Der Bondmarkt vertraut Trump nicht mehr

Das Fed erhöht die Leitzinsen, doch die «Trump Reflation» bleibt aus. Bild: Carlos Barria (Keystone)

Janet Yellen ist guten Mutes. Die Vorsitzende der amerikanischen Notenbank (Fed) und ihre Kollegen haben am Mittwoch den Leitzins abermals um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Es war die vierte Zinserhöhung, seit das Fed im Dezember 2015 den Pfad der Nullzinsen verlassen hatte.

Steigende Leitzinsen – konkret geht es dabei um die Federal Funds Rate, also den Zinssatz, zu dem sich Banken gegenseitig über Nacht Geld ausleihen – sind normalerweise ein Zeichen einer brummenden Wirtschaft.

Und in der Tat präsentiert sich die amerikanische Konjunktur gegenwärtig ganz passabel: Mit einer offiziell ausgewiesenen Arbeitslosenrate von 4,3 Prozent herrscht Vollbeschäftigung, für das laufende Jahr erwartet der Internationale Währungsfonds ein Wirtschaftswachstum von 2,3 Prozent, und die letzte Rezession liegt schon acht Jahre zurück.

Ungute Zeichen am Bondmarkt

Alles ist gut. Insofern erscheint es völlig richtig, dass die Notenbank die Zinsen erhöht. Am Bondmarkt aber geschieht derzeit etwas Spannendes: Die langfristigen Zinsen sinken. Und das wiederum ist kein gutes Zeichen. Schauen wir’s uns genauer an.

Zunächst einige kurze grundsätzliche Betrachtungen zum Markt für Staatsanleihen:

  • Der Preis für Anleihen und deren Rendite verhalten sich invers. Steigt die Nachfrage nach Anleihen und steigt deren Preis, sinkt ihre Rendite. Und umgekehrt.
  • Es gibt verschiedene Laufzeiten von Staatsanleihen. In den USA reichen sie von einem Monat bis dreissig Jahre. Bei kurzfristigen Anleihen spricht man in den USA von Treasury Bills, zehnjährige Anleihen heissen Treasury Notes und Anleihen mit mehr als zwanzig Jahren Laufzeit heissen Treasury Bonds.
  • Die Renditen der verschiedenen Laufzeiten lassen sich auf der Zinskurve abbilden.
  • Die Zinskurve hat normalerweise eine positive Steigung, das heisst kurzfristige Anleihen weisen eine niedrigere Rendite auf als langfristige Anleihen.
  • Es gibt primär zwei Gründe für die normalerweise positive Steigung der Zinskurve: Erstens wollen Investoren entschädigt werden für die längere Bindung (engl. «bond»), die sie mit dem Schuldner eingehen, und zweitens wollen Investoren für das höhere Inflationsrisiko während der Laufzeit entschädigt werden.
  • Sind die langfristigen Zinsen niedriger als die kurzfristigen, spricht man von einer inversen Zinskurve. Das bedeutet in der Regel, dass der Bondmarkt mit einer Abkühlung des Wirtschaftswachstums oder gar mit einer Rezession rechnet.

Kommen wir nun zur aktuellen Situation in den USA: Die US-Notenbank erachtet den Zustand der Wirtschaft als robust, die Inflationstendenzen steigen leicht. Daher ist es an der Zeit, die ultraexpansive Geldpolitik zu drosseln und die Leitzinsen zu erhöhen.

Kurz- und langfristige Zinsen müssten steigen

Überdies hat das Fed unter Janet Yellen am Mittwoch beschlossen, seine Bilanz langsam abzubauen. Konkret will es das Geld aus fällig werdenden Staatsanleihen, die es im Rahmen seines «Quantitative Easing»-Programms gekauft hatte, allmählich nicht mehr in den Kauf neuer Staatsanleihen reinvestieren. Zunächst will es pro Monat für 6 Milliarden Dollar weniger US-Staatsanleihen kaufen, danach soll dieser Betrag schrittweise auf 30 Milliarden Dollar pro Monat erhöht werden.

Intuitiv würden mit dieser Ausgangslage nun zwei Dinge mit der Zinskurve in den USA geschehen: Erstens steigen die kurzfristigen Zinsen. Und zweitens steigen die langfristigen Zinsen. Die Zinskurve würde sich also parallel nach oben bewegen.

Im Normalfall würde die Zinskurve in dieser Situation sogar noch steiler werden, denn die Erwartung steigender Inflation und der Wegfall der Notenbank als Käuferin von langfristigen Staatsanleihen sollte die langfristigen Zinsen stärker in die Höhe treiben als die kurzfristigen Zinsen.

Doch geschieht das auch? Nein.

Doch keine «Trump Reflation»

Es stimmt zwar, dass die kurzfristigen Zinsen steigen, denn diese kann die Notenbank mit ihrer konventionellen Geldpolitik – eben einer Erhöhung des Leitzinses – kontrollieren. Aber es stimmt nicht, dass die langfristigen Zinsen ebenso steigen oder dass die Zinskurve sogar noch steiler wird. Das Gegenteil ist der Fall.

Die folgenden Grafiken verdeutlichen das Bild.

Die erste Grafik zeigt die Struktur der Zinskurve in den USA am 15. Dezember 2016, einen guten Monat nach der überraschenden Wahl von Donald Trump zum Präsidenten des Landes (Quelle: U.S. Treasury):

 

Die ein- und dreimonatigen Zinsen lagen damals auf 0,5 Prozent, was ziemlich genau dem Zielband des Leitzinses der Notenbank entsprach. Die Rendite zehnjähriger Treasury Notes lag auf 2,6 Prozent, die Rendite dreissigjähriger Bonds auf 3,16 Prozent.

Die Differenz zwischen der Rendite von zwei- und zehnjährigen Anleihen – im Jargon spricht man vom «Spread» – betrug damals gut 1,3 Prozent. Die Zinskurve war nicht übermässig, aber doch klar steil.

Während dieser Zeit war an den Märkten von der «Trump Reflation» die Rede: Der neue Präsident würde mit seinem Geschäfts-Know-how die Wirtschaft anfeuern, die Steuern für Unternehmen senken und mit einem gewaltigen Infrastruktur-Investitionsprogramm für lang anhaltendes Wachstum sorgen.

Heute, sechs Monate später, sieht alles etwas anders aus. Trumps Präsidentschaft ist im Morast diverser Skandale stecken geblieben, von massiven Steuersenkungen ist ebenso wenig zu sehen wie von grossen Infrastrukturprogrammen. Entsprechend ernüchtert sind die Finanzmärkte.

Diese Grafik zeigt die Struktur der US-Zinskurve heute (Quelle: U.S. Treasury):

 

Am kurzen Ende der Kurve sind die Zinsen tatsächlich gestiegen. Die Dreimonats-Renditen liegen über 1 Prozent. Aber die zehn- und dreissigjährigen Zinsen sind deutlich gesunken: Die Rendite zehnjähriger Treasury Notes liegt aktuell unter 2,15 Prozent, und für dreissigjährige Bonds sind es weniger als 2,8 Prozent. Das ist eine signifikante Absenkung der Zinsen am langen Ende und damit eine Verflachung der Zinskurve.

Die folgende Grafik zeigt den Sachverhalt noch auf andere Weise (Quelle: Bloomberg):

 

Die blaue Kurve zeigt die Entwicklung der Rendite zehnjähriger U.S. Treasury Notes in Prozent (Zeitraum: ein Jahr). Die rote Kurve zeigt die Rendite zweijähriger Treasuries. Es ist unschwer zu erkennen, dass die Zehnjahreszinsen etwa seit Februar wieder sinken, während die Zweijahreszinsen stabil sind oder sogar leicht steigen.

Von Bedeutung ist nun die graue Kurve: Sie zeigt den Spread zwischen den beiden Kurven, also die Differenz zwischen den Zehn- und Zweijahreszinsen. Dieser Spread – und damit die Steilheit der Zinskurve – ist markant gesunken.

Die Zeichen stehen auf Abkühlung

Bleibt die Frage: Was hat das alles zu bedeuten?

An den kurzfristigen Zinsen gibt es wenig zu interpretieren. Sie steigen, wie bereits erwähnt, wegen der Politik der Notenbank.

Die Bewegung der langfristigen Zinsen hingegen ist ein Signal: Der Bondmarkt sagt damit klar und deutlich, dass er nicht mehr an die «Trump Reflation» glaubt. Statt mit einer Beschleunigung des Wirtschaftswachstums rechnet der Bondmarkt mit einer Wachstumsflaute.

Und je flacher – vielleicht sogar invers – die Zinskurve in den nächsten Monaten wird, desto deutlicher rechnet der Bondmarkt mit einer baldigen Rezession im Land.

Es heisst, der Bondmarkt habe eine deutlich bessere Nase für konjunkturelle Entwicklungen als der zwischen Euphorie und Depression schwankende – gegenwärtig euphorische – Aktienmarkt.

Wir werden sehen, ob der Bondmarkt auch dieses Mal recht behält.

37 Kommentare zu «Der Bondmarkt vertraut Trump nicht mehr»

  • Franz Gödl sagt:

    Herr Dittli, Sie müssen in ihrer Spread-Grafik etwas weiter zurück gehen, sonst erkennen Sie das ganze Bild nicht. Mindestens bis 2007 muss man zurück blicken, also als sich die Asset-Märkte im Hoch befanden und die Welt sozuagen in Ordnung war. Damals waren die Zinsspreads zwischen kurz- und langlaufenden Bonds praktisch bei Null. Bei jedem Aktienmarktrückgang (2008, 2011, 2015) ist der Spred jeweils stark auseinander gegangen, weil die Notenbanken stark am kurzen Ende interventierten. Nun ist die Welt erneut scheinbar in Ordnung, sodass die Spreads eng sind. Nach der Krise ist vor der Krise und die Voraussetzungen, dass es bald eine neue Krise am Aktienmarkt geben wird, ist demnach hoch (Spreas eng = Complacency der Marktteilnehmer = Peak bei Risky Assets wie Aktien).

    • Franz Gödl sagt:

      Zudem muss man wissen, dass die FED nicht die Zinsen diktiert sondern lediglich nachvollzieht, was am Kapitalmarkt geschieht. Vor jedem FED-Meeting müssen Sie bloss einen Blick auf die Entwicklung der kurzen Zinsen werfen und können mit praktisch 100%-iger Treffsicherheit die Zinsschritte des FED „vorhersagen“. Man muss verstehen, dass das FED auch nur ein, wenngleich grosser, Marktteilnehmer ist und von Emotionen gesteuert, dem Markt folgt.

      • Jan Svoboda sagt:

        „Zudem muss man wissen, dass die FED nicht die Zinsen diktiert sondern lediglich nachvollzieht, was am Kapitalmarkt geschieht.“
        na ja,das würde theoretisch stimmen wenn die Aufkaufprograme der Fed, die QE, nicht wären, mit denen tut die Fed aber massiv die Zinsen am langen Ende beeinflussen um dann an die „Marktkräfte“ hinzuweisen und am kurzen Ende zu agieren. Das ist auch der beste Beweis dass sie am Ende mit ihrer Latein sind und verzweifelt etwas erzwingen wollen was sie nie erzwingen können. Man mus kein Hellseher sein um zu wissen dass es in die Hosen geht.

      • Linus Huber sagt:

        „Zudem muss man wissen, dass die FED nicht die Zinsen diktiert sondern lediglich nachvollzieht, was am Kapitalmarkt geschieht.“

        Nun Franz, es mag sich allerdings auch darum handeln, dass der Kapitalmarkt die antizipierte Aktion des FED schrittweise einpreist.

  • Peter Halter sagt:

    Die US-Aktien sind nach den vergangenen Rallies generell sehr teuer. Ich halte es für möglich dass sich einige Anleger von diesem Markt schrittweise entfernen und statt dessen in langfristige Bonds investieren. (Langfristig wegen der immer noch höheren Renditen und geringen Inflationsaussichten). Durch diese zusätzliche Nachfrage steigen natürlich die Kurse dieser Titel was deren Rendite schmälert. Verschärft sich diese Situation wird die Prämie für die langfristige Bindung schon bald unattraktiv und ein Gleichgewicht wird sich einstellen. (Das alles ist eine Hypothese. Mir sind keine diesbezüglichen Zahlen bekannt)

  • Jan Svoboda sagt:

    Der Titel sollte eigentlich heissen : Der Bondmarkt vertraut der Fed nicht.
    Die Fed hat ihre Munition längst verschossen und jetzt hofft sie naiv, dass sie mit einiger wenigen Zinserhöhungen wieder handlungsfähig sein wird, eine Angleichung der Zinsen an langfristigen Durschnitt kann sie sich gar nicht leisten, sonst fliegt ihr der ganze Zirkus sofort um die Ohren. Auch die Behauptung sie würde ihre Bilanz bereinigen ist ein durchsichtiger Bluff, wer soll denn den dort versammelte Ramsch kaufen? Die Banken waren froh sich dessen zu entledigen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Die Bilanz wird nur um auslaufende Anleihen bereinigt. Sprich ein Teil der Anleihen, die auslaufen, werden nicht mehr erneuert. Ramsch ist das insofern nicht als zu dem Zeitpunkt der fällige Betrag gezahlt werden muss – oder das Ganze wegen Zahlungsunfähigkeit abgeschrieben wird.

      Ihre sonstige Umdeutung ist auch eher fraglich, da die Fed ja letztlich nur versucht hat, den Laden zusammenhalten, den die Politik und Finanzwirtschaft in die Luft gejagt hat. Der Effekt solcher Massnahmen nimmt aber natürlich mit ihrem Gebrauch ab, weshalb der Ball längst wieder bei der Politik wär. Bloss dämmert den Anlegern wohl langsam, dass Trumps Aufschwungversprechen wie alles von ihm heisse Luft gepaart mit altbackenen Rezepten war, die schon die letzte Krise verursacht hatten..

      • Jan Svoboda sagt:

        @Bögli
        „Die Bilanz wird nur um auslaufende Anleihen bereinigt“
        Na ja, da fragt man sich warum die Fed solche Papiere überhaupt übernommen hat, wenn es kein Ramsch ist, z.B gewisse Tranchen der CMO Papiere (MBS) waren ohne Zweifel wertlos und die zugrundeliegene Leigenschaften der securisierten Hypotheken im Zwangsverkauf weit unter dem Schätzungspreis beim Abschluss der Hypothek verkauft. Es war ja primär Hypothekenkrise und die Fed hat ja vor allem solche Papiere übernommen. Offensichtlich können auch Wertpapiere aus den Toten auferstehen.

        • Maiko Laugun sagt:

          „Offensichtlich können auch Wertpapiere aus den Toten auferstehen.“

          Ja, können schon. War bei der Rettung der UBS genauso – und darin liegt die Gefahr, frei nach dem Moto: Es ist ja fast nichts passiert. Machen wir also weiter wie gehabt ….

          • Jan Svoboda sagt:

            Irttum, können nicht, man kann sie nur als den schwarzen Peter herumschieben, oder in der Bilanz die Bewertung frisieren,der Schaden ist längst passiert. Die Fed hat bis etwa 2013 MBS Papiere im Nominalwert um die 2 Billionen $ übernommen, fast 1.4 Bill.$ davon aus der Bilanz der Hypothekenagenturen Fannie Mae und Freddie Mac die kurz vor der Pleite standen. Das Meiste davon liegt bis heute in der Bilanz der Fed, und jetzt plötzlich sollen sie wieder den Nominalwert haben, manche Leute glauben wirklich alles was in der Glotze läuft, die als Colateral benutzte Häuser sind längst zu mikrigen Preisen Zwangsverkauft oder stehen leer und heruntergekommen.

  • K. Stöckly sagt:

    Die offiziellen Arbeitslosenzahlen liegen weit unter den tatsächlichen. Viele sind ausgesteuert, einige melden sich gar nicht erst und ein Teil befindet sich in einem Programm. Richtig gemessen dürfte die Quote mindestens doppelt so hoch sein und in einem solchen Fall von „Vollbeschäftigung“ zu reden, scheint mir vermessen zu sein

    • Monique Schweizer sagt:

      Sind denn irgendwelche abgefrackten Säufer, psychisch gestörte, ex-Strafgefangene, gelangeweilte Hausfrauen, Halbinvalide und sonstige schwierige Charaktere und Demotivierte überhaupt noch Arbeitslose? Gibt es Firmen die die ernsthaft wollen (ausser zu sklavenähnlicher Arbeit allenfalls noch mit Staatszuschüssen) — Es ist nicht jeder wirklich „arbeitslos“ der so scheinen mag, weil viele auch gar nicht mehr fähig sind im ersten Arbeitsmarkt was zu arbeiten!
      Im Uebrigen gibt es mit U6 eine Messgrösse, die diese Kreise zumindest partiell erfasst. Gemeldet wird ja jeweils „offiziell“ U3
      https://ycharts.com/indicators/us_u_6_unemployment_rate_unadjusted

      • Bernhard Piller sagt:

        Ein Arbeitsloser ist einer ohne Arbeit, so wie ein Obdachloser einer ist ohne Obdach. Ob der Arbeitslose eine Arbeit sucht oder der Obdachlose ein Obdach, spielt keine Rolle. Was Sie meinen sind Arbeitssuchende mit reellen Chancen auf eine Stelle. Von denen gibt es sicher nur wenige.

      • Jan Svoboda sagt:

        na ja, wenn man weiss, dass 102 Millionen Menschen im arbeitsfähigem Alter in den USA ohne job sind und davon nur etwa 15 Millionen Selbständige, dann ist klar dass die Statistik eine Farce ist. Ausserdem wird Jeder als Beschäftigt gezählt, der z.B 2 Std. pro Woche arbeitet. Ohne die frisierte Berechnung des BIP sind die Amis schon Jahre in Rezession und jetzt werden sie bald Depression haben, der Detailhandel ist im freien Fall, Autoindustrie produziert auf die Halde und nur Dank Subprimekrediten noch nicht völlig kollabierte, was weitere Kreditblase darstellt, zusammen mit Studentenkrediten und schon wieder Hypotheken.

        • Josef Marti sagt:

          Ein wesentlicher Teil des US BIP Wachstums sind steigende Kosten für Gefängnisse und Strafvollzug und -justiz, Teile davon werden laufend privatisiert und steigern ebenfalls das BIP. Eine wirkungsvolle Ankurbelungsmassnahme wäre doch, alle diese 100 Mio in Bootcamps zu internieren.

          • Jan Svoboda sagt:

            bis auf die Kleinigkeit, es gibt kein BIP Wachstum in den USA, alles nur Statistikakrobatik bei der Berechnugn des BIP und CPI. Aehnlich sieht es aus bei der Firmenprofiten, die meisten Grosskonzerne produzieren ihere Quartalsgewinne mit Hilfe vom Aktienrückkauf finanziert mit Kredit, sie verringen damit die Anzahl ihrer Aktien auf die dann der ständig sinkender Gewinn verteilt wird. Paradebeispiel die IBM, aber machen tun es die Meisten

          • Josef Marti sagt:

            Und natürlich sollten sie endlich diese Mauer bauen und zwar auf eigene Kosten und nicht der der Mexikaner, sonst steigt deren BIP anstatt das US BIP.

          • Bernhard Piller sagt:

            Ist bei uns mit den Gesundheitskosten auch so. Jede Behandlung erhöht das BIP.

          • Anh Toàn sagt:

            Ich fand und finde jeden Tag viel Wert in der an meiner Frau vorgenommen ärztlichen Behandlungen während der Schwangerschaft viel Wert. Viel mehr als in manch anderem, wie Waffen und manchen Verkehrskreiseln z.B., welche das BIP auch steigern. Ohne die ärztliche Behandlung hätte ich jetzt weder Frau noch Kind. (Verkehrskreisel sind häufig auch nützlich)

    • Christoph Bögli sagt:

      Achso, und ich dachte, seit Trump übernommen hätte, wären die Arbeitslosenzahlen nun schlagartig „richtig“. Hat dieser zumindest lauthals behauptet, da muss es doch stimmen..

  • Bernhard Piller sagt:

    Könnte es sein, dass dieses Trommelfeuer der Demokraten auf Donald Trump die Administration lähmt, die Wirtschaftsprogramme verzögert und letzten Endes dem Land schadet?

    • Emil Eugster sagt:

      Ach so! Die Anderen sind schuld.
      Welches sind denn die konkreten Vorschläge zur Ankurbelung der Wirtschaft, die von den Demokraten verhindert wurden? Was haben denn Herr Trump zwischen dem Twittern und dem Golfen oder seine Minister für Gesetze und Massnahmen entwickelt, die die Demokraten verzögert haben?
      Die Trump Regierung hat konkret gemacht:
      – Muslim-Ban, der gegen die Verfassung verstösst
      – Vorschlag zur Steuerabschaffung für die top 0.2% der Bev., die 800 Mia kostet und bei den Armen eingespart wird. Die Wirtschaft wird sicher florieren, wenn die armen Verbraucher keine Food Stamps usw. bekommen.
      – AHCA/Trumpcare, dessen Inhalt geheim ist und trotzdem darüber abgestimmt werden soll. Wahrsch. verlieren 23 Mio ihre Versicherung. Fördert das die Wirtschaft?

    • Anh Toàn sagt:

      Alles könnte sein, einzig ausgeschlossen bei den Rechtsnationalen ist, dass Trump dem Land schadet.

      • Anh Toàn sagt:

        Könnte es sein, dass Comey und Mueller Republikaner sind?

        • Anh Toàn sagt:

          Könnte es sein, dass in den meisten Staaten die Geheimdienste und die Polizisten und die Strafverfolgungsbehörden evtl mit Ausnahme der Richter tendenziell eher rechts als links der Mitte stehen?

          • Anh Toàn sagt:

            Ich rede nicht von Extremisten, aber ein ziemlich Rechter fühlt sich eher wohl in einem solchen Umfeld, als ein ziemlich Linker. Letzterer arbeitet, wenn für den Staat, irgendwo im Bereich Soziales. (Sie dürfen auch sagen linke Sozialindustrie)

          • Bernhard Piller sagt:

            Danke Anh Toàn, ich habe Ihren Punkt verstanden!

  • Josef Marti sagt:

    Um das Steuersystem wie angekündigt umzukrempeln und auf den Kopf zu stellen braucht es fast eine ganze Amtszeit, und ob das ganze am Schluss nicht ein Rohrkrepierer wird ist überhaupt nicht sicher. Und noch viel länger braucht es bei dem von der Fed angekündigten Tempo die ZB Bilanz substanziell zu verkürzen, das wird keiner der beteiligten Akteure noch erleben. Die Märkte haben sich schon lange auf eine langanhaltende japanische Stagnation eingestellt, somit werden auch die Spreads tief tendieren. Eine lange Stagnation ist eigentlich eine gute Sache, oder hat einer das Gefühl dass die Japaner nach 25 Jahren ausser wegen dem zu starken Yen gross jammern?

    • Anh Toàn sagt:

      Die Japaner sind die besseren Engländer, die Engländer heulen über die pöhse EU und die pöhsen Polen. Die Japaner haben die „stiff upper lip“, die jammern nicht, nie!

    • Johannes sagt:

      Herr Marti, dass Japaner gross jammern werden Sie sowieso nicht erleben. Wie es mental aussieht ist allerdings schon etwas anderes, nicht zu reden vom sozialen Aspekt. Der von manchen Schweizern gern thematisierte Dichtestress bekommt dort tatsächlich reale Dimensionen. Die Gruppen der Verlierer werden grösser, deren Not auch. Menschen, welche in Pappkartons hausen mehr. Und auf der anderen Seite haben es Menschen mit beruflichen Ambitionen, welche aber nicht in der entsprechenden gesellschaftlichen Startrampe stecken, schwerer und müssen den Weg über das Ausland gehen. Uebrigens ein Vorteil welchen Japaner durchaus gut zu spielen wissen, denn es gibt kein Land, wo Japaner nicht gern gesehene Ausländer wären, ausser in einigen Ländern des asiatischen Raums. Aber zurück zum Thema, ich denke, die Wirkung einer langen Stagnation dürfte von Land zu Land stark unterschiedliche Verhaltensweisen der betroffenen Gesellschaften hervorbringen.

  • Guido Biland sagt:

    Wenn in einer Volkswirtschaft das „Wachstum“ vor allem zu einer Prekarisierung des Mittelstandes und zu einer Privilegierung der Reichen führt, fehlen die entscheidenden Nachfrageimpulse. Deutschland hat ein ähnliches Problem mit der Binnennachfrage. Was heisst Vollbeschäftigung? Wenn Festanstellungen durch Mini- und Temporärjobs und prekäre Selbstständigkeit substituiert werden, fehlen den Beschäftigten die Perspektiven. Sie wollen konsumieren, können aber nicht, weil sie nicht wissen, ob sie nächsten Monat noch ein Einkommen haben. Mit erodierender Bonität wird auch die Verschuldung schwieriger, was die Nachfrage weiter bremst.

    • Bernhard Piller sagt:

      Haben Sie schon mal einen Beschäftigten als Vollangestellten mit Pensionskassenanspruch und Sozialabgaben und grosszügigiem Lohn angestellt? Zu Bedingen, wie sie der Staat bietet, würde Sie das 160 KCHF pro Jahr kosten. Wollen wir mal schauen, wie lange Sie das durchhalten.

      • Peter Steiner sagt:

        Interessant, Herr Piller, dass Sie gleich auf diese Schiene fahren, obwohl Herrn Bilands durchaus korrekte Analyse einen wesentlichen Teil der Rahmenbedingungen beleuchtet. Die Synthese hiesse: Löhne runter, Anstellungsbedingungen stabilisieren. Leider ist in es in einer freien Marktwirtschaft wohl so, dass der Verhandlungsstärkere seine Position durchdrückt bzw. Gewinne macht und der Schwächere verliert. Kollateralschaden bleibt der Nachfragerückgang.

        • Bernhard Piller sagt:

          Immer sind die Arbeitgeber die Bösen, die ihre Position durchdrücken und Gewinne machen. Deshalb sind ja alle Kleiderfirmen und Händler in den letzten Jahren in der Schweiz Pleite gegangen. Und etlliche Detailhändler entlassen ihre Angestellten einfach so aus purem Sadismus und ohne Rücksicht auf Kollateralschäden. Herr Steiner, Sie haben ein zu einseitiges Weltbild!

          • Herbert Peter sagt:

            Niemand ist der „Böse“, der der ökonomischen Logik folgt, überinterptetieren Sie nicht, Herr Piller. Es wäre an uns bzw. auch der Politik, den fairen Rahmen zu schaffen. Alles was Herr Biland oben sagt und ich ihm beipflichte, ist, dass das „Konsumvieh“ auch aus nichtmonetären Gründen nicht mehr konsumieren will oder kann. Und diese Gründe liegen zT auch eben bei den Arbeitsverhältnissen. Leuchtet doch ein, oder?

      • Josef Marti sagt:

        Für einen Bankangestellten wäre das ein Hungerlohn wofür nur schon das Aufstehen zu anstrengend wäre. Aber Banken haben ja nicht wirklich etwas mit Privatwirtschaft zu tun.

Kommentar

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