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Wo bleibt die Öldividende?

Andreas Neinhaus am Freitag den 4. März 2016

Pendler, die mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs sind, spüren die positiven Auswirkungen des Preisrückgangs von Rohöl am Weltmarkt am unmittelbarsten. Bei jeder Tankfüllung stellen sie fest, dass die Kosten sinken. Im Februar zahlten sie durchschnittlich 1.35 Franken für den Liter Bleifrei 95. Das ist ein Viertel weniger als im Sommer 2014. Damals begann der globale Preisabschwung.

Hauseigentümer füllen ihren Tank zwar seltener auf, aber ihre Kosten sind kräftiger gesunken: Heizöl wurde seither um ein Drittel billiger.

Das sind handfeste Einsparungen. Die Ökonomie spricht von der Öldividende. Der Begriff bezieht sich auf die Metapher, die im entgegengesetzten Fall bemüht wird: Steigt der Ölpreis, zahlen Verbraucher mehr für Transport und fürs Heizen, wie bei einer Zusatzabgabe oder einer «Ölsteuer».

Die Einsparungen sollten eigentlich dazu führen, dass die Energiekonsumenten das Geld für andere Dinge ausgeben und so der Wirtschaft einen Wachstumsschub verleihen. Das haben die meisten Konjunkturforschungsinstitute auch so vorausgesagt. Aber die Realität ist in fast allen Ländern enttäuschend ausgefallen. Warum nur hat die Öldividende diesmal die Wirtschaft so wenig beflügelt?

Die einfachste Erklärung: Der Wachstumseffekt war schwach, weil der Einkommenseffekt vergleichsweise mager ausfiel. Die eingangs angeführten Preisrückgänge um 25 respektive 33 Prozent sind ein Bruchteil des tatsächlichen Rückgangs der Ölpreise am Weltmarkt. Die Qualität WTI beispielsweise hat sich seit Juni 2014 um 70 Prozent verbilligt. Das ist «der grösste anhaltende Preisrückgang in mehr als 30 Jahren», haben die Analysten der Bank Barclays ausgerechnet (siehe Chart).

Quelle: Barclays Research

Dass dieser Einspareffekt nur zu einem geringen Teil bei den Ölkonsumenten ankommt, ist Vater Staat zu verdanken. Viele Länder erheben umfangreiche Steuern und Abgaben auf Benzin. Manche nutzen den Ölpeisrückgang sogar, um diese Abgaben zu erhöhen, ohne dass der Konsument davon etwas mitbekommt…

Aber es gibt noch andere Gründe für den enttäuschenden Wachstumsimpuls durch den Ölpreiszerfall.

In der Schweiz fiel er zeitlich mit dem Frankenschock zusammen, der die Konjunktur per Saldo abbremste. Weltweit wurde der Impuls beim Privatkonsum durch die Abschwächung in den Emerging Markets – den Schwellenländern – abgewürgt, der wiederum durch den Konjunktureinbruch in China verursacht wurde. Zu dem zu erwartenden negativen Effekt des Ölpreiszerfalls für Ölforderstaaten gesellte sich also auch noch ein Abschwung in den übrigen Schwellenländern hinzu.

Betroffen sind jene Regionen, deren Sozialprodukte traditionell überdurchschnittlich wachsen. Europa und die USA können da kaum gegenhalten. Folglich weist die Weltwirtschaft insgesamt ein spürbar tieferes Wachstum aus.

Der Chart zeigt diese unterschiedlichen insgesamt aber enttäuschenden Reaktionen im Privatkonsum bei Netto-Öl-Importeuren und -Exporteuren. Vor allem das energiehungrige China profitiert kaum von der Öldividende.

Quelle: Barclays Research

Interessant ist, wie skeptisch die Finanzmärkte auf das rekordgünstige Öl reagieren, das doch eigentlich ein Segen sein sollte.

Hier spiegelt sich mehr als nur die Besorgnis über die Ertragskraft der Erdölriesen. Befürchtet wird, dass Unternehmen generell weniger investieren werden, weil die Rohstoffbaisse und der Deflationswind, der über Europa, Japan und Nordamerika hinwegweht, allen vor Augen führen, dass weltweit in vielen Branchen Überkapazitäten vorhanden sind.

Der Energiesektor ist besonders betroffen: Hier werden in grossem Stil neue Förderprojekte und Expansionspläne eingestampft, weil sie sich nicht mehr lohnen. Im Fokus steht eine kapitalintensive Branche mit schwacher Bonität, die ihren Finanzbedarf jahrelang problemlos stillte, indem sie Obligationen emittierte. Die fanden reissenden Absatz, weil weniger riskante Papiere keine Zinsen mehr abwerfen. Solange das Fass Öl fast 100 Dollar kostete, war die Ertragslage der Emittenten stabil und waren die Bonds begehrt. Das hat sich inzwischen geändert.

Die Finanzwelt zittert nun vor einem Crash am Bondmarkt. Inzwischen erholen sich die Aktienindizes, wenn der Ölpreis zulegt, wie diese Woche geschehen als das Fass Brent über 37 Dollar kletterte. Kein Wunder sorgen die rekordtiefen Rohstoffnotierungen in den (häufig finanzmarktlastigen) Stimmungsindikatoren nicht für Jubel.

Das ist alles plausibel. Aber geht damit der Ölpreisschock 2014/16 als Ausnahmephänomen in die Wirtschaftsgeschichte ein?

Ein Blick zurück legt offen: Auch in der Vergangenheit endete die Hoffnung auf die Öldividende meist mit einer Enttäuschung. Nehmen wir die Achtzigerjahre.

Quelle: BIZ

Als sich 1986 der Fasspreis mehr als halbierte, prophezeite beispielsweise der Ökonomenstab der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) einen substanziellen Wachstumsschub für die meisten Mitgliedstaaten. Es handelte sich um den ersten substanziellen Preisrückgang, nach den Ölschocks der Vergangenheit. Die BIZ schrieb damals von einer Ölkrise neuer Art, eine in der die Notierungen stark fielen, anstatt stark anzuziehen. Da gleichzeitig auch der Dollar an Wert verlor, sei der Kaufkraftgewinn in den Ölimportländern (von den USA abgesehen) in heimischer Währung sogar noch grösser, frohlockten die Basler Experten.

Die Ernüchterung kam ein Jahr später.

Die weltwirtschaftliche Entwicklung habe nicht die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllt, trotz des Rückgangs der Ölpreise, ist im BIZ-Jahresbericht 1987  nachzulesen.

Schuld daran sei, erstens, dass «die Öleinfuhrländer nur zögernd auf die durch das verbesserte Austauschverhältnis im Aussenhandel erzielten Realeinkommenszuwächse» reagierten.

Zweitens «reagierten die Ölausfuhrländer vergleichsweise rasch auf den Rückgang der Exporterlöse, während die übrigen Entwicklungsländer eine relativ schwache Importnachfrage entfalteten».

Drittens trugen «in den USA (…) niedrigere Ölpreise zu einer scharfen Einschränkung der Unternehmensinvestitionen bei».

Die damalige Lage war von der heutigen gar nicht so verschieden.

Ist das Konzept von der Öldividende in der Praxis also irrelevant?

Die Erfahrung legt das nahe. Aber vielleicht sollten wir uns daran gewöhnen, einen gutartigen Ölpreisrückgang von einem bösartigen zu unterscheiden; ähnlich wie die gute von der schlechten Deflation.

Ersterer liegt vor, wenn der Fasspreis in einem kräftigen konjunkturellen Umfeld einbricht. Beispielsweise wenn dank eines technologischen Durchbruchs, wie dank des Schieferölabbaus in Nordamerika, neue Vorkommen entdeckt werden und sich das weltweite Fördervolumen erhöht. In einem solchen Umfeld sind die grössten Wachstumsimpulse dank der Öldividende zu erwarten.

Anders sieht es aus, wenn der Ölpreis einbricht, weil die Nachfrage sinkt (beispielsweise jene Chinas) oder ein Angebotsschock in einem bereits angeschlagenen konjunkturellen Umfeld auftritt. Dann verpufft die Öldividende. Ein besonders scharfer Preiszerfall kann dann sogar zu einem Systemrisiko werden.

Der aktuelle Ölpreisschock hat leider mit diesem zweiten Szenario mehr gemeinsam als mit dem ersten.

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28 Kommentare zu “Wo bleibt die Öldividende?”

  1. Reto Stadelman sagt:

    “Aber vielleicht sollten wir uns daran gewöhnen, einen gutartigen Ölpreisrückgang von einem bösartigen zu unterscheiden;”
    Daran sollten wir uns ganz allgemein gewöhnen. Es gibt gutes und schlechtes Wachstum und umgekehrt eine gute und schlechte Schrumpfung.
    Ein Beispiel ist Japan. Wenn Japans Wirtschaft schrumpft weil die überalterte Bevölkerung wegstirbt, ist das meiner Meinung nach eine “gute Schrumpfung”. Quantitativ schrumpft Japan aber nicht qualitativ. Wachstum im Baugewerbe durch rekordtiefen Hypothekarzinsen ist ein “neutrales bis schlechtes Wachstum” da nicht nachhaltig. Das Wirtschaftswachstum der Schweiz ist schlecht, weil es auf quantitativem Bevölkerungswachstum beruht…

  2. Linus Huber sagt:

    Was genau ist hier ein Rätsel? Der Boom/Bust Zyklus wird ja von den Zentralbanken mit ihrer Geldpolitik förmlich angestrebt. Der Preiszerfall ist einzig Ausdruck der aufgrund eines künstlich erzeugten Booms gemachten Fehlinvestitionen, welche in entsprechenden Überkapazitäten zum Ausdruck kommen oder in anderen Worten handelt es sich um eine selbstverschuldete “schlechte” Deflation, wie der Autor dies klassifiziert.

    • Rolf Zach sagt:

      Bitte ein Katalog an Fehlinvestitionen und welche Länder tun dies. Was sind Fehlinvestitionen? Ist dies die Investitionen in den Diamanten-Bergbau, denn wer braucht schon Diamanten? Für die industriellen Zwecke kann man die heute billiger industriell herstellen. Sind Überkapazitäten im Wohnungsbau eine schlechte Sache. Wollen wir nicht alle auf 100 qm Wohnfläche leben anstatt auf 25 qm? Die Sache der Volkswirtschaft ist auf der Güterseite erheblich noch komplizierter als auf der Geldseite.
      Was war das grösste Konjunkturprogramm von F.D:R., diese war nicht vor 1939 der Fall, daß war schlicht der Zweite Weltkrieg, die Bonität der USA wurde 1945 von AAA auf AA herabgesetzt.

      • Rolf Zach sagt:

        Aber effektiv waren die USA viel, viel reicher als jemals mit einem enorm ausgeweiteten Produktionsapparat, den sie für die nachfolgende Zivilwirtschaft gut ausnutzen konnten (Levitttown). Und wie war es mit den Fehlinvestitionen vor 1939, den Kampf gegen Dust Bowl, eine Herzensangelegenheit von Roosevelt, die Tennessee Vally Authority und nicht zu vergessen die Förderung des Kunstlebens, eine äusserst befruchtende Sache für die US Kultur. Ich kann nur die Bücher von Stud Terkel empfehlen.

  3. Marcel Senn sagt:

    Der gesamte Energie und Rohstoffsektor hat mittlerweile 3.6 Billionen $ ausstehende Kredite und viele dieser Firmen kämpfen ums Ueberleben. Wird ja spannend wieviele % dieser Kredite notleidend werden oder gar in Default gehen. Wenns mehr als 20% sein werden, dürfte das ein genügend grosser Dominostein werden um die nächsten “Domino-Days” einer Weltwirtschaftskrise einzuläuten.
    Dazu kommt noch die Entwicklung in China — gewisse Analysten gehen dort inwzischen von Grössenordnungen von 4-5 Bio $ an zweifelhaften Krediten aus. Man ist in China fleissig dran Päckli mit Non-Performing Loans zu schnüren um diese irgendwelche dummen Ausländern zu verkaufen – so wie die Amis bis 2007

    • Marcel Senn sagt:

      Toxics make the world go round! Die schmieren noch besser als Billigöl – zumindest solange noch kein Sand im Getriebe ist.

      http://www.nytimes.com/2016/02/04/business/dealbook/toxic-loans-in-china-weigh-on-global-growth.html

    • Martin sagt:

      Das Geld wurde in Infrastruktur investiert. Selbst bei einem Bankrott bleibt die dort. Am ende spielen irgendwelche Zahlen in einem Computer keine so grosse Rollen. Die kann man ganz leicht auf Null setzten.
      Die Eisenbahnbarone in den USA habe genau die gleiche Strategie angewandt.

      • Marcel Senn sagt:

        Martin: Ist ja gut & recht – nur unbenutzte Infrastruktur beginnt mit der Zeit zu oxidieren und die Natur macht den Rest indem alles zuwuchert!
        Aber die Zinskosten für die Infrastruktur laufen weiter & einfach auf Null setzen wird Kettenreaktionen auslösen — die Welt ist doch einiges komplexer geworden als zu Zeiten der Eisenbahnbarone (und wie gross die Ausfälle damals quantitativ waren, kann ich jetzt nicht beurteilen – aber die Eisenbahn fuhr immerhin weiter im Gegensatz zu all den stillgelegten Rigs und sonstigen Ueberkapazitäten wie z.B. aktuell in China wo über 1000 Kohlekraftwerke stillgelegt werden, nachdem man bis vor kurzem wöchentlich mehrere neu eröffnet hatte

    • Markus Ackermann sagt:

      @Senn
      Nehmen wir an, dass die Hälfte der ausstehenden Kredite innert 24 Monaten auslaufen, also nicht nur verzinst, sondern zurückbezahlt werden müssen. Diese Sektoren machen aggregiert Verluste und streichen ihre Investitionen drastisch zusammen.
      1. Das allg. Zinsniveau ist so tief, dass es keine Risikoprämie mehr gibt
      Die Banken (als Financiers) sind selber angeschlagen, da sie kaum Eigenkapital haben
      2. Die Energie- + Rohstoff-Firmen (plus Staatsbetriebe) finden nur sehr schwer Financiers bzw. nur zu einem Wucherzins
      => keine Tragfähigkeit mehr
      3. Folge:
      Die LIQUIDITÄT trocknet aus
      => die Zentralbanken werden zu Geschäftsbanken der Industrie (wie in D vor der Währungsreform!)

      • Markus Ackermann sagt:

        Ray Dalio spricht von “spenders”, das sind nicht nur “consumers”
        http://www.bloomberg.com/news/videos/2016-03-03/bridgewater-s-ray-dalio-on-economy-investing-success
        Bei ~0% Zinsen werden die sellers der financial assets nicht zwingend ihr Geld wieder ausgeben, schon gar nicht investieren oder Investitionen per Kredit finanzieren.
        … und damit sind wir wieder beim Kap. 13 der General Theory von Keynes: schedule of marginal efficiency

        • Marcel Senn sagt:

          Momentan befindet sich China schon im Voll-Ponzi Modus — die Graphik der Bank Loans 2004 bis 2014 im Artikel sagt eigentlich alles — Neuer Allzeitrekord bei Bank Loans im Jan. 2016

          http://www.businessinsider.com.au/bad-loans-at-chinese-banks-just-hit-a-decade-high-2016-2

          Ein Grossteil der neuen Kredite dient nur noch der Bedienung von Zinsen und Rückzahlungen.
          .
          Ich nehme an die Mode mit den Negativzinsen wird nach der CH, Europa vermutlich auch irgendwann noch in die USA rüberschwappen — mit dieser Art von Schwundgeld wird das Kapital wieder investieren müssen, soll es nicht langsam aber sicher wegschmelzen. Wissen Sie ob Keynes neg. Zinsen auch in seinen Theorien abhandelt?

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Korrigenda chin. Bank Loans bis Jan 2016 sollte das natürlich heissen.

            Dass es nicht nur Consumers sind, sondern auch Spenders – das weiss ich natürlich auch nur zu gut!
            Nichts zeigt das besser auf als die GDP Zusammensetzung von China mit immer noch 42.4 Fixed Capital Investments (gesunken von vorher über 47%)

            China GDP – composition, by end use
            household consumption: 38.1%
            government consumption: 13.8%
            investment in fixed capital: 42.4%
            investment in inventories: 1%
            exports of goods and services: 22.7%
            imports of goods and services: -18%
            (2015 est.) CIA World Factbook

        • Markus Ackermann sagt:

          @Senn
          Danke, Sie sind in den konkreten Zahlen viel besser als ich.
          Stellen Sie sich einmal vor, falls
          – China unruhig wird. Wird dann die chinesische Regierung noch den Tiger reiten (sich im Fell festkrallen) können?
          – die dt. BürgerINNEN merken, welche Verluste sie erleiden (nur schon 1 Bio. € Kreditausfall durch 80 Mio. Einwohner = 12’500 € für jeden!)
          zu Keynes:
          Bisher ist mir noch nichts begegnet, vielleicht beim Treatise on Money?
          Dort untersucht er savings vs investment und könnte eigentlich auch negative savings interests behandeln (Weiss nicht, ob meine Vermutung stimmt, denn das habe ich noch nicht gelesen).
          https://www.maynardkeynes.org/keynes-career-timeline.html#tgt

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Nur schon der Plan der Chinesen die Bad Loans beginnen zu “verbriefen” sollte schon alle Alarmglocken läuten lassen – frage mich allerdings wer diesen Schrott dann kaufen soll und wird….
            .
            Es ist im Prinzip nur noch eine Frage der Zeit, wie lange das chinesische Kartenhaus noch hält.
            So wie die jetzt schon tricksen und geschönte Statistiken zum Wachstum vorlegen, gigantische FX Reserven abbauen, dürfte das nicht mehr allzulange gehen – vielleicht nur noch wenige Monate, vielleicht tricksen sie sich auch noch 2-3 Jahre durch. Hat vemutlich mittlerweile auch in China zuviele “Papierliwender” 🙂

    • Rolf Zach sagt:

      Wenn die Herren Kommentatoren der Meinung sind, China werde wegen Non-Performing Loans und wegen Fehlinvestitionen zusammenbrechen, können sie lange warten. Die Französische Revolution ist auch nicht wegen den Investitionen in die Adelspaläste, die Festungen und Häfen von Vauban und dem Ausbau der Poststrassen und Brücken ausgebrochen. Auch war es nicht der Aufstand der Gläubiger, die zur Bastille zogen. Das System wurde als zutiefst ungerecht empfunden, die Steuerpächter waren eine Bande von Vampiren inklusive eines größten Genies der Geschichte, Lavoisier. Das nennt man soziale Ursachen und Adam Smith hat das hautnah studiert auf seiner Reise durch Frankreich mit dem Herzog von Buccleuch.

      • Rolf Zach sagt:

        Mir war immer klar, dass die Stahlproduktion in China zu übertrieben ausgebaut wurde. Eine Stahlproduktion von 800 Mio. Tonnen, deren Kostenstruktur nie das Niveau der sibirischen im Ural und im Kusbas erreichen kann. Auch eine Stahlproduktion, die bis jetzt nicht das wissenschaftliche Niveau von Südkorea und Japan erreicht hat. Noch schlimmer die Aluminium-Produktion von 23 Mio. Tonnen und das gegen diejenige von Kanada, Island, Neuseeland und Norwegen. Diese 23 Mio. werden sicher sich auf 5 Mio. reduzieren. Japan hat seine Rohaluminium-Kapazitäten wie die Schweiz über den Jordan geschickt. Kluge Sache!

        • Rolf Zach sagt:

          Aber was schwere innenpolitischen Zerwürfnisse in Zukunft bringen kann, ist die ständig ausweitende Gier der kommunistischen Mandarin-Klasse und ihre Tendenz zur Vererbung ohne Beweis für die Tüchtigkeit der Erben. Man kann direkt von einem Erbbeamtentum sprechen. Ferner genügt dieser Klasse nicht nur Super-AHV und sonstige Privilegien, sondern die greift auch nach dem Staatseigentum am Boden, denn in China ist der Staat der Eigentümer des Bodens. Dies will diese Klasse aufheben, indem sie hofft, den größten Teil davon in ihre Hände zu kriegen. Die Partei erlaubt Umweltaktivisten, denn auch sie will saubere Luft, aber nicht die Kritik an der Sozialstruktur.

  4. Monique Schweizer sagt:

    Herr und Frau Schweizer können dank Billigöl jetzt noch unbesorgter einen PS starken Neuwagen kaufen — sind wir doch Europameister mit durchschnittlich 158 PS der Autoverkäufe! Die Franzosen kaufen sich im Mittel gerade mal Autos mit etwas über 100 PS, die Deutschen mit 139 PS!
    .
    Ist ja schon etwas pervers, dass wir in unserem verkehrtechnisch so überregulierten Land soviele Menschen haben, die mit ein paar PS mehr unter der Haube irgendwas kompensieren müssen! Von dem her gar nicht so schlecht sägt die SVP mit ihren landesschädlichen Initiativen wie z.B. der MEI an unserem Wohlstand – vielleicht verschwinden diese wohlstandsdegenerativen Erscheinungen so irgendwann mal wieder!

    • Josef Marti sagt:

      Wirklich relevant ist das nicht, trotz Bevölkerungs- Verkehrs und Autoexplosion jammert Frau Leuthard über sinkende Einnahmen aus den Treibstoffsteuern, weil seit Jahren der Durchschnittsverbrauch bei Neuwagen immer mehr sinkt, ja sapperlot nochmal das ist ja ein Riesenärgernis; das gilt auch für SUV und PS starke Fahrzeuge da immer mehr neue Hybridmodelle auf den Markt kommen. Da aber insgesamt ängstliche Zukunftserwartungen vorherrschen wegen Jobängsten wird’s nichts mit der Öldividende. Die Rentner und Hillbillys mit Jobgarantie können die Nachfrage nicht alleine tragen.

  5. Rolf Zach sagt:

    Die Tragsäulen der Euro-Staaten, wie Deutschland, Österrreich, Frankreich und Italien sowie Schweden, Korea und Japan sind die weltweit führenden Ausrüster der Produktionsmittel aller anderen Länder und sie sind auch damit der Vorreiter der Energiewende. Der Import von Energie wird für sie gemessen am Volkseinkommen in der Bedeutung immer geringer. Die Energiewende wird sich trotz billigerem Ölpreis sich fortsetzen. Aus diesen Gründen wird der Ölpreiszerfall die günstigsten Auswirkungen nicht in Westeuropa, Japan und Korea sein, sondern in China, Brasilien und Indien. Diese Länder haben damit mehr Luft zur Entwicklung ihres Binnenmarktes.

    • Rolf Zach sagt:

      China profitiert gewaltig von Verfall des Ölpreises. Es kann auch damit seine Abhängigkeit des Wirtschaftswachstums von Weltmarkt lockern. Sein Problem sind die gewaltigen Überkapazitäten im Grundstoffbereich, wie bei Stahl und Aluminium. China produziert 300 Mio. T Stahl, der kaum abgesetzt werden kann. Ebenso ist die chinesische Alu-Produktion zu groß und weltweit wie diejenige von Japan früher in den Gestehungskosten zu hoch. Diese Probleme beeinträchtigen die positiven Effekte des Rückgangs der Erdölpreise.
      Was die Ölproduzenten wie Rußland, Saudi-Arabien und Venezuela betrifft, haben diese Staaten ihre Öleinnahmen größtenteils verschwendet.

  6. David Stoop sagt:

    Ich bin mit dem Fazit nicht einverstanden.
    Die vom Konsum abhängige Ölpreisentwicklung hat eigentlich immer eine der Konjunktur entgegengesetzte Wirkung: der Ölpreis steigt, wenn die Konjunktur anzieht, und der Ölpreis sinkt, wenn die Konjunktur einbricht. Das führt zu einer Gegenkraft, aber eben nicht zu einer eigentlichen “Öldividende”. Das ist nicht schlecht, weil von Menschen getriebene Systeme zur Übertreibung neigen und ein gewisser Bremsmechanismus notwendig ist. Der Ölpreis ist also eher eine regulierende Kraft, als etwas böses/schlechtes.

  7. Martin sagt:

    In der Schweiz ist der Markt gesättigt. Durch die Wechselkursituation wurden praktisch alle Produkte günstiger. Selbst wenn ich leicht mehr Produkte und Dienstleistungen konsumiere, gibt es in Franken gerechnet keinen grösseren Umsatz. Der Effekt wird in Schwellenländer grösser sein, da dort die Treibstoffkosten oft einen grossen Anteil ausmachen.

    • Anh Toàn sagt:

      @Martin ….da dort (Schwellenländer) die Treibstoffkosten einen grossen Anteil ausmachen”

      und wenn überhaupt und nicht gar subventioniert, Treibstoffe nur wenig besteuert werden.

      In Schwellenländern gilt noch der “Miserenindex” als Zusammensetzung von Inflation / Arbeitslosigkeit / Ölpreis.

      (In der Schweiz: Wie viel Ölpreis enthält der Preis für 2×12 Augmentin Generika aus der Apotheke für CHF 88.00? Die Miseren sind hier andere als der Ölpreis)

      • Martin sagt:

        Subventionierten Treibstoff gibt es meist nur in Ländern mit Erdölforderung. der Staat spart dort die Subventionen verliert jedoch insgesamt das er weniger an Erdöleinnahmen hat, die steuern auf Erdöl könne auch nicht erhöt werde da sonst noch weniger verkauft werden kann..Im Gegensatz dazu sind bei den importierenden Länder die Steuern pro Liter und bleiben stabil. Der Anteil der Steuern am Endpreis erhöht sich. Da gleichzeitig der Preis sinkt ist die aber egal.

        • Maiko Laugun sagt:

          Als konkretes Beispiel: Zu meinen Zeiten in Saudi Arabien (2008-2012) bezahlte ich pro Liter Benzin zwischen CHF 0.80 u. CHF 0.10 (je nach Octan-Zahl). Trinkwasser war auch spott-billig, jedoch immer teurer als der Sprit.

          • Maiko Laugun sagt:

            Korrektur: Zwischen 8 und 10 Rappen pro Liter, (Nicht “CHF 0.80 u. CHF 0.10”) dies bei konstant bedienten Tankstellen.

  8. Anh Toàn sagt:

    Ölkonsumenten reagieren nur zögernd, Ölausfuhrländer reagieren relativ rasch.

    Kann also die Ölpreisdividende für den Preiszerfall überhaupt schon eingetreten sein? Irgendwie scheint mir bei den ökonomischen Modellen der Faktor Zeit nicht berücksichtigt. Klar gibt es Ersparnisse, meine Frage ist da nur, wann: Der durchschnittliche CH-Mieter hat noch keine Nebenkostenabrechnung erhalten, welche auf den tieferen Heizölpreisen basiert, er weiss noch nicht von seinen Ersparnissen und hat gleichviel à cto bezahlt.

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