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Die USA im Ausnahmezustand

Tobias Straumann am Mittwoch den 16. Dezember 2015
Zwei Arbeitssuchende laufen an einem Geschäft für Arbeitskleidung in Williston vorbei. (Reuters/Andrew Cullen)

Folgen der untypischen Krise: Zwei Arbeitssuchende laufen desillusioniert an einem Geschäft für Arbeitskleidung in Williston vorbei. (Reuters/Andrew Cullen)

Wenn es eine Grafik gibt, die am besten zusammenfasst, was in den letzten Jahren in den USA passiert ist, so ist es die folgende: Die Entwicklung der Beschäftigung in den USA während Rezessionen (Quelle: Calculated Risk).

Bild1

Sie zeigt, wie kostspielig die US-Finanzkrise seit 2007 gewesen ist. Es hat sechs Jahre gedauert, bis der Verlust an Arbeitsplätzen korrigiert worden ist. Das heisst, erst ab 2013 übersteigt die Zahl der Stellen das Niveau, das vor der Krise herrschte.

Die normalen Rezessionen seit dem Zweiten Weltkrieg waren viel kürzer. Sie hatten die Form eines V, nicht eines U. Mit einer Ausnahme: Die Wirtschaftskrise nach dem Platzen der Internetblase war ebenfalls länger als eine normale Rezession. Aber sie war viel weniger langwierig als die Krise im Anschluss an die Wirtschaftskrise von 2007.

Der Vergleich mit der Finanzkrise von 2001 ist auch aus einem zweiten Grund interessant. Sieben Jahre nach Ausbruch der Krise begann sich der Aufschwung bereits wieder zu verlangsamen. Die braune Kurve sank, d.h. der Zuwachs der Stellen verlangsamte sich wieder. Der Konjunkturzyklus kam an sein Ende.

Diesmal ist selbst acht Jahre nach Ausbruch der Krise kein Ende des Konjunkturzyklus in Sicht. Verantwortlich dafür sind wohl die tiefen Zinsen. Das heisst: Nicht nur die Krise, auch die Erholung ist völlig untypisch.

Die grosse Frage ist nun, wie schnell die Zinsen steigen werden. Im letzten Aufschwung stiegen sie ab Sommer 2004 sehr schnell, was dann bald die Immobilienkrise auslöste.

Bild2

Wird es diesmal wieder so schnell gehen? Ich zweifle daran. Noch immer ist das Verhältnis von Erwerbsbevölkerung zur gesamten Bevölkerung deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Es gibt keinen Lohndruck nach oben, d.h. die Inflation wird nicht schnell ansteigen.

Bild3

Mit anderen Worten: Selbst wenn das Fed vor Weihnachten die Zinsen erhöht, die USA befinden sich immer noch im Ausnahmezustand.

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31 Kommentare zu “Die USA im Ausnahmezustand”

  1. Rolf Zach sagt:

    Immerhin ist die Beschäftigungsstatistik noch bei 60 %, was höher ist als in den 50er und 60er Jahren, was heute im Rückblick trotz kurzzeitigen Konjunkturrückschlägen, eine goldene Zeit für den amerikanischen Arbeitnehmer war. Warum war sie golden, wenn doch die Beschäftigungsrate tiefer war als heute? Eindeutig, weil nicht nur die Frauen eine bessere Berufsausbildung haben, sondern noch vermehrt wegen des nicht mehr genügenden Einkommens des Familienvaters. Ein angelernter Arbeiter bei Ford war nicht darauf angewiesen, daß seine Frau als Kellnerin bei McDonalds arbeitete. Heute ist das Gegenteil Wirklichkeit. Früher kam eine Familie auch ohne Einkommen des Mannes über die Runden.

    • Rolf Zach sagt:

      Forts. Die Frau konnte vorübergehend eine Arbeitsstelle als Kellnerin antreten und trotz dem substantiellen Rückschlag des Gesamteinkommen der Familie wurde die kurzfristige Arbeitslosigkeit des Mannes so überbrückt. Den damals war der Mindestlohn genügend, um nicht eine Familie ins Elend abrutschen zu lassen. Heute ist der Mindestlohn in den USA ein Witz und er wäre es noch mehr, wenn die Republikaner das alleinige Sagen hätten. Heute müssen bei einer Arbeiterfamilie beide voll arbeiten, um den Lebensstandard von den 50er und 60er Jahren zu erhalten. Wir sehen, daß die Ökonomen, die ständig gegen den Mindestlohn polarisieren, eine ernsthafte Gefahr für die Volkswirtschaft sind.

      • Rolf Zach sagt:

        Fort.II:Warum? Die konstante Schwächung des Mindestlohnes verlangsamt die Erholung nach einem Konjunktureinbruch. Denn diejenigen Einkommen, nämlich die schwächsten, haben lange um sich von einem Konjunkturschock zu erholen. Sie haben in dieser Zeit ihr Haus verloren und wohnen jetzt im Wohnwagen oder noch schlimmer. Ihre Zähne verfaulen, weil sie nicht das Geld haben zum Zahnarzt zu gehen. Wer beschäftigt eine Kellnerin mit sichtbaren Zahnlücken? Aus diesem Teufelskreis rauskommen ist umso schwieriger, je mehr man gefangen ist. Ihr greift auch eine offensive Geldpolitik der FED mit niedrigsten Zinsen nicht so, wie sich deren Chefs sich vorstellen.

        • Rolf Zach sagt:

          Fort.III: Die USA haben das einmalige Glück, die Weltreservewährung zu haben und wie sich die politische Lage entwickelt, bleibt es so. Aber die Exportschwäche der USA hat viele gutbezahlte Jobs vernichtet und die konnte das Dienstleistungsgewerbe in seiner gesamten Breite nicht ausgleichen. Das Ausland finanziert wegen der Reservewährung diesen Rückgang der US Einkommen. Denn die US Industrie ist vielfach nicht in der Lage, wegen dem Welthandel in ihren Fabriken,den benötigten Skaleneffekt zu erreichen. Wir sehen dies bei der elektronischen Hardware am Beispiel China und beim Automobilzubehör am Beispiel von Japan und Deutschland.Auch der Wechselkurs hilft der verarbeitenden Industrie nicht

  2. Linus Huber sagt:

    Nach 7 Jahren noch immer im Ausnahmezustand?

    Und wie stark haben die massgebenden Ökonomen/Zentralbanker/Entscheidungsträger aufgrund dieses Umstandes ihre Doktrin grundlegend hinterfragt, respektive ihre eigene Unzulänglichkeit erläutert und z.B. ihren in Akzeptanz wirklicher Verantwortung überfälligen Rücktritt erklärt?

    • Anh Toàn sagt:

      Wer ist denn seit sieben Jahren “Cheffe” eine Notenbank, als nicht zurückgetreten? Yellen ist doch ganz neu, Draghi seit 2011, Mark Carney (BoE) seit 2013, Jordan seit 2012, Kuroda (Bank of Japan) seit 2013, in der russischhen Zentralbank ist Cheffin seit 2013 Nabiullina, von den grossen einzig die chinesische Zentralbank hat seit über 10 Jahren den gleichen Cheffe.

      Also wessen Rücktritt fordern Sie?

      Ihnen egal, Tatsachen fechten Ihr Doktrin, Ihren unerschütterlichen Glauben an die Unzulänglichkeiten und Verantwortungslosigkeit der Eliten nicht ein.

      Sie brauchen diese Eliten so sehr zum Beschimpfen, wie Obelix die Römer braucht zum Verhauen. Ohne ist das Leben so fad.

      • Linus Huber sagt:

        Sie beantworten die Frage mit Verweis auf normale Rotationen. Das Wort Verantwortung beinhaltet ver-“Antwort”-ung. Ich erkenne keine notwendigerweise auf persönlicher Ebene liegende “Antwort” auf das Versagen ausser darin, sich noch mehr an Kompetenzen unter den Nagel zu reissen. Es wird keiner gezwungen Verantwortung über seine Mitmenschen zu tragen, jedoch zeigt es sich, dass nicht wirklich Verantwortung sondern offensichtlich in erster Linie Macht mit all seinen Vorteilen und ein auf hohem Niveau gesicherter Lebensstil angestrebt wird. Das hat doch nichts mit beschimpfen zu tun, sondern einzig mit der Analyse der bestehenden Verhältnisse in einem sich immer stärker korrumpierenden…

    • Johnny Smith sagt:

      Ich teile Ihre Ansicht, dass sich die aktivistischen Zentralbanker nicht oder zu wenig hinterfragen. Die Interpretation erscheint mir relativ klar: Trotz (neo-keynesianisch theoretisch angenommenem) Rückenwind von Staatsdefiziten und eben auch NIRP und ZIRP und Explosion der Bilanzsummen ‘dank’ QE ohne Ende ist die Erholung die schwächste überhaupt (wie die Grafik von calculatedrisk zeigt). Die Nebenwirkungen (Ungleichheitsschere, Bubble-Bildung zb bei Junk-Bonds/Aktienrückkäufen auf Schulden, …) übertreffen langsam aber sicher die angestrebten positiven Wirkungen. Madman Draghi und sich Hinterfragen? Fehlanzeige.

    • Johnny Smith sagt:

      Ich bin aber nicht der Ansicht, dass sich die USA noch im Ausnahmezustand befinden. Die Wirtschaft läuft zwar dürftig, aber doch einigermassen vorwärts, auch wenn einige Vorlaufindikatoren zur Vorsicht mahnen. Von Krise aber keine Spur, zumindest derzeit nicht. Umso wichtiger, dass die FED endlich (sprich zu spät) vom Krisenmodus wegkommt.

  3. Linus Huber sagt:

    Wie kann man das offensichtliche Versagen der Zentralplaner (Politiker/Bürokraten) vertuschen, respektive davon ablenken?

    In 1990 stellte der Club of Rome folgende Möglichkeiten vor:

    “In searching for a common enemy against whom we can unite, we came up with the idea that pollution, the threat of global warming, water shortages, famine and the like would fit the bill…. All these dangers are caused by human intervention… The real enemy, then, is humanity itself …”

    Die von der Allgemeinheit finanzierten “Global warming” (umgetauft auf Climate Change) Promoter erfüllen ihren Zweck:

    https://www.youtube.com/watch?v=VdZ7xFBJfY8

  4. Fridolin Brünig sagt:

    “Sie zeigt, wie kostspielig die US-Finanzkrise seit 2007 gewesen ist. Es hat sechs Jahre gedauert, bis der Verlust an Arbeitsplätzen korrigiert worden ist…”
    Vor der Krise herrschte eine Blase. Diese Blase hat sich damals natürlich auch auf die Anzahl Arbeitplätze ausgewirkt. Eigentlich ist es nicht erstrebenswert, diesen (Blasen)-Punkt wieder zu erreichen. Vielleicht hat die FED diesen Stand wiederum nur durch die Inkaufnahme einer neuen Blase erzielen können.
    Eigentlich schauderhaft… Heutige Bilanzsumme der FED sowie das gegenwärtige Zinsgefüge im Vergleich zu 2007.
    Soviel Doping um das Niveau kurz vor Platzen der Blase 2007 wieder zu erreichen.

  5. Martin Holzherr sagt:

    An diesem Artikel verwundert mich bloss der Titel “Die USA im Ausnahmezustand”, denn Europa befindet sich noch weit mehr im Ausnahmezustand.
    Meiner Ansicht nach ist es nicht falsch im Zusammenhang mit der Wirtschaft der USA von einer zunehmenden Normalisierung zu sprechen. Für Europa gilt das aber definitiv nicht.

  6. W.Hürlimann sagt:

    Der tiefe Ölpreis ist politischer Wille, ansonsten würde die Teuerung durch die Decke gehen und das Märchen der wirtschaftlichen Erholung empfindlich stören. Die Geldmengenausweitung der EZB und FED, sowie anderen Zentralbanken verpufft wie die Energiegewinnung im Fusionsreaktor!
    Die Anzahl geschaffener Stellen ist Zahlenmaterial ohne Substanz. Keine Aussagekraft steht hinter dem Jobwachstum in den USA, weil es sich weder um Vollzeit- noch gut bezahlte Jobs handelt. Hinzu kommt dass der Mittelstand erodiert. Persönlich glaube ich, dass man das Geldsystem am Leben zu erhalten versucht ohne zu wissen wie lange es klappt! Umsonst holen die Länder ihre Goldvorräte nicht nach Hause!

    • Christoph Bögli sagt:

      Politischer Wille von wem? Der Ölpreis wird auf Angebotsseite von zahlreichen Ländern bestimmt, die definitiv keine gemeinsamen (wirtschafts-)politischen Interessen haben. Ebenso dürften gerade die USA definitiv kein Interesse daran haben, da der tiefe Preis die zuvor aufkeimende Frackingindustrie abwürgt und damit dazu beiträgt, dass die erwünschte Erholung bei den Wirtschafts- und Jobdaten noch magerer ausfallen wird. Wer da also als magische Hand agieren sollte und warum, ist eher rätselhaft, selbst wenn vielen gerade in Europa die niedrigen Preise durchaus willkommen sind.

      • Eron sagt:

        Sie glauben tatsächlich dass die massive Förderung von Öl nichts mit Politik zu tun hat? Wirklich? Die Nachfrage nach Öl ist deutlich geringer, nach ihrer Logik müssten die ölfördernden Länder das Angebot verknappen und würden dann noch mehr verdienen als jetzt! Das macht man aber nicht, denn nur etwas mehr Teuerung lässt jede Wirtschaft alt aussehen! Das ist politischer Wille mit all seinen Konsequenzen!

  7. Marcel Senn sagt:

    Im Prinzip ist viel zu vieles Augenwischerei: Der Labor-Anteil dümpelt immer noch bei 99% rum (2009 warens 100%) und vor der Krise so 2001 um die 110% und auch 2007 noch über 103%

    https://research.stlouisfed.org/fred2/series/PRS85006173

    Arbeitseinkommen wird im Spätkapitalismus zunehmend durch Kapitaleinkommen substituiert — kein Wunder werden die Superreichen immer reicher, aber der US Medianverdienst ist aber seit 2000 von 28’821 $ pa auf 29’062 $ pa 2015 kaum gestiegen!

    http://www.usdebtclock.org/

    • ast sagt:

      Man unterlässt es besser die vielfältigen Daten der US- Arbeits(losen)statistik genauer unter die Lupe zu nehmen, man könnte sich sonst auf der Titanic wiederfinden, Herr Senn 😉

  8. Roli sagt:

    Atypisch bei dieser Erholung ist auch die Qualität der geschaffenen Arbeitsplätze, es wurden hauptsächlich Vollzeitstellen gestrichen und Teilzeitarbeitsplätze geschaffen. Dazu kommt jetzt noch der tiefe Ölpreis, der die vielen neuen, gut bezahlten Vollzeitstellen, die im Frackingbereich geschaffen wurden, wieder vernichtet.
    Eigentlich sollte die Arbeitslosigkeit im Dezember wegen des Season Sales dank zusätzlich eingestellten Verkäuferinnen zurück gehen, aber die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung haben zugenommen. Die Verkäufe laufen nicht und die Sparquote bleibt (relativ) hoch (das Volk ist verunsichert).
    Die Dezemberzahlen könnten im Januar enttäuschen und die Börse wird die hohen…

  9. Janet sagt:

    Wir sind ja auch in einer Depression. Es wird keine volle Inflation geben in der normalen Wirtschaft. Zuerst kommt eine lange Depression.

  10. Rolf Rothacher sagt:

    Nicht TROTZ dem Gratis-Geld leidet die Konjunktur, sondern WEGEN den Tiefstzinsen, da auch erfolglose Unternehmen am Leben erhalten werden und sich Investitionen darum kaum mehr lohnen. Im Grunde findet mit diesem Währungskrieg (wer macht seine Währung am schnellsten kaputt) bloss ein Down-Sizing der gesamten Wirtschaft statt.
    Durch die Subprime- und die Finanzkrise wurden weltweit 5 bis 6 Billionen Dollar an Werten vernichtet. Die Zentralbanken haben jedoch über 10 Billionen an Neugeld gedruckt. Deshalb verzeichnen Aktien/Obligationen/Kunst eine riesige Inflation. Die wird jedoch statistisch nicht erfasst, genausowenig wie damals die Hauspreis-Inflation vor der Subprime-Krise.

    • Josef Marti sagt:

      Na ja, diese vernichteten Werte waren ja nichts anderes als durch jahrelange Kreditmengenausweitung aufgepumpte Luft und Zukunftshoffnung (Blase) welche mit dem realen Wirtschaftswachstum nicht das geringste zu tun hatte. Vermögenspreisinflation kann man ja wohl nicht gut in den Index nehmen, sonst wäre man ja mit entsprechenden Lohnforderungen konfrontiert. Will man aber nachfrageseitig nichts unternehmen, dann bleibt nichts anderes als mit dem gedruckten Neugeld auf neue Blasen zu hoffen, das wäre dann eine sich abzeichnende mit monetärer Staatsfinanzierung aufgepumpte Bond und Staatsanleihenblase.

      • Marcel Senn sagt:

        Diese “vernichteteden Werte” seit 2007 sind ja längst wieder da — durchschnittliche US Hauspreise seit 2007 sind heute höher als damals, die Aktien-& Bondmärkte sind höher. Allerdings auch die Schuldenstände von Staaten, Privaten und Corops.
        Und den “Giftmüll” von damals haben sich die weltweiten Zentralbanken in ihre Bilanzen einverleibt.

        http://www.yardeni.com/pub/peacockfedecbassets.pdf

        Irgendwie wurde das System nochmals vor dem Kollaps “gerettet”, die Geschäftsbanken zwischenzeitlich an den Geldtropf gehängt und wieder einigermassen stabilisiert.
        .
        Nur wie werden die Zentralbanken der Welt (inkl. SNB) all diese Bonds, Aktien und sonstige Toxics wieder los – das ist eine…

        • Marcel Zufferey sagt:

          Die SNB hat ihre Toxic Assets von der UBS, für die seinerzeit extra der sog. StabFund gegründet wurde, 2013 erfolgreich abgewickelt. Insofern hat sie ihren Job weit besser und vor allen Dingen bedachter verrichtet, als die meisten anderen Zentral- und Notenbanken auf dieser Welt.

          • Marcel Senn sagt:

            Zufferey: Die UBS Geschichte ging ja zum Glück nochmals gut aus — aber warten Sie mal ab wie die SNB Bonds dann runtersausen, wenn die Zinsen mal kräftig erhöht werden sollten — die SNB hält rund 82% Bonds von ihren rund 562 Mrd “Devisenreserven” —- das letzte Wort ist in der Geschichte noch lange nicht geschrieben!
            Und die 18% Aktienanteil im SNB Portfolio bergen auch noch gewisse Abwärtsrisiken…

          • ilrettev sagt:

            @Marcel Zufferey
            Nein, nein, nein… bitte loben sie die SNB nicht für die damalige Eselei…Die Verwertung der Schrottpapiere konnte ohne Verlust umgesetzt werden. Den Gewinn dieses staatlichen Engagements (Börsenkapitalisierung bei Auflösung StabFonds über 60 Mrd.) wurde den Verursachern des Debakels (Inhaber, Aktionäre) überlassen. Ein Skandal ohnegleichen welches denkbar schlechte Anreize gesetzt hat.
            In den USA wurden die Verantwortlichen (Inhaber, Aktionäre inkl.Greenberg.) der AIG praktisch enteignet. Die toxischen Papiere (v.a.CDS) wurden auch da wieder werthaltig. Der Gewinn (Börsenwert der AIG) wurde aber nicht den Verursachern des Debakels überreicht.

          • seebueb sagt:

            Zu AIG / Greenberg ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen:
            wsj.com/articles/former-aig-chief-greenberg-to-appeal-ruling-in-government-bailout-case-1434487103

          • ilrettev sagt:

            @seebueb
            Greenberg hatte damals vom Gericht bezüglich Ungleichbehandlung der AIG im Vergleich zu Banken recht erhalten.
            Während AIG zu rd.80% vom Staat übernommen wurde, hatte Citigroup neben den Tarp-Einlagen auch Staatsgarantien in der Höhe von über US$ 300 Mrd. erhalten. Solche Garantieerklärungen wurden AIG nicht gewährt. Die Aktionäre der Citigroup wurden unrechtmässig bevorzugt.
            Nicht nur die AIG, sondern auch die Citigroup hätte nationalisiert werden müssen.
            Also.. auch die USA hat ihren Sündenfall…
            Eine Entschädigung hat Greenberg übrigens nicht erhalten. Gericht argumentierte, dass als Alternative zur Nationalisierung der Totalverlust der Aktionäre gegenübergestanden wäre.

          • seebueb sagt:

            Dadurch dass er im Wesentlichen Recht erhielt (auch wenn dies gemäss aktuelllem Spruch keine materiellen Konsequenzen zeitigt) , ist quasi garantiert dass Greenberg den Fall weiterzieht.

            Somit, wie bereits bemerkt: Das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen.

          • ilrettev sagt:

            @ seebueb
            mag sein dass dieser Spuk weitergeht…

            Wichtig ist, dass keine Entschädigung bezahlt wird. Die Verursacher müssen unbedingt zur Kasse gebeten werden. In diesem Fall müssen die Schuldigen ja schlicht mit ihrem Risikoeinsatz bluten. Als Markante und fahrlässige (Mit)Verursacher dieser Krise bleiben sie schlussendlich ja unbehelligt. Bevor der Staat bei einem tbtf-Institut interveniert muss das Eigenkapital ausradiert werden. Nicht die AIG-Aktionäre müssen entschädigt werden, Citigroup muss im Nachhinein (teil)nationalisiert werden.
            Wer als Investor scheitert verliert seinen Risikoeinsatz. Dieses “Gesetz” muss in jedem Fall eingehalten werden.
            Auch in der CH….

  11. Josef Marti sagt:

    Und mit dieser Pseudoerholung ist es erst recht vorbei, wenn man das Gefühl hat trotz ausbleibender Inflation und nicht der geringsten Anzeichen einer Überhitzung die Zinsen anheben zu wollen.

  12. Alain Surlemur sagt:

    Würde man anstelle der Anzahl (Teilzeit-/Niedriglohn-)Jobs oder der schöngerechneten Arbeitslosenzahlen einen Blick auf die “Labor Force Participation Rate” auf der Seite des Bureau of Labor Statistics werfen würde man sehen dass sich die USA nach wie vor tief in der Rezession befinden ( Jan 2000 67.3%, Jan 2005 65.8%, Jan 2010 64.8%, Nov 2015 62.5% )

    Weitere Details findet man mit Google

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