gesehen werden. Man stelle sich vor, Standard & Poor’s stufen die USA auf ein single A ab. Untersuchungen der Börsenaufsicht, Kongresshearings, Schadenersatzklagen wären die Folge, könnte ruinös für Standard & Poor’s werden, ein amerikanisches Gericht zu finden, dass Urteile gegen amerikanische Ratingagenturen fällt, weil diese die Bonität des “Heims der Freien und Mutigen” zu hoch eingeschätzt hätten, scheint hingegen aussichtslos.

      • Anh Toan sagt:

        Welcher schlaue Oekonom erklärt mir, warum man die Schulden UK’s aus RBS & Co. nicht berücksichtigen soll? Müssen sch diese über den englischen Staat finanzieren, zeigt dies doch, dass sie dieses Geld am Kapitalmarkt nicht erhalten, was wiederum zeigt, dass innerhalb der Institute keine Deckung durch Aktiven dieser Schulden vorhanden sind. Die Koten der Bankensanierung werden einfach nicht berücksichtigt, bei Irland und Spanien hat man diese aber schon berücksichtigt. Insbesondere die Ergebnisse der Ratingagenturen zu Irland sind im Vergleich mit denjenigen zu UK nur mit Argumenten ausserhalb meiner Kenntnis nachvollziehbar.

        • Andreas Dombek sagt:

          @Anh Toan

          Bezüglich Ihrer Frage wegen der amerikanischen Nichtberücksichtigung der vorhandenen schwergewichtigen britischen Schwachpunkte werden Sie garantiert bis zum Nimmerleinstag warten müssen!

          Die sog. schlaue resteuropäische Ökonomie ist mit hoher unterstellbarer Wahrscheinlichkeit nicht in der Lage oder besser nicht Willens, diese anglo-amerikanische besondere und sonderliche „Brüderschaft“ knacken zu können. Oder sogar nicht zu wollen. Da droht sonst sicherlich ein Tabubruch.

          Als technisch ausgebildeter Mensch fand ich es schön in der Vergangenheit verwunderlich, mit welcher augenscheinlicher Blindheit ein Großteil dieser Ökonomen-Meute nach der höherprozentigen anglo-amerikanischen Finanz-Wurst schnappt und sich auch noch mit winzigkleinen Abfällen abspeisen lässt.

          Durch die Anwendung „freier“ Bewertungsregeln und „frei“ interpretierbarer Regeln kann man bezüglich Ihrer Fragestellung vieles an passenden Ergebnissen schönreden oder auch kaputtrechnen.

          Diese besondere anglo-amerikanische„partnership“ können wir Resteuropäer absolut nicht brechen. Real hat sie fast den Charakter einer beidseitigen „civil partnership“. Nicht nur in Bedrohungs- und Kriegs-, sondern auch in diesen gegenwärtigen Umbruch-Zeiten.

          Der anglo-europäische Pudel wird für jede Dienstleistung bzw. Wohlverhalten mit amerikanischen pekuniären und sonstigen Leckerlis belohnt und hat dabei sicherlich viele europäische Interna mit höchsterregtem Schwanzwedeln seinem amerikanischen Herrchen weitergeleitet.

          M. E. ist die von Ihnen zu recht montierte Nichtberücksichtigung zwar berechtigt, aber auf eine Antwort werden Sie trotzdem ewig warten müssen. Wetten?

          Obwohl sich die Engländer und Deutsche liebevoll „Vettern“ nannten, sind sie jedoch realistisch nur Verwandte des 4. Grades. Die herzallerliebste Bezeichnung der hier gemeinten „partnership“ basiert auf der Ebene von anglo-amerikanischen Brüdern. Also Verwandte des 1. Grades.

          Dies zeigt die wahren Verhältnisse. Da braucht man sich über die besonderen „relationship“ bezüglich der anglo-amerikanischen „Finanz- und Handlungs-Partnerschaft“ keine weiteren Gedanken verschwenden!

          Fazit:
          Englische Bulldoge? Aber nein!
          Britischer Pudel? Leider!

  11. Rolf Schumacher sagt:

    Europa wird bewusst und absichtlich schlecht geredet. UK und USA haben zusammen soviel Schulden wie die gesamte Schuld der Restwelt. Diese Schluden können nur noch mit primitven Tricksereien, manipulativen Lügen und Kriegen abgebaut werden. Die Wallstreetmafia kann über die BIZ, IWF, Weltbank, und EZB den Euro beliebig beeinflussen. Aktuell wird der EURO geschwächt, um a) den Dollar als Fluchtwährung attraktiv zu machen und b) mit einem starken Dollar Schulden abzubauen und vor allem ganze Regierungen zu beeinflussen. c)ein zerstrittenes Europa wird die USA im Krieg gegen den Iran (Erschliessen der letzten grossen, einfach abbaubaren Oelreserven) nicht in den Rücken fallen.

    Beweise für die Manipulationsmöglichkeiten. Die internationalen Finanzorgane sind streng Hierarchisch aufgebaut. An der Spitze sitzen überall US-UK-Hörige-Präsidenten.
    a) IWF- Lagharde arbeitete für den rechtskonservativen politischen Think Tank der USA: Sie hatte ein sehr enges Verhältnis zur Regierung Bush und zur Wallstreetmafia (JP-Morgan, Bank of America)
    b)Europäische Zentralbank: Mario Draghi war Direktor von Goldman Sachs und Lehrbeauftrager an der Elite Uni Harvard. Zudem war er Notenbakchef in der Zeit als (zusammen mit unserem UBS-CEO Sergio Ermotti) die Cosa Nostra Bank Unicredit gegründet wurde und das Mafiageld aus Italien-Balkan-Russland und restlichen Oststaaten nach Italien gezogen wurde. 2010 kam es zum Elkat Profum musste zurücktreten Vize-Präsident Ermotti floh zur UBS.
    c)Weltbank: Der Direktor ist gemäss Weltbankstatuten IMMER und Ausschliesslich ein US-Amerikaner (Wallstreetmafioso)
    d)BIZ (Bank für internaionalen Zahlungsausgleich) die oberste Instanz aller Nationalbanken der Welt wird immer von einem Direktorium aus USA-UK-(D immer noch von USA und UK Besetzt)-F-I-J geführt. Die anderen Nationalbankdelegierten haben auszuführen was die USA UK und die Siegermächte diktieren? Musste Hildebrand gehen, weil er der Wallstreet ( zu deren verlängertem Arm UBS-Gründer Blocher und seine SVP auch gehören) nicht mehr genehm war?
    d)Moody/S&Poors/FItch sind keine unabhängigen Ratingagenturen, sie gehören der Wallstreetmafia
    e)Depechenagenturen (allen voran Reuters, aber auch AP etc) gehören ebenfalls denselben liberalen Wallstreet, City of London Mafiakräften
    f)internationale Gerichte gelten für US-Amerikaner (siehe Kriegsverbrechertribunal) nicht.
    g)UNO haben die USA und Siegermächte Vetorechte, andere Länder zwar auch. Aber wer gesehen hat, wie die USA sich kürzlich beim Waffenhandelabkommen verhalten hat, muss eingestehen, dass da Maifakräfte direkte und unmittelbare Auswirkung auf das Handeln des US-Präsidenten haben.

    Die Maifa regiert die Welt, wir sind zum zuschauen verknurrt. Aber wenigsten müssen wir den Idiotien der Grossverbrecher an Wallstreeet etc nicht zu applaudiern, sondern wir können ihnen einen unbequemen Spiegel vorhalten.
    Wir lassen uns nicht täuschen. Wir lassen uns für deren kriminelle Spielchen nicht einspannen, das können wir und müssen wir auch tun.

    Entschuldigt die vielen Fehler, aber ich habe nicht so viel Zeit, ich muss meine Brötchen ehrlich verdienen. Ich kann sie nicht wie Sergio Ermotti mit Mafiageld ergaunern (Milliardenzufluss in die UBS ist Mafiageld aus der Unicredit!! Denn die alten Sergio Mafiotti Banken Bank Austria und Unicredit sind kein sicheren Mafiahäfen mehr.
    Dass Mafiotti nun den Nasdaq eiklagen will, weil er und seine Investementbanker in warme Facebookluft investiert haben (mit unserem Pensionskassengeld) zeigt die Geistesgestörtheit der Banker offen.
    Wahrnehmungsstörungen gehen für mich unter Geistesstörungen und ein Banker der grobfahrlässig Geld verzockt und danach die Börse einklagt ist gestört.
    Facebook hat einige Rechenzentren und eine Softwareinfrastruktur (inkl Ideen), welche vielleicht einige Millionen wert sind. Facebook ist aber eine Gratisplattform. Sobald Facebook etwas für seine Dienste verlangen will, werden kluge junge Köpfe eine alternative Plattform schaffen. Der Facebookbörsengang war eine offensichtliches Inisdergeschäft. Ein vorsichtiger Investor investiert nicht Millionen in solch offensichtlichen Ramsch.

    • Thomas ernst sagt:

      @ Rolf Schmacher

      Ich stimme Ihnen weitestgehend zu, was die Rolle von US/UK-Verbrechern etc. angeht. Auch müsste inzwischen auch dem gröbstens Sehbehinderten klar sein, dass US Präsidenten nur noch wohlfeile Marionetten an den Fäden von CIA-FBI-Mafia-Filzokraten sind. Bilderberger lässt gruessen.

      Nur in Sachen Blocher führt Sie Ihr blinder SVP-Hass in die Irre: Blocher ist kein Gründer der UBS und wurde aus dem VR geworfen, weil er unbequeme Fragen stellte, als Ebner versuchte die UBS zu übernehmen. Ich war damals in des SBG aktiv und kenne die Verhältnisse ausreichend gut, um Ihre Unterstellung als Irrtum zu erkennen.

      • Rene Wetter sagt:

        @Thomas Ernst: Was ist das für eine Legende dass Blocher bei der UBS rausflog weil er unbequeme Fragen wegen Ebner stellte? Sie wissen ganz genau, dass die Herren Ebner und Blocher langjährige Freunde sind, die haben ja zusammen den gutgehenden Schweizer Konzern Alusuisse zerschlagen und Teile ans Ausland verscherbelt. Ebner brachte mit seinem Wirken die ABB nahe an den Abgrund. Blocher war der damaligen UBS Spitze nicht genehm weil er die EWR Vorlage zum Absturz brachte

        • Thomas ernst sagt:

          Irrtum.
          Die damalige UBS Spitze wollte mit allen Mitteln verhindern, dass Blochers Intimus Ebner eine Kontrollminderheit der Aktien erwerben konnte. Dazu wurden auch die MA (Mitarbeiteraktien!) unter Druck gesetzt. Es wurde mit Lügen und Drohungen hantiert. Dazu hat Blocher damals im VR kritische Fragen gestellt.

          Die Mär vom EWR, auf die Sie nur allzu gerne reingefallen sind, war ein reines Vertuschungsmanoever…

          • Rolf Schumacher sagt:

            Interessanter Input Hr. Ernst. Ich kann mir gut vorstellen, dass Blocher sogar als Rammbock benutzt wurde. Nur weshalb äussert sich denn Blocher nicht kritisch gegen die beiden Skandalbanker Marcel Ospel und Sergio Ermotti? Weshalb pocht er nicht darauf, dass Marcel Ospel juristisch angegangen werden muss (auch sein Ziehsohn Peter Spuhler), für deren kriminelles Handeln in den USA. Weshalb zeigt er dem Volk die Unicredit (Skandal 2010)-(Profumo/Berlusconi)-Vergangenheit Sergio Ermottis nicht auf.

            Weshalb sagt er dem Volk nicht direkt.
            Dass die 12 Milliardenkundengelder der UBS Mafiageld sind, welches in der CH weissgewaschen wird. Oder sagen sie mir einen vernünftigen Menschen, der in eine Skandalbank wie die UBS investiert, deren Aktie in freiem Fall ist und welche wegen diversen Verehen in den USA und in UK angeklagt wurden??
            Sagen sie mir, weshalb niemand darüber spricht, dass die Facebookakteinkäufe der UBS-Investmentbanker ein kapitaler Fehler der Banker war. Facebook besteht aus einigen Rechenzentren und einer halbbackenen Software, für welche die Benutzer nichts bezahlen müssen. Wer in aufgeblasenen Schaum investiert darf niemals CEO der grössten systemrelevanten Bank der CH sein!!!!! Hildebrand musste wegen eine Lapalie gehen, Mafiotti bleibt obwohl er Millionen (Pensionskassenvermögen) verzockt???
            Wo ist die kritische, scharfe Stimme Blochers, welche den Finger auf all diese Missstände zeigt?

            Ich werde bei UBS und auch auf Tagionline geblockt, wegzensiert, ausradiert. Meine Stimme hat kaum Gewalt und trotzdem verwende ich viel Energie darauf die Ganoven unsere Zeit sichtbar zu machen.
            Oberste Ganovenadresse der Schweiz ist die UBS. Ich wollte seit 2010 ein Gespräch mit Sergio Ermotti. Ich wollte es, damit er mir mein ungutes Gefühl hätte beruhigen können.
            Mit Blocher kann man wenigsten diskutieren. Er steht seinen Mann.
            Ermotti versteckt sich hinter Sicherheitsleuten, Juristen und Mafiafreunden.
            Die UBS ist so abgeriegelt, wie die US-Botschaften. Das passt ganz und gar nicht in unser friedliches, offfenes, demokratisches Land. WOHIN STEUERN WIR, WENN WIR UNS VON SOLCHEN KRAEFTEN REGIERN LASSEN:
            Blocher muss, falls er wirklich ein Landesvater ist, die UBS jetzt kritisch hinterfragen. Ermoti verkriecht sich in einem hermetisch abgeriegelten Bau. Seine Geschenke kommen mir vor, wie jene, welche das Stalin Double) jweils telegen unters Volk brachte, während der echte Stalin sich in seiner Datscha verkroch.
            WER IST ERMOTTI, WER IST DER STAERKSTE MANN DER SCHEIZ, WESSEN INTERESSEN VERTRITT DIESER MANN. Das sind brennende Fragen, Blocher muss sie als verantwortungsvoller Parlamentarier beantworten. Dieselben Fragen müssen auch Brady Dougan gestellt werden. Denn solange die UBS und CS unter CH-Flagge laufen hocken wir als Geiseln in deren Boot.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Rolf

            Sie liegen hier weit neben den Fakten. Blocher ist nicht verantwortlich dafür, was bei der UBS läuft. Das ist Rainer E. Gut, ex CS-Präsident. Gut wurde vor rund 20 Jahren vom damaligen SBG-Chef Senn öffentlich blamiert. Gut hatte in einem privaten Telefonat gegenüber Senn angeregt, eine Fusion der damaligen SKA mit der SBG zu prüfen, um eine der grössten internationalen Bankengruppen zu bauen. Die damals dritte Grossbank, Bankverein wäre dadurch deklassiert worden. Die SBG hatte zu diesem Zeitpunkt rund 3000 Milliarden CHF Assets under Management, das ist die Summe aus den ausgewiesenen Kundengeldern und den nicht bilanzierten Treuhandgeldern.

            Senn sah eine Chance, seinen Rivalen von der deutlich kleineren, aber damals agileren Kreditanstalt zu blamieren und hat die ganze Sache publik gemacht, und zwar mit dem Unterton, der Rainer Gut hätte kalte Füsse bekommen und wolle sich bei der SBG anlehnen. Das hat ihm Gut nie verziehen.

            Nach dem ( teilweise inszenierten) Ospel-Debakel sah Gut seine Stunde gekommen, und inthronisierte mithilfe der Staatsfonds und von Drittaktionären seinen Superbanker Oswald Gruebel. Damit hatte er es Senn heimgezahlt. Seither gehört die UBS, wie die CS, die Zuerich und die Swiss Re zum Gut-Clan. Blocher ist kein Gut-Mann und hat in dessen Einflussbereich nichts zu berichten. Da leitet Sie Ihr offensichtliche Anti-Blocher-Wahn in die Irre. Ein verbreitetes Linkenproblem.

            Sie reden von 12 Mia Kundengeldern. Das ist bloss ” Net New Money”. Die UBS weist offiziell rund 2.2 Billionen (2200 Milliarden) verwaltete Kundengeldern aus. Sie liegen um Faktoren daneben. Vielleicht auch noch bei anderen Aussagen…

            Das Facebook-Problem ist ebenfalls nicht der Gier der Chefs, sondern der Dummheit eines Händlers zuzuschreiben: Auftragsgemäss setzte der Händler einen Kaufauftrag an der Nasdaq über den Gesamtbetrag der benötigten ( Kunden und eigene Anteile) ab. Da von der Nasdaq keine Bestätigung kam, wiederholte er die Transaktion nochmals – und nochmals, weil er vermutete, dass sein Auftrag nicht übermittelt wurde. Als dann die Nasdaq endlich bestätigte, nämlich alle 3 Orders war es für Korrekturen zu spät und der Kurs bereits im Keller.

            Dass Sie ein hochbelasteter und gut ausgebuchter Topmanager wie Ermotti nicht persönlich empfangen will, kann ich ihm nicht verdenken. Auch ich nehme mir nicht für jeden dahergelaufenen Spinner, der nichts substantielles vorzuweisen hat, Zeit. Wozu auch?

            Weshalb glauben Sie, von den 236 Parlamentariern in Bern müsse sich ausgerechnet Blocher um alle von Ihnen unterstellten Schweinereien kümmern?

            Weshalb wenden Sie sich nicht mal an EWS? Als aktenkundige Verräterin und Lügnerin hätte sie Sicherheiten viel besseren Zugang zu den “Ganoven” als der alte Haudegen Blocher. Oder Reden Sie mit Wendehals Leuthard, die ist nachweislich flexibel im Rückgrat und liberal im Umgang mit den Fakten.

          • Thomas ernst sagt:

            @ Rolf

            Auch in Sachen Blocher liegen Sie leider daneben. Es ist seine Erzfeindin Evelyn, die notorische Verräterin, welche zu Rive-Reine eingeladen wird ( ev. auch zu Bilderberger-Treffen, aber da habe ich keine gesicherten Infos), nicht der Blocher.

            Die Linke hat sich Eder völlig hirnlos in Blocher verbissen und ist inzwischen völlig unfähig, die Bedrohung der Schweiz durch das devote Paktieren mit den US-Kriminellen (Regierung, CIA, NSA, NATO etc.), das EWS heute ganz ungeniert abzieht, zu erkennen.

    • Anh Toan sagt:

      Wenn eine Börse stundenlang nicht in der Lage ist, Kurse zu stellen oder Abrechnungen über getätigte Transaktionen zu erstellen, erscheinen Klagen gegen diese Gesellschaft durchaus prüfenswert und keineswegs “geistesgestört”. Dies sind Aufgaben (vertraglich übernommene Verpflichtungen), der Kerngehalt der verkaufte Dienstleistung eines Börsenbetreibers. Warum konnte dies nicht üblichen Standards entsprechend erfüllt werden. Wessen Verschulden? Kausalzusammenhang zwischen welchem Schaden und welchem Verschulden, viele Fragen, viele Seiten zum Schreiben für Anwälte, aber “geistesgestört” bestimmt bestimmt nicht, zumal der Aktienkurs des Börsenbetreibers nicht der Ansicht widerspricht, dass Klagen Sinn machen könnten.

    • Anh Toan sagt:

      @Rolf Schumacher: Oder mehr an Ihnen vertrauten Umständen orientiert: Wenn ich Sie als Arzt brauche, und Sie wären nicht in der Lage, elementare ärztliche Dienstleistungen entsprechend üblichen Standards zu erbringen, wäre es “geistesgestört” wenn ich Sie verklage? Ändert es etwas, wenn Sie meinen Lungenkrebs behandeln sollen, den ich vom Rauchen habe?

      • Anh Toan sagt:

        Wenn Sie mich der Finanzmafia zuordnen, habe ich verstärktes Verständnis, dass Herr Ermotti nicht mit Ihnen reden will, warum sollte er sich beleidigen lassen?

        Die Nasdaq hat den Auftrag gewonnen, Facebook Aktien auf ihrer Plattform zu handeln, die NYSE wollte den Auftrag auch. Es ging nicht um Sozialhilfe oder sowas.

        Wenn ich, das in Kenntnis meiner Rauchervergangenheit erstellte Angebot eines Spitals oder/und eines Arztes, mir eine Lunge zu transplantieren annehme, habe ich Anrecht auf eine fachgerechte Behandlung. Der Auftragnehmer ist für mir verursachten Schaden verantwortlich, wenn ihn ein Verschulden trifft. Ob auch mich ein Verschulden trifft, erscheint irrelevant. Als Verschulden reicht im Prinzip auch leichte Fahrlässigkeit, zuerst sollte man aber malo in die Verträge uns ins Gesetz sehen, was weder Sie, noch ich können.

        Zu kompliziert für Sie:

        Du verkaufen Arbeit, Du nicht können Arbeit, Du müssen bezahlen!

        • Rolf Schumacher sagt:

          Berlusconi und der libysche Staat sind Hauptaktionäre der Unicredit. Die Unicredit hat Banken im ganzen Balkan-Türkei-Russland-Ukraine-baltische Staaten-Tschechien etc aufgekauft. Sie ist im Oligarchen (Russenmafia) und Balkanmafiagebiet die grosse Bank. Die 1 Anlaufstelle für Dorgen-Waffenhandel-Frauenhandelgeld?? wohin sollte es sonst gehen?
          Ermotti hat wesentlich zu diesem Ostausbau der Unicredit beigetragen, er war deren Vizepräsident. 2010 trat Präsident Profumo zurück, nachdem nachgewiesen werden konnte, dass die Unicredit Millionenmafia-Euro über die Vatikanbank reingewaschen hat. Vizepräsident Ermotti zog nach diesem Skandal zur UBS.

          Ich habe nicht gesagt, Ermotti gehöre zur Mafia, mir fehlen die Beweise!¨Aber die Vergangenheit Ermottis muss jeden aufhorchen lassen. Die grösste und in der Reputation angeschlagene CH-Bank (systemrelevant) kann sich keinen luschen CEO leisten. Sie tut es trotzdem, das begreife ich nicht.

          Ermotti hat sich zu seiner Unicredit-Vergangenheit nie geäussert.

          Wie soll ein Anleger in eine solchen CEO haben?? Wer würde Slivio Berlusconi (als Hauptaktionär war er Ex-Chef Ermottis??) seine Ersparnisse anvertrauen??

        • Rolf Schumacher sagt:

          Der Kauf von Facebookaktien war in jedem Fall grobfahrlässiger Umgang mit Kundengeldern. Jeder Banause hat gesehen, dass die Facebookaktie extrem überbewertet war. Hardware und Software haben nicht einen Bruchteil des Börsenwertes von Facebook. Facebook produziert nichts, das Kunden kaufen würden!! Ermotti hat blind in Seifenblasen investiert und dies mit mit unserem Pensionskassengeld. Also ehrlich gesagt ich finde wenn einer Busse zahlen müsste wäer es die UBS für ihr lächerliches Facebookengagement.
          Ich wiederhole micht! Die Bank nimmt Kundenvermögen geht ins Casino und zockt an einarmigen Banditen. Nachdem sie ein grosses Vermögen verzockt hat geht sie und klagt den Casinobetreiber ein weil es einen Stromunterbruch gegeben hat?? Lächerlicher kann man Verantwortung nicht von sich weisen.
          Verantwortungsvoller Umfang mit Kundenvermögen ist die oberste Prämisse!! Wenn Sergio Mafiotti nun noch Millionen verliert weil er in einen elend langen Rechtsstreit mit der Nasdaq verwickelt ist, ist das doppelt verantwortungslos und schadet auch doppelt der Glaubwürdigkeit der UBS.

          Fazit: Ermotti schiesst ein doppeltes Eigentor, mit der Klage gegen Nasdaq. Aber das wird Ermotti nicht kümmern, sein Zahltag kommt trotzdem und falls er in irgendeinem Auftrag den Ruf der UBS zu schädigen hat, dann wird es von dieser Quelle (Bank of America, oder Uncredit) noch einen herrlichen Schlag obendrauf geben.
          Der Ausbau der Villa in Lugano ist eh schon lange gesichert. Und ach ja mit dem Fussvol muss sich der hermetisch abgeschottete Ermotti auch nicht plagen.

        • Anh Toan sagt:

          @Rolf Schumacher: Es gibt keinen Gott, ausser Allah!

          “Facebook produziert nichts, was Kunden kaufen würden”

          Was genau produzieren 100m2 an der Bahnhofstrasse in Zürich, das Kunden kaufen würden? Facebook ist eine virtuelle Bahnhofsstrasse, gut 0.5 Milliarden (Daily Active User) eher jüngere, zumindest in Lesen und Schreiben geschulte Menschen, kommen täglich vorbei. Selbst wenn der Zugang zu Facebook behördlich erschwert ist wie in Vietnam, hat fast jeder Oberstufenschüler oder Hochschulstudent ja selbst Regierungsgesellschaften (z.B. Saigontourist) haben Facebookaccounts. Was ist das wert?

          Was ist das Wert im Vergleich zu USD: Die FED hat mindestens 1 “trillion” zusätzliche Aktiven (und Passiven) in ihrer Bilanz, aufgebaut seit 2008: Teilt man 1 Billion 1’000’000’000’000 durch 4 Jahre, 365 Tage, 24 Stunden, 60 Minuten und 60 Sekunden, kommt man auf USD 7’927.00 welche vom FED jede Sekunde gedruckt wurden. (Hab ich falsch gerechnet? Das Ergebnis ist erschreckend.) Die BOJ, die EZB, die BoE und die SNB stehen dem Fed kaum nach, die Chinesen fangen auch bald an oder steigern mit Drucken). In rund 2.5 Monaten hat das Fed bei dem Tempo genug Geld gedruckt, um Facebook zu 100% zu kaufen.

          Dies ist keine Empfehlung heute FB zu kaufen, es gibt wohl Aktien mit besserem Ertrags/Risikoprofil (the trend is your frind, Never catch a falling knife). Ich wollte darauf hinweisen, dass gesunder Menschenverstand nicht zwingend zu Ihrem Ergebnis kommen muss. Wenn gestern die Facebookaktie zu rund 20 USD gehandelt wurde, zeigt dies, dass de Marktteilnehmer (Long- und Shortinvestoren, Optimisten und Pessimisten) in ihrer Gesamtheit der Meinung sind, die Aktie hätte 20 USD wert (gestern gehabt). Diese bezeichnen Sie in ihrer Gesamtheit als dümmer als Banausen, denn jeder Banause hat gesehen, dass Facebook massiv überbewertet war.

          Wieviel ist Facebook für einen Checker wie den Rolf Schumacher denn wert? USD 3.85 oder USD 0.20 oder USD 0.00 pro Aktie? Wenn Sie in Ihrer Allwissenheit erkennen, dass Facebook massiv überbewertet war, müssen Sie den Wert von Facebook einigermassen kennen. Für vertretbar halte ich die Ansicht, der (freie) Markt kennt den Wert von Facebook, oder Gott kennt den Wert von Facebook, beide mit der Einschränkung, falls es sie gibt, sonst kennt niemand den Wert von Facebook, nicht mal Zuck himself.. Rolf Schumacher ist weder der freie Markt noch Gott, er kennt den Wert von Facebook nicht, aber noch schlimmer, er meint ihn zu kennen. Masst er sich nun an, der Markt oder Gott zu sein? Da ich in seinen Anklagen Unmengen an Selbstgerechtigkeit erkenne, schliesse ich auf Gott. Anders Breivik ist Ihr Bruder im Geiste, er hat nur ein anderes Feindbild. Anders Breivik meint auch, es seine Pflicht, das Böse mit allen Mitteln zu bekämpfen. Rolf Schumacher lässt sich weder von gesellschaftlichen Konventionen, noch von Strafrecht auf seinem “heiligen Krieg” gegen das Böse bremsen. Er schreibt Mafia, Verbrechen, Dummheit, sagt gleichzeitig er hätte keine Beweise. Entspricht es gesellschaftlichen Umgangsformen, ohne Beweise jemanden öffentlich eines Verbrechens zu beschuldigen?

          Ich halte, unbelastet von Fachkenntnis in Psychologie oder von persönlicher Kenntnis Herrn Schumachers, einzig aus seinen Kommentaren hergeleitet, Rolf Schumacher für gefährlich. Ich finde es richtig, ihn hier schreiben zu lassen, es ist besser, er hat ein Ventil aus welchem ein wenig Druck entweichen kann. Ist Rolf Schumacher fertig mit Schreiben, fängt er vielleicht an zu schiessen, mir vorzustellen, er macht einfach etwas anderes, fällt mir schwer.

  12. Michael Schwarz sagt:

    Ben Bernanke ist nicht mehr zu retten, es wäre Zeit, dass er sich langsam von seiner Position als Fed Chief verabschieden würde. Wie ich in mehreren Beiträgen in der Vergangenheit geschrieben habe, dass ein PhD kein Massstab ist für ökonomische Verständnisse, ich traue einen alten Börsaner mehr zu, dass er über die Ökonomie mehr Bescheid weis als einen Zentralbank Chief, der in den USA PhD von elitären Universitäten erworben hat.

    Ben Bernanke ist am Ende seiner Kräfte. Seine aggressive Geldpolitik hat sich im Luft ausgelöst, bzw. die Wirkung hat sich nicht lange angehalten. Die Theorie des inflationgetriebenen Wachstums ist nicht nur nicht-nachhaltig, die verstört auch das nachhaltige Wachstum. Nach 4 Jahren können wir heute eine klare Aussage machen, nämlich eine Verwüstung des ökonomischen Systems. Ben Bernanke bereitet die nächste Krise für US-Ökonomie vor, erzählt Lügen in der Öffentlichkeit, ohne sich Rot zu werden, er ist kein Ökonom, er ist ein Politiker.

    • Rolf Schumacher sagt:

      It`s the system, Mike!!!! Das System(der FED ist ein Teil davon) hat hunderte Ben Bernankes auf Lager. In Harvard, Yale, King George College werden die künftigen stromlinienförmigen Finanzverbrecher für das Systems gezüchtet. Bei Goldman Sachs, JP-Morgan, Bank of America eingeweiht in die Insidergeschäfte und dann überall auf der Welt als Strohpuppen der Paten in NYC und London City eingesetzt. Siehe Sergio Mafiottis Karriere bei Bank of America (Merill Lynch) dann Unicredit und aktuell verzockt er Kundengelder und den Ruf der Schweiz.
      It`s the system, Mike!!
      Obama der Friedensapostel hat eben gerade Waffenhandelseinschränkungen an der UNO vereitelt. Who cares about Obama, it s the system Mike!!! Es ist ein Ganovensystem Mike und wir sind dazu verurteilt mit deren blutigen Jetons unser Lebensunterhalt zu zahlen.
      Lagharde, Draghi, Berlusconi, Sarkozy, Ospel, Blocher, Ermotti, Axel Weber sind `Teil des Systems, sie sind aber nicht das System.
      Wir müssten unabhängige souveräne Staaten haben mit eigener Währung und eigener (von uns kontrollierter Nationalbank). BIZ, IWF, Weltbank gehören geschlossen, systemrelevante Banken zerschlagen und Wirtschaftskriminelle von der Justiz in beschleunigten Prozessen lebenslänglich verwahrt. Denn Schwersüchtige (Sex und Geld sind ähnliche Suchtsubstanzen) müssen, wenn sie fremde gefährden wegen Wiederholungsgefahr sicher verwahrt werden. Verjährung und Immunität sollte bei Wirtschaftsdelikten nicht gelten.
      Erst wenn diese Dinge umgesetzt sind, dann haben wir ein gerechtes System.
      Geld ist die Energie mit der wir Freiheiten kaufen können, wer uns unser Geld klaut und uns (Staaten) zu Kollektivschuldnern macht (obwohl wir nichts dafür können), der beraubt uns unserer Freheit.
      Wirtschaftskriminelle sind Schwerstkriminelle. Ein ein einzelner Massenmöder kann vielleicht einige hundert Personen töten, einige wenige kriminelle Investoren können aber dafür sorgen, dass Millionen getötet werden und Milliarden in Armut und Hunger leben. Die Mafia und die Finanzverbrecher gehören allesamt hinter Schloss und Riegel.
      Dann hätten wir das Problem gelöst.
      Solange Korruption ein Kavaliersdeliktchen ist, kommen wir nicht weiter.

      • Thomas ernst sagt:

        Ja.

      • Linus Huber sagt:

        @ Rolf

        Ich kann Ihnen grundsätzlich zustimmen, wobei natürlich auch ein System sich wandelt. Wie in der Natur ist ein Wirtschafts-System ein lebender Organismus, wobei x-Millionen kleine Entscheide dieses System täglich dauernd verändern. Wenn sich sehr grosse Ungleichgewichte gebildet haben, besteht die Gefahr einer abrupten Veränderung (Phase Transition). Es bestehen diesbezügliche Studien, welche belegen, dass je länger eine vermeintlich stabile Situation von Ungleichgewichten erhalten oder erzwungen wird, desto stärker die nachfolgende Verwerfung.

        Zusätzlich sind auch die Akteure (wie z.B. Bernanke) bewusstseinsveraenderden Entwicklungen unterworfen, wobei das Eingestehen vergangener Fehler oder einer fehlerhaften Theorie, worauf ihr Existenz beruht, nicht sonderlich einfach sein dürfte.

      • Michael Schwarz sagt:

        @Rolf

        Wir müssen zugeben, dass das Zentralbanksystem weder in EU noch in den USA gut funktioniert. Dies zeigt, dass das Zentralbanksystem nicht neutral genug organisiert ist; der Einfluss kommt von allen Richtungen. Wer an meisten Kapital kontroliert, der bekommt die volle Aufmerksamkeit der Zentralbank. Dies führt unvermeidlich zum Ungleichgewicht im System, wodurch die Chancegleichheit, Stabilität des Kapitalmarktes und gleichmässige Einkommensverteilung aufgehoben wurde. Das System ist da, um zu ändern bzw. zu optimieren, aber die wird durch renomierten Nobelpreisträgern verhindert, weil sie eigne Karriere schützen wollen – es ist durchaus so, dass die renommierten Nobelpreisträger die Situation verstehen, aber ändern wollen sie nicht.

    • Anh Toan sagt:

      @Michael Schwarz: Ich weiss nicht genau warum, aber ich mag diesen Kommentar.

  13. Linus Huber sagt:

    Rating Agenturen dienen hauptsächlich der Finanzindustrie und zwar als Feigenblatt für deren Unzulänglichkeit im Bereiche der Sorgfaltsaufgabe bei Kreditvergabe. Ebenfalls, aufgrund der entsprechenden Bewilligungspflicht für solche Agenturen, handelt es sich um ein geschütztes Oligopol.

    Die Idee, sich auf das Urteil einer Rating Agentur zu verlassen, ist im Grundsatz ähnlich zu der Idee, sich auf den Staat zu verlassen. Es erlaubt die Selbstverantwortung abzuschieben.

    In Bezug auf die vorgenommenen Ratings ist zu sagen, dass die Rating Agenturen meistens nur allgemein bekannte Ereignisse in ihrer Beurteilung der Kreditwürdigkeit nachvollziehen. Jeder logisch denkende Mensch kann doch klar erkennen, dass wenn Deutschland immer noch höhere Kreditvolumina zu garantieren hat, dies unweigerlich ebenfalls zu staatlicher Überschuldung führen wird.

    Der Aufruhr der Politik in diesem Bereich ist nichts weiter als von ihrer eigenen Unzulänglichkeit abzulenken und aus diesem Grunde lächerlich. Bedeutend beunruhigender ist die Tatsache, dass Banken ihre Assets zu einem grossen Teil nach Modellen und nicht nach Markt bewerten dürfen, ansonsten wohl viele dieser modernen Vampire wie geplatzte Seifenblasen verschwinden würden.

  14. Zurück im Mittelalter:
    Wie tief konnten wir nur fallen, dass heute die Ueberbringer der schlechten Nachrichten wieder an den Pranger gestellt werden.
    Das ist nicht nur in der EU und bei Frau Reding so, von dieser ungesunde Entwicklung ist auch die Schweiz betroffen, wie es beispielsweise der Fall Hildebrand dokumentiert.

  15. Martin Holzherr sagt:

    Die Eurokrise als Kriminaltango
    Die vielen Akteure in der Euro-Krise erscheinen mir aus der Ferne wie Figuren eines aberwitzigen Krimis, in dem lauter Böse- und andere -wichte mit ihren Pistolen und auch schwereren Waffen gegenseitig aufeinander zielen und jede falsche Bewegung eine Katastrophe auslösen kann.
    Dass die Vize-Präsidentin der EU-Kommission die US-Rating-Agenturen dafür verantwortlich macht, die Euro-Krise immer wieder anzufachen, passt gut in dieses Bild, letztlich aber sind nicht “ausländische Agenten” für das Chaos verantwortlich, sondern es sind die nationalen Egoismen der europäischen Nationalstaaten die Lösungen verunmöglichen und man wird später einmal diese Nationalismen für den Zerfall des Euros verantwortlich machen wie man für den 1.Weltkrieg ein groteskes Überborden des nationalen Konkurrenzkampfes verantwortlich macht. Doch als wären nationale Egoismen nicht schon genug, kollidieren in der Eurokrise auch noch die Interessen unterschiedlicher Industrien (Finanzindustrie versus Realwirstchaft) und Gesellschaftsschichten (Wohlhabende/Priviliegierte versus Hauptharst der Steuerzahler). Symptomatisch dafür ist die Tatsache, dass Griechenland kein Haushaltsdefizit hätte, wenn es keine Steuerhinterziehung gäbe (Zudem gibt es Privilegierte wie die Reeder, die in GR gar keine Steuern zahlen). Und niemand will von seinen Positionen etwas aufgeben – weder die Staaten ihre Nationalinteressen noch die unterschiedlichen Industrien und privilegierten Gruppen (tatsächlich nehmen die Steuerhinterzieher und privilegierten Gruppen in Griechenland eher den Staatsbankrott in Kauf als dass sie zu Solidarität bereit wären).
    Das Bild wird durch die Triple-Krise – Banken- Schulden- und Leistungsbilanzkrise – noch verkompliziert. Die Leistungsbilanzkrise geht zu einem wichtigen Teil auf das Auseinanderdriften der Konkurrenzfähigkeit verschiedener Länder ja ganzer Ländergruppen zurück. Sogar linke Ökonomen wie Heiner Flassbeck, die dazu neigen, Deutschland einen Grossteil der Schuld an der Eurokrise zu geben (die niedrigen Löhne sind schuld an der Krise), betrachten ein Auseinanderdriften der Konkurrenzfähigkeit als katastrophal. Die Gruppe der Nordländer um Deutschland herum, der immer wieder die den PIIGS-Ländern aufoktroyierte Austeritätspolitik in die Schuhe geschoben wird, spricht allerdings nicht nur von Austerität – dem verpönten Sparen – sondern auch von Reformen und meint damit die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit in den PIIGS-Ländern. Im Fall Griechenland würden solche Reformmassnahmen bewirken, dass durch tiefere Lohnstückkosten mehr exportiert wird oder aber – realistischer, da GR sowieso kaum etwas exportiert – ein Revival des Tourismus. Die Griechenland von der Troika aufoktroyierten Reformen wie Privatisierungen, Entschlackung des öffentlichen Sektors (Euphemismus für Entlassungen von Staatsdienern) und einiges mehr wurden bis jetzt allerdings kaum umgesetzt und man darf ruhig die Diagnose stellen, dass Griechenland, wahrscheinlich aber auch Spanien und Italien den Status quo aufrechterhalten wollen und nicht zu echten Reformen bereit sind. Deutschland und die anderen Nordländer sehen dieses Problem der Prokrastination (verschiebe nichts auf morgen, was du auf übermorgen verschieben kannst) bei einigen PIIGS-Ländern und betrachten deshalb (leicht) erhöhte Zinsen für die Refinanzierung dieser Länder als disziplinarisches Mittel. Sie sprechen vom Gefährlichen Traum vom Geld im Überfluss und meinen damit folgendes: (Zitat) “Die Aussicht auf theoretisch unbegrenzte Unterstützung durch den ESM dürfte jeglichen Reformeifer in den Euro-Ländern schlagartig erschlaffen lassen”.
    Wenn bestimmte PIIGS-Länder nicht zur Reformen bereit sind oder diese eher später als früher in Angriff nehmen wollen, wäre die Alternative zum ungegrenzten, von den solidarisch haftenden Euro-Compagnons stammenden Kredit tatsächlich die massive Abwertung durch Euro-Austritt und die Rückkehr zu nationalen Währungen.
    Natürlich hat der Kommentator Anh Toan recht, wenn er schreibt: “Währungsabwertung als Instrument zur Überbrückung einer Konjunkturdelle mag durchaus nützlich sein, um zu vermeiden, dass im Abschwung mehr als notwendig zerstört wird. Eine dauerhaft schwache Währung verhindert oder besser verzögert den Totalkollaps der Volkswirtschaft, zementiert jedoch die Schwäche der Volkswirtschaft.”
    Doch wer soll die Schwäche der Volkswirtschaft in Griechenland beispielsweise korrigieren? Die Umwandlung von Griechenland in ein EU-Protektorat oder eine Revolution in Griechenland? Ähnliche Fragen stellen sich auch für Italien und Spanien.

    Was wird wohl der nächste Akt sein im Kriminalspiel, dass ich zu Beginn dieses Kommentars skiziert habe? Dieses Spiel mit dem letzten Risiko, dem Balancieren auf dem Abgrund und der Pistole am Kopf des Anderen? Für mich nicht ganz unrealistisch ist das Szenario, welches Mark Dittli mit Spieltheoretische Gedanken zu Europa als Menetekel an die Wand gemalt hat: Mario Monti könnte beispielsweise damit drohen, dass Italien die Eurozone verlässt, wenn es nicht sofort Euro-Bonds erhält. Das wäre die ultimative, speziell für Deutschland gefährliche Drohung, denn Targetschulden und vieles bereits geflossene Geld wäre für Deutschland bei Zerfall der Eurozone verloren und die Zukunft als Hartwährungsland würde auch nichts Gutes verheissen.

    • Anh Toan sagt:

      @Martin Holzherr: “Kriminaltango”

      Gestern stand der Mario Draghi plötzlich ganz alleine auf der Tanzfläche, versuchte verzweifelt zu erklären, was er da alleine macht. Wurde er zuerst vorgeschickt, um ihn dann alleine stehen zu lassen? Oder ist er alleine vorausgerannt, und hat gemeint, der Anstand gebiete es der Bundesbank, ihm auf die Tanzfläche zu folgen? Ich vermute das Zweite.

      Einerseits ist “dieses Spie mit dem letzten Risiko, dem Balancieren auf dem Abgrund und der Pistole am Kopf des Anderen” durchaus beängstigend. Als Optimist sehe ich das Positive daran: Niemand hat genug Macht, seine Ansichten/Lösungen einfach durchzusetzen. Russland hat keine solchen Probleme, da sagt Putin Bescheid, wer sich sträubt, geht in den Knast. Es gibt keine Probleme mit Verfassungsgerichten und Opposition.

      Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, ein vereinigtes Europa wird man auch nicht in einem Tag oder einem Jahr erbauen, ein Jahrhundert erscheint mir angemessener. In der ersten Hälfte wurde manches erreicht, vieles auch nicht. Es gilt den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, denn das Leben ist kein “Leiterlispiel” in welchem es ein paar Felder zurück geht und dann wieder weiter, das Leben geht nur vorwärts.

      Stephan Eicher (Tu ne me dois rien): “On ne refait pas sa vie, on juste continue”

  16. Martin Holzherr sagt:

    Die oben gemachte Aussage über eine frühere Krise: “Man verstand die makroökonomischen Zusammenhänge nicht. Es fehlte an den richtigen Ideen.” trifft auch auf die heutige Euro-Krise zu, wenn man sich auf eine Gesamtanalyse und Gesamtantwort bezieht nach der die Triplekrise (Banken-, Schulden- und Leistungsbilanzkrise) gelöst werden soll.

    Die Schuldenkrise hat ja Europa mit den USA und Japan gemein. Die Staatsschuldenkrise ist nicht die eigentliche Eurokrise, sie sorgt aber immer wieder für Dramatik, wenn die Zinssätze für Staatsanleihen gewisser Länder in anoxische Höhen steigen. Die dann schnell gemachten Forderungen nach Eurobonds und einer Vergmeinschaftung der Schulden bringt uns schon näher an den tieferen Grund der Eurokrise, nämlich die Weigerung einiger Staaten grundlegende Reformen anzugehen und ihre Volkswirtschaft konkurrenzfähiger zu machen wie das bereits im Lisbon-Projekt der EU gefordert wurde: “Lisbon aims specifically for economic as well as social and environmental renewal.The Strategy seeks to increase European competitiveness, not on the basis of social dumping but by investing in a knowledge-based and highly productive society.”
    Doch die Lisabon-Strategie war und blieb Papier und einige PIGS-Staaten produzierten weiterhin Produkte, die direkt mit den Produkten der aufstrebenden Schwellenländer wie China konkurrieren anstatt dass sie höherwertige und Marken-Produkte anbieten, welche von den neuen Mittel- und Oberschichten Chinas nachgefragt werden. Es stimmt nämlich nur bis etwa 2007, dass der überwiegende Handel von Euro-Ländern zwischen Euro-Ländern stattfindet. Seither wird China für Deutschland ein immer wichter werdender Handelspartner, der nicht nur billige Waren liefert sondern auch hochwertige deutsche Waren nachfragt.
    Die eigentliche Euro-Krise besteht für Griechenland, Portugal, Spanien und Italien in einer schwächer werdenden Konkurrenzfähigkeit, wobei die billigen Kredite, die diese Länder seit ihrem Beitritt zur Euro-Zone erhalten, diese Tendenz sogar verstärkt haben. Die Korrektur der Kredit-exzesse drohen nun das ganze Ausmass der verlorenen Konkurrenzfähigkeit überdeutlich sichtbar und spürbar zu machen und der Ruf nach Vergemeinschaft der Schulden ist zu einem Grossteil das Eingeständnis dieser Staaten, dass sie allein nicht mehr zurecht kommen.

    • Thomas ernst sagt:

      … womit wieder einmal belegt ist, dass die Menschen, allen voran die Politiker, unfähig sind, aus der Vergangenheit zu lernen…

    • Linus Huber sagt:

      @ Martin

      Natürlich kommen diese Staaten nicht mehr zurecht.

      Es bestehen Mittel und Verfahren, eine solche Situation einer Resolution zuzuführen. Jedoch die Idee, Zinsen und/oder monetäre Aggregate oder was auch immer zu manipulieren, und damit andere Staaten mit in den Strudel zu reissen, sind definitiv nicht Wege, welche zu einer sinnvollen und nachhaltig Problemlösung führen.

      Wenn ein Schuldner zahlungsunfähig ist, steht jederzeit ein Insolvenz-Verfahren zur Verfügung, welches auf verschiedenen Ebenen eine extrem wichtige Funktion des freien Marktes darstellt. Eine Wirtschaft, in welcher keine Verluste mehr anerkennt werden wollen, ist vergleichbar mit dem Christentum ohne Hölle, womit schlussendlich alle im Fegefeuer landen.

  17. Marcel Senn sagt:

    Meine bescheidene Meinung zu den Schuldanteilen für die Eurokrise wäre

    20% Schlechter Start und Zinsniveauungleichtheit und zu grosse Produktivitätsungleichheit innerhalb der Eurozone, Betrug von Griechenland, zu starker politische Gewichtung, Zwängelei der Politiker
    24% Finanzindustrie ->Subprimetoxix nach EU verkauft, Liborskandal, Derivatekonstrukte (z.B. an Städte), unkontrollierte Hypothekenvergabe z.B. Irland und Spanien, überrissene Risiken und Bonizahlungen, Bankenrettung inf. “Systemrelevanz”
    11% Steuerhinterziehung
    11% Korrupte Beamte und Politiker, Vetternwirtschaft
    11% Fehlende Haushaltsdisziplin, Prestigeprojekte
    3% Versagen der Ratingagenturen Sub-Prime, EU-Länderratings
    20% Grundlegende Systemfehler wie Zinseszinssystem mit entsprechenden unproduktiven Kapitalkonzentrationen, Tolerieren von Finanzwetten in unverhältnismässigen Grössenordnungen zur Realwirtschaft, FIAT Geld, der Kapitalismus ist zu effizient, die Skalenerträge in der Produktion nehmen ab und das Kapital wendet sich “lukrativerem” zu wie der Finanz-”Industrie”

    • Linus Huber sagt:

      Es gibt immer viele sogenannte Schuldige, wenn eine Kreditblase platzt. Dies lenkt hingegen davon ab, dass die ankerlose und inflationäre Geldpolitik der Zentralbanken den Grundstein für die Entwicklung dieser Fehlinvestitionen legte.

      • Marcel Senn sagt:

        @Linus Das habe ich ja bei den fundamentalen Systemfehlern, aber die anderen Faktoren haben ja die Geldmengenvermehrung noch mehr gefördert zB. all die Rettungsprogramme, das sind alles interaktive Aktionen, unsere SNB weitet die Geldmenge ja auch reaktiv aus, was das Risiko wieder erhöht. In einem normalen Umfeld könnten Zentralbanken eine umsichtige Geldmengenpolitk betreiben, aber in einem Umfeld mit Assetblasen (schon die Dot-Com Blase war Auslöser für die erste Tiefzinsperiode welche dann direkt in die Sub-Prime Bubble geführt hat und später zum Euro-Desaster wesentlich beigetragen hat) können die ZBs nur noch reagieren und die Politiker wollen nicht, dass das System zusammenbricht, also wird die Bazooka hervorgeholt und alles noch ein bisschen in die Zukunft transferiert – entweder mit Crash, Inflation, Stagflation oder im schlimmsten Fall mit Krieg wird dann das Problem gelöst irgendwann – vermutlich sehr schmerzhaft für viele.

        Aber es gibt einige Baustellen mehr als nur die Zentralbanken

        PS Meine Prozentaufstellung ist nur eine Grobschätzung anhand von Schadensschätzungen und gesundem Menschenverstand. Wenn dann die ganze Krise mal vorbei sein sollte und die der ganze Schaden ersichtlich wird, kann dann ein Wirtschaftshistoriker ein spannendes Buch mit besseren Schuldzuweisungen schreiben – das wäre sicher lesenswert.

        • Linus Huber sagt:

          @ Marcel

          Wir reden vielleicht ein wenig aneinander vorbei. Es geht mir nicht um die letzte Blase der Staaten-Ueberschuldungen, sondern um die seit sicherlich 20 Jahren praktizierte Vernachlässigung des systemweiten Kredits, deren massive Ausweitung, weit über dem Wirtschaftswachstum, zu dieser immer instabileren Situation führte.

          Es fällt unter den Verantwortungsbereich der Zentralbanken, die Kreditmenge zu beobachten und entsprechend zu reagieren. Dies wurde vernachlässigt, weil der Fokus einzig auf den Konsumentenpreisindex gerichtet war. Die Geldmenge bestehend aus Basis-Geld sowie Kreditvolumen wurde als immer unwichtiger empfunden, da sich diese Leute an fehlerhaften Modellen orientierten.

          Es sollten auch die letzten eingefleischten Ökonomen der gängigen Lehre langsam diesen Fehlschluss erkennen, aber es scheint, dass diese bedauernswerten Gestalten lieber das ganze System an die Wand fahren wollen, als ihre Fehler einzugestehen. Teilweise ist dies verständlich, da ihre Existenz auf diesen Theorien basiert, womit natürlich entsprechend stärker der Druck sein muss, um eine Änderung heranzuführen.

  18. Michael Schwarz sagt:

    Der starke Franken belastet die CH-Wirtschaft zusehend. Die Banken und Industrie entlassen Mitarbeiter oder sie verlagen die Produktion in Schwellenländern. Obwohl die Arbeitslosigkeit in der Schweiz sehr tief ist, verpüren wir das Problem des starken Franekns, wenn die konjunktuelle Entwicklung sich verlangsamt hat, jetzt ist es dieser Fall. Die SNB hat auf die konjunktuelle Schwächung überhaupt nicht gut vorbeitet, weil sie auf die Untergrenze 1.20 verharren.

    Das Wachstum in Schwellenländern geht genau so zurück wie in Industrieländern, aber sie haben einen strategischen Vorteil, nämlich unterbewerteted Währung, den wir in der Schweiz nicht haben. Deshalb sind wir verwunderbar für die konjunktuelle Abschwächung. Über dieses Thema habe ich schon in mehreren Beiträgen geschrieben, und hofft auf das Erkenntnisnahme der Lesenschaft. Aber bis heute ist meine Bemühung vergeblich gewesen.

    Der starke Franken wird für die CH-Wirtschaft zur Falle werden, weil das Problem nicht so schnell und rasch lösen lässt, bzw. der Franken nicht so rasch abwerten kann. Die wichtige Vorarbeit hat der SNB bis heute noch nicht geleistet, das wird auf uns zurückfallen, wenn die Konjunktion langsam abschwächt und dem Franken wieder unten Aufwertungsdruck steht.

    • Linus Huber sagt:

      @ Michael

      Ich kenne die Zukunft nicht, jedoch stellt die gegenwärtige Strategie der SNB ein sehr gefährliches Spiel dar, welches nur schmerzlos ausgehen dürfte, sofern sich die Situation der EURO-Staaten wieder “normalisiert”. Ich bin überzeugt, dass die SNB die gegenwärtige Strategie mit dieser Einschätzung der Lage entworfen hatte (in der Ansicht, dass sich alles wieder stabilisiert).

      Sollte es jedoch zu einer Disintegration der EURO-Staaten kommen, wird die Schweiz mit einem Schaden konfrontiert werden, welcher die Exporteinbussen aufgrund des hohen chf weit übertreffen wird.

      • Anh Toan sagt:

        @Linus Huber: Sollte es zu einer Desintegration der Eurozone kommen, wird, zumindest wenn diese chaotisch erfolgt, nicht nur die Strategie der SNB nicht aufgehen. Es wird auch die Strategie des FED, der BOJ, der chinesischen Notenbank nicht aufgehen. Ein Zusammenbruch der Eurozone wäre für die Weltwirtschaft mindestens so verheerend wie die Bankenkrise, ich habe es schon mal geschrieben, rettet sich die Eurozone nicht selber, muss das Fed handeln. (Gestern hat das Fed gemäss mehreren Kommentatoren abgewartet, die wollten der EZB den Vortritt lassen, wobei vermutet wurde, dass das FED weiss, was Draghi heute erzählen wird.) Der Titel dieses Beitrages lautet Ideen und Interessen: Ein unkontrollierter Kollaps der Eurozone ist in niemandes Interesse, müsste aus reinem Selbsterhaltungstrieb mittels einer orchestrierten Aktion sämtlicher grosser Notenbanken entgegengewirkt werden, wer wollte dagegen spekulieren?

        Ein unkontrollierter Zusammenbruch der Eurozone ist auch für die USA (+Japan + China + UK + Schwellenmärkte) der worst case, auch wenn diese nicht glücklich über die Konkurrenz des Euro zum USD sind.

        • Martin Holzherr sagt:

          Mir ist unklar, warum immer wieder vom drohenden Auseinanderbrechen der Eurozone die Rede ist.
          Dazu müssen Staaten, die jetzt zur Euro-Zone gehören, austreten oder mindestens mit dem Austritt drohen. Doch offensichtlich rechnet sich ein Austritt momentan noch für kein Land. Mit dem Austritt könnte ein Land auf einen Schlag seine Schulden loswerden und beim Übergang zur eigenen Währung massiv abwerten. Doch ein Land, das diesen Weg wählt würde ein ähnliches Schicksal erwarten wie Argentinien unmittelbar nach dem Staatsbankrott.
          Damit ein Land freiwillig diesen Weg wählt braucht es noch einiges. Was ich mir aber vorstellen kann ist ein Erpressungsversuch eines jetztigen Euro-Mitglieds, etwa in der Form: “Entweder Euro-Bonds oder wir treten aus der Euro-Zone aus”. Auch das scheint mir jetzt noch nicht realistisch.
          Wenn sich die Situation aber über lange Zeit nicht verbessert, könnte etwas in der Art passieren.

        • Linus Huber sagt:

          @ Anh Toan

          Na ja, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Die Euro-Zone kann eigentlich nicht auseinanderbrechen, sondern die Idee des Euros und der EU kann zerstört werden (dies habe ich in meinem obigen Kommentar nicht korrekt dargestellt). Jedoch werden die selben Staaten noch immer im gleichen geographischen Raum vorhanden sein und sich einfach neu organisieren.

          Da die gegenwärtige Politik nicht nachhaltig ist, wird an einem Zeitpunkt in der Zukunft irgend ein Anlass dieses künstliche Gebilde der EU und/oder des EURO-Raumes massiv verändern, womit sich neue Wertigkeiten entwickeln werden.

          Ihr ungebrochener Glaube an die Macht der Manipulatoren ist repräsentativ für die weit verbreitete Hoffnung, dass ein für einen grossen Teil der Bevölkerung schmerzloser Weg aus der Situation gefunden wird. Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

      • Michael Schwarz sagt:

        @ Linus:

        Seit langem habe ich der SNB im diesen Punkt kritisiert, dass sie auf die Krise und konjunktuelle Abschwächung(nächsten Welle) nicht gut vorbereitet ist. Die konjunktuelle Abschwächung in der CH-Wirtschaft bedeutet nicht, dass der Franken auch entsprechend abgewertet wird, im Gegenteil, nämlich der Frank wird sich wieder aufwerten – der Franken stellt ein Ausnahme dar. Hr. Jordan hofft darauf, wenn die CH-Konjunktur abschwächt, würde der Franken den Trend folgen wird, das ist ein Irrtum, nicht für den Franken.

        In diesem Punkt hat Hr. Jordan und der SNB-Gremium nicht verstanden, dass der Franken abzuschwächen, an seinen Gleichgewichtwert anzunähen, viele Zeit und Überzeugungskraft benötigt. Das ist der Grund warum die SNB die wichtige Vorarbeiten schon vor einem Jahr leisten müsste.

        Der kurzfristige Abnahme der Arbeitslosigkeit in der Schweiz hat mich sonderlich überrascht, aber solche anormale Bewegung wird nicht lange anhalten, die wird sich wieder normalisieren und dem gloablen Trend folgen.

  19. Leo Klaus sagt:

    “Weil viele Verantwortliche immer noch nicht begriffen haben, worum es in der Eurokrise eigentlich geht, fehlt weiterhin das Gefühl der Dringlichkeit.”. Genau richtig gesagt. Man hat immer wieder das Gefuehl, als wuerden die EU-Chefs sich zu irgendwelche Wohltaetigkeitsgipfel treffen. Gala Diner, Geplauder, Geplapper und danach, NICHTS!

    Wobei weiss manch eine (Merkel) wie Ernst es geht. Aber hier gilt das Prinzip “nach mir die Sintflut”.

  20. ast sagt:

    Aus meiner Sicht ist die so genannte Euro-Krise keine Krise des Euro (das ist eine falsche Perspektive), sondern das gesamte bisher westlich dominierte Währungssystem ist dem Kollaps nahe -inklusive US$ und Yen. Auf lokal nationaler Basis gibt es keine Lösungsansätze mehr die Erfolg versprechen, selbst dann nicht wenn die Region gross wie die EU-Zone ist. Der US$ mag ausserhalb der USA infolge dessen Stellung als Welthandelswährung noch nicht fallen, aber das Unheil kommt nun von innen, dutzende Kommunen werden dem Bankrott der Stadt Stockton folgen. Viele Städte haben selbst das für Pensionierte reservierte Geld nun verbraucht -Nachts bleibt es bereits vielerorts dunkel.

    Ich bin mir recht sicher dass Mr. Geithner nicht nach Europa kommt um nur die “Eurokrise” zu besprechen -denn in den USA finden wir viele Gemeinden vor dem Kollaps, die Infrastruktur der USA ist am zerfallen. Was da besprochen wird -ich tippe auf eine umfassende Währungsreform. Hier geht es dann darum zu entscheiden welche Gläubiger dabei ins Gras beissen müssen. Man muss schon recht naiv sein um zu glauben dass das westliche Schneeballsystem ständig durch auftürmen von Schulden und Rettungspaketen, sowie sozialen Sparprogrammen aufgelöst werden könnte.

    • Linus Huber sagt:

      @ ast

      Ich bin auf der gleichen Seite wie Sie.

    • Martin Holzherr sagt:

      Man könnte doch die Situation heute auch mit der Depression in den 1930er-Jahren vergleichen nur dass die Staaten diesmal anders reagiert haben als dazumal. Japan hat – als Reaktion auf den Zusammenbruch der Immobilienblase anfangs der 1990er-Jahre seine Verschuldung massiv erhöht und die USA sind diesem Beispiel als Reaktion auf die Finanzkrise 2008 gefolgt. Auch Europa folgt diesem Pfad wobei allerdings viele Staaten bereits mit sehr hohen Staatsschulden in die Krise gegangen sind.

      Auffallend ist allerdings, dass die USA ein strukturelles Defizit haben, dass nicht so schnell behoben werden kann. Paul Krugman schreibt allerdings die jüngsten massiven US-Staats-Schuldenzuwächse Schulden zu, die US-Amerikaner gegenüber anderen US-Amerikanern haben. Ein wichtiger Faktor, der zum strukturellen US-Staatsdefizit beitrage, seien zudem die überhöhten Ausgaben für das Gesundheitswesen.

  21. Thomas ernst sagt:

    Etwas Off topic, aber sehenswert.

    http://www.youtube.com/watch?v=GXcLVDhS8fM&feature=youtube_gdata_player

    (Bei Markus Gaertner gefunden. Immer wieder gute Beiträge dort. Blog.markusgaertner.com)

  22. Linus Huber sagt:

    Ih schaetze Doug Nolands Kommentare. Nachfolgend einen Ausschnitt bezueglich EZB und Bundesbank in der From von Interview-Aussagen.

    Mr. Weidmann: “…Despite all our various qualifications and tasks, within the Bank, there is a shared vision and a clear commitment to monetary stability. This is unique for such an institution and has also made the Bank an attractive option for people applying to work for us. The public good of maintaining price stability and thus contributing to the common good is a major incentive for many.”

    Mr Weidmann, how did you yourself see the Bundesbank, say, while you were at university?

    Mr. Weidmann: “In 1987 I was studying in France. The Banque de France was not yet independent at the time. That is when I first clearly saw the differences in outlook concerning the role of, and oversight over, the central bank. I myself had pretty much ‘inhaled’ the Bundesbank’s role; my French student friends, however, could not possibly imagine a government institution performing a key sovereign task and still being outside parliamentary control. Two very different world views were colliding. They have continued to do so in all political debates – essentially, up to the present day.”

    Where can you identify this?

    Mr. Weidmann: “I recently gave an interview to the French daily newspaper ‘Le Monde’. Many readers responded to the substantive positioning, some positively, some negatively. However, some responded along the lines of ‘Why is he meddling in the political debate? He’s only a central bank governor, a ‘civil servant’ who actually shouldn’t be saying anything on the matter.”

    In 1990, the Bundesbank wrote that the participants in economic and monetary union would be inextricably linked to one another ‘come what may’ and that such a union would be an ‘irrevocable joint and several community which, in the light of past experience, requires a more far-reaching association, in the form of a comprehensive political union, if it is to remain durable’.

    Mr. Weidmann: “The assessment at that time merely reflected the Bank’s long-held position. As early as 1963, President Karl Blessing had stated that the introduction of monetary union should be conditional on political union. The Bank’s stance has not only been consistent over time but has, in fact, taken on even greater relevance in a dramatic way owing to the recent crisis in the euro area.”

    Political union did not feature in the Maastricht Treaty at the end of 1991. How did the Central Bank Council react to this?

    Mr. Schlesinger: “When I took office as President of the Deutsche Bundesbank in the summer of 1991, Chancellor Helmut Kohl was still in favour of political union. However, the decision to implement monetary union by no later than 1999 was taken just four months later. This was a clear defeat for us. There is no other way of putting it. We had assumed that the Treaty would be concluded with a definition of the entry criteria, but without a fixed date being set.”

    Mr. Weidmann: “It is interesting that we are having a similar discussion now in connection with the banking union. Here, too, some quarters are evidently seeking a far-reaching joint solution, but without imposing stricter rules on the other policy areas that are also affected. A genuine European banking supervision can indeed form a major component of closer integration within monetary union. However, such an institutional reorganisation of banking supervision also has to be integrated – into a comprehensive reform of the supervisory regulatory framework and of the respective national scope for economic and fiscal policy. Otherwise, too great a burden will be placed on banking supervision.”

    What is crucial for political union is the willingness to hand over national sovereignty. Does such a willingness actually exist within the EU?

    Mr. Schlesinger: “This question always takes me back to the start of European unification. At that time, the main objective was quite a different one – namely, to ensure that there would never again be a war in Europe. The plan for a common European army was ultimately blocked by France, even though the loss of sovereignty involved would have been easy to implement. It is actually hard to envisage how a loss of monetary sovereignty could be achieved in the absence of a unified state.”

    Mr. Weidmann: “Seeing how reluctant some countries are to relinquish their fiscal policy autonomy – even in return for financial assistance – it is hard to imagine political union being achieved in the foreseeable future.”

    Mr Schlesinger, should the Bundesbank have fought more strongly against monetary union without a political counterweight in the 1990s?

    Mr. Schlesinger: “All of our demands were fulfilled. But I think we all underestimated just how wide the gulf is in the mindset not only of the political class but also in terms of public opinion in the individual countries concerning the objectives of fiscal policy. I would like to refer you to a chapter by Rudolf Richter in the publication marking the 50th anniversary of the Deutsche Mark… He writes that the culture of stability in Germany has been able to develop only because it has had the full backing of the general public. If you look at the Maastricht Treaty, the relevant criteria are there. But you won’t find any reference to the member states having to have the same culture of stability.

    Mr. Weidmann: “Political efforts to use the central bank for policy purposes exist in all countries. However, the public’s stance on this is probably the crucial factor.”

    Is there a lack of political will?

    Mr. Weidmann: “The founding fathers of the EU treaties evidently took a skeptical view of the political will, and it is precisely for this reason that they made the central bank independent in order to protect it from a lack of or a conflict of political will. But the central bank must use and maintain this protection. Furthermore, it should be aware that this independence also requires it to respect and not overstep its own mandate. Mr. Schlesinger’s examples show that what is politically desirable and what is economically prudent have often not matched up. Whether we’re talking about interest rates or some sort of non-standard measures, in the end it always comes down to the central bank being instrumentalised for fiscal policy objectives. However, policymakers thereby overestimate the central bank’s possibilities and expect too much of it by assuming that it can be used not only for price stability, but also for promoting growth, reducing unemployment and stabilising the banking system. This pattern occurs again and again; this time it is perhaps even more pronounced than in the past because there is increased doubt among the general public about policymakers’ ability to act, and the central bank is seen as the sole institution that is capable of doing something. In this respect, the central bank is perhaps under even more pressure than in the past – even though you, Mr. Schlesinger, are better able to judge this as you have witnessed all of these periods. Furthermore, in Europe we are faced with some quite different ways of looking at the central bank’s role – not only in politics, but also in the media and on the part of the general public. If a central bank also has to work against public opinion, things get difficult.”

    Today it is even harder for the Bundesbank to assert its influence as it is just one of 17 central banks in the Eurosystem. What impact does this have on your work?

    Mr. Weidmann: “Even though what you say is correct in terms of shares of voting rights, I certainly would not say that we are ‘just’ one of 17 central banks. We are the largest and most important central bank in the Eurosystem and we have a greater say than many other central banks in the Eurosystem. This means that we have a different role. We are the central bank that is most active in the public debate on the future of monetary union. This is also how some of my colleagues expect it to be.”

    It is often said that Germany has benefitted from monetary union and it therefore has a duty to help.

    Mr. Weidmann: “I think that argument is incorrect. First, counting up the for and against of who has benefited to what extent from monetary union is not helpful. A stable single currency benefits all member states – some perhaps more than others, but that, too, can change over time. After all, Germany was certainly not considered to be a winner during the first few years of monetary union. Second, when monetary union was established, we agreed on a legal framework which has to be respected: a single monetary policy ensures price stability and each member state is responsible for its own fiscal policy. This is precisely what is expressed in the ‘no bail-out’ clause. And third: Germany is already providing large-scale assistance for the peripheral countries, not least as an anchor of stability and as a guarantor of the rescue packages.”

    Mr Weidmann, in your opinion, what are the biggest challenges that the Bundesbank is facing now and in the coming years?

    Mr. Weidmann: “The crisis requires all our energies. We shall continue to use all of our resources at all levels to stand up for the positions we believe in and to ensure that the monetary union remains a stability union…”

  23. Rolf Schumacher sagt:

    “Furthermore, it should be aware that this independence also requires it to respect and not overstep its own mandate. Mr. Schlesinger’s examples show that what is politically desirable and what is economically prudent have often not matched up. ” Genau das ist der springende Punkt. Die Zentralbank und die Politik haben verschiedene Ziele, sagt Weidmann, deshalb müsse die Zentralbank unabhängig, ist seine Schlussfolgerung.
    Ich finde genau das Fatal. Die Zentralbank ist ganz klar der Regierung unterzuordnen. Das Volk wählt, die Parlamentarier und diese wählen unserer Regierung. Wenn nun die Zentralbank kein Vertrauen in die Kompetenz der Finanzpolitiker hat, dann hat sie auch kein Vertrauen in die Demokratie. Das ist gefährlich, denn die Zentralbank entscheidet über die Deviese eines Landes und wer über die Devise herrscht, herrscht auch über die Politik. Es ist deshalb immer klug, wenn der Schwächere den Stärkeren gut kontrollieren kann, damit es zu keiner Willkür des Stärkeren kommt.
    Zudem predigt Weidman unabhängigkeit der Zentralbanken. Wie sieht es aber mit der BIZ aus. Wer hat in Basel das Sagen. Haben da die griechischen-portugiesischen-spanischen etc Natioanlbankpräisenten ganuso viel zu sagen wie der UK-Direktor und der US-Direktor.
    Und weshalb fordern alle eine Währungsunion in Europa, aber das britische Pfund wird dem EURO nicht unterworfen. Was ist eine Union Wert, wenn einzelne Mitglieder Sonderzüge fahren können?
    Wie steht es mit der Transparenz in der BIZ. Können die Staaten überhaupt erfahren was da gesprochen wird?
    Wie steht es mit dem IWF, Weltbank und auch der EZB. Wie demokratisch und transparenz arbeiten diese Finanzkontrollorgane? Nach meinen Recherchen handelt es sich bei diesen Organisationen um solche welche extrem hierarchisch geführt werden und dan deren Spitze überall ein Vertreter der UK-US Finanz steht. (Draghi-Harvard-Goldman Sachs, Lagharde US-konservatier-Polit-Think Tank, Weltbank sowieso immer ein US-Amerikaner als Direktor).
    Mir scheint, als würde ein Gentlemangremium sämtliche Finanzinstitutionen massiv beeinflussen. Herren fürs Grobe (Politiker, Direktoren etc) finden sich für genügend Kohle immer und sie sind austauschbar wie die Unterhosen, wenn es sein muss täglich.

    • Linus Huber sagt:

      @ Rolf

      Ich bin insofern einverstanden mit Ihnen, dass Zentralbanken in der Tat nicht unabhängig sind, sondern ihrer Klientel dient und nicht der Bevölkerung. Eine demokratische Legitimation der Geldpolitik wäre sicherlich eine Möglichkeit, indem über längerfristige Richtlinien abgestimmt werden könnte. Dass Zentralbanken jedoch den Politikern zudienen, ist auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, da Politiker sich nur um das kurzfristige Ziel der Wiederwahl kümmern und damit natürlich fast immer langfristig sehr schädliche Wirkungen erzeugen mit ihrem vermeintlichen Dienste am Volk.

      Es bestände eine elegante Variante, indem man eine nicht manipulierbare Währung parallel und in Konkurrenz zu den bestehenden Währungen offiziell anerkennen würde, womit man sich mit seinen Ersparnissen geldpolitischer Manipulation entziehen könnte.

      • Rolf Schumacher sagt:

        Sehr gute Idee. Eine nicht manipulierbare Währung. Leider würden dann wahrscheinlich alle in diese Währung fliehen wollen und die Hüter dieser Währung wären andauernd dem Terror der Mafia ausgesetzt.
        Ich bin eher der Meinung, dass jedes Land seine eigene Wärhung haben sollte, welche von aussen nicht manipulierbar sein darf. Es muss dem Land alleine überlassen sein, ob es seine Währung gegenüber anderer Währungen schwächt, oder stärkt.
        Wenn ein souvräner Staat eine eigene Währung haben will, dann muss diese von den Finanzpolitikern langfristig kritisch verfolgt werden. Es braucht sicher eine enge Zusammenarbeit Zentralbank-Parlament (Kommission) und Regierung.
        Zentralbanken, welche völlig vor dem Einfluss der Landespolitik abekoppelt sind, sind leider sehr einfach über die Finanzmafia (BIZ) zu kontrollieren. Das ist unschön.
        Zugegeben: Es wäre auch nicht gut, wenn die ganze Welt wüsste was die SNB macht. Diskretion ist im Bankgeschäft genauso wichtig, wie Vertrauen. Leider haben, die Wallstreetbanken (Goldman Sachs etc), einige Politiker, unvorsichtige UBS u.a. -CEOs, sowie die US Willkür-Justiz genau dieses Vertrauen gebrochen.

  24. Anh Toan sagt:

    Volltext: http://www.spd.de/linkableblob/74708/data/20120804_habermas_ruemelin_bofinger_faz.pdf

    Aus der Zusammenfassung bei der FAZ: http://www.faz.net/aktuell/habermas-bofinger-nida-ruemelin-fuer-einen-kurswechsel-in-der-europapolitik-11843182.html:

    “Die drei Wissenschaftler fordern im Kern eine Souveränitätsübertragung auf Europäische Institutionen, um Fiskaldisziplin wirksam durchzusetzen und zudem ein stabiles Finanzsystem zu garantieren. Zuvor schlagen Sie die Einberufung eines Verfassungskonvents in Deutschland vor und plädieren für Referenden in den europäischen Staaten der Eurozone.

    Als Ziel geben sie vor, die sozialstaatliche Bürgerdemokratie zu stärken und den Kurs einer „marktkonformen Fassadendemokratie“ zu verlassen. Sie warnen ausdrücklich vor den Konsequenzen eines in Nationalstaaten zurückfallenden Europas in Zeiten der globalen Mächteverschiebung: „Der Verzicht auf die europäische Einigung wäre auch ein Abschied von der Weltgeschichte“”

    Es gibt anscheinend von vielen als intelligent bezeichnete Persönlichkeiten (“Wirtschaftsweise” Peter Bofinger, Nida-Rümelin hab ich Philosophiebanause nie gehört, Jürgen Habermas ist aber selbst mir nicht unbekannt), schreiben ziemlich genau, was ich hier laufend predige.

    P.s. Grösste Verwirrung bei mir als “Neoliberaler”: das Papier ist auf der Page der SPD!

  25. ast sagt:

    Ideen und Interessen …mich hat heute ein Satz des Italieners Monti aufgeschreckt:

    “Wenn sich Regierungen vollständig durch die Entscheidungen ihrer Parlamente binden ließen, ohne einen eigenen Verhandlungsspielraum zu bewahren, wäre das Auseinanderbrechen Europas wahrscheinlicher als eine engere Integration”

    Auf der FAZ hingegen wurde gestern Europa von einem Autor als Scheindemokratie beschrieben, es sei der Fehler der Euroäischen Union zu wenig demokratisch legitimiert worden zu sein.

    Da öffenen sich nun also zwei Wege, Europa wird demokratischer und die Beziehung der Nationen zum Ganzen werden durch die Parlamente mitbestimmt -oder dann driftet das Ganze in Richtung Diktatur. Monti ist ein schlauer Bursche -nie würde er von einer Diktatur durch die Eliten sprechen, aber der Sinn seiner Worte ist mir klar in diese Richtung.

    Für mich ist klar, Europa und der Euro werden demokratisch legitimiert, oder dann kennt die Zukunft nur Diktatur um dieses Konstrukt am Leben zu erhalten. Irgendwie hat Europa inzwischen Züge der Donaumonarchie angenommen, möglicherweise steht der Union nun so etwas wie kalte Kabinettskriege (siehe Wikipedia) bevor….

    • Martin Holzherr sagt:

      Demokratie bedeutet im heutigen Europa immer Wahrung der nationalen Souveränität durch die demokratischen Institutionen betroffener Nationalstaaten. In Deutschland hört man von diesen Instituionen – Parlament und Verfassungsgericht – am meisten im Zusammenhang mit der Euro-Krise.

      Monti hat absolut recht, wenn er ein grosses Risiko für die Euro-Zone in diesen nationalen demokratischen Insitutionen sieht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Deutschlands Parlament und das Bundesverfassungsgericht alles mitmacht, was nötig wäre um die Euro-Zone zu retten.

      Damit kann die Euro-Zone tatsächlich an den nationalen Parlamenten und Instiutionen scheitern.
      Um Europa und die Aktionen für einen Erhalt der Euro-Zone demokratisch auf einer übernationalen Ebene zu legitimieren bleibt aber womöglich keine Zeit.
      Dies ist ein weiterer wichtiger Grund, warum die Euro-Zone mittelfristig gefährdet ist

      • ast sagt:

        Herr Holzherr, bereits seit längerer Zeit mangelt es der EU an Demokratie und innerer Transparenz. Wäre dies anders, so wäre der Euro heute wohl weniger in Gefahr. Die Mastrich Regeln zum Beispiel wurden von den regierenden Eliten einfach übergangen und in Griechenland halfen Montis und Draghis Freunde von Goldman-Sachs die Statistiken fälschen.

        Wenn man das ala Monti nun noch auf die Spitze treiben würde, dann wäre mir ehrlich gesagt das Scheitern des Gebildes lieber -als eine EU-ESM -Diktatur. das würde nämlic bedeuten dass die Mittelschicht noch mehr zerstört wird als bereits jetzt -geschweige denn den Arbeitern und Angstellten, die hätten nichts zu lachen.

        • Martin Holzherr sagt:

          Diese Stimmung – wir sind als Volk nur noch Steuersubstrat für die Regierenden – ist in Deutschland bereits weit verbreitet und wird von einzelnen Parteien – wie der CSU- auch aufgegriffen .
          In Italien wiederum besteht die Gefahr, dass nach Monti erneut Berlusconi oder aber der Komiker Beppo Grillo an die Macht kommt womit dann möglicherweise die von Monti aufgegleisten Reformen wieder rückgängig gemacht werden.
          Monti ist ja ein außerplanmäßig eingesetzter Technokrat, der bereits nächstes Jahr wieder abtritt. Er glaubt zu wissen, dass unter normalen Umständen in Italien wenig zu bewegen wäre.
          Längerfristig wird sich in Europa sicher die Demokratie durchsetzen. Doch es wird möglicherweise eine mit nationalen Untertönen sein – und das verheißt nichts Gutes für den Euro.

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