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Vier Rätsel der Weltwirtschaft

Tobias Straumann am Mittwoch den 24. Februar 2016
NMTM

Kostet die Automatisierung weniger Arbeitsplätze als befürchtet? Testdrohne von Amazon. Foto: Keystone

Wir leben immer noch im Ausnahmezustand: Der Konjunkturzyklus hat seinen Höhepunkt überschritten, aber die Zinsen sind bereits auf null. Falls eine Rezession kommt, hat die Notenbank kaum noch Spielraum.

Daneben gibt es weitere Erscheinungen, die Kopfschmerzen verursachen. Vier Rätsel werden zur Zeit besonders intensiv diskutiert:

  1. Wir leben in einer Phase von schnellem technologischem Wandel. Alle, die damit zu tun haben, können nur bestätigen: Digitalisierung und Automatisierung sind daran, die heutigen Unternehmen grundlegend zu verändern. Gleichwohl sehen wir keine erhöhten Produktivitätsfortschritte in den Statistiken.
  2. In Deutschland und den USA ist die Arbeitslosigkeit relativ gering. Gleichwohl entsteht kein richtiger Inflationsdruck.
  3. Der tiefe Ölpreis hätte eigentlich das Wachstum der Weltwirtschaft ankurbeln sollen. Gleichwohl übertreffen die negativen Folgen die positiven.
  4. Eine Verlangsamung des chinesischen Wachstums sollte rein quantitativ keine grosse Rolle spielen. Der US-Aussenhandel mit China entspricht etwa einem Prozent des US-BIP. Gleichwohl versetzen die neuen chinesischen Zahlen die Anleger und Unternehmer in einen Alarmzustand.

Natürlich gibt es bei allen vier Rätseln gute Antworten. Aber sie vermögen nicht ganz zu überzeugen.

  1. Die Messung der Produktivität ist ungenau und muss revidiert werden. Einwand: Sie war schon immer ungenau. Warum sollte dies gerade jetzt entscheidend sein?
  2. In den USA ist der Anteil der Erwerbsbevölkerung immer noch deutlich unter dem Niveau der Vorkrisenzeit. Entsprechend gibt es keinen Lohn- und Inflationsdruck. Einwand: Bei bestimmten Berufen mag es immer noch ein zu hohes Arbeitsangebot geben, aber längst nicht bei allen. Dennoch sehen wir kaum Lohnerhöhungen.
  3. Die Ölproduzentenländer spüren den Ölpreisverfall schneller als die Ölkonsumentenländer, das heisst der positive Effekt kommt erst mit einer Verzögerung. Einwand: Es sind relativ wenige Ölproduzentenländer, die negativ betroffen sind. Die überwiegende Mehrheit der Länder hat einen Nettokonsum. Warum kann eine Minderheit einen dermassen starken bremsenden Effekt verursachen?
  4. China ist mittlerweile die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt. Veränderungen in China haben deshalb eine grosse Wirkung auf die Erwartungen, was zu Übertreibungen führen kann. Einwand: Dass die Erwartungen übertrieben sind, ist klar, aber damit lässt sich die geradezu panische Reaktion nicht erklären. Es müssen gute Gründe vorhanden sein für den grassierenden Pessimismus.

Vielleicht ist alles ganz anders. Ich nenne mal vier Hypothesen:

  1. Digitalisierung und Automatisierung werden völlig überschätzt. Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft, in der die personengebundenen Tätigkeiten bei weitem überwiegen. Es gibt wenig Raum für grosse Produktivitätsfortschritte. Deswegen sehen wir keine Veränderung in der Statistik.
  2. Die Inflation ist seit den 1980er-Jahren am Sinken. Das hat weniger mit der Nachfrageseite (Geldpolitik, Löhne) zu tun als mit der Angebotsseite. China überschwemmt die Welt mit billigen Waren, die immer noch billiger werden.
  3. Der tiefe Ölpreis hilft enorm. Wenn er nicht gefallen wäre, wäre das Wachstum in den USA und in Europa deutlich geringer.
  4. Die Panik ist berechtigt, weil man weiss, dass China bald die Währung erneut abwerten wird, was grosse Probleme verursachen wird. Die Vorstellung, dass China schon längst daran ist, das ökonomische Modell umzubauen, ist schönfärberisch. China ist immer noch voll im Exportmodus und wird es bleiben. Deutschland und Japan haben es auch nie geschafft, ihre Fixierung auf den Exportüberschuss aufzugeben.

Das sind vielleicht auch keine wirklich gültigen Erklärungen. Aber es ist Zeit, die Diskussion zu öffnen und eingeschliffene Wahrnehmungsmuster aufzubrechen. Der Ausnahmezustand erfordert mehr Phantasie im Denken.

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91 Kommentare zu “Vier Rätsel der Weltwirtschaft”

  1. Linus Huber sagt:

    Vielleicht müsste der Autor sein Wahrnehmensmuster revidieren, denn …

    Warum genau sollen Produktivitätssteigerungen, welche in erster Linie den 1% zum Wohle gereichen, als positiv betrachtet werden?

    Warum genau soll Inflation (in erster Linie als Resultat einer Geldpolitik mit einem Umverteilungseffekt von unten nach oben) als positiv betrachtet werden?

    Warum genau soll nominelles Wachstum (nicht qualitatives) als positiv betrachtet werden?

    Warum genau sollen Massnahmen zur Befeuerung der inländischen Nachfrage in China als positiv betrachtet werden?

    • Linus Huber sagt:

      “Es müssen gute Gründe vorhanden sein für den grassierenden Pessimismus.”

      Vielleicht liegen die Gründe derart offensichtlich auf der Hand, dass einzig eine religiöse Indoktrination verhindert diese zu erkennen.

    • Stefan Wiesendanger sagt:

      1. Produktions- respektive Produktivitätssteigerungen sind sehr wohl als positiv zu bewerten. Nur was produziert wurde, kann verteilt werden. Die Verteilung ist zwar wichtig, aber nachrangig. Die Schweiz hat punkto Verteilung einen guten Track Record mit vergleichsweise gleichmässiger und stabiler Lohnverteilung und Anteil der Löhne am BIP.
      2. Herr Straumann bewertet Inflation in seinem Beitrag weder positiv noch negativ. Er wundert sich vielmehr über das Ausbleiben von Lohndruck bei sinkender Arbeitslosigkeit. Die Oekonomie ist es sich schuldig, dafür nach Erklärungen zu suchen.
      3. Man darf Wachstum an sich in Frage stellen. Aber warum wurde dann in den 90ern nur schon ein Zurückbleiben…

      • Linus Huber sagt:

        1. Richtig, jedoch wenn das Anreizsystem von korrupter Politik derart verzerrt wird, spielt der daraus resultierende Vorteil eine graduell immer unbedeutendere Rolle und eine unangenehme Reaktion der Bevölkerung verbunden mit nicht vorhersehbaren Konsequenzen wird immer wahrscheinlicher – siehe z.B. Trump.

        2. MDM hinterfragt das Ziel der Inflation in keiner Art und Weise, womit er es als legitimes Ziel einstuft.

        3. Sie liegen in Bezug auf Wachstum ebenfalls falsch, es geht nicht darum, ob nominelles Wachstum positiv oder negativ sein soll, sondern darum, was genau das Wohlbefinden der Gesellschaft ausmacht, respektive ob dies einzig von nominellem Wachstum abhängt.

  2. Peter Landolt sagt:

    Was anders ist, ist die Globalisierung, konkret der akuelle und vor allem erwartete Konkurrenzdruck zwischen Firmen, Laendern und Bloecken, sei es mit Guetern, Dienstleistungen oder Geldern (Nationalbanken). Das reduziert die Moeglichkeit, ueberhaupt Preise zu erhoehen, auch wenn es noch soviel Geld gibt. Die chinesische Wirtschaft hat einfach Signalwirkung fuer die heutige globale Welt. So sind wir weit weg von Inflation und Schocks von Preisen (Oel wegen Ueberproduktion) boosten die Wirtschaft nicht wirklich. Bis sich zudem ein Angebotsschock (Automation) gesamtwirtschaftlich auswirkt, geht es noch Jahre. Frueher waren das lokale Maerkte, heute ist es ein Weltmarkt.

  3. Marcel Senn sagt:

    Gemäss Fischer Vice President der FED soll die “natürliche Arbeitslosikeit” von fetten 5% in den USA möglichst weit unterschritten werden damit es endlich Inflation gibt. (nur ob das mit 8.50 $ Jobs gelingen wird — zweifelhaft!!)
    Fischer: “The world is an uncertain place sometimes more uncertain than at other times – and all
    monetary policymakers can really be sure of is that what will happen is often different from what we currently expect.”

    • Marcel Zufferey sagt:

      Sehr guter Kommentar: Der Ökonom und Nobelpreisträger Paul A. Samuelson (1915- 2009) hat einmal gesagt, dass billige Menschen dazu gezwungen sind, billige Produkte zu konsumieren- genau so ist es! Mit 8.50 $-Jöblis lässt sich eine Inflation genau so wenig herbeiführen, wie mit 1Euro-Jobs und anderen prekären Beschäftigungsverhältnissen! Überhaupt die die berüchtigte Lohn-Preis-Spirale heute in unseren globalisierten Volkswirtschaften völlig überschätzt!

  4. Peter Colberg sagt:

    Meines achtens ist der Abschwung der Europäischen Wirtschaft, und zu einem geringeren Grad auch der in den USA und Kanada, eine logische Folge der systematischen Verlagerung der wertschöpfenden industriellen Produktion Richtung Schwellenländer, vor allem seit Ende der 80er Jahre, und ein damit einhergehender Verlust der globalen wirtschaftlichen Hegemonie des Westens, und des Transfers von Fachwissen in vielen Bereichen, der diese für uns essenzielle Hegemonie markant unterstützt hat. Ein weiterer entscheidender Grund ist die Tatsache der rapide alternden Gesellschaft, wo die zum Erhalt eines angemessenen Wachstums notwendigen Geburtenzahlen markant fehlen.

  5. Markus Schneider sagt:

    Ich habe da ganz eine andere Erklärung: Die Statistiken sind falsch. Systematisch gefälscht. Idealerweise werden alle paar Jahre die Erhebungsgrundlagen geändert, damit die Zahlen überhaupt nicht mehr vergleichbar sind. So geschehen beim Warenkorb, so geschehen bei den Arbeitslosenzahlen. Was für einen Mist musste ich da letztens lesen? Die gegenwärtigen Schweizer Arbeitslosenzahlen seien annähernd so hoch wie während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren usw. usw. Ich will da gar nicht näher darauf eingehen. Umgekehrt haben die Unternehmen (so wie Deutschland innerhalb der EU) doch längst kein Interesse mehr, ihre echten Zahlen auszuweisen, wenn andere nur ans Abrahmen denken.

    • Marco Idol sagt:

      Herr Schneider, sie habne den Nagel auf den Kopf getroffen. In unserer Fake-Gesellschaft geht’s doch nur immer nur darum, den leider vielfach gutglaeubigen, manchmal auch naiven Leuten weiss zu machen, was sie zu tun oder zu erwarten haben. Es geht leider heute schon lange nicht mehr um der Sache Wille. Einziger Treiber ist immer nur die kurzfristige Arbitrage von Gewinnmoeglichkeiten, dazu ist jedes Mittel recht. Mal wird eine Statistik frisiert, mal wird eine Studie herumgebogen, mal werden Grenzwerte angepasst, mal werden Meinungen geaendert (siehe R. Noser mit dem Gotthardtunnel) usw. mit dem einzigen Zweck Vorteile zu erhaschen. Wir haben die Kritikfaehigkeit fast gaenzlich…

  6. Marcel Senn sagt:

    Es liegt vermutlich auch an der historisch hohen Verschuldung von rund 300% des Welt-BIP für die im Gesamtschnitt nach wie vor um die 4% Zinsen bezahlt werden müssen (vor allem in Schwellenländern und für Privatschulden) und die fressen einen Grossteil des Nachfragepotentials weg.
    Diese Gelder führen ab nicht zu mehr Produktivität sondern zu Asset Inflation v.a. Immobilien mit der Folge dass die Mieten noch teurer werden und die Mieter, aber auch Häuschenabzahler noch weniger Geld in der Tasche haben.
    Der Zinseszinskapitalismus stösst bei so hohen Verschuldungen selbst bei Tiefstzinsen wie in der CH oder Japan irgendwann an seine Grenzen und die Inflation bleibt so eben auch aus.

    • Hügli sagt:

      Danke! Schön gibt es Menschen, welche die Ursache erkennen und benennen statt über deren Auswirkungen zu streiten! Ein Schneeballsystem funktioniert eben nur solange sich immer mehr Teilnehmer finden lassen. In Fall der Weltwirtschaft wären das die Schuldner. Es kommt der Punkt an dem die meisten Staaten verschuldet sind, die meisten Bürger im geliesten Auto rumfahren, und in Hypothekenbelateten Häusern leben. Wer bitte soll nun den, in diesem System nötige Anstieg der Gesamtverschuldung, weiter treiben?

  7. Kristina sagt:

    Industrielle Revolution kann gerne von der Digitalen Revolution lernen. Einfach Parameter anpassen nicht vergessen. Einer für gelebte Solidarität wäre fantastisch. Also dort wo Drittjobs die Familiensippe noch unterhalten müssen oder die Wohnung unbezahlbar geworden ist. Ziel wäre Synchronität. Gewinne adäquat und zeitnah zu verteilen. Drittjobs werden nötig wenn Gewinne nicht mehr alle erreichen. Ich nenne es die schiefe Ebene der Umverteilung. Potential kennt nur eine Richtung, denkt optimistisch und schwenkt zu Mikroökonomie und Qualität.

  8. Kristina sagt:

    Humorvoll könnte unser Zeitalter das Zeitalter der Krücke heissen.

  9. Albert Muri sagt:

    1. Komplexität, die man sich durch die Digitalsierung einhandelt, ist teuer und aufwendig und frisst mögliche Produktivitätsfortschritte wieder auf. Wird so nicht gesagt, weil sonst das Milliardenbusiness der IT in Gefahr kommt.
    2. In den USA hat Reagan die Arbeitslosenstatistik wertlos gemacht, in Deutschland Schröder. Zudem fiel der prozentuale Anteil der Lohnarbeit am Volkseinkommen drastisch und wo Massenarmut herrscht, gibt es auch keine “Lohn-Preis-Spirale”
    3. Die US/Saudis wollen den Russen schaden, Preis unwichtig
    4. Es sei eine populär-polemische Unwahrheit, dass Staaten letztlich vom Wegräumen ihrer Handelsbarrieren profitierten (P.Samuelson): wenn China wackelt, kommt es…

    • Marcel Senn sagt:

      Muri: Einspruch
      1. Im Jahre 2000 kostete ein nicht besonders leistungsstarker Laptop Fr. 2000 und mehr – heute gibts einen mind. 5x leistungsstärkeren schon für Fr. 500-600 — unter dem Strich bekommt man also gegen 20x mehr Leistung fürs Geld!
      2. Die US Arbeitslosenstatistik ist sehr ausgefeilt – es gibt 6 Arbeitlosenstatistiken von U1 bis U6 – offiziell wird jeweils U3 gemeldet — aber in Sachen Statistik sind die Amis gut dabei!
      3. Die Saudis und Emirate machen Powerplay vor allem gegen die US-Fracking/Shale Industrie – die Russen sind dabei ein Kollateralschaden
      4. Mit TTIP etc werden indirekt noch mehr Handelsrisiken aufgebaut (meist zugunsten der grossen Konzerne)

      • Albert Muri sagt:

        Senn, Replik:
        1. Gemeint waren die Spareffekte in Unternehmensbilanzen, nicht bei Privathaushalten. Hier geht für das neue IT-Gerümpel mit teurem externem Service oft mehr Geld weg als eingespart wird.
        2. http://www.tampabay.com/news/hard-numbers-the-economy-is-worse-than-you-know/473596 – das Original im Harper`s ist auf die Schnelle nicht mehr auffindbar
        3. Esi ist es eine schlichte Widerholung der 80er, nur dass Russland zum Glück keine UDSSR ist (auch wenn das unsere NATO- Propaganda hartnäckig behauptet)
        4. Paul Samuelson sollte Schwergewicht genug sein

        • Marcel Senn sagt:

          Muri. Das müsste man von Projekt zu Projekt anschauen — sicher gab es grosse Flops (z.B. beim Bund etc), aber auch IT Projekte die trotz teuerem Service wirtschaftlich rentabel sind.
          2. Gut der Artikel ist schon sehr alt und ich kenne die Problematik bei GDP, AL Messung nur zur Genüge – es wird dort viel getrickst – z.B. dass seit neustem auch Prostitution und Drogenhandel ins GDP aufgenommen wurden in der EU um die Schulden etwas tiefer in % erscheinen zu lassen und Wachstum vorzugaukeln und noch 1000 andere Tricks!
          3. ich glaube der tiefe Oelpreis liegt am Boom in den USA und die Saudis wollen Marktanteile sichern
          4. Samuelson habe ich auch mal durchgeackert,aber d.ist…

          • Marcel Senn sagt:

            …von mir aus gesehen Mainstreamökonomie — es sind eben genau z.B. die mit Samuelsen kondiionierten Oekonomen die dann dummdämlich behaupteten die Finanzkrise 2008 sei nicht voraussehbar gewesen!
            .
            Ich halte mich lieber an Oekonomen wie Hyman Minsky, William White u.a. die eben auch die Effekte von hoher Verschuldung, Rolle der Zentralbanken und modernen Finanzinstrumenten (die finanziellen Massenvernichtungswaffen) in ihre Modelle einfliessen lassen — denn das sind die aktuellen Realtiäten. Samuelsen war sicher in den 50er Jahren ein Top-Oekonom, aber einige Theorien sind falsch/veraltet – aber an den Hochschulen wird der immer noch gelehrt als wären wir in den 50er Jahren…

    • Albert Muri sagt:

      Senn, Quadruplik (tut mir leid, war gestern den ganzen Tag offline):
      3. Warum sollte ich den Medien abkaufen, dass die USA vor allem ihre eigene Wirtschaft ins Visier nimmt, um das alte Ölbusiness zu schützen? Die Oligarchie dort ist immer bereitwillig beiseite gerutscht und hat sich glänzend arrangiert, wenn Neue an den Trog kamen. Die Gründe jedoch, den Russen schaden zu wollen, sind massiv: sie haben ihnen auf der Krim bei ihrem gefährlichen Full-Spectrum-Dominance-Unsinn empfindlich auf die Finger geklopft und sie versenken den Blutsbrüdern aus Saudiarabien gerade deren Kriegspläne gegen den Iran.
      4. Nordhaus wendet sich ja gegen seine Anhänger von der “Zombie Economics”,Zit…

      • Albert Muri sagt:

        pardon, Samuelson 🙂 Seine Makro-Einführung mit Nordhaus zusammen hatte ich auch im Studium und gerade daher ist es doch bemerkenswert, dass er sich spät, aber entschlossen, gerade gegen seine seine zahllosen Adepten gestellt hat. Paul Krugman nennt die aktuell leider immer noch herrschende, monetär basierte Neoklassik sehr schön “Zombie Economics”, aber das trifft es leider nur halb: sie ist ideologische Flankierung für einen globalen, destruktiven Raubzug der Oligarchie, bei der Sklavenarbeit in Entwicklungsländern eine wichtige Rolle spielt – weswegen mögliche Nachteile von linientreuen Lehrstuhlblockierern immer geleugnet werden.

        • Marcel Senn sagt:

          Muri: Ob jetzt die offensive Oelpreisstrategie aus oelmarktpreispolitischen Gründen erfolgt oder aus geostrategischen wie Sie behaupten – das kann ich nicht abschliessend eindeutig beurteilen. Fakt ist auf jeden Fall, dass in der auch von Washington meist indirekt sehr hoch subventionierten Fracking/Shale Oil Industrie sehr viel Geld (Capex) flöten gehen wird. Der Baker Hughes Rig count fiel von Dez. 2014 von 1550 auf gestern noch 400! Und die Amis verlieren nicht gerne einfach so viel Geld (und auch Jobs)
          Betreffend des globalen Raubzuges der Oligarchie sind wir uns glaub weitgehend einig.

  10. Alain Surlemur sagt:

    1) Die Produktionsfortschritte werden durch höhere Bürokratiekosten und Steuern überkompensiert
    2) Arbeitslosenraten werden aus politischen Gründen gnadenlos kleingerechnet. Beachtet man statt Unemployment die Labor Force Participation Rate wird das offensichtlich
    3) Die Ölpreissenkungen werden durch hohe Steuern auf Erdölprodukten relativiert bzw durch neue Ökösteuern konterkariert.
    4) China hat viele Kapazitäten auf Vorrat aufgebaut. Auch bei einer massiven Abschwächung der Investitionen wären diese auf viele Jahre hinaus ausreichen.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Surlemur: Randbemerkung zu 4):
      A) Aktuell nimmt bei uns in China die Anzahl der Online Besteller massiv zu. Alles was im Haushalt gebraucht wird – inkl. Kleider – wird nur noch online bei *Tao Bao* (gehört zum bekannten *Alibaba*) bestellt und frei Haus geliefert, bei gleicher Qualität, jedoch billiger, teilweise massiv billiger. Das macht das jeweils lokale Kleingewerbe (oftmals Familienbetriebe) kaputt.
      B) Investitionen im Inland (Ankurbelung Binnenwirtschaft) werden schon lange getätigt, teilweise aber in gewaltigen Projekten, die sich langfristig erst noch beweisen müssen und schon jetzt enorme Schuldenberge inkl. Konkurse (auch private) verursacht haben.

  11. Rolf Zach sagt:

    Zusatzfrage, wie ist es mit den Handys in den Entwicklungsländer in Afrika und Lateinamerika? Hat dies das dortige Wirtschaftswachstum erheblich oder nur marginal gefördert?

    • Stadelman Reto sagt:

      Kommt darauf an. Waffenlieferungen dürften dank Handys wesentlich einfacher koordiniert werden können…
      Kleiner markaberer Scherz bei Seiten. Ohne die nötige Infrastruktur kann ein Smartphone sein Potential gar nicht entfalten. Zudem kommen die wirklich nützlichen Apps erst jetzt langsam auf den Markt.

    • Anh Toàn sagt:

      Smartphones sind in Schwellenländer der Internetzugang für die Massen. Kaum jemand besitzt einen Computer.

      Bereits die VoIP Kommunikation mit im Ausland lebenden Familienangehörigen ist eine wesentliche Bereicherung. Dazu wird häufig Übersetzungssoftware auf dem Handy verwendet, um mit einem Ausländer zu kommunizieren.

      Bei uns hat das Smartphone das Internet (nur) mobil gemacht. In Schwellenländern ermöglicht das Smartphone den Zugang zum Internet. Und damit zu Information.

      Eigentlich kautet die Frage, ob das Internet das Wirtschaftswachstums wesentlich oder nur marginal beeinflusst. (Man könnte sagen, da wir alle in Blogs schreiben, zwar wesentlich aber negativ)

      • Stadelman Reto sagt:

        Das Smartphones den Schwellenländern überhaupt erst den Internetzugang ermöglichen überrascht mich irgendwie. Es passt nicht so recht in meinen Kopf, das ein Land zwar nur Feldwege hat, aber eine 3G Mobilfunkverbindung… Danke für die Information.
        Über den Einfluss der IT auf die Wirtschaft wird schon länger diskutiert. Wenn Sie es nicht schon kennen, empfehle ich mal kurz nach “IT doesn’t matter” zu suchen. Die grundsätzliche These finde ich zwar falsch. Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist Carrs Behauptung eher effekthascherisch als logisch begründet, denn seine Beispiele lassen sich auf praktisch jeden Wirtschaftszweig anwenden. Dennoch eine interessante Behauptung.

        • Anh Toàn sagt:

          Bis technische Neuerung tatsächlich in praktischen Anwendungen nutzbar werden, dauert es lange: Die ersten vierzig Jahre der Automobilgeschichte kam man mit schmutzigen Händen, nach einem Reifenwechsel unterwegs, am Ziel an. Bereits vor 20 Jahren wurde vom papierlosen Büro geträumt, von den Möglichkeiten dezentraler Arbeitsorganisation (homeoffice, und home ist überall auf der Welt): Seit diesem Jahr kann die MWST Abrechnung digital eingereicht werden, der Brief-)Post geht langsam die Arbeit aus, langsam setzt sich durch, was eigentlich bereits vor zwanzig Jahren möglich war: Weil sich die Technik schneller ändert, als die Menschen, die Generation dafür brauchen.

        • Anh Toàn sagt:

          Warum sollte ein Schwellenland kein 3G Netz haben? Für das Recht, die entsprechende Infrastruktur aufbauen zu dürfen, zahlen Mobilfunkkonzerne sogar….Nur in extremen Diktaturen gibt’s kein funktionierendes 3G Netz.

          Smartphones haben gegenüber Computern in Schwellenländern noch einen Vorteil: Deren Bedienung geht viel intuitiver, auch wenn sich die Betriebssysteme von Computern dem annähern.

          • Stadelman Reto sagt:

            Ich bin fälschlicherweise davon ausgegangen, dass ein funktionierendes 3G Netz eine andersweitig funktionierende Infrastruktur voraussetzt. Strassen, Wasserleitungen und Stromnetz. Das alles ist aus meiner eigenen Sicht die Voraussetzung bevor man 3G einführt. Macht ja auch irgendwie Sinn. Aber naja, da wurde ich wohl von der Realität überholt und zwar etwa so wie ein Citroen Deux Chevauxvon einem Ferarri auf deutschen Autobahnen.

    • Markus Ackermann sagt:

      @Zach
      Ein sehr erfreuliches Bsp ist m-pesa
      https://en.wikipedia.org/wiki/M-Pesa#Regulation_and_KYC_rules
      1. … and guess what:
      Regulationen (Geldwäschereibestimmungen) machen m-pesa das Leben schwer: Wie soll man im afrikanischen Busch die Kunden so gut verifizieren, wie man es in der Schweiz am Bankschalter oder in der Bijouterie muss?
      Geht gar nicht. Also wäre dies das Ende des empowerments der Armen
      Ausweg: Ausnahme-Lizenz
      2. NB:
      In allen Staaten mit vielen Armen gibt es selbstverständlich ein grosses Drogen-Problem. Denn man nimmt ja u.a. deshalb die Drogen, um die Misere kurzfristig zu verdrängen

      • Anh Toàn sagt:

        Drogenabhängigkeit gibt es, wie Sie behaupte ich es einfach mal ins Blaue, in reichen Staaten mehr als in armen. Genauso wie religiöse Verblendung übrigens (Seintolotsi z.B). Es wird in reichen Staaten weniger als Problem wahr genommen, man kann in reichen Ländern Probleme “handeln”, die Alkis liegen nur ausnahmsweise unter einer Bücke, die USA sperrt Drogenabhängige einfach möglichst lange weg. Wie viele der Ü50 Arbeitslosen sind eigentlich Alkoholiker, und wo liegt die Kausalität dazwischen, und warum behauptet niemand, die Finanzkrise, sei eigentlich ein Kokainproblem gewesen?

    • Marcel Senn sagt:

      Zach: Ich habe hier im “Entwicklungsland” Uruguay den billigsten Internetplan (ca. Fr. 21 Monat) mit 50 Giga Download und 10 Giga Upload — bald das ganze Land hat Glasfaserkabel, jeder Primarschüler einen einfachen Laptop vom Staat und auch älteren Menschen soll der Zugang zu Internet mit Kursen etc . erleichtert werden!!
      .
      Ihre abschätzige Bemerkung über Entwicklungsländer in Lateinamerika trifft allenfalls für ganz wenige Länder in Mittelamerika zu —- wir sind Schwellenländer und wir leben hier auch nicht auf den Bäumen und ernähren uns auch nicht ausschliesslich von Bananen!
      Alles klar Herr Zach???

  12. Guido Biland sagt:

    Die digitale Revolution steht erst bevor. Immer mehr Prozesse im Dienstleistungssektor werden durch intelligente Software ausgeführt. Es wird immer weniger Backoffice- und Frontoffice-Angestellte benötigen, welche die intelligenten Systeme bedienen. Zudem erleben wir eine rasche Verbreitung des “Internet of Things”. Das Internet der Dinge liefert die Datenbasis zur Steuerung von immer mehr Prozessen durch Computer. Die digitale Revolution wird den 3. Sektor massiv durchschütteln. Wir werden nicht nur den Abbau von Jobs im grossen Stil erleben, sondern eine Transformation des Stellenmarktes in einen Freelancer-Markt. Die Einkommen werden sinken.

    • Stadelman Reto sagt:

      Diese Befürchtung teile ich. Ich nenne das dann aber Neofeudalismus. Ohne gesicherte Arbeitsstelle wird der modernen westlichen Gesellschaft eines ihrer wichtigsten Standbeine entzogen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das ist eine relativ einseitige Sicht auf die heutige Entwicklung. Es ist zwar korrekt, dass Standardprozesse im Dienstleistungs- und IT-Bereich immer effizienter und automatischer werden, was kurz über lang den einfachen “Sachbearbeiter”, der ein wenig Copypasta im Excel-Topf anrührt, komplett überflüssig machen dürfte. Andererseits führt gerade die Entwicklung und die zunehmende Vernetzung von Geräten dazu, dass umso mehr Leute benötigt werden, die das Know-how und die Algorithmen mitbringen, um die riesigen Datenmengen sinnvoll prozessieren, analysieren und nutzen zu können.

      • Christoph Bögli sagt:

        Wie in der Industrie werden die Arbeitsplätze nicht unbedingt weniger, sondern einfach anspruchsvoller. Was natürlich seitens der Arbeitnehmer zu Gewinnern und Verlierern führen wird und die Segregation der Arbeitswelt in qualifizierte Stellen und prekäre Dienstleistungsjobs noch verstärken dürfte. Wie sich das auswirken wird ist aber letztlich einmal mehr eine Frage der gesellschaftlichen und gesetzlichen Antwort. Es ist keineswegs ein Naturgesetz, dass von Produktivitätsgewinnen durch Automatisierungen nur die Unternehmen und ihre Besitzer profitieren müssen..

  13. Stadelman Reto sagt:

    Ich habe vier weitere Hypothesen.
    1.1. Die Digitalisierung (Automatisierung) ist zwar eine Realität, aber Arbeitskraft wird immer billiger. Wozu also weiter in diese investieren?
    1.2. Eine konsequente Automatisierung fordert darüber hinaus Anpassungen von der Gesellschaft. Stichwort: Standardisierung. Und unsere Wirtschaft geht dahingehend ganz andere Wege. Wir leben luxuriös, also sind Standards nicht gefragt sondern angepasste Sonderlösungen.
    2. Die Geldschwemme fliest in den Finanzmarkt und nicht die Realwirtschaft. Das Geld kommt gar nicht bei den Massen an.
    3. Die Finazwirtschaft steuert “die Krisen”, nicht die Realwirtschaft. Der Ölpreis hat an Aussagekraft verloren.

    • Stadelman Reto sagt:

      Es mag jetzt ein bisschen nach “Verschwörungstheorie” klingen. Aber ich vertrete ganz klar die Meinung, dass eine Wirtschaft in der sich das Kapital so einseitig angesammelt hat, gar nie richtig aufblühen kann.
      Es gibt viele Gründe für “die Rätsel der Weltwirtschaft”. Aber meiner Meinung nach ist einer der Hauptgründe, dass die angewendeten Wirtschaftsmodelle für den Merkantilismus nicht funktionieren. Und genau dahin kehren wir zurück. Und dass soll jetzt kein Angriff auf die bösen staatlichen Eingriffe sein. Ganz im Gegenteil hat der “freie Markt” sich selbst gezielt kannibalisiert, wodurch so eine Entwicklung unausweichlich geworden ist..

    • Rolf Zach sagt:

      Kann man auch sagen, daß seit 1973 die Inflation so bekämpft wurde, daß der Einkommensanteil des Mittelstandes und der unteren Funktionselite (Ingenieure, Ärzte, Rechtsanwälte etc.) nicht nur stabilisiert, sondern sogar reduziert wurde. Ein Zeichen davon ist der stetige Asset Price Bubble, vor allem bei Landsitzen und Kunstschätze. Wir besteuern nicht den Konsum der oberen Zehntausend und diese hat keine Lust in die Realwirtschaft zu investieren, weil weder der staatliche noch der private Konsum der Mittelschichten wächst.
      Ich hätte gerne von Ihnen erläutert, wenn möglich mit Beispielen, was sie mit der Verhinderung des Produktivität-Fortschritts
      durch fehlende Standardisierung meinen.

      • Stadelman Reto sagt:

        Mit fehlender Standardisierung meine ich die fehlende Effizienz bei sich schnell verändernder Harware oder Software. Der andauernde Anpassungsdruck führt dazu, dass wir oftmals nur bedingt effizient arbeiten können und buchstäblich mehr Zeit und Geld in das erneute lernen und die Fehlerbehebung stecken müssen als in die eigentliche Arbeit.
        Standardisieren wir aber Abläufe auf höheren Leveln als nur Industrienormen, könnten wir viel mehr Arbeiten automatisieren. Das ist heutzutage aber so gut wie unmöglich. In den 50zigern machte das vielleicht noch Sinn bei der rasend schnellen technologischen Entwicklung. Aber heute?

      • Stadelman Reto sagt:

        Grundsätzlich sehe ich das mit der Funktionselite und auch der Einschätzung des Asset Price Bubble genau gleich wie sie. Die Realwirtschaft lohnt sich einfach nicht…
        Ich will desweitern anfügen, dass meine Überlegung hinsichtlich der Standardisierung nicht wirklich ausgereift ist.
        Ich denke, am besten erkläre ich was ich damit meinte, in dem ich Japan als Beispiel anführe. Will Japan bei gleichbleibender Migrationspolitik und der jetzigen demographischen Lage keinen wirtschaftlichen Einbruch erleben, wird es die Automatisierung massiv ausbauen müssen. Das was nötig ist, um die Wirtschaft noch weiter zu automatisieren, dürfte genau die Standardisierung sein die ich meine.

        • Anh Toàn sagt:

          @Stadelmann Reto “Standardisierung”

          Ich glaube, was Sie generell beschreiben, ganz konkret bei meiner Tätigkeit zu erfahren: Ich will Buchhaltungen von KMU’s (eher kleinere als mittlere Unternehmen) kostengünstig anbieten. Dazu ist Standardisierung notwendig. Viele Kleinunternehmer haben aber ihre Gewohnheiten / Routinen und auch Vorstellungen, wie ihre Buchhaltung zu erstellen ist. Ich vergleiche dann gern mit Autos, und sage, ein Golf befriedigt alle Ihre wirklichen Bedürfnisse, wenn Sie ein individuell für Ihre Bedürfnisse gebautes Fahrzeug wollen, müssen Sie es halt bezahlen. Dann bekommen Sie (wenig) mehr, aber für ein Vielfaches der Kosten.

          • Stadelman Reto sagt:

            Ja genau das meine ich. Ich beobachte das eben bei meiner Arbeit ebenfalls. Es sind nicht die Standardlösungen die Zeit brauchen, sondern die vielen Sonderwünsche. Ein SAP System zum Beispiel könnte recht einfach eingerichtet werden. Aber mit all den Sonderwünschen die Kunden haben, dauert das nicht nur länger, sondern das System verliert auch immer stärker die Fähigkeit, einfach mit anderen Systemen zu interagieren.
            Für die Automatisierung ist das pures Gift. Und für die Einfachheit auch. Die Menschen müssten sich hier dem System anpassen. Anfangs ist das mühsam, erleichtert danach das Leben aber ungemein. In der IT gilt eben der Grundsatz “gegen den Strom schwimmen” nur bedingt.

          • Anh Toàn sagt:

            Ganz genau: Die Kunden bekommen häufig gar nicht wirklich mehr, wenn sie ihre Sonderwünsche durchsetzen, den einmalige Lösungen bergen immer unbekannte Risiken, und damit unkalkulierbare Kosten. Aber die Marketingabteilung sagt: Du sollst den Kunden nicht belehren, er hat Recht. Immer.

  14. Daniel Wigger sagt:

    Die Gesellschaft befindet sich immer noch im “Krisenmodus”: Privater Konsum ist nicht kohärent mit dem Aufwärtstrend, Vermögen wird in 1000-Frankennoten investiert anstatt es als wachstumsstärkendes Sparkapital auf einem Konto zu belassen, wichtige Anschaffungen werden aufgeschoben. Öffentlicher Konsum ist immer noch schwach, weil die Staaten immer noch in der Krise sind (zumindest in Europa). Unternehmen sind auch auf Sparflamme, weil sie noch nicht wissen, wie siich die Wirtschaft weiter entwickelt, Investitionen werden verschoben. Investoren reagieren irrational und vermuten immer noch eine Krise, weshalb sie sie damit fördern. Es ist also alles in allem eher ein psychologisches…

    • Rolf Zach sagt:

      Warum bringt man die Pferde nicht zum saufen? Scheuen sie die Farbe des Wassers (Psychologie!) oder ist das Wasser ungenießbar und gefährlich? Ich bin nach wie vorher ein Anhänger von Keynes in diesem Zusammenhang und der gezielten Förderung von Multiplikator-Effekten.

      • Daniel Wigger sagt:

        Weil die Pferde scheuen! Es wird zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung. Wenn jeder glaubt, dass wir in der Krise seien, sind wir in der Krise. Weil die Mehrheit der Marktteilnehmer sich mit dem Konsum und dem Verbrauch zurückhalten. Der Vorteil dieses Krisenmodus ist, dass sich keine oder weniger Blasen bilden können. Wären die Konsumenten in Stimmung, hätten wir bei Null- oder Negativzins längst eine Inflationsspirale, mit Immobilienpreisen im Himmel und alles auf Pump.

  15. Arthur Furter sagt:

    Wir werden Ihre Sorgen im globalen Wirtschaft Kartell Ausschuss besprechen. Weitere Fragen?

  16. Guido Biland sagt:

    Bei These 1 liegen Sie falsch. Die digitale Revolution steht erst bevor. Immer mehr Prozesse im Dienstleistungssektor werden durch intelligente Software ausgeführt. Es wird immer weniger Backoffice- und Frontoffice-Angestellte benötigen, welche die intelligenten Systeme bedienen. Zudem erleben wir eine rasche Verbreitung des “Internet of Things”. Das Internet der Dinge liefert die Dataenbasis zur Steuerung von immer mehr Prozessen durch Computer. Die digitale Revolution wird den 3. Sektor massiv durchschütteln. Wir werden nicht nur den Abbau von Jobs im grossen Stil erleben, sondern eine Transformation des Stellenmarktes in einen Freelancer-Markt. Die Einkommen werden sinken.

  17. Marcus Degonda sagt:

    Vielleicht ist ja die ganze Ökonomie nur ein Modell und hat nichts mit der Realität zu tun. Für mich ist die Ökonomie die aktuell wichtigste Religion unserer Gesellschaft. Da geht es um Glauben. Götter, Priester und Hohepriester hat es genug, Tempel und Kirchen auch, Gläubige sowieso.
    Übereinstimmungen des Ökonomie-Modells mit der Realität sind nicht viel grösser als bei den Religionen. Auch der Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiungen ist vorhanden (auch bei den Propheten gibt es einige Übereinstimmungen mit den Religionen).

  18. Roland Steiner sagt:

    Die Einkommen der unteren und mittleren Einkommensklassen steigen nicht gleichwertig wie die Einkommen der oberen Einkommensklassen. Das Geld wird immer mehr von den Reichen abgeschöpft. Dabei wird aber vergessen, dass eine gesunde Wirtschaft auch Konsumenten braucht, die es sich leisten können die Produkte zu kaufen. Leider sind aber die wirtschaftlichen Führer zu sehr auf den kurzfristigen, eigenen Gewinn konzentriert. Dabei vergessen sie, dass ihre Unternehmen immer auch gesammtheitlich in einer Weltwirtschaft betrachtet werden sollten. Ford hat es vor Jahrzehnten gezeigt. Leider ist dieses Denken heute fast nicht mehr zu finden.

    • Bernhard Aeppli sagt:

      Sehr guter Kommentar Herr Steiner.
      Das mittelfristige und vernetzte Denken, zusammen mit dem Bewusstsein, in einem Ganzen eingebunden zu sein, geriet und gerät wohl nach wie vor massiv unter die Räder.

  19. Roland Steiner sagt:

    Die Bürokratisierung hat überall zugenommen. Die Staaten greiffen mit immer neuen Gesetzten und Regeln immer mehr in das Leben ein. Dies braucht Arbeitskräfte, ohne dass die Produktivität zunimt. Somit wird die Zunahme der realen Produktivität wieder durch zusätzlichen bürokratischen Aufwand kompensiert.
    Die Sozialindustrie wird immer mehr ausgebaut. Immer mehr Fachkräfte und Akademiker sind in diesem Teil der Wirtschaft tätig. Gleichzeitig fehlen aber gut ausgebildete Fachkräfte in der produktiven Wirtschaft. Unser Wohlstand aber basiert hauptsächlich auf der produktiven Wirtschaft. Der Rest der Wirtschaft ist nur Umverteilung.

    • Markus Ackermann sagt:

      @Steiner
      Buffet: Price is what you pay, value is what you get.
      D.h.: Der value hängt nicht vom Preis ab, sondern von den künftigen, abdiskontierten cash streams.
      Das Wachstum der Wirtschaft entwickelt sich entlang einem längerfristigen Trend-Korridor. EIN Grund dafür ist ein schedule of marginal efficiency for new investments (Keynes, General Theory, Kap. 13).
      Eine Gurke wächst immer gleich (schnell + gross). Der Gärtner kauft Wasser, um sie zu bewässern. Wenn das Wasserwerk einen zusätzlichen Buchhalter einstellt, muss dessen Lohn auf den Wasserpreis umgelegt werden. Der Gärtner kann die Gurke aber nicht teurer verkaufen (cash streams), FALLS der Wettbewerb dies nicht zulässt

      • Rolf Zach sagt:

        Oft ist es aber so, daß das staatliche Wasserwerk dem Gärtner das Wasser zu variablen Kosten zur Verfügung stellt und für die Investition und sogar für einen Teil der Abschreibung dem Konsumenten nichts berechnet. Kalkuliert die Stadt Zürich eine 7 % Verzinsung ihrer Investition in ihr Wasserwerk bei der Rechnung für ihre Kunden ein? Die Stadt Wien hat ja bekanntlich bestes alpines Quellwasser (nichts aus der Donau!). Was würde geschehen, dieses Wasserwerk würde privatisiert und eine solche Verzinsung von 7 % würde in der Rechnung einkalkuliert? Ich glaube die Wiener wären sicher nicht mehr gemütliche Menschen.
        Eine öffentliche Infrastruktur, größtenteils gratis da, hat enormen Einfluß.

      • Markus Ackermann sagt:

        @Zach
        1. Ja, der Gärtner zahlt mit dem Wasserpreis auch die umgelegten Kapialkosten. Darum geht’s nicht
        2. Grundlage der Wertschöpfung ist die Arbeit (seit Adam Smith … dies im Gegensatz zum Feudalismus, wo dies vom Boden behauptet wurde).
        ABER: nur die PRODUKTIVE Arbeit, also derjenige Teil der Arbeiten (Dienstleistungen), wo der Kunde (price = cost) nachher REICHER (value = cash streams) wird als vor der Transaktion.
        Und genau diese Unterscheidung machen die Transaktionskosten (Coase, Williamson, Ostrom): Die Arbeiten von Buchhaltern und Anwälten etc. machen Gärtner nicht reicher, sondern halten im besten Fall für den Zahlenden einen status quo fest – kosten aber immer Lohn

      • Markus Ackermann sagt:

        Wir haben also eine Wirtschaft mit immer weniger produktiven Komponenten (Gärtnern) und immer mehr unproduktiven Komponenten (Buchhalter, Anwälte etc.), die von den Produktiven (per Zwangskonsum, Regulationen) bezahlt werden müssen
        1. Irgendwann können die Produktiven dies nicht mehr leisten
        2. Und es kommt es zu Bewertungs-Tricks: das P/E wird erhöht, der Diskontsatz auf ~0% reduziert
        3. ABER:
        WEIL die Produktiven die parasitären Papierli-Wender nicht mehr ernähren können, wird das Geld aus der Zukunft geschöpft … via Schulden = vorweggenommener Konsum
        Diese Schulden sind mittlerweile oft über 300% des BIP und können weder amortisiert noch verzinst werden … und was nun?

    • Stadelman Reto sagt:

      @Steiner
      Das ist eine Huhn oder Ei Frage. Was war zuerst da? Der Staat der den Merkantilismus fördert oder superreiche Menschen die eine freie Wirtschaft sukzessive abwürgen? Oder geht beides sogar Hand in Hand? Ich sehe gründe die dafür sprechen…

    • Harry Harrer sagt:

      Herr Steiner hat recht. Es ist eine Tatsache, dass die Gesellschaft heute nur noch einen ganz kleinen Teil ihrer Ressourcen für die Produktion einsetzt. Der grosse Teil der Ressourcen wird aber dazu benutzt Regeln aufzustellen, wie die kleine Produktivität im Wesentlichen an Arbeitslose umverteilt wird. Arbeitslose bilden heute die Mehrheit der westlichen Gesellschaften. Sie haben gelernt sich geschickt als aktive Menschen zu tarnen, ausgestattet mit Vokabular und Kravatte, und kassieren mit dieser Masche für ihren Nullbeitrag hohe bis sehr hohe Löhne.

      • Anh Toàn sagt:

        Tja Herr Harrer, wir haben nun mal kein Problem damit, genügend Güter herzustellen (“Produktion”). Wie viele Fernseher und Waschmaschinen und Fahrzeuge (Auto, Motorrad, MTB, Rennrad, Bahnhofvelo, Elektrovelo) pro Person oder Haushalt braucht man? Wie viele Paar Schuhe braucht eine Frau? Bei der Oberen Mittelschicht kann man sogar fragen, wie viele Haushalte braucht man (Ferienwohnung?) Wie viele Haushalte pro Person?

        Unser Problem ist letztlich die Verteilung, wozu auch der Schutz der Arbeitnehmer und Konsumenten, des Konsums von Umwelt usw. gehören. Innerhalb bestehender Grenzen und auch global: “Wirtschaftsflüchtlinge” sind Ausdruck globaler Verteilungsprobleme.

      • Monique Schweizer sagt:

        Harry: Seien wir froh gibt es soviel Bürokratie, Leerlauf & sonstige Aktivitätsvortäuscher – wäre dem nämlich nicht so und wir hätten eine perfekte schlanke Wirtschaft/Verwaltung mit wenig bis keiner Bürokratie, hätten wir eine Arbeitslosenrate von sicher 30-40%!
        .
        Nur was wollen Sie denn mit all diesen Menschen machen – sollen die alle unter der Brücke schlafen, betteln oder gar kriminell werden? Unsere Arbeitslosenkassen sind nicht für solche Dimensionen konzipiert, die Sozialhilfe ebensowenig!
        .
        Tja Harry – ausser kontastieren, lamentieren & kritisieren kommt von Ihnen wie üblich auch nicht viel mehr….
        Was tun mit all diesen Menschen? Auch mit der DSI sind nicht alle auschaffbar…

        • Markus Ackermann sagt:

          @Schweizer
          “Nur was wollen Sie denn mit all diesen Menschen machen”
          … fragen Sie die revolucionarios in Venezuela
          .
          Ohne die Festsetzung des Werts von Arbeit (bzw. ihrer Ergebnisse) in einem Markt fehlt die Eichung bzw. der ökonomische und gesellschaftliche Kompass
          Dann bestimmt der gute Diktator (Chavez), wessen gesellschaftlicher Beitrag wieviel wert sein soll (das iustum pretium). D.h.: Wer die revolutionärsten Reden schwingt oder die politischen Gegner am besten unterdrückt und mundtot macht, der verdient am meisten
          .
          Das war im Feudalismus nicht anders. Dagegen gingen die Liberalen vor. In DIESEM Kontext war der Kapitalismus eine Befreiungsbewegung: dem Tüchtigen die Bahn

          • Monique Schweizer sagt:

            Ackermann: Nur der gute Chavez sagt inzwischen gar nichts mehr, sein Nachfolger auch bald nichts mehr!
            .
            Und selbst dem guten alten Friedrich August von Hayek war es bewusst, dass es in einem libertären System immer irgendwelche überschüssigen Ausschussmenschen haben wird – sprich Arbeitslose und um die müsse sich dann gemäss Hayek der Staat kümmern – einfach nicht zu gut, so dass sie sich nicht noch an einen Nannystaat gewöhnen.
            .
            Sie sehen unter der Strich haben sowohl Chavez als auch Hayek dasselbe Problem, obwohl sie eine diametrale Wirtschaftsphilosophie haben – wohin mit den Menschen die zwischen die Glieder der Wertschöpfungsketten fallen!
            .
            Vielleicht wissen Sie die Anwort ja…

          • Linus Huber sagt:

            “wohin mit den Menschen die zwischen die Glieder der Wertschöpfungsketten fallen”

            Das ist an sich nicht eine Frage, welche auf der hierarchischen Ebene einer Regierung zu lösen ist, sondern auf der Ebene der Familie und Gemeinde. Es geht hierbei nicht darum, was die angenehmste Lösung für die Schwachen ist, sondern darum, dass eine möglichst massgeschneiderte und der Situation einigermassen gerecht empfundene individuelle Lösung gefunden wird und kein einklagbares Recht gegenüber einer anonymen Allgemeinheit entsteht. Der so genannt Schwache taucht ja nicht aus dem Nichts plötzlich einfach auf, sondern ist in eine soziale Umgebung eingebettet.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Schweizer “Vielleicht wissen Sie die Anwort ja”
            … in sozialer Beziehung muss dies immer eine Inklusion sein,
            … bis hin (als Notnagel) zum bedingungslosen Grundeinkommen (sogar Milton Friedman befürwortete eine Auszahlung durch das Steueramt für die Armen)
            ABER:
            1. Der Sozialstaat ist an den Nationalstaat gebunden als “grössere Familie”
            2. Die Volkssouveränität (in der CH: halb-direkte Demokratie) ist dafür die ideale politische Basis. Der Souverän kann für seine Interessen selber schauen. Die Wirtschaft ist Mittel zum Zweck
            3. HEUTE kostet fast jeder Banker, Versicherungsagent oder andere Papierli-Wender mehr als ein Sozialhilfeempfänger, wobei die Produktivität ~gleich ist

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: die Gemeinde ist ja dann auch wieder der Staat – einfach auf Gemeindeebene und man kann auch noch auf der Strasse geächtet werden — als Sozialhilfeempfänger werden sie sozial eh ausgegrenzt – in der CH zumindest – haben mir schon ein paar SoHi-Empfänger bestätigt, als Arbeitsloser auch — kenne es aus eigner Erfahrung — nix da von grossem sozialen Zusammenhalt – 35% Singlhaushalte, 33% Zweipersonenhaushalte in der CH, dazu die vielen Scheidungen!!! Es gibt nur für einen Teil aller Armen ein soziales Netz und was bitte sind massgeschneiderte Massnahmen – spezifizieren Sie bitte ewtas!
            Jeder für sich alleine und Gott gegen alle und der Staat muss das dann wieder halbwägs…

          • Monique Schweizer sagt:

            Ackermann: Einverstanden — mal schaun im Juni wieviel JA das BGE bekommt…wenns 35% sind wärs schon viel.
            In der Theorie sollten Volksentscheide die besten Lösungen bringen, in der Praxis bin ich mir da nicht so sicher, wenn ich die sehr emotionalen Entscheide bei der MEI aber auch jetzt bei der DSI so anschaue. Die meisten Wähler haben sich keine fundierten Gedanken gemacht was das alles für Konsequenzen haben wird – diese leeren Versprechungen von mehr Sicherheit und dass alle ausgeschafft werden.
            Die MEI könnte sehr teuer werden bei Wegfall Bilaterale (obwohl die Befürworter die garantierten!!)
            Die DSI würde mit 9000 neuen Polzeikräften, Auschaffungszellen etc ca 2.3 Mrd kosten pa

          • Linus Huber sagt:

            Ja, je stärker man die sozialen Bereiche auf eine höhere hierarchische Ebene hebt, desto höher ist der Verwaltungsaufwand der sogenannten Papierli-Wender (Sozialindustrie), welche in sich wenig Wertschöpfung schaffen, jedoch die Regeln aus Eigeninteresse weiter zum Ausbau dieser Bürokratie beeinflussen. Die Demokratie hat die Tendenz sich Richtung Sozialismus zu entwickeln, da es sich angenehm anfühlt, wenn dem Staat unangenehme Aspekte des Lebens übertragen werden können, wobei die damit verbundene Dynamik aufgrund kurzfristiger Denkweise grundlegende Prinzipien verletzt und schlussendlich in einer Sackgasse endet. Das Erkennen der Sackgasse führt zur gegenwärtigen Verunsicherung.

          • Linus Huber sagt:

            @ Monique

            “Es gibt nur für einen Teil aller Armen ein soziales Netz”

            Sicherlich ist dies heute der Zustand, aber genau dies ist ja das Resultat verfehlter Politik, welche die sozialen Netze auf tiefer hierarchischer Ebene zerstörten. Normale Mode of Operation des Staates, indem ein Problem scheinbar gelöst wird um ein noch viel grösseres zu kreieren.

            Bei DSI geht es immer weniger um deren Inhalt, sondern immer stärker um die allgemeine Unzufriedenheit mit der politischen Elite, welche sich weltweit zum Handlanger der 0,1% umfunktionierte und vergessen hat, wem sie in erster Linie zu dienen hat.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Schweizer
            “Die meisten Wähler haben sich keine fundierten Gedanken gemacht was das alles für Konsequenzen haben wird”
            So können Sie sich selber qualifizieren.
            Wenn Sie das von anderen behaupten, dann disqualifizieren sich gleich selber: von wg “keine fundierten Gedanken gemacht”.
            Meine Erfahrung ist eine andere: fast immer hatte der Souverän mit seinen Entscheiden recht … und zwar insbesondere dann, wenn er anders entschied, als ich es tat.
            .
            Sozialhilfe ist keine Hängematte. Es ist heute zwar ein Recht, auf das man Anspruch hat. Diese Vorstellung entlastet zwar von Druck, ist aber nicht per se zielführend, z.B. bei den young urban poor (von der Schulbank in die Sozialhilfe)

          • Monique Schweizer sagt:

            Huber: In einer zunehmenden Ueberflussgesellschaft andauernd von mehr Wertschöpfung zu reden ist irgendwie schon ziemlich zynisch — selbst Sozialhilfeempfänger können sich schon manchmal Lachs bei der Caritas leisten, müssen die Menschen noch ein 3. oder 4. Auto haben, oder die Teenager in Zufkunft mit 12 anstatt nur 5 Einkaufstüten voller Billigkleider aus Bangladesh kommen, die sie teilweise nie im leben anziehen?
            Sich von der Werbung noch mehr Bedürfnisse auschwatzen lassen? Alle 6 Monate das neuste Handy?
            Aber alles was Sozialarbeit, Altenpflege etc ist in ihren Augen nur wertlos!
            Die einzig echte Wertschöpfung ist für uns alle ein würdiges möglichst mangelfreies Menschenleben!

          • Monique Schweizer sagt:

            Ackermann: Ja ich habe mir doch über die DSI einige Gedanken gemacht, die Kriminalstatistik 2014 studiert, die BfS Simulation etc etc. Auch was sowas kosten würde, wieviel neues Polizeipersonal benötigt wird, wieviele Menschen und für welche Delikte betroffen sein würden.
            Und was das staatspolitisch bedeuten würde, dass Gesetzesartikel in die BV kommen,
            .
            Bei der Initiative kenne ich mich schon sehr sehr überdurchschnittlich gut aus. Falls sie angekommen wird, werden wohl wenigstens noch ein paar fette Ueberraschungen auf die CH warten (wie bei der MEI schon) dass es sauteuer und nicht unbedingt viel sicherer wird wenn die nichtrückführaren Outlaws (z.b Afrika) um die Blöcke ziehen!

          • Linus Huber sagt:

            “Aber alles was Sozialarbeit, Altenpflege etc ist in ihren Augen nur wertlos!”

            Nein, das wahre Gegenteil trifft zu, denn man degradiert diese menschlich positiven Attribute der Empathie und des Altruismus bei deren Zentralisierung auf die Stufe wirtschaftlicher Interessen.

            “Die einzig echte Wertschöpfung ist für uns alle ein würdiges möglichst mangelfreies Menschenleben!”

            Es darf und kann nicht Aufgabe von Regierungen sein, dieses Ziel weltweit zu verfolgen, sondern die Regierungen sind der eigenen Bevölkerung verpflichtet, ansonsten sie ihre Existenzberechtigung verlieren.

            Richtig, die Sozialhilfe ist keine Hängematte, sondern ein systematisches Problem.

          • Linus Huber sagt:

            Vielleicht sollten wir die Diskussion hier auf eine philosophische Ebene heben. Das Leben beinhaltet grundsätzlich Risiken, was Teil des Lebens sein muss. Es liegt im menschlichen Bestreben diese Risiken zu minimieren, indem er sich vorsichtig verhält. Natürlich ist es angenehm und liegt wohl auch in der menschlichen Natur, Risiken auf die Allgemeinheit zu verlagern z.B. in der Form unterschiedlichster Formen von Versicherungen. Ich habe damit grundsätzlich kein Problem, jedoch müssen wir uns in hoher Bescheidenheit alle bewusst bleiben, dass zwangsmässige Umverteilungsmechanismen aufgrund der von uns nicht vorhersehbaren Konsequenzen mit hoher Vorsicht anzuwenden sind.

          • Anh Toàn sagt:

            Mann, ist das geil, wie bescheiden ich bin!

          • Anh Toàn sagt:

            Es gibt keinen Gott ausser dem freien Markt.

            *Die Sozialhilfe ist ein systematisches Problem”

            Ja, ich bin schon lange für eine Endlösung der Sozialhilfeempfänger, um das systematische Problem der Sozialhilfe zu beseitigen.

          • Anh Toàn sagt:

            Diese Sozialhilfeempfänger sind ja selber schuld, wenn die keine Familie haben, die ihnen hilft. Tut dies die Allgemeinheit, werden nicht nur die hehren Prinzipien der Eigenverantwortlichkeit untergraben sondern der freiwillige Altruismus verhindert: Werden wir gezwungen zu helfen, dürfen wir nicht mehr freiwillig helfen, und werden darum sündig, und die, welche Hilfe brauchen, bemühen sich nicht selber, und werden darum auch Sünder. Am besten ist allen geholfen, wenn niemand hilft, dann wird das Prinzip nicht verletzt und der freie Markt macht, dass alles gut wird.

            Am Besten, man nimmt keine Flüchtlinge auf, der Platz im Boot bleibt frei, für Flüchtlinge.

          • Anh Toàn sagt:

            Das Leben ist grundsätzlich wie ein Kinderhemd wusste meine Oma, kurz und verschissen, der Huber weiss, daran ändert man höchstens mit grösster Vorsicht etwas, weil Prinzipien verletzt werden damit.

          • Linus Huber sagt:

            Die in einer Gesellschaft funktionell als Parasiten agierenden und das gesellschaftliche System stark beeinflussenden Menschen besitzen schwerlich höher liegende menschliche Qualitäten als der Durchschnitt der Bevölkerung.

            Die graduelle Entmenschlichung der Gesellschaft, indem die Menschen immer weniger sich auf ihre eigenen auf Prinzipien basierenden menschlich positiven Attribute beziehen, sondern verstärkt zunehmend bevormundet, überwacht durch und auf Druck des Staates handeln, erzeugt ein mulmiges Gefühl.

            Prinzipien bestehen um den kurzfristig orientierten Fokus auf Annehmlichkeiten zulasten von z.B. der nächsten Generation zu verhindern.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber “Die in einer Gesellschaft funktionell als Parasiten agierenden und das gesellschaftliche System stark beeinflussenden Menschen besitzen schwerlich höher liegende menschliche Qualitäten als der Durchschnitt der Bevölkerung.”

            Ja warum sagen Sie denn, was diese Parasiten nicht besitzen (höher liegende menschliche Qualitäten)?

            Formulieren Sie positiv, beschreiben Sie diese Parasiten als minderwertig (tiefer liegende menschliche Qualitäten haben die). Haut die tot, die tun nur kosten die £Parasiten und haben nur tiefe menschliche Qualitäten.

          • Anh Toàn sagt:

            Diese Parasiten führen sogar dazu, dass wir als Gesellschaft entmenschlicht werden.

            Also diese Parasiten machen uns zu Zombies oder Tieren:

            Ich finde Sie zum Kotzen Herr Huber, Ihre Kommentare strotzen vor Widerlichkeiten, und ich bin überzeugt, Sie verstehen ganz genau, was für widerliches Zeugs Sie absondern: Scheisse stinkt weniger.

          • Anh Toàn sagt:

            Das sind ja keine Menschen, das sind Parasiten, Parasiten zerquetscht man, ohne mit der Wimper zu zucken.

          • Linus Huber sagt:

            Es ist vital für die kontinuierliche Herrschaft des Staatsapparates, dass sie Legitimität und Unantastbarkeit aus der Sicht der Bevölkerung geniesst und es ist vital zu jener Unantastbarkeit, dass Politiker und Bürokraten als selbstlos und einzig zum Wohle der Bevölkerung handelnd gelten. Daher sind diejenigen, welche inhaltlich gegenteilige Analysen anstellen, anhand von Schlagwörtern wie z.B. Verschwörungstheoretiker, Paranoider, antisozial, widerlich etc. zu diskreditieren, ansonsten dieser für die Obrigkeitsgläubigkeit notwendige geheimnisvolle Nimbus sich entzaubern könnte.

          • Anh Toàn sagt:

            Bitte erstellen Sie eine Liste gemäss der Wertigkeit der jeweiligen menschlichen Attribute:

            Bauarbeiter
            Bundesrat
            Occassionshändler
            Steuerbeamter
            Unternehmer der Waffenindustrie
            Devisenhändler
            Kindergärtner
            Sozialhilfeempfänger
            Adjudant oder Instr. Off in der Armee
            Rentner
            Ingenieur
            Historiker

            Wer hat die höchsten, wer die tiefsten menschlichen Attribute?

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: “dass sie Legitimität und Unantastbarkeit aus der Sicht der Bevölkerung geniesst und es ist vital zu jener Unantastbarkeit, dass Politiker und Bürokraten als selbstlos und einzig zum Wohle der Bevölkerung handelnd gelten.”

            Kompletter Nonsense:

            Politiker repräsentieren die Bevölkerung, das Wort bedeutet, dass sie “typisch” sind für die Bevölkerung, diese darstellen. Sie behaupten ex contrario, diese seien minderwertig, nennen diese Parasiten und ich und manch anderer wie @Rolf Zach würden glauben, die seien höherwertig, selbstlos, und da ich es glaube, bin ich doof.

            Und Sie sind der Held, der den von Ihnen erfundenen Nimbus entzaubert.

          • Anh Toàn sagt:

            Ich finde widerlich, dass Sie glauben, die menschlichen Qualitäten, Wertigkeit als Mensch, anhand von Berufen messen zu können, und gewissen Menschen deren menschliche Wertigkeit absolut absprechen, diese ganz generell einzig auf Grund deren Tätigkeit für den Staat als Politiker, oder auch als Kindergärtner oder Geriatriepfleger oder Controller eines Kantonspitals, als “Parasiten” bezeichnen, deren Ziel es ist, sich mittels Beraubung der Gesellschaft zu bereichern, auch um Macht, und dafür sogar bereit sind, die Gesellschaft zu entmenschlichen.

          • Anh Toàn sagt:

            “Prinzipien bestehen um den kurzfristig orientierten Fokus auf Annehmlichkeiten zulasten von z.B. der nächsten Generation zu verhindern.”

            Prinzipien werden angeführt, wenn es für etwas keine Argumente gibt. Prinzip ist ein mindestens so schlagkräftiges Argument wie Tradition.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: ich hielt lange Zeit Zuhälter für Menschen mit “schwerlich höher liegende menschliche Qualitäten als der Durchschnitt der Bevölkerung.”: Bis mich Prosituierte belehrten, dass Zuhälter ihre Bedürfnisse in ihrer realen Welt befriedigen, diese seine schlicht Dienstleister, manche besser, andere schlechter. Naja, inzwischen denke ich, was für Zuhälter gilt, gilt wohl auch für Politiker oder CEO’s,

  20. Thomas Hartl sagt:

    «Digitalisierung und Automatisierung werden völlig überschätzt» – Absolut einverstanden. Nicht nur die Auswirkung auf unsere Dienstleistungsgesellschaft wird überschätzt, sondern auch die reale Geschwindigkeit des Fortschritts. Vergleicht man die letzte Dekade mit den Veränderungen, welche die Einführung des PC in den 80-er bewirkt hat, oder das Internet in den 90.er, so leben wir heute in einer eher langweiligen Welt. Es gibt eben einen Unterschied zwischen dem, was Unternehmen und Medien als revolutionäre Neuerung herausschreien, und dem, was in unserem Leben tatsächlich eine produktive Veränderung bewirkt. Der Boom der sozialen Netzwerke der letzten Jahre gehört eher nicht dazu.

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