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Die grosse Negativzins-Angst

Markus Diem Meier am Freitag den 12. Februar 2016
A man walks past an electronic stock board showing Japan's Nikkei 225 at a securities firm in Tokyo, Tuesday, Feb. 9, 2016. Asian markets tumbled Tuesday as renewed jitters about the global economy set off a wave of selling in banking stocks. (AP Photo/Eugene Hoshiko)

Die japanische Notenbank senkte ihre Zinsen in den negativen Bereich, doch es half wenig: Ein Mann vor dem japanischen Börsenindex. Foto: Eugene Hoshiko (Keystone)

Noch vor kurzem galten Negativzinsen als unmöglich. Jetzt führt eine Notenbank nach der anderen sie ein. Das ist ein wichtiger Grund für die Angst um die Banken.

Noch im Dezember hat die US-Notenbank zum ersten Mal seit fast 10 Jahren ihren Leitzins um 0,25 Prozent erhöht. Die Normalisierung nach der Finanzkrise von 2008 schien eingeleitet. Knapp zwei Monate später sieht die Welt komplett anders aus. Die Aktien stürzen weltweit ab, Ängste um die Konjunktur dominieren, und von einer Normalisierung ist keine Rede mehr. Im Gegenteil: Die Angst ist gross, dass Notenbanken weltweit die Zinsen in den negativen Bereich senken.

Die Schweiz hat es bereits getan, ebenfalls Dänemark, Japan und die Europäische Zentralbank. Die Schwedische Reichsbank hat ihren Reposatz erst gestern von –0,35 Prozent auf –0,5 Prozent gesenkt. Die Europäische Zentralbank hat bereits Signale gegeben, dass auch sie noch tiefer gehen könnte. Gestern hat das auch SNB-Chef Thomas Jordan der Zeitschrift «Bilanz» erklärt.

Einen deutlichen Hinweis darauf, dass sie nicht die Einzigen bleiben werden, hat ungewollt die japanische Notenbank geliefert. Als sie ihre Zinsen am 29. Januar erstmals ebenfalls in den negativen Bereich senkte, ist die Landeswährung zwar anfänglich wie erwartet gesunken. Denn immerhin sind dadurch Anlagen in Yen weniger attraktiv geworden. Im Bestreben, die eigene Währung möglichst zu schwächen, liegt ein entscheidendes Motiv für diese Geldpolitik – erklärtermassen auch in der Schweiz. Doch in Japan ist der Effekt kurz darauf verpufft, und der Yen hat seither tüchtig zugelegt. Die Grafik unten (Quelle: Interactive Data) zeigt den Kursverlauf am Preis des Dollars (ein billigerer Dollarpreis in Yen bedeutet eine Aufwertung der japanischen Währung):

NZ-Blog_Japan

 

Die Erwartung, dass letztlich alle grossen Notenbanken mit den Zinsen ins Minus gehen, liefert eine Erklärung für die nur kurze Zeit anhaltende Abschwächung der Währung. Japans Negativzinsen werden dann durch das gleiche Vorgehen in der übrigen Welt neutralisiert.

Selbst in den USA sind Negativzinsen nicht ausgeschlossen. Als Fed-Chefin Janet Yellen an ihrem gestrigen Hearing vor dem Kongress darauf angesprochen wurde, meinte sie zwar, dass eine erneute Zinssenkung oder sogar Negativzinsen in nächster Zeit unwahrscheinlich seien. Doch sie sagte auch, sie sehe keinen Grund, der sie von Negativzinsen abhalten könnte, wenn es denn notwendig würde. In den US-Wirtschaftsmedien wird jedenfalls bereits intensiv darüber debattiert, welche technischen und rechtlichen Möglichkeiten das Fed dafür genau habe.

Die Erwartung weiter sinkender Zinsen zeigt sich schliesslich auch in den Langfristzinsen, die weltweit in den letzten Wochen erneut deutlich gesunken sind. Die erste der beiden folgenden Grafiken zeigt das anhand der Rendite von 10-jährigen Staatsanleihen der USA, die zweite anhand jener von Deutschland als Kernland der Eurozone:

NZ-Blog_US-Zinsen

(Quelle obige Grafik: Fred-Datentool des Fed von St. Louis, untere Grafik: Bloomberg)

NZ-Blog_GER-Zinsen

Auch dass Notenbanken das Halten von Bargeld einschneiden wollen, wie jüngst in Deutschland, passt zum Gesamtbild. Denn das ist fast die einzige Möglichkeit, um Negativzinsen auszuweichen. Eine andere ist der Kauf von Gold; kein Wunder, legte dessen Preis jüngst tüchtig zu, wie die folgende Grafik zeigt: (Quelle: Interactive Data)

NZ-Blog_Gold

Die Aussicht auf eine Welt, in der alle wichtigen Zentralbanken negative Leitzinsen ausweisen, ist für Banken der wahre Horror. Auch ein Grund, der den Börsensturz ihrer Aktien erklärt. Schon jetzt ist es den Banken beinahe unmöglich, im für sie zentralen Zinsdifferenzgeschäft Geld zu verdienen: also mit dem Zinsunterschied von ausgeliehenem und entgegengenommenem Geld. Mit Negativzinsen wird alles noch viel schlimmer, denn die Kosten für das Halten von Geld geben die Banken ihren gewöhnlichen Kunden nicht weiter, sodass entweder ihre Marge noch weiter schrumpft – oder sie die Kredit- oder Hypothekarzinsen erhöhen, was die Wirtschaftslage weiter dämpft und damit das Gegenteil dessen bewirkt, was Notenbanken erreichen wollen. (Hier eine Schritt-für-Schritt Herleitung des Mechanismus.) Weil Negativzinsen bedeuten, dass niemand Geld auf einem Konto halten will, steigt auch die Gefahr hoch riskanter Anlagestrategien und damit das Risiko für die Finanzmarktstabilität.

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149 Kommentare zu “Die grosse Negativzins-Angst”

  1. Linus Huber sagt:

    the major reasons why economists can be completely out of touch with their public image, as well as how they should do “science”, and why their discipline is so ripe for criticism (most of which they are unaware of). 🙂

    https://unlearningeconomics.wordpress.com/2013/10/23/18-signs-economists-havent-the-foggiest/

    Empfohlene Lektüre für MDM und seine Kollegen.

  2. Markus Ackermann sagt:

    Aktuell liest man in der FaZ eine Fortsetzung des Blog-Beitrags:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mayers-weltwirtschaft/wie-geht-es-der-weltwirtschaft-herr-mayer-wacklige-banken-14081529.html
    “Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden. Wie bei der Energieversorgung aus der Kernkraft müssen wir bei der Geldversorgung aus dem Kreditgeldsystem aussteigen … Gegenwärtig bereitet die Vollgeld-Initiative in der Schweiz eine Volksabstimmung zur Abschaffung des Kreditgelds vor. … Da die Geldschaffung unabhängig von der Kreditvergabe der Banken erfolgt, können diese weitgehend sich selbst überlassen werden … Die Steuerung der Zinsen durch die Zentralbank entfällt”

    • Maiko Laugun sagt:

      Mit dieser Initiative wird ein gigantisches too big to fail Institut auf die Beine gestellt. Ach so, Nein, habe ganz vergessen, dass gefühlte 99% davon ausgehen, dass die SNB Geld aus Luft schöpfen kann, ein Perpetuum Mobile sozusagen. Dann speilt es auch keine Rolle, wenn dieses Institut von nur 3 Entscheidungsträgern geführt wird, welche ja auch persönlich nie zur Rechenschaft gezogen werden müssen, da Luft ja gratis ist, zumindest heute noch. Seltsam nur, dass die National Bank of England zu einem umgekehrten Schluss kam, nämlich dass eine Nati nicht unbeschränkt Geld kreieren kann.

      • Linus Huber sagt:

        @ Maiko

        Ich frage mich ebenfalls, inwiefern jene, welche verantwortlich für das Geldsystem zeichnen und es aufgrund der Verletzung grundlegender Regeln wussten an die Wand zu fahren, wirklich mit noch mehr Macht ausgestattet werden sollten. Vielleicht wäre es besser, dass die Zentralbanken einzig für M0 (Bargeld) zuständig wären und jegliche staatliche direkte wie indirekte Subvention des Kreditgeschäfts vollkommen unterbunden wird, sodass der Preis des Geldes (Zinsen) sich wieder normalisieren kann. Ich denke nicht, dass ein Mehr an Zentralplanung die Lösung sein kann, sondern ein Loslassen und eine Bereinigung der erzeugten Ungleichgewichte.

        • Markus Ackermann sagt:

          @Huber
          Mein Wunsch wären (als zusätzliche Option zu den heutigen Banknoten aus Papier) zu 100% mit Gold gedeckte virtuelle Banknoten, die die SNB jederzeit zum Tageskurs in physisches Gold wechseln muss.
          Ich meine damit keine neue Kreditkarte, sondern CHF, die genauso wie unsere heute schon im Einsatz stehenden Banknoten anonym von Hand zu Hand und per Telekommunikation transferiert werden können (nennen wir dies meinetwegen CHF-bitcoins)
          Papierbanknoten würden weiter bestehen, aber Kreditkartenorganisationen würden verdrängt (konkurrenziert).
          Die Bargeld-Position in der SNB ist relativ klein, also kein Problem für die SNB. Bitcoins sind mind. so fälschungssicher wie Papiernoten

          • Linus Huber sagt:

            Ein Vorstoss für einen Goldfranken wurde vor ein Paar Jahren im Parlament lanciert und wurde natürlich abgeschossen, aber ich teile Ihre Meinung, dass nicht beliebig manipulierbares Geld der Gesellschaft viele positive Aspekte bietet insbesondere einen höheren Grad an individueller Freiheit und Frieden.

    • Markus Ackermann sagt:

      @Laugun + Huber
      1. Die Situation HEUTE ist für uns alle völlig unhaltbar geworden: too big to fail
      2. Die einzige Währung, die NICHT FIAT ist, WÄRE Gold. Aber alles Gold (=Würfel von ~20m Kantenlänge) würde kaum reichen, um die Liquiditätsbedürfnisse selbst von nur wenigen Volkswirtschaften abzudecken
      3. Mit dem Geldmonopol der SNB ist die CH während JAHRZEHNTEN sehr gut gefahren. Die Kreditschöpfung und damit die Geldschöpfung findet AKTUELL tatsächlich fast nur virtuell VIA EDV DER BANKEN statt
      4. Richtig, mit einem Verfassungsartikel ist erstmal nur ein Auftrag ans Parlament erteilt. Am Ende des Tages hängt alles an einer intelligenten Umsetzung. Das Gesetz untersteht dem fak…

      • Markus Ackermann sagt:

        … Referendum

        • Linus Huber sagt:

          “Mit dem Geldmonopol der SNB ist die CH während JAHRZEHNTEN sehr gut gefahren.”

          Sicher doch und nicht nur die SNB, jedoch ist dies genau die Periode, während welcher sich global die hohen Ungleichgewichte bildeten und der Finanzsektor in Tandem mit dem Kreditvolumen überproportional wuchs, ein Umstand, welcher kürzlich selbst die BIS als Negativum erkannte. Die Idee, dass es zu wenig Gold gäbe, um es z.B. als Verankerung des Geldes zu verwenden, ist eine Fiktion; der Preis spielt sich nach Angebot und Nachfrage ein; wobei sicherlich auch andere Möglichkeiten bestehen. Es ist mir bewusst, dass das Problem je länger wir warten immer schwieriger zu lösen sein wird.

        • Linus Huber sagt:

          @ Markus

          Auch Sie müssen doch erkennen, dass das Anreizsystem durch die Zentralbanken seit Jahrzehnten unter Vernachlässigung essentieller ökonomischer Prinzipien zugunsten des Finanzsektors verändert wurde, also durch genau die zentralplanende Institution, welche Sie mit noch mehr Macht auszustatten gedenken. Das Gedankengut dieser Künstler der Manipulation und Intervention hat sich überhaupt nicht verändert, sondern blüht weiterhin, wie Sie in folgendem Artikel erkennen können.

          http://www.reuters.com/article/eurozone-banks-dividends-idUSL8N15Y2JQ

          P.S. Ausmass von Zentralplanung und Bürokratie sind eng miteinander verbunden.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber Anreizsystem
            1. Ja, genauso wie die SwissMedic die bodyguards der drug dealers (Pharmafirmen) sind, ist die SNB ein Interessenvertreter (und allzu oft ein sugar daddy) der Grossbanken
            … allerdings WEITAUS weniger als die altBR EWS es war als Lobbyistin der GROSS-Banken (lex USA, too big to fail etc.): links-grün wählte und verteidigte die Lobbyistin von CS und UBS … Realsatire pur
            2. Die Aufgaben der SNB werden im SNB-Gesetz definiert. DIES ist der Ansatzpunkt für das Anreiz-System und für Änderungen deselben
            Der Mindestkurs war eine Subvention für die Exportwirtschaft
            Die Negativ-Zinsen sind eine Steuer für die Banken
            BIS JETZT ist die CH noch nicht in einer Rezession

        • Markus Ackermann sagt:

          @Huber
          Ich hab’s nicht extra nachgeprüft, sondern antworte aus meiner Erinnerung (Zach wird’s besser wissen):
          1. Bevor der Schweizer-Franken geschaffen (Speiser) und die SNB gegründet wurde, gaben Banken ihre Banknoten aus … Deckung unklar, Bankzusammenbrüche häufig. dito in den USA
          2. Aus den Privatbanken (zwecks Vermögensverwaltung) wurden Financiers der Industrialisierung: in BS der Verein von Privatbanken (SBV, Centralbahn, chem. Industrie), in ZH die Kreditanstalt (Escher, Gotthard, BBC etc.). Die Banken waren DAFÜR unabdingbar … mind. bis 1. WK, wohl bis Ende Wirtschaftwunder. Bis dahin sind wir insgesamt während Jahrzehnten recht gut gefahren
          3. Das Schlamassel begann

          • Markus Ackermann sagt:

            in den 1980iger Jahren: beim Übergang von der Industriegesellschaft in die Dienstleistungsgesellschaft. Denn nicht alle Dienstleistungen sind werthaltig => mehr Regulationen zum Zwecke des Zwangskonsums: Wäre man nach der Transaktion (Dienstleistung) reicher als vorher, würde man diese freiwillig bezahlen.
            E contrario: wo Zwang ist, verliert der Untertan Geld und Vermögen.
            Aggregiert wird das BIP so höher gepushed als der reale Wert des BIP. Die Differenz gleichen die Banken aus, indem sie Schulden finanzieren, deren Gegenwert nicht in produktive (z.B.: Kapital-)Güter investiert wird sondern in vorweggenommenen Konsum – und von diesen Schulden (d.h.: Banken) sind wir nun abhängig

          • Linus Huber sagt:

            “Die Aufgaben der SNB werden im SNB-Gesetz definiert.”

            Richtig, allerdings ist der Einfluss der vorherrschenden ökonomischen Doktrin vertreten durch die Funktionsträger einer Zentralbank massgebend mitentscheidend in deren Festlegung. Es ist aus meiner Sicht zu billig, die Fehler einzig der Politik unterzujubeln.

            “Das Schlamassel begann”

            Die Veränderung des Anreizsystems wirkt sich träge auf das Verhalten der Gesamtheit der Akteure aus. Mit dem Ersetzen des Goldstandards durch den PhD-Standard begann die erodierende und immer stärker accelerierende Entwicklung.

            Einen gesellschaftlichen Zyklus kann man schwierig evaluieren, bis sich die Konsequenzen ausgespielt haben.

          • Markus Ackermann sagt:

            Und weil die Schulden des Schuldners immer auch Guthaben von Gläubigern sind, ist ein deleveraging so schwierig, ohne dass uns alles um die Ohren fliegt.
            Aktuell haben wir neg. Zinsen auf Schulden im Umfang von 1/5 – 1/4 des Welt-BIP. Ich denke, der nächste Sanierungsfall werden die Versicherungen sein (in der CH z.B. Swiss-Life: PKs).
            Und damit sind wir bei
            – den immer geringeren Möglichkeiten der Zentralbanken: Ray Dalio “pushing on a string” (http://finance.yahoo.com/news/ray-dalio-expect-lower-returns-050100023.html)
            – einer “Planwirtschaft”
            und beim unten zit. Aufsatz von Coase, dem damals Stalins Planwirtschaft vor Augen stand
            => Die Ursache des Schlamassels als Therapie?

          • Linus Huber sagt:

            Ich glaube einen gewissen unterschwelligen Widerspruch in Ihrer Argumentation zu erkennen. Das Ausmass an Zentralplanung, welche beim Erreichen eines gewissen Punktes bewiesenermassen zum Scheitern verurteilt ist, scheint Sie nicht wirklich zu stören, respektive positionieren sich in der Argumentation öfter als Proponent dessen. Andererseits kritisieren Sie das damit einhergehende und massgebend daraus resultierende Ausmass an Bürokratie, weil Sie das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens zu verspüren scheinen.

            Können Sie mich zu diesem vielleicht einzig scheinbaren Widerspruch belehren?

          • Linus Huber sagt:

            Wenn man sich dessen bewusst ist, dass die Aussage (durch Hayek gut begründet) “in Government the scum rises to the top” einigermassen zutrifft, ist es für mich schwierig zu verstehen, dass ein mit gesundem Menschenverstand versehener Bürger von den immer mehr Macht aneignenden Regierungen, eine für die Gesellschaft insgesamt positive nachhaltige Lösung erwartet. Es gibt innerhalb der Gesellschaft immer schlechte und gute Menschen und oft ist ein einzelnes Schicksal, wie z.B. jenes von AT’s Frau, herzzerreissend; aber im grösseren Kontext waren es immer die Regierungen in ihrem Versuch des Machterhalts, welche für die schlimmsten menschlichen Desaster verantwortlich waren.

          • Markus Ackermann sagt:

            Ja, dieser Widerspruch hat folgende Bewandtnis:
            1. Es gibt die Planwirtschaft von Diktatoren. Die lehne ich ab
            2. Es gibt die Planwirtschaft, die demokratisch legitimiert ist. Diese unterstütze ich, weil die Demokratie über der Wirtschaft steht. Wirtschaft ist Mittel zum Zweck (wealth of nations = Wohlfahrt für die BürgerINNEN), Bsp.: Steuern, Umverteilung
            3. Und es gibt die Realität:
            Das Volk beschliesst eine Regulation, um einen Zweck zu erreichen. Bsp.: BVG
            DANACH pervetieren Lobbies die Regulation, um abzuzocken: Banken (Papierli-Wender) zocken pro Jahr 1% via Kosten ab, indem z.B. der Wettbewerb ausgeschaltet wird. Diese Ausbeutung macht etwa die halbe Rente aus (44 Jahre)

          • Maiko Laugun sagt:

            @MA: “DANACH pervetieren Lobbies die Regulation, um abzuzocken:..” Nein, die reichen mittlerweile fix-fertige Gesetzesentwürfe schon VORHER im Parlament ein.

          • Maiko Laugun sagt:

            “pushing on a string” … Man kann so viel Benzin in einen Auto-Tank füllen bis er überquillt. Ohne Oel läuft der Motor nicht. Ein Autofahrer mit Vitaminen mit Gehirn prüft den Oel-Stand und nicht die Benzinanzeige.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Laugun “vorher”
            Sie haben recht.In der CH haben die Versicherungen die stärkste Lobby, danach kommt die Pharma-Industrie und im 3. Rang die Banken. Abgesehen von den Anwälten sind dies die am meisten regulierten Branchen … mit den höchsten Abzockerlöhnen, was kein Zufall ist.
            Beim BVG war es allerdings so, dass die Bekämpfung der Firmen-PKs mit immer komplizierteren und kostenträchtigeren Regulationen via BR-Verordnung NACH der Einführung des BVG-Obligatoriums (per Abstimmung) erfolgte, um den Banken und Versicherungen die Anlagegelder zuzuführen, auf denen diese Papierli-Wender dann ihre Kosten abzocken konnten.
            Spätestens seit BR Metzler werden die Garantie-Zinsen gedrückt.

          • Linus Huber sagt:

            @ Markus

            Sie liegen einigermassen richtig, wenn die Demokratie noch verhältnismässig vernünftig funktioniert, wie z.B. in der Schweiz. Aber dies trifft trendmässig immer weniger in den meisten westlichen Staaten zu, indem es sich immer mehr einzig um Oligarchien im Kleide einer Scheindemokratie handelt. Und die Konditionierung geht unbeirrt weiter:

            http://www.nytimes.com/2016/02/22/opinion/getting-rid-of-big-currency-notes-could-help-fight-crime.html?ref=opinion

            NYT scheitert hier das wirkliche Übel zu diskutieren: Die zunehmende Fähigkeit von Regierungen jede Transaktion jeden einzelnen Bürgers zu verfolgen und wie die Abschaffung der 100$ Note diese Entwicklung fördert…

          • Linus Huber sagt:

            Bargeld ermöglicht die Sicherstellung der individuellen Privatsphäre und Freiheit. Alternative Zahlungsformen hinterlassen eine Papierspur. Selbst wenn die Fragwürdigkeit z.B. des Krieges gegen Drogen beiseite gelassen wird, hat Bargeld eine bedeutend wichtiger Funktion als einzig als Zahlungsmittel zu dienen, sondern offeriert eine Verteidigungsmöglichkeit gegenüber repressiven Regierungen. Der Krieg gegen Bargeld ist eine der gefährlichsten Entwicklung Richtung Repression durch Regierungen.

          • Linus Huber sagt:

            Nachdem die von der Oligarchie kontrollierten Medien erfolgreich den wohl bescheidensten und prinzipientreuesten Anwärter in 2012 (Ron Paul) ignorierten

            https://www.youtube.com/watch?v=qtDJ6Ay4QMw

            sind die Neocons mit Donald vollkommen erfolglos. Die Bevölkerung hat ganz einfach die Nase voll von diesem korrupten politischen Establishment und es handelt sich keineswegs um eine sich einzig in den USA abzeichnende Entwicklung. Obwohl Trump wie Sanders keinesfalls ideale Kandidaten sind, erzeugt der Umstand eines sich meldenden Widerstandes der Bevölkerung eine gewissen Genugtuung. Irgendwie scheinen Sie, Markus, diese Entwicklung als irrelevant zu betrachten.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber
            Die institutionalisierte Demokratie in den USA ist mittlerweile weitgehend dysfunktional (2 Wahlvereine, gesteuert durch Lobbies), wirtschaftlich verliert der Mittelstand: unqualifizierte jobs, überschuldete Uni-Abgänger, keine Berufsbildung (duales System)
            – United Health verdient glänzend (durch die Verweigerung der Bezahlung von vereinbarten KK-Leistungen)
            – die Renten sind im Durchschnitt weit unter $40’000
            – viele 60jährige haben kaum $25’000 Ersparnisse
            – Es wird alles abgelehnt, was von Washington kommt (erst tea party, jetzt Trump & Sanders).
            – Eine Präsidenten-Kampagne kostet ~1 Mia. US$
            Erstmals seit Ross Perrot hätte ein unabhängiger Kandidat (Bloomberg) Chancen

          • Markus Ackermann sagt:

            Hier noch einmal das Mechano der Ausbeutung (vulgo: Bschiss) als Illustration 1% vs 99% (Echo der Zeit 3.2.2016):
            http://www.srf.ch/play/radio/popupaudioplayer?id=f3670f8e-6fc6-4dd4-a839-ff0e44ba43f3
            Immer mehr Anwälte, Banker etc. hängen die 99% ab … nicht weil sie Genies wären, sondern weil bestimmte Berufsklassen die Regeln zu ihren Gunsten verändern: den Wettbewerb behindern.
            .
            Das war schon Adam Smith im 18. Jh. klar: “all those laws which restrain the competition to a smaller number than might otherwise go into them … are a sort of enlarged monopolies” Wealth of Nations, Book I, Chapter VII
            -> Und damit ist auch die Therapie klar: mehr Wettbewerb durch weniger Regulationen

          • Linus Huber sagt:

            Zum Link:

            Patent-Rechte sind derart ausgeweitet worden, dass sie heute wohl stärker forschungsbehindernd als -fördernd wirken. Es handelt sich um einen kostenlosen Schutz der Regierung, welche in ihrem korrumpierenden Verhalten zugunsten dieser Firmen anstelle zum Wohle der Gesellschaft handeln. Auch ohne staatliche Förderung der Forschung dürfte durch die Reduktion des staatlichen Schutzes die Innovationskraft aufgrund tieferer Eintrittshürden eine Steigerung erfahren.

            Geschützte Berufe – Einverstanden mit dem Abbau des staatlichen Schutzes

          • Linus Huber sagt:

            Finanzsektor wurde durch die indirekten Subventionen und Interventionen der Zentralbanken (staatlicher Einfluss) aufgebläht nicht aufgrund technologischer Fortschritte. Hier sehe ich den Ansatz (Steuern) eher fragwürdig und erkenne die Lösung eher in der Aufhebung dieser Subventionen.

            Das Modell der Aktiengesellschaft ist fehlerhaft konstruiert; Eigentümer (Aktionäre) müssten, solange die Firmen vor dem Gesetz natürlichen Personen gleichgestellt werden, auf persönlicher Ebene für sämtliche (nicht begrenzt durch das bestehende Aktienkapital) Verluste einer Firma zur Rechenschaft gezogen werden, was das Anreizsystem verbessern dürfte.

          • Linus Huber sagt:

            Wilhelm Röpke als Mahner und Kritiker jeglicher Form überzogener Zentralisierung, Bürokratisierung und Monopolisierung

            http://www.libinst.ch/?i=freiheit-in-vielfalt-leben-und-wirken-wilhelm-ropkes

  3. Fred Mazinaux sagt:

    Warum denken Teilnehmer hier nur “inside the Box“?
    Da negativ Zinsen schon eingeführt sind, kommt doch mit unserem“Schuldgeldsystem“ früher eher als später der Kollaps der Grossbanken etc, dadurch der Moment, “Naturgeldsystem“ Silvio Gesell’s, aufbauend auf Henry George, einzuführen(1916 Bern Hauptwerk “Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland & Freigeld”); damals mit unterstützenden Kommentaren von I.Fisher, JM Keynes u.a.
    Kollaps aber fordert, Bürger Regierungen zu zwingen Finanzinstitute nicht zu retten,aber selbst übernehmen & abwickeln& Schulden auf Naturgüter (Land Rohstoffe)aus Fiat- & Giralgeld Hebel entstanden, einfach auszuwischen & als Gemeingut zu übernehemen…

    • Marcel Senn sagt:

      Logisch sind das alles Ideen die man durchspielen könnte. Nur das Grosskapital und die Finanzindustrie werden diese Pfründe nie freiwillig hergeben – gäbe es nochmals eine Finanzkrise — die dämlichen korrupten Politiker & ZB würden vermutlich nochmals versuchen die Finanzinstitute zu retten, selbst wenn die eigenen Länder dann vollends verschuldet wären und bankrott gehen.
      Die Finanzinstitute haben die Politiker schon 2008 erpresst – wenn ihr uns nicht helft, dann wird alles kollabieren (inkl. der Politikerkarrieren) und so wurde halt “gerettet” bis zum geht nicht mehr.
      .
      Oder wie wollen Sie die Entscheidungsträger denn “zwingen”? Sehe da leider noch keinen grossen…

      • Fred Mazinaux sagt:

        @Marcel
        Danke für Ihren Kommentar! Aus seiner Sicht sind Ausreden immer am schnellsten bereit!
        Auf meinem kürzlichen Besuch in Europa, war ich riesig überrascht von was da alles kocht in den vielfältigen Bürgerbewegungen Deutschlands und Österreichs, und wie planmässig und organisiert von Geschäftsleuten, Akademikern, Künstlern, Bürokraten, Hausfrauen und Männer die zusammenkommen & dann als Aufklärungs- und Anwerbezellen das Volk durchdringen. (Die”BlockChains” werden vorbereitet!) Mir ist klar, eher früher als später wird sich da etwas ganz legal erheben, dank bestimmter Rechte nach “Grundgesetz” die das Volk bis jetzt noch nie anwenden musste. Erfassen Sie die Tragweite des…

        • Fred Mazinaux sagt:

          nehet@Marcel
          ….schon früher gegebenen Link von Steve Keen

          http://www.debtdeflation.com/blogs/2015/10/31/lecture05-why-economists-disagree-the-common-blindspot-on-the-environment/

          da sollte ja klar werden, dass die Umwälzung die schon bis 2050 stattfinden muss unmöglich ist, mit den gegenwärtigen politischen und vor allem auf wilden Fantasien aufgebauten wirtschaftlichen Systemen der “Globalisierung” und “Neuen Weltordnung”.

          Ich vertraue auf die Vernunft der geistig gesunden Menschen, und dass die ungesunden ihrem natürlichen Geschick erliegen werden.Einige Jahrhunderte sind schon noch zur Verfügung, damit Sie an Ihrem Hort komfortabel um Ihre Beobachtungen im Tagebuch zu…

          • Marcel Senn sagt:

            Fred: “Aus seiner Sicht sind Ausreden immer am schnellsten bereit!” – weiss nicht was Sie damit meinen — meinen Sie mich damit??
            Soll ja keine Ausrede sein, aber die Dominanz einzelner Individuen ausgestattet mit viel Macht und Geld war schon immer eins der ganz zentralen Themen der Menschheit – in vielen Wirtschaftsbüchern wird dieser Fakt etwas zu wenig berücksichtigt..
            .
            Und mit den globalen Schulden kenne ich mich ganz gut aus – auch in Relation zu Zinseinaufwänden und BIP Wachstum — es wird vorerst noch zu mehr Vermögenskonzentrationen resp. Verschuldung andererseits kommen. Erst wenn der Leidensdruck gross genug ist gibt es Aenderungen oder auch Bürgerkrieg.

          • Fred Mazinaux sagt:

            Marcel,
            Herzlichen Dank für Ihren Kommentar!
            Ich schätze Ihre Beiträge hier, als von den tiefsinnigsten und einsichtigsten. Doch können wir uns aber wohl auch mehr einsetzen, als nur das gespielte Spiel zu kommentieren . Wie z.B. Ideen aufzuzeigen was und wie eventuell zu ändern ist. Das könnte zu Aktionsnetzwerken führen, mit dem Aktionspotential zu frühzeitigen Vorbereitungen und vielleicht Aktionen selbst, bevor totales Chaos uns überwältigt.

          • Marcel Senn sagt:

            Fred: Besten Dank für die Blumen.
            Zuerst muss man die ganze Situation ja mal verstehen – in den Medien kommen immer nur Bruchstücke – 99% der Menschen hat wenig Ahnung von der globalen Schuldensituation, zunehmenden Vermögensungleichgewichten und Kapitalkonzentrationen, globale Effekte von Zinszahlungen, globalen Derivateeffekten etc etc.
            Ich habe mir in mühsamer Kleinarbeit dafür mal eine Weltbilanz aller Vermögen und Schulden zusammengebastelt, damit ich all die Infos irgendwie in Relation setzen kann.
            Kenne auch viele Alternativmodelle wie Gsell, Vollgeld etc etc.
            Nur die Weltrevolution wird schwierig (und vermutlich blutig) – auch Occupy ist leider wieder sang-& klanglos…

          • Fred Mazinaux sagt:

            Marcel,
            gerne geschehen. Hoffentlich verwelken sie nicht!
            So lasst uns das Mögliche suchen und tun.

  4. Rolf Zach sagt:

    Soviel ich aus den Kommentaren verstanden habe, wird viel Aufhebens über die Preissteigerungen von Immobilien und Aktien gemacht und diese in die Inflation für die gewöhnlichen Konsumgüter eingerechnet. Vergessen wir nicht die Asset Price Inflation
    basiert völlig unabhängig von der Produktion von Gütern und damit ist diese in einen Kreislauf eingebunden, der nur die Geldseite einer Volkswirtschaft betrifft und demgemäß einer Blase unterworfen ist. Erscheint sie bei Irving Fishers Quantitätstheorie des Geldes. Nicht die Bohne! Der Lieblingsökonom Minsky von der Redaktion hat ja die Instabilität der Finanzmärkte untersucht und man kann ihn gut anwenden für den Crash von 2007/2008.

    • Rolf Zach sagt:

      Der Hohepriester der Banker war ja gerade Greenspan, von dem Josepf Ackermann von der Deutschen Bank ganze Lobeshymnen schrieb und wie wurde weltweit applaudiert als die Regulationen des Finanzmarktes aufgehoben wurde durch den UBS-Lobbysten Senator Gramm vor allem mit der Aufhebung des Glass-Steagall Act von 1934. Diese Politik muss heute mühsam zurückgenommen werden und die Konjunkitur wird per Nothilfe durch die Zentralbanken gesteuert, weil die Regierungen unter dem Einfluss der Machtelite mit intellektueller Unterstützung der Funktionselite nicht bereit sind, daß gegenwärtige Steuersystem mehr zugunsten der mittleren Schichten auszurichten.

      • Rolf Zach sagt:

        Mit den Steuern ist es so eine Sache. Im Ersten Weltkrieg war es den steinreichen Österreicher, Russen, Deutsche und Franzosen lieber, dass ihre Söhne im Stacheldraht zugrunde gingen als Steuern zu bezahlen. Nun gut, reiche Österreicher und Russen konnten sich davon befreien, bei Deutschen und Franzosen war dies nicht so leicht.
        Ich lese hier immer die gleiche Philippika gegen die Bürokratie als das Übel allen Übels. Gehen wir zurück zu der nach Rousseau glücklichen Gesellschaft der Jäger und Sammler. Die Welt hätte dann nur noch 100 Mio. Menschen, was machen wir mit den anderen 6 Milliarden?

  5. Walter Fuchs sagt:

    Da die EZB mit ihrem Latein am Ende ist sind folgende Schritte geplant:

    1. Der 500 EURO-Schein wird abgeschafft – Scheinbegründung: Kriminalität, Drogen etc.
    2. Der 200 EURO-Schein, der es ohnehin nie in den realen Geldverkehr geschafft hat wird angeschafft
    3. Bargeld wird abgeschafft und für wertlos erklärt
    4. Elektronische Geldbeträge werden elektronisch “ausradiert”

    So sieht die Zukunft aus!

  6. Linus Huber sagt:

    Was hier allgemein nicht erkannt wird, handelt es sich bei diesem Ausmass geldpolitischer Massnahmen schon lange nicht mehr einzig um Währungspolitik sondern um Handelskrieg in Verwendung der Währung. Sollte das Wachstum weiter schwach ausfallen, handelt es sich bestenfalls um ein Nullsummenspiel auf staatlicher Ebene, jedoch mit dem signifikanten Nebeneffekt der weiteren Umverteilung von “unten nach oben” und dem weiteren Ausbau der sich etablierten de facto Oligarchie, während gleichzeitig die Bevölkerungen wie ein Frosch unbemerkt langsam in immer heisserem Wasser gekocht wird. “Bitte, keine Unruhe stiften, bitte schön ruhig sitzen bleiben, bitte der Obrigkeitsgläubigkeit frönen!”

    • Mark Rohner sagt:

      Wie genau funktioniert die Umverteilung? Danke für die Erklärung.

      • Linus Huber sagt:

        Danke für die Frage. Der Umverteilungseffekt wird damit erreicht, dass diese Art von Geldpolitik es erlaubt, sich mit hohem Hebel vom Rest abzusetzen. Am Beispiel des Wohneigentums in einem durch die Tiefzinspolitik produzierten Immobilienboom können Sie gut erkennen, dass z.B. der Hausbesitzer, welcher mit einer hohen Hypothek im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital, einen bedeutend höheren Gewinn erzielen kann. Zum Zeitpunkt, wenn das Dienstmädchen (Masse) jeweils solch eine Situation auch langsam erkennt und auf den Zug aufsteigt, sind die gut vernetzten “Oligarchen” bereits fleissig daran, sich dieser Anlagen vor dem Platzen der Blase zu entledigen.

      • Linus Huber sagt:

        Wenn Sie sich informieren, werden Sie feststellen können, dass in 2008 die “Reichen” für einmal auf dem falschen Fuss erwischt wurden und prozentual bedeutend höhere Verluste einfuhren als der Durchschnitt der Bevölkerung. Dies musste natürlich mit massiven geldpolitischen Massnahmen korrigiert werden, wodurch sie in den Folgejahren überproportional bevorteilt wurden und dementsprechend massiv stärker profitierten, sodass sich die Kluft weiter als je zuvor öffnete. Es handelt sich hierbei nicht um Belohnung von Risiken, sondern um die Ausnutzung von Vetternwirtschaft und durch die Politiker zugelassenen “moral hazard”, welche das System zunehmend korrumpieren.

  7. Luisa Haltner sagt:

    So und jetzt stellen wir uns einmal vor, es gibt kein Bargeld mehr. Dann können die Banken per Knopfdruck ebenfalls Negativzinsen auf Sparguthaben erheben – und siehe da – unser Erspartes ist weg. Ganz legal….

    Wir müssen aufpassen wie der Teufel, dass man uns über die Banken nicht vollkommen enteignet und zu Sklaven der Banken und einer Handvoll Reichen macht.

  8. Marcel Senn sagt:

    Ist logisch, dass bei einem globalen Schuldenleverage von aktuell ca 300% (ca 230 Bio $) zum Welt-BIP (78Bio $) die Zinslipickerei irgendwann nicht mehr funktioniert.
    Gemäss meinen Berechnungen werden auch heute noch um die 11-13% oder ca. 9-10 Bio $ des Welt-BIPs für Zinsen/ zinsähnliche Aufwendungen bezahlt, nur wenn das Welt-BIP nur noch um 3-3.5% wächst, ist es logisch, dass es jedes Jahr einen immer grösser werdenden Gap gibt.

    Nur Inflation und/oder Schuldenschnitte können uns aus diesem Dilemma führen. Neg. Zinsen und negativ Renditen sind nur eine hilflose Pflästerlipolitik – das kapitalistische Schuldkreditsystem ist einfach langsam infolge der Zinseszinsfunktion am A….!

    • Marcel Senn sagt:

      Seit 2007 dürften die globalen Schulden aller Akteure (Staaten, Provinzen, Gemeinden, Privathaushalte, non-fin Corps, fin Corps) um über 80 Bio $ gestiegen sein.
      Dieses Manko wurden kompensiert durch wieder ansteigende Immobilienbewertungen (inkl. Neubauten), erhöhte Aktienbörsenwerte, höhere Bondbewertungen infolge Tiefstzinsen, Defizit Spending der Staaten, Aufblähung der aller Zentralbankbilanzen von ehemals ca. 12% auf bald mal 30% des Welt-BiP…
      .
      Es haben sich wieder viele Phantasien an Werte kumuliert und vermutlich werden die Märkte in den nächsten 2-3 Jahren noch mehr Luft ablassen müssen – z.B. Bonds bei Defaults & Zentralbanken saugen warme Luft via neg.Zinsen & Rückkäufen ab…

    • ast sagt:

      @Senn
      Inflation wird jetzt kaum noch in genügend hohem Ausmass kommen. es sei denn man erzeugt sie künstlich über Währungsabwertung und dergleichen. Ausserdem kommt es darauf an wie man den Warenkorb zusammensetzt. In den USA zum Beispiel hat der Warenkorb nach dem System vor Clinton bemessen noch immer etwa 3% Inflation.

      PS: Ich muss immer noch über den Begriff “Helikoptergeld” lachen, zumal Bernanke und Nachfolgerinnen genau das Gegenteil davon ausgelöst haben, wie die Vermögensstatistik bei der Vermögensverteilung aufzeigt. Eigentlich ist “Helikoptergeld” inzwischen sein eigener Antipode, respektive der grösste finanz-politische Betrug der mir bekannt ist in Wahrheit eine…

  9. Rolf Zach sagt:

    Welche sind die hauptsächlichsten Gründe für diese Entwicklung zu Negativzinsen bei den Zentralbanken. Man kann es nicht genug betonen, daß es nur für die anerkannten Reservewährungen wie €, SKR., DKR. CHF und Yen gilt, bei dem $ fürchtet man ebenfalls die Einführung. Warum besteht diese Gefahr nicht beim Yuan, obwohl China den zweithöchsten Leistungsbilanzüberschuß nach Deutschland hat. Durch den Rohstoffpreiszerfall entwickeln sich alle diese hoch gerühmten Schwellenländer und steinreichen Nahoststaaten Richtung Defizit. Nur China wird noch für 2016 einen Überschuß ausweisen. Gegenwärtig gibt es nur Vertrauen für die ob genannten klassischen Reservewährungen.

    • Rolf Zach sagt:

      Man sieht also, daß die Weltliquidität einen sicheren Hafen sucht in der Eurozone, in der Schweiz und in Nordeuropa. Ob der $ sich als Reservewährung auf Platz 1 mit seinem nach wie vor riesigen Leistungsbilanzdefizit halten kann,wird sich bis 2020 zeigen. Es könnte durchaus wieder sein, daß das US-Defizit schneller wächst als der der Welthandel und die Weltfinanzierung in Dollar. Die Negativzinsen sind ein Mittel auch der Zentralbanken gegen die Spekulation, die auf diesen Verwerfungen versucht ein Zubrot zu verdienen. Der Spekulant hat zwei Seiten, kurzfristigen Gewinn abzuholen und seine Liquidität wertstabil zu erhalten. Es ist in der Regel die gleiche Person oder Institution.

      • Rolf Zach sagt:

        Der Fehler der Zentralbanken ist, daß sie nicht gewillt sind, die Negativzinsen so einzuführen, daß sie zielbewußt auf die gefährlichsten Unruheherden auf dem Devisenmarkt zielen, daß bedingt halt eine stärkere Überwachung des Devisenmarktes mit einer Devisenkontrolle. Eine Sache, die in der heutigen herrschenden Lehrmeinung und der Politik verdammt wird. Unsere SNB ist die neoliberalste aller Zentralbanken mit einem starken Hang zur Deflation und deshalb hat sie die gröbsten Maßnahmen
        bei der Einführung ihrer Negativzinsen. Sie ist die Zentralbank des Schweizer Finanzplatzes und nicht die Zentralbank des Schweizer Werkplatzes.

        • Rolf Zach sagt:

          Eine bessere Methode gegen die Spekulanten, die auch marktwirtschaftlich gerechtfertigt ist, wäre die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, gemäß den Vorschlägen des Nobelpreisträgers Prof. Tobin. Aber so etwas einzuführen ist unmöglich, alle Investmentbanker verurteilen diese als Untergang des Abendlandes und ein Rezept für die Vernichtung einer Volkswirtschaft. Dabei wäre es nur eine gesunde Maßnahme, diese Wolfsmeute teilweise mit Berechtigung abzuschlachten und ihre Größe so halten, daß sie nicht zerstörerisch wirkt.

          • Linus Huber sagt:

            Bewerben Sie sich als Zentralplaner!

          • Rolf Zach sagt:

            Natürlich, wir können es machen wie die österreichische Schule mit ihrer Politik der freien Märkte in der Donaumonarchie des Ersten Weltkriegs. Hätten sie Zentralplaner gehabt, wäre dieses Reich vielleicht erhalten geblieben. Immerhin siegten diese Mächte im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg, die am meisten Zentralplanung hatten. Deutschland hatte wohl seine Lektion aus dem Ersten Weltkrieg gelernt und hatte nicht mehr Hungertote zu Hunderttausenden wie im Ersten Weltkrieg.
            Aber trotzdem wurde es auch auf wirtschaftlichem Gebiet, trotz einer grundlegenden schwächeren Position schlecht geführt mit einer miserablen Zentralplanung im Gegensatz zu USA und UK. Quelle J.K. Galbraith.

          • Linus Huber sagt:

            Sicher doch, richten wir am besten gleich eine mit hohem Planungsbedarf ausgestattete Kriegswirtschaft ein, denn die Funktionselite wird sicherlich einen Weg finden, diesen anzuzetteln um vom Ausmass der Korruption und Inkompetenz abzulenken.

  10. Anh Toàn sagt:

    Wer hat Angst vor Negativzinsen?

    – Die Sozialhilfeempfänger?
    – Die Mieter?
    – Die Hyposchuldner?
    – Die mit dem Sparbüchlein, welche sich früher immer im Januar den Zins von ein paar hundert CHF eintragen liessen.

    Oder anders gefragt:

    Bei wem sind Zinserträge wesentlicher Teil des Gesamteinkommens?
    Bei wem sind (waren?) Zinsaufwände wesentlicher Teil der Ausgaben?

    Oh, die Banken haben Angst. Jöh!

    • Nicolaj sagt:

      Ihnen ist aber schon bewusst, dass vor allem die AHV, sowie die Pensionskassen in Zukunft massive Probleme bekommen werden, wenn die Negativzinsen bestehen bleiben? Da sind unsere Banken das kleinste Problem.

    • Rolf Zach sagt:

      Die Einführung der Negativzinsen wurden in der Schweiz weltweit am schlechtesten eingeführt. Bei uns müssen die Pensionskassen bluten und nicht zum Beispiel die zweitklassigen angelsächsischen Investmentbanker-Spekulanten bei der CS.
      Die sind wertvoll und müssen wie ein Säugling bemuttert und gesäugt werden.

    • Anh Toàn sagt:

      @Nicolaj

      Die AHV leidet im Ausgleichsfonds, ist aber im wesentlichen ein Umlageverfahren und damit nicht direkt von Zinsen betroffen.

      Bei den PK liegt die Sache anders, aber die Frage bleibt, was höhere Zinsen mit der Bewertung derer Immobilien, dem Zinsaufwand dafür, soweit ich weiss, haben in der Schweiz selbst PK’s Hypos auf ihren Immobilien, derer Aktien in den Büchern machen. Und Zinsanstiege verursachen zuerst mal auch noch Verluste auf die länger laufenden Anleihen.

      @Rolf Zach: Warum wird der Freibetrag, für den die Nati den Banken keinen Negativzins verrechnet, nicht auf die gesetzliche Reserve beschränkt, statt auf ein Vielfaches (20!!!) davon?

      • Rolf Zach sagt:

        @Anh Toàn Die Pensionskassen muß man schliesslich in Interesse der Volkswirtschaft belasten. Es ist von Vorteil, daß diese inaktiven Alten möglichst wenig kriegen. Es wird ja überall geschrieben, die AHV und sogar die Pensionskassen ruinieren mit Bosheit unsere liebe Volkswirtschaft. Die Nationalbank ist die Versorgungsanstalt dieser gefräßigen Spekulanten-Kinder, deren egoistische Freßsucht unter allen Umständen gewahrt werden muß, auch wenn sie auf ihre Ernährerin ständig einprügeln und je größer und gefährlicher das Kind ist , desto weniger gehorcht es. Das nennt man in der Wissenschaft Lender of last resort und das böse und unartige Kind ‘to big to fail’ Bank.

    • Linus Huber sagt:

      Wer hat Angst vor Negativzinsen?

      Jeder der eine leichte Ahnung von der Komplexität und den damit neu herausgeforderten Problemen durch die dadurch erzeugten Konsequenzen 2. oder 3. Ebene hat.

      • Anh Toan sagt:

        Ja ich weiss.

        Haben hoehere Zinsen auch Konsequenzen auf der x-ten Ebene, langfristig meine ich?

      • Linus Huber sagt:

        Obwohl Negativzinsen als (im Gegensatz zu Inflation offensichtlich bemerkbare) Zwangsenteignung zu verurteilen sind, könnten sie in einem freien Markt gar nie existieren, denn es entspräche der Idee, dass die Zeit rückwärts läuft. Dies führt unwiderlegbar zu Fehlinvestitionen, Kapitalverzehr und schlussendlich Verarmung.

        “The free market makes mistakes, of course, but it fails far less frequently than any alternative way of allocating resources. The only other way is to direct activity centrally – … – but that is a recipe for catastrophe.”

        http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/12152860/This-crisis-has-been-caused-by-arrogant-central-banks.html

        • j. Kuehni sagt:

          “The free market makes mistakes, of course, but it fails far less frequently than any alternative way of allocating resources”

          Gähn. Eine ideologisch motivierte Aussage, die auf der (mittlerweile ziemlich verkalkten) Annahme beruht, dass ein freier Markt unabhängig von irgendeiner “Obrigkeit” überhaupt existieren kann. Es gibt gut oder schlecht regulierte Märkte. Man kann Märkte zu Tode über- oder unterregulieren. Die unfreisten Märkte kennen aber bloss eine Regel: “Das Faustrecht”.

          • j. Kuehni sagt:

            Die Auftrennung von Polis und Markt ist ein Hirngespinst. Ohne Hirn kein Stuhlgang und umgekehrt.

          • j. Kuehni sagt:

            Krebszellen haben sich der Obrigkeit des Hirns entledigt und schaffen sich Ihre neuen, freien Märkte. Sehr nachhaltig.

          • Linus Huber sagt:

            Es geht wohl weniger um den Absolutismus des Freien Marktes sondern, darum woran sich die Regeln orientieren, z.B. an kurzfristig orientierten und die längerfristigen Konsequenzen ignorierenden Zielen zugunsten der sich bildenden Oligarchie oder an grundlegenden ökonomischen Prinzipien zum Wohle der Gesellschaft insgesamt. Das Einhalten von Prinzipien (z.B. Risikoträger kann sein Risiko nicht auf die Allgemeinheit umverteilen) mag kurzfristig unangenehme Wirkungen erzeugen, aber dies ist ja genau der Grund weshalb die Prinzipien existieren, denn wenn man diese zu verletzen beginnt, es immer schwieriger und schmerzhafter wird, den Weg zurück zu finden.

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: Sie beklagen die (angebliche) Gläubigkeit von Oekonomen an (angeblich) falsche Theorien, Sie erheben eine lediglich als theoretische Idee bestehendes Modell (freier Markt), von dem die meisten Oekonomen wissen, dass es eben nur ein Modell ist und in Wirklichkeit nicht existiert, zur einzigen langfristig gesunden realen Möglichkeit:

            Wir müssen den Teufel (Staat) unten im Loch halten, auf dass der göttliche freie Markt komme. Weil der ist nur nicht, weil wir Sünder dem (Staats-)Teufel zu viel Raum lassen. Da wir uns nicht an Prinzipien halten (=sündigen), bestraft uns der freien Markt mit Blasen und Negativzinsen.

          • Linus Huber sagt:

            “bestraft uns der freien Markt mit Blasen und Negativzinsen.”

            Draghi und Co. sollten wohl zu Mr. Free Market umbenannt werden – 🙂

            Gesellschaftliche Systeme sind immer eine Angelegenheit von Relativität.

        • Anh Toàn sagt:

          @Linus Huber “….könnten sie in einem freien Markt gar nie existieren, ”

          Mann, es gibt keinen freien Markt, also kann darin nichts existieren.

          Hätten Sie den Beitrag zum Oekonomenbashing gelesen (verstanden?), wüssten Sie es jetzt:

          Der “freie Markt” ist ein Modell, wie der “homo oeconomicus”, die gibt’s so wirklich wie der Osterhase.

  11. Ingo Hoffmann sagt:

    Tja, den Notenbanken fehlt weiterhin die nötige Kreativität, wie man die eigene Währung drückt und den Konsum ankurbelt. Mein Vorschlag: eine Kreditkarte der SNB für jeden Schweizer Bürger mit CHF 1’000 Guthaben, die binnen einem Monat im Inland ausgegeben werden müssen. Jeden Monat wird das Guthaben wieder auf CHF 1’000 aufgestockt. (sozusagen elektronisches Helikopter-Geld). Effektiver als der Umweg über den Bankenapparat und mit ähnlicher sozialer Akzeptanz wie ein Grundeinkommen für alle. Nur viel einfacher wieder zu stoppen, wenn das geldpolitische Ziel erreicht ist. Und viel sinnvoller, als das Volksvermögen durch die Anlage in Europapieren zu verbrennen.

    • Silverager sagt:

      Wie jetzt? Geld für den Bürger statt für die Bänker? Wo sollen denn die Boni für die Herren herkommen?
      Das geht ja nun gar nicht. Wo kämen wir denn damit hin?

    • Marcel Senn sagt:

      Hoffmann: Blöde nur die SNB hat fast gar keine Schweizer Franken auf der Aktivseite ihrer Bilanz – von 620 Mrd Aktiven gerade mal rund 4 Mrd in CH Wertschriften — also könnte sie gar keine Fränkli verteilen!!
      .
      Um an solche zu gelangen, müsste sie nämlich Wertschriften in Fremdwährungen wieder verkaufen um CHF zu kaufen und das würde den CHF wieder massiv stärken.
      .
      Nur das Drucken von Banknoten wäre ohne Verluste möglich, aber völlig absurd — aktueller Bestand Banknoten für rund 67 Mrd — Ihr Helikoptervorschlag würde bei 6.3 Mio Eidgenossen jedes Jahr mind für 75 Mrd CHF Neugeld in Banknoten benötigen – dabei ist der Trend eher zur Einschränkung oder gar Abschaffung von Bargeld…

  12. Marcel Zufferey sagt:

    Es gibt bereits Stimmen, die davon ausgehen, dass sich das gesamte Zinsgefüge spiegelbildlich negativ zu den vergangenen 50 Jahren entwickeln wird. Was früher Positivzinsen waren, werden zukünftig Negativzinsen sein- mit entsprechenden Auswirkungen auf den gesamten Kreditmarkt:

    “(…) Das Verrückteste, was man bisher gehört hat, stammt aus Dänemark. Die dortige Bank Nordea, immerhin einer der größten Finanzkonzerne Nordeuropas, hat im Januar die ersten Hypothekenkredite mit negativen Zinsen ausgegeben.”

    Quelle: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/geldanlage-trotz-niedrigzinsen/der-preis-des-geldes-die-neue-welt-der-negativzinsen-13429375.html

    • Rolf Zach sagt:

      Was ist wichtiger für die Aufrechterhaltung des Gedeihens einer Volkswirtschaft, der Zins- oder der Güterkreislauf?

      • Marcel Zufferey sagt:

        Also der Geldkreislauf (Umlaufgeschwindigkeit des Geldes) ist nahezu stillgelegt und bewegt sich auf historischen Tiefstständen. Deshalb auch die Negativzinsen: Das Geld sollte von den Banken weiter gereicht werden, an Unternehmen und Private! Statt dessen geht das Geld von den Noten- und Zentralbanken zu den Geschäftsbanken- und von dort i.d.R. gleich wieder zurück. Sobald sich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wieder massgeblich erhöht, werden wir auch die lang ersehnte Inflation zurück haben- und wie!

        • Josef Marti sagt:

          Dazu müsste aber die Produktion erweitert und zudem optimal ausgelastete Kapazitäten erreicht werden, davon ist man in Europa meilenweit entfernt, ausser bei den D-Exporteuren. Nein, nachdem man die Geldmenge ver10facht hat kürzt man in Ländern wie GR lieber noch weiter die Renten um 15% nachdem in Vorjahren schon gekürzt wurde und hat das Gefühl so gäbe es Inflation und man komme wieder auf den Wachstumspfad; wie bescheuert muss man eigentlich sein um so eine Politik zu betreiben?

      • Linus Huber sagt:

        Ja sicher doch, die Zentralplaner, welche die Karre in die Sche…. ritten und damit zweifelsfrei ihre Unfähigkeit bewiesen, wissen natürlich was wichtiger ist (wohl hauptsächlich, dass sie weiterhin ihre prinzipienfreie und von persönlichen Vorteilen getriebene Ansicht der Dinge verwirklichen können).

        • Marcel Senn sagt:

          Linus: Sie haben nur teilweise recht – es gab ab der Jahrtausendenwende z.B. in USA eine expansive Geldpolitik und nach dem Platzen der Dotcom Blase viel zu tiefe Zinsen, aber Sie vergessen einfach all die Instrumente, die ab 1998 erfunden wurden wie ABS, CDO, CDS, CMO, Derivate für Jedermann usw — das war eine Quasigeld Expansion in Bio Höhe historischen Ausmasses und die haben wesentlich zur 2008er Finanzkrise beigetragen.
          Die Regierungen damals standen vor dem Dilemma die Kernschmelze des Finanzsystems zuzulassen mit ungeahnten Folgen – Zusammenbruch des gesamten Zahlungsverkehrs resp. Zusammenbruch der Wirtschaft oder mit einer extrem expansiven Geldpolitik dieses Szenario abzuwenden.

          • Marcel Senn sagt:

            Gewisse freie Märkte im Spätkapitalismus sind von einer unheimlichen Gier getrieben – und so kommt es immer wieder zu völlig irrationalen Uebertreibungen! Anders kann man sich z.B. all die sinnlos auf Halde gebauten Gebäude, Flughäfen etc in Spanien nicht erklären — hier hat der Markt völlig versagt, weil die Menschen von einer Massenhysterie geleitet wurden – jeder wollte schnell reich werden via steigende Immopreise (begünstigt auch durch die viel zu tiefen € Zinsen in Spanien) und die reale Nachfrage nach Wohnraum divergierte völlig mit der spekulativen Nachfrage.
            Regierungen/ ZB versuchen seither diese Scherbenhaufen zu mildern mit eben weiteren neg. Folgen wie irrat. Geldexpansion

        • Marcel Senn sagt:

          Und der andere Punkt ist – eine Weltwirtschaft die um ca 2 Bio pro Jahr wächst, in der aber nach wie vor 8-10 Bio $ jährlich an Zinsen für den Zeitwert des Geldes bezahlt wird, kann auf die Dauer gar nie funktionieren oder nur mit hohen inflationswerten. Es führt wie in den letzten 10-20 Jahren zu Vermögenskonzentrationen historischen Ausmasses. Z.B. in Deutschland haben die ärmsten 50% der Bevölkerung gerade noch 1% der Gesamtvermögen.
          Negativzinsen sind ein verzweifelter Versuch, diesen Trend noch etwas zu korrigieren, aber auch der wird scheitern.
          Und eine restriktive Geldpolitik oder gar Zinserhöhungen würde in eine Depression führen.
          Schuldenschnitte werden irgendwann unvermeidlich

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber + Senn
            Die Analyse ist klar: “eine Weltwirtschaft die um ca 2 Bio pro Jahr wächst, in der aber nach wie vor 8-10 Bio $ jährlich an Zinsen für den Zeitwert des Geldes bezahlt wird, kann auf die Dauer gar nie funktionieren”
            .
            Was ist jetzt das logisch adäquate, ökonomische Verhalten für diejenigen, welche diese Analyse teilen?
            Wie soll man sich organisieren?
            Was tun im Interesse seiner Familie und von sich selber?
            Lohnt es sich noch, angestellt zu arbeiten?
            Muss man als Renter einfach hoffen, dass der Chlapf nach dem eigenen Tod erfolgt?
            Kann man seine ökonomische Autonomie zurückgewinnen oder bewahren?
            WAS TUN?
            Wie haben Sie sich eingerichtet mit Blick auf die Analyse?

          • Marcel Senn sagt:

            Ackermann: Linus lebt auf den Philippinen und ich in Südamerika…
            .
            Selbstanbau von Nahrungsmitteln, ökonomisch effizient aber doch qualitativ gut leben…
            Ein Hypothekenfreies Haus ist auch ganz behilflich dabei —- geringe Fixkosten…. so in etwa die Gegenstrategien — ob das dann auch funktioniert – das sieht man dann!

          • Linus Huber sagt:

            @ Markus

            Es hängt stark von der persönlichen Situation ab. Wer sich erst nach 60 entschliesst, sich abzusetzen, wird oft derart von Heimweh geplagt, dass die Übung abgebrochen wird. Wer verheiratet ist, hat ebenfalls eine andere Perspektive als ein Unverheirateter. Ebenfalls spielt (bei Ihnen wohl weniger) die sprachliche Kompetenz eine Rolle. Ich wohne hier eigentlich in einem ausländischen Altersheim mit vielleicht 5000 Ausländern inkl. vieler Schweizer in einer Universitätsstadt von ca. 120k Population. Vorteile: Altmännerfreundlich, günstig, viele Gleichgesinnte; Nachteile: Raub bis Mord (wenn auch bedeutend weniger als in Südamerika), Stromausfälle, reduzierte Esswahl.

          • Markus Ackermann sagt:

            Ich lebe die meiste Zeit des Jahres in der Karibik.
            Grund war nicht eine quantitative Analyse, sondern eine qualitative: Ich hatte es einfach satt, die unzähligen parasitären Papierli-Wender in der CH zu finanzieren. Sollen sich diese Funktionäre (Banken, PK, Anwälte, 90% der Pharmaindustrie, Koordinatoren, Quality-Manager, Beamte, Bedenkenträger etc. pp) sich gegenseitig ihre Assignaten zuschieben (defacto eine Wechselreiterei): nach jeder Transaktion, bei der diese Leute beteiligt sind, ist man ärmer und nicht reicher. Denn diese Leute produzieren ja nichts Werthaltiges, sondern stehen nur im Weg und wollen dafür auch noch entlöhnt werden. Ein Minus-Summenspiel (=> Schulden)

          • Fred Mazinaux sagt:

            @Ackermann
            @Huber
            @Senn

            Hier vielleicht einige Ideen wie es weiter gehen könnte:

            http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mayers-weltwirtschaft/mayers-weltwirtschaft-wir-brauchen-besseres-geld-14055895.html

            http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/plaedoyer-fuer-ein-konfoederales-europa-13896058.html

            Dazu noch,
            Mein Beitrag vom 15.Feb 2016 um 11:12 ist der Neueste in diesem Blog und noch ganz “unangetastet”. Er befasst sich mit dem Schuldenschnitt nach dem Finanzkollaps und der politischen Macht-Übernahme durch den noch geistig gesunden Bürgerteil.

            Mein Beitrag vom 15 Feb 2016 um 11:12 ist der letzte

          • Maiko Laugun sagt:

            Wer sagt denn, dass man sich nur auf die CH oder ein einziges Gastland beschränken muss? Ich hatte ein paar Jahre in Saudi Arabien gearbeitet und dort mit meiner chinesischen Ehefrau gelebt und schon damals Wohneigentum in China gekauft, wo wir heute auch leben. Man kann den Lebensmittelpunkt – Wohnsitz plus Arbeit – auf mehr als ein einziges Land ausweiten, also Wohnistz in einem Gastland und Arbeitsort in einem 3. Land. Heute tue ich ab/in China Aufträge für 2 kleine KMU’s in der CH plus hin und wieder internationale Consulting-Aufträge in anderen Ländern. Mein Fazit/Analyse: Hohe individuelle Flexibilität. Das ist nicht immer und nicht für jeden einfach, aber möglich.

          • Markus Ackermann sagt:

            Erstaunlich die Übereinstimmung im Verhalten.
            Wie viele Auswanderer haben aus vergleichbaren Gründen die CH verlassen?
            Warum geht’s so harzig mit dem e-voting in der Schweiz?
            .
            Erstaunlich, wie viele offenbar der Meinung sind, dass das aktuelle Schlamassel “übel enden wird”. Der Feudalismus fand sein Ende mit den französischen und amerikanischen Revolutionen. Dank den Radikal-Demokraten im 19. Jh. (Volkssouveränität) muss man heute die Ausbeuter nicht mehr auf die Guillotine führen. Wir können den Missständen mit demokratischen Mitteln begegnen. Was wäre das politische Programm dafür gegen den aktuellen Neo-Feudalismus?
            Claro: Die Vollgeld-Initiative wäre dafür nur ein Anfang

          • Maiko Laugun sagt:

            “Mit demokratischen Mitteln…” ? Ich habe meine Zweifel, dass man der Globalisierung/Macht der Konzerne/Elite/Finanzindustrie damit begegnen kann. Regierungen (inkl. Zentralbanken) sind durch diese korrumpiert und eine notwendige Revolution wird es so schnell nicht geben. Deshalb ist es wohl besser, sich die Mittel des Feindes zunutzen zu machen und sich als Individuum selbst zu globalisieren.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Maigun
            1. Ja klar, mit der Globalisierung haben Sie recht. Und Flexibilität ist sicher gut.
            2. Nur sollte man die Ausbeuter und Unterdrücker nicht unterschätzen. Die sind ökonom. darauf angewiesen, immer mehr zu saugen, denn sie unterhalten Unterdrückungsstrukturen. Nehmen Sie die Entwicklung des Internets bis heute. Ist es heute noch frei?
            Ich glaube, man kommt an der Verteidigung der eigenen Freiheit auf der polit. Ebene nicht vorbei.
            – Den biometrischen Pass haben wir (mit sauknappem Abstimmungsresultat)
            – digitale Überwachung
            – Was ist, wenn Sie gemäss Staatsbürgerschaft zusätzlich besteuert werden?
            – Für mich sind künftige Kapitalverkehrskontrollen so gut wie sicher
            etc

          • Marcel Senn sagt:

            @Ackermann: Kann ja ihren Groll gegen die “parasitären Papierliwender” teilweise nachvollziehen, teilweise auch nicht.
            Wäre die ganze Weltwirtschaft wirklich total effizient, so hätten wir AL Quoten von 25-35+%, und der “Vorteil” des Kapitalismus resp. der freien Märkte ist, dass sie im Ueberfluss produzieren – mittlerweile hat es sogar in den Slums weltweit Flachbildschirme und Compis etc (allerdings auf Kosten der natürlichen Ressourcen und der Umwelt)
            .
            Z.B. Beamte gibt es gute und schlechte — solche die sich wirklich für einen besseren Staatsservice einsetzen und andere die einfach ihre Stunden im Büro abhocken.
            So ganz pauschalisierend kann man nicht alles abtun.

          • Linus Huber sagt:

            Ja, den Status Quo zu verteidigen wird immer aufwendiger. Ich denke die Strukturen zersetzen sich quasi vom Grassroots-Level, indem sich graduell immer mehr Menschen abwenden, sich unsicherer fühlen, die staatliche Absicherung überstrapazieren, die fehlende Nachhaltigkeit des Wohlfahrtsstaates offensichtlicher wird, Kriminalität und politischer Extremismus trotz des Ausbaus des Überwachungsstaates sich aufgrund der durch die korrupte Elite gelieferten moralische Rechtfertigung stark zunimmt. Diese Entwicklung wird von der angezettelten nicht nur als Ablenkungsinstrument dienenden Völkerwandung, Kriegshetzerei und dem demographischen Wandel überlagert, sondern befeuert.

          • Linus Huber sagt:

            Man muss sich einmal vorstellen, dass ein verstorbener deutscher Kollege, welcher von seiner in Deutschland lebenden Ex komplett ausgenommen wurde und er daher mittellos wurde, es aufgrund vergangener Erfahrung in Deutschland (Unterkunft mit Afghanen und Taschengeld wie ein Flüchtling etc.) und vorzog, anstatt mit einem von seinem Kollegenkreis finanzierten Tickets nach Deutschland verbunden mit der staatlichen Absicherung zu fliegen, mit seinem Auto bewusst in einen Baum zu rasen und schmerzvoll zu krepieren. Die grundlegende Aufgabe der Regierung zum Wohle der EIGENEN Bevölkerung zu handeln, wird immer stärker durch vermeintliche Menschenrechte relativiert.

          • Linus Huber sagt:

            Das Ziel muss wohl sein, eine gewisse Gelassenheit gegenüber Gefahren und Unannehmlichkeiten auf persönlicher Ebene zu entwickeln und die staatliche Absicherung so gut wie möglich auszunützen, jedoch parallel sich Alternativen an möglichen Wohnorten als Ausweichmöglichkeiten zu schaffen und mit der Pflege von familiären wie kollegialen und nachbarschaftlichen Beziehungen ein persönliches Auffangnetz zusammen zu basteln.

          • Linus Huber sagt:

            Noch einen letzten Gedanken, welche Kollektivisten nicht fähig sind zu erkennen. Je höher das Ausmass an zentralistischer Planung desto schwieriger wird die Planung auf persönlicher Ebene.

          • Markus Ackermann sagt:

            Ich denke, die politische Ebene der parasitären Papierli-Wender darf man nicht vernachlässigen:
            Bsp 1: In BS kostet (Vollkosten) ein leeres Spitalbett >1’000 CHF pro Tag – nicht wg. den Apparaten, sondern weil am Bett mehr Papierli-Wender hängen als med. Fachpersonal, das zudem noch mit Bürokratie zugemüllt wird – finanziert via Steuern + immer steigenden KK-Prämien
            Die Banken (also: Stellen, Löhne + Boni der Papierli-Wender) in D + F wurden gerettet. ABER:
            Bsp 2: In GR springen Krebs-Patienten von Spital-Dächern, da sie keine adäquate Behandlung erwarten können
            Bsp 3: In Sp sind viele Familien (soziale Netze) ausgeblutet, da sie einen dysfunktionalen, korrupten Staat ersetzen

          • Markus Ackermann sagt:

            Bsp 4: In meinem Umfeld in der Karibik entscheidet über den wirtschaftlichen Erfolg nicht Produktivität, Innovation etc., sondern ob man die Bürokratie umgehen kann. FALLS man eine Lücke findet, wo die inspectores nicht bremsen können, können Familien innert 1-2 Jahren ihr Einkommen mit ehrlicher Arbeit ver-5-fachen: dank universidad de la calle und unternehmerischem Geist.
            Sofort kommen dann die parasitos burocraticos und verlangen propinas (Schmiergeld), weil sie ja “Freunde” seien und “helfen” wollen.
            Das ist ärgerlich, aber objektiv betrachtet spielt es ökonomisch keine Rolle, ob ich einen Anwalt in der CH bezahle, oder einen solchen “Helfer”. Beides sind Transaktionskosten

          • Maiko Laugun sagt:

            Mit steigender Tendenz ist der Lebensmittelpunkt (Wohn-/Arbeitsort) und nicht mehr die Staatszugehörigkeit massgebend, in Anlehnung an die Globalisierung/ Mobilität der Konzerne. Staaten sind also gezwungen, Abkommen (z.B. Doppel-Steuerabk.) auszuhandeln, hinken also hinterher und genau dies kann auch ein Individuum ausnützen. Gerade westliche Staaten verkörpern nur noch wirtschaftliche Interessen der Elite, haben aber kein Interesse mehr an eigenen Bürgern. Alles was er braucht, sind billige Arbeitskräfte und Konsumenten, nicht zuletzt auch um die eigene Position zu stärken. Deshalb sollte man auch kein Heimatgefühl haben, der Staat kennt kein solches. Einige Ausland-Schweizer verstehen das

          • Marcel Senn sagt:

            Wenn in Basel (bin auch dort aufgewachsen) mal wegen einem grösseren Katastrophenereignis: (Schweizerhalle+ oder so) plötzlich viel Spitalbetten benötigt werden, so wären wohl auch Sie noch froh, wenn Sie eins bekämen – dann gehts dann nicht mehr ums Papierliwenden – sondern ev. um Leben oder Tod!
            Im Vergleich zu USA wo Aetna CEO bis 32 Mio inkl. Boni abzockt oder CEO Barnabas Health mit 28’000 Jahressalär, aber 22 Mio $ Boni — da sind mir genügend Spitalbetten lieber.
            Situation in Spanien & GR kenne ich.
            Korrupte Beamte mag ich auch nicht — Uruguay hat die tiefste Korruption in ganz Lateinamerika (Weltranking 21) — aber sehr sehr viel Bürokratie (allerdings bald alles auf Internet)

          • Marcel Senn sagt:

            Man kann ja Unfälle, Katastrophen etc etc nicht alles im voraus planen – darum ist es klar dass man im Normalspitalmodus kaum einmal eine 100% Auslastung erlebt. Klar wenn der Leerbestand dann eklatant wird, dann sollten die Papierliwender betriebswirtschaftliche und sozialmedizinische Massnahmen ergreifen
            .
            Was ist denn Ihr Vorschlage: Nehme ja nicht an “Jeder für sich allein und Gott gegen alle”?
            .
            Sicher gibts viel Profiteure auch im Gesundheitswesen – weil Gesundheit ein wertvolles und gefragtes Gut ist und darum die Nachfrager auch horrende Preise dafür bezahlen — man könnte das Gesundheitswesen sicher verschlanken und mehr für die Patienten denn für die Abzocker ausgestalten.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Senn Bsp Spitalbett
            Sie haben mein Argument nicht verstanden: es geht NICHT um das med. Fachpersonal oder die med. Infrastruktur, sondern um die parasitären Papierli-Wender, die sich dahinter verstecken (Voll-Kosten 120k, 150k, 200k pro Person) + saugen, wie ein Parasit seinen Wirt aussaugt
            Das med. Fachpersonal will keine Bürokratie, aber kann sich nicht wehren, da die Parasiten stärker sind + via Regulationen sich vice-versa stärken. Es gibt mehr Bürokraten als med. Fachpersonal im Gesundheitswesen
            – Der Kaufpreis eines Spitalbetts ist nach wenigen Tagen finanziert
            – Die Kosten von Apparaten + med. Personal dafür werden kalk. umgelegt
            Es geht um die gemeinen Kosten dahinter

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann “Das ist ärgerlich, aber objektiv betrachtet spielt es ökonomisch keine Rolle, ob ich einen Anwalt in der CH bezahle, oder einen solchen “Helfer”. Beides sind Transaktionskosten”

            Objektiv betrachtet ist jemand mit der Ermordung der Eltern zwecks Erbschaft oder der Entführung eines reichen Erben zwecks Lösegeldforderung oder dem Anzünden des Hauses zwecks Versicherungsbetrug auch nur “Transaktionskosten.”

            Wollen Sie Bestechung rechtfertigen?

          • Markus Ackermann sagt:

            @Toán
            Transaktionskosten sind ein klar definierter ökonomischer Begriff.
            Lernen Sie endlich etwas dazu, statt den blog zuzumüllen.
            Sie können mit dem Lernen anfangen, indem Sie
            – auf nobelprize.org gehen und sich mit den Erkenntnissen des Nobelpreis-Gewinners R. H. Coase vertraut machen (Prof. London School of Economics).
            – Weiter vertiefen können Sie Ihre Kenntnisse, wenn Sie sich das Buch (eine Sammlung von ökonom. papers) The Firm, the Market and the Law beschaffen aus dem Verlag The University of Chicago Press
            … aber eben: von nichts eine Ahnung, aber zu allem eine Meinung (bzw. Unterstellung)

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann

            “namedroping” ist keine Argumentation.

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann

            “Transaktionskosten sind Kosten, die nicht bei der Gütererstellung, sondern bei der Übertragung von Gütern von einem Wirtschaftssubjekt zum anderen entstehen.” (wirtschaftslexikon24)

            Trifft auf alle meine Beispiele zu.

            Sie verkennen, bzw. verheimlichen, unterschlagen oder verdrängen, die Bürokraten nicht erfunden wurden, um die tüchtigen Wirtschaftssubjekte abzuzocken, sondern um einen Nutzen zu bewirken. Ein Rechststaat macht oekonomisch einen gewaltigen Unterschied.

            Rein aus kurzfristiger oekonomischer Sicht einzig des Produzenten macht es evtl keinen Unterschied. Aber das haben Sie nicht geschrieben.

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann

            Aber den Befehlston, den haben Sie drauf!

          • Markus Ackermann sagt:

            @Toàn
            Sie haben nicht einmal die Spur eines blassen Dunstes worüber Sie gerne mitreden möchten.
            Ihr Zitat betrifft kaum 1/3 des Begriffs.
            Hier ist der grundlegende Artikel von Coase aus dem Jahre 1937
            http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1468-0335.1937.tb00002.x/full
            Aus der Transaktionskostentheorie wurde dann die Analyse zum Principal-Agent-Problem entwickelt, vulgo: wie kommt es zum Abzocken durch Funktionäre? Der Funktionär (der agent) verfolgt seine EIGENEN Erwerbs-Interessen und nicht die Interessen seines Prinzipals. Praktisches Bsp: Abzocker-Initive als Gegengift
            2009 wurde erneut dazu ein Nobelpreis vergeben, dieses Mal für Williamson + Ostrom (Selbstverwaltung)

          • Linus Huber sagt:

            Was seine Obrigkeitsgläubigkeit in Frage stellen könnte, muss vehement wegdiskutiert werden 🙂

          • Linus Huber sagt:

            Aber bleiben wir schön ruhig, die Künstler der Manipulation und des Interventionismus lassen sich schon bald wieder von den Parasiten belehren:

            http://researchroom.economicpolicyjournal.com/2016/02/2016-iif-g20-conference-g20-agenda.html

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann

            Lernen Sie mal Deutsch, dann verstehen Sie, was Sie schreiben: In Ihren Quellen steht nirgendwo, dass es ökonomisch keine Rolle spiele, ob Anwälte bezahlt werden (zum Schutz berechtigter Interessen im Rechtsstaat) oder Bestechungsgelder.

            Und dann behaupten Sie, Transaktionskosten seien ein “ein klar definierter ökonomischer Begriff” um dann zu sagen, Transaktionskosten seien, genauso so zu definieren wie es jemand 1937 definierte oder was?

            Wenn es ein klar definierter ökonomischer Begriff ist, warum schreiben Sie nicht einfach die Definition hierhin.? Umfasst die klare Definition 400 Seiten eines Werkes?

            Huber & Ackermann: Ihr schleisst von Euch auf Andere.

          • Anh Toàn sagt:

            Ackermann & Huber:

            Gellt, alle Anwälte Buchhalter Steuerberater Revisoren Bauämter Arbeitsgerichte und Mietgerichte sind alles egoistische nutzlose Abzocker, bringen nichts und klauen nur: Warum nur versteht das niemand? Warum sind so viele so obrigkeitsgläubig wie ich, und glauben, die seien auch für etwas gut, wenn sie uns kosten tun.

            Die Bürokraten, die prüfen sollen, ob es einen gleich gut geeigneten Inländer für den Job gibt? Kann man Steuern erheben – nur um die Armee zu bezahlen (nicht Anwälte) und Ausschaffunssquads gegen die Eindringliche – ohne Steuerbeamte und ohne Anwälte die deren evtl falsche Entscheide anfechten?

            Ackermann hat aber den Grössten!

          • Anh Toàn sagt:

            Die Transaktionskosten bei einem geschäftlichen Meeting in Saigon sind viel kleiner als in Zürich: Ackermann behauptet (Huber schliesst sich an ohne zu verstehen), die Polizisten die Bussen verteilen, die Blitzer für Geschwindigkeitskontrollen, die MFK zu der man sein Fahrzeug immer bringen muss, verursachen nur Kosten: Wenn bei dem Versuch, den Geschäftspartner zu treffen, von einem von einem zugedröhnten, seit 48 Std schlaflosen geführten, überladenen Lastwagen mit kaum Bremsen und Reifen überfahren werden, erkennen Sie, dass die Kosten fehlender Bürokratie diejenigen einer existieren Bürokratie übersteigen.

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann: “Der Funktionär (der agent) verfolgt seine EIGENEN Erwerbs-Interessen und nicht die Interessen seines Prinzipals.”

            Ja, aber um seine eigenen Interessen (Erwerb-) dauerhaft zu verfolgen, muss er diejenigen des Prinzipals verfolgen, sonst wird er gefeuert: Er verfolgt immer die Interessen derjenigen, die ihn bezahlen: Wird er von der Allgemeinheit bezahlt, müsste er deren Interessen verfolgen, wenn er sich egoistisch verhält. Bezahlt ihn aber die Allgemeinheit ungenügend (wie in der Karibik oder Vietnam) wird er die Interessen desjenigen verfolgen, der ihn bezahlt (=besticht). Dann ist der sein Prinzipal.

            Sie verstehen nicht, Volkshochschule oder was?

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann

            Ordnen Sie ein Patentamtes, und der Patentanwälte, welche befähigt sind, einen naturwissenschaftlichen, technischen Prozess in klarem Deutsch zu beschreiben, den Schutz von geistigem Eigentum, kombiniert mit dessen zeitlicher Beschränkung, den oekonomisch nur schädlichen, unnützen Transaktionskosten zu? Sind das Funktionäre unnütze Papierlistapler? Ist es nüchtern betrachtet rein ökonomisch egal, ob eine Mafia bezahlt (bestochen) wird, damit man Smarties als Blutverdünner verkaufen kann, oder Patentanwälte und -Ämter?

          • Linus Huber sagt:

            @ Markus

            Hier kommt gut zum Ausdruck, dass die Bürokratin aus EIGENEN Erwerbs-Interessen nicht in der Lage ist, die negativen Konsequenzen (z.B. graduelle Zerstörung der Familienstruktur als Kern der Gesellschaft und graduelle Zerstörung der privaten karitativen Arrangements) des Wohlfahrtsstaates zu erkennen.

            https://www.youtube.com/watch?v=WIl_FtuDSPs

          • Linus Huber sagt:

            @ Markus

            AT ist viel zu harmlos in Bezug auf die Anzahl und den Inhalt seiner Kommentare. Hier ist wie man dies richtig macht:

            https://www.youtube.com/watch?v=eECjjLNAOd4

            🙂

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: Familienstruktur als Kern der Gesellschaft

            Ja, das wäre schön, so mit Familie, die füreinander sorgt, liebevoll, nicht mit £Bürokratie. Nun, meine Frau hat mit 14 ihre Jungfräulichkeit verkauft, um ihren Vater vor der Todesstrafe zu retten. Danach weiter ihren Körper, damit die kleineren Geschwister zur Schule können, als der Vater im Knast war. Und dem Vater Geld in den Knast gebracht.

            Schön ist es, so mit Familie, frei, eigenverantwortlich: Mit 14 entscheiden zu können, ob man Jungfrau bleibt, oder der Vater stirbt, es kann auch um Medikamente, eine Operation gehen, ist das Gegenteil von Infantilisierung: Freiheit, Baby Yeah!

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber

            Die Familie, die Sie so vermissen, ist das antike und mittelalterliche Konstrukt der patriarchalischen Wirtschafts- und Schicksalsgemeinschaft. Die Familie haftet, unabhängig vom Verschulden, in der Antike bis zum Verkauf in die Sklaverei, im Mittelalter wurde das Familienhaupt in den Knast gesteckt, bis die Familie die Schulden beglich. Die Aufklärung hat das Individuum als kleinste Einheit der Gesellschaft definiert, darum gibt es individuelle Menschenrechte, darum “ist der Schuldverhaft abgeschafft”, darum gibt es Kinderschutzmassnahmen und ist die elterliche Gewalt beschränkt.

            Kommen Sie an oder gehen Sie aus dem Weg.

          • Anh Toàn sagt:

            @Markus Ackermann und Linus Huber

            Als Alte sollten Sie sich zurück ziehen. Die Jugend wird Ihnen nie danken dafür, sie beschützt zu haben, sondern allenfalls dafür, ihr die Gestaltung der Welt überlassen zu haben: Es ist deren Welt, deren Zukunft, nicht mehr Eure: Bob Dylan, fast aus Eurer Zeit habt Ihr vergessen, es sollte heute heissen (Ur-?)GROSSväter:

            Come mothers and fathers
            Throughout the land
            And don’t criticize
            What you can’t understand
            Your sons and your daughters
            Are beyond your command
            Your old road is rapidly agin’
            Please get out of the new one
            If you can’t lend your hand
            For the times they are a-changin’

          • Anh Toàn sagt:

            Wenn ich in irgend einer Form stolz darauf bin, Schweizer zu sein, dann weil ich in Vietnam sagen kann: Ich bin reich, weil auch wenn ich keinen wirtschaftlichen Erfolg habe, mein Kind dennoch in eine gute Schule gehen wird, ich dennoch eine vernünftige Gesundheitsvorsorge bekomme, ein Dach über dem Kopf haben werde, einen Kühlschrank und ein Telefon, sogar mal meine Verwandten und Freunde besuchen kann, wenn ich sonst sparsam bin.

            Die Vietnamesen, die das nicht haben, und vielleicht kaum je in einer Schule waren, verstehen das, Sie Herr Huber, scheinen es nicht zu verstehen.

        • Linus Huber sagt:

          @ Marcel

          Nein, ich vergesse nicht die Instrumente, denn deren Ausmass ist die Konsequenz einer entsprechenden Geldpolitik genauso wie Fehlinvestitionen in der Form von z.B. auf Halde gebauten Gebäude, Flughäfen und die Gefahr der Kernschmelze. Der grundlegende Fehler liegt in der Doktrin, dass eine leichte Inflationsrate des Konsumentenpreisindexes als positiv beurteilt wird, obwohl aufgrund empirischer Daten bewiesen wird, dass kein Zusammenhang zwischen Inflation des Konsumentenpreisindexes und der Arbeitslosigkeit besteht. Tiefe Zinsen befeuern Fehlinvestitionen und Blasen mit nachfolgender “Deflation” der Asset-Preise, welche gefährlich ist und nicht die Deflation des cpi.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber kommt drauf an welche Assetblasen platzen — Immoblasen haben andere Nachwirkungen als z.B. reine platzende Aktienblasen – auch wenn es Ueberschneidungen gibt bei den Auswirkungen.
            Und man muss die Wertvernichtung auch quanitifizieren und was diese auf die Schuldensituation (z.b. Hypo, aber auch Wertschriftenkredite hat) – Und wenn viele Familien sich massiv einschränken müssen, dann drückt das irgendwann auch auf den CPI durch.
            Kommt immer auf die Art und Grösse einer Wertvernichtung an wie sie diese volkswirtschaftlich auswirken.
            .
            Aber ohne tiefe od. Negativ Zinsen wäre das ganze globale Schuldenartenhaus eh schon zusammengebrochen

          • Linus Huber sagt:

            Auch das globale Schuldkartenhaus ist das Resultat der fehlerhaften Geldpolitik der vergangenen Jahrzehnte. Ja, jede Blase zeigt unterschiedliche Attribute, jedoch dürften sich die Auswirkungen in einer erzwungenen Ponzi-Scheme eher verschlimmern als reduzieren. Die Verhinderung des Zinszyklus, welcher sofern ich mich richtig erinnere etwa 26-32 Jahre dauern soll, passt gut ins Bild des ersten wirklich ernsthaften Crashs von 2008 (ca. 28 Jahre nach Zinshöchststand).

            Aber es ehrt Sie, dass Sie die offensichtlichen Versager, nämlich die hochgebildeten (oder stark indoktrinierten) Künstler der Intervention und Manipulation vor meiner direkt klingenden Anklage zu verteidigen versuchen.

          • Marcel Senn sagt:

            Huber: Ich verteidige die keinesfalls — Konsequenterweise hätte man das ganze Kartenhaus 2008 in die Luft fliegen lassen müssen, aber dann hätten wir einfach Zustände (Negativwachstum, Rekordarbeitslosikeit) wie 1931 in D oder USA gehabt — das ist Ihnen ja hoffentlich auch bewusst inklusive Vermögensvernichtung epochalem Ausmasses.
            .
            Aber Sie wissen ja auch welchen Einfluss die Wall Street auf Washington hat, in UK und D in etwas dito und so ist es halt zu dieser Geldschwemme gekommen.
            .
            Tja Linus die Realtiät hält sich halt nicht immer an Ihre volkswirtschaftlichen Lehrbücher und Theorien – damit müssen Sie sich abfinden – aber Sie können ja Ihren Dampf zum Glück noch in NMTM…

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Sie scheinen mir eh etwas unter einem ceteris Paribus Tunnelblick zu leiden — denn zwischen 1980 und 2008 entwickelte sich eine gewaltige Finanzindustrie mit all diesen massiv gehebelten und tw. exotischen Instrumenten, deren Auswirkungen die klassische ökonomische Leere kaum berücksichtigt, ebensowenig werden die Effekte von massiven Ueberschuldungen und globale Zinskosten im Verhältnis zum BIP Wachstum und Inflation in fast allen ökonomischen Modellen viel zu wenig berücksichtigt.
            .
            Nur wenige wie z.B.Hyman Mynksi haben das schon früh gesehen, dass solche Effekte nicht zu vernachlässigen sind – leider ist der schon 1996 verstorben

          • Linus Huber sagt:

            Sicher doch, Marcel, erkenne ich, dass sich die Politik nicht gerne an ökonomischen Prinzipien orientiert, wenn dies nicht ihren Machtbestrebungen dient. Es ist nicht mein Bestreben, diesen Umstand zu ignorieren, jedoch ihn anzusprechen. Ja Minsky, wie auch vor nicht langer Zeit die BIS, haben vor negativen Konsequenzen gewarnt, wenn der Finanzsektor einer Volkswirtschaft über einen längeren Zeitraum stärker wächst als der Rest der Wirtschaft. Dies ist ja genau der Punkt, welchen ich kritisiere: die Gesamtheit der Geldpolitik (inkl. z.B. Deregulierung, wiederholte Interventionen bei etwelchen Schwierigkeiten etc.) ist dafür zu einem hohen Ausmasse verantwortlich.

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Dann sind wir uns ja in diesem Punkt einigermassen einig.
            Nur seit Frau Thatchter damals in den 80er die klassische Industrie (Minen, Stahl, Produktion etc) infolge deren sinkender Skalenerträge und in Folge der Kapitalrendite durch eine zunehmends deregulierte Finanzindustrie ersetzt, läuft immer mehr aus dem Ruder.
            Nur hat diese Branche seither eine noch viel stärkere Lobby kreiert und drängt die Politiker und ZB zu einer expansiven Finanzpolitik – und wenns sein muss auch mit Erpressung, dass sonst das ganze Finanzsystem hops geht — wie 2008/09 und in Folge dann wegen der ganzen Schuldenproblematik v.a. EU Raum.
            .
            Der Krug muss vermutlich wirklich zum Brunnen gehen bis er…

          • Linus Huber sagt:

            Wir haben einzig graduelle Differenzen, respektive legen ein wenig anderes Gewicht auf die unterschiedlichen Aspekte.

            Und schon kommt der nächste Schuss Richtung Vorbereitung der Konfiskation durch Minuszinsen.

            https://global.handelsblatt.com/breaking/exclusive-ecb-wants-to-stop-issuing-e500-bills

            Alles natürlich einzig zu Ihrem und meinem Wohle – Moment – ich fühle mich nicht wohl, wenn ich bevormundet, manipuliert und etwelchen idiotischen Zwangsmassnahmen unterworfen werde und einzig den Machtgelüsten solcher prinzipienfreien, kurzfristig orientierten, selbstherrlichen Bürokraten diene.

          • Marcel Senn sagt:

            Linus: Ich fühle mich genau so unwohl wie Sie — nur das ganze System ist mittlerweile schon so verkrüppelt und degeneriert, dass es noch viel mehr solche Bevormunden geben wird, ja sogar geben muss, weil die Herren des Geldes (va. Zentralbanken) die Kontrolle drüber verloren haben und nur noch als Kesselflicker des Spätkapitalismus nur noch am pflästerlen sind bei immer mehr Löchern die sich auftun.
            Und die mächtige Finanzindustrielobby tut alles dafür, dass es ihnen selber nicht an den Kragen geht und die Bonis weiterhin fliessen — Ihre und meine Sorgen sind doch denen sowas von egal.
            Das wird noch ganz übel enden – fragt sich nur noch wann und wie genau das passieren wird.

  13. Linus Huber sagt:

    Die Rechtfertigung von Negativzinsen liegt im Verfehlen des Inflationsziels im Konsumentenpreisindexes. Darin liegt der grundlegende Fehler der geldpolitischen Doktrin der vergangenen 30 Jahre. Eine auf Produktivitätssteigerungen basierende schwache Deflation der Konsumentenpreise zeitigt keine negativen Konsequenzen, sondern ist als positiv zu bewerten, da dies die Kaufkraft der Bevölkerung erhöht. Was wirkliche Verwerfungen und Instabilität erzeugt, sind die deflationären Phasen von Assets, welche beim Platzen von Blasen (z.B. Nasdaq im 2000 und Immobilien in 2008), welche durch die inflationäre Geldpolitik entstehen, auftreten. Selbst die BIS kam zu diesem Schluss.

    • Jens sagt:

      Sehr geehrter Herr Huber,
      ihr Argument stimmt, wenn die Kaufkraft tatsächlich gestiegen ist .Zumindest fü Deutschland gilit aber, daß die Realeinkommen der abhängig Beschäftigten seit Jahren stagnieren. Ist auch kein Wunder, da die Produktivitätsgewinne zu den Schichten mit hoher Sparqote fließen-daher auch die Asset-Blasen.
      Gruß, Jens

      • Rolf Zach sagt:

        Zur Ergänzung: Diese Deflationspolitik mit einer zielbewußten Eindämmung der Reallöhne in Deutschland ist auch zu einem Teil verantwortlich für die Probleme der Eurozone, bei Heiner Flassbeck spielt sie sogar die Hauptrolle.

    • Linus Huber sagt:

      Einiges wird hier durcheinander gemischt. Inflationäre Geldpolitik hat zwar mit den Reallöhnen zu tun, jedoch geht es darum, dass es gesellschaftlich bedeutend einfacher ist, die Reallöhne mit inflationärer Geldpolitik zu reduzieren als durch effektive Lohnkürzungen. Es ist ja gerade diese Falschheit der Preisverzerrungen, welche sich hinter inflationärer Geldpolitik versteckt, indem z.B. nominal die Löhne nicht sinken müssen und damit der Auseinandersetzung mit den Arbeitnehmern aus dem Wege gegangen werden kann. Beschränken Sie sich diesbezüglich nicht einzig auf ein spezifisches Land, denn die inflationäre Geldpolitik wurde unter der Führung des Fed weltweit als Doktrin adoptiert.

      • Jens sagt:

        Sehr geehrter Herr Huber,
        leider ist die Geldpolitik alles andere als inflationär. Die ZB´s könne machen was sie wollen, der Transmissionsmechanismus auf die Publikumsgeldmenge ,gemessen an M2, funktioniert nicht mehr.
        Dazu: Auseinandersetzungen mit den Arbeitnehmern gibt es lange nicht mehr, weder in D noch den USA. Sie haben verloren. Punkt. Sieht Warren Buffett übrigens auch so-“my class has won”
        Gruß,
        Jens

        • Linus Huber sagt:

          @ Jens

          Der Fakt, dass die Zentralbanken aufs Gaspedal drücken ist als inflationäre Geldpolitik zu bezeichnen, aber wie Sie richtig erkennen, ist der Transmissionsmechanismus defekt, sodass trotz aufheulen des Motors keine Kraft auf die Räder übertragen wird. Sollte mit etwelchen Zwangsmassnahmen erreicht werden, dass der Transmissionsmechanismus plötzlich wieder funktionieren sollte, dürften sich unerwartet hohe Inflationsraten (im Konsumentenpreisindex) melden und eine noch verschärftere Flucht aus den Währungen mit entsprechend zunehmender Instabilität des Systems. Sollten die Künstler der Manipulation jedoch in Ihren Bemühungen erfolglos bleiben, spielt sich die Deflation …

        • Linus Huber sagt:

          … in den hochgetriebenen Asset-Preisen aus, nicht rückzahlbare Schulden sind der Abschreibung zu unterwerfen und das langsam allerseits erkannte Schneeballsystem implodiert. Beide Varianten sind heute mit derart hohem Potential gesellschaftlicher Verwerfungen versehen, weil bedeutend früher z.B. 2003 oder spätestens 2010 einzig kurzfristig orientiert, opportunistisch, zugunsten der sich bildenden Oligarchie gehandelt wurde. Buffett liegt richtig, die Oligarchen haben gewonnen, aber es wird sich noch herausstellen müssen, ob es sich um einen Pyrrhussieg handelt; ich bin optimistisch, dass die Bevölkerungen langsam aus ihrem Schlummerschlaf aufwachen.

  14. Pierre Rappazzo sagt:

    Aber unser schlaue Jordan meinte, so könne er den CHF schwächen. Die Zeche zahlen nun alle Schweizer über Spesen und zu hohe Hypozinsen. Anstatt gratis im Ausland Vermögen aufzubauen, indem man CHF druckt, Euro damit kauft und mit dem Euro sichere Werte erwirbt, blutet das eigene Land.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Welche Werte sind den “sicher” in Euro? Seit Monaten diskutieren wir hier sogar das Auseinanderbrechen der Währungsunion. Und dann sind “Ihre” sicheren Euros nichts mehr wert, ob in Staatsanleihen oder in Krediten.
      Selbstverständlich hätte die SNB (wie von Ihnen und anderen vorgeschlagen) in Aktien investieren könnnen. Hätte sie das im letzten Sommer für z.B. 400 Milliarden getan, sie hätte sich bis heute bereits 100 Milliarden an Verlusten eingehandelt, trotz schwächerem Euro. Und ein eigentlicher Börsen-Crash ist ja noch gar nicht erfolgt, sondern bloss ein Bärenmarkt eingeläutet, der noch Monate dauern kann, bis das Kursniveau wieder unter dem langfristigen Durchschnitt liegt.

      • Rolf Zach sagt:

        Kleine Frage, wann wird der Euro noch dieses Jahr zusammenbrechen oder 2017 oder 2018 oder 2019 oder 2020? Wir müssen doch irgend etwas für die armen Devisenhändler und Geldwechsler tun, damit ihr Einkommen für ihre armen Familien wiederhergestellt wird. Ich finde es einfach schrecklich, wenn die deutschen Familien bei ihren Ferien in Spanien nicht zusätzlich Bargeld abgenommen werden kann, weil dort die gleiche Währung gilt.

    • Roli sagt:

      Richtig, das Problem ist, dass viele nur noch mit dem Geld Kartoffeln kaufen und essen aber nicht Setzlinge kaufen und anpflanzen. Das gäbe schmutzige Hände und schmerzende Rücken, da lässt man sich lieber massieren und schlägt sich den Bauch voll auf Kosten anderer, die man mit geliehenem Geld zu Null Zins bezahlt, besser gesagt mit wertlosem bedrucktem Papier. Der Dumme ist der Arbeiter und Sparer, der auf seine alten Tage hin gespart hat. Punkt.

  15. Harry Harrer sagt:

    Gold ist nur scheinbar eine gute Lösung. Man muss nämlich auch die Beschaffungs-, Lagerungs- und Bewachungskosten einrechnen. Und so hat auch Gold einen Negativzins. Ganz allgemein hat Geld einen Negativzins, denn da es jeder haben will verflüchtigt es sich langsam aber sicher sobald man wegschaut. Nur in einem Ponzi-Schema kann es für limitierte Zeit erscheinen als sei Geld sicher und automatisch reinvestierbar. Das Ponzi-Schema aus dem wir im Begriff sind auszutreten war die inflationäre Partnerschaft zwischen dem Sozialstaat und seinem Bankensyndikat. In diesem System waren Konten deshalb “sicher” weil die Inflation sie kontrolliert-schleichend auffrass. Inflation weg, Illusion weg.

    • Stefan W. sagt:

      Wieso kann man nicht eine kontrollierte Inflation produzieren, indem man z.B. einfach jedem Einwohner 1000.- in die Hand drückt?

      • Rolf Rothacher sagt:

        Die 8,7 Milliarden bewirken in einer 650 Milliarden Volkswirtschaft rein gar nichts, vielleicht ein Viertel Prozent Teuerung, weil die meisten Menschen das Geld sparen und nicht ausgeben würden. Wir sind ja nicht arm, wollen bloss nicht all unser Erspartes verkonsumieren.

    • Linus Huber sagt:

      @ Stefan

      M0 erhöhen bietet einen Weg, indem der einzelne Schweizer Risiken eingehen und/oder seine Schulden (Hypotheken) begleichen soll. Allerdings reichen nicht chf1k, sondern eher in der Größenordnung von vielleicht chf30k. Dies beinhaltet den Einbezug der Bevölkerung und dadurch eine graduelle Machtaufgabe der Bürokraten, weshalb es wohl nie in Betracht gezogen wird.

  16. Mike Wieland sagt:

    Das grundlegende Dilemma ist, dass Geld eigentlich ein Tauschmittel wäre – hier ein Kilo Kartoffeln, da zwei Franken. Solange Kredite dazu benutzt werden Kartoffelsetzlinge zu kaufen (Kredite die zurückbezahlt werden) ist die Welt in Ordnung. Leider haben sich Unsitten eingeschlichen: Kredite werden mit noch grösseren (und komplizierter aufgebauten) Krediten abgelöst. Mit der Folge, dass niemand mehr glaubt, die Schuldenberge würden je abgetragen. Auf der anderen Seite haben sich irrsinnig grosse (und an sich völlig nutzlose) Guthaben angehäuft, mit denen Spekulanten einzig an der realen Wirtschaft rütteln. Alle Auswüchse bereinigen – auch das Zinsniveau normalisieren – tut die… Inflation.

    • Roli sagt:

      Richtig, das Problem ist, dass viele nur noch mit dem Geld Kartoffeln kaufen und essen aber nicht Setzlinge kaufen und anpflanzen. Das gäbe schmutzige Hände und schmerzende Rücken, da lässt man sich lieber massieren und schlägt sich den Bauch voll auf Kosten anderer, die man mit geliehenem Geld zu Null Zins bezahlt, besser gesagt mit wertlosem bedrucktem Papier. Der Dumme ist der Arbeiter und Sparer, der auf seine alten Tage hin gespart hat. Punkt.

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