Die Rechnung der Nationalbank geht nicht auf

Thomas Jordan, President of the Swiss National Bank, SNB, speaks during a press conference on the economic outlook for the current year, at the Geneva Press Club, in Geneva, Switzerland, Tuesday, February 2, 2016. A year after the abolition of the current floor maintaining balance of 1.20 CHF for 1 Euro, the director of the Swiss National Bank delivers its economic outlook for the current year. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

SNB-Präsident Thomas Jordan. Foto: Laurent Gillieron (Keystone)

Im Januar 2015 hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Eurountergrenze von 1.20 Franken aufgegeben. Sie gab den Wechselkurs frei, verhängte jedoch Negativzinsen auf Frankenguthaben. Für grosse Volumen gilt seither ein Satz von –0,75 Prozent, das heisst, pro Jahr fallen Kosten von 75 Basispunkten an.

Anlagen in Franken sind dadurch finanziell unattraktiv geworden. Ausländische Investoren sollen abgeschreckt werden, die Schweizer Währung zu kaufen. Und nicht zu vergessen: Schweizer Institutionelle sollen ihre Mittel im Ausland anlegen, das heisst, die Frankengelder in Euro- oder Dollarbestände tauschen. Denn gerade in der Eurokrise zeigte sich, dass der Franken nicht deshalb so sehr an Wert gewann, weil verängstigte Italiener, Franzosen und Deutsche ihr Geld auf Schweizer Bankkonten einzahlten. Sondern der Franken wertete sich vor allem auf, weil Schweizer Institutionelle ihre Auslandsanlagen auflösten und in die Schweiz repatriierten.

Die am Montag veröffentlichte Zahlungsbilanz des Landes bietet nun Gelegenheit zu prüfen, ob die Strategie der Nationalbank Früchte trägt. Der folgende Chart legt nahe, dass dies der Fall ist. Aufgeführt sind die Kapitalexporte aus der Schweiz im Quartalsrhythmus. Seit der Umstellung der Zahlungsbilanzstatistik werden sie als «Nettozugang von Aktiven» deklariert. Positive Werte kennzeichnen Mittelabflüsse ins Ausland, negative einen Rückfluss von exportiertem Kapital in die Schweiz. (Kapitalimporte, also der «Nettozugang von Passiven», sind im Chart nicht aufgeführt.)

Quelle: Datastream

Es zeigt sich, dass in den vier Quartalen seit dem Ende der Mindestkurspolitik tatsächlich sehr viel Geld ins Ausland abfloss. Allein im Schlussquartal 2015 waren es 72,6 Milliarden Franken. Im Gesamtjahr summierte sich der Kapitalexport auf 222 Milliarden Franken. Die Nationalbank betont, dass das der grösste Abfluss seit dem Jahr 2007 gewesen sei.

SNB-Interventionen sind am wichtigsten

Stellt sich die Frage, warum dann der Franken trotzdem nur so wenig an Wert verloren hat. Der Wechselkurs sank gerade mal gegen 1.10 Franken/Euro, obwohl sich die Eurokrise im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren deutlich entspannt hat.

Die Zahlungsbilanzdaten liefern hierzu eine Erklärung: Der zitierte Kapitalabfluss spiegelt in erster Linie die Devisenmarktinterventionen der SNB selber.

Von den 222 Milliarden Franken, die abflossen, waren 95 Milliarden Franken den SNB-Devisenkäufen zuzuschreiben. Und die fanden vor allem im Januar und in der Zeit unmittelbar nach der Aufgabe der Mindestkurspolitik statt.

Portfolioinvestitionen werden nicht umgeleitet

Wenn institutionelle Anleger im Inland ihre inländischen Positionen im grossen Stil aufgelöst hätten, weil die Negativzinsen sie aus dem Franken trieben, dann liesse sich das am ehesten in den Portfolioinvestitionen nachlesen. Aber von einer solchen Umleitung der Portfolioinvestitionen ins Ausland ist in der Kapitalbilanz nur wenig zu sehen. Im vierten Quartal betraf dies gerade mal ein Volumen von 380 Millionen Franken.

Allerdings haben auch ausländische Investoren in der Schweiz angelegte Frankenengagements abgezogen (in der Kapitalbilanz als «Nettozugang von Passiven» mit negativen Vorzeichen vermerkt). Diese Abflüsse waren konstanter. Sie beliefen sich auf immerhin 7,4 und 5 Milliarden Franken im ersten, dritten und vierten Quartal.

Berücksichtigt man beide Seiten, erhält man den Saldo der Kapitalflüsse. Er ist im anschliessenden Chart aufgeführt, zusammen mit den einzelnen Komponenten, die sich zur Kapitalbilanz addieren. Positive Werte kennzeichnen einen Kapitalexport – der den Franken schwächen sollte –, negative stehen für einen Import, der die Nachfrage nach Franken und damit dessen Kurs stützt.

Quelle: Datastream

Das enttäuschende Ergebnis bestätigt sich bei der Betrachtung der Salden. Unmittelbar nach dem Frankenschock kam es zu heftigen Ausschlägen bei den Portfolioinvestitionen (im Chart: rote Linie). Danach spielen sie kaum noch eine Rolle. Im zweiten Halbjahr 2015 scheint sich immerhin ein Trend abzuzeichnen: Per Saldo flossen stabil 7 respektive 5 Milliarden Franken pro Quartal ins Ausland ab.

Dass das jedoch nicht genügt, um den Franken nachhaltig zu schwächen, liegt auf der Hand.

Folgendes Fazit lässt sich aus dieser ersten Interpretation der Zahlungsbilanz 2015 ziehen:

Die Negativzinsen haben in den ersten zwölf Monaten nicht zu der erhofften Umkehr der Kapitalströme geführt. Ihre Wirkung erinnert eher an das Motto «Steter Tropfen höhlt den Stein». Anleger scheinen sich nur zögerlich umzuorientieren.

Die Nationalbank wird sich daher wohl auch weiterhin auf Deviseninterventionen verlassen müssen, will sie den Frankenwechselkurs tatsächlich bewegen.

174 Kommentare zu «Die Rechnung der Nationalbank geht nicht auf»

  • heinz meier sagt:

    Die SNB ist definitiv pleite!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • Rolf Zach sagt:

      Nein, sie ist es nicht und wird es als Zentralbank nie werden. Sie steuert aber die Geldschöpfung so, daß ausländische Kapitalisten und inländisches Finanzkapital zu gewaltigen Gewinnen ohne Anstrengung kommen. Dafür müssen die Schweizer Arbeitnehmer ohne Entschädigung länger arbeiten und jeder Unternehmer, der seine Gewinne, die dank der SNB immer geringer werden, noch hier investiert, kommt sich als Dummkopf vor. Ich empfehle deshalb baut eure Maschinen ab und installiert diese wieder in Ostdeutschland und Frankreich, dort gibt es wenigstens eine Zentralbank, die sich um Unternehmer kümmert und nicht sklavisch den CH Finanzspekulanten mit den unanständigen Gehältern hinterherläuft

  • Jürg Brechbühl, Eggiwil sagt:

    Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, dass nur ausländische Guthaben Negativzinsen haben, inländische aber nicht.

    Ich mache zwei Beobachtungen, die mich beide beunruhigen:
    a) Das billige Kapital hatte einen Bauboom zur Folge. Niemand weiss, ob diese vielen Bauten in Zukunft wirklich gebraucht werden und ob das gebaut wurde, was man braucht. Da kommen grosse Abschreibungen auf die Eigentümer zu.
    b) Ich lebe als Rentner weitgehend von meinem Vermögen. Ertrag habe ich so gut wie keinen mehr darauf. Das heisst, im weiteren Sinn, dass ich mit meine Sparguthaben die Exportwirtschaft subventioniere.

    Ich finde den Spuhler zwar einen coolen Typen und die Schweiz nimmt sicher mehr Schaden, wenn es…

    • Josef Marti sagt:

      Ja, das wurde 1971 nach dem Zusammenbruch des Bretton Woods System auprobiert; Kapitalverkehrskontrollen und Negativzins für Ausländer sind aber bei den neoliberalen Blindgängern ein Tabu, weil dann damit die Entsorgung der lästigen einheimischen Bevölkerung behindert wird.
      http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-SNB-und-der-Coup-von-1978/story/18966119

    • Rolf Zach sagt:

      Wir dürfen nicht vergessen, die wichtigste Altersvorsorge für die große Masse von uns ist die Umlagerente des Staates, nämlich die AHV, wo die jetzt Verdienenden für die Alten blechen. Das ist gar nicht negativ, wie man immer sagt, denn Sie sind an der Aktie Volkswirtschaft Schweiz beteiligt und die macht nie Konkurs und ist mündelsicher. Wenn dagegen aus dem Geld ein Götze und nicht ein Diener der Schweizer Volkswirtschaft gemacht wird, wie dies leider die SNB gegenwärtig tut, steuern wir auf eine Krise zu und die Aktie Volkswirtschaft erleidet einen Gewinnrückgang und dies betrifft die AHV unmittelbar wegen den Löhnen und es gibt trotz Deflation real weniger Einkommen für die Alten.

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Der Artikel liegt richtig: die Frankenaufwertung ist inländischen Akteuren geschuldet, die sich in den CHF zurückziehen. Kaum thematisiert wird die Mitschuld der Regulatoren. Der Heimat-Bias kollektiver Spartöpfe, Versicherungen

    • Christoph sagt:

      Den ausländischen Akteuren, welche in den CHF investieren, ist es eh egal ob jetzt die Zinsen in der CH bei – 0.75% oder bei – 2% liegen. Nachdem sie mit der CHF-Aufwertung um 30% – 40% profitieren konnten, ist es ihnen eh egal, ob sie jetzt noch ein paar Jahre auf ihren CHF Guthaben minus Zinsen leisten müssen. Dies schmerzt nicht gross.

      • Rolf Zach sagt:

        Wie gesagt, die kleine Goldkasse mit besserer Rendite als das Edelmetall selbst. Wenn diese Geldverwalter nur 2 % davon in diese sich ständig aufwertende Goldkasse namens Schweizerfranken stecken, ist diese schnell bei 500 Mrd. Schweizerfranken. Das nennt man den Teetassen-Effekt. Eines kann man bereits jetzt sagen, Herr Jordan wird in der Währungsgeschichte der SNB noch kritischer behandelt als Herr Lusser, der ja nicht gerade eine glückliche Hand hatte und damals gab es kein EURO und keine Währung in Europa, auch die DM hatte nicht die Stellung des Euro. Aber die SNB glaubte 100 % Blocher mit seiner Voraussage über den Zusammenbruch des €. Dafür leidet die CH Wirtschaft, auch das Gewerbe.

    • Stefan Wiesendanger sagt:

      Offenbar wurde mein Beitrag bei der Uebermittlung abgeschnitten. Komplett endet er: … Der Heimat-Bias kollektiver Spartöpfe, Versicherungen und PKs, ist kein Zufall. Auch das De-Leveraging der Banken im Umfang von rund 1 Billion CHF an Ausland-Aktiven nach 2007 geschah nicht ganz freiwillig. Um den traditionellen Kapital-Export über die CH-Finanzakteure wieder in Gang zu bringen, wäre regulatorisch anzusetzen. Ob der Export so rentabel wird, ist wiederum eine andere Frage.

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    Der Artikel ist richtig. Anfügen würde ich folgenden Aspekt: Ob die SNB die Ueberschüsse durch Devisenkäufe puffert oder nicht, ändert nur das Vorzeichen des Einflusses der Kapitalströme auf den Frankenkurs. Wo sich der Kurs einpendelt, hängt wesentlich von den Elastizitäten ab. Diese werden wiederum von der Zinsdifferenz beeinflusst, was das Umschwenken der SNB auf dieses Instrument erklärt. Es gibt aber auch Faktoren ausserhalb der Kontrolle der SNB (Bewertungen, Risiko). Wir sind näher an Kapitalkontrollen, als wir denken.

    • Marcel Senn sagt:

      Sie vergessen wieder mal die Fluchtgeldsogwirkung des „Sonderfalles“ Schweiz zu erwähnen. Von den Top Devisen ist die CH der einzige echte Alternativhafen zu €, USD, Yen und £.
      Ich weiss Sie negieren das und versuchen alles mit rationalen Marktkräften infolge Zinsdifferenzen zu erklären – nur denken ausländische Vermögende nicht unbedingt so — dass man einen Teil seines Vermögens in der sicheren und stabilen Schweiz anlegt gehört in diesen Kreisen einfach dazu.
      .
      Kapitaleinfuhrsrestriktionen wären vermutlich das effzienteste Mittel – würde abergegen die Bilateralen verstossen – aber falls die wegfallen, könnte man solche Restriktionen als Alternative zum SNB-Instrumentarium einführen.

      • Rolf Zach sagt:

        Mindestkurs und Wealth Fund kombiniert mit Einführung eines Negativzinses zielgerichtet gegen die Geldverwalter grenzüberschreitender Institutionen würde der SNB besser helfen in der Abwehr von Hot Money als die armen Pensionskassen und die AHV zu quälen. Die Diskussion über Geldmengen (M0 bis M3), die Politik der EZB, der FED und der Bank of Japan sind sicher in diesem Zusammenhang nützlich. Vor allem schätze ich auch die Hinweise von Senn bezüglich den Statistiken, die mit guter Überlegung genutzt, sehr erhellend sein können. Was sicher weltweit schwer zu verstehen ist, sind all die Financial Assets
        in ihrer Beziehung zu den Real Assets und sicher ist der CHF Opfer und Profiteur davon.

        • Rolf Zach sagt:

          Rund 65 % der internationalen Finanz- und Handelsströme werden in Dollar abgewickelt. Ein Viertel in Euro und das übrige als ferner liefen. Solange die Weltwirtschaft wächst und die Zunahme der Geldmenge in Dollar nicht darüber hinausgeht, ist die Inflation einigermaßen gezähmt, trotz der sogenannten Asset Inflation, wie Immobilien, Kunstwerke, Oldtimer und natürlich Aktien, die aber jederzeit ein Bubble auslösen können. Diese Asset Inflation hat in ihrer Beeinflussung zwei Hauptursachen.
          Die erste ist natürlich die Politik der Zentralbanken bezüglich Zins und die Kreditvergabe der Banken. Die zweite ist natürlich wie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Reichen aussieht.

          • Rolf Zach sagt:

            Bei den Reichen ist auch nicht zu vergessen, wie sich ihre Bargeld-Einkünfte entwickeln. Bubble entsteht immer dann, wenn die Halter solcher Vermögenswerte sie in ihren realen Konsum umwandeln wollen. Man kann nun unterscheiden zwischen den Zentralbanken, die vornehmlich ihre Aufgabe sehen mit konkreten Maßnahmen ihre reale Volkswirtschaft zu fördern. was bei der FED wie auch EZB der Fall ist. Dies war bei Greenspan nicht der Fall. Seine Sorge galt immer zuerst den Finanz-Intermediären und nicht der realen Wirtschaft. Unsere SNB hat heute die gleiche Politik. Die SNB hilft denjenigen Schweizer Banken, die sich in den vergangen Jahren auf dem internationalen Kreditmarkt verzockt haben.

          • Rolf Zach sagt:

            Ferner profitieren von der SNB auch unsere Multinationalen, die mit ihrer Liquidität in Schweizerfranken und den billigsten Schweizerfranken-Kredite Firmen im Ausland billiger kaufen können. Diejenige Industrie, die auch wenn sie ausländische Betriebsstätten haben, mit den höheren Kosten nicht mehr zu Rande kommen, gehen über den Jordan oder sie können ihre Trinkgewohnheiten ändern (Lohnreduktion und mehr Arbeitsstunden). So wird aus der einzelnen Not der CHF nicht billiger und der Schweizerfranken behält seine uneinnehmbare Position als Schutzwährung gegen jegliche Art von Abstürzen und Krisen. Wenn wir unsere Marktstellung halten können, arbeiten wir eigentlich für den Profit der Banken.

          • Rolf Zach sagt:

            Auch wenn die Aktivität unserer Volkswirtschaft nicht so sehr abstürzt wie befürchtet, so geht eindeutig die Gewinnrate unserer Volkswirtschaft zurück, was schwerwiegende Konsequenzen für die Steuern hat. Deshalb Sparübungen bei den staatlichen Ausgaben an allen Ecken und Enden außer bei den Heiligen Kühen, wie das schlagende Beispiel der Agrarsubventionen zeigt. Ferner sind wir auch nicht gewillt die Effizienz des Staatsapparates zu steigern. Wir schätzen zum Beispiel 26 verschiedene kantonale Baugesetze, obwohl Appenzell Innerrhoden nur 16000 Einwohner zählt. Wir wollen keine Gemeindefusionen, obwohl es viele Städte gibt, wo man erkennen kann, wo die Nachbargemeinde beginnt.

        • Rolf Zach sagt:

          Eigentlich das beste wäre für unseren Wohlstand, wir würden der EU und sogar dem EURO beitreten. Die Aufrechterhaltung von Devisenbeständen wäre unnötig und die vielen Milliarden könnten auch in Aktien angelegt werden. Norwegen hat 5 % von Nestle, warum auch nicht unsere Nationalbank. Wie die Amerikaner könnten wir unseren Goldschatz als Notreserven behalten, daß genügt, wir würden unsere Konjunktur besser wappnen und könnten sogar unsere Schulden sehr billig reduzieren. Die einzige Bedingung dabei, dafür zu sorgen, daß es nicht mehr Euro Länder gibt, wenn die Schweiz dabei ist.

      • Stefan Wiesendanger sagt:

        @Senn: ich stelle die Rolle des Währungsraums CH als „safe haven“ nicht in Abrede. In meinem obigen Beitrag geht es mir darum nachzuvollziehen, warum die SNB den Negativzins als wirkungsvoller als Devisenkäufe sieht (nämlich wegen seines Einflusses auf die Elastizitäten) und wo wiederum die Grenzen dieses neuen Instruments liegen. Dass daneben Bewertungs- und Risikofragen wirken, mithin also die „safe haven“-Rolle des CHF, darüber sind wir uns einig.

        • Marcel Senn sagt:

          Wiesendanger: Ob die SNB die Negativzinsen wirklich als wirkungsvoller sieht — das bezweifle ich. Ich glaube das war mehr eine Entscheidung in der puren Verzweiflung.
          Sie kauft übrigens immer noch fleissig Devisen resp. ausländische Wertpapiere in FX. Heute morgen erreichten die Giroguthaben der Banken gemäss Meldung der SNB 419.6 Mrd – am 16.1.2015 betrugen die noch 339.5 Mrd – 80 Mrd in 14 Monaten ist doch immer noch sehr sportlich!
          .
          Das zeigt nur auf, dass die Negativzinsen lange nicht so effektiv sind, wie Sie meinen

  • koch ra sagt:

    Fortsetzung:
    …käme also [nur noch] der plötzliche Euroverkauf vor dem Totalabsturz in Frage; täte dieser Gewaltverkauf nicht den Euromarkt ZUSÄTZLICH überschwemmen? Also mit dem Ergebnis einer Mega-Inflation hoch XYZ…?

    • Linus Huber sagt:

      Niemand kann Ihnen helfen ausser die Zentralbanker, welche sich mit ihrer mit viel zu hohem Fokus auf eine positive Inflationsrate des Konsumentenpreisindexes versehenen Geldpolitik schrittweise in diese Situation hinein manövrierten und damit ihre Handlungsfreiheit zunehmend dahingehend reduzierten, dass es heute oft nur noch um die Verhinderung des Systemzusammenbruchs geht. Bei den damit erzeugten Ungleichgewichten erhöht sich die Gefahr der Hyperinflation oder zerstörerischen Deflation jedes Jahr. Die Ursache liegt in einer fehlerhaften kurzfristig orientierten Doktrin, welche grundlegende Prinzipien vernachlässigt und sich nach der Aufgabe des Goldstandards schrittweise entfaltete.

      • Marcel Senn sagt:

        Huber: Wenn denn der Goldstandard so toll wäre, wieso wurde er überall wieder aufgegeben — in der grossen Krise der 30er Jahre hat er ja völlig versagt und auch der Versuch vom Bretton Woods scheiterte 1971 mit der Aufgabe eines teilweisen Goldstandard. Ihre „Prinzipien“ und „Doktrin“ bringt man auch mit einem Goldstandard nicht her, denn ein Goldstandard ist unter dem Strich nur esoterischer Unfug, der mehr schadet denn nutzt.
        .
        Die Fehler begannen 1998 mit der Aufhebung des Glass Steagall Actes, der Zulassung all dieser Finanzinstrumente wie CDS, CDO etc, die verheerende Zinspolitik von Greenspan nach Dot.Com 9/11, der unseriösen Kreditvergabe bei der Sub-Prime Krise…

        • Marcel Senn sagt:

          …und 2008/09 stand man vor der Entscheidung – das ganze Finanzsystem entweder kollabieren zu lassen oder es zu retten mit QE’s & Co. Die Schulden- und Wachstumskrise in Europa wäre vermutlich ohne die US Finanzkrise einiges weniger ausgeprägt, die Staaten hätten noch mehr Spielraum als heute.
          Aber ein Goldstandard hätte die Situation auch um kein Mü besser gemacht — hätte man 2008 noch einen solchen gehabt, wäre der vermutlich als einer der ersten Notmassnahmen abgeschafft worden.
          .
          Hier noch ein guter Artikel zum ganzen ZB / Wachstums / Schulden Dilemma

          http://www.zeit.de/2016/12/wirtschaftswachstum-stagnation-inflation-zins-theorien-notenbanken

          • Josef Marti sagt:

            Zum Link: Da lacht man sich ja krumm. Da wird von denselben neoliberalen Freaks und Blindgängern die bisher mantrahaft die Staatsverschuldung gegeisselt haben noch mehr Staatsausgaben und Staatsschulden mit immer tieferen Steuererträgen gefordert. Man würde gescheiter alle Ökonomenfakultäten definitiv einstampfen, die richten nur Schaden an, und man könnte Steuern sparen.

          • Marcel Senn sagt:

            Tja Herr Marti – in den fetten Jahren sollte man eigentlich Schulden abbauen, damit man notfalls in der mageren Jahren sich etwa mehr verschulden kann – aber im 21 Jh. ist es genau umgekehrt verlaufen — in den fetten Jahren wurden massiv Schulden aufgenommen, nach der 2008/09 Krise noch mehr und irgendwann schrieen alle nach Austerität…aber das funktioniert ja auch nicht.
            .
            Dabei hatten wir im 20 Jh auch schon einige Asset-Blasen und die Folgen sollten wir eigentlich kennen — nur Gier frisst eben Hirn – nach dem Motto raffen was das Zeugs hält und nach uns die Sintflut…resp. Draghis Geldflut!
            .
            In vielen neoliberalen Modellen werden Schuldeneffekte gar nicht erst berücksichtigt

        • Linus Huber sagt:

          Die Frage ist wohl weniger, ob der Goldstandard toll ist oder nicht, sondern ob Zentralplanung in der Form, dass ein paar alte Herren glauben zu wissen, wie hoch ein sogenannter Leitzins sein soll, versagten. Dies ist die Ursache der Krise und trifft in den Jahren vor 1930 und in den Jahren vor 2000 zu. Die Aufhebung des Glass Steagall Actes war einzig eine Kulmination dieser Geldpolitik, welche einen viel zu mächtig gewordenen Bankensektors erzeugte und quasi der Punkt auf dem i darstellt. Mit einer der fehlerhaften Faktoren der Doktrin liegt im verkrampften Fokus auf die Inflationsrate des cpi.

          Die Geldpolitik Greenspans war seit mindestens 1995 verheerend.

          • Marcel Senn sagt:

            Vermutlich sollte man den Fokus wirklich mehr auf die Asset-Price Inflation legen — aber die heissen ja im Spätkapitalismus „Wertsteigerungen“ meistens erzeugt von irrationalen Marktpreissteigerungen getrieben durch Gier und zu tiefen Zinsen. Greenspan war in der Hinsicht wirklich einer der Jahrhundertversager indem er seine Zinspolitik hauptsächlich auf das Wohlergehen der Wall Street ausrichtete resp. dass sich die Amis durch hohe Aktienbewertungen „wohlhabend“ fühlten und sich so konsumfreudiger verhalten sollten. Auch die Bedenken einer Housing Bubble hat er schon 2003 verniedlicht und negiert.

          • Linus Huber sagt:

            Eben, selbst aus dem Munde des Idols namens Keynes:

            „There is no subtler, no surer means of overturning the existing basis of society than to debauch the currency. The process engages all the hidden forces of economic law on the side of destruction, and does it in a manner which not one man in a million can diagnose.“

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Es ist nicht nur „nett“, wenn Linus Huber Keynes zitiert, sondern es EXAKT ZUTREFFEND.
            … Und wie hat Keynes darauf reagiert?
            -> Er investierte in den 1930iger Jahren bis zu 60% seines Portfolios in „Mining“ … und das war damals vor allem Gold. Einen sehr grossen Teil seiner Anlagegewinne machte Keynes damals mit Aktien von Homestake Mining, der grössten Gold-Mine in den USA
            … also für Keynes (der 1929 fast bankrott ging) war sein „Goldstandard“ seine Rettung
            NB:
            1. Keynes legt zwar Geld FÜR Versicherungsgesellschaften an, aber IN seinen Portfolios fanden sich keine Bankaktien
            2. Aktuell sind die Parallelen zur Zeit vor dem 2. WK sehr deutlich

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Sorry aber dass Keynes als Invidiuum den grossen Reibach mit Homestake gemacht hat, hat die Weltwirtschaftskrise nicht gelöst. Auch der New Deal hat die Great Depression zwar etwas gemildert, aber raus kamen die USA erst durch die Aufrüstung für WK II und definitiv nicht durch Gold!
            .
            Es steht Ihnen persönlich ja frei Gold zu kaufen – aber können Sie mir noch erklären, wieso Gold nach seinem Höhenflug 2011/ 2012 wieder so massiv eingebrochen ist – nach Eurer Theorie müsste der sogar noch höher sein (und jetzt nicht mit Verschwörungstheorien kommen, der Goldpreis werde mit ETF etc künstlich manipuliert).
            Immerhin hat Russlands ZB seit 2012 500t & Chinas ZB über 700t gekauft

          • Marcel Senn sagt:

            PS: Keynes hat einfach gut recherchiert und sich die Firma mit der ertragreichsten Goldader ausgesucht.
            Am Goldpreis kanns ja nicht gelegen haben — der war zw. 1927-32 immer um 20-21 $ (1931 mal bei 17$) bevor er dann 1932 auf 26$ und 1933 mit dem Goldverbot und Abgabepflicht für 20.67 und dann 1934 auf den staatlich verordneten Preis von 35 $ stieg und dort plus/minus 1$ bis 1967 verharrte.
            .
            Dazu doch wieder mal ganz interessant die Geschichte der ganzen Goldverbote im 20 Jh nachzulesen — wie mir scheint wollen Linus und Sie wieder ein solches…denn so käme es dann vermutlich raus…

            https://de.wikipedia.org/wiki/Goldverbot

          • Marcel Senn sagt:

            Nachtrag: Und dass Eure Goldphantasien heute fast gar nicht mehr möglich sind an folgendem Beispiel:

            „Treasury holdings of gold in the US tripled from 6,358 in 1930 to 8,998 in 1935 (after the Act) then to 19,543 metric tonnes of fine gold by 1940.“
            .
            Das waren 1940 um die 50% der ganzen damaligen Weltgoldvorräte (alles jemals gefördertes Gold) von rund 40’000 metrischen Tonnen.
            .
            So konnte man sowas damals schon durchziehen – aber heute wo das Reservegold der weltweiten ZB gerade mal 1/6 der Weltgoldvorräte beträgt, dürfte das eh nur mehr über ein Goldverbot gehen.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            1. Wir 3 sind darin einig: es kann nicht gut enden. Die Zinsen fressen die Früchte plus Substanz
            2. Wer in der damaligen Zeit und wer heute sein Vermögen real halten kann, ist Gewinner.
            Das überdachende Thema heisst deleveraging (von Schulden und assets) … dies kann fast nur noch via Währungen erfolgen (der Rest ist pushing on a string, Ray Dalio)
            3. Der Buchhalter sagt: alles ganz schlimm. Wir werden auf die eine oder andere Weise enteignet
            Der Untertan sagt: Jede Rettung wird verboten werden (z.B. Goldverbot)
            Der Unternehmen fragt: Was funktioniert(e)? Was kann ich tun?
            Bref:
            Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft hat verloren.
            Nun, Herr Senn. Was ist intelligent?

          • Linus Huber sagt:

            @ Marcel

            Es geht nicht in erster Linie darum, den Goldstandard heute einzuführen, sondern darum, auf die fehlerhafte Doktrin der vergangenen Jahrzehnte hinzuweisen, welche zur heutigen Situation führte, respektive die Fehlüberlegung z.B. verborgen im ungebührend starken Fokus auf die Inflationsrate des cpi zu erörtern. Es mag Zentralplanern gegen den Strich gehen, aber ein Grad an Instabilität und Chaos muss nicht dauernd durch zentralistische Eingriffe behoben werden, sondern soll erlaubt werden sich auszuleben, womit das System sich wieder verjüngt, ansonsten sich derart hohe Ungleichgewichte bilden, welche zu unkontrollierbaren gefährlichen gesellschaftlichen Verwerfungen führen.

    • Marcel Senn sagt:

      Ra: Ausweitungen der Geldmenge M3 tendieren zu Assetpreisaufblähungen und nicht zur Konsumentenpreis-Inflation. Bei den grossen Inflationen wie in D 1921-23, Argentinien 1989 usw wurden effektiv Banknoten gedruckt – also die Geldmenge M0 erweitert und nicht das Kreditpotential via M3, wie Draghi dies verzweifelt versucht – darum wird es auch nicht so schnell zu Ihrer Megainflation kommen – nur Aktien, Bonds, Immobilien tw. auch Kunst werden immer teurer bis irgendwann dort die Blasen platzen und sich die Preise wieder auf tieferem Niveau einpendeln.

      • Linus Huber sagt:

        @ Marcel

        Haben Sie die Wachstumsraten der führenden Währungen von M0 mit jenen von M3 seit 2009 verglichen und einen Unterschied festgestellt, und wenn ja, was folgern Sie daraus?

        • Linus Huber sagt:

          P.S. haben Sie eine Quelle zu M0 des EURO?

          • Marcel Senn sagt:

            Ist tatsächlich etwas schwierig einen vernünftigen Chart für EZB M0 zu finden – nur M1, welches sich von 2008/9 von rund 4 Bio auf 6.6 Bio E entwickelte — also rund 65% – was in 8 Jahren auch nicht wirklich übermässig viel ist angesichts der turbulenten Jahre.

        • Marcel Senn sagt:

          Linus: M0 ist nicht gross gewachsen – weder in den USA rund 1.2 Bio $ oder auch in der EU mit etwas über 1 Bio €.
          .
          Effektiv Banknoten gedruckt werden ja relativ wenig und in Folge hats auch praktisch keine Inflation.
          .
          Anders z.B. in Argentinien wo sich die Notenbankgeldmenge seit 2008 in etwa versechsfachte mit den entsprechenden Inflationsraten zw. 15-40% in jener Zeitspanne.

        • Linus Huber sagt:

          Ich spreche absichtlich die Wachstumsrate an. Von Mitte 2008 bis heute wuchs M0 z.B. in den USA von etwa 830 Mia. $ auf etwa 3,900 Mia $, was mehr als eine Vervierfachung in 8 Jahren darstellt, und eine weit höhere Wachstumsrate als diejenige im Bereiche von M2 spiegelt (M3 wird ja nicht mehr gemessen). Der Grund dürfte darin liegen, dass die Vorliebe für Bargeld zumindest marginal klar zugenommen hat. Wenn sich dieser Trend verstärken sollte, was keineswegs auszuschliessen ist, erleben Sie die Druckorgie von Geldscheinen mit den bekannten Resultaten. Daher kommen auch die verzweifelten Bemühungen, Bargeld mit dem durchsichtigen Scheinargument der Geldwäscherei etc. zu eliminieren.

  • koch ra sagt:

    Wer kann mir helfen? Ich weiss nur, dass ständig der Euro gestützt werden muss; oder stützt man damit den Franken? Dank der Krise werden Euro gedruckt, noch und nöcher. Damit das Geld nicht in den Franken verschwindet wird er vor der Teuerung bewahrt. Also druckt man ständig Schweizerfranken hinten nach. Und kauft damit Millionen von Euro auf. Angenommen, der Euro lässt sich nicht mehr halten (oder der Franken?) und er stürzt ins Bodenlose; er würde billiger und billiger: Der Franken wäre also wertlos geworden den man investiert hat?! Käme dann der plötzliche Euroverkauf vor dem Totalbankrott in Frage; täte dieser Gewaltverkauf nicht den Euromarkt zusätzlich überschwemmen? Inflation hoch XY?

    • Josef Marti sagt:

      Das ist höchst unwahrscheinlich dass CHF und Euro gegenüber den anderen Leitwährungen gleichzeitig abstürzen, leider, das wäre dann ein Zuckerschlecken für unsere Pharma und Chemie die va. im Dollarraum operieren. Die SNB kann unmöglich ihre Währungspositionen zurückbuchstabieren sonst stärkt sie den CHF. Nur eine massive Erholung des Euroraums aus der Krise mit deutlichem Abbau der Arbeitslosigkeit und mittelfristigem Anstieg des Zinsniveaus kann der CH helfen. Da dies unwahrscheinlich ist wird sich die SNB Bilanz weiter aufblähen, wir sind in einer jahrzehntelangen japanischen Stagnation.

  • Alex Kramer sagt:

    Dieses Rumgehacke auf der SNB geht mir langsam auf den Sack!
    Bei festgesetzter Kursuntergrenze ist die gesunde Wettbewerbssituation nicht gegeben, und die Teuerung galoppiert im Vergleich zum weltweiten Mittel davon. Mittlerweile unbezahlbar für den Mittelstand. Wachstum auf Pump und ohne Substanz als Folge, ausser einer durchbetonierten CH keine Aussicht auf eine sichere Zukunft in totaler Abhängigkeit von aussen.
    Die Negativzinsen sind insgesamt schädlich, denn das viele Geld landet bei Ermotti und Co. aber sicher nicht in der realen, produzierenden Wirtschaft, welche nun ja sukzessive geschlossen wird. Dies bei Höchstmieten und Höchstständen an leeren Gewerbebauten, absolut krank!

  • Hagmann sagt:

    Mit dieser negativzinspolitik verschwenden wir sehr viel Geld. warum nicht Lohn- Versicherungsprämien, Miet- und Gebührenflexibilsierung in der Schweiz, z B 50 Prozent in Dollar und 50 Prozent in Euro.
    Mit dem starken Franken könnten wir die maroden Pensionskassen stützen und bei
    Der drohenden Immobilienblase Luft ablassen.

  • AmiGosch sagt:

    Doch muss man danach fragen, wie hoch die SVP schuld daran ist. Eben sehr hoch wenn man bedenkt dass nur die Devisenmarktinterventionen der SNB etwas bringen und genau dort hat die SVP Druck gemacht auf die „unabhängige“ Nationalbank und sie dazu bewegt dies aufzugeben. Ich denke dass die SVP sicher haupt-schuldig ist für jeden Job der verloren geht deswegen. Leider kann man die Menschen nicht anschreiben was sie politisch wählen ansonsten müsste man diese zuerst entlassen. Das schlechte Gewissen wird sich bei diesen aber oft melden müssen.

    • Sacha Maier sagt:

      Das Rezept des Herrn Doktors aus H. (mitsamt seiner Partei des Volches) ist seit 1992 klar und wird auch konsequent in unseren Räten umgesetzt: Die Partei dient ihrer wahren, zahlenden Klientel, den Super- und Hyperreichen, Generalimporteuren, Grossverteilern, Banken und Bauern. Um das Volch dafür zu gewinnen, systematisch gegen seine eigenen Interessen und für die der Parteiklientel zu stimmen, muss man das Land isolieren. Und zwar in einer unantastbaren Hochpreisinsel des zuwandernden Konsums. Dann glaubt es, es lebe im Paradies. Etwa ähnlich, wie in Nordkorea. Die Industrie störte da nur, also wurde sie geopfert. Die Aufhebung des Mindestkurses war folglich für die Partei nur konsequent.

      • Linus Huber sagt:

        😉 Diese negativen Aspekte der SVP sind sicher mitunter korrekt; wie idiotisch müssen die anderen Parteien sein, dass die SVP trotzdem derart erfolgreich ist? Ich hoffe, dass Sie sich nicht anmassen, das Volk als dumm zu klassifizieren, weil es andere Schwerpunkte als Sie setzt. Der zu hohe Fokus auf eine bestimmte Partei lenkt vom eigentlichen Problem ab, welches auf dem Umstand beruht, dass sich vermeintlich demokratische Regierungen gleich welcher Couleur immer stärker korrumpieren, indem sie zunehmend den Grossfirmen und der dahinter stehenden sich bildenden Oligarchie dienen. Aufgrund der direkten Demokratie steht die Schweiz diesbezüglich ein wenig besser da.

        • Alex Kramer sagt:

          “ Aufgrund der direkten Demokratie steht die Schweiz diesbezüglich ein wenig besser da.“
          Bezweifle ich seit dem letzten Herbst und der bisherigen Legislatur ausserordentlich stark, sorry.

          • Josef Marti sagt:

            Das letzte Wort ist ja damit noch nicht gesprochen. Erinnern Sie sich an die vergleichbare Situation in der Legislatur 2003 bis 2007 mit unserem Churchill an der Spitze? Die meisten Behördenvorlagen wurden an der Urne infolge direkter Demokratie wieder versenkt.

  • will williamson sagt:

    Henry C.K. Liu schreibt: „It is a peculiar ideology given that central banking as an institution derives its raison d’etre from the rejection of a rigid gold standard in favor of monetary elasticity. In plain language, central banking sees as its prime function the management of the money supply to fit the transactional needs of the economy, instead of fixing the amount of money in circulation by the amount of gold held by the money-issuing authority. Thus central bankers believe in sound money, but not too sound please, lest the economy should falter. Their mantra is borrowed from the Confessions of St Augustine: “God, give me chastity and continence – but not just now.”

  • otmar b. sagt:

    Wenn die NB von einem Tag auf den anderen Wähungsanpassungen vornimmt, muss sie sich nicht wundern, wenn institutionelle Anleger ihre Gelder repatriieren, denn immerhin hat sie diesen und jedem anderen Anleger in Fremdwährung bei soliden Werten über Nacht einen Verlust von über 10 % beschert. Dass es überdies keine wirtschaftfreundliche Aktion war, ist wohl auch klar.

  • Kristina sagt:

    Ach, wie weit ist es zum Zollfreilager?
    Der SNB ist doch nur zu gratulieren. Ja, gut gemacht.

  • Hans Ernst sagt:

    Das Schweizer Institutionelle Anleger immer mehr Geld in der Schweiz anlegen wollen ist nicht nur als Hauptursache der Frankenstärke ein Problem, sie wird uns langfristig auch in tiefer Rendite unserer Pensionskassen teuer zu stehen kommen. Der effektive Reichtum der Schweiz wird nämlich nicht vergrössert, wenn die Schweizer Anlager z.B. bei denselben Immobilien in der Schweiz einfach die Preise in die Höhe treiben, aber die Anzahl der bessenen Immobilien gleich gross bleibt. Der Reichtum würde steigen, wenn man Immobilien im Ausland dazukaufen würde. Anders gesagt unsere Pensionskassen legen ihre Gelder in die Blase Schweiz an anstatt in reale Güter. Das wird uns teuer zu stehen kommen.

  • Roger Meier sagt:

    Die Schweiz ist schon längst zum Spielball des FEDs und der EZB geworden, welche durch die Tiefszinspolitik und die Anleihenkäufe noch immer die maroden Staatshaushalte und Banken retten wollen. Beide sind Spieler und Schiedsrichter zugleich und haben ihre Unabhängigkeit von der Politik völlig verloren – ein historischer Sündenfall, der uns alle noch viel kosten kann. Billiges Geld kostet weniger Wählerstimmen als Strukturreformen, nützt aber ganz offensichtlich wenig. Das Gummiband spannt sich immer weiter – bis es reisst.

  • Hoss Peter sagt:

    Was ist nie ganz verstanden habe: Weshalb sagt eigentlich kaum jemand: Wow
    – wir können günstig in die Ferien fahren
    – wir bekommen günstige Kredite
    – wir können im Ausland günstig einkaufen

    Der Normalbürger hat ja schliesslich nicht einen Lohn wie die super Schlauen bei den Banken.

  • Marcel Senn sagt:

    Die Gefahr, dass die CH durch die massive CHF Aufwertung der „Dutch Disease“ anheim gefallen wäre, dürfte relativ gering sein, da wir ausser Innovation, Fleiss, politischer Stabilität und internationaler Vertrauenswürdigkeit keine nennenswerten Rohstoffe haben, die wir mehr oder weniger gratis aus dem Boden saugen können und die uns fett & träge hätte werden lassen und Folge die grosse Teile Produktion ins Ausland verlagert würden, wie damals in den 60/70er J. in Holland oder aktuell in Venzuela (mit 99% Exporteinkommen aus Erdöl) oder auch akuell Brasilien.
    Auch der Einkaufsturismus hält sich in der CH mit 2% der BIP’s noch im Rahmen.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Dutch_disease

    • Josef Marti sagt:

      Streber und Musterknaben werden eben auf dem Pausenplatz immer (zu recht) verdroschen, das kennt wahrscheinlich jeder aus seiner Schulzeit.

      • Marcel Senn sagt:

        Marti: Erkenne zwar den Zusammenhang zw. Ihrem Kommentar und dem meinen nicht wirklich….
        Fakt ist aber auch, dass Streber und Musterknaben viellfach im späteren Leben nach dem Pausenplatz Karriere machen und zu viel Wohlstand kommen, während die Verprügler oftmals als gescheiterte Existenzen enden…
        ,
        PS Wann wurde die Eidgenossenschaft das letzte mal richtig verprügelt?? Etwa damals bei Marignano?
        Zumindest seit 1848 haben wir uns doch immer ganz gut durchgeschummelt – z.B. durch 2 Weltkriege in unmittelbarerer Nähe und aktuell durch eine grosse Finanzkrise mitsamt der Folgeschuldenkrisen — allerdings auch nur weil die SNB tief in die Trickkiste greifen musste.

        • Josef Marti sagt:

          Genau, die CH als Fels in der Brandung, und rundherum eine ganze Welt von gescheiterten Existenzen; das tönt ja so richtig nach SVP Parteiprogramm.

          • Monique Schweizer sagt:

            @Marti: Na ja mal abgesehen von ein paar Milliardären, Millionären und einigen erfolgreichen Gewerblern verkommt ja die SVP selber immer mehr zu einem Sammelsurium von Losern und gescheiterten Existenzen, die dann noch auf gesellschaftlich noch niedrigstehendere einprügeln dürfen.
            .
            Wenn das Sünneli niedrig steht, werfen selbst Zwerge lange Schatten

        • Christoph sagt:

          15. Januar 2015!!

          • Kristina sagt:

            @Christoph
            Meinst du zufälligerweise den fünfzehnten Januar 2015 als die Schweizerfranken Untergrenze zum Euro aufgehoben wurde? Quasi Haue von Papa?

      • Martin sagt:

        @Marti: Nicht unbedingt. Besserwisser hingegen schon.

  • Marcel Senn sagt:

    Ex-Post betrachtet hat die SNB schon seit 2009 dieselbe Hasenfusspolitik betrieben wie die EZB aktuell — die Probleme wurden mit massiver ZB-Asset Aufblähung einfach in die Zukunft verschoben – vertmutlich in der schon etwas esoterisch anmutenden Hoffnung, dass sie sich dann von alleine irgendwann lösen werden.
    .
    Hätten wir durch den starken Franken schon ab ca 2010 eine (leichte bis mittlere) Rezession durch den hohen Franken in Kauf genommen, hätten wir auch viel weniger Zuwanderung gehabt (siehe auch Immigration von 1997 bei 5.2% AL in der CH, die war Null), die Immopreise wären nicht so irrational gestiegen, die unsägliche MEI Abstimmung wäre vermutlich gar nie angenommen worden.

    • Marcel Senn sagt:

      Da sich die SNB aber für diese FX-Strategie und später noch für die Negativzinsindustrie entschieden hat, werden wir irgendwann sehen was aus diesen über 600 Mrd Devisereserven in Bonds und Aktien mal geschehen wird — immerhin wachsen die noch weiter mit einem Tempo von 60-80 Mrd pro Jahr und im europ. oder globalen Krisenfall könnten Zunahmen auch schnell wieder auf über 200 Mrd pro Jahr schnellen – wenn die Hasenfüsse weltweit ihr Geld wieder in den sicheren Hafen CH bringen wollen – sowohl Gier als auch Angst fressen eben Hirn.
      .
      Die Rechnung für die SNB-Politik ist immer noch ausstehend, aber eines Tages wird sie kommen – das ist in etwa so sicher wie das Amen in der Kirche.

      • N. Kamber sagt:

        Die SNB wird alle Rechnungen bezahlen können, da sie nie illiquid werden kann.

        • Marcel Senn sagt:

          Kamber: So ganz einfach ist das auch wieder nicht, besonders falls das negative Eigenkapital sehr hoch werden würde und dazu noch ausserordentliche Krisensituationen eintreten (was ja Europa und in Folge auch der CH vermutlich irgendwann noch bevorstehen wird)

          Siehe auch Vortrag Jordan von 2011

          https://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20110928_tjn/source/ref_20110928_tjn.de.pdf

          Problematisch könnte es dann bei den Geschäftsbanken werden, die ja die aktuell rund 418 Mrd Giroguthaben der Geschäftsbanken spiegelverkehrt zur SNB in ihren Aktiven haben und die Spareinlagen auf der Passivseite dann mit völlig ungedecktem SNB Luftgeld absichern müssten.
          .
          Wäre doch eher Terra Incognita

          • Marcel Senn sagt:

            Kamber: Mal angenommen sowohl die Eurozone als auch die USA würden infolge massiver Ueberschuldung und Desinteresse der Bondinvestoren zahlungsunfähig und die Bonds würden auf 10-20% absacken, die Aktienmärkte ebenfalls um 60-80% einbrechen, dann hätte die SNB Verluste in der Höhe von 400-500 Mrd mit einer entsprechenden Unterbilanz von 350-450 Mrd (rund 75 Mrd EK haben sie ja noch) – das gäbe dann infolge Vertrauensverlust auch eine Flucht aus dem CHF – und wenn die Geschäftsbanken dann diese Fluchtgelder aus dem CHF ausbezahlen müssten, hätten sie ein Liquiditätsproblem, denn mit Giroguthaben-Luftgeld basierend auf neg. SNB EK wird das kaum möglich. Nur noch Bargeld drucken wäre möglich

          • Josef Marti sagt:

            Umlaufsmittel brauchen keine Deckung, sie werden über Inflation einfach wertlos gleichzeitig wie die Bankeinlagen der Kunden, das ist alles. Wer nicht rechtzeitig in reale Werte wie Aktien, Gold und Immobilien umsattelt hat Pech gehabt. Für die Banken ändert sich unter dem Strich nichts, mit ihrer dünnen EK Decke würden sie bei einer Liquidaton der Notenbank gleich selbst Konkurs anmelden müssen, somit gäbe es sowieso eine Währungsreform.

          • Marcel Senn sagt:

            Marti: Zumindest bei der Geldmenge M3 will sich die erwünschte Inflation nicht einstellen wie Supermario mittlerweile bei jeder EZB Sitzung zu seinem Leidwesen erfahren muss.
            In einem solchen bleibt wohl wirklich noch noch Helikoptergeld übrig, aber ein solches frisst das EK und infolge die Vertrauenswürdigkeit einer ZB auch weg.
            Und ob z.B. Sachwerte wie Immobilien mit Hypotheken drauf wirklich ein sichere Sachwert sind, dürfte auch bezweifelt werden wenn die Immopreise zusammenfallen schmilzt zuerst das Eigenkapital des Hausbesitzers weg und die Schulden bleiben. Gold nützt auch nicht viel, wenn es alle verkaufen müssen um an Liquidität zu gelangen.

          • Linus Huber sagt:

            @ Josef

            Inhaltlich kann ich Ihnen nicht widersprechen, jedoch frage ich mich, ob Sie die Signifikanz der damit erzeugten gesellschaftlichen Spannungen und die damit verbundenen Gefahren erkennen. Handelt es sich bei Ihrer Nonchalance um Ironie? 🙂

          • Yves Latour sagt:

            @Senn

            >> Gold nützt auch nicht viel, wenn es alle verkaufen müssen um an Liquidität zu gelangen.

            Doch, Gold nützt dem Notenbanksystem, um abzuwerten, d.h. um Notenbankgewinne zu erzeugen.

            Greenspan:

            […] So if you begin to get an undermining of five currency values, you get the whole — the whole structure go down. But the relationship between the Dollar and the Euro can stable, and the Yen and the Swiss franc can stabilize.
            But they could all go down simultaneously. And the question is relative to what? And I think that what we are seeing is this extraordinary rise in the price of gold. […]

          • Marcel Senn sagt:

            John:
            Wieso soll eine dieser Währungen untergehen – zumindest Konsumartikel werden immer günstiger – es gibt also immer mehr fürs Geld – leider gehen auch die Löhne tendenziell runter und so entsteht auch keine übermässige Nachfrage.
            Währungen gehen nicht einfach unter! Ansonsten gibt es Währungsreformen wie in D 1923/24,1948, 1990 und 1998.
            Der Glaube an hohe Goldpreise ist auch nichts anderes als eine weitere Assetblase, ausserdem besitzen die Zentralbanken nur etwa einen sechstel der weltweiten Goldbestände von rund 180’000 T.
            Da müssten Sie wieder Goldverbote für Private und anderen Unsinn einführen um ein paar zehn-tsd. teuer bewachtes unproduktives Metall zu horten.
            .

          • Linus Huber sagt:

            Hochseilakt

            Stellen Sie sich vor auf einem Bergrücken zu wandern, wobei dieser mit jedem Schritt zu einem Gebirgskamm mit immer horizontalerer Neigung der beiden Seiten wird und der Pfad immer schmäler wird, sodass jeder Fehltritt immer stärker mit der Gefahr links oder rechts abzustürzen verbunden ist, wie auf einem Hochseil. Fallen wir links runter, erfahren wir Deflation, fallen wir rechts runter Hyperinflation. Die Frage ist nicht, ob wir runterfallen oder nicht, sondern wann und auf welche Seite, was zunehmend zu Instabilität, Ungewissheit führt. Die lieben Zentralbanker haben uns dorthin geführt – Besten Dank!

          • Linus Huber sagt:

            @ Marcel

            Wer genau ist John? 🙂

            Wie gewohnt scheinen Sie die zunehmende Machtkonzentration und deren dienende Bürokratie verbunden mit immer höherem Ausmass an Zwangsmassnahmen frei nach deren Gusto wertfrei und losgelöst von gesellschaftlicher Bedeutung zu rechtfertigen. Denn ob es sich um Währungsreform oder Goldverbot handelt, sind beides Formen von Konfiskation und Umverteilung von Unten nach Oben, wobei sich die immunen Zentralplaner in Regierungen und Zentralbanken auf persönlicher Ebene nicht nur schadlos halten, sondern meist auch auf persönlicher Ebene davon profitieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihre diesbezügliche Gelassenheit einzig auf Ignoranz beruht.

          • Marcel Senn sagt:

            Sorry Herrn Latour meinte ich natürlich.
            Vermutlich hat mich das Greenspan-Zitat verwirrt, den ich für einen der Uebeltäter der heutigen desolaten Zentralbankaktivitäten halte, hat er doch mit seinen Niedrigzinsen die Blase bis 2008 schön befeuert.
            .
            Und da er eingesehen hat, dass er für dieses Fiasko mitverantwortlich ist, klammert er sich jetzt an Gold.
            .
            Zentralbanken könnte sich z.B. auch gigantische Erdöl- und Erdgaslagerdepots halten – werden in Zukunft sicher immer wervoller und Konjunktursteuerung könnte man damit auch noch betreiben — viel sinnvoller als Gold!

          • Linus Huber sagt:

            @ Marcel

            Es verwundert mich ein wenig, dass Sie das Chamäleon in Greenspan nicht erkannten. Das Interview fand übrigens in 2010 statt, hier der Link – http://www.cfr.org/business-and-foreign-policy/c-peter-mccolough-series-international-economics-conversation-alan-greenspan/p34807

            Das Halten gigantischer Erdöl- und Erdgaslagerdepots dürfte ein Ungleich teureres Verfahren als das Halten von Gold darstellen, welches Sie als nutzloses Metall bezeichnen. Sie erkennen offensichtlich keinen Nutzen darin, die Macht von Regierungen und Zentralbanken z.B. via Goldstandard zu beschränken, sondern scheinen die Überzeugung zu vertreten, dass Machtkonzentration als Positivum zu werten sei.

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Es verwundert mich ein wenig, dass Sie nicht erkannt haben, das ich das Chamäleon Greenspan schon seit Jahren erkannt habe..
            .
            Ich habe Gold nicht als nutzlos bezeichnet, sondern als Kapitalform unproduktiv (zumindest als ZB – Reservegold) – in der Industrie, Medizin und auch als Schmuck hat Gold durchaus seine Qualitäten.
            Und als Therapeutikum für ängstliche Anleger hat Gold durchaus auch seine Placeboqualitäten – hauptsache man hat was woran man noch glauben kann.
            .
            Dass Goldgläubigkeit resp. -standard die Machtkonzentration wirklich beschränken würde, glaube ich nicht.- auch ein vermeintlicher Rettungsring aus Gold zieht einem in die Tiefe

          • Linus Huber sagt:

            Der Kampf des Jahrhunderts? Goldgläubigkeit gegen Obrigkeitsgläubigkeit – 🙂

  • D. Maier sagt:

    Ich habe bis anhin keine Antwort gehört oder gelesen, warum unsere Pensionskassen, AHV (?) etc auch negativ Zinsen zahlen müssen…….

    • Josef Marti sagt:

      Angeblich geben die Banken den Negativzins an die PK’s weiter und verweigern ihnen auf Geheiss der SNB das Papiergeld, weil damit die SNB Politik unterlaufen wird.

    • Linus Huber sagt:

      Damit die Umgehung der Zwangsmassnahmen der Geldpolitik gering gehalten wird und der Wirkungsgrad dieser Massnahmen möglichst hoch bleibt.

  • Marcel Senn sagt:

    Hier noch alle Detailzahlen (nicht genettet) der International Investing Position der Schweiz.

    https://data.snb.ch/en/topics/aube#!/cube/auvekomq?fromDate=2007-Q4&toDate=2015-Q4&dimSel=D0%28A,P,N%29,D1%28T0,T1,B0,K0,T2,S0,T3,A,K1,D,T4,T5,N0,B1,OH0,US0,T6,N1,B2,OH1,US1,UA,UP,T7,G,RIWF,S1,T8,W,BE,U%29

    Da sieht man auch schön wie die Devisenbestände seit 2008 von rund 80 Mrd auf 601 Mrd gestiegen sind.
    Zuerst hat der Dilettant Hildebrand zw Q2 2009 und Q2 2010 mal 160 Mrd bei Kursen von 1.50/1.40 sinnlos verblödet und dann ab Q3 2011 wurde dann mit der dicken Berta aufgefahren und nochmals rund 360 Mrd nachgeschossen — davon rund 300 Mrd beim 1.20 Experimet und 60 Mrd seit 15.1.2015

  • Herbert Anneler sagt:

    „Die Rechnung der Nationalbank geht nicht auf“ – ein Titel, welcher den Tatsachen nicht gerecht wird. Vielmehr ist es der SNB im Interesse der ganzen Volkswirtschaft gelungen, aus einer äusserst verzwickten Lage mit enorm vielen Variablen und Parametern, die sie nicht selber steuern kann, das Beste zu machen. Den Idealzustand gibt es nur in den Lehrbüchern.

    • Ulrich Konrad Schweizer sagt:

      Ich habe und hatte immer volles Vertrauen zu Thomas Jordan. Er hat doch den CHF um die 1.10 zum Euro stabilisiert. Die grossen Fehler hat sein Vorgänger Hildebrand gemacht, resp. die BundesrätInnen, welche diesen mehr sexy wirkenden damals Thomas Jordan vorgezogen hatten.

      • Linus Huber sagt:

        Charme und die Fähigkeit der Effekthascherei sind nicht zu unterschätzende Attribute für Erfolg, denn die braune Zunge erzeugt bei dessen Empfänger ein genussvolles Gefühl.

  • Martin sagt:

    Hier wird wieder einmal vieles vermischt! Durch die erhobenen Zinsen von 0.75% verdient die SNB Geld. Es gibt also keinen Zins mehr auf das „Sparbüchlein“ der grossen. Ich denke nicht, dass der CH-Franken sich aufgewertet hat, da die „Institutionellen“, wer auch immer das ist, ihre Auslandsanlagen aufgehoben haben. Primär denke ich, der CH Franken ist so stark, da a: Die Verschuldung der CH extrem tief ist und b: Vermutlich sehr viele Euro Staatsanleihen gekauft wurden durch die SNB. Früher hatte es Staatsanleihen in Francs, Lira usw. Heute sind die alle in Euro. Zudem ist die EZB mit ihren Massnahmen noch nicht ganz fertig. Sind die vorbei, sieht es wieder anders aus.

    • Marcel Senn sagt:

      1: Die Verschuldung der CH ist nicht wirklich extrem tief — wenn man alle Kredite an Non Financial Institutions anschaut – also Staat (inkl. Kantone/Gemeinden), Kredite an Haushalte und Non Fin Corps sind wir auch mit 243% des BIPs verschuldet. Getrieben vor allem an unseren Glauben an Betongold im Heidiland — bei den Privatschulden ist die CH in absoluten Zahlen weltweit pro Kopf am höchsten verschuldet.

      2. Die Investments in €-Bonds und Anleihen sind rund 207 Mrd von Total 601 Mrd – also ca 34.5%

      https://www.snb.ch/en/iabout/assets/id/assets_reserves

      3. CH-Banken sind vom 20fachen der Mindestreserveeinlagen von aktuell 14.44 Mrd — also rund 290 Mrd von Neg. Zinsen BEFREIT

      • Martin sagt:

        1. So weit ich weiss, ist die CH mit ca. 30 Mrd. verschuldet, was ca. 4-5% vom BIP ausmacht. Kantone sind häufig beim Bund verschuldet und können auch im Ausland verschuldet sein. Diese Verschuldung hat aber keinen Einfluss auf die Berechnung. 2. Der CH Franken hat sich durch das Handeln der SNB an den Euro angenähert. Im Vergleich zu anderen Währungen, ist der CH Franken viel stärker geworden. Der Euro ebenso. Ich vermute, dass der CH auf der Eurostärke mitsurft. 3. Ich verstehe den Punkt Ihrer Aussage nicht? Was soll das heissen?

        • Marcel Senn sagt:

          Sorry Martin — aber ist schon einiges mehr: 223 Mrd davon 107 Mrd vom Bund

          http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/18/03/blank/key/schulden.html

          Ad 3) Lesen Sie mal das SNB Memo vom Dez. 2014 Thematik Freibeträge vom Negativzins

          https://www.snb.ch/de/mmr/reference/pre_20141218/source/pre_20141218.de.pdf

          Es gibt also längst nicht auf allen Giroguthaben bei der SNB Negativzinsen — auf den AHV und PK Guthaben allerdings schon — wieso das weiss auch nur der Jordan — macht wenig bis keinen Sinn diese Volchsabzockete der SNB, da im AHV/PK Bereich keine ausländischen Kapitalien angelockt werden.

          • Martin sagt:

            @Senn: Es gibt einen Freibetrag von 10 Mio., der nur einmal gilt, falls mehrere Konten geführt werden. Es wurde auch gesagt, dass dieser Negativzins nur für grosse Kunden sein soll und nicht für alle. Und wie kommen Sie auf AHv und PK? Diese parkieren das Geld bestimmt nicht bei der SNB.

          • Marcel Senn sagt:

            Martin: Sie müssen schon das ganze Memo lesen — vor allem Seite 3. Mindestreservepflichtige Banken sind vom 20fachen Betrag der Mindestreserven von Negativzinsen BEFREIT!

            Siehe dazu in Zahlen die wöchentlichen SNB Angaben:
            Minimum reserves: compliance during the last 12 periods — Seite 2 unten

            https://www.snb.ch/en/mmr/reference/gwd_20160321/source/gwd_20160321.en.pdf

          • Anh Toàn sagt:

            @Martin Senn: Vielleicht ist die SNB so grosszügig mit den Banken, weil sie weiss, dass sie nackten Männern nicht in die Tasche greifen kann.

        • Linus Huber sagt:

          @ Martin

          Abgesehen davon, dass Sie sich wohl auf fehlerhafte Quellen in der Berechnung der Staatsschulden zu beziehen scheinen (hier eine andere: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/21/02/ind9.indicator.73009.905.html) versucht Marcel indirekt damit zu erklären, dass z.B. private Schulden und Guthaben im Rahmen der Gesamtschau ebenfalls von hoher Bedeutung sind.

          • will williamson sagt:

            Die hohe Verschuldung der Privaten in der Schweiz dürfte grossmehrheitlich auf die Hypotheken zurück zu führen sein. Wieso das – abgesehen von schweren Immobilienkrisen – ein Problem sein soll, ist mir nicht klar. Wenn ich mich nicht falsch erinnere, hatten wir so was um die Mitte der Siebzigerjahre, wo manche Immobilienbesitzer Probleme bekamen, weil sie zu hohe Hypotheken hatten. Die Schweiz insgesamt hat das aber überstanden.

          • Josef Marti sagt:

            @Williamson.
            Man versucht stets Schulden als Problem darzustellen obwohl in einem Schuldgeld- und Zinssystem gar nichts funktioniert ohne Schuldner. Staatsschulden sind das geringste Problem, weil diese ohnehin dem Establishment gehören und durch die 99% Galeerensklaven in Dauerschuldverhaft von unten nach oben abzustrampeln sind.

          • Martin sagt:

            @Huber: Und wieder eine Vermischung! Die Verschuldung des Staates ist wohl ein makroökonomisches Phänomen, während die private Verschuldung wohl eher in die Mikroökonomie gehört. Die Schulden der Privathaushalte haben überhaupt keinen Einfluss!

          • Marcel Senn sagt:

            Martin: Die aggregierten Schulden des privaten Sektors sind sehr wohl ein makroökonomisches Problem, wie z.B. die US Housing Bubble mit allen Folgen eindrücklich gezeigt hat.
            .
            Die Privatschulden eines einzelnen sind eine mikroökonomische Angeleheit, aber aggregiert werden die zu einem makroök. Angelegenheit.

          • Martin sagt:

            @Senn: Aggregierte Schulden der Haushalte hin oder her. Sie haben trotzdem keinen Einfluss auf eine Währung. Private beziehen ihre Kredite von Privatbanken und nicht von der SNB. Sie haben keine Aussagekraft, was die Landeswährung angeht. Aber ich kann hier wohl lange argumentieren, es wird sich nichts ändern. Das ist ja auch der Grund, weshalb Jordan bei der SNB arbeitet und nicht der Journalist, der diesen Bericht hier geschrieben hat… Niemand kommt auf die Idee, dass auch die Zentralbanken zusammenarbeiten könnten. Schon nur deswegen, da viele ZB Präsidenten Mitglieder der BIZ sind.

          • Marcel Senn sagt:

            Martin: Sie scheinen mir doch etwas kurzsichtig zu sein und absolut null wirtschaftshistorisches Wissen zu haben!!
            .
            Wieso wohl hat die FED ab 2008 QE an QE durchgezogen, zudem noch die US Regierug Konjunkturprogramme etc etc.
            .
            Ja genau weil die private Verschuldung damals aus dem Ruder gelaufen ist und all die faulen Kredite bei den Banken hängen geblieben sind und die ohne FED und US Regierungshilfe wie Lehman pleite gegangen wären.
            .
            Vor allem WEGEN den US-Privatschulden (Hypos) wäre uns 2008/09 fast das ganze Finanzsystem um die Ohren geflogen! Und der $ ging dann in Folge auch schön runter – so von wegen nix mit der Währung zu tun haben
            .
            Got it???

          • Marcel Senn sagt:

            Martin PS: Und sollten in der CH mal die Immopreise um 20-30% nach unten korrigieren, dann werden bei 750 Mrd Hyposchulden (und Bruttowert aller Privatimmobilien von rund 1850 Mrd) viele ins trudeln geraten, wenn die Banken dann Nachschüsse verlangen und dann werden die Privatschulden die SNB wohl auch sehr beeinflussen.
            Mal schauen was Herr Jordan dann aus dem Trickistli holen wird.

          • Marcel Senn sagt:

            @ Martin: Die SNB und der Bund mussten ja 2008/09 die UBS vor allem retten, weil die sich mit US toxischen Papieren verursacht durch US Privatschulden und zu hohen Immobewertungen verzockt haben.
            .
            Also hören Sie bitte auf mit dieser Mär, dass die Verschuldung im privaten Sektor keinen Einfluss auf Zentralbanken habe!

          • Linus Huber sagt:

            @ Josef @ Will

            Sie verwechseln hier einen Aspekt, wenn Sie erklären, dass Schulden kein Problem sein sollen. Ich gehe mit Ihnen einig, dass Schulden wie Guthaben grundsätzlich eine wichtige wirtschaftliche Funktion erfüllen, was hier weder Marcel noch ich bestreiten würde. Es geht nicht darum sondern um das Ausmass z.B. im Verhältnis zur Produktivität einer Volkswirtschaft und um die meist aufgrund lockerer Geldpolitik durch einen Kreditboom erzeugten Blasen, welche an einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft mit entsprechenden negativen Konsequenzen in der einen oder anderen Form platzen werden.

        • Josef Marti sagt:

          Mit Verlaub, das ist ziemlicher Unfug. BIP Staatsschuldenquoten von unter 10% haben nur Entwicklungsländer oder allenfalls Rohstoffländer wie die Saudis. Dann müsste ja Somalia die weltweit stärkste Währung haben. Die BIP Staatsschuldenquote der CH ist irgendwo um 40% und damit vergleichsweise zu den reichen Ländern tief. Sodann jammert Japan mit einer Quote von 250% über die Aufwertung des Yen, Sie sehen, ihre Aussagen zerbröseln zünftig.

          • Martin sagt:

            @Marti: Es ist eben nicht so einfach. Die Berechnung einer Währung setzt sich aus mehreren Dingen zusammen. Einerseits Schulden, andererseits auch, wie viel ein Land produziert (BIP, BSP) usw. Wie gross ist denn das BIP von Somalia? Geschätzte 2.6 Mrd. US Dollar. Die Schweiz hat über 600 Mrd.

      • Daniel Wigger sagt:

        zu €-Bonds: Das ist der grösste Fehlentscheid der SNB: Dass die Euros in Wertpapiere angelegt werden. Damit werden einerseits die Börsenkurse manipuliert (sie werden mehr nachgefragt und steigen deshalb), andererseits die eigene Währung nicht geschwächt.

        Wenn sich eine Nationalbank entscheidet, andere Währungen zu kaufen, dann müssten sie zinslos „bar“ im Konto behalten werden. Schliesslich will man damit die eigene Währung schwächen. Wenn man damit aber wieder ein Geschäft macht, ist dieser „Zerstörungseffekt“ der eigenen Währung dahin. Ausserdem wird damit der schnelle Ausstieg schwieriger, und beim Ausstieg werden die Kurse in den Keller gestossen.

        • Josef Marti sagt:

          Soso, die SNB soll sich also den EZB Negativzins reinziehen, sehr klever.

          • Daniel Wigger sagt:

            Im Endeffekt ja. Der Kauf von Fremdwährung ist im Endeffekt nichts anderes als eine Stärkung der anderen Währungen und eine Schwächung der eigenen Währung. Deshalb muss die SNB alles tun, um die eigene Währung zu schwächen. Wenn sie jedoch selber zum Finanzinvestor wird, stärkt sie die eigene Währung nur. Die SNB soll nicht Gewinn machen, sondern die Volkswirtschaft der gesamten Schweiz soll es. Im Moment passiert genau das Gegenteil: Die SNB macht Gewinne und druckt Geld bis zum Abwinken, die Schweizer Wirtschaft ist im Sinken begriffen. Tourismus und Industrie werden gezielt zerstört. Das sind reale Effekte, die Gewinne und Verluste der SNB sind virtuell.

    • Josef Marti sagt:

      Euro Anleihen wurden durch die SNB gekauft um den CHF zu schwächen, nicht umgekehrt. Punkt a ist richtig, von Verschuldung kann bei einem Nettogläubiger allerdings unter dem Strich keine Rede sein; wer mehr produziert als er konsumiert bleibt immmer Nettogläubiger und muss sich nie in Fremdwährung verschulden; und solange die positive LB mit oder ohne Mindestkurs gehalten werden kann bleibts bei einer Aufwertungstendenz.

  • Josef Marti sagt:

    Die massive Bilanzausweitung der SNB muss als Gegenposition einen Kapitalimport zur Folge haben, das ist klar an den schwarzen Balken zu erkennen, sowie gegen Ende 2015 die auffällige Zunahme ausländischer Direktinvestitionen in der CH (grüner Balken). Wenn der Negativzins wirkt dann verschwinden diese schwarzen Balken wie auch gleichzeitig die Bilanzausweitung aufhört. Die Stützung des Exports resp. LB Überschusses mit dem Mindestkurs war nur auf Kosten eines massiven Nettokapitalimportes möglich. Hätte man nicht interveniert und die LB passivieren lassen wäre der CHF mittelfristig abgestürzt und wir wären jetzt in der Rezession mit viel höherer Arbeitslosigkeit.

    • Rolf Zach sagt:

      Nie basiert ein LB-Überschuß auf der Grundlage von Nettokapitalimporten. In der Regel haben die Länder mit Nettokapitalimporten gleichzeitig eine defizitäre LB und dann vor allem die Handelsbilanz. Den Leuten sollte klar sein, daß der Schweizerfranken die einzige Währung auf der Welt ist, die wie Gold angeschaut wird. Wenn man eine absolut inflationssichere Anlage will, ist der Schweizerfranken so gut wie Gold. Seit 1980 war der Schweizerfranken mit der Verzinsung der absolute Meister der sicheren Anlage und besser als Gold. Bei der Berechnung von Goldanlagen in Zeiten der Deflation muß man trotz Negativzinsen die Diskontierung des Goldes beachten. Die SNB hat keine Kontrolle über CHF-London

      • Josef Marti sagt:

        Sie haben recht, Nettokapitalimport stimmt so nicht, der Kapitalimport ist die Gegenposition zu den Währungsreserven, unter dem Strich bleibt ein Nettokapitalabfluss.

      • Markus Ackermann sagt:

        @Zach
        1. Sie haben recht mit dem Vergleich CHF zu Gold
        -> In normalen Zeiten macht es für CHF-Besitzer kaum Sinn, Gold zu halten
        -> Aber die Zeiten sind nicht mehr normal … und Gold ist die einzigen Währung, die nicht von einer Zentralbank willkürlich begeben werden kann
        2. Darum rechne ich den Preis der Währungen in gr Gold um.
        -> Über Jahrzehnte ist der Wertverfall der Währungen im Vergleich zum Gold spektakulär
        -> Seit QE korreliert der Goldkurs in Etwa mit den Bilanzsummen von einigen Zentralbanken, z.B. €ZB
        3. Ja, Gold ist unproduktiv
        -> Es schafft keine Werte
        -> Man kann es nicht bewerten
        -> Aber man verliert über die Jahrzehnte auch nicht … im Gegensatz zu Währungen

        • Marcel Senn sagt:

          Ackermann: So toll ist Gold auch nicht, wenn man z.B. einen 30 Jahresvergleich macht. Ausserdem berücksichtigen Sie die Zinserträge (resp. die Inflationsentschädigung bei Währungen anscheinend nicht — was natürlich ein Kapitalfehler ist, wenn Sie schon Währungen mit Gold vergleichen wollen)

          http://www.axel-eisenhuth.de/mig-fonds/wp-content/uploads/Historische-Charts-Axel-Eisenhuth.pdf

          Ihr Goldfans lasst Euch immer wieder vom falschen Glanz des Goldes blenden

          • Marcel Senn sagt:

            PS Und hätten Sie Gold im Januar 1980 gekauft für damals 850$ (wegen den grössenwahnsinnigen Hunt Bros) – dann hätten Sie sogar einen max. Wertverlust von 76% eingefahren auf den darauffolgenden Tiefstständen — ein höherer Verlust als mit allen anderen Anlageklassen.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Ja, so lügt man mit der Wahrheit: Es kommt auf den Standpunkt an, von wo man auf den Gegenstand der Analyse schaut und auf die Begrenzung der Optik
            1. Der Dow ist ein relativ grosser Ozean. Also kann man den Dow mit dem Gold vergleichen.
            -> Die Dow-Gold-Ratio (Dow-Index geteilt durch Unzenpreis) zeigt, dass von ca. 1980 bis ca. 2’000 Aktien besser performten als Gold.
            -> Die 20 Jahre vorher und 15 Jahre nachher war es umgekehrt
            2. Price is what you pay, value is what you get (Buffet).
            -> Financial assets sind ein claim auf die künftigen, diskontierten produktiven Outputs der Realwirtschaft: WEIL dieser claim schwächelt (Papierli-Wender), reduzieren die ZB den Diskont-Zins

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Gold wird ja bekanntlich in $ gemessen (mein Link ist vielleicht etwas unglücklich, weil er in € ist)

            1984 war der durchschnittliche Goldpreis por Unze 361 $ 2014 war er 1266 $ – nur ist ein ein $ von 1984 im Jahre inflationsbereinigt nur noch 0.439 $ wert — Gold demensprechend noch 556 $.
            .
            Und da Sie vermutlich pyhsisches Gold meinen und nicht Papiergold kreiert von Papierliwendern, müssen Sie noch mit 0.25 bis 1.5% pro Jahr Aufbewahrungskosten rechnen um sicher zu sein — je nach Höhe der Kosten haben Sie sogar Kaufkraft verloren in 30 Jahren.
            .
            In der CH wurden vermutlich einige Tonnen Gold bei Hauseinbrüchen gestohlen in 30 Jahren — das heisst dann minus 100%!!

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Hier einer von vielen links zur Dow-Gold-Ratio:
            http://www.macrotrends.net/1378/dow-to-gold-ratio-100-year-historical-chart
            Aber darum ging’s mir nicht.
            1. Ich redete von Währungen, nicht von Asset-Klassen. Eine Unze ist ~31 gr.
            -> Wie viele US$ musste man z.B. 1900 ausgeben für 1 oz Gold? ~45$. Heute sind es ~1’200 US$
            2. 1717 legte Sir Isaac Newton als Chef des königl. Münzamtes den Preis für 1 oz Gold auf 3,89£ fest. Ab dem 10.5.1774 galt in UK der Goldstandard, ab 22.6.1816 war die Goldwährung Landeswährung (Goldstandard, 1£ = 20 Shilling). Wie viele £ muss man heute bezahlen für 1 oz Gold? ~850£
            3. Gegen was haben und werden alle Papierwährungen abwerten? Gegen Gold

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Was unterscheidet Gold von den Papierwährungen?
            1. Die Papierli können von beliebig vielen Papierli-Wendern in beliebigem Umfang vermehrt werden
            2. Beim Gold haben wir einen schon grossen Bestand und es werden pro Jahr nur ~1.5% des bisherigen Bestandes neu geschürft.
            => Also kann das Gold nicht beliebig vermehrt werden, sondern nur höher bewertet
            … in Papierli’s … oder präziser: es braucht immer mehr Papierli für 1gr
            … aber weil das Gold unproduktiv ist und keinen cash flow generiert, kann man auch keine künftigen cash flows abdiskontieren und dadurch bewerten.
            -> Also kann Gold stark schwanken,
            -> zudem gibt es viel „Papierli“-Gold an „Papierli-Börsen“ (z.B. Comex)

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Ist ja nett der Dow/Gold Ratio Chart — nur beruecksichtigt der die ganzen Kapitalabfluesse – sprich Dividenden nicht und Firmenpleiten auch nicht — der Dow hat sich doch einiges veraendert in 100 Jahren – eine Unze Gold ist aber eine Unze Gold geblieben.
            Klar werten Waehrungen mit der Zeit ab – das ist ja in unserem Geldsystem so vorgesehen (nur Draghi hat jetzt ein Problem ohne Inflation) – diese Abwertung wird ja meistens von Zinsen ueberkompensiert.
            Gruss aus Buenos Aires wo auch die neue Regierung die Inflation nicht in den Griff bekommt und die kurzfristigen Zinsen wieder auf bis zu 38% sind – ziemlich teuer ist es wieder mal geworden hier, auch fuer CHF – Besitzer

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Sie übersehen mein Argument: Das Gold ist keine Asset-Klasse, sondern eine Währung, die im Vergleich zum US$ oder £ drastisch aufgeschlagen hat. Bei den ~45 US$ habe ich mich, glaube ich, geirrt. Es waren wohl ~20.5$ pro Unze,
            -> also hat sich der US$ (in gr Gold gerechnet, bei ~1’200$/oz) auf ~1/60stel abgewertet
            1. Ich nehme das Gold als REFERENZ, weil vom Gold nichts verschwunden ist.
            2. Beim Dow werden die meisten Firmen, die damals im Index waren, heute verschwunden sein (oft: bankrott) und durch andere Firmen (bzw. deren Sachwerte, Buchwerte und Ertragswerte) ersetzt worden sein.
            -> Das Gold geht hingegen nicht bankrott
            3. Ja, Gold kostet, anstatt Zins zu bringen

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Gold ist für mich ein Rohstoff und keine Währung. Gemessen wird der Wert des Goldes ja immer noch in Währungen. Und selbst als es (zusammen mit Silber) im Imperium Romanum mal Währung war, wurde damit nur Schindluder getrieben, indem der Gold- und Silberanteil pro Münze immer geringer wurde und man am Ende auch nur noch einen Hauch von Gold in den Händen hatte.
            Und Gold als Zahlungsmittel ist etwas schwierig – wie wollen Sie ein Brot damit kaufen — mit 0.1 Gramm Goldstückchen. Die ZB besitzen gerade mal 1/6 der Weltgoldbestandes – man müsste wieder Goldverbote für Private einführen etc. Gold ist in der Menge nicht kontrollierbar – wie bewältigen Sie eine Krise mit Gold?

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Nun:
            Ihre Statistiken + Buchhaltungen basieren auf Papierli-Währungen, die im Vergleich
            – zw. den Währungen und
            – zur Realwirtschaft
            BELIEBIG ENTWERTET werden können. Und dies passiert auch.
            -> Also: wenn 1$ nach 100 Jahren noch 1/60stel Wert hat
            …. während die Realwirtschaft zufolge Produktivität gewachsen ist
            … vergleichen Sie dann nicht Äpfel mit Birnen?
            … denn es geht ja immer nur um den Output der Realwirtschaft bzw. claims darauf – nicht um $
            -> Falls tatsächlich pro Jahr 1,5% des Bestandes Gold neu geschürft würde, wären es 1.015^100 = 4.43 mal mehr, also wäre 1 US$ von 1900 auf 1/266stel entwertet
            -> Wie sonst wollen Sie Ihre Zahlen „eichen“? z.B. 1m2…

          • Markus Ackermann sagt:

            … Bauland (ebenfalls nur limitiert vermehrbar)

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: 100 1915er $ sind heute inflationsbereinigt noch 4.60 wert. Nur wenn Sie 100$ zu 2% angelegt haben dann haben Sie heute 724 $, bei 5% wären es sogar 13150.
            In unserem kaptialistischen Zinseszinssystem ist der kaufkraftschwund schon geplant, sonst würden Zinszahlungen gar nicht funktionieren.
            Der Goldpreis wurde in den letzten hundert Jahren durch Regierungen bestimmt oder nach 1971 wieder vom Markt (Realwirtschaft oder auch Goldhorter und Zentralbanken).
            Gold ist doch völlig untauglich und reine Glückssache. Wenn irgend ein Land (womöglich noch eine Diktatur) auf gross Goldvorkommen stossen würde (x 10’000 t) würden die praktisch leistungsfrei superreich

          • Linus Huber sagt:

            „Wenn irgend ein Land (womöglich noch eine Diktatur) auf gross Goldvorkommen stossen würde (x 10’000 t) würden die praktisch leistungsfrei superreich“

            Na ja, das wurden die Länder mit Ölvorkommen ebenfalls und ist sicherlich kein Argument gegen Gold. Es geht auch weniger um Gold selber, sondern darum, dass Geld nicht frei manipulierbar ist, und damit die Macht der Regierungen grundsätzlich begrenzen würde und heute auch die zunehmende Horde an Kriegstreibern und Weltregierungsfanatikern in die Schranken weisen würde. Gold hat sich aufgrund seiner Attribute einfach als eines der besten Mittel dieser Verankerungen erwiesen.

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Die Goldmenge ist wirklich schwer zu manipulieren — aber dafür würde dann einfach der Preis von Regierungen, Zentralbanken etc manipuliert – dieser ausgedrückt in Währungen – also eben auch wieder Papiergeld. Dann wären wir wieder bei Ackermanns Eichproblem — man könnte Gold auch mit Oelfässern eichen (zumindest für einige Jahrzehnte, bis das Oel alle ist) – das wäre zumindest ein reales Gebrauchsgut.
            .
            Dass Sie als „Prinzipienreiter“ so praktisch leistungsfreies Erdöleinkommen ehemaliger Kameltreibernationen nicht etwas nervt – verwundert mich doch etwas. Die haben zu ihrem Reichtum ja praktisch nix selber beigetragen, selbst die Förderung machten Ausländer.

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Wir diskutieren und streiten hier über Geldpolitik, Policies und Prinzipien von einigen wenigen Zentralbanken wie FED, SNB, BOE, EZB, BOJ oder allenfalls noch PBOC – aber über die Prinzipien und Policies der Zentralbank von Saudiarabien oder der Emirate diskutieren wir praktisch nie (gut ich muss zugeben, ich kenne die auch nicht wirklich gut) – die saugen (noch) das Geld einfach aus dem Boden und können praktisch schalten und walten wie sie wollen – nur weil sie einfach Glück gehabt haben und auf genügend Erdöl und -gas sitzen.
            Aber z.B. Patente oder Innovation kommt aus jenem Raum wenig bis nichts. Von dem her halte ich nicht viel von diesem Glückfaktor auch bei Goldvorkommen

          • Linus Huber sagt:

            „Dass Sie als “Prinzipienreiter” so praktisch leistungsfreies Erdöleinkommen ehemaliger Kameltreibernationen nicht etwas nervt – verwundert mich doch etwas.“

            🙂 Na ja, es mag mich nerven, jedoch liegt es mir fern, den moralischen Standpunkt über Eigentumsrechte und Freiheit zu stellen, respektive zu glauben, man müsse Gleichheit durch Enteignung und Gewalt erzwingen. Ebenfalls werden oft solche Vorkommen auch als Fluch betrachtet, indem sie die Innovationskraft wohl meist derart stark schwächen, dass der vermeintliche Vorteil längerfristig zu einem Negativum mutiert.

            Wenn die Währung gebührenfrei in Gold umgetauscht werden kann, wird sich die Manipulation in Grenzen halten.

          • Marcel Senn sagt:

            „Wenn die Währung gebührenfrei in Gold umgetauscht werden kann, wird sich die Manipulation in Grenzen halten.“
            .
            Und was soll das bitte? In normalen Zeiten tauscht kaum jemand die Währung in Gold um — und in Krisenzeiten würde das System eh zusammenbrechen, wenn alle ihre Währungen in Gold umtauschen wollen. Der Goldwert der aktuellen Bestände aller Zentralbanken ist aktuell nur „bescheidene“ 1.4 Bio $ (in etwa genau der Wert aller USD-Banknoten).
            .
            Und dass Sie dann noch „gebührenfrei“ erwähnen müssen – die „Gebühren“ würden dann einfach durch massivste Goldpreissteigerungen ersetzt werden. Goldstandard ist was für Theoretiker, aber in der Praxis kaum je wieder sinnvoll…

          • Linus Huber sagt:

            „Der Goldwert der aktuellen Bestände aller Zentralbanken ist aktuell nur “bescheidene” 1.4 Bio $“

            Genau, dies zeigt ja genau die Problematik auf, wenn Regierungen sich ihnen nicht gebührende Macht aneignen, indem Sie Währungen zur Manipulation missbrauchen, und in der Folge dies aufgrund eines auf fehlerhafter Doktrin beruhendes Anreizsystem zu Krisen führt, in welchen die Regierungen dann sich noch mehr Macht aneignen, und z.B. Gold einmal einfach verbieten und danach aufwerten und im nächsten Fall den Goldstandard gar eliminieren. Und heute versucht man selbst Bargeld zu verbieten, einzig um noch mehr Machtkonzentration zu erreichen.

          • Linus Huber sagt:

            Warum weigern Sie sich die Erkenntnis eines Keynes zu würdigen?

            “There is no subtler, no surer means of overturning the existing basis of society than to debauch the currency. The process engages all the hidden forces of economic law on the side of destruction, and does it in a manner which not one man in a million can diagnose.”

          • Marcel Senn sagt:

            Ist ja nett, dass Sie Keynes zitieren Linus – aber der gute Keynes lebte in einer anderen Zeit unter anderen (wenn auch harten) Umständen
            .
            Eine ganz einfache Rechnung: Das Weltbip beträgt aktuell knapp 80 Bio $, weltweit müssen immer noch zw. 8-10 Bio $ Zinsen bezahlt werden, die Weltwirtschaft wächst aber nur um ca 2-2.5 Bio $ – wie sonst soll man so ein System sonst noch aufrecht erhalten, als durch einen Ausgleich via Inflation. In der EU Zone klappt das immer weniger, darum versucht es Draghi mit der dicken Berta, Negativzinsen und irgendwann mit Helikoptergeld.
            .
            Was ein Goldstandard oder ähnliches daran wirklich verbessern würde, bleibt mir immer noch schleierhaft

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Verschwenderische Politiker sind sicher ein Uebel, aber das grösste Uebel sind vermutlich immer noch die Geldverleiher (Banken und andere Finanzorganisationen) die immer mehr Menschen in die Verschuldung drängen und manchmal auch vor Mord an widerspenstigen Präsidenten nicht zurückschrecken.
            .
            Das Buch kennen Sie ja vermutlich

            https://de.wikipedia.org/wiki/Bekenntnisse_eines_Economic_Hit_Man

            Und zw. 2000-2007 passierte in der Housing Bubble dasselbe – die wussten doch von Anfang an, dass der mexikanische Hilfsarbeiter sich ein grosses Haus nicht leisten kann. Die Folgen jener Krise spüren wir auch in Europa heute noch. Unseriöse, aggressive Kreditvergabe ist eines der…

          • Marcel Senn sagt:

            Hauptübel für die ganze Schuldenmisere. Sicher haben die Zentralbanken (v.a. Greenspan mit seiner Zinspolitik) auch dazu beigetragen.
            .
            Dasselbe auch in Spanien — aber wenn mal alle im Wahn sind, dann wird gebaut auf Teufel komm raus, die Preise steigen und die Politiker machen natürlich nichts dagegen, weil die wollen ja auf der Party des praktisch schweisslosen Vermögenswachstums nicht als Spielverderber auftreten.
            .
            Für Kreditausweitungen sollte es wirklich seriösere Doktrine geben – aber die könnte man auch ohne Goldstandard etc. erreichen.

          • Linus Huber sagt:

            „Für Kreditausweitungen sollte es wirklich seriösere Doktrine geben – aber die könnte man auch ohne Goldstandard etc. erreichen.“

            Ok, damit liegen wir fast deckungsgleich, eine Bindung der Währung an einen nicht beliebig vermehrbaren Anker.

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Aber auch nur fast – den eine seriöse Währung sollte gar keinen (Gold)-Anker brauchen.
            .
            Das Hauptproblem bei Währungen sind vermutlich die Zinsen, die kumuliert immer mehr Schulden schaffen – weit mehr als das Wirtschaftswachstum bei den aktuellen Schudlenständen aller Akteure.
            .
            Eine Währung sollte der Produktivität der menschlichen Arbeitskraft ausdrücken und eben nicht sich selber reproduzieren – das ist der Denkfehler und darum schwinden Währungen mit der Zeit dahin – logisch meint man bei einem solchen Schwundsystem einen Anker haben zu müssen.
            .
            Wegen dieser Selbstreproduktivität via Finanzinstrumenten gibt es immer mehr realwirtschaftlich unproduktives Kapital

          • Linus Huber sagt:

            Das Hauptproblem bei Währungen sind vermutlich die Zinsen, die kumuliert immer mehr Schulden schaffen – weit mehr als das Wirtschaftswachstum bei den aktuellen Schuldständen aller Akteure.

            Sie konzentrieren sich in erster Linie auf die heutige Situation und wollen jetzt dieses Problem einzig der Funktion des Preises von Geld namens Zins unterjubeln. Es besteht das System der regelmäßigen Verjüngung, welche fehlerhafte Krediterteilung (Fehlinvestitionen) bestraft, respektive schwache Akteure eliminiert und damit die Kreditmenge wieder schrumpfen liesse. Die kurzfristig orientierte Verhinderung dieser Zyklen durch geldpolitische Massnahmen, führte zur heutigen prekären Situation.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Senn
          Wie ermitteln Sie die Inflationsbereinigung, ohne einfach statistische Zahlen (Fortschreibungen) von Papierli-Wendern ungeprüft zu übernehmen?
          Womit „eichen“ Sie die Währung? Mit z.B. Scheffeln an Getreide?
          Wie schaffen Sie den klaren Bezug zur Realwirtschaft?
          Bsp.: Ich entwerfe ein Konzept, verkaufe dieses Konzept (Urheberrecht) an Sie für 1 Mio. CHF + kreditiere den Kaufpreis.
          Simsalabim bin ich Millionär
          … aber nur, wenn Sie mir die 1 Mio. CHF als Output der Realwirtschaft liefern können.
          … Falls Sie dies nicht können und Sie die €ZB oder sonst ein Papierli-Wender sind, liefern Sie mir Papierli
          Weil ich kein anderes knappes Gut habe, nehme ich Gold als REFERENZ

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Na ja in Argentinien kann ich noch die gelebte Inflation fast wöchentlich live und im Portemonnaie nachvollziehen — bei 32-35% muss man nicht mal die Papierliwenderstatistiken angucken. 🙂
            .
            Weizenpreise oder auch Energiepreise sind sicher sinnvoller als totes kaltes Metall in dunklen Tresorräumen, da ich diese zum Ueberleben brauche — Gold hat praktisch keine direkten Ueberlebensnutzen.
            .
            Man sollte Geld eh unterteilen – in Fliessgeld und Wertaufbewahrungsgeld – für zweiteres könnte ich mir noch eine Form einer Goldeichung vorstellen — für das tagtägliche Fliessgeld hingegen wäre Gold sinnlos.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn „Fliessgeld und Wertaufbewahrungsgeld“
            Sie haben recht.
            1. In der Krise muss man sich um die Fliessgrössen (BIP, [reale] Zinsniveaus) kümmern.
            -> DIES machen die Zentralbanken, u.a. mit negativen Zinsen + den Auswirkungen auf die Währungen + Leistungs-, Handels-, Zahlungsbilanzen.
            2. Diese Interventionen haben ZUGLEICH Auswirkungen auf Bestandesgrössen (Bewertungen, Vermögen).
            -> Im Vergleich zum Output der Realwirtschaft zielen die Interventionen auf eine [reale] ABWERTUNG (vulgo: Enteignung, Inflation) von Bestandesgrössen
            -> Wo liegen die Bestandesgrössen der meisten BürgerINNEN? Bei Banken (Sparer) + Versicherungen (künftige Renten)
            => Papierli-Wender sind unproduktiv

      • Markus Ackermann sagt:

        Der Autor des Beitrages macht Buchhaltungs-Betrachtungen. Damit Zahlen einer Buchhaltung Sinn machen, müssen die Bewertungen der Realität entsprechen. Die Realität wird durch die Realwirtschaft „geeicht“
        1. Die Zentralbanken bewegen sich in Fantasmen der finanzwirtschaftlichen Bewertungen
        -> Die Zentralbanken erreichen die Realwirtschaft gar nicht (mehr), da die Volumina in der Finanzwirtschaft viel zu gross geworden sind
        2. Ob Bewertungen richtig sind, merkt man erst, wenn die Werte von der Finanzwirtschaft in die Realwirtschaft transferiert werden. Also müsste man z.B. von der Leistungsbilanz ausgehen – aber auch die Währungen sind nicht mehr durch die Realwirtschaft „geeicht“

        • heinz meier sagt:

          Rechnet mal die Depotgebühren, Bankspesen, Courtagen und den Negativzins mit ein. Dann seht Ihr, dass die Banken und Notenbanken leistungslos, ohne
          Arbeit die Bankkunden beklauen. Das ist Betrug und Diebstahl, was die an der
          arbeitenden Bevölkerung vornehmen. Alles untern Mithilfe der Regierungen.
          Das ganze Geld.- und Finanzsystem ist nichts anderes wie ein kriminelles, grossbetrügerisches Schuldenschneeballsystem, welches vor dem Kollaps steht.
          Deshalb braucht man Gold.- und Silbergeld das werthaltig und nachhaltig ist.

          • Rolf Zach sagt:

            Kommt noch dazu, daß eine ganze Reihen von großen börsennotierten Gesellschaften, die spesenfreie Direkteintragung ihrer Aktionäre in ihr Register verweigern, auf Druck von den Schweizer Banken mit gütiger Hilfe der FINMA. Der Aktionär muß seine Aktien bei den Banken deponieren, damit diese die Gelegenheit haben, ihn bis zum letzten Tropfen Milch auszupressen. Es ist ja bekannt, daß der Anleger in der Schweiz juristisch weniger geschützt ist als in der Schweiz, damit blüht unser Finanzplatz.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Zach
            Wie rechnen (begründen) Sie diese Aufwertungen von CHF, $, £?
            Ich gehe von Abwertungen aus.

        • Rolf Zach sagt:

          Nur zur Ergänzung wegen Werthaltigkeit der Währungen. Ein Schweizerfranken von 1935 ist heute 6 Schweizerfranken wert. Ein US Dollar auch von 1935 ist 25 US Dollar heute wert, beim Pfund sind es heute noch 80 Pfund zu einem Pfund von 1935.
          Der Schweizerfranken ist die einzige Währung, die gegenüber dem Dollar nach der Abwertung von 1936 sich am stärksten aufgewertet hat, nicht mal der japanische Yen brachte dieses Kunststück nach 1950 zu Stande. Es kann durchaus sein, daß dies wegen dem nicht zu verschwindendem LB-Überschuss des Euroraums, trotz Draghi, sich dort wiederholt. Wir schwächen unsere Währung gegenüber dem Euro nicht mit der Geldpolitik.

          • Rolf Zach sagt:

            Wir greifen zum Zweihänder und zerstören unsere Industrie und die vielen Arbeitsplätze, damit UBS und CS ihre Fehlspekulationen in den USA decken können und auch weiterhin ihre Bosse fürstlich entlohnen. Das nennt zum Beispiel der ehemalige Kandidat aus Zug für den SVP Bundesrat eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung und die meisten Bürgerlichen marschieren hinterher. Freut euch des Lebens!

          • Linus Huber sagt:

            Sie wollen den chf aufgrund kurzfristiger Vorteile schwächen. Die Schweiz war jedoch nicht zuletzt aufgrund einer starken Währung über Jahrzehnte sehr erfolgreich. Erkennen Sie einen gewissen Widerspruch?

          • Rolf Zach sagt:

            @Ackermann. Meine Basis ist ein Schweizerfranken von 1935. Damals ein Einkommen von CHF 1000 wäre heute CHF 6000. Was damals als gutes Salär galt, ist heute nicht mehr so umwerfend. Ein Lehrer hatte damals nach Auskunft meiner Mutter ein Jahreslohn von CHF 4000 bis 5000, ein Pfarrer CHF 6000 (Kanton Bern). Ein Bundesrat hatte CHF 35’000, real heute 210’000, verdient aber das Doppelte. Kein Beamter war höher bezahlt als ein Bundesrat, auch die GD der Nationalbank hatten etwas weniger als ein Bundesrat, ca 30’000 heute geht es gegen 1 Milliion CHF. Auch die GD’s der Post und der SBB verdienten nicht mehr als ein Bundesrat.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Zach
            Ja, dass sich die konsumierbare Gütermenge erhöht hat mit dem technischen Fortschritt und einer jährlichen Produktivitätssteigerung und dass auch die Löhne gestiegen sind, ist schon klar: Werte werden durch Arbeit geschaffen (das unterscheidet den Liberalismus bzw. Kapitalismus vom Feudalismus)
            -> Aber warum soll der CHF von 1935 heute sechsmal mehr wert sein? Nicht nur das Gold ist im Preis gestiegen, auch das Bauland, das Holz, das Getreide. Heute kann ich mit dem CHF von 2016 (z.B. 1’000 CHF) WENIGER Gold, Bauland etc. kaufen als mit einer gleichen Menge (z.B. 1’000 CHF) im 1935.
            -> Der Kaufkraft-Schwund ist ja gerade das zentrale Konzept der Papierli-Währungen.

          • Rolf Zach sagt:

            @Linus Huber. Schlussendlich ist das Gedeihen der Schweizer Volkswirtschaft und ihrer einzelnen Bürger das Entscheidende. Wenn Sie soviel von Wirtschaft und Währung verstehen, lesen Sie Röpke und seine Verherrlichung der Währungspolitik von Salazar. Vergleichen Sie dieses Lob von Röpke mit der tatsächlichen Wirtschaftsgeschichte von Portugal unter der Herrschaft von Salazar und den Wohlstand des einzelnen Portugiesen resp. Armut trotz der Ausbeutung der reichen Kolonien durch die Herrschaftsclique von Salazar. Natürlich bin ich so wenig wie sie für eine Entwertung des Geldes, aber bitte keine Theologie damit.

          • Linus Huber sagt:

            „Schlussendlich ist das Gedeihen der Schweizer Volkswirtschaft und ihrer einzelnen Bürger das Entscheidende.“

            Natürlich, die Frage liegt nicht im Ziel sondern im Weg. Im Gegensatz zu Ihnen, bin ich mir nicht derart sicher, ob die Teilnahme am Währungskrieg mittel- bis langfristig dem Wohle der Schweizer Bürger dient, da die Situation zu komplex ist. Ihre Sicherheit in der Argumentation im spezifischen Fall der Währungspolitik des chf deutet eher darauf hin, dass Sie Theologie betreiben.

            „Röpke“

            a) Währungspolitik ist einzig ein Baustein und sicherlich nicht für sämtliches Verhalten von Regierungen verantwortlich.
            b) Bitte um Referenz, damit ich hier ausführlicher antworten…

  • Ulrich Konrad Schweizer sagt:

    Der Schweizerfranken dürfte ein Aufwertungspotential von um 1% p/a haben, dies langfristig gegenüber dem Euro und dem Dollar.Das heisst, dass wir in maximal 10 Jahren mit Parität zum Euro rechnen müssen. Nun fragt sich, wie denn die Anleger ihr aus der Schweiz abgezogenes Geld risikofrei anlegen können. Falls das mit Zinsen von nur um die 25 Basispunkten möglich ist, besteht keine Motivation Geld aus der Schweiz abzuziehen. Bei höheren Zinsen kann das heissen, dass die Anleger das Aufwertungspotential des CHF höher einschätzen oder sie emotional generell dem CHF mehr vertrauen als z.B. dem Euro. Dieser könnte ja grosse Ausschläge machen, wenn man den gegenwärtigen Zustand der EU betrachtet.

    • R. Maggetti sagt:

      Die Geldpolitik der Nationalbank ist eine Katastrophe für unser Land. Was mir Sorgen macht ist, dass kein Politiker dies verstanden zu haben scheint.

      • Baumann sagt:

        Falsch, der Katastrophenherd ist die EZB mit ihrer Geldschwemme und das EU Konstrukt an sich. Was die SNB macht ist vergleichbar mit dem hilflosen Versuch, einen überschwemmten Keller auszupumpen während die Flut immer noch weiter steigt. Sie macht das Pumpen zwar richtig und rechtzeitig aber die Pumpe wird im Verhältnis zu Flut immer zu klein bleiben. Und dafür wird sie in der Öffentlichkeit kritisiert.

      • Baumann sagt:

        Falsch, der Katastrophenherd ist die EZB mit ihrer Geldschwemme und das EU Konstrukt an sich. Was die SNB macht ist vergleichbar mit dem hilflosen Versuch, einen überschwemmten Keller auszupumpen während die Flut immer noch weiter steigt. Sie macht das Pumpen zwar richtig und rechtzeitig aber die Pumpe wird im Verhältnis zur Flut immer zu klein bleiben. Und dafür wird sie in der Öffentlichkeit kritisiert.

      • Baumann sagt:

        Falsch, der Katastrophenherd ist die EZB mit ihrer Geldschwemme und das EU Konstrukt an sich. Was die SNB macht ist vergleichbar mit dem hilflosen Versuch, einen überschwemmten Keller auszupumpen während die Flut immer noch weiter steigt. Sie macht das Pumpen zwar richtig und rechtzeitig aber die Pumpe wird im Verhältnis zur Flut immer zu klein bleiben. Und dafür wird sie in der Öffentlichkeit kritisiert.
        Eine Lösung wäre das Lager im Keller auf ein Boot zu verlagern, das mit dem Flutpegel mit steigt, aber dies bedeutete den Verlust der Unabhängigkeit.

        • Rolf Zach sagt:

          Herr Baumann, sie können ruhig noch mehr vom Ihrem gleichen Kommentar veröffentlichen, ihre Kritik an der EZB ist auf der Grundlage von allfälligen Schweizer Interessen aufgebaut. Ist die EZB eigentlich eine Zentralbank, die die Interessen der Schweizer Anleger berücksichtigen muß, die die Idealwelt von höherem Zins und höherer Dividende mit keiner Inflation wollen oder ist sie die Zentralbank, die dafür sorgen muß, daß die Volkswirtschaften im Euro-Raum brummen und gleichzeitig die Reservewährung Euro erhalten bleibt, sowie die Zinsen niedrig bleiben und gleichzeitig keine Deflation entsteht. Dies ist der Auftrag der EZB und bisher hat sie all dies nicht schlecht gelöst.

          • Linus Huber sagt:

            Na ja, wenn generell der Auftrag der Zentralbanken auf der Basis einer fehlerhaften Doktrin formuliert wurde, sind die langfristigen Konsequenzen eine vorprogrammierte Angelegenheit und einzig mit wohl schon absichtlicher Ignoranz gegenüber den 2. und 3. Runden-Effekten das Erreichen der unmittelbaren Ziele als Erfolg zu bezeichnen, zeugt von eher schwachen ökonomischen Kenntnissen.

            There is only one difference between a bad economist and a good one: the bad economist confines himself to the visible effect; the good economist takes into account both the effect that can be seen and those effects that must be foreseen. – Frederic Bastiat

          • Rolf Zach sagt:

            Trotz meiner angeblich schwachen ökonomischen Kenntnisse erlaube ich mehr in dieser illustren Runde das Maul aufzureißen und der beste Beweis für eine gute Ökonomie ist eine solche, wo es den meisten Leuten wenigstens materiell gut geht und sie in einer guten Ökologie leben. Da halte ich es mit Deng „Mir ist es gleich, ob die Katze schwarz oder weiss ist, Hauptsache ist sie fängt Mäuse“. Ich kann eigentlich mit bewegungslosen doktrinären Wirtschafts-Sachverständigen nicht viel anfangen, die aus der Realität nicht das beste machen können. Das Leben ist im allgemeinen vielfältig und die Volkswirtschaft ist es auch. Man kann immer Modelle am Schreibtisch entwickeln, wo es nur gutes Wetter…

          • Marcel Senn sagt:

            Zach: gehe mit Ihnen einig gute Oekonomen sind pragmatische Oekonomen und keine Elfenbeinturmtheoretiker wie z.B. ein F.A. von Hayek, der seine Modelle nicht mal empirisch überprüfen lassen wollte, weil seine Modelle angeblich zu komplex für das reale Wirtschaftsleben seien — was kann denn komplexer als die Realität sein (zumindest bei den Wirtschaftswissenschaften — in der theoretischen Physik ist das noch halbwegs nachvollziehbar)
            .
            Nur wenn man die Zahlen richtig gut durchschüttelt und neu zusammengesetzt und neu interpretiert werden kommt man zu echten Erkenntnissen – dazu brauchts oft nur genug etwas gesunden Menschenverstand und etwas Zahlenflair.

          • Linus Huber sagt:

            Ja sicher doch, das Platzen der Nasdaq-Blase wurde mit der gleichen Gesinnung gelöst, ohne zu realisieren, welche neuen und um Stufen höhere Probleme man damit kreierte. Ach ja, ich habe ganz vergessen, dass die Krise 2008 ja ein Naturereignis war.

          • Linus Huber sagt:

            „den meisten Leuten wenigstens materiell gut geht“

            1. Wohlbefinden beruht nicht einzig auf materiellen Aspekten, sondern viele andere Aspekte sind hierbei von Bedeutung, inkl. z.B. das Gefühl von Gerechtigkeit (wenig moral hazard und Vetternwirtschaft).
            2. Wenn die Mittelklasse langsam schrittweise dezimiert wird, handelt es sich schwerlich um eine positive Entwicklung.
            3. Sind es nicht genau die Zentralbanker, welche sich blindlings in ihren Entscheiden auf etwelche fragwürdigen Modelle berufen?
            4. Ja, das Leben ist vielseitig und komplex, also woher diese Überheblichkeit und diese Sicherheit derjenigen, welche für die Korrumpierung des Anreizsystems verantwortlich sind?

          • Linus Huber sagt:

            „Man kann immer Modelle am Schreibtisch entwickeln“
            „gleichzeitig keine Deflation entsteht“

            Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass Deflation (im Sinne eines leicht fallenden Konsumentenpreisindexes) negativ sein soll, wenn Sie sich nicht vielleicht sogar unbewusst auf etwelche unsinnigen am Schreibtisch ausgearbeiteten Modelle berufen.

            Die Argumentation leidet an Inkonsistenz.

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