Ist die EU über den Berg?

Wie hell glänzt der Stern wirklich? Eine Europaflagge in Brüssel. Foto: Olivier Hoslet (Keystone)

Vergangene Woche hat Eurostat, die Statistikbehörde der Europäischen Kommission, bekannt gegeben, dass das BIP der EU erneut deutlich zugenommen habe. Über das gesamte Jahr 2016 betrug das reale Wachstum für die gesamte EU (28 Länder) 1,8 Prozent, für die Eurozone (19 Länder) 1,7 Prozent.

Es kommt nicht überraschend, dass man sofort wieder Stimmen hört, die das Ende der Krise ausrufen. Die EU sei in guter Verfassung, die Währungsunion funktioniere ganz ordentlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein paar positive Quartale als Beleg für ein Ende der Krise verwendet werden. Bisher waren jedoch die Entwarnungsrufe immer verfrüht, und vieles deutet darauf hin, dass auch diesmal wieder falsche Schlüsse gezogen werden.

Erstens ist es fahrlässig, nur das reale BIP zu betrachten. Die richtige Grösse ist das BIP-Wachstum pro Kopf. Das mag sehr banal klingen, aber in der politischen Diskussion wird dies oft bewusst auf die Seite geschoben. Auch in der Schweiz wird meist nur vom guten BIP-Wachstum gesprochen.

Zweitens ist es irreführend, die EU als einheitlichen Wirtschaftsraum zu betrachten. Die relevanten politischen Einheiten sind nach wie vor die Nationalstaaten, und dort entscheidet sich, wie sich die EU und die Eurozone entwickeln werden.

Drittens muss man die wirtschaftspolitischen Massnahmen, die dem Wachstum zugrunde liegen, in die Analyse einbeziehen. Die USA erlebten vor 2007 einen tollen Boom, aber er beruhte auf einer rasch steigenden Verschuldung der privaten Haushalte. Mit der Immobilienkrise krachte das ganze Kartenhaus zusammen.

Nimmt man zum Beispiel das Pro-Kopf-Einkommen Italiens, entsteht ein völlig anderes Bild. Das Niveau war 2015 tiefer als 1999! In den Zeitungen liest man deshalb immer wieder von der Verarmung des italienischen Mittelstandes. Der Einbruch gegenüber 2007 ist äusserst dramatisch.

Ausserdem beruht der Grossteil des Wachstums auf einer steigenden Staatsverschuldung und rekordtiefen Zinsen. Hier sind die Zahlen bis 2015.

Auch Frankreich, neben Italien die zweite Achillessehne der Eurozone, befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Lage. Die Situation ist zwar besser als in Italien, aber das Pro-Kopf-Einkommen stagniert seit Jahren. Kein Wunder, werden Marine Le Pen ernsthafte Chancen auf die Präsidentschaft eingeräumt.

In Frankreich sind wie in Italien die Schulden stark gestiegen. Von einem breit abgestützten Wachstum, das auf eine Trendwende hindeutet, kann keine Rede sein.

Auch andernorts sieht es schwerig aus. In Griechenland haben die Sparer seit Jahresbeginn fast drei Milliarden Euro von ihren Konten abgehoben, weil sie der Lage nicht trauen. Gemäss einer neuen Umfrage glauben rund sechzig Prozent der Griechen, dass die Einführung des Euro ein Fehler war.

Auch Portugal kommt kaum mehr auf die Beine, und Spanien, das schneller wächst als die anderen südeuropäischen Länder, sitzt auf einem hohen Schuldenberg, der nur so lange finanzierbar ist, als die Zinsen tief bleiben. Letztes Jahr konnten Sanktionen der EU-Kommission gerade noch abgewendet werden.

Die Währungsunion ist also nach wie vor gefährdet. Die EZB hat den Regierungen wertvolle Zeit gekauft, aber es fehlt offensichtlich die Kraft, die notwendigen Schritte zur Stabilisierung zu nehmen. Die guten BIP-Zahlen gibt es nur dank rekordtiefen Zinsen, aber die Politiker nehmen sie zum Anlass, die tiefer liegenden Probleme zu ignorieren.

Die Situation erinnert stark an die 1920er-Jahre. Alle wussten, dass die Schuldenprobleme nach dem Ersten Weltkrieg ungelöst geblieben waren. Der Dawes-Plan von 1924 entkrampfte vorübergehend die internationalen Spannungen und leitete einen Boom ein. Aber schon 1929 war der Zauber wieder weg, und die alten Probleme schlugen mit grosser Gewalt zurück.

44 Kommentare zu «Ist die EU über den Berg?»

  • Schneider Otti sagt:

    Oh je, was soll man eigentlich glauben?

  • wolfgang fubel sagt:

    Na Hallo

    Die EU ist schon seit einiger Zeit über den Berg
    Sie befindet sich auf der Anderen Seite des Berges
    in den unaufhaltsamen Sturzflug nach unten!

    Das Das keiner sehen will ist mir unbegreiflich!!

    • Anh Toàn sagt:

      Die EU ist schon lange untergangen und mit ihr der Euro. rund 330 Millionen Einwohner in der Eurozone bzw über 500 Mio in der EU, und ein grosser Teil der restlichen Welt, haben es einfach noch nicht gemerkt.

  • Margot sagt:

    Mit dem BIP habe ich Probleme, das zeigt doch nur sämtliche wirtschaftliche Leistungen auf. Wenn viele krank sind muss der Arzt, Pfleger, Medikamente, usw. bezahlt werden und wirkt sich BIP positiv aus. Dasselbe bei Rechtsstreitigkeiten, viele Asylgesuche, Umweltverschmutzung, usw. Gibt es eine andere Alternative als den BIP?
    Italien hat Probleme ohne Ende und deswegen ist die ganze EU mitbetroffen, insbesondere Deutschland aufgrund der „Lastenverteilung“. Italien hat 2,2 Billionen € Schulden und müsste dieses Jahr 413 Milliarden € an Kredite zurück bezahlen. Wie?
    Die Target 2 Salden für Deutschland haben die 800 Milliarden € überschritten, Italien schuldet Deutschland 364 Milliarden, Spanien 330 Milliarden und Portugal 72 Milliarden. Wie können diese Staaten das jemals bezahlen?

    • Margot sagt:

      Ein weiteres Problem ist die Steuerflucht. Kürzlich erschien ein interessanter Ansatz dazu: https://www.welt.de/wirtschaft/article162093851/Darum-brauchen-wir-eine-voellig-neue-Steuerpolitik.html
      Der Anteil der Steuern die die Unternehmen in der Schweiz bezahlen, betragen 12% vom Steueraufkommen bei den direkten Steuern. 68 % der Unternehmen bezahlen keine Gewinnsteuer, nur eine Kapitalsteuer.
      Eine globale Lösung ist durchaus möglich, es fehlt der politische Wille.

      • Monique Schweizer sagt:

        Prostitution, Fetish, Drogenhandel fliessen auch alle ins BIP. Wieso bitte sollen denn medizinische Aktivitäten nicht ins BIP fliessen – das sind auch wirtschaftlichen Tätigkeiten – die lebenswichtigste sogar.
        Die T2 Salden haben Sie nicht begriffen – Italien schuldet D nicht die ganzen 364 Mrd & Spanien auch nicht 330 Mrd – die haben auch Schulden bei anderen & D Guthaben von anderen.
        Deutschland hat im Ausland 8’300 Mrd $ Guthaben – Direktinvestitionen, ausländ. Wertschriften und andere (davon rund 0.85 Bio $ aus T2)
        Umgekehrt haben Ausländer im Wert von rund 6’600 Mrd $ Guthaben in D.
        Das netto nennt man Net International Investement Position und da hat D mit 1.7 Bio $ die zweithöchste der Welt (+1.3 Bio in 8 Jahren)
        Die T2 Salden sind nur ein kleiner Teil 10% aller D Guthaben

        • Monique Schweizer sagt:

          Was ich noch anfügen wollte, da Sie ja bekannterweise als eine eher nationalistisch orientierte Kommentarpartizipientin im allgemeinen auffallen, welche die ganze Migrationsproblematik am optimalsten von der EU zu Brüssel nationaldominiert separiert sähen, ist es mir natürlich schon transzendent, dass Sie ein gewisses Abschreibungspotential auf den deutschen T2 Salden sehen – aber ich kann Sie beruhigen Frau Margot – mehr als 250 bis 400 Mrd Euronen wird das den deutschen Michel nicht kosten und die schwarze Null – Dr. Wolfgang Schäuble wird bis dann auch schon seinen wohlverdienten rollenden Ruhestand geniessen.

          Also Frau Margot – Life goes on – Target2 Salden hin oder her — iss ja nur Buchgeld, oder?

          • Margot sagt:

            Vollkommen wirrer Post. Ist ja nur Buchgeld? Tzzz…
            Soviel Absurdität wird nur noch von Herrn Toàn übertroffen: Wenn das Geld fehlt, druckt man frisches…

          • Anh Toàn sagt:

            Ihr Post ist nicht wirr, sondern einfach falsch: Italien schuldet NICHT Deutschland, nehmen Sie doch wenigstens die Fakten zur Kenntnis.

          • Anh Toàn sagt:

            Ja woher glauben Sie denn, dass die Euronen kommen? Wachsen die auf Bäumen? Gräbt man die mühsam aus Löchern im Boden? Hat Gott die gemacht? Woher kommt das Geld, Frau Margot?

          • Anh Toàn sagt:

            Hatte der Schäuble die Euronen im Keller und die der EZB geliehen, auf dass diese den Italienern und Co Kredite gewähren? Ging es so? Wo kamen die Euronen her, welche sind die Italiener bei der EZB liehen? Und jetzt gemäss Ihnen nicht zurückzahlen können und darum Deutschland pleite geht?

            „Buchgeld“: Geld ist eine Forderung / Schuld: Die stehen in Büchern, und darum sind sie.

            Es gibt kein Geld, ausser Buchgeld.

          • Monique Schweizer sagt:

            Deutschland bekommt ja sogar noch Zinsen auf seinen positiven Target2 Salden – da bekommt Schäuble jedes Jahr ein paar Mrd geschenkt.
            .
            Wo sonst bekommt man denn noch Zinsen auf seinen Guthaben in Zeiten des Anlagenotstandes & dazu noch auf hunderte von Milliarden.
            Probieren Sie mal so einen grossen Betrag bei einer CH Bank anzulegen – da werden ihnen sogar noch Negativzinsen abgezogen.
            .
            Schauen Sie es einfach als Anlage an, vielleicht kann das Ihre scheinbar so grosse Paranoia um die Target2 Salden beschwichtigen.

            PS All die obskuren rechtsnationalen Internetschmuddelseiten, die Sie regelmässig besuchen und die gemäss Ihren eigenen Worten gut sein sollen um „digitaler Demenz“ vorzubeugen (die Sie uns Normalos unterstellen) fliessen dank Klick-& Werbeeinnahmen auch ins BIP!

          • Margot sagt:

            Zu den sieben Plagen gibt es eine weitere: Die Systemlinge die alternativlos in den Abgrund führen. Jedes weitere Wort ist da hoffnungslos.

        • Monique Schweizer sagt:

          Ja ja Frau Margot Sie als „Aussersymstemlingskoryphäe“ haben wahrlich den Durchblick — sind Sie am Schluss gar eine der „Reptiloiden-Aliens“ die sich in Ihren Aussersystemlingskreisen so grosser Beliebtheit erfreuen? Oder sind die Reptiloiden nur mächtige Systemlingsbeherrscher wie z.B. Obama, Merkel oder Queen Elisabeth II: „QE II admits she is „not human““!
          .
          Ist ja schön für Sie, wenn Sie sich in Ihrer rechtsnationalfaschistoiden Fantasywelt wohl fühlen, aber wieso müssen Sie uns andauernd in den MSM & speziell hier in einem seriösen Oekonomenblog mit Ihrer Aussersystemlingswelt belästigen?
          Wir fühlen uns gar nicht so unwohl im „System“ & ein System wie in Ihrer deutschen Heimat vor 80 Jahren wollen wir schon gar nicht!
          Gruss von einer glücklichen „Systemlingsfrau“!

    • Anh Toàn sagt:

      @Margot “ Italien schuldet Deutschland 364 Milliarden, Spanien 330 Milliarden und Portugal 72 Milliarden. Wie können diese Staaten das jemals bezahlen?“

      Nein: Wenn schon: Die Italien und Co schulden dies der EZB. Und die EZB schuldet Deutschland. Wenn jetzt Italien nicht an die EZB zahlt, gehen der EZB dann die Euronen aus? Wenn die EZB keine mehr im Keller hat, macht sie neue: Dann nimmt die ein Papier und schreibt daruf, dies sind 800 Mia Euronen, der Draghi und noch wer unterschreibt, und dann senden die das Papier an die Bundesbank. Ihr Freund, der Herr Huber, beklagt doch, dass die laufend neue Euronen machen.

    • Anh Toàn sagt:

      @Margot: Wenn ich mir selber den Arsch abwische, erhöht dies das BIP nicht. Aber wenn ich mal im Pflegeheim liege, macht dies ein Pfleger oder ein Zivi BIP wirksam!

      • Anh Toàn sagt:

        Läge ich auf der Intensivstation und eine Lungenmaschine würde atmen für mich, würde jeder meiner Atemzüge einen Beitrag zum BIP leisten.

        • Anh Toàn sagt:

          Sie @Margot haben also Mühe, dass das BIP nur wirtschaftliche Leistungen misst. Sie finden, schliesse ich aus Ihrem Post, alle Leistungen sollen gemessen werden: Dann messen Sie mal.

          • Monique Schweizer sagt:

            Anh: Frau Margots tausende Kommentare in allen möglichen Medien (die wuselt auch in der NZZ rum) kann man definitiv als BIP schädigend betrachten, denn der Erkenntnisgewinn ihrer Kommentare liegt meist praktisch bei Null und wenn man die x-zehntausend oder gar hunderttausende Stunden in Betracht zieht, die die Leserschaft von Frau Margots Internetergüssen schon verblödelt hat, anstatt in jener Zeit produktiv was zum BIP beizutragen, dann kann man Frau Margot effektiv als einen Schadensposten fürs BIP betrachten!

          • Anh Toàn sagt:

            @Monique: Die Menschen machen sich sorgen über Target Salden, über die ganzen Schulden ganz generell, weil sie sich nicht sorgen müssen, womit sie heute ihr Abendessen kaufen, wie sie ihre Mieten bezahlen, wie sie die Medikamente für ihre alten Eltern oder Grosseltern kaufen. Ohne Schulden hätten die echte Sorgen, aber das verstehen die eben nicht. Sie jammern über die hohen Krankenkassenbeiträge und merken nicht, dass die nur ausdrücken, wie viel Gesundheitsdienstleistungen wir uns tatsächlich leisten.

            Ja, ja Herr Huber, ich weiss, morgen geht das nicht mehr, aber ich würde nicht besser finden, wenn dies alles heute schon nicht mehr ginge. Damit wäre nämlich noch lange nicht gesagt, dass es deswegen übermorgen besser ginge.

  • Jürg Mineur sagt:

    „Die Situation ist [in Frankreich] zwar besser als in Italien, aber das Pro-Kopf-Einkommen stagniert seit Jahren. Kein Wunder, werden Marine Le Pen ernsthafte Chancen auf die Präsidentschaft eingeräumt.“
    Diese Logik erschliesst sich mir sachlich nicht. Als ob Nationalisten bzw. Rechtsradikale jemals wirtschaftlich nachhaltigen Erfolg gehabt hätten. Einen informierten Wähler vorausgesetzt, müsste man es als Wunder bezeichnen, wenn Le Pen es ins Präsidentenamt schaffen würde. Wird sie auch nicht, Macron ist die bessere Alternative.

  • Wolfgang Schneiderhan sagt:

    Die EU ist nicht über den Berg, sondern einen Schritt näher am Abgrund. Da helfen alle Graphiken nichts, die dem ungedaften Leser ein X für ein U vorzumachen versuchen. Die Währungsunion ist nach wie vor ein künstlich am Leben gehaltene Totgeburt, die aus polistischen Gründen permanent reanimiert wird. Die EZB hat den Regierungen wertvolle Zeit gekauft, aber es fehlt die Kraft, die notwendigen Schritte zur Stabilisierung zu nehmen. Der Brexit ist nur der Anfang vom Ende. Mit einem Grexit vor zwei Jahren wären die Bestattungskosten wesentlich tiefer gekommen als in unmittelbarer Zukunft. Trumps Wirtschaftspolitik wird den Untergang des EUR beschleunigen, und das mit Recht. Unser linksregiertes Europa weder willens noch fähig, die notwendigen Reformen anzugehen. Sie sind aber unumgänglich.

    • Rolf Zach sagt:

      Also sprechen wir von der Totgeburt Euro. Sie wollen also, dass der US$ die alleinige Reservewährung auf der Welt ist und der Schweizerfranken anstelle von Gold eingekauft wird und dessen Preis von 1 kg auf 25,000 CHF herunterfällt mit einer Parität CHF/$ von 0.40. Sehr erhebend für unsere Volkswirtschaft! Da sind Sie in guter Gesellschaft von Donald und Wall Street. Unsere Nachbarn sollen ihren europäischen Binnenhandel einschränken und eigene Schwund-Währungen wieder einführen wie Argentinien, Südafrika und die Türkei. Goldene Zeiten für UBS und CS mit ihrem Devisenhandel! Natürlich sagen Gurus wie Hr. Sinn, dass ist die Lösung aller Probleme ist und Professoren hier plappern es nach. Die europäische Volkwirtschaften werden in einen Konjunktur-Rausch verfallen.Wer es glaubt, wird selig!

    • wolfgang fubel sagt:

      Wie Recht Sie haben
      Die EU ist ein totes Pferd das einige „Hoffnungsträger“
      jeden Tag aufs Neue satteln, in der Hoffnung, Es eines
      Tages doch noch reiten zu können.
      Das Absurde daran ist, das Wir Die auch noch für
      Diese “ Versuche“ fürstlich“ entlohnen!
      Einfach Abartig

  • B.B. sagt:

    1. Die BIP-Daten die die EU-Kommissare allen voran Herrn Schäuble optimistisch stimmen, wurden in I, GR und F und anderen EU-Ländern auf unglaublich kreative Art beschönigt.
    2. Die Situation GR hat sich nicht verändert. Die Schulden können die GR nie zurückbezahlen.
    3. I und F sind auf dem Weg zu griechischen Verhältnissen.
    4. Im IWF wehren sich Nicht-EU-Länder dagegen dass, noch mehr IWF-Geld innerhalb der EU zu vernichteten
    5. Die neuesten Vorgaben die GR zwingend erfüllen muss hat noch kein Land dieser Erde geschafft.
    6. Alles Sand in die Augen der Wähler in F, H, und D.
    7. Danach das Chaos, weil die Steuerzahler an die Kasse kommen.
    8. Keiner ist Verantwortlich!!

    • Rolf Zach sagt:

      Die Leute haben einfach nicht begriffen, dass Euroland eine wirtschaftliche Einheit ist. Alle Mitglieder von Euroland sind auch Sozialstaaten inkl. Italien und Griechenland. Was in Italien fehlt, ist eine Bürokratie eines Industriestaates. Es ist nun einfach so, dass Italien Mafia-Strukturen hat, die Rache von Süditalien für die Eroberung durch Savoyen. Eine Herkules-Aufgabe dies zu verbessern, aber bis jetzt hat sich Italien durchgeschlängelt. Auch ist die italienische Industrie wieder vermehrt Konkurrenz- fähig. Im Migros sind italienisches Pfannen qualitativ besser als chinesische und nur wenig teurer!

      • Margot sagt:

        Steile These oder sehr kreative Auslegung von „wirtschaftlicher Einheit“ und „Sozialstaaten“. Ich sehe da enorme Unterschiede und genau das ist das Problem. Und der ölgedeckte US $ ist dann auch noch ein Problem. Auf der Suche nach den Kriegskosten der Obama Ära bin ich auf einen exzellenten Aufsatz von Mohssen Massarrat gestossen: „Der Dollar-Imperialismus oder wie die USA sich zu Lasten der übrigen Welt bereichern“

        • Monique Schweizer sagt:

          Frau Margot: „Und der ölgedeckte US $ ist dann auch noch ein Problem.“
          .
          Was soll denn das wieder heissen? Der weltweite Rohölhandel macht aktuell bei 53 $ gerade mal 1.7 Bio $ pro Jahr aus – das sind gerade noch 2.2% des Welt-BIP und die USA werden dank ihrer unkonventionellen Oelvorräte zunehmend autonomer von Oelimporten. Sie sollen mit über 260 Mrd Fass auch die grössten Reserven der Welt haben (weisen offiziell aber nur rund 55 Mrd Fass aus – nur die „Oazapften“!)
          Der US-Army gedeckte US$ wäre wohl die noch zutreffendere Beschreibung. Die Chinesen wickeln ihre Oelimporte schon zunehmend in anderen Währungen als US$ ab.
          Dass die Amis schon seit Jahrzehnten auf Kosten der restlichen Welt bereichern ist auch keine neue Erkenntnis – vielleicht für Sie, für mich nicht!

          • Anh Toàn sagt:

            Genau weil sich die Amis mit dem USD (deren Währung, aber unser Problem) auf Kosten der Welt bereichern, braucht es den EUR.

          • Margot sagt:

            Glauben Sie Herr Mohssen Massarrat und ich wissen das nicht? Wer textet das gesamte Forum zu? Zählen Sie mal nach! Wer scrollte den ganzen Tag das Forum rauf und runter auf der Suche nach „Ihrer“ Margot? Wer muss die Aggeressionen via schwarzer Rhetorik abbauen?

          • Monique Schweizer sagt:

            Ach mein Gott Frau Margot: Auf Ihre schwarzen Gedanken kann man oft nur noch mit „schwarzer Rhetorik“ antworten da Sie vielfach eher faktenresistent positioniert sind und sich auch ansonsten gerne mal hemmungslos bei den „alternativen Fakten“ bedienen.
            Da ich mittlerweile einige „Aussersystemlinge“ kenne, weiss ich inzwischen ganz gut wie ihr tickt – nämlich alle sehr sehr ähnlich mit denselben Gschichtli, oft sogar derselben Wortwahl – man hat manchmal fast das Gefühl Ihr seid allesamt orchestriert von wem auch immer!

    • Linus Huber sagt:

      @ B.B.

      Kurz und bündig – 🙂

      Es handelt sich um ein korrumpiertes System institutionalisierter Verantwortungslosigkeit. Versprechen und Verpflichtungen in der Form von Schulden und Guthaben sind zu einem nicht erfüllbaren Zahlenspiel verkommen. Die Aufrechterhaltung dieses Spiels bedingt die Mehrheit an gut indoktrinierten und konditionierten Obrigkeitsgläubigen und mit einer Vogel-Strauss-Sicht ausgestatteten Angsthasen. Da diese Mehrheit gefährdet ist und droht zu einer Minderheit zu verkommen, fühlen sich die Systemmanager und die vom System übervorteilten Privilegierten in ihrer als selbstverständlich empfundenen Rolle bedroht und schlagen verständlicherweise zunehmend verzweifelt um sich. Der Verlust des Status Quo gefährdet ihre Stellung in der Gesellschaft.

      • Anh Toàn sagt:

        Kleine Geister, die nicht mit ihrer Bedeutungslosigkeit umgehen können, warten verzweifelt auf etwas Grosses, von dem sie Teil sein können. Vladimir und Estragon oder Huber zu Margot: „Komm wir gehen“ „Wir können nicht“ „Warum“ „Wir warten auf Godot“

        • Linus Huber sagt:

          Wer mit Nabelsicht und damit kleingeistig argumentiert, dürfte wenig Zweifel erwecken.

        • Monique Schweizer sagt:

          Anh: „Die menschliche Existenz als Grenzsituation zwischen Leben und Tod, Gestalten, die auf der ewig enttäuschten Illusion des Wartens beharren oder in tragikomischer Hilflosigkeit die Gewissheit ihres Verfalls überspielen.“
          Im Zyklus solcher apokalyptischen Szenarios zeigt Warten auf Godot das menschliche Ableben auf der vergeblichen Suche nach Formen des Überlebens, nach Variationen des Endzeitvertreibs.
          .
          Für Herrn Linus und die Frau Margot ist es scheinbar der Endzeitvertreib auf den Zusammenbruch der EU, des € und des aktuellen Finanzsystems im ganzen sowie deren Eliten zu sein.
          .
          In Eintracht beschwören unsere beiden selbsternannten „Aussersystemlinge“: „Er söll emol choo!“

          • Linus Huber sagt:

            Die Unterstellung, dass hier irgendwer auf Godot oder sonst wer wartet, entstammt Ihrem Gedankengut und entspricht natürlich einzig Ihrem zusammen gebastelten Narrativ. Ich erwarte keine Endzeit, sondern bin zuversichtlich, dass wenn dieses Tal durchquert ist, die menschliche Kreativität neue Kräfte zum Wohle der Gesellschaft entwickelt. Die absolute Verweigerung des Wandels des gesellschaftlichen Selbstverständnisses um sich nicht der damit verknüpften Auseinandersetzung zu stellen, ist schwerlich zielführend, aber ich respektiere und unterstütze die Anwendung der Meinungsfreiheit und -vielfalt.

          • Anh Toàn sagt:

            @Huber: Sie könnten auch weggehen, nicht da sein, und der Kollaps des Ponzi Scheme käme dennoch unweigerlich: Ihre Schreibe gibt Ihnen das Gefühl, irgendwie daran teilzuhaben, wichtig zu sein, eine Daseinsberechtigung.

          • Linus Huber sagt:

            „Ihre Schreibe gibt Ihnen das Gefühl, …“

            Unterstellungen aus einer mit Nabelsicht ausgestatteten Person sind meist sehr aufschlussreich in Bezug auf deren Motivation. Meine Motivation beruht auf dem Vergnügen des Reizes der intellektuellen Auseinandersetzung.

          • Anh Toàn sagt:

            „intellektuellen Auseinandersetzung.“

            Aber die intellektuellen sind doch Idioten. Finden Sie es reizvoll, sich mit Idioten auseinanderzusetzen oder sind Sie einer?

  • Marcel Senn sagt:

    Wenn ich die FRED Graphiken so anschaue erscheint es mir doch etwas unseriös diese in 2010er USD aufzuzeigen, zumal der Mittelkurs damals um die 1.30 $ / € war.
    Wieso macht sich der Autor nicht die Mühe eine Graphik in konstanten € Kursen zu suchen , denn dann sieht die Kurve doch schon einiges positiver aus und der € ist in Italien ja schliesslich die Währung & nicht der U$!
    Danke – unten wie die Kurve aussehen sollte in der Heimwährung so wie es sich gehört!

    http://www.tradingeconomics.com/italy/gdp-constant-prices

    http://www.tradingeconomics.com/france/gdp-constant-prices

    Und auch die Zeiträume für die Graphiken könnte man kürzer halten – 1960 für F ist doch etwas gar lange her – damals als man in F nur 6+ Kinder machen musste & das Kindergeld quasi der Lohn war 🙂

  • Marcel Senn sagt:

    Italien hat 52 Mrd € Handelsbilanzüberschuss gemacht 2016.
    Das Land steht gar nicht so schlecht da, wenn man mal die expliziten Schulden und die impliziten Schulden anschaut, dann ist Italien in dieser Gesamtschuldenbetrachtung inkl. zukünftiger Leistungen sogar der Musterknabe Europas – weit vor Deutschland, der Schweiz oder Luxembourg, das explizit zwar nur mit 22% verschuldet ist, implizit aber mit über 800% – die goldenen Bankerrentenversprechungen lassen grüssen.
    Auch mit Spanien geht es zur Zeit wieder aufwärts u.a. dank dem Terrorismus, was die Touris lieber ihre Ferien in Spanien als in der Türkei oder Tunesien verbringen lässt.
    Vor allem die Archillesferse Griechenland ist aktuell das grösste Problemfeld, aber irgendwie wird auch die wieder temporär heilegemacht werden.

  • Anh Toàn sagt:

    Da haben wir Schweizer ja Glück, unser BIP pro Kopf explodiert geradezu.

    • Anh Toàn sagt:

      Sie schreiben, es sei fahrlässig, nur das BIP Wachstum zu nennen, die relevante Grösse sei das Wachstum des BIP pro Kopf: Nun denn, es ist fahrlässig, wenn Sie diese relevante Grösse dem Leser verschweigen: In der Eurozone hat die Bevölkerung gemäss statista.com im 2016 von 338.42 auf 339.72 zugenommen, das ist rund 1/2 Prozent, das BIP ist um 1.7% gewachsen, also ergibt sich ein Wachstum des BIP pro Kopf von deutlich über 1 Prozent.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.