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Europas Rendezvous mit dem Kollaps

Mark Dittli am Freitag den 16. März 2012
epa02990950 Italian Mario Draghi, new President of the European Central Bank (ECB),  during a press conference in Frankfurt Main, Germany, 03 November 2011. The council of the ECB has surprisingly reduced the base rate to 1.25 percent.  EPA/MARC TIRL

Die Longer Term Refinancing Operation (LTRO) haben das Bankensystem Ende 2011 wohl vor dem Kollaps bewahrt: EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt, 3. November 2011.

Wir werden es nie wissen. Aber möglicherweise entgingen Europas Grossbanken – und mit ihnen das Weltfinanzsystem – in den Herbstmonaten 2011 nur haarscharf einer Katastrophe, die in ihrem Ausmass deutlich grösser hätte sein können als der Zusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008.

Erinnern wir uns: Zwischen August und November 2011 kursierten an den Finanzmärkten wiederholt Gerüchte, eine französische Grossbank stehe kurz vor dem Kollaps, der Interbankenmarkt – also der Markt, an dem sich die Banken untereinander Geld ausleihen – war komplett eingefroren. Anekdotisch war immer wieder zu hören, amerikanische Geldmarktfonds würden ihr Kapital aus Europa abziehen.

Jetzt, in ihrem aktuellen Quartalsabschluss, hat die in Basel ansässige Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ, die «Zentralbank der Zentralbanken») die Episode genauer unter die Lupe genommen und wichtige Daten aufbereitet. Das Papier bietet eine faszinierende Lektüre; wer es in voller Länge lesen will, findet es hier.

Eines ist klar: Die Herbstmonate 2011 waren für die europäischen Banken nicht «Business as usual». Hier eine wichtige Passage aus der ersten Seite der BIZ-Studie:

Many banks had been unable to raise unsecured funds in bond markets and the cost of short-term funding had risen to levels only previously exceeded during the 2008 banking crisis. Dollar funding had become especially expensive.

Einige Grafiken veranschaulichen die Ereignisse. Die Autoren der BIZ unterscheiden in ihrer Betrachtung hauptsächlich zwischen vier Arten von Ländern in der Eurozone: Griechenland, Irland und Portugal (die rote Kurve in den folgenden Charts) lassen sich unter dem Prädikat hoffnungslose Fälle subsummieren. Italien und Spanien (blau): Die beiden grossen Wackelkandidaten der Währungsunion. Frankreich und Belgien (grün) bilden den weichen Kern der Eurozone, der von einer Krise in Italien und/oder Spanien angesteckt werden könnte. Und viertens schliesslich Deutschland, Finnland und Luxemburg (orange Kurve) als harter Kern der Währungsunion. Schauen wir uns etwas genauer an, was in den Banken dieser vier Ländergruppen ablief.

Der erste Chart zeigt die Zu- und Abflüsse von Einlagen privater Haushalte und Unternehmen im Bankensystem der jeweiligen Länder, in Milliarden Euro, jeweils kumuliert über die letzten zwölf Monate:

Schön in obenstehender Grafik zu sehen: Die Bankensysteme Griechenlands, Irlands und Portugals litten seit Mitte 2010 konstant unter Mittelabflüssen. Ersparnisse aus diesen Ländern flossen ins Ausland in Sicherheit (die rote Kurve verharrt auch aktuell im Minusbereich, die Kapitalflucht hält demnach an). In den Ländern des harten und des weichen Kerns verzeichneten die Banken robuste Einlagen-Zuflüsse. Ein dramatisches Bild zeigen jedoch Italien und Spanien: Die blaue Kurve sackte im vierten Quartal 2011 zusammen, die Bankensysteme der beiden Länder «bluteten» innert kurzer Zeit 120 Milliarden Euro.

Sehr aufschlussreich auch die zweite Grafik: Sie zeigt die Positionen der zehn grössten amerikanischen Geldmarktfonds in den europäischen Banken, in Prozenten ihrer gesamten Anlagen. Hier ein kurzer Exkurs: Amerikanische Geldmarktfonds verwalten gegenwärtig rund 1400 Milliarden Dollar. Ein beträchtlicher Teil dieser Mittel floss in der Vergangenheit jeweils ins europäische Bankensystem und stellte in diesem eine genügende Versorgung mit Dollars sicher. Die Banken bezogen von den US-Geldmarktfonds kurzfristige Liquidität in Form sogenannter Commercial Papers (Schuldwechsel) mit einer Laufzeit von in der Regel maximal 90 Tagen. In normalen Zeiten werden diese Darlehen laufend erneuert, so dass die Rückzahlung fälliger Commercial Papers eigentlich nie ein Problem darstellt. Bis zu dem Tag, an dem die Zeiten plötzlich nicht mehr normal sind.

Also, hier der Chart:

Banken aus Irland und Portugal (rote Kurve) erhielten demnach schon lange kein Geld mehr von US-Geldmarktfonds. Die Banken aus Italien und Spanien (blau) waren ab Mitte 2011 ebenfalls komplett von dieser wichtigen Dollarversorgung abgeschnitten. Den dramatischsten Einbruch erlebten die französischen und belgischen Banken (grün), denen gemäss einer einfachen Überschlagsrechnung innerhalb weniger Monate gut 100 Milliarden Euro an Dollar-Liquidität entzogen wurden.

Hätte sich dieser Trend fortgesetzt, wäre es eine Frage der Zeit gewesen, bis sich eine grosse italienische, spanische oder französische Bank plötzlich in akuter Finanzierungsnot befunden hätte.

Dass es nicht dazu kam, ist dem beherzten Eingreifen der Europäischen Zentralbank zu verdanken. Der neue EZB-Präsident Mario Draghi, seit November im Amt, kündigte am 8. Dezember die dreijährige Longer Term Refinancing Operation (LTRO) an, in deren Rahmen die europäischen Banken von der EZB unlimitiert Liquidität mit drei Jahren Laufzeit zu einem Zins von nur 1 Prozent beziehen konnten. Wir haben an dieser Stelle schon mehrmals über das LTRO-Programm geschrieben, unter anderem hier, hier und hier.

Die Studie der BIZ zeigt nun sehr schön den Effekt, den die LTRO für die Banken und die Finanzmärkte hatte. Hier ein Chart, der die Renditeaufschläge (gegenüber sicheren Staatsanleihen, in Basispunkten) zeigt, den die Banken für besicherte (covered) und unbesicherte (senior unsecured) Anleihen am Markt bezahlen mussten:

Bis Ende November war der Aufschlag für unbesicherte Bonds auf über 400 Basispunkte gestiegen. In die Grafik sind vier vertikale Linien eingezeichnet. Sie stehen für den 29. November (als verschiedene Notenbanken in einer konzertierten Aktion den Preis für Dollar-Darlehen senkten), den 7. Dezember (bevor Draghi die LTRO ankündigte), den 20. Dezember (den Vorabend der ersten LTRO-Auktion) und den 28. Februar (den Vorabend der zweiten LTRO-Auktion). Im Chart ist schön zu sehen, wie das Stressniveau Ende November seinen Höchststand erreichte und danach, mit der Ankündigung und Durchführung der LTRO, zu sinken begann.

Das gleiche Bild zeigt der Libor-OIS-Spread (Euro, grüne Kurve), der sehr vereinfacht gesagt die Differenz zwischen besicherten und unbesicherten Ausleihungen zwischen den Banken misst:

Auch diese Grafik zeigt klar: Das Stressniveau im Interbankenmarkt begann unmittelbar nach der Ankündigung der Liquiditätsmassnahmen der EZB zu sinken. Keine allzu grosse Überraschung ist die Grafik, die zeigt, in welche Länder das meiste Geld aus den LTRO-Auktionen floss (es fanden schon vor den beiden Dreijahres-Auktionen im Dezember und Februar LTRO-Tender statt, aber sie waren in der Laufzeit jeweils auf maximal ein Jahr limitiert):

Italienische und spanische Banken (blaue Kurve) bezogen mehr als 300 Mrd. Euro. Griechische, portugiesische und irische Banken (rot) hingen schon seit längerem mit 150 Mrd. Euro am Tropf der EZB. Belgische und französische Banken mussten Ende 2011 und Anfang 2012 ebenfalls tüchtig zugreifen und bezogen 150 Mrd. Euro.

Aufschlussreich auch die nächste Grafik, die zeigt, aus welchen Ländern die Banken ihre Überschussliquidität (in Mrd. Euro) über Nacht in der Einlagenfazilität der EZB parken:

Hier schwingen die Banken aus dem harten Kern, Deutschland, Luxemburg und Finnland (orange Kurve) klar obenauf. Eine logische Erklärung: Sie besitzen tendenziell reichlich Liquidität, aber statt diese am Interbankenmarkt den schwachen Kollegen aus Italien und Spanien zur Verfügung zu stellen, deponieren sie sie über Nacht lieber im sicheren Hafen der EZB.

Die nächste Grafik zeigt das Resultat von Draghis LTRO-Aktion am Markt für italienische, spanische und irische Staatsanleihen:

Unübersehbar: Überall sinkt das Preisniveau nahezu exakt ab Ende November/Anfang Dezember.

Und was haben die Banken mit dem LTRO-Geld getan? Natürlich, sie haben hoch rentierende Staatsanleihen von Italien und Spanien gekauft. Die folgende Balkengrafik zeigt die Nettokäufe von Staatsanleihen durch die Banken, in Mrd. Euro, im Dezember und Januar:

In Spanien etwa haben die Banken für satte 45 Mrd. Euro Bonds ihres Heimstaates gekauft. In Italien waren es rund 18 Mrd. Euro. Zu beachten: In den Zahlen sind die Effekte der zweiten LTRO-Auktion, die Ende Februar über die Bühne ging, noch nicht enthalten. Hier dazu noch der Kommentar der Autoren der BIZ-Studie:

Banks in Italy and Spain, for example, used new funds to significantly boost their holdings of government bonds.

Wie gesagt: Wir werden es nie wissen. Aber die Daten der BIZ geben ein klares Indiz dafür, dass das europäische Bankensystem im Herbst 2011 auf extrem dünnem Eis gestanden hatte. Viel dünner, als es den meisten aussenstehenden Beobachtern bewusst gewesen sein dürfte.

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54 Kommentare zu “Europas Rendezvous mit dem Kollaps”

  1. MaWe sagt:

    @ Dani Haussener
    Dazu sollten Sie sich zuerst mut unserem Schuldgeldsystem beschäftigen. Was ist Geld, wie entsteht es und was bedeutet der Zins und Zinseszins in diesem System. Schauen Sie sich auf youtube den Film “Wie funktioniert Geld” an. Hier wird auf einfache Weise das Schneeballsystem erklärt. Dieses System muss mathematisch gesehen alle 70-100 scheitern und tut es auch. Hinzu kommt, dass das als Behörde getarnte private Verbrechersyndikat Namens FED das Monopol auf Geldschöpfung hat und Dank des Dollars als Weltleitwährung ihre Geldpolitik über den ganzen Globus verteilt. Und damit kann dieses Kartell bestehend aus privaten Bänkern mit Inflation und Deflation den Globus regieren. Schon vor 200 Jahren sagte der amerikanische President Thomas Jefferson folgendes:

    Banken sind gefährlicher als stehende Armeen

    „Ich bin davon überzeugt, dass die Bankinstitute eine größere Bedrohung für unsere freiheitliche Ordnung darstellen als stehende Armeen…
    Sollte das amerikanische Volk je zulassen, dass private Banken erst durch Inflation, dann durch Deflation die Kontrolle über die amerikanische Währung erobern, werden die Banken und die in ihrem Umfeld entstehenden Unternehmen… die Menschen all ihres Reichtums berauben, bis ihre Kinder eines Tages auf dem Kontinent, den ihre Väter erobert haben, ohne ein Dach über dem Kopf aufwachen… Die Macht, Geld in Umlauf zu bringen, muss den Banken entrissen und an das Volk zurückgegeben werden, dem sie von Rechts wegen zusteht.“
    Thomas Jefferson im Jahre 1809
    Und genauso kam es 2008!
    Wenn Sie sich tiefer mit der Materie beschäftigen wollen kann ich Ihnen Ihnen die Vorträge von Prof. Bernd Senf und von Prof. Wilhelm Hankel “tiefere Ursachen der Finanzkrise empfehlen. Diese können Sie ebenfalls auf youtube sehen. Hier wird näher auf die Geldschöpfung und die verherende Wirkung des Zins und Zinseszinses eingegangen.
    Es gibt alternative Lösungen zum jetzigen Schuldgeldsystem mit Zins und Zinseszins. Silvio Gesell hat sich damit tiefergehend auseinandergesetzt. Googeln Sie dazu Freigeld, Schwundgeld oder Brakteatenwährung.
    Und das diese Theorien funktionieren zeigte uns das Mittelalter von 1100-1400 ca und ” Das Wunder von Wörgl”.

     

    • Andres Müller sagt:

      So ist es MaWe, einer der genialsten Artikel die ich in letzter Zeit gelesen habe (wenn man des Englischen etwas mächtig ist) habe ich hier anzubieten:

      http://www.zerohedge.com/news/guest-post-one-chart-says-it-all

      Besonders die externen Links in diesem Artikel sind empfehlenswert.

      Ein Auszuga daraus:

      “Financialization: The process of making money from nothing in which debt (i.e. poverty, lack) is paradoxically considered an asset (i.e. wealth, gain). In current financialized economies “wealth expansion” comes from the parasitic taxation of productivity in the form of interest on fiat lending. This interest over time consumes a greater and greater share of resources, assets, labor, and livelihood until nothing is left.

      Only in a debt-based money system could debt be curiously cast as an asset. We’ve made “extend and pretend” a quaint phrase for a burgeoning market for financial lying and profiteering aimed toward preventing the collapse of a debt- (or lack-) based system that was already doomed by its initial design to collapse. This primer will detail the major components and basic evolution of fake wealth creation, accelerating debt expansion, hollowing out of the economy, and inevitable financial implosion.”

      Wer sich schon einmal gefragt hat warum es nach über 1000 Jahren Währungsgeschichte immer wieder regelmässig zu katastrophalen Währungszusammenbrüchen gekommen ist, hier findet man Antworten.

  2. Andres Müller sagt:

    Zum Thema “Rendezvous mit dem Kollaps” möchte ich gerne auch etwas ansprechen dass den vielen auf der auf Geld fixierten Ökonomen zu entgehen scheint. Ich weiss nicht wie viele Ökonomen wissen was Dysprosium ist, wissen Sie es?

    Das sollten Sie aber, denn dies ist ein Element aus dem Spektrum der “seltenen Erden” Metalle. Das brisante an Dysprosium ist, es wird immer mehr in Schlüsseltechnologien eingesetzt denen man zuschreibt in Zukunft die Märkte zu dominieren, aber gleichzeitig ist dessen Förderung und Verwendung nur durch Umwelt -kriminelle Aktivitäten möglich.

    Die Schädigung der Umwelt bei der Förderung von Dysprosium ist derart gewaltig, dass die USA bereits Förderanlagen schliessen musste und selbst China inzwischen vor den Folgen der Umweltverschmutzung zurückschreckt. Doch Dysprosium ist derart wertvoll für moderne Hightech, dass trotz der Gefahren Politiker in Europa alles tun um an dieses Metall zu kommen. In der Presse werden die Gefahren durch die Verwendung und Förderung seltener Erden fast vollständig ausgeblendet. Das bemerkenswerte dabei ist, vor allem die angeblich saubere Energiegewinnung mit Windkraftanlagen und bei Autos die Hybridfahrzeuge setzen auf seltene Erden wie Dysprosium.

    So wie es aussieht arbeitet die Politik daran die Vorschriften für die Förderung seltener Erden in Europa zu lockern und mit allen Mitteln zu versuchen Berichte über Umweltschäden durch seltene Erden zu verhindern. Denn sie wissen, die moderne Form des freien Wettbewerb erlaubt es dass ein Land Produkte verkaufen kann, obwohl dessen Gewinnung vor Ort massive Umweltschäden bewirkt und die Arbeiter zu tausenden verseucht. Doch nicht nur dort wo die Erden gefördert werden können die Gier nach Rohstoffen Tod und Verseuchung zurück lassen -das geschieht auch bei uns, wer weiss schon dass Räume mit den neusten Beleuchtungskörpern vermehrt gelüftet werden sollten? Dysprosium kann zu einer Lungenembolie führen und die Leber angreifen, es kann die Fortpfanzungsfähigkeit reduzieren und gar das Nervensystem schädigen, auch Autoimmunkrankheiten können ausgelöst werden. Tatsache ist, Dysprosium ist nicht nur bei Spekulanten und bei Hightech Engineuren beliebt, dessen Einsatz ist ohne Regulierung ein irreversibler Umweltzerstörer. Doch alle Nationen die auf den Einsatz und die Verwendung seltener Erden verzichten, dürften im Wettbewerb benachteiligt sein, wer es fördert und einsetzt ist vordergründig massiv im Vorteil. Das ist es wass sich die Ökonomen hinter die Ohren schreiben sollten -wer aus Sicht des Geldes heute als Gewinner erscheint, der kann bereits Morgen sein persönliches Seltenes Erden -Fukushima erleben.

    Allen voran die Deutschen sind dabei auch bei seltenen Erden ganz vorne in der obersten Liga der Wirtschaftseliten mitzuschwimmen, sie sind dabei Europa für die Dysprosium Produktion frei zu bomben. Die Öffentlichkeit hat keine Ahnung welche Gefahren damit ausgelöst werden, Gefahren die selbst die Chinesen immer mehr zurückschrecken lassen -denn dort kennt man die Folgen sowohl bei Förderung als auch bei der Produktion, doch selbst in einer Diktatur lässt sich nicht alles verheimlichen. Wollen Sie in seltene Erden investieren? Der Ökonom von heute, der ein reiner Spekulant geworden ist, der sagt ja -ihm sind ein paar Millionen Verseuchte Menschen egal -es könnte sich ja nur um Gerüchte handeln.

    Das Randezvous mit dem Kollaps findet vielleicht auf einer ganz anderen Ebene statt als es sich an Geld (ohne Umweltkosten) orientierte Fiat Money Ökologen sich das heute vorstellen können. Sie werden schon Morgen wieder von Dysprosium hören…

    • Andres Müller sagt:

      Dazu einige Kurzhinweise:

      Seit China seltene Erden abzubauen begonnen hatte (Bayan Obo Mine in Baotou) war der Preis dieser Rohstoffe um das 300-500 fache gesunken. Der Westen protestiert nun bei China wegen der Exportbegrenzung nicht weil es nur in China diese Rohstoffe gibt, sondern weil die Förderung zu diesen Preisen extrem Umwelschädlich und Arbeiterfeindlich ist. Die Metalle sind gar nicht selten, sie kommen nur nicht in grossen Mengen am selben Ort vor. Auch in Europa gibt es Erzlager.

      Aber nicht einmal in Indien konnte man mit China mithalten, dort mussten die letzten Minen deshalb vor einiger Zeit schliessen, was man nicht einmal bei Asbestabbau getan hatte.

      Nun aber will man sie wieder eröffnen. Eine umweltfreundlichere Produktion würde die Preise explodieren lassen, deshalb will der Westen China zwingen weiterhin zu exportieren. Die Metalle bauen sich in der Umwelt schlecht ab und sie haben das Potential unsere Böden und Gewässer umfassend zu kontaminieren. Der Preis für den Wiederaufbau der an China verloren gegangenen Industrie ist hoch.

      Wir müssen Abschied nehmen vom ewigen Wachstumglauben, die Schweizer haben am Wochenende an anderem Ort mit der Zustimmung zur Begrenzung des Zweitwohnungsbau einen Anfang gesetzt. Seltene Erden sollten reguliert werden und auf deren Umweltverträglichkeit schärfer überprüft. Produkte mit hohem Gehalt sollten aus dem Verkehr gezogen werden. Geschieht hier nichts, so wäre letztlich der Preis für “die Rettung Europas” die umfassende Verseuchung von Boden, Luft und Erde.

      Zwar sind auch die Banken und Finanzen ein Problem, aber gegenüber den kommenden Problemen im Bereich der Umwelt und Rohstoffknappheit ist das nur eine periphere Notlage. Seltene Erden sind die riskantesten Rohstoffe für die Wirtschaft, sowohl was ihre Förderung als auch ihren Einsatz anbetrifft. Wie bei den Atomkraftwerken, den Ozon zerstörenden Gasen und CO2 handelt es sich bei den seltenen Erden um eine globale Falle, die wenn sie zuschnappt bedrohliche Folgen für die Welt auslösen kann.

    • Andres Müller sagt:

      Ein interessanter Link in der Streitfrage “seltener Erden” aus Sicht der Chinesen. Hier bestätigt es sich dass das Zeitfenster zu Ende geht wo sich der Westen hemmungslos auf Kosten der Umweltzerstörung und billiger Arbeitskräfte in China günstig mit diesen Rohstoffen bedienen konnte. http://www.chinadaily.com.cn/cndy/2010-04/28/content_9782705.htm
      Zusammen mit steigenden Energiekosten Erdöl und bald wohl auch Erdgas und Nahrungsmitteln bietet sich der Stoff für die nächsten Krisensitzungen der westlichen Notenbanken. Die westlichen Investoren haben ihre Lobby bei der Politik noch immer darauf ausgerichtet der eigenen Bevölkerung Arbeit wegzunehmen (Stichwort Streit um Swissness) , um sich entweder durch Import oder Export hemmungslos zu bereichern. Die Handelsungleichgewichte wurden von der Politik nie zu verhindern gesucht, da die reichen Eliten hier mit der Bevölkerung am wenigsten Gewinne teilen muss. Die Schuldenkrise in Europa ist gar keine, ebensowenig in den USA -es ist eine Krise wo die dort oben nicht mehr mit denen da unten teilen wollen. Aus diesem Grund wird auch die Griechlandkrise nicht vorbei sein und alsbald steht Portugal vor den Pforten der Insolvenz, nächste werden folgen. Auch wenn Frau Lagarde vom IWF derzeit behauptet dass die Weltwirtschaft sich aufhelle, so ist leider nur derselbe Effekt wie nach den Rettungspaketen 2008/2009 sichtbar geworden, steigende Aktien bringen aber keine Arbeit und keine Lösung in der Realwirtschaft und in der nachhaltigen Wirtschaft.

  3. Dribbel sagt:

    die banken depositen die liquididät nicht einfach über nacht bei der ECB weil sie damit nichts anfangen können. die überschüssige liquidität wird in einem geschlossenen monetären system von irgendeiner bank gehalten. die aktivseite der ecb bilanz wird um das ltro erhöht während die depositfacility den ausgleichenden eintrag auf der passivseite darstellt.
    der libor-ois spread ist NICHT der unterschied zwischen besicherter und unbesicherter belehnung im inter-banken markt.

  4. Anh Toan sagt:

    Die Tatsache, dass der grösste Teil der LTRO Gelder wieder zur EZB zurückgeflossen ist, lässt auf eine Diskrepanz zwischen der tatsächlichen finanziellen Situation der Banken und der Wahrnehmung dieser Situation durch die Marktteilnehmer schliessen: Die Situation ist zumindest nicht so schlecht wie wahrgenommen. Dies resultiert zu einem grossen Teil aus den undurchsichtigen Buchführungsregeln und den damit undurchsichtigen Bilanzen: Wenn nicht einmal mehr die Banker von GS die Bilanz von Morgan Stanley verstehen können, wer kann es dann verstehen? Bestenfalls verstehen Banker heute noch ihre eigene Bilanz, wie soll ein Investor Vertrauen in eine Bank haben? Viele Hedgefonds sind durchsichtiger als Banken, wer Banken Kapital gibt, investiert in eine “Blackbox”, hat keine Ahnung, was er kauft. Mit Nina Hagen möchte ich fragen: “Ja iss es denn ein Wunder”, dass niemand Banken traut?

  5. Peter Gut sagt:

    Wer sich informiert, weiss was früher oder später kommt, kommen muss. Diese Charts sagen aber Otto-Normalverbraucher nichts. Warum keine fette Schlagzeile: KAUFEN SIE GOLD, RAUS AUS DEN SCHULDEN! Wäre praktischer und ehrlicher als farbige Striche.

    • Linus Huber sagt:

      Grundsätzlich eine richtige Einstellung Herr Gut. Jedoch wissen wir leider nicht, ob die Zentralbanken sich doch noch besinnen (aus Furcht vor Hyperinflation, welches Verlust von Vertrauen in eine Währung bedeutet) und auf einmal den Geldhahn zudrehen. In jedem Fall wird der Pfad zwischen Hyperinflation und Kreditkollaps immer enger.

      • Peter Gut sagt:

        Das wirkliche Problem liegt meiner Meinung nach tiefer, nämlich im Energiebedarf.

        http://www.youtube.com/user/GoldMoneyNews/featured

        Wer sich nicht bewusst ist, woher der Wachstum kommt, wie economy/energie/ecology zusammenhängen, verbreitet hier nur warme Luft, nicht mehr.
        Die Finanzwelt ist auf Wachstum angewiesen. Sie ist blind, taubstumm und begriffsstuzig gegenüber Fakten, die einen Rückschritt, ein Schrumpfen auf lange Sicht, auf Generationen anzeigt.

        never mind the markets, hier comes the energie blog

        • Ueli der Knecht sagt:

          @Peter Gut
          Der Kapitalismus ALS SYSTEM ist auf ewiges Wachstum angewiesen – nicht NUR DIE “FINANZWELT”.
          Als nächstes wird noch behauptet, dass in Wahrheit nur und ausschliesslich die böse Finanzwelt unseren Erlöser Jesus Christus ans Kreuz schlagen liess, da er ja die Geldwechsler aus dem Tempel geschmissen hatte.
          Das Bedürfnis nach einem Sündenbock ist in diesem economy blog ja grösser als zu Zeiten der heiligen Inquisition…

          • Peter Gut sagt:

            Kapitalismus? Wollen Sie dieses System als Kapitalismus bezeichnen? Mit allen diesen Interventionen? Ich erwarte nächstens einen 5-Jahres-Plan. Obamao und Marxel sei dank.

            Nochmals: Energie ist das Problem. (Der Sündenbock?) Das Fundament bröckelt weg, ein Hangrutsch steht bevor, bildlich gesprochen. Wachstum und Energie sind unzertrennbar. GÜNSTIGES Öl (Nahrung/Transport//Industrie) ist in einer globalisierten Welt das A und O.

            Alles andere hier gepostete ist nur eine Wirkung, nicht Ursache.

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Peter Gut
            Erinnert mich irgendwie an tea-party-parolen: Obama ist doch sicher ein Marxist und sollte doch erst mal
            seine Geburtsurkunde vorweisen.
            Dagegen sind 911-Spekulationen ja gerade “seriöse Wissenschaft”.

          • Peter Gut sagt:

            @Ueli der Knecht
            damit meinte ich die Ausheblung der Marktkräfte, wenn der Markt Banken hopps gehen lässt, dann gehen sie hopps, wenn Griechenland hopps geht, dann geht Griechenland hopps, wenn der CHF/$ auf 0.5 sinkt dann sinkt er auf 0.5, Nur wenn der Markt von oben bestimmt wird, dann ist dem nicht so. Aber dann ist es nicht mehr Kapitalismus.

            Nochmals zur Energie (er will einfach nicht aufhören… 🙂
            Gehen Sie mal auf die Frontseite des Online Tagi.
            -wenn da nur nicht der Ölpreis wäre…
            Es gibt 3 Möglichkeiten für den hohen Ölpreis:
            1. alle Öl-Exportstaaten (der grösste Teil ist in staatlicher Hand) haben sich zum Zwecke der Maximierung zusammengeschlossen und einen Preis bestimmt. Iran Russland Norwegen Saudis Mexico Brasilien etc.
            2. Finanz-Jongleure treiben den Preis mit halb-kriminellen Produkten
            3. Angebot und Nachfrage
            1,2 oder 3 du musst dich entscheiden http://www.youtube.com/watch?v=6KgY4hZg0pE

          • Linus Huber sagt:

            @ Peter

            langfristig stimme ich für 3

            Kurzfristig sind alle 3 Möglichkeiten von Bedeutung

          • Linus Huber sagt:

            Das ist grundsätzlich falsch. Kapitalismus als System kann auch ohne Wachstum funktionieren. Der gegenwärtige iKapitalismus (Crony Capitalism) hingegen nicht, da er Ponzi Charakter aufweist.

          • Peter Gut sagt:

            So jetzt noch ein wenig Ketzerei, wenn ich schon mit 911-Spekulationen in Verbindung gebracht werde…

            Das Finanzsystem muss verschwinden, wird verschwinden.

            Eine Bank sollte mein Geld sicher verwahren, verfügbar machen, dafür zahl ich ihr was, sie gibt mir für mein Kapital Zins. Die Menge Kapital, aber genau die Menge Kapital die sie von uns bekommt kann sie für Zins leihen. Punkt.

            Der ganze Rest soll zum Teufel gehen.

          • Linus Huber sagt:

            Das mag kommen, Peter, jedoch nicht bevor die nächste Krise sich ausgespielt hat.

  6. Martin Cesna sagt:

    In dem ganzen System fehlt ein Mitspieler: Er ist gross, unbekannt, hat keine Buchhaltung und fängt mit “Maf” an und hört mit “ia” auf und ist waschechter Italiener. Daher traue ich den italienischen Zahlen nicht ganz. Eine kleinere Schattenwirtschaft haben alle, auch die Spanier, bei den Griechen weiss man es jetzt.
    Vor der italienischen Schattenwirtschaft habe ich aber Respekt.

  7. Ralph Schehle sagt:

    Wenn der Verfasser meint, er sei der einzige, der das latente Desaster gesehen hat, ist er gewaltig auf dem Holzweg. Jeder “unverdorbene” Bänkler mit Banklehre war genau im Bild, da er ja seriös ausgebildet wurde und nicht die Wahrnehmenstörungen von Hochschulabsolventen hat. ES IST NOCH NICHT FERTIG! Grossbanken, schnallt euch an und macht Entwürfe für die Bittschreiben an das Parlament und den Bundesrat! Weg mit den Professoren in St.Gallen,welche vor lauter Nebenverdiensten den “Puck” nicht mehr sehen und deren Irrlehren irreparierbare Schäden anrichten und dies ohne Konsequenzen!

  8. Ueli der Knecht sagt:

    Ich gehe mal davon aus, dass hier die meisten Kommentarschreiberlinge, die den Finanzsektor als “Hyänen” und “Krebsgeschwür” bezeichnen – trotzdem das marktwirtschaftliche System nicht eine Sekunde in Frage stellen würden.
    Der Kapitalismus soll nach diesen Herrschaften bitte schön ohne Kredit, Spekulation und Profit funktionieren!

    • Andres Müller sagt:

      Herr Knecht, es kommt darauf an auf welchen Grundlagen ein marktwirtschaftliches System führt. Aus meiner Sicht wurde mit dem Verlassen der frei konvertierbaren Währungen nach Bretton Woods eine permanente Schuldenkrise ausgelöst. Diese begann nach dem sogenannten Nixon -Schock in Lateinamerika. Die Lateinamerikakrise war die erste grosse internationale Finanzkrise und führte dann 1982 in den Bankrott Mexikos. Seit dem Nixon-Schock 1971 entstand für die Banken durch die Verwendung des US$ die Möglichkeit die Welt mit Geld (Kredit) zu überschwemmen. Es folgten danach noch einige andere Schuldenkrisen, nun hat sie eben auch den Auslöser USA und Europa erreicht. Seit den 80er Jahren ist es auch wo sich die dritte Welt in einer permanenten Dauerschuldenkrise befindet. Man muss verstehen dass ein monetarisches System das unbegrenzte Geldvermehrung erlaubt zu andauernden Problemen führt wie Handelsungleichgewichten und übermässigem Kreditkonsum. Auch ganz wichtig, der Versicherungskonsum über das CDS -System. Dieses Versicherungssystem mit dem man sich gegen Verluste aus durch Bankrott entwerteter Staatsanleihen schützen kann provoziert weitere riskante Spekulationen von Gläubigern und Schuldnern. Wir müssen verstehen lernen dass wir eine Währungsreform benötigen mit einer umfangreichen Entschuldung. In Zukunft müsste ein monetarisches System gefunden werden das Geldvermehrung begrenzt und das Gläubigerrisiko anders absichert als über CDS. Für mich besteht kein Zweifel dass dieses Verlassen von Bretton Woods gescheitert ist, dass aber auch eine Rückkehr in dieses System nicht möglich ist. Wir brauchen neue Grundlagen für ein weltweites Währungssystem. Wenn das gelingt, dann kann man auch erst wieder an ein gerechtes Marktsystem glauben.

      • Linus Huber sagt:

        Hi Andres

        Ich stimme Ihnen mehrheitlich zu und möchte noch ein zusätzliches Problem erläutern.

        Die gegenwärtigen Kreditausfallversicherungen stellen mehr oder weniger einen nicht regulierten Markt dar. Sie figurieren nicht unter der Kontrolle der Versicherungsbranche, welche entsprechende Rücklagen von den Ausstellern von Versicherungen verlangt und sind daher höchst fragwürdige Produkte in Bezug auf ihre Fähigkeit bei einem größeren Kredit-Event auch wirklich reibungslos zu funktionieren.

        Wir brauchen eine Reform, darin bin ich mit Ihnen ebenfalls einig. Jedoch wehren sich die Profiteure des gegenwärtigen Systems massiv dagegen und die Bevölkerung ist noch in der Lernphase in Bezug auf die Auswirkungen der gegenwärtigen Geldpolitik.

        Als kleiner Zuschlag möchte ich ein Beispiel einer Reform hier einbringen: http://www.jamesrobertson.com/book/creatingnewmoney.pdf

        • Andres Müller sagt:

          Her Huber, diese Reform wäre gewiss ein guter erster Schritt. Hier ist die Sache etwas gekürzt in Form eines Interview beschrieben:
          http://www.n-tv.de/politik/dossier/Das-Ende-der-monetaeren-Fata-Morgana-article917399.html

          In einem weiteren Schritt müsste man Zinseszinsen bekämpfen mit einem Zerfallsmodus, aber dies wäre dann etwas für the next generation. In einem Schritt der übernächsten Generation könnte man auf Geld ganz verzichten und stattdessen Arbeitszeit direkt als Zahlungsmittel umsetzen. Würde ein Teil des Lohn in Arbeitszeit ausbezahlt, so wäre dies eine Währung die Umverteilung vollkommen ausschliesst. Leider traue ich der Menschheit diesen Schritt noch nicht zu, das würde bedeuten das ein Bauhandwerker mit einer Stunde Arbeit einen Zahnarzt bezahlen könnte der ihm in einer Stunde seine Zähne behandelt. Also Arbeit wird gegen Arbeit getauscht. Eine Variante davon wäre Lohn mit 50% Geld und 50% Arbeit, hier wäre Wettbewerb in beschränktem Umfang wieder möglich -allerdings würde es dann vermutlich keine Priatflugzeuge oder Grossjachten mehr geben.

      • Ueli der Knecht sagt:

        @Andres Müller
        Ich sehe die ganze Geschichte ein wenig anders als Sie. –
        Die Preisfrage lautet doch: Wieso kann das spätkapitalistische Wirtschaftssystem sich ohne Verschuldung nicht mehr reproduzieren?
        Die Krise der 70er Jahre hatte ihre Ursachen in der Erschöpfung des Wachstumspotentials der damals vorherrschenden Wirtschaftsstruktur. Diese beruhte auf massenhafter und hocheffizienter Anwendung von Arbeitskraft in der Industrie (Taylor-System) und dem Fahrzeugbau als ökonomischem Leitsektor. Dieses “Akkumulationsregime” – das von den 50er Jahren bis in die 70er dem Kapitalismus relative Stabilität bescherte – wird gemeinhin als “Fordismus” bezeichnet.
        Was passierte nun ab den 70ern, sodass der Fordismus in die Krise geriet? Zum einen erfuhren die damaligen – grösstenteils erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Märkte erstmals eine gewisse Sättigung, sodass die Konkurrenz zwischen den einzelnen Unternehmen sich verschärfte. Andererseits führte beständig zunehmende Automatisierung in der Produktion erstmals dazu, dass neue Produktionszweige nicht mehr die durch Rationalisierung überflüssig gewordenen Arbeitskräfte wieder aufnehmen konnten. Die Krise der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft setzte dann ab den 80er Jahren voll ein und die zuvor fast vergessene Massenarbeitslosigkeit kehrte in die Kernländer zurück.
        Die folgenden Ausführungen stützen sich auf die Berechnungen des amerikanischen Ökonomen Robert Brenner, der eine “Krise der Profitabilität” im kapitalistischen Weltsystem der frühen 70er konstatiert:
        Laut Brenner ist diese auf “Überkapazitäten” in der Warenproduktion zurückzuführen, die mit steigender Konkurrenz einhergeht. Für das Kapital stellt dies den Super-Gau dar. Bekanntlich bildet nicht die Befriedigung von Bedürfnissen den letzten Zweck der kapitalistischen Wirtschaftsweise, sondern eine möglichst hohe “Verzinsung” des investierten Kapitals. Solange die Erwirtschaftung von Profiten auf einem hohen Niveau verbleibt, reproduziert sich das System auf bei zunehmender Verelendung oder steigender Massenarbeitslosigkeit stabil. Erst aufgrund der in den USA fallenden Profitrate konnte sich der Neoliberalismus ab den 80ern überhaupt durchsetzen – und dies tat er, weil er schlicht das Problem durch eine Stagnation des Lohnniveaus löste. In den 80er Jahren kann man dann auch erstmals beobachten wie sich das Lohnniveau von der stürmischen Entwicklung der Produktivität abkoppelte. Für gewöhnlich würde dies bedeuten, dass hierdurch eine Überproduktionskrise ausgelöst würde (die Arbeiter wurden zwar immer produktiver, aber zugleich haben sie nicht mehr Geld zur Verfügung, um die immer gösser werdende Menge an Waren zu konsumieren). Trotz stagnierender Löhne, höherer Produktivität und erneut steigender Profitraten fand genau dies nicht statt. Des Rätsels Lösung findet sich in den Finanzmärkten und der schuldenfinanzierten Defizitkonjunktur, die sie befeuerten.
        Die Ausbildung eines gigantischen Finanzsektors und des korrespondierenden riesigen Schuldenbergs im globalen Massstab kann folglich als eine Systemreaktion auf einen nicht mehr erfolgreich stattfindenden Strukturwandel in den Industrieländern aufgefasst werden. Die Volkswirtschaften entwickelten sich in zwei verschiedene Richtungen, um dieser systemischen Überproduktionskrise zu begegnen: Sie verschuldeten sich, um die besagte Defizitkonjunktur auszubilden, wie Griechenland, Spanien, Irland oder die USA. Oder sie versuchten, die Widerdersprüche der Produktionsweise zu exportieren, wie es Deutschland, China, Südkorea oder Japan machen.
        Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Krise ist nicht vier Jahre, sondern 30 Jahre alt. Die Ursachen der Krise sind nicht in den Finanzmärkten , sondern in der warenproduzierenden, “realen” Wirtschaft zu suchen. Die wild wuchernden Finanzmärkte haben nicht die warenproduzierende Industrie in den Abgrund gerissen, sondern diese bis zum Zusammenbruch der spekulativen Blasenbildung durch kreditfinanzierte Nachfrage überhaupt am Leben erhalten – so wie es nach Verstaatlichung dieser Defizitkonjunktur die Staaten tun.
        Dies bedeutet aber auch, dass der volle Ausbruch der Krisendynamik noch vor uns liegt. Die politische Klasse kann systemimmanent nur noch zwischen weiterer Verschuldung bis zu Staatsbankrott und Hyperinflation wählen, oder den Weg harter Sparprogramme einschlagen, die in Rezession mitsamt einsetzender Deflationsspirale führen. Diesen desaströsen Weg beschreitet ja gerade – angeführt von Berlin – ganz Europa.

        • Andres Müller sagt:

          Herr Knecht, aus meiner Sicht machen Sie einen kleinen Fehler, Sie trennen den Finanzsektor vor 30 Jahren zu sehr von der Realwirtschaft. Diese Trennung geschah erst wirklich beim Bruch mit dem Stean Seagal Act unter Bill Clinton. Dann begann der Aufstieg der sogenannten Investment Banken. Aus meiner Sicht wäre massive Überproduktion mit dem Durchhalten von Bretton Woods gar nicht möglich gewesen -also diese” systemische Überproduktion” wie Sie schreiben. Es wäre nicht möglich gewesen Kredite zu vergeben die durch nichts als Fiat Money gedeckt sind. Als damals vor dem Nixon Schock einige Länder den Braten der Geldausweitung ohne Basis rochen, wollten sie US$ in Gold konvertieren lassen. Das wurde von den USA verhindert, sie waren gerade dabei für Vietnam Geld zu drucken. Ein weiteres Argument gegen ihre These ist die erste internationale Finanzkrise in Lateinamerika. Wenn sie den südamerikanischen Kontinent betrachten damals, so glaube ich nicht dass dort Überproduktion stattgefunden haben kann. Es kam zur Überschuldung TROTZ realer Entwicklungschancen, nichts sprach gegen einen Aufbau des Kontinents zu einer modernen Gesellschaft.

          Doch selbst wenn sie Recht hätten mit ihrer Theorie, mit Bretton Woods wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen, deshalb wurde vom IWF verboten dass sich Währungen an Gold binden dürfen.
          Die Goldbindung war den Eliten im Wege ihre Profite auszudehnen, denn man kann mit Edelmetallbindung nicht beliebig Geld drucken. Gleichzeitig wäre es auch nicht möglich gewesen die Arbeitnehmer derart übers Ohr zu hauen und sie nicht an den Erfolgen von Rationalisierung und Automatisierung partizipieren zu lassen. Die Produktionsauslagerung nach Asien wäre nicht so einfach möglich gewesen.
          Goldbindung ist zwar auch keine Lösung die ich in der Gegenwart sehe, aber sie hätte wohl verhindert dass die USA damals die Welt mit US$ -“Blühten” beglücken hätte können um sich selbst zu bereichern und andere zu verschulden. Kredite hätten besser überlegt werden müssen und wären mehr an die okonomische Realität gebunden gewesen.

          “Dies bedeutet aber auch, dass der volle Ausbruch der Krisendynamik noch vor uns liegt.” Da bin ich mit Ihnen doch wieder Einig. Aber Achtung -in Wirklichkeit laufen ja nicht Sparprogramme -sondern gigantische Geldausweitungsprogramme, gespart wird nur bei den Kleinen. Insgesamt aber -also im Schnitt -findet künstlicher Vermögensaufbau statt, deshalb hat sich die Bargeldhaltung der US-Amerikaner im Schnitt gigantisch erhöht, auf derzeit über 9 Billionen US$. Das Geld besitzen zwar nur 1%, aber im Schnitt über alle Bürger fand seit 2007 in den USA ein Aufbau von 4 Billionen US$ in Bar statt.
          http://www.zerohedge.com/news/where-money-really-be-careful-what-you-wish

          • Andres Müller sagt:

            seit 2007 2 Billionen US$, sorry

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Andres Müller
            1. Sie schreiben: “sie trennen den Finanzsektor vor 30 Jahren zu sehr von der Realwirtschaft”. Ganz im Gegenteil!
            Ich habe geschrieben: “Die Ausbildung eines gigantischen Finanzsektors und des korrespondierenden riesigen Schuldenbergs im globalen Massstab kann folglich als eine Systemreaktion auf einen nicht mehr erfolgreich stattfindenden Strukturwandel in den Industrieländern aufgefasst werden”…”Die wild wuchernden Finanzmärkte haben NICHT die warenproduzierende Industrie in den Abgrund gerissen, sondern diese bis zum Zusammenbruch der Spekulativen Blasenbildung durch kreditfinanzierte Nachfrage ÜBERHAUPT AM LEBEN erhalten…”.
            2. Ich spreche von den “heissen Zonen” des Kapitalismus und nicht von den Ländern Südamerikas in den 80ern, dessen Schuldenprobleme auf andere Ursachen zurückzuführen sind.
            3. Sie schreiben: “Doch selbst wenn sie Recht hätten mit ihrer Theorie, mit Bretton Woods wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen, deshalb wurde vom IWF verboten, dass sich Währungen an Gold binden dürfen…”
            Seit wann hat der IWF ein Interesse daran den Kapitalismus abzuschaffen? Aber Spass beiseite…die Amerikaner und auch die Europäer hatten überhaupt keine andere Wahl als das System aufzugeben. Die Gründe sind auf Wikipedia unter dem Titel “Der Zusammenbruch 1973” aufgelistet.

    • Linus Huber sagt:

      Hi Ueli

      Kapitalismus muss Kredite, Spekulation und Profite beinhalten. Wir leben allerdings nicht in einem Kapitalistischen System sondern im System des “Crony Capitalism”, welches eine negative Abart des Kapitalismus darstellt.

      Das Risiko darf nicht vom Investment getrennt werden, sondern Risikoträger müssen bereit und fähig sein, Verluste aus Fehlinvestitionen zu verkraften. Diese Einstellung hat sich über viele Jahre entwickelt, indem Zentralbanken immer bereit standen, die Banken in Notfällen zu “Retten”. Allerdings verschwinden die Kosten aus Fehlinvestitionen dadurch nicht, sondern werden dadurch einfach auf die Allgemeinheit verlagert.

      Der Grund fuer die eher schwache Kapitalausstattung der Finanzinstitute beruht auf der massiven Deregulierung in den 90iger und Anfang der 00, welche die massive Kreditausweitung im System durch die Banken zur Folge hatte.

      • Ueli der Knecht sagt:

        @Linus Huber
        The word “crony” is superflfuous when describing capitalism. Since business make money and money leads to political power, business will inevitably use their power to influence governments. (Noam Chomsky)
        The term “crony capitalism” is an ideologically motivated attempt to cast the fundamental problems of capitalism as avoidable irregularities. The term is in fact an apologetic for failures of neoliberal policy and, more fundamentally, their perception of the weakness of market allocation. (Robin Hahnel)

        • Linus Huber sagt:

          Well, there is a term that is called free markets. When a certain group of people are able to avoid the risks associated with free markets but have a way to simply enrich themselves while transferring any costs of malinvestments to society at large, then we certainly are in a different sphere of capitalism.

          It is not a weakness of market allocation but the weakness of letting the market work. Key in this whole concept is the fact that central banks as well as governments have been captured by the threat of system collapse, allowing the few to continue to rape society in form of enriching themselves. The problem comes from the stupidity to allow banks to regulate themselves and having saved them over the past 20 years by manipulating rates of interest and liquidity in the markets as to avoid any of them going bankrupt. That allowed them to grow larger and larger so that they presently take the whole economy hostage. The massive liquidity provided by the central banks is splurging around and corrupting everything left and right.

          The banks are themselves imprisoned somehow in this systemic problem that rewards bad behaviour as they will go bankrupt once they kind of will follow a route that would basically be positive for the financial system as a whole. It is a very complex environment and it is hard to blame simply this or that organisation.

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Linus Huber
            Es ist doch bussines as usual im Kapitalismus, dass die “Risiken des Marktes” nur für diejenigen gelten, die eben entweder nicht gross genug sind oder nicht “clever” genug. Das ungeschriebene Gesetz für alle anderen heisst immer noch: Lass dich nicht erwischen und alles ist erlaubt! Ob es sich dabei um Ausbeutung von Menschen, Umwelt oder sonst was handelt ist doch den Herren in der Teppichettage von Waffenfirmen, Foodmultis und Banken total egal…diese Herrschaften kalkulieren mit dem Risiko bei ihren Schweinereien “erwischt” zu werden – dafür hat man ja schliesslich eine teure “Rechtsabteilung”.
            Der Markt wirds schon richten…die Frage ist nur für wen Herr Huber? Was die Banken anbetrifft bitte ich Sie doch sehr meine Antworten auf die Kommentare des A. Müller sich zu Gemüte zu führen. Den Banken die ganze Schuld am “nichtfunktionstüchtigen System” in die Schuhe zu schieben ist einfach nur ein weiterer Versuch der Populisten um von den fundamentaleren Problemen des Systems abzulenken und dem Volk einen Sündenbock zu präsentieren.

          • Linus Huber sagt:

            Natürlich trifft Regulierungsbehörden, Zentralbanken und Politiker ebenfalls eine erhebliche Schuld. Um jedoch die treibende Kraft hinter der Deregulierung der Banken zu erkennen, reicht sicherlich zu identifizieren, wer davon wirklich masslos profitierte. Es ist überhaupt nicht as usual Kapitalismus, wenn Zentralbanken in dieser Art und Weise und in diesem Ausmass glauben den freien Markt manipulieren zu müssen. Dadurch wird der Beobachter zum Beobachteten und quasi der wichtigste Faktor im Markt (the elephant in room), welcher nichts mehr mit freier Marktwirtschaft am Hut hat. Ebenfalls ist es nicht Kapitalismus as usual, wenn einem Wirtschaftssektor erlaubt wird, seine Verluste dauernd auf die Allgemeinheit abzuwälzen, während die entsprechende Elite sich am gleichen Sektor massiv bereichert. Ich bin in der Kritik der Zentralbanken so hart, weil diese im Dienste der Banken stehen und sich dauernd aufspielen ob ihrer weisen Entscheide, dabei sollten genau diese Leute wissen, welche langfristigen Auswirkungen ihre Entscheide haben dürften. Die Situation hat enorme Selbstüberschätzungen produziert (we do God’s work etc.) und es ist ganz natürlich, dass eine gesellschaftliche Reaktion gegen diejenigen, welche sich an der Misere bereicherten, ablaufen dürfte.

            Den Kommentar unter A. Mueller habe ich gelesen und gebe Ihnen uneingeschränkt recht. Wir leben in einer historischen Kreditblase und ich denke auch, dass wir erst den kleineren Teil der Krise hinter uns haben. Das gegenwärtige Warmwetter dürfte bald durch den nächsten Kälteeinbruch ersetzt werden und die Erkenntnis, dass wir den Winter nicht abschaffen können, wird sich durchsetzen.

            Der Pfad zwischen Hyperinflation und Kreditimplosion wird immer enger und ich denke Sie haben dies auch irgendwo erwähnt. Ebenfalls erkenne ich in Ihrem Kommentar, dass wir grundsätzlich eine sehr ähnliche Ansicht teilen.

  9. Marcel Huber sagt:

    Ja ja, im Nachhinein heisst es immer: “Wir entgingen haarscharf einer Katastrophe”. Solche Aussagen dienen doch nur dazu, die Politiker in einem günstigen Licht erscheinen zu lassen. Sie können dann sagen, dass sie trotz noch nie dagewesener Probleme die Welt gerettet hätten. Durchsichtig durchsichtig.

  10. Urs sagt:

    Wunderschöne Charts, Statistiken und Grafiken. In welcher wohl die Zwangssparmassnahmen, Rentenkürzungen, Löhnsenkungen und Steuerhinterziehung, die Arbeitslosigkeit und die verordete Armut zu erkennen ist?

    Einfach die allgemeine Lebensqualität der Bürger anstatt der Banker und Investoren? Wo ist die geblieben… als Massstab für Wohlstand, Fortschritt, Lebensqualität?

    • Linus Huber sagt:

      Urs, die Zentralbanken dienen nicht dem Wohlbefinden der Bevölkerung sondern dem Wohlbefinden der Banken.

    • Andres Müller sagt:

      Urs, wo sind die Statistiken welche de Prekarisierung der Bevölkerung zu erkennen ist? Zum Beispiel hier:
      http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2012/02/Total%20Deposits_1.jpg

      Die Grafik weist auf, dass die Reichen in den USA derzeit wie noch nie ihr Geld in Bar anlegen. Hier sind also die Werte welcher der breiten Bevölkerung fehlt. Geld wäre da, aber es wird in Bar gehalten. Wir haben es mit der irrsinnigen Menge von 8.5 Billionen US$ zu tun. Nun kann man darin das Potential erkennen das in diesem Betrag liegt, er könnte Armut und Arbeitslosigkeit beheben, aber es fliesst nicht in die Realwirtschaft. Wenn es nicht dorthin fliesst, dann fehlt es dem Kreislauf. Geld in dieser Menge das dem Kreislauf entzogen wird führt zur weiteren Geldmengenausweitung.
      Was geschieht nun damit? Sofern der Staat nicht endlich damit aufhört das Geld in die Taschen der Reichen umzuverteilen, wird diese Menge immer schneller ansteigen -bis zu dem Punkt wo sich der Stau an die Finanzmärkte entlädt, zum Beispiel in Aktien und dergleichen. Das ist dann der Moment wo der gestiegene Preis zusammen mit höheren Rohstoffpreisen den Funken der Inflation zum überlaufen bringt.

  11. gemini1963 sagt:

    Danke für diese publizierten Daten aus der BIZ.

    Am wichtigsten erscheint mir, daß Draghi nur handeln konnte, weil die FED zuvor die Dollar SWAP Geschäfte zu Verfügung stellte. Man sieht hier eindeutig, daß Sie (die FED) es ist, der die Verantwortung für die Stabilisierung des Weltfinanzsystems obheimliegt.
    Sie alleine besitzt die Macht dazu.

    Draghi hat “nur” regional für Sie in Europa gehandelt, weil die europäische Politik nicht mehr handlungsfähig (oder willig) war!

    Damit eröffnet sich aber eine innenpolitische Konfliktstellung in den USA selbst. Denn wenn die FED international (ja weltweit) agiert, ergeben sich Zielkonflikte mit Ihren nationalen Aufgabenstellungen und den politischen Parteien.
    vergleiche hierzu auch (28.12.2011)

    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/12/34434/
    US-Notenbank unterstützt EZB diskret beim Gelddrucken …

    Das Geldsystem erscheint hier insgesammt völlig losgelößt von jedweder demokratischen politischen und juristischen Kontrolle!
    Die Gewaltenteilung funktioniert im monetativen Bereich nicht, ja es gibt Sie gar nicht! Und alle Ökonomen sind sich in dieser Frage überraschend einig, wo Sie Sie sonst über alles streiten.

    Einzig die Handlungsfähigkeit zählt! Wer dabei für welche Interessen handelt ? wer weiß?

    Food for thought

  12. Andres Müller sagt:

    Zu dieser Statistik noch eine Studie der Jobagentur “Escape the City” für Banker, ansässig in London (60 000 registrierte Mitglieder).

    Das sind weltweit die unbeliebtesten Banken für einen neuen Job (1. ist die unbeliebteste)

    1.JPMorgan Chase
    2.Goldman Sachs
    3.Morgan Stanley
    4.Bank of America
    5.Citigroup
    6.Lazard
    7.UBS
    8.Deutsche Bank
    9.Credit Suisse
    10.Barclays

    Da dies gleichzeitig systemrelevante Banken sind, so kann man folgern dass ausgerechnete bei diesen Instituten vermehrt illustres Personal eingestellt werden muss. Das hat zur Folge das zum Beispiel kürzlich die Bafin sich in die Personalvorschläge des neuen Bankenchefs einmischen musste. Es ist zu erwarten dass die Banken in ihrer zukünftigen Politik zu weiteren Verwerfungen auf den Finanzmärkten führen. Aufgeheizte persönliche Bereicherung in den Chefetagen, Benachteiligung der eigenen Kunden, Manipulation und Gier im Gewerbe werden die Staatsschulden nicht abbauen sondern die Defizite vergrössern.Die Banken sind als Arbeitgeber insgesammt immer weniger beliebt -ausser bei Mafiosen aller Art.

  13. Andres Müller sagt:

    Die Finanzmarktkrise ist längst nicht vorbei, das erklärt sich auch anhand einer ganz anderen Statistik (Quelle: Rockefeller Institut)

    Gemeldete Rücktritte von Banker CO’s:

    September 2011 – Dezember 2011 waren es 24 Rücktritte,
    Januar 2012 waren es ..19,
    Februar 2012 waren es .. 82,
    von 1. bis 13. März 2012 waren es .. 189.

    Anstieg von Whistleblowers…

  14. Fischer sagt sagt:

    Es ist doch schön wenn dem Büger von Billionen an Gelder vorgezeigt werden, die die ganze Bildung, die sozialen Strukturen nicht ausreichend sind, und angesichts der nächsten Bankenkrise, dann ist hier geradezu der Unwille zu einer gerchten Sache schon unlängst auf der Strecke geblieben. Die Billionen können doch die nächsten Generationen gar nicht mehr zurück bezahlen!

  15. Anh Toan sagt:

    Betreffend der europäischen Banken erachte ich die in diesem Artikel dargestellten Zusammenhänge als durchaus richtig, skeptisch bleibe ich betreffend der Auswirkungen von LTRO auf die Kurse der Staatsanleihen:

    Dass Käufe von 60 Mrd Staatsanleihen die Kurse der italienischen und spanischen (Total über 2.5 Billionen ausstehende Anleihen) die Kurse erstens in diesem Umfang (Spreadrückgang) und zweitens in dieser Art (nahezu linearer Rückgang über 2 Monate) beinflussen, glaube ich Ihnen, bei allem Respekt vor Ihrem Fachwissen noch immer nicht.

    Die Kursentwicklung der europ. Staatsanleihen führe ich auf die in dieser Zeit immer absehbarer werdende, Griechenland “Lösung” zurück, dies erklärt auch, dass die Zinsen der spanischen oder italienischen Anleihen seit der Griechenland “Lösung” eher wieder leicht ansteigen (buy the rumour, sell the fact).

  16. Daniel Fässler sagt:

    Schade. Wie Welt wäre von diesem Krebsgeschwür befreit worden…

  17. Martin Lienert sagt:

    Das Finanzsytem ist weltweit unter einem gewaltigen Druck! Der dritte Weltkrieg hat schon angefangen!

  18. lucius mayer sagt:

    «Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.» Das Weltfinanzkartenhaus wird bald zusammen brechen. Wie viele Bankster sind seit 2007 zur Rechenschaft gezogen und aus Ämtern und Würden vertreiben worden? In den Banken werden statistisch selten aber doch gelegentlich neue Geldbarone gekürt, die ihre Sporen durch Dienste an den bestehenden Finanzraubrittern «verdient» haben. Diese ganzen Schmarotzer gehören durch eine Umwälzung enteignet, bevor sie ihre bereits blasse Wirte tot saugen.

    • Harry Harrer sagt:

      Die Gesellschaft ist selber schuld, niemand ist gezwungen das Geld dieser Hyänen zu verwenden.Lehnt man deren Tauschmittel ab, dann trocknet der Sumpf automatisch aus. Die Leute sind einfach bequem und glauben etwas für nichts bekommen zu können. Die ganze Gesellschaft ist mitschuldig.

      • Andreas Konz sagt:

        “niemand ist gezwungen das Geld dieser Hyänen zu verwenden”

        Das stimmt leider so nicht. Der Staat zwingt uns durch die Gesetzgebung dazu. CHF ist das gesetzliche Zahlungsmittel, d.h. alle sind verpflichtet, die Preise in CHF anzugeben und CHF als Zahlung zu akzeptieren. Es verbietet zwar nicht ein anderes Medium nebendran, allerdings nur als Zusatz. Der freie Markt hätte NIE Schulden-Papiergeld als einziges Geld gewählt (zumindest nicht als Wertaufbewahrungsmittel; als Zahlungsmittel ev. schon). Seit Jahrzehnten haben wir eigentlich kein freies Geld.

        Schlussendlich sind der Staat sowie die Geschäftsbanken die Profiteure des jetzigen schuldenbasierten Zinseszins-Geldsystems, weil sie die Kaufkraft des Rests durch Zinsen und/oder Inflation langsam und ohne Aufwand abschöpfen. Das letzte, was der Staat (und die Banken) möchten, ist dass die Bürger ihr erarbeitetes Vermögen sicher aufbewahren und schützen können. Deshalb wird auch das System nicht in Frage gestellt sondern die Ursache weitergeschoben (Gier, Neoliberalismus etc.), das System an sich wird nicht hinterfragt. Es soll ja nach der Katastrophe, die in den nächsten Jahren unvermeidlich kommen muss, ja weitermachen wie bisher.

        • Dani Haussener sagt:

          FRAGE AN DIE FORISTEN
          Hier wird öfter das Zinssystem kritisiert und auf dessen Abschaffung gedrängt. Ich kann das nicht ganz verstehen: der Zins, den ich erhalte, wenn ich mein Geld z.B. als Spareinlage auf der Bank deponiere, entschädigt mich doch für den Konsumverzicht, nur deshalb konsumiere ich nicht gleich alles oder lege mein Geld in Aktien an. Wie bitte schön sollen aber dann Investitionen finanziert werden? Wie sollen (Jung-) Unternehmer Maschinen kaufen – mit denen ja dann auch Arbeitsplätze geschaffen werden?

          Herzlichen Dank für etwas Erhellung!

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