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Eine vernichtende Prognose für die Eurozone

Markus Diem Meier am Montag den 7. März 2016
Foto: Jonathan Ernst (Reuters)

Pessimismus aus politischen Gründen: Mervyn King sieht schwarz. Foto: Jonathan Ernst (Reuters)

Fast ununterbrochen war die Eurokrise von 2010 bis im vergangenen Sommer eines der dominierenden wirtschaftlichen Themen. Nachdem 2015 im letzten Moment Griechenland noch einmal vor dem Austritt bewahrt wurde, wurde es um das Thema zwischenzeitlich etwas ruhiger. An den grundlegenden Problemen hat sich nichts geändert.

Auf solche weist der einstige Chef der britischen Notenbank, Mervyn King, in seinem neuen Buch hin. Er äussert darin recht unverhohlen die Überzeugung, dass das Projekt der Währungsunion früher oder später zum Scheitern verurteilt sei. Hier der entsprechende Auszug aus seinem Werk «The End of Alchemy».

King spricht von den folgenden Hauptschwächen der Eurozone:

  • Die Peripherieländer sind mit einem zu tiefen Zinsniveau in die Währungsunion eingetreten, was zu Kapitalzuflüssen, stark steigenden Aussenhandelsdefiziten (vor allem über die Importe) und einer höheren Inflation geführt hat. Umgekehrt war und ist Deutschland Nettokapitalexporteur und verzeichnet hohe Aussenhandelsüberschüsse.
  • Die daraus resultierende Verschuldung der Peripherieländer wurde mit der Finanzkrise zu einem grossen Problem, als die Kapitalzuflüsse versiegten und diese Volkswirtschaften abgestürzt sind.
  • Die Anforderung, angesichts der Verschuldung bei den Staatsausgaben zu sparen, hat die Lage weiter verschärft. Auch die sinkende Inflation bzw. die Deflation hat die Last der Verschuldung weiter erhöht. Das dramatischste Beispiel für diesen Abwärtskreislauf ist Griechenland.
  • Das bedeutet, dass die Schulden ohnehin nie zurückbezahlt werden können. Mit neuen Krediten an die Länder wird das unter den Teppich gekehrt. Sie werden hauptsächlich für die Rückzahlung fälliger Raten vergeben und verschieben den Moment des Bankrotts bloss weiter in die Zukunft.
  • Die Peripherieländer bleiben damit ständig dem Spardruck und grossen wirtschaftlichen Härten ausgesetzt, und in den Kernländern wie Deutschland steigt der Widerstand gegen jede Art von Zahlungen an solche Länder.

Laut King droht der Euro daher vor allem aus politischen Gründen zu scheitern. Die Bevölkerung in den Euroländern werde auf die Dauer immer weniger bereit sein, die Gemeinschaftswährung zu tragen, die sie zunehmend als Projekt von fernen Eliten wahrnehme. O-Ton King:

«Put bluntly, monetary union has created a conflict between a centralised elite on the one hand, and the forces of democracy at the national level on the other. This is extraordinarily dangerous.»

Angesichts der geringen Legitimation des Projekts ist King überzeugt, dass Lösungsideen mit einer stärkeren Integration und einer weitgehenden Abgabe von Entscheidungskompetenzen an ungewählte Technokraten auf grossen Widerstand stossen würden. Mit dem bisherigen Krisenmanagement hätten die Technokraten Europas, aber auch von internationalen Organisationen wie dem IWF ohnehin ihr Vertrauen verspielt und extremistischen Parteien Vorschub geleistet:

«This approach of creeping transfer of sovereignty to an unelected centre is deeply flawed and will meet popular resistance… the elites in Europe, the United States and international organisations such as the IMF, have, by pushing bailouts and a move to a transfer union as the solution to crises, simply sowed the seeds of divisions in Europe and created support for what were previously seen as extreme political parties and candidates. It will lead to not only an economic but a political crisis.»

Was King schreibt, ist keineswegs neu – schon gar nicht für Lesende dieses Blogs. Wie angemessen die alte Analyse nach wie vor ist, zeigt sich in besonderer Dramatik aktuell im Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen. Statt einer koordinierten Politik versuchen die meisten betroffenen Länder, das Problem des starken Zustroms durch eigene Abschottungsmassnahmen zu lösen, was dann andere umso mehr unter Druck setzt. Von einer Koordination ist wenig zu sehen. Tragischerweise trifft das vor allem und erneut Griechenland besonders hart, wo viele Flüchtlinge stranden.

Den Zusammenhang zwischen der Zukunft der Währungsunion und der Flüchtlingskrise hat man auch in Deutschland erkannt, wo die Frage einer Aufspaltung bereits wieder debattiert wird. Laut der «Süddeutschen Zeitung» hat Wolfgang Schäuble am G-20-Gipfel in Shanghai bereits einen Hinweis darauf gegeben:

«In Europa werden wir in nächster Zeit auf Instrumente der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit setzen und auf eine Koalition der Willigen.»

Ein Grund, weshalb die Eurokrise zwischenzeitlich etwas aus den Schlagzeilen geriet, war eine im letzten Jahr zwischenzeitlich leicht aufgehellte Wirtschaftslage in der Eurozone. Sie ist auch der Grund für die jüngste Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt. Die Eurostat-Meldung vom 1. März, wonach die Arbeitslosenquote auf einen so tiefen Stand wie seit 2011 gefallen ist, wurde als Erfolg vermeldet.

Zu feiern gibt es aber auch hier nichts. Die Gesamtquote liegt mit 10,2 Prozent noch immer extrem hoch und verdeckt die anhaltenden Katastrophen in Ländern wie Griechenland oder Spanien mit einer Arbeitslosenquote von 24,6 respektive 20,5 Prozent. Die Quote bei den Jungen liegt in beiden Ländern nur wenig unter 50 Prozent. Vergleicht man den Rückgang der Quoten in Europa mit jener in den USA, sieht das Bild noch schlechter aus, wie die folgende Grafik verdeutlicht:

Arbeitslosigkeit Delta

Schlimmer noch: Bei der wirtschaftlichen Entwicklung hat sich wieder eine deutliche Ernüchterung breitgemacht. Mit Bezug auf die Industrieproduktion war das bereits Thema von Kollege Tobias Straumann. Das zeigt sich auch beim Wirtschaftswachstum. Während dieses gemessen am Bruttoinlandprodukt (BIP) noch zu Beginn des Jahres 2015 auf annualisierte 2,2 Prozent angestiegen ist (angesichts der vielen Krisenjahre nicht gerade eine berauschende Zahl), ist es bis zum letzten Quartal bereits wieder auf annualisierte 1,1 Prozent zurückgefallen. Insgesamt liegt der Gesamtausstoss noch immer tiefer als im Jahr 2008, bevor die Finanzkrise voll die Realwirtschaft traf. In den USA liegt das BIP bereits 10 Prozent höher als vor der Krise. Im Sinkflug befinden sich in der Eurozone auch die Werte für das Konsumenten- und das Businessvertrauen und die Investitionsquote.

Die Eintrübung zeigt sich auch bei den Preisen. Gemäss den jüngsten Eurostat-Zahlen befindet sich die Eurozone mit einem sinkenden Preisniveau um 0,2 Prozent wieder in einer Deflation. Selbst die Kerninflation – bei der die Energie- und Lebensmittelpreise unberücksichtigt bleiben – schrumpft und liegt bei bloss 0,7 Prozent. Das liefert nicht nur einen Hinweis auf die Schwäche der Gesamtlage, sondern zeugt auch davon, dass die Europäische Zentralbank mit ihren Käufen von Staatsanleihen von 60 Milliarden Euro pro Monat (Quantitative Easing) und Negativzinsen von 0,3 Prozent für Einlagen der Banken beim Versuch weitgehend ins Leere läuft, die Inflation wieder zurück zum Zielwert von rund 2 Prozent zu führen.

Am meisten Wirkung hatte die EZB bis vor kurzem über die Schwächung des Euro – vor allem gegenüber dem Dollar. Die Exportüberschüsse der Eurozone insgesamt sind ihr zentraler Wachstumstreiber. In den USA kommt dieses Abschöpfen von Nachfrage allerdings schlecht an. Auch deshalb sind dort die Erwartungen von weiteren Zinserhöhungen durch die US-Notenbank deutlich geringer, als noch vor kurzem – eine Folge davon ist ein wieder aufgewerteter Euro. Die folgende Grafik zeigt den Verlauf des Europreises in Dollar:

Euro-Dollar-Kurs

An seiner Pressekonferenz vom nächsten Donnerstag wird deshalb EZB-Chef Mario Draghi noch mehr Schub ankündigen. Gerechnet wird mit einer oder mehreren der folgenden Massnahmen: eine weitere Senkung der Zinsen in den negativen Bereich, noch umfassendere Käufe von Staatsanleihen, eine weitere Verlängerung dieser Käufe, eine Verlängerung des Programms für besonders billige Ausleihungen an Banken, die mit der Verpflichtung zur Vergabe von Krediten verknüpft ist (TLTRO).

Das ist nebenbei erwähnt für die Schweiz eine beunruhigende Aussicht, weil sie die hiesige Nationalbank zwingt, selbst nachzuziehen, will sie eine weitere Aufwertung des Frankens zum Euro verhindern.

Die eingangs erwähnten fundamentalen Schwächen der Eurozone können aber mit der Geldpolitik ohnehin nicht gelöst werden. Sie kann – mit immer geringerem Erfolg bei immer stärkeren Dosen – bestenfalls die wirtschaftliche Lage etwas stabilisieren. Gelingt auch das nicht, könnte sich der Niedergang der Währungsunion beschleunigen. Das zumindest ist die Ansicht des Credit-Suisse-Ökonomen Peter Foley in der Studie «Close to the edge»:

«The viability of the euro is contingent on the current recovery… If the euro area were to relapse back into recession, it is not clear it would endure.»

Die Überlebensfähigkeit des Euro hänge davon ab, dass sich die wirtschaftliche Lage verbessert. Falle die Eurozone in eine Rezession, sei der Weiterbestand der Währungsunion nicht gesichert. Das Risiko einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage schätzt auch er als hoch ein.

 

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172 Kommentare zu “Eine vernichtende Prognose für die Eurozone”

  1. Rolf Zach sagt:

    Wo soll ich anfangen, um den Euro und die EU zu verteidigen. Dieses Buch von King ist nun wirklich der letzte Blödsinn, denn es gibt. Als Angehöriger der englischen Elite und diese ist unter allen Eliten in Westeuropa die am wenigsten offenste und eigentlich eine geschlossene Gesellschaft. Wo geht es über Eton und Oxford direkt an die Spitze der Gesellschaft und zum geschlossenen Klub, denn interessanterweise das Shop Girl Thatcher noch verstärkt hat. Cameron ist ja von Haus aus reich. Kein anderer Regierungschef in Westeuropa ist derart mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wie dieser und King spricht vom Aufstand der Eliten gegen den Euro und die EU.Ein Spezialist für europäischen Eliten

    • Rolf Zach sagt:

      Abgesehen ist das Volkseinkommen immer wichtiger als das Volksvermögen und beim Volksvermögen zählen die realen Werte und nicht die Geldwerte. Ein Heilung meines Krebs interessiert mich viel mehr im nächsten gut ausgestatteten Spital mit einer hervorragenden ärztlichen Behandlung, als 250 % Staatsschulden in der Höhe des Volkseinkommens. Wenn diese nur 1 % des Volkseinkommens kostet ist dies mir noch mehr egal. Ich will gute staatliche Leistung in Gesundheit und Infrastruktur. Ich will sauberes Trinkwasser und gute Atemluft auch in den Städten. In diesem Sinn kann mir die Geldpolitik egal sein. Abgesehen davon war die SNB nicht bei Trost, den Mindestkurs aufheben. Ein Schuß ins eigene Bein!

  2. Marcel Senn sagt:

    @NMTM
    Wenn Ihr folgenden Satz halbfett schreibt müsstet Ihr die Beschäftigungsquote der 15-u25j anfügen.
    “Die Quote bei den Jungen liegt in beiden Ländern nur wenig unter 50 Prozent”

    Gemäss der EU Arbeitsmarktbericht gibt es in der EU28 55.6 Mio 15-u25jährige.
    Als Erwerbslos werden 4.55 Mio angegeben
    Von allen 15-u25j sind das gerade mal 8.2% in der EU 28.
    Gemeldete Quote 15-u25 20% = Besch. Quote v 41%
    In der €-Zone wärens 8.8% aller 15-unter 25jährigen, in Spanien 17.5% und Griechenland 12.1%. – da aber z.B. die Beschäftigungsquote in Spanien nur 35% ist, erscheinen 50% extrem hoch.
    In der Tagesschau habe ich schon gehört, dass die vermelden 50% ALLER Jugendlichen in Sp…

  3. Roland K. Moser sagt:

    “Eine vernichtende Prognose für die Eurozone”
    Die habe ich bereits vor der Einführung des EUR gemacht. Ist auch kein Kunststück, wenn man sieht, auf welch maroden Volkswirtschaften diese Währung basiert.
    Dazu kommt noch, dass die geistig maroden Politiker dieser maroden Volkswirtschaften immer mehr Kredit aufnehmen um die alten Kredite plus Zinsen zurück zahlen zu können.
    Muss man hochintelligent sein, um diese Dummheit zu durchschauen? Nein!

    • Linus Huber sagt:

      Herr Moser, Prinzipientreue ist nicht erwünscht, sondern ein System der immer stärker zentralisierten unüberschaubaren Entscheidungsabläufe bestückt mit unzähligen verantwortungslosen sich ein angenehmes von der Allgemeinheit finanziertes Leben einrichtenden Bürokraten.

  4. Marcel Senn sagt:

    Zur Abwechslung wieder mal ein paar Schmankerln aus meiner Weltbilanz – diesmal die Aktivseite: (es gibt ja nicht nur Schulden)

    Wert aller Immobilien und Land weltweit:
    217 Billionen $ (davon 162 Bio $ Residential Buildings, 29 Bio $ Commercial und Landwert inkl. Landwirtschaft 26 Bio $) Quelle Savills

    Wert aller Aktienbörsen aktuell rund 58 Bio $ bei einem Kurs/Buchwert von 1.8 einen PE von 17.6 und einem CAPE von 18.4 Quelle Shiller

    Assets aller ZB: Aktuell ca 23 Bio $ (Artikel unten ist zwar von 2014 aber ganz interessant) Q Internet & eigene Berechnungen
    .
    Wert allen Goldes weltweit: rund 7.4 Billionen $

    • Marcel Senn sagt:

      Leider hat dieses NMTM Blogprogramm wieder mal meine Links nicht geschluckt — es ist wirklich etwas mühsam!!!

    • Marcel Senn sagt:

      Wert der 2000 grössten Corps weltweit (gemäss Forbes inkl. Banken)

      162 Bio $ Bilanzsumme
      Revenues 39 Bio $ (50% des Welt-BIP)
      Gewinn 3 Bio $
      Marktwert der 2000 grössten 48 Bio $

      http://www.forbes.com/sites/liyanchen/2015/05/06/2015-global-2000-the-worlds-largest-banks/#4bcbfcf924f1

    • Markus Ackermann sagt:

      @Senn
      Ja: und jetzt können wir auf den Minsky Moment warten, es sei denn
      – auf den Immobilien ist wieder eine Realverzinsung von 3 – 4 % möglich (zahlbar) und
      – das CAPE auf den Aktien geht wieder in Richtung 12 (oder 10-14)
      … und jetzt schätzen wir ab, wie viel die Immobilien fallen müssen, dass die wieder eine Realverzinsung von 3-4% ermöglichen und wie viel die Aktien fallen müssen, bis die earnings wieder ein CAPE von 12 ermöglichen
      ABER
      – wenn die Aktiven in der Bewertung fallen, dann fehlt die Deckung für die Schulden
      – wenn die earnings steigen, dann haben wir Inflation und es steigen die Zinsen
      … was wiederum Verzinsung der Schulden und Amortisation verunmöglicht

      • Markus Ackermann sagt:

        … und damit sind wir wieder beim Kapitel 13 der General Theory von Keynes (schedule of marignal efficiency) … an dem (schedule) negative Zinsen nichts ändern.
        Negative Zinsen sind nur ein Rechentrick, der die Konkurrenzierung von Investitionen in die Realwirtschaft durch Aktienrückkäufe verstärkt mit dem Ziel einer Erhöhung der earnings PER SHARE, aber nicht per Firma

        • Markus Ackermann sagt:

          Solange wir uns in einer finanzwirtschaftlichen Bewertung (durch Papierli-Wender) bleiben, können die bewerten, wie sie wollen. Der Lackmus-Test ist die Liquidität, ist cash, ist die Realwirtschaft.

          • Marcel Senn sagt:

            Sie als Keynes Spezialist wissen vermutlich wie er 1946 kurz vor seinem Tod die Sanierung England (über 30 J hinweg auf 50% runter) von damals 250% BIP Verschuldung eingeläutet hat. Mit einem Zinssatz unter der Infaltionsrate (wird ja von der EZB auch krampfhaft versucht.), Kapitalrestriktionen und Abwertung des £ — gut die Zeche haben die UK Bondholder dann bezahlt!
            .
            Irgendwer muss sich auch diesmal wieder die Papierliguthaben ans Bein streichen.
            Netto ist die Welt (ohne Doppelzählungen der Aktienwerte und Firmenassets) übrigens gemäss meinen Berechnungen um die 435 Bio $ wert. (inkl. staatlichen Vermögen (gut da hat es einige Schätzungen dabei, Zentralbanken Aktiven, NGO’s etc)

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            ein Tipp:
            Schauen Sie sich einmal die Pensionsverpflichtungen in den Bilanzen der Firmen an (IAS 19) und fangen Sie an, Szenarien zu rechnen im Hinblick auf die earnings und das P/E … und damit im Hinblick auf die Bewertungen
            … und dann stellen Sie sich vor, was losgehen wird, wenn Bilanzwahrheit einkehren sollte bzw. wenn heute bilanzierte Szenarien durch Minsky-Momente gestört werden

          • Marcel Senn sagt:

            Ja die müsste ich auch wieder mal angehen und update — aber sicher nicht Corp für Corp — da verblöde ich ja dabei 🙁

            http://www.oecd.org/finance/private-pensions/globalpensionstatistics.htm

            Muss diesen Punkt auch wieder updaten — der wird crucial — auch unsere AHV hat ja 1.2 Bio CHF zukünftige Verpflichtungen und es werden immer mehr….(gut resp. die müssen in Zukunft erst noch verdient werden)
            In Amiland sind die unfunded liabilties aus Pensions, Medicare, Mediaid etc . bei aktuell 101 Bio $

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Ja, was UK gemacht hat, nennt Ray Dalio ein “beautiful deleveraging” (how the economic machine works), weil es ohne allzu grosse Verwerfungen funktionierte
            … im Gegensatz zum “ugly deleveraging” (Deflation) bei anderen Ländern und zu anderen Zeiten

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Ein blütenweisse Weste oder 100 Punkte im Rating Composite haben nur noch 3 Länder auf der Welt:

            Schweiz, Liechtenstein und Luxembourg

            http://www.tradingeconomics.com/china/rating

            Irgendwo habe ich sogar eine Seite gefunden, da wurde die CH sogar mit 100.11 Punkten ganz alleine an der Weltspitze bewertet – also über das Maximum — allerdings habe ich auch nicht rausgefunden wieso wir schon 0.11 Punkte mehr als ausgezeichnet sein sollen…

          • Linus Huber sagt:

            “100.11 Punkten ganz alleine an der Weltspitze”

            Je höher man fliegt, desto tiefer man fällt – 🙁

          • Marcel Senn sagt:

            Genau Linus — wir sind weltweit auch das Land mit der höchsten pro Kopf Verschuldung der privaten Haushalte in absoluten Zahlen!
            ,
            Und darum bereiten mir auch diese unausgereiften wirtschaftspolitischen Experimente der SVP an der Urne etwas Kopfzerbrechen – wenn der kurzfristige populistische Abstimmungs- und in Folge auch Wahlerfolg wichtiger ist, als die langfristige Perspektive und Prosperität, dann kommt das nicht gut.
            Bin ja gespannt was in dieser MEI/Bilateralen Geschichte noch passiert bis nächsten Februar. Und falls die Bilateralen wirklich wegfallen, dann wüssten wir ex-post immerhin was die wert waren – ob nur ein “nice to have” wie CB meinte oder doch einiges mehr…

          • Linus Huber sagt:

            “Sanierung England (über 30 J hinweg auf 50% runter) von damals 250% BIP”

            Diese Periode als Modell für ein heutiges “deleveraging” anwenden zu wollen, dürfte gewaltige Schwachstellen ausweisen:

            1. Nach einem Krieg ist die Kohäsion resp. die Kooperationsbereitschaft der Gesellschaft bedeutend höher und durch eine entsprechenden Aufbruchsstimmung gekennzeichnet.
            2. Die Sozialprogramme waren noch nicht in diesem Ausmasse ausgebaut und zeigten noch keine Risse in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit.
            3. Die Bevölkerung unterwarf sich in den vorhergehenden Jahren einem spartanischen Lebensstandard.
            4. Weltbevölkerung wuchs damals um 2%, während heute um unter 1%.

            etc.

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Stimmt da haben Sie vermutlich nicht unrecht — wir sind vermutlich inzwischen zu wohlstandsdegeneriert und verweichlicht geworden, als dass wir eine Jahrhundertkrise wirklich so locker wegstecken könnten. – zumindest jetzt noch im Kopf!
            .
            Aber wenn es dann ans “läbtige” geht, dann ist der Mensch meist flexibler, als sich das manche heute überhaupt vorstellen können!
            Gibt sicher ein hochspannendes soziales Experiment ab – die Wohlstandsdegengerierten in Zeiten einer langandauernden Krise – Blood, sweat and tears are coming back!

          • Linus Huber sagt:

            Na ja, ich betrachte den Erfolg der SVP, von Trump etc. und die MEI-Annahme eher als Symptom der allgemeinen Verunsicherung respektive Infragestellung der angestrebten linearen gesellschaftlichen Entwicklung, welche in erster Linie zum Wohle einer sich zunehmend bildenden Oligarchie abzeichnet und welche systematisch die demokratischen Werte durch eine zentralistisch orientierte Agenda zu unterminieren versucht. Vielleicht beruht der weltweit verstandenen Form von Prosperität auf fehlerhaften Prämissen und wenn der “proverbal shit hits the fan” es nicht mehr einzig um Wohlstandserhalt sondern um das nackte Überleben geht. ….

          • Linus Huber sagt:

            Die Frage ist vielleicht eher, ob derjenige, welcher zuerst in den sauren Apfel beisst, einen “early bird advantage” haben mag, oder er von den Status Quo Verteidigern zerstört wird.

          • Anh Toàn sagt:

            Wer früher stirbt, ist länger tot.

        • Marcel Senn sagt:

          Den globalen Landwert von 26 Bio $ z.B. habe ich anhand der globalen Erdoberffläche so überschlagmässig durchgerechnet mit den Preisen für Ackerland, Weideland, Wald auch auch unwirtliche Gebiet wie Wüsten etc., die wenig bis nichts wert sind.
          .
          Und aufgrund der real bezahlten Preise weltweit z.B. für Landwirtschaftsland bin ich erstaunlicherweise auf ähnliche Werte gekommen wie in der Studie…vielleicht weil ich auch nur ein neugieriger “Internetseitenwender” bin — aber immerhin koste ich niemanden was.

        • Marcel Senn sagt:

          “welche in erster Linie zum Wohle einer sich zunehmend bildenden Oligarchie abzeichnet”
          .
          Und darum wählen immer mehr Wähler “Oligarchen” wie Blocher resp. sein Gedankengut verbreitet durch seine Partei oder Trump.
          .
          Ist das nur noch eine verzweifelte Hoffnungswahl, dass sich der vielbeschworene “Trickle-Down-Effekt” eines Tages doch noch mit seiner angeblich vollen Wachstumspotenz einstellen sollte.

          • Linus Huber sagt:

            Oder man wählt diejenigen, von welchem man glaubt, nicht der politischen Clique anzugehören, welche in einer zunehmend korrupten Form sich selbst im Prozess bereichernd diesen Oligarchen dient. Trump wird von dieser politischen Clique geradezu derart gehasst, dass sie selbst die politische Opposition namens Hillary, eine Status Quo Verteidigerin, bevorzugen dürfte. Blocher resp. die SVP dürfte wohl in der Rolle des “infant terrible” gegenüber der Status Quo verteidigenden Horde in Bern wahrgenommen werden, denn es merken immer mehr Menschen, dass es aufgrund der sich abzeichnenden fehlenden Nachhaltigkeit etlicher staatlicher Programme nicht im gleichen Rahmen weitergehen kann.

          • Marcel Senn sagt:

            Der eine basht gegen Mexikaner, Asylbewerber und Muslime und die anderen gegen Immigranten, Asylbewerber und Muslime!
            .
            In der Methodik sind sie beide ähnlich und beide wollen ihr Land aus den Händen der “Classe Politique” oder der “Elite” reissen und ihr Land wieder in vermeintlich alte Stärke zurückfühern.
            Vielen gefälllt das wenn einer sagt wo es langgeht und wenn er dann noch Milliardär ist umso “glaubwürdiger”.
            .
            Immerhin der 36fache Milliardär Bloomberg hat seine Absichten zurückgesteckt – sonst gewinnt am Ende dann wirklich noch Trump – bei den Amis weiss man nie… GW Bush hat auch nur dank weniger als 600 Stimmen Unterschied in Florida gewonnen damals 2000.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber “Status Quo”

            Trumps Slogan lautet: “Make America great AGAIN! und nicht “Mke America great”: Letzteres wäre Aufbruch, Überwindung des Status Quo, Trump will aber, genau das drückt er mit dem “again” aus, und ganz unbewusst verstehen das die Dummies, den Stauts Quo ante. ei einem Slogan darf kein Wort zuviel sein, die Dummies müssen ihn sich merken können. Verstehen müssen sie und Sie nicht, es genügt, intuitiv zu spüren, wohin Trump führen will:

            “Zurück in die Zukunft”

          • Anh Toàn sagt:

            @Marcel Senn: “Und darum wählen immer mehr Wähler “Oligarchen”…”

            Die werden nicht gewählt von der Mehrheit, die entsprechend Wählenden glauben nur sie seien die Mehrheit, jubeln, wenn die Affen für Deutschland 10 Prozent bei einer Kommunalwahl machen, reden davon, dass sie dann das Volk seien, die Demokratie. Und das der Staat nichts für sie tue: Ja, warum sollte der Staat etwas tun für die, die so gross und stark und toll und gut sind? Die Frage ist nicht, was die Gemeinschaft für die tut, sondern was die für die Gemeinschaft tun können. Aber darüber schweigen die besser.

          • J. Kuehni sagt:

            L.H. Dass Sie tatsächlich glauben, Blocher und Trump gehörten NICHT der “Elite” resp. “Classe politique” ihrer jeweiligen Länder an, ist schon richtig “herzig”.

            Die Herren sind doch (wie Isnogud oder Julius Caesar) recht durchschaubar; Sie wollen einfach Sultan werden anstelle des Sultans. Manche Wähler nehmen die absehbaren Konsequenzen solcher Egomanen in höheren Ämtern sehenden Auges in Kauf, solange dadurch die erhoffte “Disruption” im morschen Stastsgebilde endlich herbeigeführt wird. Es kann ja nur besser werden, gell… Und im Nachhinein will es wieder keiner gewesen sein.

            Hand aufs Herz, Herr Huber: würden Sie Trump wählen, so Sie denn könnten? (Ja oder Nein genügt).

          • Anh Toàn sagt:

            J Kuehni: Manchen ist so langweilig fad und öd, dass sie sich nichts mehr herbeiwünschen, als dass es mal wieder richtig kracht.

          • J. Kuehni sagt:

            Das Wahlprogramm Trumps lässt sich wie folgt eindampfen: Wiederherstellung der konservativen Hierarchie, Vorherrschaft der weissen (alten) Männer, Sozialstaat für linientreue, die Faust allen anderen. Frauen ins Bett & an den Herd, Andersfarbige und Abweichler werden zusammengestaucht bis sie ihren *traditionellen* Platz wieder kennen.

            Ein Schauspiel ohnegleichen, wie dieser Mann die Heuchelei von konservativen Moralisten, Bibelklopfern und Abtreibungsgegnern gleich reihenweise entblösst: Die können kaum mehr ihren Speichelfluss kontrollieren ob ihrem neuen Helden, obwohl der Mann in seiner Vita mit sämtlichen, angeblichen Prinzipien dieser Gruppen wiederholt seinen A… gewischt hat.

          • Linus Huber sagt:

            Auch hier geht es doch nicht um die persönlichen Vorlieben, sondern um die Analyse der gesellschaftlichen Veränderungen. Um trotzdem auf Ihre Frage zu antworten: Wäre es noch 2012, wäre wohl aus meiner Sicht der beste Kandidat Ron Paul. Aber jetzt sind ja fast alle Kriegstreiber, wobei diesbezüglich wohl Trump graduell weniger Aktivismus entwickeln dürfte, denn er scheint gewohnt und bereit zu sein profitable “Deals” zu machen und Krieg ist ausser für die Rüstungsindustrie kein lukratives Geschäft. Aus meiner Sicht ist diese Kriegstreiberei eines der grössten Probleme, u.a. auch mit ein Grund für das Flüchtlings-Desaster und den Terrorismus.

    • Johnny Smith sagt:

      Danke, Marcel, für diesen Zahlenkranz und Links, muss ich mir noch zu Gemüte führen. Interessant jedenfalls, dass die ZB Assets in absolut substantieller Grössenordnung haben und langsam ein “CommceptTrust” Problem bekommen und den ‘Markt’ selber machen.

      Ein Fragezeichen allerdings habe ich: ” einem CAPE von 18.4 Quelle Shiller”

      Das aktuelle Shiller PE ist wesentlich höher, nämlich gut 25x (zB http://www.multpl.com/shiller-pe/ oder http://www.gurufocus.com/shiller-PE.php)

  5. Marcel Senn sagt:

    Europa hat immer noch rund 1 Billion Euronen an Bad Loans in den Banken und die können jederzeit zu Ungemach führen, darum drückt auch Draghi auf die Geldtube, damit das nicht passieren wird. Dass da dann fast keine Brösmeli für die reale Wirtschaft abfallen ist die Folge, ebenso die sich einfach nicht einstellende Inflation.
    .
    But Supermario keeps going on — Infaltion und Wirtschaftswachstum wird jetzt versucht mti der Brechstande zu erzwingen!

    http://www.theguardian.com/business/2015/nov/24/european-banks-one-trillion-euros-bad-debt

    • Markus Ackermann sagt:

      1 Bio. € geteilt durch 80 Mio. Einwohner in D = 12’500 € pro Person vom Säugling bis zum Greis.
      Bei einer 3-köpfigen Familie wären dies 37’500 €.
      Wie viele Ersparnisse hat eine 3-köpfige Familie im Durchschnitt?
      Die durchschnittliche Rentnerin in D erhält ~500 € pro Monat, der durchschnittliche Rentner erhält ~1’100 € pro Monat.
      .
      Wer hat sonst noch Geld im €-Raum?
      .
      NB:
      Die Personen-Freizügigkeit gibt es nur für €U-BürgerINNEN … und Flüchtlinge in D, die ihren Pass wegwerfen und sich als Syrer deklarieren. Wer will dies den Flüchtlingen verargen … etwa die dt. WählerINNEN?
      Zur Vermeidung von Missverständnissen. Flüchtlinge brauchen Schutz, das Problem heisst €U (-> UKR).

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Wenns ja nur die eine Billion der Banken wäre….da sind dann noch die so Public debt von glaub 93% des BIP oder rund 11-12 Billionen, dann teilweise auch noch Departements und Gemeindeschulden (in gewissen Ländern sind die in den Governemet Debt dabei eingerechnet in anderen nicht), die Schulden der Privathaushalte usw usw
        .
        Und wenn man die Public Debt ins Ratio zu den Staatseinnahmen stellt, dann kommen Werte von 600% und mehr raus und wenn man davon einen Zins- und Schuldendienst von 10% ausgeht, dann betragen die Schulden im Ratio zum Schuldendienst 6000% und mehr…. Nur eine Inflation wie z.B. hier in Uruguay mit 8-9% kann die EU noch retten – auf Kosten der Sparer

        • Marcel Senn sagt:

          Das es überhaupt noch funktioniert ist einzig alleine der Null- und Negativzinspolitik und der Geldschwemme der EZB zu “verdanken” – auch wenn dadurch die Situation sich noch permanent verschlimmert!
          .
          Dass es vermutlich übel enden wird, das wissen wir eigentlich — ist nur noch eine Frage wann dass passieren wird — aber wie Mervyn King meint: Probably rather sooner than later!

          • Rolf Zach sagt:

            Ich möchte doch gerne wissen, welche objektiven Gründe für das Scheitern der EZB Politik beitragen. Ich sehe eher unsere Nationalbank auf dem Trip der Deindustrialisierung und nicht die EZB, sonst würde nicht ständig die Schweizer Produktion nach Deutschland ausgelagert. Ich habe aber nichts gehört, daß die Schweizer Industrie sich direkt in das wunderbare Reich von Herrn King disloziert, daß ja die einzige Währungspolitik macht, die in ihrer Wertbeständigkeit noch Gold und Dollar übertrifft. Vielleicht so wie diejenige von Argentinien mit Currency Board und anderen Dummheiten.

          • Marcel Senn sagt:

            Man kann ja von der ehemaligen Regierung K in Argentinien halten was man will, aber im Vergleich zu Brasilien werden die dank der Pariastellung auf den internationalen Finanzmärkten nach dem Bankrott 2001/02 und den Schuldenschnitten nicht auch von der “Dutch Disease” heimgesucht wie Brasilien oder noch extremer Venezuela.
            Das Bestreben von 2003-15 war Argentinien mehr zu industrialisieren, die Währung schwach zu halten und weniger von Importen zu leben — gut das Ziel zwar wurde nur teilweise erreicht, aber der Ansatz war nicht schlecht!

            https://de.wikipedia.org/wiki/Holl%C3%A4ndische_Krankheit#Literatur

      • Markus Ackermann sagt:

        @Senn
        Ja, aber so kann man besser schätzen, was Gross-Deutschland jedeN EinwohnerIN von D vom Säugling bis zum Greis kostet bzw. kosten wird: 12’500 € … PRO Bio. €. … also das Doppelte der Jahresrente für Frauen und eine Jahresrente für Männer.
        .
        Wir haben also
        – das Massenelend in der €U-Peripherie,
        – die tiefen Löhne in D + F etc.
        … jetzt noch den Vermögensverlust in D (und bei weiteren Hablichen): soziale Sicherheit futsch
        … und dies alles zusätzlich zur Finanzierung der Unproduktiven (Transaktionskosten).
        Hinzu kommt der Imperialisten-Konflikt €U – RUS … beide mit ABC-Waffen
        … und ein Gross-Deutschland ohne jegliche Demokratie.
        DIES ist das “Friedens-Projekt” EU

        • Marcel Senn sagt:

          Ackermann: Wir sind glaub eh schon sehr nahe an der Endphase des “Friedensprojektes” EU. Ob Mutti in der Flühtlingsfrage gegen den Türken noch was wirklich effizientes rausholen wird — fraglich.
          Am Donnerstag wird Draghi wohl auch nicht den grossen Knüller auf den Tisch bringen, die Unternehmensgewinne werden 2016 in Europa wohl für die meisten Firmen auch nicht sehr rosig ausschauen und dann gibt es sonst noch ein paar Zeitbomben in China, Lateinamerika, in den USA (Energy-Debts) usw. dazu noch militärische Konflikte vom nahen Osten, Ukraine bis hin zum irren Kim. Dazu Brexit?
          Sehe dunkelgrau für das “Friedensprojekt” EU in den nächsten Jahren bis hin zu einer Depression à la 30er…

  6. Marcel Senn sagt:

    “Falle die Eurozone in eine Rezession, sei der Weiterbestand der Währungsunion nicht gesichert”
    ,
    Na immerhin wäre dann unser Masseneinwanderungs/Bilateralen-Problem mehr oder weniger elegant fremdbestimmt gelöst.geworden.
    Aber wenn die €-Zone crasht, dann dürfte es auch in der CH anstatt Masseneinwanderung in Zukunft vermutlich vermehrt Massenarbeitslosigkeit geben.

    • Markus Ackermann sagt:

      Wenn RUS der Kollaps droht, dann wird Putin seinen Ausweg in einem vaterländischen Krieg suchen (siehe Tschetschenien).
      .
      @Senn
      Was würde die €U bei einem Kollaps tun? Ich kenne keine Regeln zur Liquidation des €-Raumes. €’s sind, wie alle Banknoten, Checks, also Schuldpapiere. Was wird die Deckung sein? … wohl neue Schuldscheine (wie bei jeder Währungsreform)
      ABER:
      Ich glaube nicht, dass dies mit einem big bang passieren wird, sondern wohl eher mit einem Abbröckeln eines Kreditgebäudes, das auf Sand gebaut ist. … Aber wirklich wissen, wird dies wahrscheinlich niemand. We shall see.
      … Wer erst dann reagieren möchte, kann es lassen: er hat bereits verloren.

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Jetzt warten wir doch mal die Brexit Abstimmung ab und wie es mit den Flüchtlingen weitergeht.
        ,
        Ich kann mir schon Kollapsszenarien vorstellen – können z.B. auch von China ausgehen oder von den USA – J.P. Morgan erwartet aufgrund der geringeren Unternehmensgewinne eine höhere Wahrscheinlichkeit auf eine US Rezession inkl. Stock Market Downturn
        http://www.businessinsider.com/j-morgan-us-recession-risk-is-growing-2016-2?IR=T
        .
        Oder viele Energie und Rohstoffdebts gehen in Default, das kann auch ganz schöne Dominoeffekte auslösen!
        ,
        Und wenn es schwere Kursstürze an Aktien und Bondmärkten geben sollte, so wirkt sich das auch stark auf Konsum und Wachstum aus

        • Johnny Smith sagt:

          “Und wenn es schwere Kursstürze an Aktien und Bondmärkten geben sollte, so wirkt sich das auch stark auf Konsum und Wachstum aus”

          Auch von dem wollen die aktivistischen Zentralbanker nichts wissen: deren Bubble-Philosophie ist gefährlich.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Smith
            Ja
            1. Die Realwirtschaft würde mit Vollgeld unabhängiger von der Finanzwirtschaft
            2. Die Zentralbanken haben eine wichtige Funktion,
            ABER:
            der Erfolgsausweis ist gemischt und
            das Versagen der Fiskal- und Wirtschaftspolitik führte in vielen Bereichen zu einer Übermacht der Zentralbanken. Das war auch z.B. zu Zeiten von Hijalmar Schacht so
            3. Die richtigen Steuerungsmechanismen sind noch nicht gefunden. Anders als am 8.3. im Politblog postuliert
            “Dabei kann sie neu emittiertes Geld über konsum- und investitionssteigernde Ausschüttungen an Bund und Kantone in die Realwirtschaft leiten.”
            darf die SNB nicht nach gusto zum Verteiler von Mana werden. Dies wäre “Venezuela…

          • Markus Ackermann sagt:

            … einfach”

          • Johnny Smith sagt:

            Zu meiner Schande muss ich gestehen, ich habe die Vollgeld-Initiative und deren Anliegen noch zu wenig studiert. Wird dadurch gefährlicher geldpolitischer Aktivismus unterbunden? oder verlagert sich einfach die Geldmultiplikation von den Geschäftsbanken noch mehr zur SNB? Wer entscheidet über Geldmengenausweitung (oder theoretisch auch -Reduktion)?

            Was ich weiss, “Venezuela einfach” ist sicher nicht die von mir gewünschte geldpolitische Route…

          • Marcel Senn sagt:

            Johnny: Venezuela einfach wird es in der CH auch nie geben — weil wir ausser Bildung und Innovation keine nennenswerten Rohstoffe haben und somit auch nicht von der “holländischen Krankheit” befallen werden können, auch wenn der Fr. hoch bewertet ist. Allerdings müssen wir auch in der CH auch aufpassen, dass die Unternehmen nicht abwandern wenn z.B. die Bilateralen wegfallen oder so.
            Wenn Venezuela sich fast zu 99% auf Oelexporte verlässt und nichts mehr selber produziert für den Export — dann waren sie halt wirklich ziemlich dumm und darum haben sie jetzt die totale Misere und es fehlt an allem!

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            1. “Venezuela einfach meint”, dass sich die Unproduktiven an die Zitzen des Staates hängten.
            Die Nationalbank druckte unbeschränkt Bolivares und konnte dabei immer sagen, die Wirtschaft der bolivarischen Revolution habe wg der unbeschränkten Ölvorräte auch einen unbeschränkten intrinsischen Wert als “Deckung”
            2. Die Venezuelaner sind nicht blöd. Es gibt dort einfach 2 Gesellschaften:
            – die korrupte reiche G. und
            – die korrupte arme G.
            Es gibt keine sauberen Institutionen und keine Bourgeoisie, die Institutionen wie Rechtsstaat, Infrastruktur etc. sichern könnten. Das einzig Beständige ist die Korruption. Simon Bolivar (mit seiner bürgerlich-liberalen Revolution) scheiterte

          • Linus Huber sagt:

            Vielleicht wirkt nicht nur Gott in “mysterious ways” sondern auch Geldentwertung. 🙂

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Venezuela hat sich einfach verzockt – zu 99% auf Schweröl (die haben ja meist nur teuer zu förderndes 2. und 3. Klass-Oel, Benzin müssen sie teilweise importieren) gesetzt und sonst nicht viel anderes für den Export produziert (ausser vielleicht ein paar Miss World und Miss Universums – aber das bringt ja nix)
            .
            Gut die 1.5 Mrd die die SNB vermutlich 2016 an die Kantone verteilt, das sind ja absolute Peanuts – das gibt keinen Venezuela-Effekt – deren Problem ist eben die Dutch Disease (wie auch in Brasilien).
            Wir rohstoffarmen Schweizer sind ja genau das Gegenteil, unser Einkommen/Vermögen stammt nicht aus dem Boden sondern grossteils aus Hirnschmalz und Schweiss

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            Sie irren: Rohstoffe sind wichtig, aber der Match-winner ist das Bürgertum
            1. Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Bolivien, Peru waren das Einzugsgebiet der bürgerlich-liberalen, gescheiterten Revolution von Bolivar
            2. Je stärker der Mittelstand ist, der die Institutionen einer bürgerlichen Gesellschaft tragen kann, desto besser geht es wirtschaftlich + gesellschaftlich dem Land + vice versa: Je weniger bürgerliche Gesellschaft möglich ist, desto mehr autoritäre Caudillos, die alle die Strukturen für funktionierende Institutionen + Infrastruktur anstreben
            3. Das Gegenmodell war früher Feudalismus + Kolonialisierung + heute Grossgrundbesitz – mit vielen Unproduktiven = Korruption

          • Markus Ackermann sagt:

            … und wenn die Zentralbanken Geld wie Mana regnen lassen, dann werden sich immer mehr an deren Zitzen hängen … und der Mühsal in der Realwirtschaft ausweichen:
            – Banken & Versicherungen, Finanzwirtschaft: Papierli wenden + Bewertungen hoch treiben
            – Staat: Staatsfinanzierung via Zentralbanken => mehr Papierli-Wender finanzieren
            – Para-Staat: noch mehr Regulationen, damit man noch mehr Papierli-Wender von der Realwirtschaft bezahlen lassen kann
            => weniger Transaktionen auf einem Markt => weniger Marktpreise, mehr Zwangskonsum
            => Aggregiert immer mehr Unproduktive im BIP (siehe Parallel-Artikel zum BIP)
            Bref:
            1. “Venezuela einfach”
            2. Absturz der Vollgeld-Initiative: leider!

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Tja und wie beurteilen Sie dann nach Ihrer Theorie all die Geldausdembodensaugerländer wie Saudiarabien, Qatar, Kuwait, Bahrian, Brunei etc.
            Die haben keine Caudillos, aber dafür Scheichs und Könige, dazu noch ihre stark regelnde Religion als Machterhaltungsinstrument, aber von einer bürgerlich-liberalen Gesellschaft doch auch weit entfernt und Demokratie kann man dort praktisch vergessen.
            .
            Wenn denen mal das Oel/Gas ausgeht, dann dürften die ähnlich dastehen wie Venezuela!
            Mit dem Klimawandel/Erwärmung (verursacht durch Oel!!) solls dann in der Region arab. Halbinsel mal bis zu 60Grad werden – es kommt halt alles mal zurück im Leben…

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn
            … von wg. Mana der Zentralbanken und Korruption der Papierli-Wender (“Venezuela einfach”):
            1. Die Börse von Venezuela gehörte weltweit zu den höchsten Börsen-Gewinnern …. wenn man in Bolivares rechnet.
            Der Grund war einfach: es gab im Land nicht viel anderes zu kaufen als Aktien.
            Die Devisenbewirtschaftung half auch.
            2. Überall sonst (Realwirtschaft) musste man Stunden-lang anstehen und bekam dann doch nichts zu kaufen:
            – Dafür gibt es staatliche Stellen, wo man so tun kann, als würde man arbeiten
            – oder es gibt Bewachungs-Funktionen in den enteigneten Industrien, wo man den Maschinen beim Verrosten zuschauen kann
            – 14 Tage Lohn entsprechen dem Preis für 2 Hühnchen

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Immerhin hat die Regierung schon mal den ökonomischen Notstand in ihren offiziellen Gazetten ausgerufen — dann ist die Bevölkerung schon mal informiert wieso es nichts gibt. Und für die tiefen Oelpreise sind ja einmal mehr die Amis schuld mit ihrem Fracking-Wahn! 🙂 gut es sind dort eh immer die Amis an allem schuld.
            .
            Bei der EZB tut Supermario so als käme dann alles schon gut, irgendwann würde die Inflation dann schon anspringen (diese Sorge hat Venezuela ja definitiv.nicht) und legt noch ein paar Schippen drauf!
            .
            Von dem her gesehen führen viele Wege nach “Venezuela”!
            .
            PS: Und wieviele Hühnchen gibt Hartz IV NOCH und wie lange noch?

          • Johnny Smith sagt:

            “Bei der EZB tut Supermario so als käme dann alles schon gut, irgendwann würde die Inflation dann schon anspringen (diese Sorge hat Venezuela ja definitiv.nicht) und legt noch ein paar Schippen drauf!”

            Und schon sind wir einen weiteren Schritt gegangen auf unserem Weg “Venezuela einfach”. Es wäre überfällig, dass Madman Draghi abgesetzt wird.

  7. Herbert Anneler sagt:

    Was nützt es, zum x. Male zu lesen, dass die EU/Euro nicht funktioniert? Ich wünschte mir viel mehr die Erarbeitung top-professioneller Szenarien mit ihren Konsequenzen für die Wirtschaft und vor allem auch für die Lebensqualität der Menschen in Europa kurz-, mittel- und langfristig mit und ohne EU/Euro. Könnte es sein, dass die Aufgabe des Konstrukts EU/Euro viel teurer und schädlicher wäre, als es “durchzuseuchen” und zu verbessern? Irgendwann muss man aufhören zu lamentieren und etwas MACHEN. Dies haben jene getan, welche die USA gegründet und geformt oder als Geburtshelfer der Schweiz gewirkt haben oder nach entsetzlichen Schlächtereien ein friedliches Europa bauen wollten – mit…

    • Lionel Lopez sagt:

      Ja, es ist machmal echt zum Verzweifeln. Die Eurozone könnte schon heute, trozt den Problemen im Süden, eine mächtige Wirtschaftsmacht sein, die global ihre Interessen und somit auch unsere europäischen Werte für die Zukunft verteidigen könnte. Sie müsste nur endlich einige wichtige politische Schritte unternehmen, die eigentlich allen bekannt sind. Nur leider fehlt vielen Europäern schlicht und einfach die Fähigkeit, mal nach VORNE in die Zukunft zu schauen! Nein, man schaut lieber zurück zu vergangenen Zeiten, die man bis zur Unkenntlichkeit romantisiert, und verbaut sich so die Zukunft. Ich kann es nicht verstehen. Es braucht jetzt einen beherzten Plan für die Zukunft!

      • Lionel Lopez sagt:

        Auch sind die Europäer die einzigen, die ihre Lage schlechter machen, als sie tatsächlich ist. Wir leben immer noch in einer fantastischen Weltregion mit hohem Lebensstandard. Wir haben nach einer blutigen Geschichte unblaubliche zivilisatorische Errungenschaften fertiggebracht, die seinesgleichen suchen. Aber was machen die Menschen hier? Sie mäkeln und sehen nur das Schlechte.

        • J. Kuehni sagt:

          Reichtum verdirbt halt den Charakter, Herr Lopez…

          Sind ja bisher auch selten die Jungen selbst, die mäkeln, (obwohl diese die Konsequenzen der europäischen Polit-Impotenz voll zu spüren bekommen), sondern vor allem die Alten, die sich krampfhaft an ihren Pfründen festkrallen…

          • D. Rickli sagt:

            Europa ist defacto eine mächtige Wirtschaftsmacht, was aus meiner Sicht aber eben nicht unseren Werten entspricht. Herr Lopez spricht von Knete, wenn er Werte meint. In einer egalitären Welt braucht es keine mächtigen, es braucht gleiche. Und in einer guten legitmierten Welt braucht es politische Parizipation, am besten direktdemokratisch. Alle labern von diesem visionären Projekt EU, welches in seinen Grundlagen total schief liegt. Stadt eines freien Marktes, hätte man eine solidarische Gesallschaft schafen müssen. Das ist sie ganz sicher nicht, siehe die Flüchtlingsthematik. Tatsache ist, dass wir behauptet haben, wir seien an einem grossen Zukunftsbau – dabei sind alle ziemlich egoistisch

          • Anh Toàn sagt:

            @J. Kuehni “…die Alten, die sich krampfhaft an ihren Pfründen festkrallen…”

            Ist meines Erachtens das grössere gesellschaftliche Problem als (deren) Gesundheitskosten, und auch den Umwandlungssatz, über die wir gerne im Zusammenhang mit Überalterung diskutieren. Die Alten bei uns wollen nicht die Kontrolle abgeben, wollen nicht “ins Stöckli”, und können noch weniger sich ändern, aber die Welt um sie herum verändert sich, wird fremd. Sie werden Profidemokraten, verpassen keine Diskussion, aber träumen nur an die Vergangenheit, als die Sommer noch richtige Sommer waren. Werden oft verbittert und stur. Deren Anteil an der Bevölkerung wächst, aber nicht schnell genug für die.

        • Herbert Anneler sagt:

          @ Lionel Lopez: Ihre Haltung gefällt mir!!! Wohin bringt es uns, immer nur darauf zu stieren, was nicht funktioniert – da gerät doch aus dem Blick, was funktioniert und worauf man weiter bauen kann! Und Europa gehört zu den privilegierten Regionen dieser Welt und besitzt unglaubliche “Assets”. Und es ist auch kein Naturgesetz, dass Reichtum den Charakter verdirbt (s. Post von J. Kuehni) – als mündige Menschen haben wir es selber in der Hand, uns den Charakter durch Reichtum verderben zu lassen oder eben auch nicht! Wer über seinen Reichtum dankbar ist, der/die ist auch willens, zu teilen. Wir müssen nie säen, was wir ernten, aber wir ernten immer, was wir säen – WIR haben es in der Hand!

  8. Johnny Smith sagt:

    “Selbst die Kerninflation…schrumpft und liegt bei bloss 0,7 Prozent.”

    Kerninflation liegt bei +0.7%. Selbst jetzt, wo die aktivistischen Zentralbanker *Deflation* schreien, haben wir eigentlich Inflation (wenn auch zugegeben nur tiefe).

    “…. dass die Europäische Zentralbank mit ihren Käufen von Staatsanleihen von 60 Milliarden Euro pro Monat (Quantitative Easing) … weitgehend ins Leere läuft, die Inflation wieder zurück zum Zielwert von rund 2 Prozent zu führen… An seiner Pressekonferenz vom nächsten Donnerstag wird deshalb EZB-Chef Mario Draghi noch mehr Schub ankündigen.”

    Wenn QE und negative Zinsen “ins Leere laufen”, wollen Madman Draghi und Krugman “moaar…

    • J. Kuehni sagt:

      Sie unterschlagen, dass Draghi öffentlich bekanntgibt, dass QE keine Lösung ist, sondern Zeit für politische Massnahmen kaufen soll. Was kann er dafür, dass diese nicht genutzt wird, weil die konservativ-bürgerliche Mehrheit gemäss ihrem Dogma darauf wartet, dass “der Markt” es richtet?

      Krugman (KEIN Monetarist) unterstützt QE ebenfalls nur als “the lesser of two evils”, weil er schon längst begriffen hat, das reale Interventionen à la Keynes aufgrund des neoliberalen Mainstream-Dogmas “streng verboten” sind (= politisch unrealistisch).

      • J. Kuehni sagt:

        Wie sähe Europa heute aus, wenn die Regierungen im Nachgang der Finanzkrise nicht nur die Schaffung eines europaweiten, vollintegrierten, voll angebundenen State-of-the-art Highspeed-Train-Netzes angekündigt hätten, sondern auch noch gleich die Einrichtung eines gemeinsamen Marktes für Telecom und E-Commerce mitsamt Bündelung von mehreren Forschungs- und Industriehubs zur Grundlagenforschung zu Smart-Energy-Technologien? Aber nein, das überlassen wir lieber den Chinesen und dem Silicon Valley, da staunen wir dann wieder über deren Tatkraft.

        Zuhause müssen wir leider die Pfründen von Rentiers bewahren.

      • Johnny Smith sagt:

        “dass QE keine Lösung ist, sondern Zeit für politische Massnahmen kaufen soll”

        Immerhin, Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Aber, wieso Zeit kaufen? Deflation? Nein. Rezession? Nein. Beide Werte sind zwar seit geraumer Zeit mager, aber von Krise keine Spur. Krisenmassnahmen sind deshalb auch nicht begründet.

        Ob Keynes besser wirkt, weiss ich nicht. Sie bringen gute Beispiele, die funktionieren könnten. Aber Draghi ist in seiner Funktion als EZB Chef *nicht* für die Wirtschaftspolitik verantwortlich. Sein Naturell ist aber eh eher das eines machtgeilen Politikers und nicht das eines unabhängigen Zentralbankers. Insofern bin ich nicht über sein Gebaren überrascht.

        • Linus Huber sagt:

          Man plant und manipuliert intensiv und wohl beim Ausbleiben der erwünschten Wirkung auch immer verzweifelter weiter, denn dieser Aktivismus erhöht das eigene Selbstwertgefühl, die eigene Macht und stärkt die Existenzberechtigung des Amtes, selbst wenn die Menschen langsam aufwachen und merken, dass dieses Theater einzig der Umverteilung von unten nach oben und dem Erhalt des Status Quo dient.

          • Johnny Smith sagt:

            Der Aktivismus der Zentralbanker ist tatsächlich ein Problem: “To a man with a hammer, everything looks like a nail.” Manchmal wäre nichts tun, gescheiter. Oder wie Oscar Wilde meint: “Gar nichts tun, das ist die allerschwierigste Beschäftigung und zugleich diejenige, die am meisten Geist voraussetzt.”

            Das ist ja auch noch interessant: Kuehni schätze ich nun wirklich nicht als jemanden ein, der gerne den obersten 1% zudient. Aber er verteidigt gerade das, nämlich dass diese 1% als einzige / am meisten profitieren.

            Der Aktivismus der Zentralbanker ist unnötig (wir haben keine Finanzkrise mehr), bringt der Realwirtschaft nichts und führt dazu, dass die obersten am meisten…

          • Anh Toàn sagt:

            @Johnny Smith: Was könnte mehr als Nichtstun sein für einen Notenbanker als Nullzinsen = keine Zinsen?

            Ich meine, was macht ein Notenbanker, wenn er nichts tut? Wenn er nichts ändert, tut er auch etwas.

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn er nichts tut, tut er etwas.

            Wenn er nichts sagt, sagt er etwas.

            Wenn er sich erschiesst, kommt ein anderer in die gleiche Situation.

            Handeln die Politiker, wirf man ihnen handeln vor, handeln sie nicht, wirft man ihnen vor, nicht zu handeln. Bei Merkel ist im Moment ein Streit entbrannt, ob man ihr noch vorwerfen kann, immer abzuwarten, oder ob sie diktiert und Europa kolonialisiert.

            Wäh, es ist langweilig langsam, tausendmal gehört, nichts passiert, auch beim 1000 und ersten Mal wird nichts geschehen.

          • J. Kuehni sagt:

            “Kuehni schätze ich nun wirklich nicht als jemanden ein, der gerne den obersten 1% zudient. Aber er verteidigt gerade das, nämlich dass diese 1% als einzige / am meisten profitieren.”

            In dieser ganzen, langweiligen Diskussion um die EU fand ich diesen Spruch interessant, nach dem nicht das “Gute” sondern das “Perfekte” der grösste Feind des “Besseren” sei. Insofern besteht durchaus die *distinkte* Möglichkeit, dass nicht ich, sondern Sie (und L.H.) die wahren Zementierer des Status Quo sind.

            “Mehr Freiheit, weniger Staat” ist doch schon ein ziemlich angestaubter Slogan, wenn ich mich recht erinnere.

          • J. Kuehni sagt:

            Anh Toan: Wenn er sich erschiesst, sagt er *alles*.

          • J. Kuehni sagt:

            @Smith: Ob “Bewahrer des Status Quo” ein rühmlicher oder schändlicher Titel ist, hängt davon ab, WOMIT der Status Quo ersetzt wird.

          • J. Kuehni sagt:

            Muss man wirklich mit Adolf kommen, um dies zu illustrieren?

          • Johnny Smith sagt:

            Kuehni:
            Ich habe nirgends behauptet, Sie seien Bewahrer des Status Quo, sondern Sie verteidigen, dass die obersten 1% als einzige / am meisten profitieren. Nur weiss ich nicht, ob Sie das bewusst machen (was ich nicht annehme) oder unbewusst oder einfach als eine Nebenwirkung in Kauf nehmen.

          • J. Kuehni sagt:

            J.S: Danke für die Erklärung. Die Annahme würde allerdings nur dann stimmen, wenn ihre Sichtweise die einzige/richtige wäre. Dass Sie selbst davon überzeugt sind, ist legitim, dass jeder Dissens automatisch als Unterstützung des von ihnen identifizierten Problems interpretiert wird, hingegen nicht. (Mache selbst oft genug diesen Fehler 😉

            Lehne ich eine *Revolution* à la Trumpolini / Blocher ab, bin ich automatisch auch (aber evtl. nicht ausschliesslich) ein Wahrer des Status Quo.

          • J. Kuehni sagt:

            Fragen: Diene ich den Interessen der 0.1% mehr oder weniger…

            … mit einer Wahl oder Nichtwahl Trumpolini/Blochers?

            … mit der Forderung nach einem schwachen oder starken Staat?

            … mit der Aufrechterhaltung oder Aufspaltung der EZ?

          • Linus Huber sagt:

            Was hier ein wenig missverstanden zu sein scheint, ist der Umstand, dass es ist von keiner Bedeutung, was ich oder sonst wer will, sondern es geht einzig um die Analyse der Situation. Niemand will einen 2. Hitler, das ist ja genau der Punkt; aber wenn die Bevölkerung aufgrund des höchst fragwürdigen Verhaltens der politischen Elite und der daraus resultierenden Resultate in diese Richtung getrieben wird, besteht eben genau diese Gefahr. Es gibt Untersuchungen, dass der Mensch bei dauernder relativer Benachteiligung dahingehend tendiert, seine Kooperation selbst auf Gefahr der Verschlechterung der eigenen Situation zu verweigern, denn er verabscheut ein Spiel mit gezinkten Karten.

          • Johnny Smith sagt:

            Kuehni: “Die Annahme würde allerdings nur dann stimmen, wenn ihre Sichtweise die einzige/richtige wäre.”

            Die Daten über die Scherenentwicklung der oberen 1% vs. Rest scheint zumindest in den USA relativ deutlich zu sein. Sie haben insoferrn natürlich recht, dass dies nicht *nur* mit dem geldpolitischen Aktivismus zu tun haben muss. Aber, dass Sie nicht heftiger widersprechen, interpretiere ich so, dass Sie auch nicht grundsätzlich in Abrede stellen, dass viele Indizien dafür sprechen.

          • Johnny Smith sagt:

            Kuehni: Selbstverständlich spielen auch politische Faktoren eine wichtige Rolle (idR gar die wichtigere als ‘nur’ die Geldpolitik, beim aktuellen geldpolitischen Aktivismus bin ich mir aber da aber nicht mehr so sicher).

            Ich habe mich in meinem Votum (7. März 2016 um 14:05 und folgende) jeweils auf den geldpolitischen Aktivismus bezogen. Draghi et al ‘nützen’ mit QE ohne Ende v.a. den obersten 1%… und laden zudem noch grosse Risiken auf.

          • Johnny Smith sagt:

            Aber zu Ihren Fragen: Trump kenne ich zuwenig, erschien mir bislang mehr als arroganter Comedian denn als ernsthafter Präsidentschaftskandidat, scheint aber offenbar nicht mehr so zu sein. Blocher? Hängt v.a. mit der Beurteilung von Ihrer 2. Frage zusammen, komme gleich dazu (dieses bedepperte Blog-System), vereinfacht ‚lieber Blocher als Leutenegger-Oberholzer’.

          • Johnny Smith sagt:

            Mehr oder weniger Staat: kann ich nicht linear/eindimensional beantworten. Optimum liegt dazwischen, beide Extrempositionen sind schlecht. Für *mich* liegt vs heute das Optimum bei *weniger* Reguliererei/Staat. Nur wenn die Unternehmer nicht zu stark geknebelt werden, gibt es engagierte Unternehmer und dies wiederum hilft (fast) allen. Ich spreche hier auch nicht von Novartis, Nestle et al (die haben genügend Macht und Möglichkeiten), sondern von KMU Kleinunternehmen.

          • Johnny Smith sagt:

            Aufrechterhaltung heutige EZ: Zumindest in GR scheint es (aus meiner ‚fernen’ Warte) der Mehrheit kein Glück gebracht zu haben, in der EZ zu bleiben. Natürlich gibt es auch positive Aspekte der EZ, aber bottom line halte ich, wie an anderer Stelle hier im Blog schon geäussert, den zeitlichen Ablauf der EUR-Einführung für politisch kurzsichtig ‚durchgedrückt’: vor der EUR Einführung wäre eine demokratisch legitimierte wesentlich engere politische Union nötig gewesen (und nicht jetzt erst im Nachhinein, sozusagen aus ‘Zwang’ aus der Position der Schwäche). Eh halte ich die Frage der EU für wesentlich wichtiger als die des EUR.

          • Anh Toàn sagt:

            @Johnny Smith ” Für *mich* liegt vs heute das Optimum bei *weniger* Reguliererei/Staat.”

            Für mich ist die Frage, bei was wir heute zu viel Staat und wo wir zu wenig Staat haben. Vor allem aber, wie die Regeln (“Reguliererei”) verbessert werden können.

  9. Josef Marti sagt:

    Mutti Merkel träumt davon die Flüchtlinge innert nützlicher Frist zu Billigarbeitern umfunktionieren zu können um die Gewinnquote zulasten der Lohnquote weiter zu steigern. Man hält an der Politk der unendlichen Exportüberschüsse fest dank durch den Süden geschwächtem Euro. Als Gegenleistung hat der Süden das uneingeschränkte Recht sich aus dem Kassenautomaten der eigenen Notenbanken zu bedienen ausser natürlich man verhält sich unbotmässig wie die Griechen und hält sich nicht an das Spardiktat. Dank Draghis Geldpolitik fliesst das Kapital nicht ab und die Targetsalden bleiben einigermassen stabil.

    • Josef Marti sagt:

      Dumm nur dass Mutti Merkel gegenwärtig vom Sultan ziemlich arg gebürstet wird, der Sultan lässt sich die Flüchtlinge gratis reinholen und verscherbelt und vermietet sie an die Mutti zum Wucherpreis; autsch das kommt für den deutschen Dummwähler ziemlich teuer.

      • Markus Ackermann sagt:

        @Marti
        1. Die dt. Wähler sind nicht dumm. Bald werden wir die Ergebnisse der Landtagswahlen für ~20% der Bevölkerung haben.
        2. Aber die Tradition in D + das Eigenbild der WählerINNEN ist schwach:
        – Demokratie: Es gab in der dt. Geschichte keine erfolgreiche (insb.: bürgerliche) Revolution, also keine erfolgreiche Selbstermächtigung des Souverän
        – Souveränität: Die Gründung des dt. Staates (Bismarck) war ein Vertrag unter Cousins und die BürgerINNEN hatten da gar nichts zu sagen
        – Autorität: Deutsche meinen, Preussen wäre der östliche Vorposten gegen das Zarenreich gewesen. Dabei war Preussen immer so autoritär wie die Reussen, also der westliche Vorposten des autoritären Zaren.

        • Markus Ackermann sagt:

          Es ist kein Zufall, dass mit einem STAATSVERTRAG zur deutschen Einheit der im Grundgesetz festgelegte Auftrag WIDERRUFEN wurde, eine Verfassung im Zeitpunkt der Wiedervereinigung zu erlassen (Heute klingt dies nur noch ganz schwach an im Art. 146 GG: Wie mit Zauberhand wird eine Verfassung nicht mehr “verlangt”, sondern nur noch erwähnt).
          -> Eine Verfassung wäre von den BürgerINNEN Deutschlands erlassen worden: die deutschen BürgerINNEN durften bis heute keine Verfassung erlassen. Dies machten die PolitikerINNEN für sie.
          -> Die deutschen BürgerINNEN können auch kaum je abstimmen (z.B. zu Art. 23f GG), obwohl das Grundgesetz in Art. 20 Abs. 2 Abstimmungen ausdrücklich vorsieht.

          • Anh Toàn sagt:

            Das Grundgesetz ist eine Verfassung. Aber, das ist so bei den Sozialwissenschaften, wenn Sie lange, lange suchen finden Sie einen Juristen, vielleicht sogar einen Staatsrechtler, der sagt, das GG sei keine Verfassung.

          • Markus Ackermann sagt:

            http://www.verfassungen.de/de/gg-1.htm
            1. Das GG definiert sich selber PRÄZIS durch Art. 146 GG als KEINE “Verfassung”. Darum heisst es nämlich Grundgesetz
            2. NB:
            Durch den Einigungsvertrag (= Staatsvertrag) wurde aArt. 23 GG (örtlicher Geltungsbereich des GG) aufgehoben und durch eine ~Blanko-Delegation an die €U ersetzt: die Aufzählung der dt. Bundesländer (aArt. 23 GG) hat mit der ~Blanko-Delegation an die €U (und damit der Entmachtung von dt. BürgerINNEN, dt. Bundestag und dt. Bundesrat) nichts zu tun. Honni soit …
            -> Staatsrechtlich heisst dies, dass PER STAATSVERTRAG die Souveränität von D handelbar und verkäuflich wurde (Hugo Grotius im Gegensatz zu J.-J. Rousseau)

          • Anh Toàn sagt:

            Ich freue mich auf Ihren Vortrag am Deutschen Juristentag, hoffentlich stellen Sie ein paar bewegte Bilder mit Ton davon in Netz.

            P.S. Ein Grundgesetz wird im Deutschen Sprachgebrauch meistens Verfassung genannt, auch Statuten wäre möglich.

            Ackermann: Vefassung ist, wenn es vom Volk abgelassen wird, auch wenn es nur ein Furz ist. Darum sagt unsere Verfassung: Nie und nimmer gibt es Minarette in der Schweiz: Das nenn ich mal Verfassung, ein grundlegendes Gesetz zu der Ordnung der Schweiz und ihren Werten.

          • Anh Toàn sagt:

            Das deutsche GG tut so, als sei es eine Verfassung, regelt was Verfassungen regeln, um dann in den Schluss- und Übergangsbestimmungen zu sagen:

            Ätsch, ich bin gar keine Verfassung. Aber solange, bis es eine Verfassung gibt, bin ich halt eine, heisse aber Grundgesetz. Ach wie gut dass Ackermann weiss, dass ich nicht “Verfassung” heiss.

      • Linus Huber sagt:

        @ Josef

        Ich mag Ihre politische Korrektheit – 🙂

        • Marcel Senn sagt:

          Linus: Solche Ergüsse politischer “Korrektheit” hat aber unser Herr Marti erst in der letzten Zeit…
          .
          Na ja aus Oekonomensicht kann ich das noch irgendwie nachvollziehen — da macht man sich Gedanken wie die Welt resp. Europa im aktuellen Ungleichgewicht mit Ueberschuldung, fehlendem Wachstum, Verarmung breiter Schichten etc etc wieder einigermassen ins Lot gebracht werden könnte und dann machen Mio von Flüchtlingen diesen Gedankengängen wieder einen dicken Strich durch die Rechnung… so oder so ähnlich wird es Herrn Marti vermutlich auch ergangen sein
          .
          Die Realität will halt nicht immer wie die Theorie…

          • Linus Huber sagt:

            Vielleicht kommt die von Trump eingeläutete Zeit der politischen Inkorrektheit oder verstärkter Ehrlichkeit im Sprachgebrauch bei Meinungsäußerungen nach dem Motto “frei von der Leber”, womit Josef den Zeitgeist treffen mag. Anscheinend gefällt mir dies, denn ich musste lachen und Josef hat mir damit eine kostenlose Freude bereitet, was indirekt aussagen mag, dass das Wohlbefinden der Gesellschaft nicht einzig von rein wirtschaftlichen und messbaren Aspekten abhängt.

          • J. Kuehni sagt:

            Musste auch lachen, Herr Huber; Um den zunehmenden PC-Terrorismus von 20-jährigen Studenten und ihren erwachsenen *Apologeten* zu bekämpfen, dürfen wir endlich unsere alten Rassisten- und Sexisten-Sprüche wieder aus dem Klo fischen und sogar noch behaupten, wir würden damit den “Status Quo” bekämpfen (oder “abendländische Werte” verteidigen, je nach Opportunität)!

            Ha!, Da spüren wir doch gleich wieder etwas Saft in den Knochen!

          • Linus Huber sagt:

            So richtig schön zu planen, am besten gleich für den gesamten Globus und warum nicht gleich auch noch innerhalb einer Weltregierung und frei von lästiger Bestätigung durch die demokratisch organisierten Bevölkerungen, liefert wohl das erhabene Gefühl sich gottähnlich zu fühlen.

            Ha!, Da spüren wir doch gleich wieder etwas Saft in den Knochen! 🙂

      • Anh Toàn sagt:

        @Josef Marti: “Mutti und der Sultan”

        Vielleicht hat Mutti (oder Steinmeier und die Diplomaten aus seinem Amt) dem Sultan ja gesagt, was er vorschlagen soll. Vielleicht hat der dann noch ein bisschen nachgebessert.

        Den Deutschen Wähler interessiert nicht nur, dass ihn die Flüchtlinge nichts kosten. Der Deutsche Wähler ist grundsätzlich überzeugter Europäer, in deutlicher Mehrheit.

        Merkel hat, als einzige Regierungschefin Europas, die “Eurokrise” an der Macht überstanden, die Wahlen sollen fair gewesen sein, die Deutschen sind ein gebildetes Volk. Ihre Umfragewerte (46%) waren noch nie so schlecht, aber sind noch immer besser, als die der Amtierenden meistens sind.

      • Anh Toàn sagt:

        Vielleicht stammt der vom Sultan präsentierte Vorschlag ja aus Muttis Küche?

        • Anh Toàn sagt:

          Scheckbuchdiplomatie nannte man es bei ihrem Lehrmeister.

          Will ich das Gegenüber sein Gesicht wahren lassen, helfe ich ihm, meine Ideen als sein Vorschlag zu präsentieren. Entweder sich selber oder denen, der er diese verkaufen muss.

          • Anh Toàn sagt:

            oder es hilft mir, meine Lösungsideen bei den meinen zu verkaufen.

            Man stelle sich vor, Merkel hätte den gleichen Vorschlag selber gemacht, man hätte sie für verrückt erklärt. Aber wenn es die Türken vorschlagen, hat sie eine Basis um mit den Europäern zu verhandeln, was mit den Türken nachverhandelt werden muss.

            Zum Lehrmeister: Ein Deutscher Komiker meinte, wir wählen Merkel, bis die Medizin soweit ist, dass Kohl wieder kann.

        • Anh Toàn sagt:

          Die Griechen, statt sich die Jobs in der europäischen Flüchtlingsbewirtschaftung selber zu holen, gucken jetzt, wie Muttis Kohle zum Sultan fliesst und die Türkei einen Schritt weiter in die EU kommt.

  10. Josef Marti sagt:

    Der Konstruktionsfehler liegt auch darin, dass zu viele EU Länder aussen vor gehen ausserhalb des Euros. Dänemark und Schweden segeln gemütlich mit indem sie sich anbinden, sodass sie nur profitieren können ohne zu zahlen. Ohne klar verpflichtend definierte Transferunion für die ganze EU bleibt es ein höchst instabiles und impotentes Bürokratenmonstrum. Gerade das ständige Aufstocken und Verlängern nicht rückzahlbarer Kredite an die Peripherie verlängert gleichzeitig die Stagnation auf ungewisse Zeit. Diese neoliberalen inkompetenten Blindgänger haben doch tatsächlich das Gefühl man könne die Südeuropäer im Umerziehungslager zu schwäbischen Häuslebauern und Hausfrauen bekehren.

    • Anh Toàn sagt:

      Haben Sie tatsächlich das Gefühl, die Südeuropäer würden sich unter den gleichen Bedingungen dauerhaft anders verhalten als die Schwaben?

    • Markus Ackermann sagt:

      @Marti
      Kolonial-Reiche implodieren regelmässig wegen der Kosten durch die aufmüpfigen Kolonien: Nachdem die Kolonien aufgesaugt sind, kommt immer weniger rein und gleichzeitig muss man immer mehr Unproduktive (z.B. Militär, Bürokraten)finanzieren, die die Kolonien nieder halten sollen. Normalerweise ist dies auch mit einer schrittweisen Zerrüttung der eigenen Währung verbunden.
      Bsp:
      – Rom
      – Byzanz
      – Habsburg
      – Sp
      – UK
      – F
      – Portugal
      – … und jetzt halt Gross-Deutschland.
      Wenn D rational handelt, wird D aus dem € bzw. der €U austreten: so würde aus den aktuellen dt. Blanko-Checks dann wenigstens limitierte (wenn auch riesige!) Verpflichtungen aus der Liquidation der Beziehung

      • Christoph Bögli sagt:

        Die heutige EU mit diesen imperialistischen Reichen zu vergleichen, ist ziemlich lächerlich. Die angemessenere historische Parallele wären wohl die Ursprünge der USA – die bekanntlich keineswegs implodiert sind. Der entscheidende Unterschied ist leider, dass die USA nicht zuletzt als demokratisches Freiheitsprojekt entstanden, während bei der EU diese Komponente viel zu früh erstickt wurde durch die viel zu mächtigen Nationalstaaten..

        • Linus Huber sagt:

          “Die angemessenere historische Parallele wären wohl die Ursprünge der USA”

          Wann genau hat der Unabhängigkeitskrieg in Europa stattgefunden und von wem will die EU unabhängig werden?

      • Marcel Senn sagt:

        Ackermann: Jetzt übertreiben Sie mal nicht. Es hat doch einige Jahrhunderte gedauert bis die immer mehr mit Billigmetallen panaschierten Gold und Silbermünzen das alte Rom zu Fall brachten, falls es nicht doch die Dekadenz damals war, oder die Bleiwasserrohre oder einfach die zu grosse Grösse des Imperium Romanum etc etc.
        Die Habsburger bestanden auch über Jahrhunderte, ebenso Byzanz…
        .
        Sie rühren da in Ihrer uns allseits bestens bekannten €urophobie doch historisch mit einer etwas zu grossen Kelle an meine ich!
        Die €-Zone ist gerade mal 15J alt — ist mitten in der Pubertät! Das spätkapitalistische Gesamtsystem (auch $, Yen, Remimbi etc sind alle krank) is damend rotten!

        • Markus Ackermann sagt:

          @Senn
          Ja, Phobie. Mit der Demokratie und der Selbstbestimmung ist nicht zu spassen … und vor allem möchte ich mit meiner Phobie nicht recht behalten.
          Rechnen Sie zurück: 1945 minus 15 Jahre = 1930

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: “1945 minus 15 Jahre = 1930” – So so hatten wir die letzten 6 Jahre einen Weltkrieg — ist mir wohl ganz entgangen hier im friedlichen Südamerika.
            .
            Gut die Sub-Prime und auch die Bauhysterie in Spanien, Irland etc zw. 2000 bis 2007 erinnern doch stark an die Aktienhysterie in den Roaring Twenties in den USA — und 1929 wie auch 2009 (resp. schon 2008) krachte das Gebilde zusammen.
            Nur hatte Deutschland 2009 keine irrsinnig hohen Kredite aus den USA die dann abgezogen wurden wie 1930 und auch ein österreichischer Schreihals fehlt (auch wenn AfD & Co da dran fleissig arbeiten)

          • Markus Ackermann sagt:

            Ja, die Zukunft ist immer ungewiss.
            Hätten Sie sich vor 15 Jahren vorstellen können, wo wir heute stehen? Ich nicht.
            Sind Sie sicher, dass in Kontinental-Europa in den nächsten 3 Jahren Frieden sein wird? Ich nicht.
            Die dt. Einheit hat die Deutschen einen schönen Teil ihrer Rente gekostet. Jetzt sind die Rentner bei ~500 € für die Frauen und ~1’100 € für die Männer.
            Die Integration der heutigen €U wird sicher mehr als das 10-Fache kosten. Wer zahlt? Womit?
            Und nun die Schuldenschnitte, die die dt. Lebensversicherungen gefährden. … Und alle werden weiter machen, wie Boxer (der Arbeitsgaul in der Animal Farm) nach dem Motto: All animals are equal but some animals are more equal?

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Gehe mit Ihnen ja einig, dass bei der €-Einführug vor allem bei den Politikern ziemlich gschlamert wurde und man diesen Projekt einfach durchziehen wollte ohne Rücksicht auf irgendwelche ökonomischen Gegebenheiten und jetzt beginnt das schwache Fundament von damals einzuknicken.
            .
            Wäre allerdings noch spannend gewesen, wie es rausgekommen wäre, wenn diese US Finanzkrise nicht dazwischen gekommen wäre und die Europäer nicht diesen ganze toxischen Schrott von den Amis gekauft hätten.
            Gut Spanien und Irland hätten ihre Immokrise auch so gehabt, Griechenland wäre es nur wenig besser gegangen, ebenso Italien, aber D wäre vermutlich noch stärker als heute.

          • Markus Ackermann sagt:

            Ja, wir beide springen vom gleichen Gebäude.
            Ich schaue nach unten, Sie schauen nach oben. So sind unsere postings.
            Wenn ich nach oben schaue und Sie nach unten, werden auch unsere postings umgekehrt sein.
            Wir können analysieren, aber wir können nichts ändern, sondern nur zuschauen, wie’s in die falsche Richtung geht und uns selber positionieren: Sie in Uruguay und ich in der Karibik

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Falls wir beide springen — so sind wir beide dann vermutlich auch gleich tot – ungeachtet der Richtung in die wir schauen.
            So wirklich optimistisch bin ich ja gar nicht mehr für Europa – spätestens nach der ganzen Flüchtlingskrise nicht mehr und die hat ja immer noch ein open End!
            .
            Aber China macht mir mehr Sorgen – letzter Stand sind 346% BIP Verschuldung aller Akteure und 4-5 Bio gefährdete Kredite – mal schauen wer zuerste kollabiert – China oder Europa (oder beide zusammen). Und auch Amiland steht nur scheinbar gut da.
            Mein Nachbarsland Brasilien ist von der “Dutch Disease” befallen (wie einige andere Länder auch)
            Es brennt an allen Ecken und Enden…

  11. Jakob vonGunten sagt:

    Der EUR ist ein virtuelles politisches Konstrukt und keine eigentliche Währung. Denn der EUR ist nicht eine oekonomisch bedingte Notwendigkeit und ein sinnstiftendes Resultat eines einheitlichen Wirtschaftsraumes, sondern soll gerade als Zwangsmittel zu diesem Zweck als Vorschlaghammer eingesetzt werden. Als politische Illusion mag der EUR den auf Tagesaktualität und Wiederwahl fixierten Politikern dienlich erscheinen; als Finanzinstrument war das EUR-Konstrukt von Anfang an zum Scheitern verurteilt und eine Totgeburt. Der EUR repräsentiert nicht den Wirtschaftsraum EU, und die EU ist nicht Europa. Das linke Credo lautet: EUR=EU=Europa.
    Bestand hat einzig Europa, der Rest zerfällt schon.

    • Stefan Meier sagt:

      EUR=EU=Europa ist kein linkes Credo. Zitat Merkel: Scheitert der Euro, scheitert Europa.

    • J. Kuehni sagt:

      Lieber Herr vonGunten. Ich wage zaghaft Widerspruch gegen diese Aneinanderreihung von Perlen der EUR-kritischen *Vernunft*: Wirtschaftsräume werden durch gemeinsame Normen gebildet. Diese betreffen nicht bloss die Krümmung von Gurken oder die Grösse von Präservativen, sondern v.a. Regeln zum Vertragsrecht, Schutzbestimmungen für Mensch und Umwelt und sonstige Voraussetzungen für friedlich und fair verlaufende Transaktionen. Mit anderen Worten: allesamt Dinge, die gemäss EU-Skeptikern ausschliesslich national geregelt werden dürfen, weil sonst – Hilfe – Souveränitätsverlust!

    • loulou55 sagt:

      Einer der grössten Hauptakteure war Helmut Kohl und dem können Sie beim besten Willen nicht den “linken Sozi” anhängen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Richtig ist, dass eine Union und ein gemeinsamer Wirtschaftsraum nicht alleine auf einer Währung basieren können. Das Problem ist jedoch nicht, dass man versucht hat, die Union durch eine gemeinsame Währung zu stärken, sondern dass man alle weiteren Schritte hierzu unterlassen hat. Was der EU fehlt ist eine gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik und damit letztlich eine demokratisch legitimierte politische Instanz, die Kompetenzen über die Mitgliedsstaaten haben.

  12. J. Kuehni sagt:

    Mit Euro-Pessimismus sollte man inzwischen keine Lorbeeren mehr holen können. Das ist doch alles längst schon Mainstream-Bla; DER EURO IST AN ALLEM SCHULD! Ohne den gäbe es keinerlei wirtschaftliches Gefälle, keine Kapitalinvasionen und -evasionen, keine Exportüberschüsse und -defizite, keine Globalisierung, keine Monopolisierung der Produktivitätsgewinne, keine Too-big-to-fail-Banken und Konzerne, kein Schwarzpeterspiel zwischen Staaten, keine Austeritäts-Selbstzerstörung, ja ohne Euro gäbe es rein überhaupt gar nichts. Das sieht man ja ausserhalb der Eurozone, wo alles tiptop funktioniert…

    Diese Leute schlagen den Sack und meinen den Esel.

    • J. Kuehni sagt:

      Mervin King kritisiert den Euro als “Agenten” der Austerität. Warum kritisiert er nicht einfach die Austerität als von konservativen Parteien überall durchgedrückte Policy of Choice?

      • J. Kuehni sagt:

        Ich vergass: Ohne Euro gäbe es selbstverständlich auch keine Krise in Nahost, keine US-Interventionen, kein Israel-Palästina-Konflikt, kein Islamismus ergo keine Flüchtlingsströme, resp. falls doch, könnten die Nationalstaaten Europas – jeder für sich alleine – ohne Probleme damit umgehen. Hab ich was vergessen?

        • Anh Toàn sagt:

          Aber Herr Kuehni, haben Sie vergessen, wie reich die Griechen waren als sie noch Peseten hatten, und die Portugiesen mit ihren Escudos und die Spanier mit ihren Peseten die Mercedes und Phillips Fernseher kauften? Und es in Italien keine Korruption gab, der Fussball vor dem Bosmann Urteil noch sauber? Selbst an der TdF wurde nicht gedopt. Und es gab keine Migration, da alle glücklich in ihrem Land von der schwachen Währung profitieren konnten. Es gab keinen Terrorismus ausser ein wenig PLO, IRA, und Basken und Brigaden Rosse und RAF, die Kügelidealer waren anständige Tamilen, die Welt friedlich und schön und gut, ja haben Sie das alles vergessen Herr Kuehni?

    • Lionel Lopez sagt:

      Nein, die Liste dürfte nun komplett sein 🙂 Im Ernst, Sie sprechen mir aus der Seele. Glücklicherweise wächst bereits eine Generation heran, welche für dieses politisch motivierte Euro-Bashing nicht mehr besonders empfänglich sein wird und den Euro und die Entwicklungschancen der Eurozone objektiver und optimistischer sehen und gestalten wird. In meinem Verwandtenkreis aus Deutschland hat z.B. ein 11-Jähriger die Welt nicht verstanden als man ihm sagte, dass es mal eine Zeit ohne Euro gab und man in Frankreich, Italien und Griecheland mit anderem Geld zahlen musste und immer Geld wechseln musste wie heute für die Schweiz.

      • M. Schuster sagt:

        Erzaehlen Sie dem Jungen doch mal, dass Deutschland bis vor nicht allzu langer Zeit noch aus zwei Laendern, stellenweise getrennt duch eine Mauer bestand… Da wird er Augen machen.

      • Rolf Zach sagt:

        Habt bitte ein wenig Verständnis für die Engländer. Sie sind die einzigen, die eine Währung, nämlich das Pfund haben, daß unbedingt die beste Währung für den Aufbau von eisernen Liquiditätsreserven sind. Sie haben zwar das größte Leistungsbilanzdefizit der Ersten Welt und ihr Binnenkonsum müssen sie durch Kapitalimporte finanzieren. Sie verkaufen an alle reichen Orientalen und Russen ihr Image als stabilstes Land der Welt und als Hort der Zivilisation bei gähnend leeren Staatskassen und einer verfallenden Infrastruktur. Ihre Rettung aus ihrem Desaster ist die europäische Integration schlecht zu machen und vor allem zu behaupten der Euro sei eine Währung, die Europa unterdrückt.

        • Rolf Zach sagt:

          Wie früher, die Politik der Engländer nicht darauf abzielte, nicht die Europäer zu weniger Krieg und mehr Frieden zu bewegen, sondern möglichst viel Krieg zu verursachen um ihr Weltreich zu fördern. Waren sie nicht auch 1919 in Versailles diejenigen, die Wilson in vielem verhinderten und nichts zum Ausgleich von Deutschland und Frankreich beitrugen. Herr King ist auf voll auf dieser Linie, weil er eine europäische Integration fürchtet, der Großbritannien in keiner Weise gewachsen ist. Lieber ein starkes China, daß kein Rechtsstaat ist, eine USA mit Trump und ohne weltweite Verantwortung, aber ein zerstrittenes und armes Europa mit Schwundwährungen schwächer als das Pfund.

          • Rolf Zach sagt:

            Das ist die Macht der Engländer nach den Vorstellungen von Herrn King und wir Schweizer folgen dieser Ideologie mit unserem Alleskönner Blocher und meinen unser Wohlstand sei gesichert, wenn die europäische Integration scheitert und Europa dabei verarmt, den wir Schweizer können uns wie die Engländer aus diesem Desaster heraushalten und werden noch reicher, so meinen wir wenigstens. Deindustrialisiert fröhlich wie die Engländer, fördert nur die ganz Reichen wie diese,
            laßt die Infrastruktur und die öffentliche Bildung verfallen, aber behält den ursprünglichen Schweizer Geist wie bei Morgarten, gleich wie die Engländer immer wieder den 2. Weltkrieg beschwören als Leitfaden der Politik.

        • Anh Toàn sagt:

          Bereits in den 80ern sang Bob Geldof mit den Boomtown Rats: “Another Piece of red”

          It’s so long Hong Kong and no more Singapore
          Those steaming nights of Malta
          Goodbye Gibraltar
          I’ll give you arms for Africa
          I’m hungry for India
          The sun’s set on Australia
          And vive le Canada

          They’re breaking up an empire
          Nobody’s buying British
          Calling for an umpire
          It really isn’t cricket

          und für den Wirtschaftsblog die Zeilen:

          They’re speaking deals in English
          But they’re making deals in dollars.

          • Marcel Senn sagt:

            Zum heutigen Montag passt doch auch der Boomtown Rats Song bestens:
            “I don’t like Mondays”

      • J. Kuehni sagt:

        Merci Hr Lopez. Ich wünsche mir von Spezialisten wie MDM eine nüchterne/realistische Einschätzung der Entwicklungsmöglichkeiten einer fortbestehenden Eurozone IM VERGLEICH zu möglichen Alternativszenarien: Mit welchen konkreten Mitteln kann die EZ verbessert werden? Was würde ohne EZ besser, ebensoschlecht, schlechter laufen? Das ewige Blame-Game führen oft jene, die die bloss von eigener Verantwortung ablenken wollen.

        Ihr Beispiel vom 11-jährigen berührt einen wichtigen Punkt. Europa wird zunehmend zum Altersheim, geführt von Leuten, die die Zustände in ihrer (fernen) Jugend glorifizieren, nichts mehr dazulernen wollen und damit jede vernünftige Weiterentwicklung blockieren.

        • J. Kuehni sagt:

          Unsere “neue” (durchschnittlich noch ältere) Regierung krebst selbst hinter die bescheidenen Ziele einer “Energiewende” zurück, dabei ist technologisch und aufgrund der Preisentwicklung abzusehen, dass deren Zielwerte ohne weiteres übertroffen werden könnten, alles zum Schutz von eingefleischten Interessen von Leuten, deren Meinung zu erneuerbaren Energien irgendwann in den 70er Jahren geformt worden sind und alles auf der Basis einer Ideologie, die es dem Staat verbietet, klare Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Konsum vorzugeben, da dies ja ausschliesslich vom “Markt” gemacht werden darf. Resultat: die Schweiz verschläft gerade das Aufkommen einer Smart-Energy-Industrie.

          • Anh Toàn sagt:

            Irgendwann inegrieren wir die ältesten Atomkraftwerke in Ballenberg, mei da staunen die Schlitzaugentouristen…

          • Anh Toàn sagt:

            Das Strahlenmeer bekommt endlich eine Bedeutung!

          • J. Kuehni sagt:

            …Zugunsten von brandgefährlichen Schrott AKWs, deren Abschaltung wohl (wieder einmal) nur via Druck von Aussen politisch durchgesetzt werden kann. Dies bloss als Beispiel dafür, woran Europa wirklich krankt.

          • J. Kuehni sagt:

            Anh Toan: ;-D

          • Marcel Senn sagt:

            Ein Fast-Supergau in Fessenheim und dann wärs das wohl endgültig gewesen mit den AKW-Endlos Plänen unserer Bürgerlichen.
            .
            Zudem hat die CH mit 1 AKW Standort auf rund 10’400 km2 eine weit grössere Dichte als z.B. das Atomland Frankreich welches an 19 Standorten 58 Reaktoren hat, aber mit 33’800 km2 pro Standort eine über 3x geringere AKW Dichte als die CH hat — und wenns dann mal täscht, wird die AKW Dichte in einem Land einer der ganz entscheidenden Faktoren sein!!
            Bei den AKW’s haben wohl eher die Grünen einen Dichtestress – die SVP kümmert den “AKW-Dichtestress” nicht die Bohne!
            Schätze die CH hat vermutlich die höchste AKW Dichte weltweit!

    • Mario Monaro sagt:

      Herr Kuehni, Sie sind da, wenn man Sie braucht.

  13. Markus Ackermann sagt:

    Ich weiss nicht, ob es im Juni zum Brexit kommen wird.
    Falls nicht: Wird
    – das aktuell unregierbare Spanien ausfallen?
    – Renzi im ital. Parlament (z.B. über die schwachen Banken in Italien) fallen?
    Der ESM wird weder Sp noch It auffangen können, da beide je für sich zu gross sind, aber beide wehren sich gegen Gross-Deutschland durch Unregierbarkeit.
    Danach steht die Weichenstellung in F an, nämlich die Wahl zw. Vichy 2.0 (sei es mit dem 13% Hollande oder mit Juppé oder mit sonst jemand aus dem in Korruptionsaffären verfallenen bürgerlichen Lager) und dem Front National. Wie lange wird es gehen bis zur FRexit-Debatte?
    Was passiert, falls sich die Wirtschaft weiter verschlechtert?

    • Rolf Zach sagt:

      Mit welchen Elektroloks fahren die Russen auf Baiklal-Amur Magistrale, wo die Temperatur im Winter minus 50 Grad ist? Mit Alstom Lokomotiven, die diejenigen auf der Welt sind, die dieses Klima am besten vertragen! Nicht amerikanische, nicht mal chinesische und ganz sicher keine englischen Lokomotiven. Sie können ja auswählen zwischen englischer und französischer Ingenieurleistung? Gratuliere Ihnen zur Auswahl der englischen, da ist der Ärger vorprogrammiert. Natürlich gehören Oxford und Cambridge zu den besten Universitäten und haben hochqualifizierte Leute, aber die Ingenieur-Mittelschicht für die konkrete Ausführung, die fehlt in England und es wurde mit den Konservativen nicht besser.

      • Rolf Zach sagt:

        Spanien ist stabiler als man denkt, trotz Basken und Katalonen. Wer will schon auf einen Fußballmatch zwischen Barcelona und Real Madrid verzichten? Auch in der Landesmeisterschaft.

  14. Aldo Berger sagt:

    Sir King schmerzt, dass der Euro das Pfund ins Abseits gedrängt hat. Den Engländern bleibt immer noch der Brexit, um – analog der Schweiz – zu neuer Grösse aufzusteigen. Allerdings vielleicht ohne die Schotten.

  15. Anh Toàn sagt:

    “Was King schreibt, ist keineswegs neu – schon gar nicht für Lesende dieses Blogs. Wie angemessen die alte Analyse nach wie vor ist, zeigt sich in besonderer Dramatik aktuell im Zusammenhang mit den Flüchtlingsströmen. ”

    Was hat die Währungsunion mit den Flüchtlingsströmen zu tun?

    Hat die Schweiz eine eigene Währung? Auch wenn die Nati ihre Hilflosigkeit, diese zu beeinflussen (Zinsen / Wechselkurse) gesteht? “Eigen” ist was, über was man Macht hat, aber die Nati ist machtlos?

    Die Frage ist doch, ob es bei einer allfälligen Flucht aus dem Euro zuerst die Länder der Währungsunion oder die Schweiz verbläst. Ich tippe auf die Schweiz. Das freut mich nicht.

    • Reto Stadelman sagt:

      Der Zusammenhang zeigt sich nur im Umgang mit den Problemen. Zentral koordiniert nach einer politischen Ideologie und selten nach den Bedürfnissen der Peripherie.
      Bei den PIG Staaten wurden Reformen durchgeführt, die für die entsprechenden Volkswirtschaften eher schädlich waren.
      Bei der Flüchtlingskrise zeigt sich wieder ein ähnliches Bild. Die bisherigen Lösungsansätze sind nicht im Sinne der Visegrád Staaten und folgen einer Ideologie. Pragmatismus fehlt meiner Meinung nach.
      Allerdings haben sie natürlich Recht. Grundsätzlich haben diese beiden Dinge nichts miteinander zu tun.

      • Anh Toàn sagt:

        Man kann von mir aus die Flüchtlingskrise als Verantwortung der EU zuschreiben, der Währungsunion, auch bei schlechtestem Willen würde ich das nennen, nicht.

        • Reto Stadelman sagt:

          Das war so wie ich es gelesen habe auch nicht gemeint. Die EU wird für ihr Krisenmanagement in der Währungskrise bzw. Griechenlandkrise und der Flüchtlingskrise gerügt. Die beiden Krisen haben nichts miteinander zu tun, wurden aber durch das erwähnte schlechte Krisenmanagement noch verstärkt.
          So habe ich das verstanden.

  16. Josef Marti sagt:

    Der Mainstream muss es auf die harte Tour lernen. Weder der Geldmarkt noch der Arbeitsmarkt funktionieren wie ein Kartoffelmarkt, dort findet sich immer ein Abnehmer je tiefer der Preis fällt. Bleibt die Einstellung der Investoren und Unternehmer aber pessimistisch werden sie weder Geld zu Nullzinsen aufnehmen noch Arbeiter zu Billiglöhnen einstellen. Bei einem befürchteten allgemein sinkenden Preis und Lohnniveau glaubt niemand ernsthaft an künftig florierende Absatzchancen, somit werden entgegen der erhofften Wirkung der Geldspritzen die bestehenden Arbeitsplätze sogar noch weiter abgebaut und man geht lieber wieder ins Casino.

    • Reto Stadelman sagt:

      Sehe ich genauso. Würde ich 1000 Franken Helikopter Geld bekommen, würde ich dieses Geld wohl auch eher aufs Sparschwein legen aus Angst vor weiteren Krisen, Jobverlust etc….
      Das momentane Problem ist wohl eher ein globaler Pessimismus bzw. eine globale Depression. Und dabei meine ich nicht eine wirtschaftliche Depression… Die Frage ist was diese Situation verursacht hat.
      Meine unqualifizierte Meinung: Die einseitige Allokation von Geld bei Superreichen ist ein wesentlicher Treiber. 100 Menschen sind NICHT in der Lage, ihr Geld vernünftig anzulegen und die Wirtschaft voranzutreiben.

  17. Rolf Rothacher sagt:

    Eine gemeinsame Währung ohne gemeinsame Sozial-/Renten-/Steuer-Politik und einem Finanzausgleich funktioniert nur mit sehr kleinen Ländern (Liechtenstein oder Monaco besetzen Wirtschafts-Nischen und können deshalb damit leben).
    Was die Zentralbanken immer noch nicht verstanden haben: noch mehr billiges Geld hilft der Wirtschaft nicht, weil es keine verlässlichen Schuldner gibt, an die man es ausleihen könnte. Noch mehr billiges Geld führt bloss zu mehr Fehlinvestitionen und verhindert die Konkurse schlecht geführter Unternehmen. Deshalb stagniert die Wirtschaft zusehends. Mit Schuldenmachen (über 2 Jahre) lässt sich eine Wirtschaft ankurbeln, aber langfristig nicht in Betrieb halten.

    • Max Rosenberg sagt:

      Absolut gleicher Meinung!

      • Marcel Grüninger sagt:

        Das viele billige Geld heizt bestenfalls die Börse an, nicht aber wie beabsichtigt die Realwirtschaft.

    • Anh Toàn sagt:

      War die Schweiz von der Einführung des CHF bis zur Einführung der AHV und des Finanzausgleichs ein “sehr kleines Land”?

      Die Schweiz hat die lange Zeit mit gemeinsamer Währung aber ohne CH-Renten-/Sozial-/Steuerpolitik und ohne Finanzausgleich ziemlich lange überstanden, die Vorteile der gemeinsamen Währung waren also anscheinend grösser als die Nachteile (oder die spinnten, die Eidgenossen, so wie die Europäer heute)

      • Lionel Lopez sagt:

        Ich bin genau Ihrer Meinung Herr Toàn. Ich prognostiziere der Eurozone die selbe Entwicklung wie der Schweiz. Früher oder später geht die Eurozone in Richtung Bundesstaat. Gut möglich, dass der eine oder andere Staat aud Süd- oder Osteuropa freiwillig ausscheidet, aber grundsätzlich wird die Eurozone erkennen, dass ein Zusammenschluss die Zukunft sichert.

        • Anh Toàn sagt:

          Ich glaube nicht, dass ich die EU als formellen Bundesstaat erleben werde (Ohne Sezessionsrecht, das ist in meinen Augen das wesentliche Unterscheidungsmerkmal vom Staatenbund). Ich glaube, der Zusammenhalt bleibt nicht wegen einer übergeordneten Souveränität, was ich als wünschenswert erachten würde, da diese demokratisch gestaltet werden könnte, sondern wegen Interessen: Die Schweiz war formell ein Bundesstaat, die Integration in eine Nation war weniger tief, das gemeinsame Interesse beschränkte sich nahezu auf Abwehr äusserer Feinde bis nach dem 2. WK, selbst woher die Kinder kommen war kantonal geregelt: Die EU ist heute vereinter, ohne formell ein Bundesstaat zu sein.

        • Anh Toàn sagt:

          Vergleicht man die EU mit der Schweiz (Staatenbund), ist festzuhalten, dass trotz allem Gestreite und Gepokere und Drohen und Erpressen in der Schweiz manchmal jahrelang nicht mal eine stattfand, man hatte sich nichts zu sagen, es war sogar zeitweise lebensgefährlich, als Gesandter dahin zu reisen.

          Die Konstruktion des Staatenbundes verschiebt Macht von den nationalen Parlamenten zu den nationalen Regierungen: Die Regeln des Staatenbundes müssen national übernommen werden, wenn man nicht aus dem Bund insgesamt austreten will, und werden von den Regierungen in Verhandlungen gestaltet. Aber Politik ist die Kunst des Möglichen, formeller Bundesstat zur Zeit unmöglich.

          • Anh Toàn sagt:

            Das fehlt jetzt wirklich: In der Schweiz manchmal jahrelang nicht mal eine TAGSATZUNG stattfand

          • Lionel Lopez sagt:

            Ich denke auch nicht, dass die EU je ein Bundestaat werden wird oder allgemein sich tiefer integrieren wird als zur Zeit. Aber bei der Eurozone sieht es schon anders aus. Natürlich wird dies nicht von heute auf morgen passieren, es wird eine längere Entwicklung sein von Jahrzehnten. Und wie Sie sagen: zur Zeit haben die einzelnen Regierungen viel Macht, die Parlamente und die europäischen Institutionen weniger bis kaum. Eine schlechte Entwicklung. Dies führt zu diesen Problemen wie wir sie nun haben: jeder schaut immer mehr für sich, es gibt faule Kompromisse hinter Verschlossenen Türen etc. Das muss verändert werden.

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn Probleme sichtbar werden, sehe ich darin den Beginn der Lösung. Das Problem der westlichen Moderne mit den tradierten Vorstellungen von Familie und Sippe statt Individuum, am tiefsten und weitesten verbreitet in der muslimischen Welt, aber auch noch bei Herrn Ackermann oder dem Huber, so sehe ich dies, sehr geehrter Herr Zach, war schon vor 9/11 da. Nach dem ersten Schock habe ich gedacht, vielleicht ist dies der Anfang der Lösung. Enttäuscht bin ich, dass es so lange braucht, noch immer nicht lösungsorientierte Strategien versucht werden, bis deren Nutzlosigkeit offensichtlich wird. (Bsp.: Man liess die Flüchtlinge ersaufen im Mittelmeer, aber sie kamen dennoch)

          • Anh Toàn sagt:

            “nicht lösungsorientierte Strategien” sind z.B. Vermeidungs- oder Verdrängungsstrategien (“Lügenpresse” “MSM”, “Linke (Staats-)medien, falsche Statistiken), Schuldzuweisungsstrategien (Merkel ist Schuld, hat die eingeladen, zuvor war kein Problem, da sind die viel stiller ersoffen. Oder die Eliten sind schuld, die Währungsunion, die USA). Problembewirtschaftungsstrategien aber sind das beste: Wie nützt mir das Problem, und da es mir nützt, wie erhalte ich das Problem.

          • Marcel Senn sagt:

            Die Problem- und Feindbildbewirtschafter im permanent Modus mitsamt ihren Propaganda und Wortschöpfungen sind wirklich DIE geistig-politische Seuche im 21. Jahrhundert!
            Vor lauter Klischees, Vorurteilen, Gehirnwäschen ist es für viele meist gar nicht mehr möglich ziemlich frei im Kopf kreative und konstruktive Lösungen zu suchen und zu finden.
            Da hat in der CH Dr. Blocher bei seinen Schafen wirklich ganze Arbeit geleistet – die sind mittlerweile noch unflexibler im Kopf als gewisse Hardcore-Linke, die meist auch nur mit Einfaltslosigkeit glänzen.

      • Rolf Zach sagt:

        Immerhin ist das Europäische Parlament keine Vereinigung der Stummen und versucht bei jeder Gelegenheit der Kommission den Marsch zu blasen und möchte liebend gerne mehr motzen als sie bereits können. Den EU-Regierungen ist bereits heute dieses Parlament ein unangenehmer Haufen, dem sie unter keinen Umständen mehr Macht zubilligen wollen. Lieber nur Tagsatzung wie in der alten Eidgenossenschaft.

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