Erklärungsbedarf für Chinas Staatsführung

Alles im Takt, oder? Ein Dirigent am Nationalen Volkskongress 2016 in Peking.  Foto: AP

2017 ist ein wichtiges Jahr für China. Im Herbst findet in Peking der 19. Nationale Kongress der Kommunistischen Partei Chinas statt. Parteiführer und Staatspräsident Xi Jinping wird seine zweite fünfjährige Amtsperiode antreten, und mehrere Mitglieder des stehenden Komitees des Politbüros werden ausgewechselt.

Es wird im Interesse der Parteiführung sein, in diesem Jahr wirtschaftliche sowie aussenpolitische Stärke zu demonstrieren und keine grösseren Turbulenzen zu durchleben.

Doch unter der Oberfläche der chinesischen Volkswirtschaft brodelt es.

Zum einen benötigt die Wirtschaft des Landes einen immer grösseren Einsatz von Schulden, um das Wachstum von über 6,5 Prozent aufrechtzuerhalten. Die folgende Grafik zeigt das Ausmass (Quelle: Morgan Stanley):

 

Die Balken zeigen die Schulden in Prozenten des Bruttoinlandprodukts der Haushalte (blau), der Unternehmen (gelb) und des Staates (grün).

Per Ende 2016 belaufen sich die Schulden im chinesischen Wirtschaftssystem auf rekordhohe 279 Prozent des BIP – das sind hundert Prozentpunkte mehr als vor acht Jahren.

Wie mein Kollege Alexander Trentin in diesem Kommentar warnt, hat sich das Schuldenwachstum im Januar sogar nochmals deutlich beschleunigt.

Zum Schuldenwachstum kommt ein zweiter Faktor – einer, der die Kommunistische Partei Chinas dereinst in wachsende Erklärungsnöte bringen dürfte: Die Einkommens- und Vermögensverteilung im Land wird immer ungleicher.

Eindrücklich zeigt sich das in den Auswertungen der World & Income Database der Ökonomen Thomas Piketty, Gabriel Zucman, Emmanuel Saez und Facundo Alvaredo. Die folgenden Grafiken stammen alle aus dieser Quelle.

Hier zunächst die Verteilung der Einkommen in China seit der Öffnung unter Deng Xiaoping im Jahr 1978:

 

Die rote Kurve zeigt den Einkommensanteil des bestverdienenden 1 Prozents, grün sind die bestverdienenden 10 Prozent und blau die am schlechtesten verdienenden 50 Prozent.

Aktuell erhalten die «Top 1%» gut 11 Prozent der Einkommen, und die «Top 10%» kommen auf über 37 Prozent der Einkommen.

Die «Bottom 50%» erhalten weniger als 16 Prozent der Einkommen.

Die Ungleichheit der Einkommen hat sich vor allem in den Neunzigerjahren stark erhöht. Seit 2005 zeigt sie sich einigermassen stabil.

Deutlich extremer ist die Ungleichheit in den Vermögen, im Zeitraum von 1996 bis heute (ältere Daten sind nicht verfügbar):

 

Wiederum hier: Die rote Kurve zeigt den Vermögensanteil des reichsten 1 Prozents, grün steht für die reichsten 10 Prozent und blau für die ärmsten 50 Prozent.

Die «Top 1%» besitzen fast 30 Prozent der Vermögen in China. Im Jahr 1996 waren es bloss knapp 16 Prozent.

Die «Top 10%» der Chinesen besitzen gegenwärtig gut 67 Prozent der Vermögen – auch dies nahezu eine Verdoppelung seit 1996.

Derweil kommen die «Bottom 50%» lediglich noch auf 6,4 Prozent der Vermögen. Im Jahr 1996 waren es immerhin noch 16 Prozent.

Die Vermögensverteilung im kommunistischen China ist damit heute bereits ungleicher als in Frankreich, wie die folgende Grafik zeigt:

 

Und hier zum Schluss noch die Vermögensverteilung in den USA:

 

In den Vereinigten Staaten besitzen die reichsten «Top 1%» gut 37 Prozent der Vermögen, während die «Top 10%» auf über 70 Prozent kommen.

Die «Bottom 50%» der Amerikaner besitzen netto – nach Abzug ihrer Schulden – überhaupt nichts.

Im direkten Vergleich mit den USA ist China also heute noch ausgeglichener, aber: Mitte der Neunzigerjahre kamen die «Top 1%» in den USA auf etwas unter 30 Prozent der Vermögen und die «Top 10%» auf rund 65 Prozent – genau das Verhältnis, das gegenwärtig in China herrscht.

Das müsste Staatspräsident Xi zu denken geben.

59 Kommentare zu «Erklärungsbedarf für Chinas Staatsführung»

  • Anh Toàn sagt:

    „Zum einen benötigt die Wirtschaft des Landes einen immer grösseren Einsatz von Schulden, um das Wachstum von über 6,5 Prozent aufrechtzuerhalten.“

    Gibt es Wachstum ohne zunehmende Schulden? Sagen nicht namhafte Oekonomen (Krugmann z.B.), man müsse nur Schulden machen, sogar egal wofür, dann gibt es Wirtschaftswachstum?

    China Schuldenwachstum gemäss Tabelle oben und GDP Wachstum gemäss: http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.KD.ZG?locations=CN)

    2008 6.8% GDP +9.6
    2009 15.9% GDP +9.4%
    2010 7.7% GDP +10.60%
    2011 -0.5% GDP +9.50%
    2012 5% GDP +7.9%
    2013 7% GDP + 7.7%
    2014 6.8% GDP +7.3%
    2015 9.7% GDP + 6.9%
    2016 8.1% GDP +6.5(?)%

    Wenn man dies ein bisschen glättet, ist zumindest die einleitend zitierte Aussage, dünn unterlegt.

    • Marcel Senn sagt:

      Anh: So ganz einfach ist das nicht, weil
      Die Schulden sind schon 2008 auf einem Level von mindestens 157% des GDP waren – also der % Schuldenzuwachs schon mal mind Faktor 1.57 aufgewertet werden muss.
      Die GDP %Zuwachszahlen sind inflationsbereinigt – also tiefer als sie effektiv sind, die Schuldenzahlen aber nicht, weil die vom effektiven nominalen GDP ausgehen. (die Basis müsste eh auf Yuan und nicht U$ sein um Währungsdifferenzen auch noch auszuschliessen)
      .
      Fazit: Für solche Vergleiche sind absolute nominale Zahlen in der Heimwährung eigentlich unerlässlich – die prozentualen Veränderungen kann man dann immer noch ableiten.
      Den Schuldenzuwachs muss man mit nominalen GDP Zahlen vergleichen.

    • Anh Toàn sagt:

      Tschuldigung, das war ein dummer Post: Die Tabelle hier zeigt die Schulden in Prozent des GDP, nicht das nominelle Schuldenwachstum.

    • Mark Dittli sagt:

      Das Wachstum der aggregierten (Haushalte, Unternehmen, Staat) Schulden liegt in China seit Jahren signifikant über dem BIP-Wachstum. Entsprechend steigt der aggregierte Schuldenstand in % des BIP. Jede zusätzliche BIP-Einheit wird mit einem höheren Leverage erarbeitet. Das ist per se nicht problematisch, sofern die über Schulden finanzierten Investitionen produktiv sind, i.e. ihr künftiger Cashflow die Bedienung der Schulden finanziert. Ist das in China der Fall? You tell me. Doch insbesondere im chinesischen SOE-Sektor sind nach 2008 die Schulden explodiert, und es ist zweifelhaft, ob die daraus finanzierten Investitionen produktiv waren. Sie finden gutes Material hierzu u.a. von der BIZ sowie von Michael Pettis.

      • Anh Toàn sagt:

        „i.e. ihr künftiger Cashflow die Bedienung der Schulden finanziert. Ist das in China der Fall?“

        Ich versuche es:

        Wenn man einen Wolkenkratzer in die Wüste baut, finanziert der Cash Flow aus der Investition die Bedienung der Schulden nicht. Aber vielleicht lässt sich das mit dem Bau des Wolkenkratzers erworbene Know-How in der Zukunft Cash Flow wirksam umsetzen. Besser man baut einen Wolkenkratzer in die Wüste, als die Leute sitzen ohne Arbeit rum und stören noch die anderen beim arbeiten und schlagen zusammen, was eigentlich nützlich wäre: Die Amis hätten besser die Arbeiter einen nutzlosen Wolkenkratzer bauen lassen, als jetzt Trump am Hals zu haben.

        • Anh Toàn sagt:

          Die Chinesen kaufen „uns“ gerade auf, während wir uns über deren Ponzischeme lustig machen und sagen, das ginge nicht, mit so viele Schulden.

        • J. Kuehni sagt:

          Nice Try, Anh Toan. Anstatt dem Wolkenkratzer hätten Sie auch die Pyramiden und deren ökonomische Konsequenzen erwähnen können, ich glaube nicht, dass es ein besseres Beispiel für keynes’sche Beschäftigungstherapie gibt in der Weltgeschichte… 😉

      • Marcel Senn sagt:

        Bin in meinen eigenen Berechnungen auf ein ähnliches Resultat gekommen wie Herr Dittli es beschreibt und wie schon erwähnt fehlen in den Morgan Stanley Zahlen die gesamten Financial Corp Debt., die schon 2015 (für Mitte 2014) in der McKinsey Studie Debt and not much deleveraging mit zusätzlichen 38% beziffert wurden (siehe Full report Seite 75ff)
        http://www.mckinsey.com/global-themes/employment-and-growth/debt-and-not-much-deleveraging
        .
        Ueber die globalen financial Corps Debt findet man leider nur sehr wenige aussagekräftige Zahlen im Internet und über das verschlungene Finanzsystem Chinas noch weniger.

  • Marcel Senn sagt:

    Ackermann: Es sieht wohl danach aus „nach weiter wie bisher“
    .
    Wenn Oxfoam behauptet, dass die 8 reichsten Männer der Welt gleich viel Vermögen haben wie die 3.6 Mrd ärmsten Menschen der Welt, dann tönt das auf den ersten Blick schockierend, nur diese 426 Mrd Vermögen sind gerade mal 0.167% der Weltnettovermögen der Privaten & von den 3.6 Mrd Aermsten sind gut 2.6 Mrd Kinder und Jugendliche.
    Dass mind. 5 dieser 8 sich givingpledge.org angeschlossen haben und jetzt schon viel spenden und sich verpflichtet haben mind 50% ihrer Vermögen zu spenden relativiert es nochmals.
    1937 hatte J.D. Rockefeller ein Vermögen von 17-20 Mrd damaligen $ – wären heute 300-350 Mrd$ inflationsangeglichen. JDR hat vermutlich damals als single Person mehr als die 50% oder 1.15 Mrd damaligen Aermsten.

    • Marcel Senn sagt:

      Nun auch das Rockefeller Vermögen wurde doch zu wesentlichen Teilen wieder unters Volk gebracht mit unzähligen Foundations und Stiftungen. Wären die Nachfahren Rockefellers auch alle vom Geldvermehrungswahn bessessen gewesen, hätten sie vermutlich heute schon mehr als eine Billion, aber wie es scheint hat Vermögen ab zweistelligen Mrd. Beträgen einen abnehmenden Grenznutzen (für viele andere auch schon ab wenigen Mio) und anstatt nur noch die Vermehrung in Betracht zu ziehen, gibt es doch zunehmend ultrareiche Individuen die der Gesellschaft wieder was zurückgeben wollen.
      .
      Alternative Formen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen werden zwar jetzt weltweit getestet, aber soweit ist die Menschheit noch nicht.
      Also vergessen Sie vorerst mal Deleveraging etc. the show will go on…

  • Markus Ackermann sagt:

    Ja, diese Entwicklungen haben wohl weniger mit der Realwirtschaft zu tun (Potentialwachstum, Verbesserung der Produktivität vielleicht in der Grössenordnung von 2% pro Jahr) als mit der Entwicklung der asset-Bewertungen (asset inflation): also mit der Ausweitung von Geld- und Kreditmengen.
    .
    Welche Auswirkungen hätte eine zB 12%ige Abwertung pro Jahr
    – des Renmimbi
    – des neuen Francs (falls Le Pen die Wahlen und danach die FRexit-Abstimmung gewinnt.)
    -des €
    -> 0.88^10 Jahre = 0,2785
    .
    Abwertung wogegen?
    – gegen den US$
    – gegen CHF (dann wäre die CH-Wirtschaft am Boden)
    – gegen Gold
    .
    Was wären die realistischen Szenarien bei einem Abwertungswettlauf der Währungen?
    Wie sonst, wenn nicht durch Abwertung, wäre ein deleveraging möglich?
    Was wären die Konsequenzen für die Politik (in den Ländern und gegenüber den „Feinden“ im Ausland)?

    • Rolf Zach sagt:

      Die Abwertung des Renminbi gegen US$ und dann noch gegenüber dem Euro und dem Yen wäre nichts anderes als eine Erklärung zum Handelskrieg von den Chinesen und dies gilt nicht nur für den unausgegorenen Ökonomen Trump, sondern für die ganze Bandbreite (inkl. Krugman) der westlichen Ökonomen. Die Chinesen werden dies bleiben lassen und halt ihre Milchseen in die Grube schütten oder als Entwicklungshilfe exportieren. Ich meinte natürlich damit Stahl, habe dies aber mit unseren Milchseen und Butterbergen verglichen, denn es hat die gleiche Wirkung. Der Renminbi wird eher gegen den $ aufwerten, der Nutzen ist für die Chinesen schlussendlich grösser.
      Einen Franc nach Le Pen gibt es nicht, die Franzosen wollen sowenig ihre Ersparnisse unter dieser Dame verlieren wie die Griechen.

      • Rolf Zach sagt:

        Ich muss mich leider wiederholen, unser Franken ist eine Schatzkästli-Währung und so gut oder noch besser als Gold. Kaufen Sie eine 3A Anleihe mit 1 % Zins auf 10 Jahre und vergleichen sie es dann mit dem zukünftigen Goldpreis. Sie werden feststellen, Ihre mündelsichere Anlage hat sich besser entwickelt als der Goldpreis. Wir sind Masochisten. Lieber ruinieren wir unsere Wirtschaft, als dass unser Franken seinen Spitzenplatz gegenüber allen Währungen verliert. Wir haben trotz innenpolitischen Unruhen in den 30er Jahren (in Genf wurden 1932 13 Arbeiter durch
        durch Berner Rekruten erschossen) als letzte vom Goldblock 1936 unseren Franken abgewertet. Wichtiger als das Bankgeheimnis, ist diese eherne Stabilität für unseren Finanzplatz.

        • Marcel Senn sagt:

          Zach: Selbst mit dem Schwund-U$ z.B. angelegt vor 100 Jahren in 10 Jahres Treasuries (und Erträge und Rückzahlungen immer wieder reinvestiert) konnten Sie die Goldpreisentwicklung um weiten schlagen (und wenn man die Aufbewahrungs- und Sicherheitskosten für Gold auch noch einberechnet wird dessen Performance noch viel schlechter)

    • Marcel Senn sagt:

      Ackermann: Sie machen aber (wie viele auch) den Fehler, dass Sie nur die Geld- und Kreditmengenausweitung isoliert betrachten, nicht aber aus was sich das BIP eines Landes denn so zusammensetzt.
      China:
      household consumption: 38.7%
      government consumption: 14.2%
      investment in fixed capital: 42.3%
      investment in inventories: 1.5%
      exports of goods and services: 20.5%
      imports of goods and services: -17.2% (2016 est.)
      .
      Ein Grossteil fliesst nach wie vor in fixed Capital – also Real Estate, Produktionsanlagen, Infrastruktur etc. (früher warens sogar fast 50%)
      .
      Gut ein Teil (wieviel ???) davon wird vermutlich für die „Füchse“ sein (Stichwort Geisterstädte), aber Fixed Capital sind trotzdem Investitionen die China mittel- bis langfristig einen Return ermöglichen werden.

      • Marcel Senn sagt:

        Ganz anders z.B. die USA, wo die Fixed Capital Investionen trotz maroder Brücken, Strassen und auch Produktionsanlagen mittlerweile nur noch 15.9% des BIP ausmachen und ein Grossteil für Haushaltkonsum 68.6% und Governement 17.7% des BIPs draufgehen.
        Weltweit wird gemäss CIA World Factbook 25.3% des Welt-GDP in Fixed Capital investiert. Die USA sind also massiv drunter, die Chinesen massiv über dem Weltdurchsschnitt.
        .
        Die gigantischen chin. Schulden basieren also auf angenommenen Guthaben in den Fixed Capital Investments — es kommt einfach drauf an wieviele davon sich als nonperforming Loans entpuppen, aber ich glaube die KP denkt halt in längerfristigen Zusammenhängen – die müssen ja auch nicht alle 4-5 Jahre dieses Wahlchasperlitheater durchmachen und können eben grösser planen

      • Rolf Zach sagt:

        Deutschland hat ca. 30 bis 35 % Anteil Exporte am BSP und von den Exporten gehen die Hälfte in die EU. Auch wenn China nur ein Pro-Kopf BSP hat von 30 % des deutschen, ist dieser Vergleich mit den Zahlen seiner Exporte von 20 % am BSP absolut absurd. China ist schließlich in sich selbst so gut wie ein Kontinent mit einem riesigen Binnenhandel. Ich vermute für 30 % der chinesischen Stahlproduktion gibt es weder im Inland und schon gar nicht im Ausland einen Markt mit Preisen, die die Produktionskosten in China decken. Nach wie vor ist auch das teure Japan eine Land für die Ausfuhr von Stahl, aber eher wegen dessen Qualität der Stahlsorten als wegen dem Preis.

        • Marcel Senn sagt:

          Zach: 19% ist das reale chin. GDP im Vergleich zu Deutschland.
          Vielleicht haben Sie die Purchase Power PPP GDP genommen, die sind etwa um 30%, aber das ist wieder eine andere Geschichte.
          Die Zahlen oben stammen aus dem CIA World Factbook und in realen Termen stimmen die ziemlich (im Quervergleich mit anderen Quellen)
          Deutschland hat übrigens viele höhere Exportwerte
          household consumption: 53.7%
          government consumption: 19.5%
          investment in fixed capital: 20.1%
          investment in inventories: -1%
          exports of goods and services: 45.7%
          imports of goods and services: -38% (2016 est.)

    • Marcel Senn sagt:

      Ackermann: ihre 12% igen Abwertungsphantasien über 10 Jahre hinweg sind doch mit Verlaub gesagt ziemlich lächerlich, weil Währungen schon viel früher ein neues Gleichgewicht finden.
      .
      Der € hat sich übrigens in den letzten Jahren wieder ganz gut positioniert mit der Abwertung vs. $. Die € Geldmenge M3 ist zwar seit 2008 von 8.8 Bio auf 11.4 Bio gestiegen, aber in $-Terms sogar um etwa 8% gefallen.
      .
      So hatte z.B. Italien 2016 einen Handelsbilanzüberschuss von 52 Mrd € (also absolut mehr als die CH), auch wenn man die expliziten und impliziten Schulden (zukünftige Verpflichtungen v.a. Renten) anschaut, ist Italien Europas Musterknabe, während der vermeintliche Musterknabe Luxemburg mit 22% expliziten Schulden implizite Schulden in der Höhe von über 800% des BIP hat!

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Wenn jemand Probleme mit einer überbewerteten Währung bekommt, dann ist es definitiv der Donald – er hat ja auch schon ein paarmal geraunzt, dass der $ zu stark sei – aber gleichzeitig die Zinsen erhöhen wollen und einen schwächeren $ – das wird doch etwas schwierig werden.
        Mal schauen was passieren wird, wenn er schon bald mal die FED dann über Jahre oder Jahrzehnte nach seinem Gusto besetzen kann.
        Irgendwie werden die tricksen müssen um den $ tief zu halten, gut die Staatsschulden werden vermutlich weiter steigen, China und auch Japan ihre Treasury Positionen weiter runterfahren und dann wirds spannend – wer kauft den Amis noch die Schulden ab? Wieder die FED oder wer sonst??

        • ast sagt:

          @Senn Es ist derzeit wohl eine ernsthafte Frage. Was denken Sie haben „die Eliten“ für Waffen um gegen Trump vorzugehen? Die Presse, aber auf wenig Vergleichbares reagiert man so empfindlich wie die Aktienkurse. Ich denke dass diese Waffe gegen Trump bald eingesetzt werden könnte. Vielen ist noch nicht so ganz bewusst welcher Machtkampf in den USA gerade losgetreten wurde. Herr Fink von Black Rock scheint aber Signale gehört zu haben….

    • Markus Ackermann sagt:

      @Senn, Zach
      1. Danke für die Argumente. Deren allg. Richtung ist: more of the same.
      -> Also eine noch grössere Umverteilung von unten nach oben (per asset-inflation), als im NMTM-Beitrag dargestellt.
      -> Offen bleibt dann die Beantwortung der Fragen: „Wie sonst, wenn nicht durch Abwertung, wäre ein deleveraging möglich?
      Was wären die Konsequenzen für die Politik?“
      -> Wie erreicht man das notwendige deleveraging auf die Hälfte oder ein Drittel (von heute ~300% des BIP)?
      -> WEN in der Gesellschaft enteignet man WIE?
      2. Es kommt natürlich immer auf das Intervall an. Bei Incrementum (Stöfferle) In Gold we Trust 2016 findet man auf S. 13 eine Tabelle zur Goldperformance seit 2001 in div. Währungen:
      Mittelwert der performance p.a.
      gegen €: 10,5%
      gegen US$: 11,56%
      gegen £: 12,5%
      gegen Yen: 10,21%
      gegen CHF: 8,36%
      Die dort genannten Währungen hätten demzufolge gegen die Währung Gold abgewertet, bei einer mittleren Abwertung 2001-mitte 2016 von 10,71%.
      Der Yuan wertete ebenfalls gegen den US$ (und Gold ab).
      Darum wäre nicht mehr allzu viel Luft zu den 12%.
      Claro: Incrementum will Gold verkaufen. So what?

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Diese Graphiken sind eben auch trügerisch, weil das China von 1978 nicht mit dem China 2017 zu vergleichen ist. Obwohl damals die EK-Verteilung „gerechter“ war, würde ich jetzt mal behaupten, dass es auch den unteren 50% materiell gesehen viel besser geht als 1978, da man die enorme reale Entwicklung seit 1978 berücksichtigen muss, weil der Kuchen ja auch um ein vielfaches grösser geworden ist. Mit der Einkindpolitik auch seit 1978 hatten Eltern zudem auch viel weniger Ausgaben (das kommt noch dazu) auch wenn sich das mit der Altersstruktur dann in einigen Jahrzehnten wieder rächen könnte.
        .
        Mit einer restriktiven Kreditvergabe (z.B. wie in der CH mit der 5% Tragbarkeitsfähigkeitsprüfung für Hypotheken aber auch Lex Koller etc.) kann man Assetinflation entgegenwirken

      • Linus Huber sagt:

        „more of the same“

        🙂 Trotz pseudointellektueller Argumente handelt es sich um ein „One trick pony“

        • Monique Schweizer sagt:

          Na ja das einzige pseudointellektuelle „one trick pony“ mit den praktisch immergleichen in sich verschachtelten moraltriefenden Worthülsenkaskaden sind hier in NMTM doch wohl Sie werter Herr Linus!

          • Linus Huber sagt:

            Sicher doch, weil „more of the same“ eben nicht zum Ziel führt. Genau dort liegt die Auseinandersetzung, welcher mit pseudointellektuellen Argumenten und in Anwendung abstruser Theorien aus dem Wege gegangen wird.

          • Monique Schweizer sagt:

            Oops U did it again!
            Wie kann es denn noch „more of the same“ bleiben – jetzt haben wir einen Donald Trump und die Karten der Weltwirtschaft werden neu gemischt.
            Gut wenn die Banker eventuell bald wieder schalten und walten können wie sie wollen mit Trickfinanzpapieren aller Art, dann könnte es schon mal eine „overdose of the same“ geben.
            Sie Bauernschlauer scheinen einfach den Schweinezyklus nicht richtig verstanden zu haben, nicht nur die Menge der Schweine kann von mal zu mal variieren sondern eben auch die Menge der jeweils bietenden Gelder resp. deren Besitzer.
            Wurde denn Ihr Vater mal überboten, bei einer Kuh die Sie unglaublich gerne gehabt hätten und weil die Geldmenge an jenem Kuhandelstag zu gross war, ging Kleinlinus leer aus?

          • Linus Huber sagt:

            1. Wo genau erkennen Sie einen Zyklus in der Geldpolitik?
            2. Wir kennen Trumps Umsetzung im Bereiche der Finanzwirtschaft noch nicht genug um definitiv Schlüsse zu ziehen. Wenn zugleich jegliche Liquiditätsrückversicherung nicht mehr durch den Staat sichergestellt würde, sähe die Sache komplett anders aus. Mal sehen, wobei Sie tendenziell richtig liegen dürften. Aber eben, selbst mit der anscheinend strikteren Regulierung wuchs dank den Zentralbanken die Geldmenge noch stärker als zuvor, wie dies von einer guten Ponzi-Scheme erwartet wird.
            3. Verniedlichende Ausdrücke und billige persönliche Anspielungen untergraben die Glaubwürdigkeit Ihrer Argumente.

          • Linus Huber sagt:

            Da Sie sich derart bewandert geben, sollte ich Ihnen eigentlich nicht erläutern müssen, dass meine Überlegungen durch wirkliche Ökonomen und Philosophen bestätigt werden. Die Idee, dass grundlegende Prinzipien gerade im Bereiche des Zentralbanking aufgrund der „John Law“ Doktrin nicht mehr gelten, ist eine Illusion.

          • Monique Schweizer sagt:

            Herr Linus: Der Hasardeur John Law hat nicht mal 4 Jahre gewütet. Gemäss Ihren etwas realitätsfremden Vergleichen hätte also unser Finanzsystem schon in den 70er Jahren zusammenbrechen müssen…
            Dito bei den Nazis – denn deren Nationalökonomie hat mit den IOU-MEFO Wechseln und anderen Tricksereien eines Hjalmar Schacht in Hochform ponziähnliche Tendenzen was man auch an der Reichsbankbilanz gut erkennen kann.
            http://newworldeconomics.com/the-reichsbank-1924-1941/
            Aber nach sechs Jahren war dort auch Schluss und sie mussten auf Beutekrieg gehen. Auch das Subprime-System dauerte nur wenige Jahre.
            Dass das Finanzsystem seit der Aufgabe der fixen Wechselkurse 1971 immer noch hält, zeigt eigentlich auf, dass wir uns NICHT wirklich in einem Ponzimodus befinden.

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: Wenn Sie hier meinen austeilen zu können mit „pseudointellektuellen“, „IYI“ und was Sie sonst noch an arroganten Begriffen auf Lager haben, bitte, aber solange Sie so dermassen arrogant und besserwisserisch daherkommen, solange darf man Sie auch ungeniert anpissen.
            Frage mich sowieso was Sie auf einem doch sehr oft sehr ökonometrisch orientierten Blog zu suchen haben – das sind doch für Sie eh alles nur „pseudointellektuelle“ Schwachstromökonomen. Wieso tauschen Sie sich nicht einfach auf einem Hayek-, van Mises-, Bastiat- oder Rothbard-Blog mit Ihren Gesinnungskameraden aus? Wäre doch Win-Win: wir wären Sie resp. Ihr Gedankengut endlich los (zumal Sie sich eh nur noch wiederholen) und Sie bekämen dort Bestätigungen für Ihre Theorien en masse!

          • Linus Huber sagt:

            Ach so, einzig weil die Ponzi-Scheme gemächlicher und fast unbemerkt abläuft, sollen nun die Prinzipien natürlich ihre Gültigkeit verloren haben. Das tönt logisch. Danke, auf diese Idee wäre ich nun nie gekommen. Sie bestätigen meine Vermutung Ihrer kurzfristig orientierten prinzipienfreien Einstellung, von welcher die Gesellschaft langsam die Nase voll hat und z.B. Trump wählt. Aber eben Trump ist ja der Bösewicht und diejenigen, welchen ihn ermöglichten, sind diejenigen, welche am lautesten protestieren. The law of unintended consequences in the form of 2nd and 3rd-round effects takes its toll. Nicht nur wird dies nicht erkannt, sondern diesen Zusammenhang will man nicht einmal hören. Gehen Sie weg, gehen Sie zu jenen, welche Ihre Meinung vertreten, ich will das nicht hören!

          • Anh Toàn sagt:

            „Aber eben Trump ist ja der Bösewicht und diejenigen, welchen ihn ermöglichten, sind diejenigen, welche am lautesten protestieren.“

            Die welche Trump ermöglichten sind die Wähler.
            Sie sagen, die „Elite“ sei schuld, wenn das vernünftige und gute Volk Idioten wählt: Aber die vorherige Elite hat ja das gleiche Volk gewählt. Aber daran ist das Volk unschuldig, weil es unfähig zur Einsicht oder entsprechend der Einsicht zu handeln: Sie verlangen Verantwortung der Entscheidungsträger, also ist das Volk verantwortlich für Trump, es hat entschieden, dass es sich effen lassen will, voll in den Hintern.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie Herr Huber sind einer derjenigen, welche Trump ermöglichen: Sie machen alles schlecht was ist, sagen die, welche Führen, seien Idioten, wenn auch intellektuelle, ganz grundsätzlich und alle miteinander. Sie sagen dem Volk, es müsse Leute wie Trump oder Petri oder Le Pen wählen, damit endlich mal aufgeräumt wird. Und wenn dann nichts als Scheisse rauskommt, waschen Sie Ihre Hände in Unschuld.

          • Anh Toàn sagt:

            Ich frag mich, ob Sie wissen, was Sie tun, oder ob Sie unschuldig sind, ohne Einsicht oder ohne Fähigkeit, entsprechend der Einsicht zu handeln.

          • Monique Schweizer sagt:

            Herr Linus In Sachen Oberflächlichkeit können Sie Ihrem „Idol“ Trump tatsächlich das Wasser reichen Herr Linus!
            Sieht der irgendeinen tendenziösen Fox News Bericht über Schweden, macht der gleich ein nie stattgefundenes Phantomattentat draus und plärrt das vor seinen zumeist auch nicht besonders hellen Anhängern raus, die natürlich alles glauben was der „Messias“ so von sich gibt!
            In etwa ähnlich verfahren Sie mit ihrer sehr unspezifisch & unkonkret gehaltenen „Ponzischeme Theorie“ welche Sie schon seit Jahren auf uns losplärren!
            Ich habe Ihnen oben ein paar Beispiele gebracht, die man wirklich als ponzischemeähnliche Systeme resp. Subsysteme betrachten kann. Alle sind innert ein rel. kurzer Zeitspanne zusammengebrochen, weil Lügen bekanntlicherweise eben rel. kurze Beine haben.

          • Monique Schweizer sagt:

            Herr Linus: Wenn wir schon angeblich in einer „Ponzischeme-Blase“ leben, dann wäre diese ja seit dem 15. August 1971 (Aufhebung der Goldanbindung durch Nixon) die mit grösster Wahrscheinlichkeit längste Ponzischeme-Aera in der Menschheitsgeschichte und der Herr Linus wartet und wartet und wartet bis endlich mal alles zusammenbricht…

          • Linus Huber sagt:

            „There is no subtler, no surer means of overturning the existing basis of society than to debauch the currency“ – John Maynard Keynes, 1919

            “I find myself more and more relying for a solution of our problems on the invisible hand which I tried to eject from economic thinking twenty years ago.” – John Maynard Keynes, 1946

            Uff, dieser Ketzer war ja Ihr Gesinnungskamerad. Das kommunistische Gedankengut Russlands existierte ebenfalls lange, bis es schlussendlich in sich zusammenbrach. Die ersten Warnschüsse 2000 und 2008 werden natürlich nicht als solche wahrgenommen, sondern zum Anlass genommen, zunehmende zentralplanerische Machtkonzentration anhand von Zwangsmassnahmen zu rechtfertigen. Herrlich, wie Indoktrination und Konditionierung zu kritikloser Obrigkeitsgläubigkeit führt.

          • Linus Huber sagt:

            „There is only one difference between a bad economist and a good one: the bad economist confines himself to the visible effect; the good economist takes into account both the effect that can be seen and those effects that must be foreseen.“ — Frederic Bastiat

            Welch zeitlose Bedeutung solch eine Erkenntnisse in sich trägt, wird immer wieder bewiesen.

          • Marcel Senn sagt:

            Ist ja gut Herr Linus. Jetzt wo Sie sich mit dem Lumpenproletariat, den Bildungsfernen, den bräunlich anghauchten und den Angry White Men solidarisiert haben können Sie sich vor denen mit ihren gscheiten Bastiat Sprüchli aufspielen, und dann vielleicht irgendwann sagen: „Gsender ich has scho immer gseit“, falls ihr die EU dann wirklich noch im beschleunigten Verfahren kaputtgemacht habt (Frexit, NLexit und was auch immer – nur Deutschland hat jetzt den geilen Martin, der die verirrten Seelen von der AfD nach und nach wieder zurückholt)
            .
            Und dass die Trump Anhänger jetzt nicht mehr obrigkeitsgläubig sind und all die zentralplanerischen Eingriffe von Trump jetzt die neue ökonomische Freiheit darstellen soll, so einen Schwachsinn glauben vermutlich nur Sie werter Herr Linus!

          • Linus Huber sagt:

            🙂 Marcel

            Sie verwechseln hier etwas; es geht nicht um meine persönlichen Vorlieben, sondern einzig darum die Zusammenhänge zu erkennen. Wenn schon wäre eine Persönlichkeit wie Ron Paul, welcher viele Aspekte der heutigen Situation schon vor 20 Jahren voraussah, wohl ein bevorzugter Kandidat gewesen, denn es fehlt offensichtlich an Integrität und Glaubwürdigkeit in der politischen Führungsliga. Aber das ist eh Schnee von gestern und jetzt offerierte sich einzig ein Trump, welcher genügend finanzielle Mittel und den notwendigen Bekanntheitsgrad auswies. Wenigstens unterscheidet er sich von den politischen Schaumschlägern, indem er seine Versprechen anscheinend zu verwirklichen versucht und damit den Status-Quo in Frage stellt.

          • Anh Toàn sagt:

            „…seine Versprechen anscheinend zu verwirklichen versucht…“

            Er bemüht sich ganz doll. Oder er erweckt zumindest den Anschein, es zu versuchen.

            Noch schlechter kann man kein Zeugnis ausstellen. An Trumps Stelle würde ich eine Arbeitsbestätigung verlangen.

          • Anh Toàn sagt:

            Trump versucht gerade, die vierte Gewalt im demokratischen rechtsstaat, die Medien, und die dritte Gewalt, die Justiz („sogennante Richter“) auszuschalten. Weil damit kann die zweite, der Gesetzgeber, das Parlament, Gesetze schreiben, soviel sie will, die Regierung braucht sich nicht daran zu halten. Dann hat man die Diktatur und es braucht nur noch Patrioten, welche mit ihrem und dem Blut des Tyrannen den Freiheitsbaum laben.

          • J. Kuehni sagt:

            Was mich an Huber und ähnlichen „Fellow Travellers“ am meisten erschreckt, ist deren offensichtlich absolute Gleichgültigkeit gegenüber den Mitteln, mit denen der Status Quo angefochten wird, solange es nur endlich passiert.

          • Linus Huber sagt:

            Ja Herr Kuehni, wenn man auf einen Abgrund zufährt, werden, je länger man damit wartet, die Mittel vom Kurs abzuweichen immer unwichtiger. Erschreckend ist fuer mich der Umstand, dass die Status Quo Verteidiger die Situation offensichtlich nicht richtig einzuschätzen vermögen und sich der kritischen Auseinandersetzung mit ihrem in Realität versagenden Gedankengut verschliessen. Anstatt dessen wird mit Vehemenz und und undifferenziert die weltweite Bewegung fast schon mit religiösem Fanatismus verteufelt. Trump macht viele Fehler, da gehe ich mit Ihnen einig, aber die Intensität der Hetze gegen ihn wirkt aus meiner Sicht fast schon lächerlich.

    • Markus Ackermann sagt:

      @Senn, Zach
      1. Der Yuan wertet schon seit einiger Zeit gegen den US$ ab.
      -> Soweit in China produziert wird, bewirkt eine Abwertung des Yuan eine Kosten-Senkung (in US$ gerechnet). Ergo können die chinesischen Anbieter tendenziell die Preise senken.
      2. Gleichzeitig haben wir eine relativ starke Lohnerhöhung in China, einen grösseren Mittelstand und mehr Binnenkaufkraft (also das Gegenteil der Agenda 2010 in D),
      -> was die Kosten der chinesischen Produzenten in die Höhe treibt,
      -> aber gleichzeitig grössere Absatzchancen in China bietet (siehe dt. Wirtschaftswunder zu Erhardt’s Zeiten).
      => Insofern ist die Politik der KP in China eher auf eine Steigerung der Wohlfahrt ausgerichtet
      … obwohl (wegen?) von einer erheblichen Kreditsteigerung getrieben.
      3. Welche Optionen hat die USA (zB in Bezug auf den rust belt), falls die währungsbedingten Preissenkungen aus China weiter gehen?
      … etwa „border taxes“ (wie Trump ankündigt)?
      Bref:
      In Bezug auf die Schulden (deleveraging) ist offen, wer wen wie enteignet.
      In Bezug auf die Steigerung der binnenländischen Produktion ist unklar, wer wo wieviel productive labour (Adam Smith) leistet.

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Die PBOC hat auch 1 Bio $ Reserven abgebaut, sonst wäre der Yuan vermutlich noch einiges schwächer.
        Dass die KP den Binnenmarkt stärken will ist auch sinnvoll – bei nur 38.6% Householdspending hats noch einiges Potential nach oben.
        Ansonsten kaufen die Chinesen ja ziemlich aggressiv weltweit strategische Schlüsselfirmen (inkl. Technologien) auf.
        Und da ja Trump resp. die Reps jetzt eventuell Neuland versuchen mit der Border Adjusted Tax (BAT)
        http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/donald-trump-importsteuer-der-usa-bedroht-die-globalisierung-a-1134565.html
        werden die Chinesen sich vermutlich vermehrt andere Handelspartner suchen und vermutlich auch finden und wie schon gesagt die Binnenwirtschaft stärken.

        • Marcel Senn sagt:

          Ackermann: Tippe mal drauf die Chinesen werden irgendwie den Ludwig Erhard Weg vom Wirtschaftswunder einschlagen und die Angry White Men im Rustbelt werden auch nach vier Jahren Trump noch angrier sein als 2016…
          .
          Nicht die Chinesen haben das Problem, sondern Trump. Er muss den US$ Index von seinem Höchststand mit akt 100.9 (seit 2003) versus die anderen Währungen vermutlich zw. mind 10 bis gar 20% runterbringen.

          https://www.investing.com/quotes/us-dollar-index

          Nur vor 1987 und zw. 2000 bis 2003 war dieser U$-FX-Basketindex höher (Grafik oben max eingeben).
          .
          Müsste dann die FED gleich der SNB Methode für Mrd Beträge FX einkaufen, damit der $ gedrückt wird?
          Oder sich einfach weiter verschulden, dann müssten aber irgendwann mal die Zinsen steigen und dann steigt ev. auch der $

          • Marcel Senn sagt:

            Im Gegensatz zur CH wo die SNB mit schon gut 110% des BIP eine sehr hohe Assetsumme hat, hätte die FED mit 4.5Bio Assets oder gerade mal 25% des BIP doch noch Power selbst für ein paar Bio FX zu kaufen, was den $ dann doch einiges runterdrücken würde. Auch wenn die FED-Assetsumme dann auf 50%-60%/BIP steigen würde, wäre das noch verkraftbar.
            .
            Wäre glaub fast die einzige Methode — der SNB ist ja schliesslich auch nix gescheiteres eingefallen um den CHF zu drücken….
            .
            Vielleicht sollte ich mal Trump beraten gehen — „a terrific smart swiss guy showed me this way“ 🙂
            Jetzt wo er auch bald die FED noch kontrollieren wird (durch die Personalbesetzungen)….everything is possible…

  • Sacha Maier sagt:

    Die Daten in diesem Artikel zeigen eigentlich ziemlich klar die globale Konvergenz der Systeme. Mindestens auf der Ebene Verschuldung und Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen stehen wir im Westen China eigentlich in nichts mehr nach. Auch bei uns schreitet die Entdemokratisierung mit riesigen Schritten voran. Putin, Orban, Erdogan und Trump machen es auf die gute alte monarchische Weise. In der EU macht man es auf die politisch korrekte unverbindliche Art und in der Schweiz hat längst die Lobbykative das Zepter übernommen und biegt weichenstellende Volksentscheide nach ihrem Gusto hin, während wir glauben, mit Burkaverboten und USR-III-Abstimmungen der Herr im Haus zu sein. Dummerweise kann man nur noch dorthin, wo es noch schlechter ist: In die NENA-Staaten.

  • PP sagt:

    Ich finde es schade, dass solche Artikel (NMTM) nicht den Weg in die Druckversion des TA finden.

  • Marcel Senn sagt:

    Andere Quellen gehen auch schon von 330% Verschuldung und dies noch ohne die Corp. financial Debt aus

    http://www.barrons.com/articles/chinas-debt-addiction-could-lead-to-a-financial-crisis-1478322658

    Der Unterschied dürfte vermutlich unter anderem in den Provinzschulden liegen, die gar nicht als Governement Debts ausgewiesen werden sondern in irgendwelchen intransparenten Special-Purpose-Debt Vehikeln dahinschlummern.
    Vor allem 2015 und 2016 haben die Provinzen massiv neue Schulden in Grössenordnungen von 600 bis 700 Mrd US$ pa aufgenommen.
    Auch der ganze Financial Corp Debt Sector ist ein verschlungener Sumpf bei dem kaum jemand mehr einen echten Durchblick hat, da dort auch gemischelt wird was das Zeugs hält zwischen halbstaatlichen Banken, Corps und Gemeinden.

  • Herbert sagt:

    Interessanter Artikel

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