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Der Geruch eines gescheiterten Systems

Markus Diem Meier am Dienstag den 25. Oktober 2011
Occupy Wall Street

Neue Hoffnung oder Gefahr? Wallstreet-Besetzerin in New York. (Bild: Keystone)

Der britische «Economist» setzt sich in seiner neusten Titelstory mit den neuen Protestbewegungen seit der Finanzkrise auseinander und kommt zum Schluss, dass erstens die Proteste gute Gründe haben, sie zweitens aber auch der Anfang einer gefährlichen Entwicklung sein können. Hier aus dem Originaltext:

Yet even if the protests are small and muddled, it is dangerous to dismiss the broader rage that exists across the West. There are legitimate deep-seated grievances. Young people – and not just those on the streets – are likely to face higher taxes, less generous benefits and longer working lives than their parents. More immediately, houses are expensive, credit hard to get and jobs scarce – not just in old manufacturing industries but in the ritzier services that attract increasingly debt-laden graduates. In America 17.1% of those below 25 are out of work. Across the European Union, youth unemployment averages 20.9%. In Spain it is a staggering 46.2%. Only in Germany, the Netherlands and Austria is the rate in single digits. It is not just the young who feel squeezed. The middle-aged face falling real wages and diminished pension rights. And the elderly are seeing inflation eat away the value of their savings; in Britain prices are rising by 5.2% but bank deposits yield less than 1%. In the meantime, bankers are back to huge bonuses.

Immer mehr halten das ganze «System» nicht nur für ungerecht, sondern sogar für gescheitert  - und zwar sowohl in seiner angelsächsischen Form, wie in seiner tendenziell «sozialdemokratischen» Ausprägung in Westeuropa. Auch dies eine Schlussfolgerung des «Economist»:

To the man-in-the-street, all this smacks of a system that has failed. Neither of the main Western models has much political credit at the moment. European social democracy promised voters benefits that societies can no longer afford. The Anglo-Saxon model claimed that free markets would create prosperity; many voters feel instead that they got a series of debt-fuelled asset bubbles and an economy that was rigged in favour of a financial elite, who tookall the proceeds in the good times and then left everybody else with no alternative other than to bail them out. To use one of the protesters’ better slogans, the 1% have gained at the expense of the 99%.

Proteste können zu besseren Umständen führen, aber auch eine gefährliche Dynamik entwickeln. Hier nochmals der «Economist»:

If the grievances are more legitimate and broader than previous rages against the machine, then the dangers are also greater. Populist anger, especially if it has no coherent agenda, can go anywhere in times of want. The 1930s provided the most terrifying example. A more recent (and less frightening) case study is the tea party. The justified fury of America’s striving middle classes against a cumbersome state has in practice translated into a form of obstructive nihilism: nothing to do with taxes can get through Washington, including tax reform.

Die Parallelen der aktuellen Entwicklungen mit jener der 1930er Jahre halte ich für angebracht und sie beschäftigen mich schon seit einiger Zeit. Hier ein Ausschnitt aus meinem eben erschienenen Buch:

Die Erfahrung mit der großen Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre müsste eine Warnung sein. Die Folge der Großen Depression war keine Läuterung. Vielmehr folgten die schlimmsten und blutigsten Entwicklungen der Geschichte: der Aufstieg des politischen Extremismus in Europa mit dem Nationalsozialismus in Deutschland, dem Faschismus vor allem in Italien und in Spanien, dem Totalitarismus in der damaligen Sowjetunion unter Joseph Stalin und schließlich der Zweite Weltkrieg. Es gibt kein Naturgesetz, das besagt, dass nach jeder Wirtschaftskrise eine politische und gar militärische Auseinandersetzung folgt. Es gab auch Krisen und Kriege, die zu wirtschaftlicher und politischer Stabilität führten, etwa in Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch die Lage nach der jüngsten Finanzkrise hat eine gefährliche Gemeinsamkeit mit jener während der Großen Depression: die schwindende Legitimität der Politik. Sie war damals ein wichtiger Auslöser für die aufkommenden Extremismen und die Destabilisierung der Gesellschaft und der Politik. Genau wie die jüngste Finanzkrise zog die Weltwirtschaftskrise der 1930-Jahre eine weltweite Ideologiekrise nach sich... Überzeugungen bekamen weltweit viel Zulauf, die kompromisslos mit allem brechen wollten, was vorher gegolten hatte. Demokratische, marktwirtschaftliche Systeme wurden nicht als fehleranfällig identifiziert, sondern als grundlegend falsche Konzepte. Solche Überzeugungen waren es, die verheerende Extremismen wie den Stalinismus oder den Nationalsozialismus für viele legitimierte.

Das heisst selbstverständlich nicht, dass man den aktuellen Vertretern der sehr unterschiedlichen Protestbewegungen - wenn man auch die Tea Party dazunimmt - generell eine entsprechend gefährliche Ideologie unterstellt. Es heisst aber, dass die aktuelle gesellschaftliche Dynamik einige zumindest besorgniserregende Parallelen zur Zeit damals aufweist.

Die Verteidigung der Eckwerte des vorherrschenden grundsätzlich liberalen Systems mit Marktwirtschaft und Demokratie ist daher umso dringlicher - es ist entschieden besser als all seine bisher versuchten Alternativen und als die theoretischen Radikalismen. Aber diese Verteidigung erfordert, dass dramatische Fehlentwicklungen ernst genommen und Korrekturen angegangen werden. Vielleicht führen die Protestbewegungen ja auch dazu.

Wenn in den öffentlichen und politischen Debatten von den Einen Fehlentwicklungen - wie unter anderem die verschärfte Ungleichheit, die übermässige Macht der Banken oder die konjunkturelle Untätigkeit - geleugnet, verniedlicht oder sogar verteidigt werden, ist das potenziell genauso gefährlich, wie wenn andere gleich das ganze System abschaffen wollen.

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Keine Kommentare zu „Der Geruch eines gescheiterten Systems“

  1. Dankbar für die übermittlung des Inhalts!!! Straumann, das ist Deine Stunde: Ich meine nämlich, dass sehr wohl der angelsächsische Thatcher-Liberalismus gescheitert ist. Auch der Europäische Katholische-Mediterrane Sozialstaat unter der säkularen Atommacht Frankreich ist an den Träumen seiner strahlenden Grandeur gescheitert. ABER:

    Don’t miss the swiss!

    In der Krise wird der “Sonderfall” der reformierten Schweiz sichtbar! Aus der Konkursmasse Europas liesse sich eine “erweiterte Schweiz” (mit Süddeutschland, Österreich und Norditalien) mit den Niederlanden und den skandinavischen Ländern als Konföderation der “Paten” herauslösen. Die Briten – die schon immer europäische Schwerenöter waren – könnte man ihrem transatlantischen Schicksal überlassen und die den Katholischen Mittelmeerraum als wirtschaftliche “Protektorate” unter eine Sonderverwaltung stellen. Frankreich würde endlich die Lebenslüge seiner “résistance” und seiner “grandeur” büssen müssen. (Siehe die erhellende Schrift von Sloterdijk über die Theorie der Nachkriegszeiten).

    Das könnte funktionieren. Aber verschont uns mit Fotos der Ossi-Tante Merkel die Sarkozy einen Teddybären für Carla Brunis Baby schenkt, diesen Bären wollen wir uns nicht mehr aufbinden lassen.

    • Pierre Recardelon sagt:

      Sie sind ja ein Geostratege, potzblitz! Als ob irgendwer, die Deutschen, die Holländer, Luxemburg oder gar Österreich und Norditalien der Schweiz beitreten würden. Verschwurbelte Weltmachtsfantasien, wie peinlich.

      • Gion Saram sagt:

        @Pierre Recardelon He, he, warten wir mal noch 10 Jahre ab und plötzlich werden aus den verschwurbelte Weltmachtsfantasien machbare vernünftige Visionen. Die Schweiz wird wohl auch in Zukunft als Antithese zu den Elitedemokratien der anderen westlichen Industriestaaten herhalten müssen. Vielleicht werden eines Tages Beobachter aus den demokratisch gewordenen Nordafrikanischen Staaten nach Europa entsandt um die Einhaltung der Menschenrechte und die Abhaltung von fairen demokratischen Entscheiden zu überwachen. 1960 hätte wohl auch niemand zu träumen gewagt das China dereinst der grösste Gläubiger wird.

        • Vicky Morgan sagt:

          Eine Erweiterung der Schweiz, wie beschrieben, ist zur Zeit und auch in den nächsten 10 Jahren undenkbar und sehr unrealistisch. Erstens würde das Schweizer Volk einen solchen Ausbau als gefährlich empfinden, zweitens baut unser System darauf, dass wir so klein sind. Und die hübsche Vorstellung das die Schweiz der wirtschaftliche Sonderfall ist, ist so nicht richtig. Auch wir haben Systemprobleme und viel von unserem Reichtum ist auf der Armut oder Ausnutzung anderer Staaten begründet. Ausserdem: 208,593,723,635.- mögen tragbar für unsere Wirtschaft zur Zeit sein, zeigen aber auch, dass wir keine Heiligen in diesem Fall sind. Würden die Märkte nicht glauben, dass dies tragbar ist, und wie im Falle Griechenlands agieren, wäre diese Last auch zu gross für uns. Daher ist es kaum richtig uns als Sonderfall zu sehen!

    • Stadelman Reto sagt:

      Im Artikel oben wurden genau solche Ideen wie ihre ausdrücklich erwähnt. Ich glaube sie sind unter “entstehender Extremismus” abgelegt ;-) Ich lese ich zu viel “swissness” aus ihren Ideen heraus. Patriotismus ist wohl keine Lösung für die heutigen Probleme, zumindest meiner Meinung nach nicht. Und falls Sie das trotz allem ernst gemeint haben sollen, bitte ich doch noch mal um eine etwas genauere Erklährung für ihre Haltung ;-)

      • Gerne kann ich das versuchen. Denn sie werden sehen: ich plädiere für Realismus nicht für Extremismus. Der Grundfehler der EU ist, dass sie schon im EWG Wirtschaftsräume mit unterschiedlicher Mentalität zusammenfasste. Sie erlauben mir, dass ich – auf den Spuren von Max Weber – die Konfession als prägende Kraft der Mentalität ansehe, das heisst die Frage ob ich “katholisch”, “lutheranisch” oder “calvinistisch” Christ bin. Max Weber zeigte, dass es einen starken Zusammenhang gibt, zwischen dem “Geist des Kapitalismus” und der calvinistischen Auffassung des Christentums. Das wurde in den letzten Jahrzehnten bestritten weil alle gleich sein mussten: aber die Unterschiede treten in dieser Krise zutage. “Europa” wurde als “angelsächsische Idee” 1945 im reformierten Zürich lanciert. Die heutige EU ist aber eine “katholische Umsetzung” 1957 in Rom von drei Katholiken beschlossen: Adenauer (D, kath.), De Gasperis (I, kath.) und (F, Schumann). Schon die Eurofahne zeigt das Dilemma: die einen sehen darin das blaue Meer/himmel und 12 Sterne welche (Monate/Stunden bedeuten) die anderen sehen darin den blauen Mantel der Madonna, wie sie in der Offenbarung des Johannes irgendwo erscheint.
        Diese beiden Europas bekämpften sich im 16. und 17. jahrhundert in den Religionskriegen aufs Blut. Es entstanden zwei total unterschiedliche Auffassunen sozialer Ordnung und der Wirtschaft. Wer eine Religionskarte des 16. Jahrhunderts mit einer Wirtschaftkarte des 19. Jahrhunderts vergleicht sieht dass die Industrialisierung dort stattfand wo der “Geist des Kapitalismus” verankert war. Um es kurz zu fassen: Mein Vorschlag geht dahin Europa aufgrund dieser historischen Räume neu zu gruppieren, so dass “katholiken” und “evangelische” wieder mehr “füreinander verantwortlich sind. Also die “Kunstwährung” welche die “faulen und korrupten” und die “strebsamen, fleissigen und sparsamen” zusammenzwingt wieder in unterschiedliche Wirtschaftsräume entlässt, mit unterschiedlichen Währungen. Die Schweiz als einziges europäisches Land, das eine katholische UND reformierte Kultur in einem Staat vereinigt, könnte die Rolle der Plattform übernehmen. Die Fehlkonstruktion des Euros beginnt schon damit, dass er Franzosen und Deutsche zusammenzwingt, die sich in 60 Jahren kaum miteinander verflochten haben (siehe Auto-Industrie) und total Gegensätzliche Vorstellungen haben (F: Atommacht/ D: Atomausstieg). Dass eine Ossi-Frau nun mit einem Franzosen klarkommen soll ist der grosse Klumpfuss Europas. Frankreich und Deutschland sind einander SCHNUPPE. Wie Peter Sloterdeijk (Theorie der Nachkriegszeiten) brillant bewiesen hat. Es wäre einfacher wenn sich Frankreich und Deutschland von klugen Dänen, Holländern, Luxemburgern beraten und “führen” liessen. Aber weil Frankreich und Deutschland von sehr durchschnittlichen Personen geführt werden, die NICHT über ihre innenpolitischen Fesseln hinaus agieren können, ist Europa derzeit ein brennendes Haus. Weil es ein zu grosses Vertrauen in die “Strukturen” gab. Es ist die grosse Klugheit des reformierten Pfarrersohn Blochers, dass er begriffen hat, dass dies Konstruktion NIE funktionieren wird. Wir brauchen in der Europafrage einen Realismus der mutig und kreativ ist. Das hat aber weder Sarkozy noch Merkel zu bieten.

        • Gregor Müller sagt:

          Lügen haben kurze Beine…. Wenn Sie einmal die Städte und Orte des Reichtums anschauen würden, würden Sie merken, dass es die Abkehr vom 10ten war, welche so erfolgreich machten. Bis anhin galt es als “unschicklich” über 10% zu heuschen.

          Es ist klar, dass man die Zitone ausquetschen kann und man dafür als “erfolgreich” betitelt wird, indem man die “anderen” zu Zinssklaven macht. – Der Trick ist ganz einfach. Wen man “kein” Eigentum hat, kann man auch nichts “verdienen” und muss sich – seine Arbeitskraft verkaufen. Salopper könnte man das auch als Prostitutiion für die Eigentümer nennen.

          Nun zumThema ERFOLG. Der ist nämlich relativ. Spätestens wenn die Schweiz nicht mehr von Europa “schmarotzen” kann, wird man erkennen, wie nötig man die eigentlich hätte. Sicherlich liegt in der Schweiz ein haufen Kapital, doch wenn diese mal weginflationiert ist, stehen wir mies da. Schön wäre es dann, wenn man Freunde hätte…

          SOLIDARITÄT ist und Mitgefühl ist angesagt.

          • Gion Saram sagt:

            @Gregor Müller SOLIDARITÄT und Mitgefühl mit wem bitte? Mit Franzosen die ihren eigenen Wohlstand freiwillig mit der 35 Stunden beschneiden? Mit Griechen sie lieber mit Krediten aus dem Haushalt jeden 3. Bürger zum Beamten machen weil das Einziehen von Steuern bei der eigenen Bevölkerung so schaurig unpopulär ist aber trotzdem gerne alle die olympischen Spiele im Lande haben wollten? Oder mit Italien, dessen Parlament ein paar hundert Abgeordnete mehr durchfüttern muss als Deutschland obwohl es weniger Einwohner als Deutschland hat? Oder mit den Spaniern, die Sangriavollrausch Wohnungen nicht zum Bewohnen sondern als reine Spekulationsobjekte bauten, wie als ob ihr Land eine Geburtenrate wie Aethiopien hätte und nicht eine tiefere als die Schweiz? Erwarten sie von mir wirklich das ich Trunkenbolden die sich auf Kredit ins Delirium gesoffen haben, noch mehr Kredit fürs weitersaufen spende?

          • Lieber Gergor Müller, sie sind ein Ex-Katholischer oder Ex-Lutheranischer Schwurbler. Aus ihnen tönt der Katechismus des “Gemeinschaftskundeunterrichts” beim Alt 68erlehrer mit Curriculum durch die Hodenwaldschule. Um es mal ganz krass auf den Punkt zu bringen. Ich weiss, dass sie diese Karikatur real überhaupt nicht trifft persönlich, ich kenne sie ja nicht ich charakterisiere nur ihren “Diskurs”, der schon moralisch hochfahrend damit beginnt, dass sie mir “Lügen” unterstellen. Möglicherweise irre ich da und dort, mäglicherweise lasse ich Lücken. Aber ich vertrete nun einfach mal den “Schweizer standpunkt”, das wurde seit 1991 von Intellektuellen etwas unterlassen und ist nach der grossen Verbrüderungsparty 1989-2001 “wir sind alle gleiche, alle Kulturen sind gleichwertig, alle sollen den gleichen Euro haben” schmerzhaft. Darum packen Sie ja auch die Kapitälchen aus “SOLIDARITÄT” und der Stadelmann “SOZIALE WERTE”. Das waren die Hauptlehrinhalte des “säkularen Gemeinschaftskunde-Unterrichts” aus der Hodenwaldschule, wo man selbstredend auch die Weisheit mitgeliefert bekam, dass Calvin ein “Religionsterrorist” war und er den Totalitarismus Hitlers erfunden hat. Denn den katholen und den Lutheranern war Calvin ein Dorn im Auge. Ihre “SOLIDARITÄT” – sie können sie auch in Fett in der ganzen Schweiz plakatieren wie die SVP ihre Fratzen, bleibt ein lauer Furtz. Und noch schlimmer: sie ist das Mäntelchen unter dem die verantwortungslosen Banker von Frankreich und Deutschland ihre kapitalen Fehler und Raubzüge auf die öffentliche Hand “sozialisieren” wollen.

          • Gregor Müller sagt:

            @Giradet: IHRE Ana(l)lyse in Ehren… Sie vermischen zwei Dinge. 1. Sie behaupten, wenn ich Sie richtig verstehe, dass der Schuldensozialisierungsprozess ein “solidarischer” Akt sei. Mitnichten! Wenn Sie das Finanzsystem verstehen würden, wüssten Sie, dass des einen Vermögen die Schulden der anderen sind.
            Ihre Haltung besteht nun darin, Schulden per se als gerechtfertigt anzuschauen, dem widerspreche ich. Schliesslich gibt es auch eine Verantwortung. Drum prüfe, wen ich als “Schuldsklave” in meine Bücher nehmen werde. Wer nun durch ein FIAT-MONEY Schneeballsystem gezwungen ist, SCHULDEN zu generieren, da ansonten das System kollabiert, ist ein “nachhaltiger” Träumer.
            Wenn Sie also nachhaltig wirtschaften wollen, müssen die Finanzströme ausgelichen sein, oder fair?
            Im Moment profitiert nur eine kleine Minderheit von diesem ABSURDEN System.

            2. Haben Sie, wie viele andere Ideologen, ein “freies Wirtschaft” Brandig, das unzerstörbar scheint. Da die SOZIALEN WERTE ständig duruch untergrabung mit bürgerlicher “Habgier und Kapitalakkumulation” zur Wirtschaftsverwerfung beiträt, leuchtet Ihnen? nicht ein. Kl. Bsp.: aus dem täglichen Leben gefällig? Beachten Sie doch einmal unsere Läden, die ihnen mit BILLIGSTGELD zu verkaufen versuchen (kaufe heute, bezahle in einem Jahr), klarstellen sollte, dass die Kaufkraft der Masse fehlt, um die Überkapazitäten abzubauen. SIE und ich werden bald Zeuge, dieser extremsten “Kapitalblase”, die sich per Inflation selbst entwerten wird. Anders sind all die Forderungen – oder Versprechen in die Zukunft nicht abzubauen. Oder glauben SIE wirklich, dass wenn jeder seine Vermögenswerte einlösen wollte es genügend hätte? Täuschung zugunsten einer GELDWERTILLUSION! SCHEINWERTE!

            Und jetzt zum Schluss: Um die Situation zu lösen müssen auch die Vermögenden auf einen gewichtigen Teil ihrer Foderungen (Vermögen) verzichte, damit die Schuldner wieder “atmen” können. Wenn nicht, werden SIE vielleicht wirklich froh sein, dass Hr. Schlüer Streubomben in der Schweiz horten möchte.
            Die entscheidende Frage ist nun, wer verzichten muss. Und da gibt es meiner Ansicht nach nur eine Lösung. DIE KAPITALISTEN – die Reichsten, welche auch Vermögen besitzen! DAS wäre KAPITALISMUS, der durch die korrumpierte Politik ins Gegenteil verkehrt wird. FINANAZsozialismus – FINANZkommunismus!

            So braucht es SOLIDARITÄT von den Reichsten für die “ÄRMSTEN” (1%-99%) so schmerzlich es auch für die ist. Verständlich, wenn man 500Millionen hat und evtl. 300 davon vernichtet wird…. 99% bekommen dafür zukünftig gleich längere Spiesse.

            Zudem – http://www.monetative.ch

    • Thomas Ernst sagt:

      @Girardet:
      Danke – Ihre Skizze ist zwar notgedrungen lückenhaft, aber immerhin mit dem Blick weit in die Zukunft. Die meisten hier wie in der Politik sehen ja nicht über ihre Fussspitze hinaus.

    • eva greub sagt:

      Wieso denn Protestanten gegen Katholiken was sollen Religionen mit dem Systemwechsel zu tun haben. Eine Neue Ethik ohne Religiöse eiferer wäre mir lieber.

      • Liebe Frau Greub. Schauen sie sich mal eine Religionskarte Europas und eine Verschuldungskarte Europas an. Sie werden Überraschendes feststellen. Religion ist nur ein Medium der kommuni(ktati)on, wie die Währung auch. Wenn Europa zwei (oder drei) chrstiliche Bekenntnisse kennt, dann hat das die ähnlichen Gründe, wie der Süden mit dem Norden nicht kann. Zu streiten was zuerst war bringt nichts, nur: die Religion ist ein zuverlässiger Indikator für die “Wirtschaftsgesinnung” (Unternehmergeist, Fleiss, Korruption, Verwaltungsgeschick etc. ). Sie mögen auch dieser jungen Generation angehören, die von sochen Zusammenhängen nichts mehr weiss. Aber Ausländer wissen dies noch genau:

        Europa hängt Mentalitäten nach?
        Ja. Und viele Mentalitäts-Unterschiede sind ja auch evident. Vielleicht hat Max Weber eben recht gehabt. Protestantische Arbeitsmoral ist nicht ohne Bedeutung. Es gibt kein protestantisches Volk, das im Moment in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Die verschuldeten Völker sind ohne Ausnahme Katholiken oder Orthodoxe. Holland, Schweden, Dänemark? Gute Sparer, gute Planer! Iren, Portugiesen, Italiener? Weber hat es nicht so falsch eingeschätzt.

        Hier die Quelle:
        http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Fuer-die-Russen-heisst-Demokratie-Raubueberfall/story/18353805

    • stuker sagt:

      Ja, und welche Währung wird sich daraus entwickeln? Etwa der Frankeuro?

  2. Walter Marti sagt:

    Wenn das eine System scheitert, entsteht daraus irgendwann ein Anderes, Neues.
    Besonderes Interesse verdient der Uebergang zwischen den Systemen. Zunächst: Wie sähe das Scheitern zuende gedacht aus ? Der totale Kollaps aller Zahlungssysteme ? Sozusagen ein Master-Reset, nach welchem nichts mehr den Wert hat, den es vor dem Reset hatte, zum Beispiel weil es zu einer Hyperinflation kommt ? Wird es zu einer gewalttätigen sozialen Eruption kommen, wie aktuell in einigen arabischen Staaten, oder wird es ein mehr oder weniger sanfter Übergang sein, wie er in einigen absolutistischen Staaten möglich war, welche zu konstitutionellen Monarchien und später zu parlamentarischen Demokratien wurden ? Und wie sähe das neue post-kapitalistische System aus ?
    Das aktuelle System offeriert keine Anreize mehr. Die Oekonomien sind so stark monopolisiert, dass nur noch die grossen Player etwas verdienen, die Kleinen verhungern. In den USA lebt bereits ein Siebtel der Bevölkerung permanent von Food Stamps. Und die Kinder der US Mittelschicht bilden sich weiter wie vom Affen gebissen, aber ihre ganze Bildung ist für die Katz, weil für die noch vorhandenen wenigen Jobs gar keine besonderen Skills vorausgesetzt werden.

    • Pierre Recardelon sagt:

      Gut, Sie denken in Systemen. Sie sollten sich langsam, seit etwa 25 Jahren, um genauer zu sein, daran gewöhnen, dass es so etwas wie Chaos gibt. Geschlossene Systeme, in denen das eine in Laplacescher Weise das andere determiniert: diese Vorstellung hat man ad acta gelegt. Wirtschaft ist Zockerei, Zivilbürgerschaft permanente Abgrenzung, Trends sind Meinungen. Nichts davon ist positiv definiert. Dieses bräsige Spekulieren ohne wirkliches Hintergrundwissen, das ist allerdings eine Spezialität der WeltwocheleserInnen.

    • A Krieger sagt:

      Gescheitert ist die Keynesianische Geldpolitik. Hier haben sich (vermeintlichen) Interessen der Linken und der Finanzindustrie bestens ergänzt. Das war kein Kapitalismus mehr. Es dürfen keine Leute entlassen werden und keine Firmen mehr Konkurs gehen. Das nützt aber nur kurzfristig den Arbeitern, der Finanzindustrie jedoch umso mehr. Es können Kredite zu tiefen Zinsen aufgenommen werden (finanziert durch die Sparer in den europäischen Staaten, die gezwungen werden, in Staatsobligationen zu investieren, und den Chinesen) und damit werden Firmen oder Immobilien gekauft, nicht neue Firmen gegründet. Niemand gründet eine Firma, weil er 2% anstatt 4% Zinsen zahlt, es braucht innovative Ideen. Nullzinsen nützen nur Leuten, die schon viel Geld haben oder Grosskonzernen. Die anderen bekommen gar keinen Kredit.

  3. norbie sagt:

    norbie sagt zum giorgio girardet

    wir schweizer sind viehhändler. immer bereit um ein wenig auf der seite zu verdienen. aus der konkursmasse könnte man ja plötzlich eine neue welt schaffen?!! oder ist das ein zu radikaler gedanke?

    • Lieber Norbie, ich kann dir aus eigener Anschauung sagen, die Viehhändler waren und sind meist Juden. Und wir Schweizer sind auch nie auf die idee gekommen die Juden zu vernichten, es reichte uns stets, sie nur zu verachten. Sie sehen aber richtig: heute wird die Schweiz als “Schweizerkas” (Bertolt Brecht) behandelt. Viele Deutsche vertrauen ihr Geld lieber Konrad Hummler als Frau Merkel an. Das ist das Problem. Und die Frage ist, ob die Europäer so vernunftig sind, die Schweizer zu ihrem eigenen Nutzen “den Juden” machen zu lassen, oder ob sie in bezug auf den Europäischen Juden eine “Endlösung” anstreben (Kavallerie, “Soldaten schicken”), dann wären nämlich die Streubomben (da hat Herr Schlüer recht) eben schon noch nützlich. Wir Schweizer müssen aber als “Juden” wieder “Orthodox” werden, dasr heisst “christlicher” und “ehrlicher”. Was der Schlaumeier Marcel Ospel machte, was der gerissene Katholik Daniel Vassella macht (der “Gefrreite” mit den Führungsqualitäten für 40 Mio/Franken im jahr) das ist nicht gieirg, unsozial und unehrlich (für säkulare Schwurbler) und “unschweizerisch” (für Patrioten) sondern eben grundlegend “unchristlich”.

      • hans nötig sagt:

        Streubomben sind zur Verteidigung maximal nützlich wenn dies eine Vorwärtsverteidigung ausserhalb der eigenen Grenzen ist.

        Natürlich, es wäre auch eine Strategie das eigene Land zu zerbomben, aber ich vermute das würde uns der Gegner sowieso bereits abnehmen.

        • Taric Trent: guter Hinweis. Das wurde in der Holocaustdebatte 1996/97 ausgegraben und breitgeschlagen. Tatsache ist, dass 1401 in Zürich die Juden eben NICHT verbrannt wurden (man hatte aus dem “Missgriff” unter dem Diktator Brun 1348 gelernt). Es war der demokratisch gewählte rat von Zürich, der 1401 gegen die herrschende Volksmeinung (Populismus) eine streng juristische Klärung der Judenfrage betrieb. Die Juden bekamen zweimal einen 12-Jahresvertrag und verliessen die Stadt geordnet 1424. In der Reformation war Luther der grosse Judenhasser, weil sich die Juden nicht zu ihm bekehren wollten. Zwingli predigte nie gegen Juden (es hatte in Zürich ja keine mehr) Und sein Nachfolger Bullinger bekämpfte den Judenhass Luthers. Der Schweizerischen Reformation ist der Judenhass fremd. Im Gegenteil als strikte Buchreligion war der Calvinismus dem Judentum viel näher als dem Katholizismus. Hitler hatte mit dem Antisemitismus darum in Deutschland so leichtes Spiel, weil Luther wahre Hasspredigten gegen die Juden hinterlassen hatte. Solche hasspredigten gab es in der schweiz weniger durch Religionsführer.

  4. Urs sagt:

    Hr. Diem-Meier ! Es ist nicht das erstemal das ich höre das die Proteste gefährlich werden… was da, oft Reflexartig, gekontert wird bringt mich mal zum weinen mal zum lächeln… Marx, Kommunist, Linker, Sozi… Gescheitert, Verbrecher, Mangelwirtschaft, Mörder, Erfolglose, Steuererhöher, Beamte, Staat, Umverteilung, Gutmensch, Stalin, Moskau…

    Ueber die Jahre, auch als ich noch den Economist gelesen habe, 20 Jahre seit meiner Zeit als Händler an der Börse, musste ich feststellen das gerade der The Economist so verbissen an seiner Ideologie festgehalten hat das mir zum Schluss eigentlich mehr unheimlich zu Mute war als alles andere… dabei ist die Zeitung nicht wirklich schlecht, aber am Ende war die mir zu einseitig. Ueberraschend eher das nun solche Artikel dort erscheinen…

    Wie gesagt, mehr als 20 Jahre sind vergangen und am Ende bleibt eigentlich wirklich nur festzustellen… das ganze ist am Ende, Erfolglos, Gierig, Massenverlendend, Armut verbreitend, Masslos, Einseitig, Ideologisch krank, Unfähig sich zu regenerieren ohne Mio. in die Armut zu treiben.

    Treiben oder besser Antreiben lassen wir uns eigentlich nur weil die Rahmenparameter in die sich der moderne Mensch kurz nach seiner Geburt befindet keine wirklichen Alterantiven mehr zulässt. Dieses System ist denkbar ideal um aus nicht’s viel zu schaffen… aber nachdem die Märkte gesättigt sind, sich ein gewisser Wohlstand eingestellt hat… ja dann sollte eigentlich die Zeit der Besinnung kommen. Doch die kommt nicht, die lässt man nicht zu.. im gegenteil, man wird weiter angetrieben zu mehr Arbeit, mehr Stunden, mehr Produktivität, mehr Wohlstand, mehr Renditen, mehr Profiten, mehr BNP mehr mehr und mehr…

    Doch selbst Leute wie ich die sich mit einem 6 stelligen Einkommen eigentlich befriedigt fühlen müssten… ja, da fragt man sich angesichts der beobachtung zahlloser Negativer Entwicklungen, was in der Tat soll das ganze… Warum werden konstant Erfolgsmeldungen verbreitet wo doch rund um mich vieles den Bach runter geht. Die Erkenntnis das die Schweiz wohl eine Insel war und ist führt nach und nach zu der Erkenntis das die Schweiz eben keine Insel ist…

    Was etwa tut die SNB bzw. der SFr. wenn sich die Spekulanten ein weiteres mal auf die Währung einschiessen und diese Rücksichtlos nach oben treiben und sich einen Dreck um die Situation hier im Land kümmern. Sowenig wie die das in den anderen Ländern gemacht haben…

    Ich bin einer von denen die der Anti-Banken Bewegung alles nur erdenklich gute Wünschen und sei es auch nur wenn die es schaffen die Verantwortlichen hier und da und dort zu einem Weg zu bekehren der Alternativen zum aktuellen Shareholdervalue zulässt… mir reicht es dauernd von den Vasellas, Ackermanns als Symbole für Erfolg zu hören wo doch ca. 1/3 der Europäer ein Leben in bitterster Armut verbringt…

    Die Menschen sollten wirklich mal aufwachen und erkennen für wenn tatsächlich die Europäischen Gesellschafts- und Wirtschaftsformen umgebaut worden sind… zu oberst in der ganzen globaliserten Hirachie stehen die Kapitalbesitzer, die Investoren für die schon so viele bürgerliche Rechte aus dem Weg geräumt worden sind…

    Zwischen der Zivilgesellschaftlichen Entwicklung, einer Partizipation derselben am erwirtschafteten Wohlstand stehen die Neoliberalen Parameter für eine optimale Gesellschaftsform (der Trickle Down Effekt, die unsichtbare Hand der fairness blah blah) die Augenblicklich dabei ist alles in Schutt und Asche zu legen.

    Die Neoliberalen Anhänger haben die Masslosigkeit, die Gier und die Zwänge der Globaliserung komplett unterschätzt…die einzigen die sich den negativen Entwicklungen entziehen können sind die Investoren und Konzerne… alle anderen haben diese Möglichkeit nicht.

  5. John Peer sagt:

    Ich würde gerne mehr vertiefte Reflexion, Meinungen und Argumente/Gegenargumente über mögliche Alternativen / Verbesserungen hören. Eine Möglichkeit gibt es, die unser heutiges System nicht fundamental ändern würde, aber “purer” machen würden im Sinne einer wirklich freien Marktwirtschaft, welche die Macht der Finanzwelt einschränken würde und politische Einflussnahme der Grossindustrie erschweren würde. Im Sinne von: Man kann den Staat und seine Geiselhaft durch die Mächtigen sowieso nicht ändern – was man aber tun kann, ist seine Macht zu beschränken, diese zu begünstigen.
    Also ein Abschaffen von Zentralbank und Fraktionalem Reservebanking, Abschaffen von Regulierungen von Berufszulassungen und anderen Lizenzen, Abschaffen sämtlicher direkter und indirekter Subventionen, Abschaffen von Zonenplanung, Einführen von Flat Tax oder negativem Grundeinkommen, Aufheben sämtlicher Zollbarrieren, wenn nötig auch einseitig, etc etc. Natürlich alles unter der strengen Prämisse, dass Eigentums- und Persönlichkeitsrechte konsequent geschützt werden.
    Wie würde unsere Gesellschaft aussehen, wenn der Staat nicht so massiv in die Wirtschaft eingreifen würde?
    Meiner Meinung nach ist das der einzige vernünftige, konsequente und humane Experiment, das uns noch bleibt. Auch das einzige, dass ohne das Anwenden von Gewalt möglich sei. Fraglich aber, ob es sich politisch durchsetzen lässt.

    • Stadelman Reto sagt:

      Deine Idee den Staat halbwegs abzuschaffen und so auszuprobieren wie eine freie Wirtschaft agiert ist interessant. Aber ich gebe ihr keine realistische Chance ein funktionierendes System zu erhalten. In kürzester Zeit würden die global Player die Macht an sich reissen und eine neue Diktutatur wie ein Einparteiensystem oder noch schlimmer, eine Oligarchie der mächtigsten Aktionäre einleuten. Wehren könnte sich das Volk gegen die heutigen Waffensysteme die sich solche Firmen leisten können nicht. Wobei Waffen auch gar nicht nötig wären, wer nicht spurt kriegt kein Geld und ist damit weg vom Fenster. Ich weiss, ich zeichne diese neue Ordnung ziemlich apokalyptisch, aber ich traue denn Mächtigen, die im Bewustsein alles erreichen zu können und noch schlimmer, dies auch noch zu verdienen, fast alle Grausamkeit zu die man aus Geschichtsbüchern der Vergangenheit liest. Vor allem anbetrachts der steigenden Weltbevölkerung… Wie schon gesagt, man verzeihe mir meine postapokalyptische Einstellung, aber wenn ich mir ansehe wie wertfrei heutige Menschen agieren, macht mir die Aussicht, dass der Staat nicht mehr ist Angst…

      • Urs sagt:

        Ein bis mehrere Blicke in die Länder die sich nicht mit so althergebrachten Demokratien schmücken können sind bereits unter die Räder dieser Allmachtsrealitäten gekommen. Dazu kann man etwa die ex. GUS Lànder zählen die bereits vor 20 Jahren mit dieser intensiven Behandlung vorlieb nehmen mussten… Wohlstand in diesen Ländern gibt es für massgebliche Bevökerungsanteile bis heute nicht…

        Die Arbeitsgesetze entsprechen minimal Standards und sind gem. EU Wettbewerbsdoktrin auf niedrigstem Standard geblieben. Wie auch anders, wo man doch diesen Ländern keine Möglichkeit gegeben hat sich systematisch aufzubauen. Steuereinkünfte basieren zu grossen Teilen auf indirekten Steuern, ganz nach Neoliberalem Gusto, soll der Konsum besteuert werden aber blos nicht die Ergebnisse aus Investitionen… Steuerbefreiung und Abzug jeglicher Kapitalgewinne lassen diese Länder auf einer handvoll Arbeitsplätze sitzen…

        Die Länder mit älteren Demokratischen Systemen durften aber auch schon eine höhere Dosis davon geniessen. Irland, Island, England… Portugal, Spanien, Griechenland und andere. In all diesen Ländern hat nicht mehr die Demokratische Systematik das sagen sondern die Banken als Mittelsmann zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer sowie die Unternehmen… kein Wunder sieht das so übel aus wie es heute ist.

        Erfolg sieht anders aus… blos erzählt uns das niemand da wir kosntant mit den falschen parametern gefüttert werden. Den Finanzmarktindieces…

        All das immer frei nach dem Motto; Es liegt für mich nahe, dass sich im heutigen, nicht im klassischen, rechts-links-Schema nicht Freiheit und Staat gegenüber stehen, sondern freiheitlich-gemeinschaftlich gegen autoritär-privat-wirtschaftlich…

    • hans nötig sagt:

      Das Problem unserer heutigen Marktwirtschaft ist imho, das sie eben auf dem falschen Ansatz beruht.

      Ökonomie bedeutet ja das Management der vorhanden Ressourcen einer Gemeinschaft. Und hier sollte man auch ansetzen, denn von einer effektiven Nutzung (ganz abgsehen von einer langfristigen Nutzung) sind wir etwa so weit entfernt wie davor neue Planeten zu besiedeln. Man könnte eigentlich sagen, solange wir nicht wegfliegen und uns irgendwo anders mit Rohstoffen eindecken können, solange sollten wir so haushälterisch wie möglich damit umgehen. Sonst stecken wir am Ende fest.

      Das ist natürlich ziemlich radikal und lässt sich nicht einfach so umsetzen, aber alles was nicht in diese Richtung geht wird irgendwann scheitern, befürchte ich (vielleicht machen wir auch einen Techologiesprung). Und das geht imho nur mit Kooperation, und die müssen wir erst wieder erlernen.

      Möglich das ein “aufräumen” im Finanzsektor etc hilft den Übergang zu schaffen, aber ich sehe nicht wie man es bereinigen könnte ohne eine Art Reset Knopf zu drücken. Man sollte nicht vergessen, abgsehen von den Zinsen steht jedem Geld eine Schuld gegenüber.

  6. Bettina Ramseier sagt:

    Das System ist grossartig gescheitert, und es stinkt immer noch zum Himmel! Sowohl das sozialistische als auch das kommunistische System haben Generationen und hunderte von Millionen Menschen in Armut, Unglück und Unfreiheit gehalten, und der Geruch dieses gescheiterten Unmenschen-Systems ist auch heute, über 25 Jahre nach dessen Zusammenkrachen, an allen Ecken unseres Globus und auch in unserer Schweiz und in den Verliererparteien SP und Grüne penetrant bemerkbar. Auch wenn die linke Rhetorik ungebrochen mit Phrasendreschereien und Leerfloskeln wie “Neoliberalen Anhänger, Massslosigkeit, Gier, und die Zwänge der Globaliserung” ihren politischen Gegnern Unmoral, Schamlosigkeit und Versagen unterstellen, so täuschen sie doch keinen denkenden und verstehenden Menschen darüber hinweg, dass Demokratie und Recht auf Eigentum zwingend miteinander verknüpft sind. Jeder Versuch, den “Kapitalismus” zu überwinden oder soziale Marktwirtschaft zu betreiben, schwächen letztendlich nur unser erfolgreiches westlich-abendländisches Erfolgsmodell und geben anderen Volkswirtschaften, die äusserst erfolgreich und agressiv unter nicht-demokratischen Verhältnissen prosperieren und expandieren, ohne Not unsere starke Wettberwerbsposition und unsere zivilasotrischen Errungenschaften preis. In Europa und auch in Nordamerika ist kein sowohl-als-auch von Sozialismus und Marktwirtschaft möglich, sondern nur ein entweder-oder. Es gibt zur freien Marktwirtschaft keine Alternativen. Die heutige EU-Krise und die mediteranen Pleitenstaaten sind das Produkt unfähiger Politik, verantwortungsloser Schuldenwirtschaft und unmoralischen Arbeits- und Rentenregelungen und linker Vertternwirtschaft. Die kindlichen Empörten sind letztendlich diejenigen, die für die Schulden und Schuldzinsen der sozialistischen Regierungen bezahlen müssen und für die masslosen Frührenten und den unethischen Kündigungsschutz ihrer Elterngeneration den Kopf herhalten müssen.

    • Gregor Müller sagt:

      Das glauben Sie ja selbst nicht, dass es keine Alternative gibt.Zuerst muss man einmal verstehen, dass langfrisites Handeln nur in ausgegleichenen Handelsströmen geschehen kann. Ansonsten überschuldet sich der “eine” und der andere wird “grotten” reich. Diese Situation haben wir nämlich in Europa, in Chimerika& bald in anderen Staaten.
      Warum das so ist, liegt an unserem Geldsystem! Das ist zu reformieren, unabhängig einer Ideologie …. egal ob Kommunismus, Kapitalismus oder irgend einem ander….. – mus… -ie…. Der Glaube an das Fiat – Money. Beginnen Sie sich einmal damit auseinander zu setzten!

      Viel Vergnügen dabei. Wie wärs mit:Wie funktioniert Geld…
      http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ

      Das ist ganz einfach zu verstehen, und wenn Sie begreifen, es mit Ihren Erfahrungen paaren, reden Sie viellecht anders von Sachzwang &…

    • Taric Trent sagt:

      Die heutige EU-Krise ist das Produkt von fähiger Politik (Gemeinschaftswährung), verantwortungsvoller Schuldenwirtschaft (Finanzkapital) und moralischen Arbeits- und Rentenregelungen (freier Markt) als als grundsoliden Kapitalismus. Die kindlichen Empörten sind letztendlich diejenigen, die für die Schulden und Schuldzinsen der Banken und Regierungen bezahlen müssen für den masslosen Derivatenhandel und den unethischen Konkurrenzkampf durch Marktwirtschaft ihrer Elterngeneration.

      • Bettina Ramseier sagt:

        @Müller: Ihre Weltanschauung in Ehren; oekonomische Grundprinzipien scheinen sich Ihrem Verständnis zu entziehen. Vorerst: alle Alternativen zur freien Marktwirtschaft – Sozialismus, Kommunismus, Diktaturen etc. – sind kläglichst gescheitert. Die freie Marktwirtschaft erst ermöglichte Zivilisation, Kultur und Demokratie. Dann: Handelsströme sind nie ausgeglichen, es ist das stetige Bemühen um Ausgleich, das Dynamik und Wohlstand schafft, und nur wenn ein System und eine Gesellschaft fähig ist Mehrwert zu schaffen, kann sie sich auch weiterentwickeln. Ausgleich und Gleichheit bedeutet Stillsstand und Tod.
        @Taric Trent: Die Schuldenwirtschaft in der EU und den EU Ländern ist das Produkt unfähiger Politiker und unmoralischer Politik. Die Unfähigkeit besteht im politischen Handeln darin, dass man wohl oekonomisch bedingte Verschuldungsgrenzen festlegte, dass aber ab dem Zeitpunkt, wo die stärksten Länder wie Deutschland und Frankreich, diese Grenzen aus politischen Gründen nicht mehr einhielten, die Einbahnstrasse Richtung Abgrund und Verderben eingeschlagen wurde. Die Arbeits- und Rentenregelungen sind unmoralisch, weil ein nicht marktgerechter Arbeitnehmerschutz private Firmen zum Wegzug treibt oder dazu nötigt, keine Festanstellungen mehr vorzunehmen. Oder dass bei Staatsbetrieben und bei Staatsstellen eine Klasse privilegierter Arbeitnehmer auf Kosten aller andern geschaffen wird, die mit Steuergeldern ausgehalten werden muss. Die Rentenregelungen sind unethisch, weil sie im staatlichen Bereich leistungen verspricht, welche aus der normalgesetzlich geregelten Alimentierung gar nicht bedient werden können und darum wiederum die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Dazu kommt, dass in staatlichen Rentenkassen Management und Aufsicht vielfach parteienparitätisch zusammengesetzt sind es darum, das heisst wiederum aus politischen Gründen, an nötigem Sachverstand in den Anlagebereichen fehlt; und die Milliardenlöcher dieser staatlichen Rentenkassen – z.B. die der Zürcher Staatsangestellten, der Berner, des Bundes, der SBB etc. – werden dieser vielfach privilegierten Klasse vonStaatsangestellten wiederum von den Steuerzahlern gestopft und nicht von den Parteien und Politikern, die diese Defizite letztendlich verantworten müsssen. Die Bankenschulden wiederum stammen daher, dass die Banken Staatschulden kauften im Vertrauen darauf, dass die souveränen Staaten sowohl die Zinsen bedienen als auch das Kapital zurückzahlen. Im undurchsichtigen EU-Gestrüpp haben vor allem deutsche und französische Banken griechische, portugiesische und andere Staatsschulden gekauft, und jetzt, wo diese Staaten aus politischem Unvermögen und Misswirtschaft pleite zu gehen drohen, ziehen sie die Kreditgebenden Banken mit. Und wenn das passiert, dann geraten auch Deutschland und Frankreich in gefährliche Schieflage und ziehen den Rest der EU-Staaten mit ins Verderben. Die heutige EU Krise hat nichts mit masslosem Derivatenhandel oder unethischer Konkurrenz durch Marktwirtschaft zu tun; solche Behauptungen zeugen von Unverstand und sind einfach nur dumm. Wohlstand, Zivilisation und Kultur wird nur geschaffen durch Produktion und Handel, und nicht durch Kündigungsschutz und staatliche Frührenten.

        • Taric Trent sagt:

          “Die Schuldenwirtschaft in der EU und den EU Ländern ist das Produkt unfähiger Politiker und unmoralischer Politik. Die Unfähigkeit besteht im politischen Handeln darin, dass man wohl oekonomisch bedingte Verschuldungsgrenzen festlegte, dass aber ab dem Zeitpunkt, wo die stärksten Länder wie Deutschland und Frankreich, diese Grenzen aus politischen Gründen nicht mehr einhielten, die Einbahnstrasse Richtung Abgrund und Verderben eingeschlagen wurde.”

          Ohne Staatsschulden gäbe es keine Finanzkrise? Falsch. Erinnern sie sich daran wie die Krise ausgebrochen ist und sich um die Welt verbreitet hat, mit Staatschulden hatte das bis weit ins 2008 nichts zu tun, sondern mit den “faul werden” von Wertpapieren, und zwar nur im Finanzbereich, der Staat wurde angerufen wo schon die “Kacke am dampfen” war. Es ist jetzt, wo das Finanzkapital die Kreditfähigkeit der Staaten in Zweifel zieht natürlich leicht zu sagen das sei wegen den hohen Schulden. Tatsächlich funktioniert ein Staatshaushalt nicht wei ein Privathaushalt oder eine Bank.

          “Die Arbeits- und Rentenregelungen sind unmoralisch, weil ein nicht marktgerechter Arbeitnehmerschutz private Firmen zum Wegzug treibt oder dazu nötigt, keine Festanstellungen mehr vorzunehmen. Oder dass bei Staatsbetrieben und bei Staatsstellen eine Klasse privilegierter Arbeitnehmer auf Kosten aller andern geschaffen wird, die mit Steuergeldern ausgehalten werden muss. Die Rentenregelungen sind unethisch, weil sie im staatlichen Bereich leistungen verspricht, welche aus der normalgesetzlich geregelten Alimentierung gar nicht bedient werden können und darum wiederum die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden.”

          Ein marktgerechter Arbeitnehmerschutz (nämlich gar keiner, sagen sie es ruhig) mag für die Unternehmen kurzfristig vor Vorteil sein, für die Arbeiter ist er es nicht. Da die Unternehmen parasitär von den Arbeitern leben, untergraben sie ihren eigenen Vorteil indem sie die Reproduktionsfähigkeit der Arbeiterklasse untergraben. In Staatsbetrieben wird mehr bezahlt weil die Staatsdiener sonst zur Korruption neigen, das ist ihre Bestechung um die Bestechung durch Private vorwegzunehmen. Bei den Renten gilt das gleiche wie beim Arbeitnehmerschutz und der Ausführung über den Grund der Privilegien.

          “Dazu kommt, dass in staatlichen Rentenkassen Management und Aufsicht vielfach parteienparitätisch zusammengesetzt sind es darum, das heisst wiederum aus politischen Gründen, an nötigem Sachverstand in den Anlagebereichen fehlt; und die Milliardenlöcher dieser staatlichen Rentenkassen – z.B. die der Zürcher Staatsangestellten, der Berner, des Bundes, der SBB etc. – werden dieser vielfach privilegierten Klasse von Staatsangestellten wiederum von den Steuerzahlern gestopft und nicht von den Parteien und Politikern, die diese Defizite letztendlich verantworten müsssen.”

          Wenn weltweit die ganze Finanzwirtschaft zusammenbricht liegt das nach ihrer Auskunft auch nur unfähigen Politikern, Sie meinen wohl als Investor könne man ein Risiko ausschliessen und wälzen das Risiko als Schuldfrage auf Parteizugehörigkeit ab. Wissen sie was, man kann Sachverstand haben und trotzdem einer Partei angehören, hätte sie nicht gedacht?

          “Die Bankenschulden wiederum stammen daher, dass die Banken Staatschulden kauften im Vertrauen darauf, dass die souveränen Staaten sowohl die Zinsen bedienen als auch das Kapital zurückzahlen. Im undurchsichtigen EU-Gestrüpp haben vor allem deutsche und französische Banken griechische, portugiesische und andere Staatsschulden gekauft, und jetzt, wo diese Staaten aus politischem Unvermögen und Misswirtschaft pleite zu gehen drohen, ziehen sie die Kreditgebenden Banken mit. Und wenn das passiert, dann geraten auch Deutschland und Frankreich in gefährliche Schieflage und ziehen den Rest der EU-Staaten mit ins Verderben”

          Ignoranter Blödsinn, habe ich weiter oben schon kommentiert. Undurchsichtig ist das Gestrüpp nur für Laien, die die Funktionsweise des Finanzwesens mit einer Nationalitätenfrage klären möchten. Tatsache ist, der Derivatehandel ist zusammengebrochen und weil die Staaten das Kreditwesen erhalten wollen schiessen sie Geld ein. Die Folge davon ist, dass die Banken die Kreditwürdigkeit der Staaten anzweifeln. Sie verwechseln also Ursache und Wirkung.

          “Die heutige EU Krise hat nichts mit masslosem Derivatenhandel oder unethischer Konkurrenz durch Marktwirtschaft zu tun; solche Behauptungen zeugen von Unverstand und sind einfach nur dumm. Wohlstand, Zivilisation und Kultur wird nur geschaffen durch Produktion und Handel, und nicht durch Kündigungsschutz und staatliche Frührenten”

          Hier wird es unappetitlich, aber ich will mir nichts schenken. Die Grunddummheit bürgerlichen Bewusstseins wie dem ihren ist es immer, dem Handel eine produktive Funktion zuzuweisen, tatsächlich schafft nur die Arbeit Wohlstand und sonst gar nichts. Ja man kann sich Wohlstand ganz gut ohne Handel denken, aber ohne Arbeit ganz sicher nicht. Der Kündigungsschutz und die staatlichen Frührenten sind wie erklärt Konsequenzen des Handels und überhaupt kein Widerspruch zu ihm, das sehen nur die verbohrtesten Parteigänger des Kapitals anders. Staatsmann wird mit diesem Blödsinn niemand.

          • Urs sagt:

            Ahh Taric Trent, danke ich bin erleichtert nach dem was ich weiter oben von B. Ramseier gelesen habe…

            Ich frag mich tatsächlich was der heutigen Jugend (nicht auf B.R. bezogen) so mit in den Schulranzen mitgegeben wird. Sehr wahrscheinlich werden da so einige Unterlagen über das Thema Oekonomie von der Finanz gilde gesponsort… da kann einfach nicht viel gutes bei rauskommen.

            In Deutschland etwa erdreistete sich die Mineralwasserindustrie “Gesundheits Lehrmaterial” gratis zur Vefügung zustellen mit der Empfehlulung doch möglichst 2-3 Liter Mineralwasser p/T zu trinken da dies der Gesundheit förderlich ist. Dies bei gleichzeitigen dezenten Hinweisen auf das doch sehr ungesunde Wasser aus dem Wasserhahn…

            Die Versicherungswirtschaft sponsort Lehrunterlagen über die vorzüge privater Rentensysteme bei gleichzeitigen Schlechtredne der staatlichen Rentensysteme. Unterlassen es aber, zu erwähnen das dies ein Milliardengeschäft ist… so in etwa wie bei uns die Ideologisch über Wasser gehaltene Pk Systematik…

            Ganz zu schweigen von den Schulungsunterlagen div. Berufe in denen stets beigebracht wird wie man die ganzen Produkte der Branchen unter die Kunden bringt (es wird so ein handwerk suggeriert wo schon lange keines mehr ist) … so wird verhindert das man sich auf kostenfreie-billigere und/oder gesündere Alternativen besinnt…

          • Bettina Ramseier sagt:

            @Taric Trent: Ich glaube nicht, dass Sie verstanden haben, was ich schrieb. Ihre partikulär geführte Argumentation legt dafür lebhaftes Zeugnis ab und entbehrt nicht einer gewissen Sophistik. Wenn Sie einfach weglassen, was Ihnen nicht in den Kram passt, so haben Sie – Schwupps! – ein Weltbild gezimmert. Es ist zwar voller Löcher und total schief; aber wenn Sie ein Auge zudrücken, mit dem andern schielen und dazu den Kopf schiefhalten, scheint alles im Lot. Es ist müssig, mit ideologisch Verblendeten sachlich argumentieren zu wollen; das ist etwa so wie ein Bekehrungsversuch von Fundamentalreligiösen: sie wissen nicht, dafür glauben sie.
            Also zur Finanzkrise von 2008: Auch diese Finanzkrise ist das Produkt unfähiger Politiker und unmoralischer Politik: Diese liess es in den USA zu, Immobilien zu weit über 100% zu belehnen, und das von Leuten, die weder Eigenkapital hatten noch wegen eines genügenden Einkommens die Zinsschulden bedienen konnten. Es handelte sich vielfach um Staatsangestellte – inklusive Militär, Feuerwehr, Coast Guard etc. -, für die anstelle von Eigenmitteln und Einkommen einfach der Staat bürgte. Diese Priviliegierung staatlicher Angestellten auf Kosten der Steuerzahler war und ist unmoralisch. Die Regierung und die Politiker vermieden es aus vordergründig-opportunistischen Gründen – sie erkauften sich damit Wählerstimmen -, im Finanzmarkt Risiken abzusichern und Regeln aufzustellen, die auf oekonomischen Prinzipien beruhten. Die ganze Finanzkrise 2008 ist in dieser systemischen Fehlkonstruktion begründet, und die Folgen dieses verwerflichen und fehlerhaften Handelns (oder eben Nicht-Handelns) der Politik waren von einem solch globalen Ausmass, dass sie die ganze Weltwirtschaft bedrohte. Ob Banken diese grundsätzlich faulen Hyptheken jetzt auch in Drittländer weiterverkauften oder nicht ist sekundär, denn die Gier unmoralischer und letztlich korrupter Politiker erst legte den Grundstein für diese Katastrophe.
            Auf Ihre weiteren Ausführungen gehe ich nicht weiter ein, denn Sie ersetzen sachliche Argumentation mit emotionalen Behautpungenn: Vokabeln wie “ignoranter Blödsinn”, “unappettitlich” und “Grunddummheit bürgerlichen Bewusstseins” stammen aus der Mottenkiste fundamental-ideologischer Rhetorik, und das stärkste Argument solcher Leute ist auch heute immer noch Gewalt und Terror. Anscheinend fehlen Ihnen nicht nur die Grundbegriffe der Oekonomie, sondern auch die der Geschichte und Kultur unseres Abendlandes. Ihr Denken und Ihre Verständnisfähigkeit ist etwa so krude wie Ihre Syntax. Sie verwechseln oft Ursache und Wirkung. Oder Sie verstehen sie schlichtweg nicht.

          • Urs sagt:

            @B.Ramseier

            Wieviel von dem was Sie schreiben basiert denn auf Fakten…und welche bzw. wessen Oekonomische “Prinzipien” sollen denn als Grundlage für das weitere Wirtschaften herhalten?

          • Taric Trent sagt:

            Die direkte Folge dieses Bewusstseins vom Handel als menschheitsbegründendem/beglückenden Wirken ist dann immer, dass die Oberaufseher namens Politiker im bürgerlichen Bewusstsein für sämtliche Folgeschäden haftbar gemacht werden. Das Prinzip ist heilig, die Rechtfertigungen der Ökonomie, der gerechte Handel, die Konkurrenz um Eigentum und der ganze faule ideologische Zauber des Ausbeutungssystems namens Marktwirtschaft mit seinem American Dream (Basisdummheit), darum muss jemand etwas verbockt haben, und wer bietet sich da an? (Folgedummheit).

            Bürgerliche Kritik besteht immer und überall darin, den Verantwortungsträgern Versagen vorzuwerfen, exemplarisch durchexerziert auf diesem Blog und anderswo, von Ihnen und von vielen anderen, auch gerne den Autoren des Blogs, die sich allerdings nicht so billig hergeben wie sie. Das Herumreichen von Versagenszuständen ändert sich dann auch immer mit der Sachlage. Heute sind es die Griechen, morgen die Politiker, gestern die Gier überhaupt und übermorgen wird es im Volksbewusstsein der Euro selbst sein. Einem intelligenten Menschen wird das irgendwann langweilig, wenn erstmal erkannt. Werfen wir noch einmal einen Blick auf ihre Diagnose:

            “Die Regierung und die Politiker vermieden es aus vordergründig-opportunistischen Gründen – sie erkauften sich damit Wählerstimmen -, im Finanzmarkt Risiken abzusichern und Regeln aufzustellen, die auf oekonomischen Prinzipien beruhten.”

            Sie haben offenbar gemerkt, dass es Kettenreaktionen von Entwertungen im Finanzmarkt gegeben hat. Das war auch in der Zeitung zu lesen. Gehen sie nun auf die Art dieser Produkte ein, die sich in Luft aufgelöst haben, verfault sind usw., auf den Zusammenhang, der ein solches Fiasko stiften kann? Wie ist denn das überhaupt möglich, dass sich ein Vermögen von heute auf morgen von Reichtum zu heisser Luft wandelt? Woran liegt das? Gehen sie auf diese Sache ein, die diese zerstörerische Wirkung entfaltete? Nein, dazu hören wir von ihnen nichts.

            Dafür hören wir die schon angedeutete Bewusstseinstechnik von Liebhabern des Systems damit fertig zu werden und die Finanzkrise in ihrem Oberstübchen unter “gegessen” abzulegen, das Finden eines Schuldigen und im Fall von Unklarheit den Verantwortungsträgern allgemein Versagen vorzuwerfen, nämlich: Die Politiker hätten es verpasst Regeln aufzustellen für “Risiken”. Da ich öfters mit Leuten wie ihnen diskutiere, kann gleich sagen: Gegen Risiken haben sie sonst auch nichts! Aber in diesem Fall schon, denn aus diesen Risiken, die sie sonst gerne als moralische Rechtfertigung für das Abschiffen und umgekehrt den Erfolg manches Kapitalisten anführen, ist in diesem Fall ein Risiko für die ganze Gesellschaft geworden. Der Umstand lässt sie nicht in Ruhe, darum gehen sie aus den Niederungen der Schuldzuweisung an Private auf die Metaebene: Kritik an der Regierung für ihre Nachlässigkeit.

            Da will ich schon mal wie der vernünftige Urs nachfragen: Was hätten sie gerne reglementiert und verboten und versichert, das die Finanzindustrie nicht schon aus eigenem Antrieb reglementiert und versichert? Werde sie doch einmal konkret, denn es steht der Verdacht im Raum, dass mindestens einer von uns zwei totalitären Ideologien anhängt und ein Weltbild voller Löcher im Kopf hat und bei jedem passierten Scheissdreck den Mächtigen die Schuld gibt, die ja, wie der Volksmund weiss, sowieso alle korrupt und nur am Erhalt ihrer Macht interressiert sind, und dafür gerne auf die Sinnflut nach ihrer Amtszeit wetten, gerade wenn es wie in diesen Zeiten um die Reglementierung der Finanzmärkte geht, grundsätzlich ein Lieblingsthema jedes Politikers nämlich etwas zu reglementieren, das sogar die besten Wissenschaftler an den Unis nur mit Mühe und Not noch verfolgen und theoretisch erschliessen können.

          • Gregor Müller sagt:

            Liebe Frau Ramseier: Zur Versachlichung des Themas hätte ich eine Frage an SIE. Wie erklären Sie sich, als sich in der Welt so ca. um die Jahrtausendwende der Begriff des ANLAGENOTSTANDES entstand. Waren nun die Politker oder die Geldwirtschaft darür verantwortlich?

            Wie erklären SIe sich, dass die Verteilung des Kapitals = Schuldenmenge weltweit so ungleich verteilt ist, und die lieben “Kapital(listen)besitzer” dieses Geld aus nachvollziehbaren Gründen nicht investieren wollen?

            Begründen Sie doch bitte, was dies mit dem Sozialstaat und Politikern zu tun hat.

            Herzlichen Dank für eine logische, nicht ideologische Erklärung.

          • Bettina Ramseier sagt:

            @Taric: Ich muss mich korrigieren: Ihr Denken und Ihre Verständnisfähigkeit ist so krude wie Ihre Syntax. Sie ergehen sich in hohle Phrasendreschereien und Leerfloskeln, und Sie verstehen die oekonomischen Grundprinzipien schlichtweg nicht. Auch nicht die Grundprinzipien des Marxismus und Sozialismus. Vor so viel Peinlichkeiten kann ich nur kapitulieren. Si tacusses!

          • Taric Trent sagt:

            @Betty Bossi: Da müssten sie überhaupt nichts korrigieren, falls sie sich noch an ihren letzten Post erinnern würden. Nun, die beleidigten unsachlichen argumentlosen Antworten lassen mich – zu recht oder unrecht – darauf schliessen, dass es sich bei Ihnen noch um eine Schülerin handelt, die wenn es sachlich nicht mehr weiter geht, sich im Tonfall “ist ja peinlich was der da sagt” ans Publikum wendet. Na dann wohl bekomms..

          • Anh Toan sagt:

            @Bettina Ramseier: Ich hoffe, hier wieder einmal etwas von Ihnen lesen zu können.

          • Bettina Ramseier sagt:

            @Anh Toan: Gerne, jederzeit, aber nicht mehr als Antwort auf unverständliche Beiträge wie die von TT.

        • Gregor Müller sagt:

          @Ramseier: Wahrscheinlich bin ich zu ungebildet, denn ich musste schon wieder googlen, was Sie da sagen wollten. Auch mache ich, aus legasthenischen Gründen manchmal ein paar Fehler…..
          Mir ist aufgefallen, dass Ihnen wahrscheinlich die Sprache “ausgegangen” ist – da war es wieder das Ende des Lateins… Mir würden Sie mehr imponieren, wenn es Ihnen gelänge, umgangssprachlich und alltagstauglich EIGENE Gedanken zu formulieren.

          Können Sie den anhand der “globalen” Finanzkrise / Wirtschaftskrise noch an das “altbackene” neoliberale (sorry) Gesülze glauben, was man Ihnen beigebracht hat?

          Wie gesagt, ohne Ideologie sondern stringente Argumentationsketten, welche “notgedrungenerweise” nicht ohne gewisse “Reizwörter” wie Kapital und gewisse Theorien auskommen.

          Nebenbei: Es ist utopisch zu glauben, es gäbe eine klassenlose Gesellschaft. Hierachien sind normal, doch deren absolute Macht manchmal selbstzerstörend. Die heutige ökonomisierte ist wie “Metastasen”, welche beim Ausbruch den “Wirt” umbringen. So weit soll es nicht kommen.

  7. John Peer sagt:

    Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber frage mich manchmal ernsthaft, ob die Eliten dem Volk nicht in vollem Bewusstsein das heutige westliche System als “Kapitalismus” verkaufen. Sie wissen, dass dieser Staatskapitalismus früher oder später zusammenbrechen muss und somit in den Köpfen der Leute der “freie Markt” und der “Neoliberalismus” gescheitert sein wird, und können so anschliessend gegenüber dem Volk noch mehr Kontrolle, Regulierungen und weltumspannende Organisationen legitimieren.

  8. Stadelman Reto sagt:

    Ich behaupte jetzt mal ganz provokativ: Das System ist nicht gescheitert, es wurde einfach von assozialen Menschen ausgenutzt. Und dagegen kann man nicht viel machen. Den mehr Gesetze werden einfach immer wieder durch neue Grauzonen umgangen. Wenn der einzellne Mensch sein Verhalten nicht ändern will, kann die Gesellschaft nicht viel dagegen machen, ausser natürlich, ihn auszuschliessen… Und ganz ehrlich, gibt es ein besseres System als den Kapitalismus verbunden mit Demokratie? Nein, darum wird das System hoffentlich auch bestehen bleiben, aber mit gesunden sozialen Werten die es in jeder Gesellschaft braucht. Erste Anzeichen das dies klappen könnte gibt es schon. Die Menschen wünschen sich wieder öftes Beständigkeit, Ehrlichkeit etc. Hoffentlich kommt dies nicht zu spät. Den ich stelle mir eine Postdemokratisches/Kapitalistisches System schlimm vor… Mad Max würde wohl grüssen lassen…

    • hans nötig sagt:

      Wenn man der Meinung ist, dass es immer nur aufwärts geht, dann ist unser System vermutlich tatsächlich etwas vom besten das es gibt (also so wie Sie es sich vorstellen würden, ehrlicher Kapitalismus und ehrliche (transparente?) Demokratie). Der Fortschritt der letzten 100 Jahre war ja auch enorm.

      Aber man sollte auch beachten dass dies durchaus zum Boomerang werden kann. Ohne Energie sind wir heutzutage zb verloren. Oder die heutige Landwirtschaft ohne Öl. Das grosse Problem am Kapitalismus ist ja, das er nur eine Richtung kennt: nach oben. Und wohin uns das bisher geführt hat kennen wir ja: “alternativlose Lösungen”.

      Wir hatten es verdammt gut. Bevor wir einen zweiten Planeten zum ausbeuten kriegen wird es nie mehr so sein, befürchte ich. Dem müssen wir uns endlich einmal bewusst werden.

      • Stadelman Reto sagt:

        Nun gut, aber warum MUSS es denn immer aufwärts gehen? Warum kennt er nur den Weg nach oben? Genau hier liegt ja der Denkfehler. Es reicht aus, wenn man kleine Gewinne einfährt. Oder sogar schon nur das man keine Verluste hat, aber immer auf Draht zu sein wieder in die Gewinnzone zu rutschen wäre nicht notwendig. Das ist ein Hirngespinst! Dies ist eine Erfindung von denen die Geldverdienen über alles andere gestellt haben. Dafür ist ja auch bezeichnend das wir uns in der jetzigen “Rezession” nicht über ein schlechteres Leben beklagen, sondern nur darüber das es nicht weiter aufwärts geht, oder noch bessser, nicht ganz so schnell… Und genau das ist es, was meiner Meinung nach korrigiert werden müsste. Eben mit bestimmten gesellschaftlichen Werten. Geldverdienen und Gewinne erziehlen ist per se nicht schlecht, daher ist auch der Kapitalismus per se nicht zu verteufeln, (Kommunismus funktioniert auch gar nicht) es ist die Tendenz des Menschen immer alles ins extreme zu steigern, die am Schluss aus einem funktionierenden System einen gefährlichen Moloch geschaffen hat der seine eigenen Kinder frisst… Und diese letzte Entwicklung muss rückgängig gemacht werden. Daher stehe ich trotz ihrer guten Einwände nach wie vor zu meiner Meinung. Was gibt es denn schon besseres ausser Kapitalismus und Demokratie? Ich kann mir mit meinem beschränkten Horizont nichts vorstellen… Daher korrigieren wir besser “das beste aller schlechten Systeme” und leben weiter damit.

        • Gregor Müller sagt:

          KLEINE Denkaufgabe: Warum hat es immer genügend Arbeit, aber “immer” zu wenig Geld? – Gerade heute von Novartis weitere Massentlassung angekündigt, trotz Gewinn….

          Lösung: Kurzszene mit dem Stück Leder, das verteilt wird.

          http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ

        • hans nötig sagt:

          Wachstum ist nötig weil es Zins und Zinseszins gibt. Wachstum ist nötig weil die Geldschöpfung (eben abseit vom Zins) ein Nullsummenspiel ist. Bank A nimmt einen Kredit bei der Nationalbank auf, muss 2% hinterlegen und momentan 1,5% Zins zahlen. Wenn sie die Schuld begleicht wird also gleichzeitig auch dieses Geld wieder aus dem System entfernt, hat aber vermutlich (sagen wir sie haben griechische Anleihen für ~6% Zins gekauft) einen Gewinn gemacht.

          Nun wollen die 6% Zinsen aber erwirtschaftet sein. Das tut in diesem Fall die griechische Wirtschaft, oder halt der europäische Bürger. Was passiert wenn man das eben nicht mehr kann, sieht man momentan ja sehr schön.

          Keine Schulden machen geht auch nicht, weil wenn am Ende alles abbezahlt ist schwirren ja nur noch die Zinsen rum.

          Ich stimme Ihnen ja auch im Grunde zu, ich konnte mich bisher auch noch für kein “alternatives” System entscheiden. Was Fortschritt anbelangt (jedoch nur eigentlich belanglosen ala iPhone, da der monetäre Anreiz grösser ist als der ideelle) haben wir einen ziemlichen Sprung gemacht (wobei unklar ist ob das nun tatsächlich “das System” war oder einfach nur die enorm günstige verfügbare Energie) welcher anderswo vermutlich nicht möglich gewesen wäre.
          Aber es gibt durchaus Alternativen die wir langfristig einfach nicht ignorieren dürfen. Und ich bin der Meinung wir machen uns lieber jetzt darüber Gedanken wenn wir noch handeln können, als dann wenn es zu spät ist. Denn das es nicht ewig so weitergeht (wie gesagt, ausser wir machen einen Quantensprung in der Technologie) muss einem doch klar sein? Das ist ein endlicher Planet und es gibt keinen Gott der mal eben das Öl wiederauffüllt, oder das Silizium, seltene Erden, das Klima.

          Es geht am Ende ja nicht um mich und Sie, sondern um unsere und deren Kinder. Ich finde das vergisst man heutzutage viel zu oft.

          • Gregor Müller sagt:

            Danke, so habe ich jemanden gleichgesinnten, verantwortungsvollen Menschen entdecken können. Es geht nämlich nicht um Wohlstandsgewinn, Macht, Gier. Sondern ganz einfach um ein nachhaltiges Überleben. Das sind wir unseren Kindern und Enkeln schuldig.

  9. Herr Diem:

    “Demokratische, marktwirtschaftliche Systeme wurden nicht als fehleranfällig identifiziert, sondern als grundlegend falsche Konzepte. Solche Überzeugungen waren es, die verheerende Extremismen wie den Stalinismus oder den Nationalsozialismus für viele legitimierte.”

    Umso mehr müssen wir die Gestalten hervorheben, die in diesen Jahren in der Schweiz die geistigen Werkzeug schufen und nutzten um sich gegen den Unbill der Zeit zu wappnen:

    Karl Barth brachte 1919 sein fundamtal neues Werk zur Theologie heraus “Der Römerbrief”: es erwies sich als Bollwerk (bekennende Kirche 1934 gegen Hitler) gegen den unchristlichen Nazismus

    Leonhard Ragaz brachte 1917 sein Werk “Die neue Schweiz” heraus, wo er ein genossenschatliches Gesellschaftsmodell vorschlug auf christlicher Grundlage

    Gottlieb Duttweiler, gründet 1925 die “Migros AG” und wurde Inbegriff des “bescheidenen Patrons” im Dienst der Hausfrau.

    In einem Wort: um zu verstehen, warum die Schweiz 1933-45 standhielt, müssen wir alles “soziologische Geschwätz” das nach 1945 aufkam, alle “Menschrechtsduselei” der EMRK fahren lassen und in die Fussstapfen dieser Männer und Frauern treten, welche diese schwierige Zeit meisterten.

    • Stadelman Reto sagt:

      Herr Girardet, ich bin ihrer Meinung. Nur drücken Sie es doch bitte anderst aus. Die Menschen brauchen SOZIALE WERTE. Ohne diese kippt jedes System früher oder später.

      • Lieber Stadelmann, es freut mich, dass wir die gleichen Meinungen teilen. Ich bin betrübt, dass Sie offensichtlich auch so ein christentums-Allergiker sind, dass sie über unsere ursprungskultur nicht mehr unbefangen sprechen können (vielleicht betrachten sie ja Religion nicht nur als Privatsache, sondern als gänzlich unnütz). Dass es eben Sinn macht auch über Religionsfragen öffentlich und vernünftig zu diskutieren (bevor die Toten der fanatisierten Massen auf der Strasse liegen), zeigen die beiden obgenannten Theologen: Bundesrat Leuenberger war ein Ragaz-beieinflusster, Blocher ein eher durch Barth beieinflusster reformierter Politiker (und die beiden Pfarrerssöhne respektierten einander als Christen bei allem Dissens und beide hatten “christliche Werte”, nur würden sie Blocher wohl die “sozialen Werte” abstreiten). Im Medium der theologischen Debatte lässt sich Wirtschaft weit besser fassen, weil es dort um den ganzen sozialen Menschen, ja auch um seine Einstellungen, sein Seelenheil geht. Und im Namen der Religion kann man das Individuum mahnen, bevor man die Polizei auffahren muss. “Soziale Werte” sind darum in unserer Kultur entweder christliche Werte, oder sie sind ein “warmer Furz” eines Rattenfängers. Und einem solchen sind Sie möglicherweise aufgesessen, der ihnen vorgeschwurbelt hat man könne Staat und Religion trennen und die Religion zum privaten Hobby machen. Das ist ein beliebter, aber falscher Mythos des liberalen Rechststaates. Am meisten profitieren von ihm katholische CEOs die den Hals nicht voll bekommen können: Vasella und Brabek. (je um 40 mio Franken im Jahr, noch vor kurzem, die reformierte Kirche empfielt den CEO-Höchstlohn von 1,7 Franken: Thomas Minder “Abzocker-Initiative” ist reformiert).

        • Stadelman Reto sagt:

          Nun Herr Girardet, sie haben mich erwischt. Tatsächlich ist in meiner jungen Generation das Vorurteil der Religion als Werkzeug zum Machtmissbrauch oder der Terrorverbreitung allgegenwärtig. In einigen Bereichen hat die Religion (primär der Katholizismus und der Islam) sogar ähnliche Probleme wie unser Kapitalismus. Grenzenlose Gier nach Macht und Einfluss. Zumindest kommt es mir so vor. Ich kann sie aber beruhigen, ich spiele nicht mit dem Gedanken Religion zu verteufeln. Auch halte ich sie nicht für total unnütz. Vor allem desswegen nicht, wiel sie einerseits ein wichtiger Kulturträger ist und andererseits die eben von mir angepriesenen FEHLENDEN Werte zumindest teilweise vermitteln kann. Obwohl ich jetzt behaupten muss, dass nicht alle diese Werte (der Religion) von bester Natur sind… Aber die zuerst von mir erwähnten Punkte, also der frühere Machtmissbrauch und der Dogmatismus (auch Fanatismus oder ebenTerror etc.) sind eben der Grund warum Sie in einer Diskussion wie dieser schnell untergehen, wenn Sie Religion ins Feld führen. Zu unrecht zwar, da ich ihre Erklährungen nachvollziehen kann, aber Religion ist eben ein rotes Tuch für viele.
          Was Sie aber erreichen wollen, halte ich für richtig. Auch wenn ich nicht versuchen würde die Religion dafür einzuspannen.

          • Gion Saram sagt:

            @Giorgio Girardet In der Türkei hat in den letzten 10 Jahren eine Partei das Land reicher und freier gemacht die ihre sozialen Werte auch mit einer Religion untermauert. Man spricht sogar von den Anatolischen Calvinisten, die KMU Besitzer die die Stammwähler der AKP darstellen. Es wäre doch ironisch miterleben zu dürfen wie Vertreter aus einem anderen Kulturkreis und einer anderen Religion die Rezepte und Erfolge unserer Calvinistischen Kapitalisten weiterführen könnten.

          • Die Wirtschaft wird derzeit dominiert von den “islamischen Calvinisten” und den “asiatischen Calvinisten”. In China wächst die evangelische Religion am schnellsten. @Gion Saram sieht das völlig richtig. Wir müssen also als Schweizer stolz uns erinnern: Moment, wer hat Calvin, der vom tod bedroht war, als Flüchtling geschützt und angestellt, ihm einen Wirkungsplatz gegeben? Wir, die Eidgenossen!

            Lieber Stadelmann, ich lade ihre Junge Generation dazu ein über solches vertieft nachzudenken. Den wichtigsten Flüchtling, den die Schweiz vor dem Untergang gerettet hat in ihrer Geschichte, ist der heute von allen verhasste “Jean Calvin”. Wenn ihre Generation aus dem Rausch der Party-Nächte und dem JUSO Geschwätz wieder auftauchen würde und der gewaltige religiöse Einfluss des Christentums beim Aufbau des Schweizerishen Sozialstaates erwägen würde. Dann würde ihre Generation des Dankes voll am Sonntag in die Kirche gehen und aus lauter Kehle singen “Grosser Gott wir loben Dich” und dann wieder sechs Tage die Ärmel hochkrempeln.Ob die letzten Sätze von mir “ironisch” gemeint sind oder nicht, das werden sie entscheiden durch ihr Handeln. Und aus dieser Bemerkung erkennen sie, wie religiöser Diskurs die Welt schneller und tiefer verändert als das Geschwurbel von “säkularen sozialen Werten”: Dank letzteren dürfen sie sich 24 Stunden lang in der schweiz die Birne volllaufen lassen, der Freundin das lästige Embryo wegmachen und in der Redefreiheit auf den “senilen Blocher” schimpfen. Und sie werden sehen, dass man Blocher durchaus kritisieren kann, am besten dadurch, dass man den regelmässigen Kirchgänger Blocher bei seinem Bekenntnis nimmt und dann mit ihm diskutiert: was ist “christilich”. Ihre Generation hat folgenden Dreisatz gelernt: Blocher ist asozial, Blocher nennt sich Christ, also sind alle Christen asozial. Über alle drei Sätze ihres wohlfeilen Bottelon-Syllogismus für die verkiffte JUSO-Runde müsste man mal vertieft diskutieren.

          • Stadelman Reto sagt:

            Ich muss zugeben, dass ich nicht weiss wer Jean Calvin ist. Hier fehlt mir Hintergrundwissen. Geschichtliches nehme ich mal an.
            Über ihre heftige Reaktion wundere ich mich aber doch Herr Girardet. Wie kommen Sie dazu, nach dem ich ihnen erklährt habe das ich der Religion nicht abgeneigt, sondern vor allem vorsichtig gegenüber stehe, gleich zu einem Rundumschlag gegen alle Jungen auszuholen? Ich fühle mich regelrecht genötigt mich zu verteidigen. Den weder habe ich eine Freundin die Abtreiben muss, noch betrinke ich mich oder rauche. Und über Blocher persönlich habe ich mich auch noch nicht ausgelassen. Wobei ich gleich noch anfügen möchte, ich habe FDP und CVP unterstützt. Die JUSO kommt mir nicht in die Tüte, zu extrem, zu einseitig. Und genau das gleiche gilt auch für Herrn Blocher. Zu extrem, zu einseitig. Ob er gläubig ist oder nicht interessiert mich herzlich wenig. Und hier entsteht nun wohl der Generationenkonflikt. Religion hat für mich nun mal keine Wichtigkeit. Das es früher wichtig war mag sein. Aber ich brauche sie nicht um zu wissen das ich “nicht töten soll”, das “Weib eines anderen nicht begehren soll”, das “Faulheit eine Sünde ist” etc. Ich brauche keine Religion dafür. Und hier müssten wohl Sie sich noch einmal überlegen, ob sie nicht ihre Meinung über Junge revidieren sollten. Leider gibt es sehr viele Junge die den von ihnen erwähnten Lebensstil pflegen, aber längst nicht alle. Und ich gehöre ganz sicher nicht dazu! Im Gegenteil, habe ich mich auch schon oft von solchen Menschen bedrängt und angewiedert gefühlt. Aber desswegen gleich alle in den gleichen Topf werfen? Sicher nicht.
            Über den Wert der Religion früher hatte müssen wir uns gar nicht streiten. Ich glaube ihnen gerne, das religiöse Menschen die Schweiz so weit gebracht haben. Vieleicht könnte Religion wirklich einen Teil zur Lösung dieses Problems beitragen. Aber solange ich mich zum Beispiel an Alfonso Borgia als Papst erinnere und an seinen Machthunger, solange ich sehe wie viele Menschen momentan im arabischen Raum aus Glaubensgründen getötet werden, dann FRÜCHTE ich mich vor einer neuen Welle religiösität. Den mit dieser würde auch eine neue Welle von Machtmissbrauch und Gewalt über die Schweiz schwappen. So lange Sie Herr Girardet es nicht schaffen, in mir Vertrauen für die Religion zu wecken, bin ich kein Freund der Religionen! Und mit ihrem (tut mir leid, aber jetzt muss ich persönlich werden) Dogmatismus und dem (scheinbar) extremen Glaueben an Gott zeigen sie mir nur wieder deutlich auf, was passiert, wenn religiösität solch einen grossen Einflus hat. Man (ich) wird beleidigt weil man nicht genau der gleichen Meinung ist. Plötzlich gehöre ich zu den “kiffenden unbrauchbaren Jungen” nur weil ich nicht jeden Sonntag in die Kirche gehe. Das finde ich einfach schade…
            Herr Saram, was ist mit anatolischem Calvinismus gemeint?

          • Urs sagt:

            Was Faulheit ist eine Sünde?

          • Lieber Stadelmann. Sie müssen nicht Freund der Religion werden. Denn sie sind im bürgerlichen Mainstream verankert. CVP/FDP sagen Sie: Sie müssen sich auch nicht vor mir hier öffentlich rechtfertigen für gar nichts. Ich greife nie die Person an, sondern den “Sound des Diskurses”. Und sie versuchen auch beim “Sound des Diskurses” im Mainstream zu sein. Sie sind ein sehr aufrichtiger mensch, der hier im Netz viel Preis gibt. und möchten immer so in der Gruppe sein. Sie wissen nicht ob CVP oder FDP: Calvin markiert den Unterschied. Der Borgia-Papst wollte ihn töten, er kam als Flüchtling nach Basel (das ist historisch nur der Spur nach richtig). Die Genfer spannten Calvin ein um ihre Republik gegen die Ansprüche des Katholizismus und des Adels zu verteidigen. Calvin, ein studierter Jurist, war der geistige Kampfbomber Genfs. Er war ärgerlich weil streng, darum schickten ihn die Genfer 1538 wieder zum Teufel. Aber sie mussten ihn zurückholen, als der Bischof und das Haus Savoyen wieder die Krallen nach dem Handelsplatz ausfuhren.
            Hier mehr dazu:
            http://willensnation.blogspot.com/2010/02/der-unheimliche-eidgenosse-jean-calvin.html

            Und nochmals lieber stadelmann, ich greife nicht Sie persönlich an, sondern eine Leichtfertigkeit des Diskurses. Studieren sie Calvin und sie werden für sich entscheiden können, ob sie mehr “katholisch” (CVP) oder “calvinistisch” (FDP, SP, SVP, EVP) denken.

            Das “soizial-sein” gibt es in der Schweiz in einer katholischen und einer reformierten “Stimmung”. Wenn sie ihren Stammbaum und ihr Herz und ihren Kopf genau befragen, anhand der historischen Realität, werden sie genauer wissen, wie sie die Schlagworte “Solidarität” und “sozial” mit Inhalt füllen wollen und sie sollten die Angst davor verlieren in theologischer Sprache das zu tun. Denn die Schweizer Theologie ist durch Zwingli und Hans Küng “weltberühmt” und schon stets ob katholisch oder reformiert pragmatisch und friedlich gewesen (Milchsuppe). Und seien sie stolz, nicht nur alles das nicht zu sein, was ich ihnen an den Kopf geworfen habe, sondern bewusster, das zu sein, was sie schon sind. Pflegen sie eine klare Sprache gegen das Modegeschwätz der Zeit!

    • hans nötig sagt:

      Was hat Religion mit dem ganzen Thema zu tun? Muss ich an irgendeine unbestimmte allmächtige Entität meiner Wahl glauben (ich möchte jetzt keine Diskussion starten obs die gibt oder nicht) um einen klaren Gedanken fassen zu können? Oder anders gefragt, muss ich Christ sein um Empathie zeigen zu können?

      Religion, egal welche, mag vielen Menschen einen Halt geben. Aber ich finde es ziemlich gefährlich die Zukunft unter ein weiteres Dogma zu kehren. Die Gedanken sollen frei sein, und nicht in ein weiteres Korsett gepresst werden.

      • Lieber Nötig, weil die Frage der Gerechtigkeit stets eine der Religion ist, weil sie den ganzen Menschen umfasst. Das Christentum trägt als “Selbstregulierungs-Softwäre” des Menschen den Drang nach Freiheit in sich, wie der Drang nach Gerechtigkeit. Sie mögen nun sagen “Freiheit” und “Gerechtigkeit” seien “säkulare Werte”: geschenkt. Aber sie haben sich historisch nur durchsetzen können, wenn sie von den Menschen “aus tiefster Seele und total” angestrebt wurden. Darum ist der soziale Protest in symbolischen Formen der Religion der erfolgreiche, und meist Gewaltfreie Protest. Es gibt in der Weltgeschichte nur ein Fenster 1789 – 1803, eine ziemliche gewalttätige Epoche, in welcher der Protest sich gegen die Papstkirche wandte. Aber Napoleon liess sich 1804 zum Kaiser krönen in Anwesenheit des Papstes. Damit war das “säkulare Frankreich” schon wieder geschichte. Das Dogma unserer Zeit ist der “Markt”, die “unsichtbare Hand”.Und sie sind entstanden aus der Anti-Papst-Kirche der Reform. Wall-Street ist nichts katholisches, der katholizismus hätte Wall-Street nie entstehen lassen.

        Die Reformation und “Wallstreet” haben die gleiche Wurzel. Es ist ein Fehler der reformierten Community. Verkürzt gesagt: Zwingli ist schuld. Oder eben gerade nicht: die Abkehr von Zwingli und Calvin ist schuld. Wir müssten in einer Erneurung uns auf diese Wurzeln besinnen.

        Hier historische Fakten zu dieser Gedanken-Verbindung:

        http://willensnation.blogspot.com/2011/10/occupyparadeplaz-in-der-reformierten.html

  10. hans nötig sagt:

    Wieso muss ein Systemwandel weg von unserer Plutokratie (in der Schweiz weniger als anderswo) eigentlich immer ins Verderben (Stalinismus, Maoismus, Nationalsozialismus) führen, und kann nicht auch mal etwas besseres hervorbringen? Sind wir heute nicht um einige Erfahrungen reicher?
    Oder sind wir tatsächlich nicht mehr dazu imstande eine Situation auch einmal kritisch zu hinterfragen und unsere Ziele zu überdenken? Ich behaupte das ja gerne, aber ist der Wachstum tatsächlich zur neuen Religion verkommen?

    Ich bin der Meinung wir wären es durchaus dazu imstande. Was dazu aber nötig ist wäre ein ehrlicher öffentlicher Diskurs. Im Grunde das Gegenteil was momentan abgeht, denn der Grossteil der Bevölkerung weiss ja nicht einmal wie Geld überhaupt “entsteht”.

    Solange sich jedoch die Politiker und zu einem grossen Teil auch die Journalisten verweigern, wird dies nicht passieren.
    Solange aufgehübschte Agenturmitteilungen als Artikel vermarktet werden, solange alternative Ideen keine Beachtung geschenkt wird, KANN gar nichts in diese Richtung passieren.

    Die Presse wurde nicht umsonst “die 4. Macht” genannt. Es ist eure Aufgabe, den Damen und Herren in der Politik und in den Chefetagen der Grosskonzerne auf die Finger zu schauen. Und nicht belanglose Pressemitteilungen dieser abzudrucken. Solange ihr das nicht tut, wird auch niemals ein ernsthafter Diskurs stattfinden. Solange ihr das nicht tut, wird sich keine neue Idee durchsetzen können, denn sie wird von all dem Unsinn der heutzutage veröffentlicht wird schlichtweg weggeschwemmt.

    Wenn die dumm rumglucksen weil sie eben echt nicht wissen wie sie aus dem Schlamassel rauskommen sollen, dann darf man das von mir aus durchaus auch schreiben. Denn dann sind sie schlicht die Falschen für diesen Job, und sollten asap abgesetzt werden bevor sie noch schlimmere Dinge anstellen können. Es geht hier schlussendlich um Millionen von Menschen, mögliche Kriege, und nicht nur um ein paar Konsumenten. Wenn die eine Frage nicht beantworten sondern völlig aus dem Zusammenhang gerissen ausweichen, dann soll man denen schlichtweg keine weiteren Fragen mehr stellen. Erübrigt sich ja, man denkt sich besser einige gute Fragen aus wie man einen besseren Nachfolger findet.
    Man sagt ja immer Demokratien sind viel zu träge (ich glaube das werden wir bald noch öfters hören), meiner Meinung nach sind sie einfach viel zu wenig transparent.

    Die Bürger sind ja nicht dumm. Die merken das auch das etwas falsch läuft. Und da sie nichts ändern können, weil die “da oben” eh das machen was sie wollen (oder sollen), ja dann werden sie, sollte es bachab gehen, durchaus sauer sein. Wenn ihnen immer noch niemand (vielleicht auch aus Angst vor den Folgen) die Gründe für die Probleme erklärt, tja, dann wird man halt irgendwann empfänglich für Blödsinn. Denn die, die den verzapfen, geben ja meist an eine Lösung zu haben.

    Heutzutage ist das durch das Internet noch einiges komplizierter, es gibt viele private Blogs und kleinere Verlage, die durchaus kritisch und vor allem sehr kompetent berichten und sich auch einmal den zugrunde liegenden Problemen annehmen. Das schafft eine Gegenöffentlichkeit, das sehe ich zumindest an mir und meinem Kollegenkeis so. Es gibt Menschen, denen versuche ich gar nicht mehr etwas zu erklären von dem ich annehme das ich Recht habe. Ich kenn deren Antwort bereits. Und am Ende hat man dann diverse Gruppen, die alle Recht haben, und der der am lautesten schreit gewinnt (tönt irgendwie sehr nach Politik :P)

    Und 20 Jahre später rennen wir dann wieder gegen eine Wand (Ölkrise), führen ein bisschen Krieg (die Rohstoffvernichtung paar excellence) oder vermiesen einfach so ein wenig das Leben unserer Nachkommen. Aber hauptsache uns gehts heute noch gut und wir müssen nicht unsere Religion (Wachstum) in Frage stellen.

    Eine Demokratie ist immer nur so gut, wie die, die darüber berichten.

    PS: Ich wollte hier nicht den Author persönlich ansprechen, irgendwie kommt das beim durchlesen jetzt so rüber. Ich musste nur mal eben meinem Ärger ein wenig Luft verschaffen, und da ich den Grundansatz in diesem Blog durchaus richtig finde (es braucht ein Korrektiv) empfahl er sich irgendwie dafür.

  11. Markus Reichmuth sagt:

    Also: 1929 und 2011 – na ja, es gibt ja Parallelen, aber auch massive Unterschiede, in Instrumenten und Kontext (Globalisierungsgrad etc.); die Analogie hat ihre Grenzen.
    Ich fänd´s nützlich, wenn dem – wie so oft ausgezeichneten – Kommentar des Economist eine vertiefte Analyse folgen würde. Da ist eine Krise im Anmarsch, weil sich die Finanzwirtschaft verselbständigt hat und nun die Realwirtschaft in Mitleidenschaft zieht, was politisch problematische Überreaktionen in Richtung Ablehnung von Marktwirtschaft (Kapitalismus) und vielleicht sogar Demokratie auslösen kann, zu denen es punkto Wohlstandsoptimierung wohl kaum mehr Alternativen gibt. Eine erste Aufgabe besteht darin zu verstehen, was da passiert ist (wenn ich die disbezügliche Kakophonie höre und lese, ist das in grossen Zügen noch lange nicht klar). Eine zweite dann darin, realistische, überzeugende und mehrheitsfähige wirtschafts- und finanzpolitische Antworten mit langfristigem Horizont zu erarbeiten. In Betracht zu ziehen ist, dass die gegenwärtige Krise vom und im “Norden” verursacht wurde (mit bisher relativ bescheidenen globalen Auswirkungen). Wenn jetzt nicht klug geregelt wird (WELCHE Regeln erfordert eine langfristige marktwirtschaftliche Entwicklung), dann kommt die nächste grosse Krise bestimmt, und wenn dann die Globalisierung mal komplett ist und kein “Rest der Welt” die Weltwirtschaft mehr rauslupfen kann, geht es dann allen an den Kragen.

  12. Roland sagt:

    Tut mir leid, aber der Artikel schwindelt in zwei Punkten. Wir haben keine Marktwirtschaft. Im Buch ‘Das Geschwätz von der Marktwirtschaft (Urs. P. Gasche)’ wurde eruiert, dass 75% aller Preise reguliert sind. Wenn eine Zentralbank nach Belieben den Zinssatz bestimmt, ist das kein Markt. Demokratie haben wir auch nicht, sondern Kooperatismus, von Firmen gekaufte Volksvertreter.

  13. Ronnie König sagt:

    Sehr gute Kommentare. Da kann ich nicht essentiel mehr dazu beitragen. Aber ich erlaube mir den Hinweis, dass die Geschichte heute wichtiger ist denn je und, dass die Kultur und Philosophie mehr gefördert werden sollte. Diese beiden Dinge gestalten die Welt von Morgen ganz genau so stark, wie die Forschung in den Wissenschaften. Ansonsten gehört der Kapitalismus auf die Müllhalde, da er sich selber tot läuft. Und das ist nicht der tiefere Sinn von Ökonomie und Kapital. Kapital umfassst nicht nur den schnöden Mamon. Darüber lässt sich ruhig auch mal nachdenken und diskutieren. Womit wir bei der Philosophie und Geschichte wieder wären. Erkenntnisse und Erfindungen werden nicht des Geldes wegen gemacht. Sondern aus Neugier. Eine an sich positive Gier. Neugier kann aber meist nur dann sein, wenn keine Hektik herrscht.

  14. Josef sagt:

    Wie wär’s mal mit eine SWOT Analyse unseres Geld- und Wirtschaftssystems:

    Stärken
    – Hochflexibler Tauschwert
    – beliebig teilbar
    – Wertaufbewahrung
    – Messwert für Werte

    Schwächen
    – Schuldensystem (Gesamtschulden = Gesamtvermögen), bzw. ohne Schulden gibt es keine Vermögen
    – Geld geht nicht dahin, wo es benötigt wird, sondern wo es am meisten rentiert
    – Zins
    – basiert auf Wachstum – Schrumpfung ist nicht vorgesehen und geht daher nie ohne Wehklagen ab

    Chancen
    – beruht nicht auf physikalischen oder göttlichen Gesetzen und kann daher verbessert, abgeändert oder ersetzt werden

    Risiken
    – Tendenz zur Umverteilung von unten nach oben
    – tendiert zum „oszillieren“ (Krisen – Blasen)
    – kann enorm viel Macht akkumulieren
    – Werte ohne Geldwert können wertlos erscheinen
    – das Geldsystem mach sich selbst zum (dominanten) Wirtschaftsfaktor anstatt beim Hilfsmittel im Dienste aller Menschen zu bleiben

    Die Aufstellung ist als Anregung gedacht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Korrektheit!

    • Gregor Müller sagt:

      kleiner Nachtrag:

      Weder Risiken noch noch Chancen .-> einfach SYSTEMbedingt.

      – Geld ist Schuldgeld – > dafür muss Zins bezahlt werden -> Verteilung in Vermögende & “Schuldner”=> alle bezahlen Zins, nur derjenige, der mehr Kapital besitzt, bekommt auch mehr Zinsen und die “armen Schuldner müssen ihre “Oma” verkaufen, damit sie Zinsen bezahlen können. -> daraus folgt SOZIAL-DARWINSMUS.
      Es ist nicht allein Gier, die der Mensch treibt. Es ist die “künstliche” Verkappung des Geldes, – Angst vor Verlust und natürlich nicht zu vergessen “Geld” als “Fetisch” – Gott ersatz….

      – Zudem die exponentielle Geldvermehrung, & den willentlich in Kauf genommenen Inflation – welche Geld als WERTANLAGE pervertiert!

      – & nun zum “Knaller”… Woher kommt eigentlich Geld? 90% wird als Girageld von BANKEN per Kredit geschöpft. Um es
      richtig zu verstehen. Das ist im Moment eine legale Möglichkteit, von priviligierten Privaten Geld zu “drucken”.

      => alles in allem ein höchst UNDEMOKRATISCHES gebilde in Händen von wenigen Kapitalbesitzern….

      – Man könnte Geld auch ohne Schulden schöpfen – Prof. Binswanger von St. Gallen und weitere lancierten http://www.monetative.ch zur demokratisierung des Geldes.

      Ich habe keine Lust, meine Pension zu verlieren, um eine kleine “Gruppe GELDADELIGER” zu schützen und deren Vermögen auf Kosten der Steuerzahler zu retten. Was leider per Politik abgesegnet wird.

      • Andres Müller sagt:

        “Was leider per Politik abgesegnet wird” Auch Sie haben das zentrale Problem erkannt, die Politik ist nicht mehr in der Lage die Demokratie gegen die Einflüsse der mächtigen Marktkräfte zu verteidigen. Diese Entwicklung entstand in den letzten Jahrzehnten im gesamten Westen, durch die Verstärkung sozialdawinistischer Elemente im Marktsystem unter dem Einfluss des globalen Wettbewerbs. Studien der ETH belegen eindrücklich, die soziale Globalisierung ist seit einiger Zeit stark Rückgängig, während die Wirtschaftliche und Politische stetig zunimmt. Die Demokratischen Systeme des Westens waren auf diese Entwicklung nicht vorbereitet, zu leichtsinnig hat man den Fall der UDSSR als letzten Durchbruch des westlichen Marktkapitalismus in ein neues Zeitalter globaler Freiheit interpretiert. Die Evolutionsbiologie wurde im Sinne der Vordenker Timo Sarrazins (Schröder, Müntefering, Steinbrück) selbst in der Linken eingepflegt. Nun haben wir den Salat, wir können wählen wen wir wollen, die Politiker schränken in Wirtschaftsfragen die demokratische Kontrolle ein. Die Lösung des Übels benötigt eine Reformbewegung die sich ausserhalb des üblichen politischen Systems installiert. Es ist auch in der Schweiz legitim von der Politik die Rückkehr oder Einkehr demokratischer Werte in die Wirtschaft zu fordern. Die Bundesverfassung gestattet in der Schweiz eine Änderung von hirarchischer Ordnung in der Wirtschaft zu demokratischer Kontrolle, durch eine entsprechende Volksinitiative. Daran muss nun gearbeitet werden, denn es wird nun überall im Westen daran gearbeitet werden -Occupy Wallstreet, Frankfurt,Paradeplatz usw.

        • Andres Müller sagt:

          Ein Nachtrag. Dick Marty hat uns aufgeklärt, dass in Europa geheime Menschentransporte der CIA durchgeführt wurden, hinter dem Rücken demokratischer Prozesse und entgegen demokratischer Kontrolle. Würde Herr Marty darauf angesetzt, was nun hinter den demokratischen Kontrollinstanzen für die Banken geschieht, so würden wir entdecken, es stecken dieselben Kräfte dahinter. Dahinter steckt die Fratze des Sozialdarwinismus, eine rücksichtslose ethische Biologisierung wie wir das zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereits durchlaufen hatten. Doch nun sind wir vorgewarnt, ein zweites Weimar darf es nicht mehr geben, der unseelige Pakt der Rechtsbürgerlichen mit Rechtspopulisten. Breivik war uns ein empfindlicher und schmerzlicher Warnschuss vor den Bug, es darf nicht sein dass seine Tat anders interpretiert wird als ein babylonisches Zeichen der Zeit. Vor 1932 hatte man solche Zeichen zu stark verharmlost, den Sozialdarwinismus als Volksgesundheitssystem empfohlen -auch in der Schweiz übrigens. Erst mit der Entdeckung der Vernichtungslager für Juden, Behinderte und Homosexuellen kam uns zu Bewusstsein, was sich einige Jahrzehnte später bereits wieder aus dem Gedächtnis schmuggelte. Nun betreiben wir wieder Handel mit korrupten Regierungen ohne mit der Wimper zu zucken, wir bezeichnen etwa die Saudis als unsere Partner obschon jeder weiss dass dort die Sklaverei, Menschenhandel, Religionspolizei und Frauenfeindlichkeit einander die Türklinge halten.

  15. Pius Tschirky sagt:

    Natürlich ist dieser Protest mehr als gerechtfertigt. Dies, obwohl sich manche Menschen fragen: “Gegen was protestieren eigentlich diese Leute”. Solche Demos hätten eigentlich schon beim Platzen der Internetblase vor 10 Jahren stattfinden sollen. Auch damals wurde schon “gezockt”, was das Zeug hält.
    Nur aber noch eine andere Problematik, die ich ebenfalls erwähnen möchte. Soviel ich gehörte habe, soll es sich bei den “Unzufriedenen” um Leute handeln, die offenbar im Besitze eines I-Phones sind. Ob das nun so stimmt, weiss ich nicht. Aber machen wir uns auch doch folgende Gedanken. Die Firma Apple und auch andere Grosskonzerne nützen viele Menschen auch auf brutalste Art und Weise aus. So müssen Chinesen solche Apple-Handys zusammenbauen und dies für einen Hungerlohn. Gewisse Firmen sind also nicht besser, als diese “zockenden” Banken!

  16. lora kamm sagt:

    Der sogenannte Kapitalismus kann nicht reformiert und danach erträglich gemacht werden. Die Unerträglichkeit in den dafür zugeordneten Regionen war stets integraler Bestandteil dieser Konstruktion. Kapitalismus beruht auf Ungleichheit, ansonsten kein Wettbewerb. Wettbewerb als unendliche/ grenzenlose “Form” steht den vorgegebenen Bedingungen Leben/Erde fern. Wettbewerb ist männl., gehört in’s Kriegerische, schliesst aus ( z.B. Frauen zwischen Reproduktionsarbeit + Wettbewerb). Die Kreise der Ausgeschlossenen vergrössern sich kontuiierlich, da es in jeder Runde neue VerliererInnen geben MUSS. Wettbewerb und die Besten, die zu Bestien werden! (Brecht). Wettbewerb baut nichts auf, hegt und pflegt keine Gesellschaften, die subsidiären Arbeiten fallen in’s Private und sind dort unbezahlt. Im Wettbewerb stehend, bleiben für diese Gesellschaftsbedürfnisse zunehmend weniger Zeit und vergrössert z.B. Isolation. Soziale Verarmung findet statt. Wettbewerb ist vielleicht als sozialerTeilaspekt dem Menschen angenehm (z.B. Sport). Jedoch nicht als Dauerzustand, der sein Leben, sein Denken und alle seine Bemühungen dominiert und ihn/sie doch in latentem Angstzustand hält, ev. zum kommenden Verlierer/in zu gehören. Kapitalismus ist in sich ruinös – eine Spirale ohne Ende, und ist mit dem “Mensch sein” nicht kompatibel. Dass im steten Kampf und Wettbewerb über Leichen gegangen wird muss gar nicht mehr gesagt werden. Ein bisschen abe-schruube
    am System Kapitalismus führte höchstens für eine privilegierte Schicht/ Region zu vorübergehender “Verbesserung”. Aber grunsätzlich geht es doch darum, das alle Lebenden einen einigermassen ausgeglichenen Anteil an allen Ressourcen und allem was zur Verfügung steht, haben. Besitz von Land und Luft und Wasser…. gehört abgeschafft. Die Erde ist das vorübergehende Erbe der Menschheit. Alles andere ist eine (tödliche) Doktrin

    • Gregor Müller sagt:

      Das ist richtig, die Erklärung findet man im kleinen Film, Wie funktioniert Geld. Eine Diplomarbeit eines Studenten.

      http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ

      • Stadelman Reto sagt:

        Nun Iora, das halte ich für eine zu einseitige Sicht. Wettbewerb kann sehr wohl reduziert werden. Und er ist wie ich schon einmal geschrieben habe auch nicht einfach schlecht. Fair ist er nicht, das gebe ich wohl zu. Aber leider notwendig. Es können nicht alle Menschen das gleiche haben. Den nicht alle leisten gleich viel. Und Kommunismus funktioniert einfach nicht, das hat die Weltgeschichte schon sooo oft bewiesen. Aber irgendwo ist auch mit dem Reichtum mal schluss. Sie verstehen was ich meine? Wenn jemand bereits 100 Millionen Privatvermögen hat, warum dann immer noch mehr verdienen wollen? Oder nein, lassen sie mich auch hier präzisieren: Warum in dem Ausmasse immer noch mehr verdienen wollen? Beispiel Bill Gates. Nach dem er 1 Mrd. verdient hat, hätte er doch Problemlos auf 50% seines Gehalts, Aktienbestandteile etc. verzichten können und es als Lohnbestandteil von Microsoft auszahlen können. Er verdient dann immer noch, verteilt es aber besser. Warum soll das nicht gehen? Das jemand Reich sein will soll und DARF nicht verboten werden, aber dass diese Leute nicht einsehen dass aller Reichtum dieser Welt ihnen nicht hilft glücklicher zu sein und das es Dinge gibt die man auch mit Milliarden nicht kaufen kann, dass geht mir nicht in den Schädel rein. Und soziale Zufriedenheit ist genau so etwas…
        Und hier kommt jetzt eben die Preisfrage, wie bringen sie den Leuten bei, das 50 Milliarden in Privatbesitzt überhaupt gar nichts bringen, aber gerecht vertielt unter Arbeitern etc. die Welt verbessern können? Da hilft kein Gesetz. Da hilft nur das Hoffen auf die Einsicht der Betroffenen. Und das ist es, die WERTE die ALLE wieder lernen müssen. Wen das drin ist, dann übersteht der Kapitalismus und die Demokratie auch diese Hürde. Ein radikaler Systemwechsel halte ich dagegen für gefährlich weil das was uns sonst bleibt massive Nachteile mit sich bringt…

        • Andres Müller sagt:

          ” Und Kommunismus funktioniert einfach nicht, das hat die Weltgeschichte schon sooo oft bewiesen”

          …China ist Kommunistisch ;)

          Meines Wissens gab es zudem noch nirgends einen demokratischen Kommunismus, ihre Schlussfolgerung erscheint mir deshalb als verfrüht. Historisch gesehen ist der Kommunismus eine sehr junge Erscheinung, aus einer varianten Entwicklung der französischen Revolution entstanden. Meine Meinung ist, nicht die konstitutionelle Staatsform ist zentral wichtig, sondern das Mass der demokratischen Durchdringung, und die ist wiederum abhängig von Bildung.

          • Stadelman Reto sagt:

            China ist nicht wirklich Kommunistisch. Sie sind Kapitalisten, auch wenn Sie das nie zugeben würden. Mit ihrem Einparteiensystem würde ich zudem so weit gehen und sagen sie sind keine Demokratie. Aber da ist wohl vorsicht geboten.
            Nun ja, ein demokratischer Kommunismus? Könnte schon mal klappen, in der fernen Zukunft, daher einziges Problem ist das dazu die Grundversorgung wirklich aller gewährleistet ist. Darüber könnte man nun natürlich interessant philosophieren, aber ich habe hunger und muss hier daher aufhören zu schreiben ;-)

        • Urs sagt:

          Sie würden verm. staunen wenn Sie mal in einem der Ex. GUS Länder mit jemandem Reden können der das alte System verabscheut hat und mit jemandem der darin ganz gut Leben konnte. Warum das? Weil eben genau wie hier, nicht alles schlecht war, aber eben auch nicht alles gut. Die Wahrnehmung der Menschen genauso wenig einseitig war wie hier… warum sollte Sie das auch sein?

          Die üblichen Horrorgeschichten haben meist keine solide Grundlage. Genauso wenig wie die dauernden Jubelschreie und Lobhuldigungen auf das Kapitalistische System oft keine Grundlage haben… Aber das merken aktuell wohl immer mehr Menschen…

          Aus “Die Bilder des Bösen” von Sam Keen “….Der Krieg beginnt in den Köpfen der Menschen. Lange bevor der erste Schuß fällt, wird durch Ideologie und Propaganda ein Bild des Feindes aufgebaut, das Haß und Aggression schürt und die natürliche Angst vor dem Krieg herabsetzt. Feindbilder setzen die Bereitschaft zur Gewalt herab,sie entmenschlichen den Gegner….”

          oder hier ein anderes Beispiel aus Wikipedia, Franz Nuscheler; “…Vergleichbare Verhaltensweisen werden je nach Standpunkt völlig unterschiedlich bewertet: Die eigenen Waffen dienen dem Frieden, die der anderen sind friedensbedrohende Massenvernichtungsmittel; ausländische Interventionen der eigenen Partei dienen der Gerechtigkeit oder der Demokratie; Interventionen des Gegners hingegen der Unterstützung von Unrechtsregimen; die eigene Partei ›erklärt‹ und ›warnt‹, der Feind hingegen ›behauptet‹ und ›droht‹. Negatives Verhalten der eigenen Partei (z.B. Kriminalität) ist nur situativ, durch spezifische Umstände erklärbar, beim Gegner hingegen die Regel oder wesensbedingt….”

          So bleibt am Ende… ?

        • Andres Müller sagt:

          Herr Stadelman, China experimentiert mit Kapitalismus, dazu hat die Partei Sonderzonen im Süden errichtet. Das Ergebnis bisher war zwar vor Ort vielversprechend, hat aber grosse Ungleichgewichte im ganzen Land ausgelöst. Karl Marx ist in China seit 2008 wieder gross ‘in Mode” gekommen unter den gelben Ökonomen, ob sie das glauben oder nicht :)

  17. “Der Geruch eines gescheiterten Systems”, der “Geruch einer gescheiterten Gesellschaft/Zivilisation”, möchte ich als 1945er-alter Sack, Humanist, Ex-Historiker, Ex-Germanist, Ex-Bänkler nur noch ergänzen: besser kann man es wirklich nicht definieren!!!
    Und dies die Ergänzungen bezüglich Definition/Logo/Brand/Label, welche mir die Stützen von System, Gesellschaft und Zivilisation und in allen Bereichen, von Wirtschaft, über Politik, über, über, über, bis hin zum Denken, gütigst und verständnisvoll, da ihrerseits schon längstens im Besitze der entsprechenden “Wahrheiten”, nachsehen wollen.Der Geruch ist kein Geruch, sondern ein Gestank und stinkt als solcher zum Himmel; das System, die Gesellschaft, die Zivilisation, laufen, und dies, wie jede frühere Entwicklung, und völlig natürlich/irreversibel/nachhaltigst: von Werden über Sein zum Vergehen und im blutroten Bereich unter dem “Triple-GGG-Rating”, lies (nicht zu “googeln”!): “G-wie Gier nach Geld; G-wie Gier nach Macht; G-wie Gier nach Sex”. Und wenn “shit” auch “happens/Z”: “what else”!

  18. Andres Müller sagt:

    Herr Diem Meier, auf den ersten Blick mag Occupy Wallstreet eine Protestbewegung sein, bei näherem Hinsehen entpuppt sich der Kern der Bewegung aber als eine die Verfassung verteidigende Reformbewegung (eine erneute Reform im Sinne der französischen Revolution), was nicht das gleiche ist, die Rekonstitution der Demokratie ist kein Protest sondern gemäss US-Amerikanischer Verfassung das Naturrecht des US-Amerikanischen Volkes.

    Im Zentrum der Bewegung stehen Ökonomen wie Herr Stieglitz, es wird gerade an der Demokratisierung der Wirtschaft gearbeitet. Dies geht leider nur noch von ausserhalb des üblichen politischen Systems, weil selbst der Präsident der USA gegen die mächtigen Konzerne machtlos geworden ist. Den Feind der Demokratie ortete Roosevelt vor dem WK II ausserhalb der USA, der neue Feind der Demokratie sitzt aber auch innen und heisst “Wirtschaftsregierung” “Wallstreet” usw. und nach aussen “der Markt” bestehend global zur Hauptsache aus nur etwa 160 mächtigen Konzernen die 40% der Weltwirtschaft kontrollieren.

    Gefährlich ist es sich dieser Reformbewegung in den Weg zu stellen, denn sie ist nach Naturrecht legitimiert (siehe US Verfassung mit Erläuterungen) die Regierung abzusetzen.

    • Andres Müller sagt:

      Eine Erläuterung um die verfassungsrechtliche Legitimität der Bewegung auszudrücken selbst die bestehende US-Regierung abzusetzen:

      Der Erhalt der Demokratie auf allen relevanten Ebenen ist unter allen Umständen und mit allen völkerrechtlich legitimen Mitteln durch das Volk zu verteidigen, sobald die bestehende US-Regierung diesen Kern der US-Amerikanischen Verfassung nicht mehr umzusetzen in der Lage ist. (siehe Jefferson Verfassungsrede) Zu Deutsch etwa: Wenn das Volk erkennt dass die Regierung nicht mehr für die US-Amerikaner arbeitet, ist das Volk legitimiert die Regierung abzusetzen und auszutauschen!

      Die Bankenrettungspakete wurden zwar vom amtierenden Präsidenten der US abgesegnet, er wurde aber dazu gezwungen. Das geht aus den Protokollen der US Regierung unter Finanzminister Geithner klar hervor. Eine solche Erpressung zum Zitronen-Kapitalismus erlaubt die US-Verfassung gegen den Willen des Volkes und auf deren Kosten umzusetzen. Ist der Präsident nicht mehr in der Lage Demokratie über die Interessen der Finanzlobby zu stellen, so ist dieser für die Demokratie existenzielle Bruch mit der Absetzung der gesamten Regierung und der beiden Häuser zu bestrafen, sofern die Politik nicht in der Lage ist die US-Verfassung zu schützen.

  19. Marcel Zufferey sagt:

    Einmal mehr: “The Big Transformation” vom ungarisch-österreischischen Ökonomen Karl Polanyi (1886- 1964) sollte heute Pflichtlektüre sein!

  20. wolf sagt:

    Bedingungslose Grundsicherung! Jetzt.

  21. Hampi sagt:

    Es ist alles eine Frage des Timings. Aus der Geschichte wissen wir, dass wirtschaftliche Not oder zuviel Angst davor den Menschen zu allen Bestialitäten beflügeln kann. Das Spektrum reicht von der banalsten Irrationalität, bis zur Auslöschung von ganzen Völkern und noch weit über die Fantasiefähigkeit eines Normalbürgers hinaus.

    Die wirtschaftliche Not richtet sich im Durchschnitt nach den ökonomischen Zyklen. Mal sind wir oben (Hochkonjunktur), mal sind wir unten (Rezession, Depression). Die Zentrifugalkräfte sind am stärksten, wenn wir entweder ganz oben oder ganz unten sind. Diese Kräfte wirken wie eine Droge: wenn wir ganz oben sind, denken wir, dass wir unschlagbar sind und wenn wir unten sind, sehen wir, was für eine traurige „Spezies“ wir doch eigentlich sind.

    Im Moment sind wir unten, sehen aber brutal klar, dass es locker noch weiter runter gehen kann. Solange dieser Trend anhält, werden wir uns in Richtung „Bestialitäten“ bewegen. Dieser Trend kann nur durchbrochen werden, wenn wir irgendwie erkennen/spüren, dass es wieder aufwärts geht. Wann und wie das sein wird, weiss kein Mensch. Deshalb ist es ja auch eine Frage des Timings.

    Die friedliche „Occupy-Bewegung“ hat selbstverständlich ihre legitime Berechtigung in einem demokratischen Staat. Aber ihr Timing ist denkbar schlecht, denn die Chancen auf eine (gerechtere) Umverteilung werden umso kleiner, je weniger es zu verteilen gibt.

    • Andres Müller sagt:

      @Hampi, es gibt jetzt genauso viel zu verteilen wie während dem letzten Aufschwung, sogar noch etwas mehr. Die Zahlen sind eindeutig, das Vermögensvolumen der Welt ist so gross wie niemals zuvor. Es mangelt nicht an Geld, es mangelt nicht an Technologie und es mangelt nicht an Innovatioskraft. Es mangelt aber an Demokratie in der Wirtschaft und wir haben den Sozialdarwinismus zur obersten Direktive erhoben ,nennen ihn banal globalen Wettbewerb.

      • Hampi sagt:

        Dass das Vermögen der Welt gestiegen ist, ist ungefähr so eindeutig, wie die Nahrungsmittelproduktion der Welt gestiegen sein könnte. Und ungefähr gleich zweideutig, wenn man feststellt, dass es sowohl Länder gibt, die weniger zu verteilen haben, als auch solche bei denen Hunger herrscht.

        Was ist akuter: die Eindeutigkeit, dass die Ausgaben (Verteilen) des Staates drastisch sinken oder die Eindeutigkeit, dass das Vermögen der Welt gestiegen ist?

        Um die „Dislokation“ (Staat – Welt) zu beheben, brauchen sie nicht nur eine Demokratisierung der Wirtschaft, sondern nebenbei auch noch die Überwindung des Nationalstaates. Und das ist nicht so einfach, wie wir gerade eben sehen….

        • Andres Müller sagt:

          “Um die „Dislokation“ (Staat – Welt) zu beheben, brauchen sie nicht nur eine Demokratisierung der Wirtschaft, sondern nebenbei auch noch die Überwindung des Nationalstaates. Und das ist nicht so einfach, wie wir gerade eben sehen….”

          Das stimmt so Hampi, solche Prozesse benötigen Zeit. Bis Europa vom Kleinfürstentum weg kam dauerte es Jahrhunderte, das Ziel wurde schliesslich erreicht durch die Nationalstaaten, die sich meistens entlang von Sprachgrenzen erstrecken.. In Europa benötigen wir deshalb neben Wirtschaftspolitik auch eine Bildungsolitik welche gemeinsame Werte fördert. Europa hat sein Esperanto leider noch nicht gelernt ebenso nicht den möglichen Förderalismus mit Zahlungsausgleich, wie in der Schweiz erfolgreich bewährt.

  22. Michael Schwarz sagt:

    Die Auffassung bzw. sein Vergleich mit der Krise in 30er sind nicht nur unpassend, sondern zeigt es, dass Hr. Diem die Ursache der Krise von 2008 nicht alles erfasst hat. Die Ursache der Krise von 2008 kann nur entstehen, wenn die Demokratie, Marktmechanismen und das extremes Ungleichgewicht der Macht in der Gesellschaft bestehen. D.h. die Ursache der Krise ist nicht zu viele Demokratie, sondern zu wenig Demokratie. Dies kann nur entstehen, wenn die Märkte, Politik und Unternehmen übermässig dereguliert werden, was am Ende zur Privatisierung des Staates führt; ein gutes Beispiel ist die USA, die Regulierungsapparate und die Politiker sind weitergehend privatisiert, wodurch die Kontrolle über das gesamte System längste verloren – die Regulatoren haben nichts mehr zu sagen.

    Wer behauptet, dass die USA eine Demokratie ist, kennen sie die Amis nicht. Der Konflikt zwischen Neokapitalismus und der modernen Demokratie ist unausweichlich, dies führt ein Identitätsproblem, welches wir in 21. Jh. lösen müssen. Das Problem ist es, wenn ein Konflikt zwischen dem Kapital und der Demokratie entsteht, gewinnt an meisten Fällen das Kapital, deshalb wird auch nach der schwersten Krise von 2008 nichts ändern, solange die Politiker, sowie deren Wahlerfolg vom Kapital abhängig gemacht werden.

  23. Nadine Binsberger sagt:

    Es ist nicht nachzuvollziehen, weshalb alternative Wirtschaftsformen nicht radikal anders sein dürfen. Solange man sie in demokratischen Prozessen entwickelt, evaluiert und umsetzt, ist das doch kein Problem.

    (Unter demokratisch verstehe ich u.a. selbstverständlich auch die Einhaltung der Menschen- und Bürgerrechte. Es geht natürlich nicht an, dass jemand z.B. gezwungen wird, z.B. den Kopfstand zu machen oder z.B. seinen Wohnort zu wechseln, nur weil eine Mehrheit dies “demokratisch” gerade so entscheiden will.)

    • Andres Müller sagt:

      Das haben sich offenbar Merkel und Sarkozy auch überlegt, nämlich den Kopfstand in demokratischesn Sachen zumachen und Europa so zu unterteilen das man andere zwingen kann den Kopfstand zu machen.

      Ich versuche möglichst kurz und nur in Stichworten zu beschreiben was ich vernommen habe (ist gerade in Arbeit):

      a) Frankreich und Deutschland planen einen eigenen EU-Kernzonenvertrag
      b) Der Plan sieht vor Europa in vier Zonen aufzuteilen, nach dem “G” -Vorbild G2, G8,G17,G27
      C) DE und FR bilden eine Leitregierung (Name ist noch nicht festgelegt)
      E) G-27 soll in eine Art Schengen-Abkommen umgewandelt werden (weitgehend bisheriger Vetrag)
      F) Der Ausdruck Zwiebel-Marktwirtschaft besagt, Europa soll auf der Wirtschaftsebene wie eine Zwiebel aus mehreren Schichten bestehen, der Kern G8 soll das letzte Wort in Wirtschaftsfragen erhalten. Will ein Land auf der äusseren Schicht in eine innere gelangen, benötigt es ein Beitrittsgesuch. Frankreich und Deutschland erhält Planungsfunktion
      G) Länder wie die Schweiz müssten zuerst bei der aussersten Schicht um Einlass bitten, bei Übernahme des Euro bei der Zweiten.
      H) Merkels Idee einer Wirtschaftsregierung wird nur im Kern der G8 errichtet, was heisst die G8 führen in Wirtschaftsfragen die G17, während die G27 nur noch Ja sagen können. Sagen sie Nein, dann werden sie aus Europa entlassen. Hierdurch ist es möglich zum Beispiel die Türkei aufzunehmen, in die G28 wäre das.

      Sollte das tatsächlich umgesetzt werden, eine G17 sei bereits planfertig ausgearbeitet, dann würde die Schweiz in eine schwierige wirtschaftliche Situation geraten. Ein Beitritt könnte sich der Schweiz so quasi nun aufdrängen. Überlegen Sie sich das, solange die EU noch nicht aus einer Zwiebel besteht. Die bilateralen Verträge wären nur noch mit der G27 gültig, weil die inneren EU -Schichten neue eigene Verträge ausfertigen.

      • Ist das ein Witz, oder ernst? Dieser Umbau würde dem Wesen der schweiz total widersprechen. Da ist mein Vorschlag ja schier realistischer. Ich weiss nicht ob die stolzen neuen Europäer im Osten sich einfach von einem G2/G17 Europa als Satelitten hatlen lassen würden. Frankreich hat die A-Bombe, aber Deutschland hat mittlerweile Keine Armee mehr. Diese unbebqueme ordnung wäre schwer aufrechtzuerhalten und die Deutschen haben keine “Führungsmentatlität” (wie Helmut Schmidt sie hatte) sondern eher eine durch Grossmannssucht und Durchwurschetln geprägte Regierung.

  24. Anh Toan sagt:

    Die westliche Welt hat auch lange nach der Entlassung der Kolonien in die Unabhängigkeit von der Ausbeutung der ehemaligen Kolonien gelebt. Billige Rohstoffe genauso wie die “top human resources” wurden den Schwellenländer für wenig oder ohne Entschädigung geraubt, waehrend den Regierungen Kredite (und Kickbacks) gewaehrt wurden, um westliche Industriegüter zu kaufen. Wer in der restlichen Welt geboren wurde, hatte gute Möglichkeiten (Bildung, Arbeit, Kredit) zumindest einigermassen wohlhabend zu werden, wer in der restlichen Welt geboren wurde, hatte keine Chance auf irgendwas, Die Globalisierung hat diese Ungerechtigkeiten nicht beseitigt, jedoch abgeschwächt. Die Weltwirtschaft wächst mit ca. 4%, die Schwellenländer wachsen mit grob 10%, während die industrialisierte Welt stagniert. Es gibt heute nur noch wenige Länder auf der Welt, in welchen ein grosser Teil der Bevölkerung ab Geburt chancenlos ist (Eritrea, Somalia, Mali, Mauretanien, Myanmar, Nordkorea ua). Es gibt aber weniger Länder in der westlichen Welt, in welchen Wohlstand ab Geburt nahezu garantiert sind. Für jeden Arbeitslosen in Europa, haben heute 3 Asiaten oder Südamerikaner einen Job. Aus einer globalen Optik sind die Occupy Demonstranten ôder Globalisierungsgegner nichts anderes, als Besitzstandswahrer ihrer durch Geburt erworbenen Vorrechte gegenüber dem Rest der Welt.

    Hat ein Schweizer mehr Rechte auf einen Arbeitsplatz, auf Wohlstand, als ein Vietnamese?

    • Anh Toan sagt:

      Geben die tausend Reichsten dieser Welt, ihre Milliarden den ärmsten 2 Milliarden Menschen auf dieser Welt, erhaelt kein Schweizer, kein Ami, kein Europäer (vielleicht Rumänen), kein Globalisierungskritiker, kein Occupier etwas.

      • Andres Müller sagt:

        Na und? Gerechtigkeit wird nun mal seit Jahrtausenden als Waage dargestellt. Übrigens würden diese heute Hungernden vielleicht auch in der Schweiz Güter bestellen, um ihr ausgebranntes Land aufzubauen. Ebenso würde dadurch erst Geburtenkontrolle möglich, was wiederum bewirken würde dass nicht jeden Tag Schwarzafrikaner an der Grenze um Einlass bitten.

        • Anh Toan sagt:

          Ich beklage mich nicht über Ungerechtigkeit, sondern über die Ignoranz der sich ungerecht behandelt Fühlenden, die nur gegenüber einer kleine Menge sehr Reicher benachteiligt sind, genüber einer riesigen Menge an Armen jedoch unermesslich bevorteiligt sind.

      • Urs sagt:

        Aber Hr. Toan, Sie tun es ja nicht… nicht gestern, nicht heute, sehr wahrscheinlich auch nicht morgen… Wie blos kommen Sie auf so eine Idee?

  25. Michael Schwarz sagt:

    Die Fehler im System kann nur behoben werden, indem man das System kurzfristig unterfahren, d.h. auf das schnelle Wirtschaftswachstum und die heftige Zinsbewegung zu verzichten. Wir stehen an einem historischen Wendepunkt der Wirtschaftsgeschichte. Das ewige Konsumwirtschaft, welches nach zweiten Weltkrieg entstanden hat, hat einen Ende.

    Die moderne Weltwirtschaft hat andere Ziel als die Produktion und Konsum; die Einstellung und Bedürfnis des Menschen haben sich grundlegend verändert durch den Überfluss an den Konsumgütern. Wir müssen von dem veralteten Wirtschaftsmodel der Konsumwirtschaft wegkommen.

    Das Model der Konsumwirtschaft haben die Menschen in letzten Jahrhundert gut gedient, deshalb kann man nicht sagen, das Model der Konsumwirtschaft gescheitet wäre. Was man feststellen kann, kann das Konsummodel nicht mehr das Bedürfnis und die Zielsetzung der Menschen in 21. Jh leben, erfüllen.

  26. Mir scheint, dass es sich bei diesen “occupy irgendeine Strasse oder irgendeinen Platz oder Linden-Hof” vorallem um eine Zeitungsente handelt. Die linken Massenmedien messen dieser alternativen Klassenkampf- und Bankenhasserszene viel zuviel Gewicht bei. Diese halbwüchsigen Studis möchten doch einfach die 1968er Revolten oder die Jugendunruhen der 1980er Jahre wieder aufleben lassen. Dies wird ihnen mit diesen pauschalen, undifferenzierten und falschen Unterstellungen aber nicht gelingen. Daran können auch die mit ihnen sympathisierenden Journalisten der linken Massenmedien nichts ändern.

    • Urs sagt:

      Linke Massenmedien? Gerne hätte ich ein Beispiel… oder mehrere…

      ;-)

    • Taric Trent sagt:

      Nur ganz ein wenig bisschen vielleicht lohnt es sich da mal nicht an die Anzahl sondern den Kontext zu denken, Herr Müller. Wer das Produkt der Ringierkapitalisten namens newsnetz für links hält, gibt nur Aufschluss darüber ab, wo bei ihm links beginnt, bei Berichterstattung als Anzeigengeschäft, im Interesse der Anzeigenkunden nämlich.

      Haben sie in dieser Zeitung nur ein einziges Mal etwas Kapitalismuskritisches gelesen, also die Kapitalisten beuten die Arbeiter aus? Und nicht nur die schwarzen Schafe, das ist keine Kapitalismuskritik sondern Verteidigung. Na? Und trotzdem soll diese Zeitung links sein? Wenn sie ihre Parteizeitschriften/Propagandablätter wie die Weltwoche, wo das Jahr über die Trompete für die Unternehmer geblasen wird, für neutrale Berichterstattung halten, dann kann ihnen der Tagesanzeiger allerdings schon links vorkommen!

      Lesen sie doch einmal ein wirkliches linkes Blatt, da gibt es nämlich auch ein paar aus der Schweiz: Die Wildcat, die Aufbau-Zeitung um ein paar Beispiele zu nennen. Die Vermutung von linker Propaganda mitten im kapitalistischen Medien g e s c h ä f t wo Kapitalisten die Marschrichtung vorgeben ist schon eine Absurdität sondergleichen, könnte einem auch mal auffallen!

    • Andres Müller sagt:

      “Diese halbwüchsigen Studis” Vergessen sie das schnell wieder. Der Kern der Reformbewegung besteht aus allen Bevölkerungsschichten. Bereits haben sich auch mehrere Nobelpreisträger unterstützend zu Wort gemeldet. Occupy ist legitimiert Regierungen abzusetzen, dazu braucht man nur in unseren Staatsverfassung nachzublättern deren Enststehung auf der französischen Revolution beruhen. Darin heisst es klar und deutlich, die demokratischen Regierungen sollen auf Demokratie basieren, aber die Politik hat sich davon abgesetzt. Die Bankenrettung auf Staatskosten wurde in keinem Staat vom Souverän abgesegnet und die Politiker wurden nirgends dafür gewählt eine Oligarchie zu installieren.

      • Urs sagt:

        Hr. Müller, gerne hätte ich so ein Beispiel für die Schweiz… das hier meine ich (klar und deutlich, die demokratischen Regierungen sollen auf Demokratie basieren) + (legitimiert Regierungen abzusetzen)

        …. interessiert mich jetzt wirklich ob sich so ein Text auch bei uns wiederfindet… und die Gretchenfrage, wer darf das legitimiert interpretieren?

        • Andres Müller sagt:

          Urs, bevor ich auf unsere Bundesverfassung zu sprechen komme, zuerst die US-Amerikanische Verfassung:

          In der Einleitung der “Declaration of Independence” finden wir auf wenige Sätze zusammengedrängt die Grundlagen der Naturrechts- und der Vertragslehre. Die Erklärung proklamiert die naturrechtliche Gleichheit aller Menschen und ihr Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück. Regierungen haben ihre Macht allein durch die Zustimmung der Regierten und sind dazu da, deren Rechte zu schützen. >>>>>>>Wenn sie diesem Zweck zuwiderhandeln, hat das Volk das Recht, ja die Pflicht, sie abzusetzen und eine neue einzusetzen.<<<<<<

          Wer darf das legitimiert interpretieren? Wenn es erwiesen ist das die Regierung das Glück einseitig verteilt.
          Begonnen mit dem Erlass von Steuersenkungen für Reiche wurde von George W. Bush davon abgewichen, und diese Ungleichheit kumulierte schliesslich in den Bankenrettungspaketen. Der Beweis ist aus der Vermögensstatistik direkt ablesbar. Der Milliardär Buffet hat die Ungleichheit offen ausgesprochen und bewiesen, er zahlt weniger Steuern als seine Angestellten. Die Nobelpreisträger Klugman und Stieglitz haben ebenfalls auf diesen Umstand hingewiesen.

        • Andres Müller sagt:

          Deutschland: Art 20

          (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
          (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
          (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
          (4)>>>>> Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.<<<<<<

          Bundeskanzlerin Merkel spricht aber seit geraumer Zeit von einer "Wirtschaftsregierung" die sie in Europa über national-demokratisches Recht installieren will. Eine Wirtschaftsregierung über Demokratie gesetzt widerspricht der Garantie für einen sozialen Bundesstaat, denn in diesem Fall sollen die Nationen den Ansprüchen des Marktes untergeordnet werden. Zwar kann die Regierung, da sie vom Volk gewählt ist, alles was sie will umsetzen, aber nicht die demokratische Ordnung zugunsten von einzelnen Marktkräften aushebeln. Der EU-"Rettungsschirm" soll neu mit Hebeln operieren welche die Bevölkerung einem gewaltigen Risiko aussetzt. Wenn es die Banken nun trotz der Hilfe nicht schaffen, entsteht den Deutschen massiver Schaden, bis hin zum Bankrott. Ein solches Risiko kann nicht legitim sein ohne direkte Volksabstimmung. Die so genannte EU-Wirtschaftsregierung soll die Trägheit nationaler demokratischer Prozesse umgehen, das ist nicht legitim.

        • Anh Toan sagt:

          @Urs und Andres Müller: Die Frage, ob Widerstand gegen eine Regierung mit dem Argument, diese verletze die wesentlichen Grundlagen der Verfassung, legitim ist, wird in der Praxis ausschliesslich auf Grund des Ergebnisses beantwortet: “Gewinnt” der Widerstand, war er legitim, “gewinnt” die Regierung, war der Widerstand nicht legitim. Entsprechende Formulierung in der Verfassung haben soviel Bedeutung wie das “Im Namen Gottes, Amen” der CH-Bundesverfassung. Dies ist ein Thema, das sich ausschliesslich als Masturbationsvorlage für Juristen eignet.

          @Andres Müller: Okay, Sie wollen ein bisschen juristisch wichsen: Wer genau ist legitmiert, in der Schweiz die Regierung zu stürzen, weil die UBS Rettung nicht der Voksabstimmung unterworfen wurde? Sie sagen Occupy, welches Occupy genau (Occupy Wall street oder doch irgendein anderes der vielen Occupy, oder grundsätzlich jede Nicht-Organisation die sich Occupy nennt? Sind nur Bewegungen, die Occupy im Namen haben berechtigt oder nicht auch Attac, Greenpeace, Atomktaftgegener, Amnesty International, Transperency International, Wikileaks? Sind nicht auch die CH-Banken (vor allem Privatbanken und CH-Niederlassungen ausländischer Banken) berechtigt, die Regierung zu stürzen, weil diese das Bankgeheimnis ohne Volksabstimmung abgeschafft hat? Das Bundesgericht hat zwar gesagt, das Vorgehen sei durch die polizeiliche Generalklausel gedeckt, was im Kern aber eine Bestätigung der Verfassungswidrigkeit ist, übergeordnete Interessen hätten den Verfassungsbruch gerechtfertigt. Die deutsche Regierung darf gestürzt werden, weil die Bankenrettung nicht dem Volk vorgelegt wurde, wobei das deutsche Grundgesetz gar keine Volksabstimmungen ausser über eine neue Verfassung und Neugliederung des Bundesgebietes vorsieht?

          Falls Sie, was ich vermute, in der CH-Verfassung keine entsprechende Bestimmung finden, wird es Ihnen bestimmt gelingen, irgendwo einen juristischen Vorwichser zu finden, der juristisch durchaus kompetent erläutert, dass diese Bestimmung als ungeschriebenes Verfassungsrecht dennoch existiert, aber das Einzige, was Sie damit erreichen können, sind Flecken auf dem Leintuch.

          • Andres Müller sagt:

            “Gewinnt” der Widerstand, war er legitim, “gewinnt” die Regierung, war der Widerstand nicht legitim.”

            Sie haben es erfasst, genau so ist es. Der Sturz der Regierung oder der Zwang zur Selbstreform auf demokratischem Weg ist allerdings das Mittel der Wahl durch die “Occupy” Bewegung, nicht Gewalt.

            Um genau zu sein, die Pflicht des Bürgers zum Widerstand benötigt bei einer Bewegung die umfassende Demokratie fordert, bis hinein in die Wirtschaft -sicher nahcheinander Aufklärung und dann einen juristischen Weg die notwendigen Ziele zu erreichen. Man kann nicht umfassende Demokratie fordern und dann mit Gewalt die Regierungsämter stürmen.

            Es ist grundsätzlich mit offenen Karten zu spielen, auch vor der Regierung die man zur Reform zwingen will oder die man bei Misslingen der Forderungen zu stürzen beabsichtigt. Wir haben aus der französischen Revolution gelernt, es sollen keine Guillotinen entscheiden, sondern das Volk entscheidet durch eine mehrheitsfähig unterschriebene Verfügung an die Regierung. Falls die Regierung selbst mit Gewalt antwortet, dann ist dies ihre Sache, aus unserer Überzeugung kann sie Occupy mit Gewalt nicht aufhalten. Scheitert Occupy demokratisch, dann ist sie nicht mehrheitsfähig, wird sie mit Gewalt unterdrückt, dann ist mit den Worten Roosevelts vor dem WK II, die Demokratie mit den Waffen der Demokratie zu verteidigen..

          • Anh Toan sagt:

            “Der Sturz der Regierung oder der Zwang zur Selbstreform auf demokratischem Weg ist allerdings das Mittel der Wahl durch die “Occupy” Bewegung, nicht Gewalt.” Inwiefern sind Sie legitimiert, Aussagen über das Mittel der Wahl der Occupy Bewegung zu machen?

          • Andres Müller sagt:

            @Anh Toan

            Gegenfrage: Welche Legitimität hat zum Beispiel ein Partei-Mitglied die Interessen seiner Partei zu vertreten?

            Das ist aber einfacher als bei einer Bewegung die eben erst im Enstehen ist. Bei Occupy wurde hierüber tagelang “auf der Strasse” diskutiert. Occupy ist noch weitgehend dezentral organisiert. Im Zentrum der Diskussion steht der Wille zur Demokratisierung der Wirtschaft und das Ende der einseitigen Bankenrettungspakete. Die “Ideologie” von Occupy ist im Enstehen begriffen, sie werden zumindest in absehbarer Zeit keinen legitimen Führer finden, nur einzelne dominierende Subgruppen und einige Sprecher die behaupten im Sinne von Occupy zu informieren. Das reguliert sich derzeit von selbst, denken Sie an einen fraktalen sich selbst organisierenden Organismus. Da jeder Mensch auf der Welt über “sieben Ecken” mit allen anderen Menschen verbunden ist, kann es überhaupt zur Entstehung und Bildung gemeinsamer Ziele kommen, die sich schliesslich als “die Bewegung” konstituiert. Das war bei der französischen Revolution seinerzeit auch so, aber schliesslich wurden bestimmte Teffen in einem bestimmten Kaffee bekannt, wo sich “linke” und “rechte” Kräfte versammelten um gemeinsam zu diskutieren. Jeder der aus diesem Kaffee an die Öffentlichkeit trat, hatte im gewissen Sinn die Legitimität für die Revolution zu sprechen. Später entstand der Revolutionsrat, so weit ist Occupy noch nicht ganz, aber bald. Bis dahin ist es ihnen überlassen wem sie glauben die Interessen von Occupy legitim zu vertreten.

  27. Hampi sagt:

    Ich bin hofnungslos auf das Thema Timing fixiert. Könnten die Chinesen vielleicht wirklich so schlau sein und genau zur richtigen Zeit der Welt die richtige Medizin liefern? Würden sie aus ihren Reserven so um die 150-200 Mia. dem IMF und danach/oder dem EFSF zusichern, dann hätten die überforderten Euroretter endlich ihre „Bazooka“ zusammengekratzt. Damit wären wir nämlich, wenn wir gehebelt denken, locker bei 2+ Billionen. Kurzfristig wäre das ein „Game-Changer“ und könnte ein ziemlicher Hammer für alle Pessimisten bedeuten.

    Für die Chinesische Regierung wäre es ein Meisterstück und für die Europäer die (wenigstens kurzfristige) Rettung und die Ankunft in der Realpolitik.

    • Urs sagt:

      Hr. Hampi, ich hab aber keine Lust noch den Chinesen Schuldzinsen und Kreditkosten abzuliefern… Ich will eigentlich gar keine Schulden haben und bezahlen für die ich nicht’s kann… die Mrd. die dann zur Abzahlung verwendet werden bezahle ja am Ende icha uch mit meinen Steuern…

      Von den Renditen und Profiten der Investoren, Finanzmärkte, der CEO’s, der Aktionäre usw. habe ich ebenfalls nicht’s für mein tägliches Leben. Auch kann ich mir die Steueroasensysteme nicht zu nutze machen. Ja ich kann nicht mal meine AHV noch meine PK ohne massive Verluste (sofern überhaupt) in’s Ausland transferieren sofern ich dort eine Stelle annehmen möchte.

      Egal was gestern und heute beschlossen wird, das nützt mir nicht’s. Im Gegenteil, ich werde auch noch zum bezahlen gezwungen und ev. noch schlimmer, die Rente wird gekürzt (Betrag oder Eintrittsalter) oder mein gespartes PK Kapital geht den Bach runter, mein Job wird eliminiert….

      Auch dafür kann ich nicht’s… Ich durfte nicht mal Ja noch Nein sagen noch durfte ich über ev. Alternativen mitreden…

      Meine Vorteile erkenne ich nicht…. mehr…

      • Hampi sagt:

        Urs sagt:
        27. Oktober 2011 um 07:35

        Sie befinden sich in der “Entfremdungs-Falle”. Haben sie eine PK, sind sie ein Investor! Sie sind ein Teil von dem, was man gemeinhin als Finanzmarkt bezeichnet. Und über die AHV-Ansprüche gegenüber ihrem Staat sind sie direkt von dessen Zahlungsfähigkeit abhängig.

        Diese Aussage können sie nun drehen und verdrehen (Ideologiebrille jeder Farbe), wie sie wollen: die Tatsache, dass ihre finanzielle Zukunft vom aktuellen System abhängig ist, ist eine rein rationale Beobachtung.

        Der Unterschied, zwischen Ihnen, der sie ein Investor sind, der seine Anlageentscheidungen (bequem) an eine PK delegiert, und mir, der die Anlageentscheidungen selber trifft, ist vor allem technischer Natur. Moralisch gesehen wäre die Differenz in etwa vergleichbar mit den unterschiedlichen Schuldsprüchen zwischen einem Mörder und einem Auftraggeber (zum Mord).

        • Andres Müller sagt:

          ” Haben sie eine PK, sind sie ein Investor!”

          Nur Selbständig Erwerbende mit privater PK können oder müssen sich als Investoren bezeichnen.

          Die PK ist keine freiwillige Versicherung für Arbeitnehmer. Es gibt keine rational nachvollziehbare Begründung das man sich durch diesen Zwang als Investor ansehen müsste.

          Der Investor ist in Wirklichkeit der Staat, oder anders ausgedrückt die Regierung, welche diesen Zwang festgesetzt hat und wichtig: Eine Kommission des Bundes empfiehlt den Kassen jedes Jahr die Anlagestrategie. Darauf haben die Arbeitnehmer keinen Einfluss, es gibt keine Möglichkeit für die Versicherten die Art der Investition festzulegen mit welcher die PK die Auszahlung im Alter garantieren will. Ein Investor definiert sich dadurch, dass er “with the objective of making a profit” einen Gewinn erwirtschaften will. Viele versicherten Menschen wären mit dieser Strategie aber nicht einverstanden und würden sich lieber als Rentensparer bezeichen, oder sie wollten lieber ein Umlageverfahren.

          Der Wille ist ausschlaggebend ob sich jemand als Investor sehen muss oder nicht. Wenn jemand aber bewusst darauf spekuliert das er mehr Geld im Alter erhält als er einbezahlt, dann ist er ein Investor. Alleine der Zwang zur Gewinnspekulation macht niemanden zum Investor, jedenfalls nicht aus subjektiver Sicht eines Sparers der anstelle des sparens zum Investieren gezwungen wird. Objektiv betrachtet ist der Staat der Investor -er will Gewinn erwirtschaftet sehen, und der Versicherte ist ein Versicherter und kein Investor.

          • Hampi sagt:

            Andres Müller sagt:
            27. Oktober 2011 um 12:30

            Ob als Investor oder nicht, als PK-Kapitalist haben sie einen Besitzanspruch. Dieser Besitz ist vor allem im Finanzmarkt (Obligationen, Aktien, etc.) oder im Immobilienmarkt investiert. Also sind sie, ob freiwillig oder unfreiwillig, trotzdem vom Wohlergehen dieser Märkte abhängig.

        • Andres Müller sagt:

          @Hampi,

          Die Finanzlobby-Politik unserer westlichen Regierungen hat verursacht, dass ich mich so schnell wie möglich aus dieser Abhängigkeit verabschiedet habe.

          Die PK interessiert mich kaum mehr, das Freizügigkeitskapital liegt seit 2009 im Eigenheim, den angeblich zu erwartenden Rest wie Alters-Pensionszahlungen habe ich in meiner Kostenkalkulation bereits vorgängig als zu erwartenden Verlust abgeschrieben. Seit 2006 kaufe ich stattdessen eine Mischung aus Edelmetallen als Alterssicherheit. Ich traue Fiat Money nicht die nächsten 10 Jahre zu überleben ohne verlustreiche Währungsreform.

          Die PK -Lohnabzüge betrachte ich als üble Zwangsverpflichtung eines voraussichtlich scheiternden Systems. Der AHV traue ich noch halbwegs zu das Existenzminimum abzudecken.

          • Hampi sagt:

            Schön, dann konnten sie ja freiwillig entscheiden, ob sie der Immobilienlobby-Politik mehr trauen, als der Finanzlobby-Politik.

            Aber von der Abhängigkeit der Zahlungsfähigkeit ihres Staates sind sie deshalb noch keineswegs befreit. Von woher werden denn die Griechen die neu beschlossenen Steuereinnahmen nehmen? Von einer Finanzmarktsteuer oder von einer neuen Grundsteuer auf Immobilien-/Landbesitz?

            Letztendlich kämpfen sie, wie auch ich, um die Alterssicherheit. Und bei dieser Spekulation setzen sie einfach auf andere Pferde (Gold, Immobilien in der Schweiz).

          • Andres Müller sagt:

            @Hampi “(Gold, Immobilien in der Schweiz)”. “Und bei dieser Spekulation…”

            So kann ich das nicht sehen, die Immobilie wird von mir selbst bewohnt und sie befindet sich absichtlich nicht im zentralen Spekulationsgebiet, die verbliebene Hypo könnte ich selbst ohne Einkommen bezahlen, weil ich ein Mehrfamilienhaus mit mir direkt befreundeten Mietern gewählt habe (ist jetzt eine Art WG). Ich habe einen relativ langen Arbeitsweg. Die Edelmetalle dienen mir ausschliesslich als sparen für das Alter, da wird nichts vorher verkauft. Gold stand bei mir übrigens seit 2009 nicht mehr auf meiner Zukaufsliste, wegen zu vieler Hebelpapiere im Markt.

            Ich lehne es ab mein Verhalten als Spekulation zu bezeichnen, es ist bewusst das Gegenteil von Spekulation, ich sehe mich auf Werterhaltung und nicht auf Zugewinn ausgerichtet. Ich denke es ist wichtig dass die Menschen lernen zu bemerken was Spekulation ist, wer Spekulation betreibt und was Spekulation für Umverteilung in Gang bringt. Wer sein Alterseinkommen sicherstellen will (ohne Profitgedanken Zugewinn) der betreibt in meinen Augen keine Spekulation.

  28. fritz mauti sagt:

    Es ist schoen, dass es immer mehr VERNUENFTIGE MENSCHEN auf unserem KRANKEN PLANETEN gibt, welche der gleichen ansicht sind; eines gescheiterten Systems! Die verschuldung der staaten, die immer haeufig vorkommenden MENSCHENRECHT’S-VERLETZUNGEN(ausbeutung der arbeit’s-kraft durch die kapitalisten). die MISSACHTUNG der NATURGESETZE etc. etc.. etc…, fuehren zu immer haeufig wedender UNZUFRIEDENHEIT. Dieses system ist schlichtweg, ZERSTOERERISCH und wurde schon vor X-jahrhunderten jahren von INTELIGENTEN, WEITSICHTIGEN und vor allem MENSCHLICHEN WEESEN (Filosofen) profezeit. Es ist nicht normal(im 21 jahrhundert) das es UNMENSCHEN gibt, welche das gefuehl haben, sie muessen MEHR HABEN als andere(nach meiner meinung ein echter MENSCHLICHER-RUECKSCHRITT!). Das SOZIALISTISCHE-SYSTEM ist sicherlich sehr schwierig zu realisieren weil es dazu menschen braucht, welche weniger IGNORANTE, weniger EGOISTISCH, weniger STOLZ, weniger RAECHESUECHTIG, weniger ANHAFTIG etc. etc.. etc… sind. Schlichtweg bereit um im PARADIES(kolektivitaet) zu LEBEN!!! In echter sozialer verbundenheit, fritz aus dem ausgebeuteten brasil.

  29. Nic Baschung sagt:

    Wie hats Mani Matter vor rund 40 Jahren gesagt:
    dene wos guet geit
    giengs besser
    giengs dene besser
    wos weniger guet geit
    was aber nid geit
    ohni dass’s dene
    weniger guet geit
    wos guet geit
    drum geit weni
    für dass es dene
    besser geit
    wos weniger guet geit
    und drum geits o
    dene nid besser
    wos guet geit

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