Streit um Deutschlands Leistungsbilanz

epa04733954 An assistant polishes a VW logo at the Volkswagen AG shareholders' meeting at the fairground in Hanover, Germany, 05 May 2015. Volkswagen shareholders are gathering for what is likely to be a tense annual general meeting following a management crisis at Europe's biggest carmaker that resulted in the dramatic resignation of the group's chairman.  EPA/OLE SPATA

Autos tragen zu Deutschlands Exporterfolg bei. Foto: Keystone.

215,3 Milliarden Euro. So gross ist, nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts, der Überschuss in der Leistungsbilanz Deutschlands im vergangenen Jahr.

Deutschland hat also, vereinfacht gesagt, für 215,3 Milliarden Euro mehr Güter und Dienstleistungen exportiert als importiert. Das entspricht 7,4 Prozent des Bruttoinlandproduktes und ist in absoluten Zahlen der mit Abstand grösste Leistungsbilanzüberschuss aller Länder der Welt.

Deutschland ist unangefochtener Weltmeister des Aussenhandels.

Ist das gut? Ist das ein Grund, stolz zu sein?

Oder anders gefragt: Nützt das den Einwohnerinnen und Einwohnern Deutschlands etwas?

Seit mehreren Jahren herrscht unter Ökonomen und Politikern ein Glaubenskrieg um den Sinn und Unsinn der deutschen Handelsüberschüsse. Für die eine Seite sind sie Ausdruck einer beneidenswert wettbewerbsfähigen und gesunden Volkswirtschaft. Die Welt reisst sich um die Exportgüter Deutschlands.

Für die andere Seite ist der hohe Leistungsbilanzüberschuss vielmehr Ausdruck einer Nachfrageschwäche im Inland.

Wer hat recht?

Derzeit entlädt sich dieser Glaubenskrieg erneut. Die Kontrahenten: Die Ökonomieprofessoren Thomas Straubhaar und Heiner Flassbeck. Letzterer sagte Ende April in einem Interview in der «Finanz und Wirtschaft», Deutschland dränge mit seinen chronischen Handelsüberschüssen die schwachen Euroländer an die Wand.

Straubhaar entgegnete in diesem Leitartikel in der FuW, das Deutschland-Bashing sei unredlich. Worauf Flassbeck in seinem Blog wieder entgegnete, Straubhaar habe einige grundsätzliche Prinzipien der Aussenhandelslehre nicht verstanden.

Ganz kurz und grob simplifiziert, die hauptsächlichen Argumente der beiden:

Flassbeck vertritt die Meinung, dass die deutschen Unternehmen und ihre Tarifpartner in den vergangenen gut zehn Jahren eine zu starke Zurückhaltung bei Lohnerhöhungen gelebt hätten; das Salärniveau habe nicht mit der Produktivität Schritt gehalten. Dadurch seien die Lohnstückkosten der deutschen Wirtschaft gesunken, und das habe den exportorientierten Unternehmen Deutschlands erlaubt, ihre ausländischen Konkurrenten gegen die Wand zu fahren. Etwas frei übersetzt sagt er, die Produktivitätsfortschritte seien in erster Linie den Unternehmen zugutegekommen, nicht aber den Arbeitnehmern.

Straubhaar entgegnet, die deutschen Unternehmen seien eben wettbewerbsfähiger als ihre ausländischen Konkurrenten. Sie seien Weltklasse, sie kämpfen um den Weltpokal – und gewinnen. Der Leistungsbilanzüberschuss habe nichts mit dirigistischer Politik aus Berlin zu tun, sondern sei schlichtweg Ausdruck einer enorm wettbewerbsfähigen Unternehmenslandschaft. Wer diesen Umstand kritisiere, wolle die deutsche Wirtschaft bloss wettbewerbsunfähiger machen. Doch dadurch würden die schwachen Euroländer auf dem Weltmarkt auch nicht wettbewerbsfähiger.

Wie gesagt: Das ist stark simplifiziert wiedergegeben. Wer sich eingehend für die Debatte interessiert, sollte die Texte der beiden lesen.

Also: Wer hat recht?

Selbstverständlich massen wir uns in diesem Blog nicht an, die Weisheit zu besitzen. Daher zunächst einige Gedanken zu Flassbeck und Straubhaar und danach einige weiterführende Überlegungen zum Thema Leistungsbilanz-Ungleichgewichte.

In meinen Augen argumentiert Flassbeck zu plump, wenn er sagt, die Löhne in Deutschland müssten steigen, damit die deutsche Wirtschaft auf dem Weltmarkt an Wettbewerbsfähigkeit verliere. Auch Aussagen wie «Wenn ein Land produktiver wird, soll es gefälligst auch die Löhne erhöhen. So geht man gedeihlich und vernünftig auf dieser Welt miteinander um» bringen ihm in Deutschland wenig Sympathien.

Doch im Kern teile ich seine Argumentation. Es ist in der Tat nicht nachvollziehbar, weshalb die deutschen Arbeitnehmer nicht auch ihren Anteil an den erzielten Produktivitätsfortschritten in Form höherer Löhne erhalten sollen.

Ich würde die Argumentation bloss anders aufbauen – doch dazu kommen wir etwas später.

Goldrichtig liegt Flassbeck mit seiner Kritik an Straubhaar, wonach dieser in seinem Leitartikel in der FuW den Effekt der Wechselkurse völlig missachtet habe, obschon sie eine zentrale Steuerungsfunktion im globalen Handel mit Waren und Dienstleistungen einnehmen.

Mir ist schleierhaft, wie Straubhaar diesen zentralen Aspekt ignorieren konnte. Glaubt wirklich jemand ernsthaft, Deutschland könnte einen Leistungsbilanzüberschuss von 7,4 Prozent des BIP erzielen, wenn das Land noch die D-Mark hätte? Wie stünde es heute um die hochgelobte Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen, wenn sie noch mit der D-Mark arbeiten müssten?

Hier, nur als Anhaltspunkt zur Beantwortung dieser Fragen, der Leistungsbilanzsaldo Deutschlands (in Prozent des BIP) seit 1970 (Quelle: St. Louis Fed):

Ein derart hoher Leistungsbilanzüberschuss wie heute ist eine historische Anomalie, die erst seit etwa 2007 auftritt. In der Zeit zwischen 1970 und 2000 hielten sich Phasen von Leistungsbilanzüberschüssen und -Defiziten in etwa die Waage.

In früheren Zeiten hoher Leistungsbilanzüberschüsse stieg jeweils der Wert der D-Mark, was die Leistungsbilanz automatisch wieder ins Lot brachte.

Natürlich profitierte die deutsche Wirtschaft im Export von den sinkenden Lohnstückkosten, die die Agenda 2010 der Regierung Schröder ab 2004 mit sich brachte. Aber die These ist doch schwer zu widerlegen, dass der deutsche Exportsektor ganz erheblich vom Euro und von der Politik der Europäischen Zentralbank profitiert – und Letzteres übrigens nicht erst seit Ausbruch der Eurokrise vor fünf Jahren, sondern schon seit bald fünfzehn Jahren (hier mehr zu diesem «Dirty Little Secret» der Währungsunion).

Einige weitere Gedanken:

Mir geht die Diskussion um die «Wettbewerbsfähigkeit» der deutschen Wirtschaft zu wenig weit. Ein Überschuss in der Handels- oder Leistungsbilanz ist nämlich nicht bloss Ausdruck davon, dass Deutschland deutlich mehr exportiert, als es importiert.

Er ist auch Ausdruck davon, dass Deutschland deutlich mehr spart, als es investiert.

Schauen wir uns diesen Umstand etwas genauer an. Um diesen Blogbeitrag nicht zu überfrachten, halten wir uns jedoch nur an die groben Linien. Wer sich für die Details interessiert: Dieser, dieser und dieser Blogbeitrag haben sich bereits mit dem Thema befasst. Ebenfalls zur Lektüre empfohlen ist dieser Leitartikel von Michael Pettis, der vor wenigen Wochen in der FuW erschienen ist (der in Peking lebende Ökonomieprofessor Pettis, hier sein Blog, ist meiner Meinung nach einer der klarsichtigsten Kommentatoren, wenn es um das Thema der weltweiten Handelsungleichgewichte geht).

Die Leistungsbilanz ist das Spiegelbild der Kapitalbilanz. Die Leistungsbilanz misst vereinfacht gesagt den grenzüberschreitenden Handel mit Waren und Dienstleistungen, die Kapitalbilanz misst die Ein- und Ausfuhren von Kapital. Zusammen ergeben sie die Zahlungsbilanz.

Die beiden müssen sich ausgleichen; einem Überschuss in der Leistungsbilanz steht per Definition also ein Defizit in der Kapitalbilanz gegenüber.

Die Kapitalbilanz wird in der Diskussion um die «Wettbewerbsfähigkeit» meist zu wenig beachtet, doch sie hat eine simple, bestechende Aussagekraft: Sie drückt nämlich die Differenz zwischen den inländischen Ersparnissen und den inländischen Investitionen aus. Investiert eine Volkswirtschaft mehr, als sie spart, muss sie zwangsläufig Kapital aus dem Ausland importieren (der Saldo ihrer Kapitalbilanz ist positiv). Und spart eine Volkswirtschaft mehr, als sie investiert, muss sie zwangsläufig Kapital ins Ausland exportieren (der Saldo ihrer Kapitalbilanz ist negativ).

Das heisst am Beispiel von Deutschland: Dem Überschuss in der Leistungsbilanz steht ein Kapitalabfluss von ungefähr gleicher Höhe gegenüber.

Oder anders gesagt: Ja, die Volkswirtschaft Deutschlands exportiert für 215 Milliarden Euro mehr, als sie importiert. Sie spart aber auch 215 Milliarden Euro mehr, als sie investiert. Und sie exportiert diese Überschussersparnisse zwangsläufig ins Ausland (übrigens meist nicht sehr profitabel, aber das ist eine andere Geschichte).

Kommen wir damit zurück zum Duell zwischen Flassbeck und Straubhaar: Muss nun die deutsche Volkswirtschaft zwangsläufig wettbewerbsunfähiger werden, damit sich der Leistungsbilanzüberschuss abbaut? Muss ein regelrechtes Deutschland-Bashing betrieben werden, wie dies Straubhaar beklagt?

Nein.

Der Schlüssel liegt darin, die horrenden Überschussersparnisse in der deutschen Volkswirtschaft abzubauen. Wird die Differenz zwischen Ersparnissen (Achtung: Es geht hier immer um die kumulierten Werte von Haushalten, Unternehmen und Staat) und Investitionen verringert, verringert sich per Definition auch der Überschuss in der Leistungsbilanz.

Und wie wird die Differenz zwischen Ersparnissen und Investitionen verringert? Hier einige Vorschläge:

  1. Steuerliche Anreize für Unternehmen, wenn sie in Deutschland investieren.
  2. Eine Senkung der Einkommens- oder Mehrwertsteuern, denn diese würden den Binnenkonsum fördern und damit die Sparquote senken.
  3. Staatliche Investitionen in die Bildung.
  4. Steuerliche Anreize für Unternehmen, in die Bildung zu investieren.
  5. Staatliche Investitionen in die öffentliche Infrastruktur: Bahn, Häfen, Flughäfen, Brücken, drahtlose Kommunikationsnetze etc.

(an dieser Stelle noch eine letzte Kritik an Straubhaar: In seinem FuW-Leitartikel schreibt er zum Thema staatliche Investitionen: „Soll der Staat selbst mehr investieren? Wie aber kann die Regierung wissen, wo sich Investitionen rechnen und nicht zu Bauruinen werden, die viel kosten, aber nichts bringen?“ Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb er dem Staat gänzlich die Fähigkeit abspricht, produktive Investitionen zu beschliessen. Weder der Zustand der Flughäfen, der Bahn-Infrastruktur noch der Strassen in Deutschland ist auf einem Niveau, das keine weiteren sinnvollen Investitionen mehr zuliesse. Oder wie wäre es mit einem flächendeckenden drahtlosen Kommunikationsnetz in Berlin, Hamburg oder München?)

Jede dieser Massnahmen würde die inländischen Investitionen erhöhen und/oder die inländische Sparquote senken. Jede dieser Massnahmen würde somit auch zwangsläufig den Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands abbauen. Und keine dieser Massnahmen würde die deutsche Wirtschaft oder die deutsche «Wettbewerbsfähigkeit» schwächen.

Und eines ist ganz gewiss: Mit einem Deutschland-Bashing hat keine dieser Massnahmen etwas zu tun.

Ein Link in eigener Sache:

Hier der fünfte Teil unserer Serie über historische Spekulationsblasen: Die Bengalische Blase von 1769.

78 Kommentare zu «Streit um Deutschlands Leistungsbilanz»

  • Stefan Wiesendanger sagt:

    1. Rüstungsimporte von 215 Mrd. würden die Handelsbilanz ausgleichen. Der Bau von Fabriken in Afrika für 215 Mrd. nicht. Dies sage ich zur Illustration dafür, dass Aggregate wie „Leistungsbilanz“, „Ersparnis“ etc. für sich alleine kaum Bedeutung in sich tragen. Es bedarf der Analyse, durch welche Transaktionen sie zustande kommen. Erst dann lassen sich Werturteile wie „zu viel“, „zu wenig“ oder „gut/schlecht“ fällen.
    2. Erstaunlich, dass der wahre Grund für die deutsche Lohnzurückhaltung kaum genannt wird: Ostdeutschland sollte industriell eine Chance haben und sich nicht völlig entvölkern. Deshalb sollen die Tarife nicht allzu weit auseinanderklaffen und wurde dass Sozialsystem bundesweit gestaltet. Klar wird dadurch der Westen hyperkompetitiv und den dortigen Angestellten Lohnzuwachs vorenthalten. Dafür hängt der Osten nicht auf ewig am Tropf. Man kann es also auch so sehen: die Wiedervereinigung war ein angebotsseitiger Schock und führte über tiefere Kosten zu einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland; eigentlich ein natürlicher, nicht gesteuerter Vorgang, der im Uebrigen in den kommenden Jahren abflachen wird, da sicher der Osten hoffentlich weiter dem Westen annähern wird.

  • Maiko Laugun sagt:

    …als Antwort an: @LH, 04:29:

    • Maiko Laugun sagt:

      @Linus Huber: Meine Antwort hat sich in der Warteschleife („..wartet auf Freischaltung“) verabschiedet und nur der Nachtrag wurde eingefügt. Manchmal macht NMTM hier echt keinen Spass.

  • Linus Huber sagt:

    Irgendwie bewegt sich diese Diskussion auf einer zu stark auf offensichtliche Zusammenhänge beruhende Sachverhalte. Ich versuche hier einen ein wenig weiteren Bogen zu spannen.

    Die Idee, den Konsum anhand einer lockeren Geldpolitik zu fördern, wird jetzt von den Zentralbanken seit über 30 Jahren in Anwendung einer fehlerhaften Doktrin verfolgt und und dürfte wohl hauptsächlich als Ursprung der über viele Jahre aufgebauten Ungleichgewichte (Kreditboom) bezeichnet werden. Dies erlaubte vorerst den Banken verhältnismässig stärker als der Rest der Wirtschaft zu wachsen (Wachstum des Kreditvolumens weit über dem Wirtschaftswachstum erzeugt indirekt eine höhere Umverteilung an den nicht wirklich etwas produzierenden Finanzsektor; der fehlerhafte Anreiz liegt darin, mit möglichst hohem Hebel (Kreditvolumen) aus der garantierten Geldentwertung Profite erwirtschaften zu können) was durch entsprechenden Machtgewinn begleitet wird. Diese Macht wurde zunehmend dazu verwendet, die Legislative in Staaten zu ihren Gunsten zu beeinflussen, woraus noch mehr Machtkonzentration resultierte. Da zugleich die Staaten sich auch immer stärker verschuldeten, wurde der Konsum auch aufgrund dieses Umstandes künstlich beflügelt und der Umsatz der Grossunternehmen sichergestellt, was ebenfalls einen Machtzuwachs darstellte, welcher diese ebenfalls dazu verwendet wird, die Legislative zu ihrem Vorteil zu beeinflussen. Das Verhindern der notwendigen Abschreibungen von nicht rückzahlbaren Schulden, resp. die Umverteilung der anfallenden Ausfallrisiken auf die Allgemeinheit wirkt ebenfalls positiv auf die Gewinnzahlen von Banken und Unternehmen und fördert damit die Machtkonzentration und Umverteilung von unten nach oben und produziert zugleich den „moral hazard“ von TBTF und TBTJ (Firmen zu gross zum untergehen zu lassen und die Verantwortlichen zu bestrafen). Die gewonnene Macht wird noch weiter ausgereizt indem z.B. die geheim gehaltenen und meist von den Grossunternehmen und Banken produzierten Handelsabkommen (TPP, TPIP, TiSA) versuchen, unter anderem etwelche demokratischen Widerstände durch neu geschaffene Gerichtsbarkeiten zu überwinden und monopolistische Gewinne zu sichern.

    Es wird langsam erkannt, dass die Ungleichgewichte (das Kreditvolumen im System) an Relevanz derart an Gewicht gewonnen haben, dass sie schrittweise die Stabilität des System zu bedrohen scheinen. Anstatt die Anreize, welche zu einem immer höheren Kreditvolumen, welches jederzeit durch Vertrauensverlust in Bezug auf deren Bedienbarkeit in einzelnen Bereichen gefährdet ist, führen, zu verändern, respektive den Charakter eines Schneeballsystems und die Verletzung der Nachhaltigkeit darin zu erkennen, wird krampfhaft eine Pflästerli-Politik angewandt, vergleichbar mit dem Alkoholiker, welcher eine Zirrhose mit Medikamenten behandelt, jedoch im gleichen Rahmen weiter säuft. – Also „Prost“!

    • A. Schmitt sagt:

      Genau, es ist offensichtlich dass die Probleme in der Eurozone von der falschen Lohnpolitik vor allem in Deutschland verusacht werden. Jetzt will man davon ablenken und sich an Schulden oder Banken abarbeiten. Das wird allerdings nicht helfen. Erst wenn die Entwicklung der Lohnstückkosten in den Währungskursen systematisch und weltweit in Rahmen eines neuen Währungssystems berücksichtigt wird, erst dann lösen sich auch die Auslandsschulden langsam auf und wir können vernünftig miteinander Handel treiben. Alles andere sind bloß Ablenkungsversuche.

      • Linus Huber sagt:

        Na ja, ich versuche zu vermitteln, dass eigentlich einzig die Symptome diskutiert werden. Die Lohnpolitik ist darin einzig ein Faktor und spielt erst wirklich eine starke Rolle, wenn Staaten und Bürger zu leicht an Kredite herankommen, was unter die Zuständigkeit der Zentralbanken fällt, welche mitunter, jedoch aus meiner Sicht in erster Linie, das Kreditsystem mit ihrer Geldpolitik nachhaltig zu gestalten hätten. Die Einführung eines neuen Währungssystems dürfte ein weiterer Versuch darstellen, die Machtkonzentration weiter auszubauen. Aus meiner Sicht liegt der Weg eher darin, dass man das Gefüge entflechtet und die Entscheidungsabläufe auf eine tiefere Entscheidungsebene zurückstutzt, was ebenfalls durch die immer stärkere Formation „extremer“ politischer Parteien (weit links wie weit rechts aussen) von den Wählern wohl gewünscht wird und was wohl mit dem Versuch ihre demokratischen Selbstbestimmungsrechte wieder zu stärken erklärt werden kann (Reaktion zentrifugaler gegen die zentralistischen Kräfte). Ob dieser Vorgang gegen die gegenwärtige Entwicklung immer höherer Machtkonzentration friedlich abläuft, ist natürlich bei der über die Jahre immer höher gewordenen Abhängigkeit vom Staat eine andere Frage, speziell wenn einige nicht nachhaltigen Programme der Wohlfahrtsstaaten davon negativ betroffen werden dürften und die Welle von Abschreibungen von nominell finanziellen Verlusten begleitet sein dürfte. Die Jagd auf die Reichen wird zwar von den Politikern proklamiert, jedoch dürfte damit einzig die Mittelklasse weiter darunter leiden, denn die wirklich Reichen (0,1%) haben die Mittel, sich dem staatlichen Zugriff zu entziehen und die Bürokraten und Politiker, welche über unser Wohl entscheiden, haben sich mit guten Pensionen zulasten der Steuerzahler eh gut abgesichert.

        • A. Schmitt sagt:

          Jetzt habe ich Sie verstanden. Bitte, denken sie noch einmal nach: Die Summe der Kredite ist immer gleich der Summe der Ersparnisse. Daraus folgt – die Ersparnisse der Bürger verursachen die Kreditschwemme, nicht umgekehrt! Die Zentralbanken versuchen die Wirtschaft mit niedrigen Zinsen zu beleben, Sie sehen aber vielleicht selbst – es hilft nichts. Wer soll die Ersparnisse der deutschen und schweizer Bürger aufnehmen und investieren? In einer Marktwirtschaft können nur die Unternehmen die Ersparnisse sinnvoll investieren. Die Unternehmen brauchen aber keine Kredite mehr, weil von der Politik und Gewerkschaften so viel Geld zu ihnen geflossen ist, dass die Unternehmer keine Kredite mehr brauchen. Und hier sind wir mit unserem Latein am Ende. Wer kann noch unsere Erparnisse produktiv verwenden? Unsere Antwort darauf lautet seit Jahren : das Ausland. Jetzt ist das Ausland aber überschuldet und es wird von uns als Schulder in Frage gestelt. Wo ist der Ausweg?
          Die Usa haben seit Jahren 0% Zinsen, die Japaner haben seit 25 Jahren 0% Zinsen. Und hat es was gebracht? Nein, kein Aufschwung in Sicht, nur Blasen an der Börse, am Goldmarkt, Ölmarkt, Währungsmarkt, weil die Ersparnisse nicht mehr in reale Werte, heißt Fabriken und Infrastruktur (Bildung, Gesundheit, Verkehr, Umwelt) investiert werden.
          Unser aller Lebensinn ist die Arbeit, sinnvolle Arbeit hoffentlich, die fair bezahlt wird. Können wir diese einfache Erkentnis nicht in unser Wirtschaftssystem integreiren, dann sind alle anderen Anstrengungen sinnlos.

          • Linus Huber sagt:

            „Bitte, denken sie noch einmal nach: Die Summe der Kredite ist immer gleich der Summe der Ersparnisse.“

            Natürlich, jedoch hat die Geldpolitik die Möglichkeit, z.B. auch via Eigenkapitalvorschriften für Banken, das Kreditmengenwachstum zu beeinflussen. Wenn die Zentralbanken unter der Führung des Fed über Jahrzehnte es zulassen, dass die Geldschöpfung bedeutend höher als das Wirtschaftswachstum ist, entstehen gezwungenermassen solche Ungleichgewichte, welche sich eben darin Ausdrücken, dass einerseits zu hohe immer fragwürdigere Schulden und andererseits hohe Ersparnisse gebildet wurden. Sie beschreiben die heutige Situation gut, jedoch scheinen Sie nicht den Weg zu erkennen, welcher dazu führte.

            „Wo ist der Ausweg?“

            Na ja, wenn die Karre einmal in der Scheisse steckt, ist dies nicht mehr so einfach zu bewerkstelligen, ohne selber mit Scheisse bekleckert zu werden. Jedoch sollte man vielleicht wenigstens einmal aufhören weiter zu graben, wenn man in einer Grube steckt, respektive erkennen, worin das wirkliche Problem besteht um mögliche Lösungsansätze zu entwickeln. Die bestehende Crew an indoktrinierten Entscheidungsträgern ist schwerlich in der Lage, da sie offensichtlich ob bewusst oder unbewusst in erster Linie ihr persönliches Wohlbefinden, welches auf Machterhalt innerhalb des gegebenen Status Quo beruht, sicherstellen.

            Inwiefern Arbeit der Sinn des Lebens oder in erster Linie Mittel zur Existenzsicherung darstellt, beruht auf der persönlichen Sichtweise. Ich habe kein Problem ohne bezahlte Arbeit zu leben, solange meine Existenz sichergestellt ist. Ich habe jedoch ein Problem damit, dass wenn ich zwecks Sicherstellung meiner Lebensunterhaltskosten arbeite und Rückstellungen für Alter und Notfälle bilde und ein immer höherer Anteil dieser Früchte meiner Arbeit aufgrund des bestehenden Systems an eine durch faktische Immunität geschützte Elite abgeführt wird.

            „kein Aufschwung in Sicht“

            Richtig, weil das durch die Zentralbanken organisierte Schneeballsystem ins stottern gerät. Das durch einen Kreditboom künstlich erzeugte Wachstum birgt in sich den Samen, welcher zum nächsten „Bust“ führt, respektive derart ausgereizt ist, dass die Wirkung von immer noch mehr Kredit im System eine immer schwächere Wirkung zeigt.

  • A. Schmitt sagt:

    Es ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit, die Schweizer von einem deutschen Lohndumping zu überzeugen. Die meisten Schweizer waren in Deutschland als UBS-Mitarbeiter tätig und hatten wenig mit ehemaligem deutschen Flächentarifvertag und Tariflöhnen oder 1-€-Jobs zu tun. Es dringt auch nicht zu den Schweizern vor, dass in Deutschland ein Mindestlohn von 8,50€ an 20% aller Beschäftigten gezahlt wird. Das sind schon vom Niveau her chinesische Löhne, oder sogar noch geringer als in China, wenn man die Lohnhöhe mit der Produktivität pro Stunde als Vergleichsgröße nimmt.
    Die deutschen Löhne sollen steigen, nicht um die Welt oder Eurozone zu retten. Sie müssen steigen um Deutschland und die deutsche Industrie zu retten. Nur so kann man erstens den Binnenmarkt beleben, zweitens die Unternehmen zum Investieren animieren. Dass dabei Leistungsbilanzüberschuß langsam sinken wird, ist aus deutscher Sicht unbedeutend, die Binnennachfrage wird die Lücke im Außenhandel schließen. Wichtig ist es nur für die Schuldenrländer in Europa und sonstwo auf der Welt. Es steht und fällt alles mit den Löhnen, wer das nicht begreift, der braucht sich nicht mehr mit der Eurokrise zu beschäftigen.
    Scheitert Euro – scheitert Deutschland, weil der deutsche Euro genauso wie Schweizer Franken massiv aufwerten wird , sicher um 40%-50%. Dann werden die schönen deutschen Autos für Ausländer unerschwinglich, siehe zur Zeit deutsche Autoexporte nach Russland, und der Rückgrad deutscher Industrie wird über Nacht gebrochen.
    Darüber sollen sich auch Schweizer Gedanken machen, weil das Herz der deutschen Exportindustrie in Baden-Württemberg und Bayern schlägt. Eine Grenzregion mit 25% Arbeitslosigkeit ist wirklich nicht wünschenswert. Dann ist es nicht nur ein Unfall sondern ein Unglück.

  • G. Nardone sagt:

    Fazit des Artikels, dass durch vermehrte inländische Investitionen die Export-Überschüsse abgebaut würden ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen, ist ein Trugschluss aufgrund isolierter Betrachtungsweise. Es stimmt, dass die in diesem Artikel aufgezählten Massnahmen um Investitionen im Inland zu steigern, den Leistungs-Bilanz-Überschuss mindern. Aber ja nicht magischerweise von alleine bzw. allein aufgrund das sich Leistungs-Bilanz und Kapital-Bilanz auf der Oberfläche der Bilanz-Zahlen entsprechen, da gibt es einen „realen wirtschaftlichen“ Zusammenhang! Denn was geschiet, wenn mehr inländisch investiert würde? Mehr Arbeitsplätze; die dann den Druck auf Löhne relativ mindern und somit die Löhne etwas mehr steigen könnten als vorher, womit auch die Lohnstückkosten steigen würden und damit verlöre Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit, aber nur im EURO-Raum, ausserhalb dessen gibts ja eine Währung, und wiederum auch nur, wenn sie mehr steigen als in den anderen Euro-Ländern wohlbemerkt. Und nur durch diesen Zusammenhang mindern sich die Überschüsse, wie denn sonst, wenn eben nicht durch teuere Produkte aufgrund höherer Lohnstückkosten im Vergleich zu den Preisen der Produkte von anderen Ländern (im Euro-Raum)? Also wird auch durch Ihre Massnahmen, Herr Dittli, Deuschland konsequenterweise an Wettbewerbsfähigkeit einbüssen. Was auch gar nicht schlimm ist, solange es temporär bleibt. Deutschland hat einige Jahre unter seinen Verhältnissen gelebt sozusagen und nun hat sie es sich redlich verdient, eine Zeit lang über seine Verhältnisse zu leben, für einige Euro-Krisen-Länder gilt das Umgekehrte.
    Ausserdem: Wettbewerbsfähigkeit ist nicht absolut, ist relativ, in Bezug zu …

    – „In meinen Augen argumentiert Flassbeck zu plump“
    Das ist aber möglicherweise plump von Ihnen, Herr Dittli. Vielleicht genügt nicht ein Interview und ein Artikel von Herrn Flassbeck zu lesen um solch ein Urteil zu fällen. Der Flassbeck hat weit weit weit mehr dazu gesagt … und auch zur Genüge hat er das Problem des zuviel Sparens bemängelt, gerade weil in Deutschland ja mittlerweile sogar die Unternehmen Netto-Sparer sind und zusätlich darf ja der deutsche Staat per Gesetz keine zusätzlichen Schulden mehr machen, und der Flassbeck hätte nichts dagegen dieses Gesetz wieder zu entfernen.

    Und sind die tiefen Zinsen heute nicht bereits Anreiz genug um zu investieren? Würden weitere Anreize wirlich noch was bringen? Möglicherweise, kann ich nicht beurteilen, aber es könnte auch sein, dass die Unternehmen auf ein positives Signal von der Nachfrage-Seite warten und diesbezüglich Massnahmen alleine auf der Angebots-Seite nicht viel bringen.

  • Linus Huber sagt:

    Ich verstehe die Diskussion über Leistungsbilanzen und Ungleichgewichte und jede Betrachtungsweise besitzt einen kleinen Kern an Wahrheit, jedoch ist aufgrund der Komplexität nicht alleine als möglicher Lösungsansatz zu verwenden. Was ich jeweils in der Diskussion vermisse, ist eine Verlinkung mit der Anreizstruktur, welche stark von der Geldpolitik der Zentralbanken beeinflusst wird. Warum lohnt es sich z.B. nicht bedienbare Schulden aufzubauen (z.B. zu tiefe Zinsen, in welchen keine Risikopraemien mehr auftreten) und warum werden die Kosten bei einer auftretenden Insolvenz nicht dem Risikonehmer aufgebrummt, jedoch dauernd via Konkursverschleppung Wege gefunden, diese Kosten via Geldpolitik (z.B. Geldentwertung, Aufblähung der Bilanzen der Zentralbanken, Geldentwertung etc.) oder anderen Umverteilungsmechanismen auf die Allgemeinheit umverteilt? Die Geschichte offeriert genügend Beispiele, dass das Verletzen von historisch als bewiesen geltenden Prinzipien aus politischen Überlegungen und aus Effizienzgründen und in Anwendung immer zentralistischer Planung schlussendlich erfolglos sein dürfte. Ist das dauernde Bestreben der Vermeidung jeglicher Instabilität nicht Grund, dass schlussendlich das gesamte System immer höherer Instabilität ausgesetzt wird?

  • Gert Schneider sagt:

    Flasbeck argumentiert nicht allzu falsch, wenn er die Salden der Leistungsbilanzen vergleicht. Er kritisiert die Lohnentwicklung in Deutschland insb. mit der in Frankreich, wo die Produktivität 1:1 auf die Lohnentwicklung durchgegeben wurde, während in Deutschland eine starke Lohnzurückhaltung gefahren wurde. Gibt ein paar gute youtube Vorlesungsvideos von ihm. Empfehlenswert, wenn man Zeit hat…

    Das ist aber mE etwas zu kurz gegriffen. Die Kausalitäten sind etwas komplexer, selbst wenn man die speziellen Probleme in Portugal, Spanien und Griechenland aussenvor lässt.

    Die Lohnentwicklung wird in Frankreich viel stärker zentral von der Regierung getroffen, während in Deutschland die Tarifautonomie hoch gehalten wird. Daher halten sich Politiker zumindest in ihrer Wirkung nach aussen auch sehr zurück, wenn es darum geht, neue Tarifverträge auszuhandeln. Lohnpolitik ist Gewerkschaftshoheit, die das mit den Unternehmen selbst regeln müssen und das wird (weitgehend) respektiert.

    Nun ist die Frage, weshalb die Gewerkschaften so zurückhaltend sind und ich meine die Erklärung in der Struktur derAufsichtsräte zu finden. Mit den Paritätsgesetzen durch Erhard seit den 1950er Jahren wurde den Gewerkschaften in mittleren und grossen Unternehmen die Hälfte der Aufsichtsratsplätze eingeräumt, abzüglich 1-3 je nach Grösse und Branche.

    Dadurch war es den Gewerkschaften sehr leicht, ihre Beiträge am Markt zu investieren in strategischen Einkäufen in einige strukturell wichtige Unternehmen. Bei Siemens etwa genügt es 2-4 Mrd Euro auszugeben, um einen Sitz im Aufsichtsrat zu bekommen. So haben die Gewerkschaften mE über die Jahre und Jahrzehnte nicht so viel teuer gestreikt, sondern mit ihrem Geld über Mittelsmänner (bzw Hedgefonds) die Macht in der dt. Privatwirtschaft gekauft. Mittlerweile sollte der Prozess weitgehend abgeschlossen sein und die Aufsichtsräte mit Gewerkschaftern und gewerkschaftsfreunlichen Kontrolleuren der Kapitalseite besetzt sein.

    Damit bleibt: Die Macht in den Unternehmen und damit so gut wie die volle Kontrolle über die Lohnentwicklung liegt bei der IG Metall und dem DGB. Dort will man nur moderate Lohnerhöhungen, um in langfristiger Perspektive gegen chin. Unternehmen et al zu bestehen. Die Eurowährung mit den fixen Wechselkursen wurde dabei als Vehikel genutzt, um in Europa durch Preispolitik Marktgewinne zu erzielen und sich mit Kapital vollzusaugen.

    Die Schlussfolgerung daraus mag seltsam klingen, aber es ist im Interesse der dt. Gewerkschaften, dass Deutschland die Lohnzurückhaltung nicht aufgibt. Daran wird sich auch nicht viel ändern, da die Gewerkschaften letztlich mit sich selbst verhandeln. Verrückt, aber so scheint es zu sein.

    Trotzdem waren die Paritätsgesetze mE brilliant. Sie haben die Gewerkschaften gezähmt und zu langfristig orientierten Marktspielern gemacht. Wie es ohne dieses Vehikel aussieht kann man an Grossbritannien et al beobachten. Die Gewerkschaften wurden geschliffen und Industrie verkommt.

    • G. Nardone sagt:

      @Schneider:
      – „um in langfristiger Perspektive gegen chin. Unternehmen et al zu bestehen“
      Das ist aussichtslos, denn China hat eine eigene Währung die sie abwerten könnte, sie ist nicht im Euro-Raum! Und nehmen wir mal an, China wäre im Euro-Raum und würde selbst auch Lohnzurückhaltung betreiben, um gegen deutsche Unternehmen zu bestehen? Wer gewinnt und wer vierliert?

    • A. Schmitt sagt:

      Es gibt keine Tarifautonomie in Deutschland, das ist eine glatte Lüge, jeder Unternehmen kann seine Beschäftigten jederzeit um Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Zeitkonto usw. betrügen. Und all das mit dem Segen der Gewerkschaft, Öffnungsklauseln nennen es die Deutschen. IG Metall hat 2003 ihre Mitglieder mit einem neuen Mantelvertrag um 200 € weniger Lohn pro Monat betrogen. Der beste Unternehmer in Deutschlan ist derjenige, welcher seine Mitarbeiter um den meisten Lohn betrügt.

  • Helga Hanson sagt:

    “ Es ist in der Tat nicht nachvollziehbar, weshalb die deutschen Arbeitnehmer nicht auch ihren Anteil an den erzielten Produktivitätsfortschritten in Form höherer Löhne erhalten sollen.“ Es ist ein Mythos zu behaupten, dass die meisten Arbeitnehmer in Deutschland schlecht bezahlt sind. Die, die gut qualifiziert sind werden auch gut bezahlt, denn sie sind Mangelware und so sorgt Angebot und Nachfrage für eine bessere Bezahlung.

    Und im Übrigen war Deutschland auch schon vor der Einführung (Buchgeld:1.1.1999 – Bargeld: 1.1.2002) des Euro Exportweltmeister (1986, 1987,1988,1990) – vielleicht möchte der Autor diese Tatsache auch einmal erklären. Und warum soll sich Deutschland den weniger erfolgreichen Euro-Ländern angleichen? Es sollte doch erstrebenswert sein, Erfolg zu erzielen, nicht Mittelmäßigkeit.

    • A. Schmitt sagt:

      Deutschland muss sich nicht angleichen, Deutschland wird dank neuer Währung angeglichen. Das wird aber nicht so erfreulich, wie Sie erwarten.

  • Hansruedi Balschbacher sagt:

    Und auch wenn in Deutschland die Löhne steigen, würde sich an der Leistungsbilanz nicht viel ändern, denn was würden die Deutschen mit dem zusätzlichen Geld tun? Richtig, deutsche Waren kaufen. Wer kauft sich schon einen Peugeot, wenn er sich einen Mercedes leisten kann?

    • A. Schmitt sagt:

      Die Ausländer werden sich aber keine Mercedes, Audi und BMW leisten können, darum geht es. Die Deutschen sollen sich doch den Mercedes gönnen und nicht das Zeug ins Ausland auf Kredit verkaufen.

    • seebueb sagt:

      Zudem würden einige Ausländer, die sich bis jetzt überhaupt kein Auto leisten konnten, eines kaufen. Bspw einen in Spanien fabrizierten SEAT, Spanien ist seit kurzem Europas Autobauer Nummer zwei.

  • Bernd Brot sagt:

    Warum arbeitet man sich immer an Deutschland ab? Die Schweiz erzielt pro Kopf viel höhere Überschüsse und das auch kontinuierlich. Wenn man Ratschläge loswerden will, dann doch erstmal zu Hause. Wenn man Rezepte ausprobieren will, dann doch bitte zu Hause. Wenn man riskieren will, auf die Nase zu fallen, dann doch bitte selber. Wieso müssen wir immer anderen ungefragt unsere Ratschläge aufdrängen, an die wir uns selber allerdings nicht im entferntesten halten wollen? Und warum wollen wir uns selber nicht daran halten? Weil wir entweder nicht davon überzeugt sind oder Nachteile befürchten.

    • A. Schmitt sagt:

      Gerade verschwinden schweizer Überschüsse auf ein Nimmersehen, nur Sie wollen das nicht wahrhaben. Es ist das System, ohne Guthaben keine Schulden, ohne Schulden kein Guthaben. Weil die anderen zu viele Schulden haben, werden die Schweizer keine neuen Guthaben anhäufen können. Das werden Sie noch lernen müssen.

  • Rolf Zach sagt:

    Eine Leistungsbilanz-Defizit oder Überschuss spiegelt in einem Industrieland, die entsprechenden Machtverhältnisse. Warum besteuert der deutsche Staat nicht einfach die Exportgewinne der deutschen Industrie? Wir dürfen nicht vergessen, dass Deutschland zwei Weltkriege verloren hat, was immer den Verlust auch des Ausland-Vermögens und besonders der Direkt-Investitionen bedeutete. Deutschland war jahrzehntelang in der Liste der Direktinvestitionen hinter Ländern wir USA, Grossbritannien, Niederlande, Frankreich, der Schweiz und eine Zeit lang sogar von Japan. Die deutsche Industrie ist fest entschlossen, diesen Zustand zu ändern. Dies ist besonders bemerkbar in der Autozulieferer-Industrie, wo grosse Player wie Continental und ZF grosse Einkäufe in den USA vornehmen und auch diejenigen deutsche Familien-Unternehmen zurückkaufen, die vor 1990 nach den USA verkauft wurden. Es ist für die Amerikaner nicht mehr so leicht Konzerne in Deutschland zu kaufen mit europäischen Krediten, die sind heute zu teuer und auch das industrielle Verständnis der Amerikaner fehlt. Sie sind nur noch tätig als Heuschrecken in der Form von Finanzgesellschaften. Diese Entwicklung gilt auch in anderen Branchen wie der Chemie und dem Maschinenbau. 1970 schrieb Servan-Schreiber das Buch „Le défi américain“ und sagte voraus, dass die US-Industrie aus Europa eine US-Industriekolonie mache. Dieses Gefühl von damals wollen die Deutschen nicht zurück. Natürlich gibt es auch sehr blöde Ausland-Investitionen der Deutschen, wenn wir an die Schattenbanken in Irland im Eigentum der öffentlichen Landesbanken denken. Eine richtige Horrorgeschichte. Wir können heute feststellen, trotz Japan, ist die deutsche Autozulieferer-Industrie die bedeutendste der Welt.

  • Marcel Senn sagt:

    Bei einem solchen Handelsüberschuss von 30.5 Mio Sozialpflichtig beschäftigten 7.2 Mio Geringfügig entlohnte Beschäftigte zu haben ist ja eine Schande für Deutschland – das sind 23.75%!
    .
    Wenn der Erfolg von Deutschland zu einem nicht geringen Teil auf fast schon sklavenähnlichen Ausbeuterarbeiterverhältnissen beruht – dann ist das „Erfolgsmodell“ Deutschland als gescheitert zu betrachten!

    http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Beschaeftigung/Beschaeftigung-Nav.html

    Dazu kommt noch die Praktikantenschwemme, die Zeitarbeitsverträge etc etc – irgendwann wird sich das noch rächen, spätestens wenn in Deutschland eine grassierende Altersarmut herrscht infolge der zuwenigen Geburten!

    http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/standortproblem-nirgendwo-auf-der-welt-werden-weniger-kinder-geboren-als-in-deutschland_id_4716601.html

    • Markus Ackermann sagt:

      Ja, die Massenverelendung betrifft nicht nur den Süden. In D ist sie einfach versteckt.
      .
      Das ist nicht die einzige Schande für D: die DURCHSCHNITTsrente in D liegt unter der AHV-MINIMAL-Rente
      http://www.wiwo.de/politik/deutschland/berechnungsvergleich-so-viel-rente-bekommen-sie/7087760.html
      .
      Wie ist so etwas überhaupt möglich trotz des wirtschaftlichen Erfolges von D?
      Die deutsche Einheit (gem. wikipedia mit Kosten von ~2 Bio. €) wurde zu einem grossen Teil via Sozialkassen finanziert, also gleichsam aus einem Schattenhaushalt bzw. in die Zukunft verschoben.
      In diesem Zusammenhang mag man sich auch an Hartz4 erinnern … und dann wären wir wieder bei der These von Flassbeck
      … und einem Ausblick zu den Kosten einer allfälligen, künftigen europäischen Integration (Kosten > 10-Faches der dt. Einheit)
      … oder die „unverhandelbaren“ 4 Grundfreiheiten fallen:
      -> Kapitalverkehrskontrollen gab es schon und darüber wird in der EU immer offener diskutiert
      -> der freie Verkehr von Waren und Dienstleistungen ist ohnehin nicht so frei, wie von den EU-Fans dargestellt
      -> nicht einmal die Personenfreizügigkeit ist HEUTE in der EU unbeschränkt

  • Roli sagt:

    Der Überschuss ist erwünscht, denn die Demographie (mit der Überalterung) von Deutschland verlangt zwingend nach Reserven um die Renten und Betreuungskosten der Alten auch in Zukunft zahlen zu können.
    Der Staat sollte in Infrastruktur investieren, aber bitte nicht als Unternehmer wie die Beispiele von Berlin (Flughafen) und Hamburg zeigen!
    Wäre Deutschland nicht im Euro, dann wäre der Überschuss kleiner, denn die D Mark hätte das gleiche Problem wie der Franken, was dann positiv für die Schweiz wäre.

    • Hamburger sagt:

      Ihr Beispiel mit der Hamburger Philharmonie ist nicht korrekt. Hamburg ist der Auftraggeber und eine Privatfirma der Unternehmer. Und in diesem Fall hat Hamburg im Nachhinein so viele Änderungen gewünscht, dass die Statik nicht mehr tragbar war. Daher die Mehrkosten, von 500 zu 800 Millionen. Im Übrigen kann sich Hamburg dieses neue Spielzeug leisten. Aber der Punkt ist, dass Deutschland sich ein Investitionsprogramm auferlegt hat (ab 214) in Infrastruktur, Forschung und, und, und. Nur, gwisse Intitutionen sind damit nicht so einverstanden. Draghi: „Deutschland könnte mehr investieren“. Und Frau Lagarde hat auch solche Probleme mit Deutschland. Die haben aber Sorgen….

  • Dominik Grimm sagt:

    Die deutsche Wirtschaft exportiert deshalb soviel weil die Bundesregierung und die Bankenlandschaft eine Lieferanten Finanzierung betreiben. Dies bedeutet dass sämtliche Überschüsse nicht im Inland reinvestiert werden sondern chronischen Pleiteländern zu Verfügung gestellt werden, gut erkennbar am Target2 Saldo Deutschlands. Dieses Target2 Saldo kann jetzt schon nie mehr beglichen warden, Deutschland verschenkt somit seine Produktion.
    Den Unternehmen fehlen somit die Mittel Produktivitätsverbesserungen anzustossen, die Unternehmen entwickeln sich auch nicht weiter in zukünftige Absatzmärkte da sie den aktuellen Absatzmarkt subventionieren. Nachdem offensichtlich wird dass dieses Verhalten nicht mehr bezahlbar ist warden die Absatzmärkte zusammenbrechen, zusammen mit den Exportunternehmen, einem grossen Teil der deutschen Wirtschaft.
    Die Schweiz hat sich bis Anfang 2015 auf dem selben destruktiven Pfad befunden, die Entkopplung vom Euro sorgt nun für eine, nicht unschmerzhafte, Restrukturierung der Wirtschaft. Schweizerische Unternehmen, die gesamte Schweizerische Wirtschaft werden in 10 Jahren noch starker sein, während die deutsche Wirtschaft in grossen Teilen implodiert sein wird.

    • Ingo Nimbus sagt:

      Prognosen sind immer schwierig….besonders wenn sie die Zukunft betreffen.
      Die wichttigsten Exportländer Deutschlands sind in der Reihenfolge ihres Volumens Frankreich, USA, GB, China, NL, A, I, P, CH und B. Da spielen die Target Salden keine große Rolle. Griechenland ist ein Sonderfall aber ein Grexit würde D im Verhältnis zum BIP weit weniger treffen als z.B. Slovenien.
      Ich denke die deutsche Wirtschaft ist mit ihrer Produktstruktur und mittelständisch geprägten Innovationskraft ganz gut aufgestellt. Ich kann jedenfalls mittelfristig keine „Implosionsgefahr“ erkennen. Sollte das aber dennoch eintreten hätte die CH Wirtschaft ein ernsthaftes Problem mit ihrem wichtigsten Handelspartner. Der Strudel dürfte ein mächtiges Finanzloch in etliche Kantönli reißen.

      • Josef Marti sagt:

        Man sollte Frankreich nicht vergessen. Fakt ist, dass ca. 2/3 des deutschen Nettoauslandsvermögens inzwischen aus wertlosen Targetforderungen, Hilfskrediten und Staatspapieren von Pleiteländern besteht, während die Besitzer der Exportbranchen sich dumm und dämlich garniert haben. Was gerne vergessen wird ist auch der Umstand, dass auch Länder ausserhalb Eurozone ihre deutschen Importe mit von der südeuropäischen Notenpresse gedruckten Euros bezahlen; diese haben sie nämlich aus ihren eigenen Exporten von dort bezogen.
        Man sieht auch an der Bilanz der Bundesbank, dass praktisch die ganze deutsche Geldbasis inzwischen aus südeuropäischen Druckeuros besteht, welche seit 2008 als Aussengeld das deutsche Binnengeld fast vollständig verdrängt haben.
        Für die deutsche Masse der künftigen Rentner siehts also zappenduster aus. Ein Musterbeispiel von Umverteilung der Risiken einer verfehlten Wirtschaftspolitik mithilfe der EZB Politik auf die Allgemeinheit zugunsten einer schmalen Schicht von Profiteuren.

  • Ingo Nimbus sagt:

    Tatsächlich ist daß der Exporterfolg von Waren und Dienstleistungen nicht nur den Preisen geschuldet ist sondern insbesondere wird die Wettbewerbsfähigkeit auch durch Qualität und den Kundennutzen erzeugt. Hinzu kommt daß Kosten ja nicht nur Lohnkosten sind sondern ein hoher Anteil von Komponenten und Teilen der Exportgüter vorher importiert werden. Das können durchaus Werte von >70% sein. Inwieweit die Finanzkrise mit der deutschen Leistungsbilanz zu tun hat vermag ich nicht zu beurteilen. Tatsache ist daß es im Krisenjahr 2008 Maßnahmen gab um die Folgen der Wirtschaftseinbrüche durch die internationale Finanzkrise ($, BP, €) zu kompensieren. In der Folge konnte die deutsche Wirtschaft mit uneingeschränkter Kapazität zusätzliche Anteile der sich erholenden Märkte für sich erschließen.
    Für die Binnenkonjunktur wäre es sicher sijnnvoll die MwSt. zu senken und die Löhne in den unteren Einkommensgruppen anzuheben weil gerade die einkommensschwachen Haushalte davon profitieren und das zusätzliche Einkommen konsumieren würden.

    • G. Nardone sagt:

      @Nimbus: – „wird die Wettbewerbsfähigkeit auch durch Qualität und den Kundennutzen erzeugt“
      Natürlich, aber dafür gibt es keine objektiven Zahlen, die aussagen würden, dass alle Produkte aller anderen Länder, die im Weltmarkt konkurrieren wohlbemerkt, weniger qualitativ und so sein, oder?
      Und selbst wenn die Produkte eines Landes besser als die anderen sind und deswegen die Nachfrage nach diesen grösser ist, dann wird nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage die Währung dieses Landes aufwerten und den Vorteil über zu hohe Preise im Vergleich zu nichte machen.

  • Carmen Heideberger sagt:

    Wenn das alles so super ist und die deutsche Wirtschaftspolitik so erfolgreich, warum steigen denn bei denen die Staatsschulden weiter an und es tummeln sich 20 Mio. vom Staat unterstuetzte Geringverdiener in dem Land der verlotterten Infrastruktur?

  • Pumuckl sagt:

    Ich gebe es zu. Bin kein Experte. Aber wenn man Deutschland mal durch Migros ersetzen würde, dann wäre ein Exportüberschuss doch grundsätzlich mal erwünscht. Dann würde sich keiner hinstellen und weinen, dass COOP, Aldi, Lidl und Volg nun schlechter dastehen würden, nur weil die Migros so gute Geschäfte macht. Auch würde man nicht darüber debattieren, dass die Überschüsse der Migros nur deswegen zustande kommen, weil die Löhne so mager seien. Nein. Man würde den anderen Läden sagen, macht eure Hausaufgaben, lernt, seid innovativ oder packt ein und sucht euch ein anderes Betägigungsfeld. D produziert im Moment, was die Welt will. Das war nicht immer so, das wird auch nicht immer so bleiben. Der schlappe Euro ist dabei sicher ein Vorteil. Es ist aber ein Vorteil, der gleichermassen für alle Länder der Eurozone gilt. Also auch It, Esp, Por, Gr … … ….. Und ja. Es ist zum Nachteil der CH, USA, GB … …. … . Aber es steht jeder Person in diesen Ländern frei, keine deutschen Produkte zu kaufen. Dann löst sich das Problem mit dem Überschuss von ganz allein.

    • Josef Marti sagt:

      Dann müssen Sie aber das neoliberale Modell des unbeschränkten und unbelasteten Waren und Kapitalverkehrs wieder über Bord werfen und zurück zu Protektionismus und Handelsschranken greifen; tatsächlich gibt es immer noch solchen Protektionismus zB ausgerechnet in den USA, typisches Beispiel sind Strafzölle auf chinesischen Autoreifen.

      • Pumuckl sagt:

        Die Strafzölle wären vielleicht eine Variante. Aber das macht man bei der Migros doch auch nicht. Oder hat die Schweiz die Migros schon mal mit höheren Steuern bestraft, damit andere Wettbewerber auf dem Markt bessere Chancen haben? Eben.

    • G. Nardone sagt:

      @Pumuckl: – „… weil die Löhne so mager seien. Nein. Man würde den anderen Läden sagen, macht eure Hausaufgaben, lernt, seid innovativ oder packt ein“
      Gut, sagen sich die anderen Länder, dann werden wir jetzt aber auch „innovativ“ und zahlen auch „magere Löhne“.
      Zum Glück kamen diese bisher nicht auf diese innovative neue Idee …

    • seebueb sagt:

      „oder packt ein und sucht euch ein anderes Betägigungsfeld.“

      Na dann sagen Sie das mal einem ganzen Land.

      Vergleiche und Analogien sind halt manchmal ein bisschen Glücksache.

  • Leo Klaus sagt:

    Man sollte mal nach China schauen. Seit jeher wirft man China vor, die eigene Waehrung billiger zu halten. Zudem wirft man den Chinesen auch vor, sie wuerden fuer Dumpingloehne arbeiten. Und noch, dass China billiger produziert, weil die Umweltvorschriften zu leger sind.

    Nun zu Deutschland: Dank der gemeinsamen Waehrung, geniesst es mindestens 20-40% Waehrungsvorteil. Die Loehne stagnieren, waehrend die Leistung steigt, und die Waehrung faellt. Zudem brennt man bekanntlich Braunkohle um die AKWs zu ersetzen.

    Deutschland ist also nicht viel anders als China. Der Erfolg ist nicht einfach ein Ergebnis irgendwelcher intrinsischen Fleiss und Tugend, sondern viel mehr ein Zeichen, dass die Arbeitnehmer nicht die Fruechte ihrer Arbeit vollumfaenglich geniessen koennen.

    • N. Kamber sagt:

      Deutschland hat einen höheren Aussenhandelsbilanzüberschuss als China.

      Die Braunkohleförderung hat in Deutschland seit 1990 um über 50% abgenommen und die Stromproduktion aus Braunkohle ist 2014 gegenüber 2013 um -2.9%, die aus Steinkohle um -10.4% und die aus Gas sogar um -15.7% reduziert worden.

  • Fabian Stoffer sagt:

    Danke, für den informativen Text! Die Investition in Bildung, würde sich bestimmt lohnen!
    Am Dienstag lief auf ZDF ein Frontal 21-Beitrag zum Thema Schulsterben (Hier das Video: http://www.zdf.de/frontal-21/frontal-21-5989374.html). In Deutschland werden immer mehr Grundschulen geschlossen aus Sparzwängen, die sich die Gemeinden auferlegen. Sie berufen sich dabei auf unseriöse Gutachten einer Firma, die diese zu Schleuderpreisen produziert, und zwar so dass das Ergebnis dem Wunsch des Auftraggebers entspricht. Sprich: Es lohne sich nicht, alle Schulen weiterzuführen. Und dies obwohl der Unterricht eigentlich von genug Kindern besucht würde… Es geht nur ums Geld, beziehungsweise der Streichung von Ausgaben. So wurden Tausende von Schulen geschlossen, deren Gebäude nun zerfallen. Die Kinder haben immer zunehmend einen weiteren Schulweg, der Schlaf leidet darunter und folglich die Leistung. Echt schade in einem Land, das sich deren Fortführung und leisten könnte. Vielleicht müsste die Regierung in Berlin den Gemeinden unter die Arme greifen! Deutschland, investiere in deine Kinder!

  • T. Boss sagt:

    Deutschland hat sich durch dem Euro mit schwächeren Volkswirtschaften verbunden und kann so dem Aufwertungsdruck entgehen. Deutschland, die Einheitswährung und der freie Handel haben die schwächeren, südlichen EU Länder an die Wand gefahren. Deshalb wäre es nur recht, wenn Deutschland diese Länder über Wasser hielte.

    • raimund ritzi sagt:

      …das nennt man dann überspitzt Sozialismus, wenn Deutschland das Geld in Europa verstreuen muss. In diesem Fall können die Südländer weiter ihren Schlendrian pflegen, wenn das gute Geld vom Norden kommt. toll !!

      • Josef Marti sagt:

        Deshalb ist die CH eine kommunistische Steuerhölle, weil sie das Geld den Parasiten in BE und VS für den strukturerhaltenden Schlendrian der dortigen Rednecks auf deren Heimetli verstreut.

      • seebueb sagt:

        Dann ist DE bereits jetzt sozialistisch, mit dem Länder-Finanzausgleich finanziert der DE-Süden (IIRC Bayern und BW, plus ein klein wenig Hessen) die übrigen Bundesländer.

  • Hohe deutsche LB-Überschüsse gab es schon seit Mitte der 80er Jahre. Der Einbruch Anfang der 90er Jahre ist dem Nachholkonsum von 17 Millionen Ostdeutschen geschuldet. Nach 10 Jahren hat sich dies normalisiert und der Euro in Verbindung mit der Agenda 2010 sowie dem Ausstieg aus der gesetzlichen Rente hat Deutschland zum China des 21. Jahrhunderts gemacht. Mit der DM wäre Deutschland heute in einer ähnlichen Situation wie die Schweiz und hätte mit massiven Aufwertungen zu kämpfen; denn langfristig bestimmt die KKP die Wechselkurse.

    LB-Ungleichgewichte bedeuten aber immer zugleich Verschuldungsungleichgewichte. Ursächlich ist die höhere monetäre Kreditexpansion (Wachstum von M1) in den Ländern des Südens gewesen. Aufgrund der Überschuldung dieser Länder ist diese Expansion zum Stillstand gekommen und somit auch die Importüberschüsse dieser Länder. Ungebremst bleiben die deutschen Überschüsse gegenüber Frankreich (da gibt es wohl noch Verschuldungspotenzial) sowie insbesondere den USA und GB, da beide Länder über souveräne Währungen verfügen. Früher gab es Sklavenhaltung, heute gibt es die Devisenmärkte und einen sadomasochistischen Finanzminister. Statt TARGET-Salden sammelt Deutschland nun genau so wie die Schweiz Devisenreserven. Die zerstörerische Geldliebe hatte schon Aristoteles erkannt.

    Relativ gesehen ist übrigens die Schweiz trotz flexibler Währung ein noch größerer ‚LB-Sünder‘ als Deutschland. Hier die kumulierten Werte schön aufbereitet: querschuesse.de/handelsungleichgewichte-in-europa/

    LG Michael Stöcker

    • Josef Marti sagt:

      Sie haben recht, die Schweizer sind unglaublich verwöhnt. Die nicht fällig stellbaren Targetsalden machen ja immer noch ca. 60% der Bilanzsumme der Bundesbank aus, ab 2015 sogar noch ansteigend wegen der Kapitalflucht aus GR. Sodann weist die Bundesbank auch kein Eigenkapital aus sondern nur Bewertungsreserven auf den Gold- und Devisenanlagen, die jeweils nur bilanzintern also nicht ER wirksam angepasst werden. In der CH würden die Politiker bei solchem Ausweis Amok laufen und den Untergang der Eidgenossenschaft beschwören.

  • Hohe deutsche LB-Überschüsse gab es schon seit Mitte der 80er Jahre. Der Einbruch Anfang der 90er Jahre ist dem Nachholkonsum von 17 Millionen Ostdeutschen geschuldet. Nach 10 Jahren hat sich dies normalisiert und der Euro in Verbindung mit der Agenda 2010 sowie dem Ausstieg aus der gesetzlichen Rente hat Deutschland zum China des 21. Jahrhunderts gemacht. Mit der DM wäre Deutschland heute in einer ähnlichen Situation wie die Schweiz und hätte mit massiven Aufwertungen zu kämpfen; denn langfristig bestimmt die KKP die Wechselkurse.

    LB-Ungleichgewichte bedeuten aber immer zugleich Verschuldungsungleichgewichte. Ursächlich ist die höhere monetäre Kreditexpansion (Wachstum von M1) in den Ländern des Südens gewesen. Aufgrund der Überschuldung dieser Länder ist diese Expansion zum Stillstand gekommen und somit auch die Importüberschüsse dieser Länder. Ungebremst bleiben die deutschen Überschüsse gegenüber Frankreich (da gibt es wohl noch Verschuldungspotenzial) sowie insbesondere den USA und GB, da beide Länder über souveräne Währungen verfügen. Früher gab es Sklavenhaltung, heute gibt es die Devisenmärkte und einen sadomasochistischen Finanzminister (https://zinsfehler.wordpress.com/2014/10/27/schuldmythen-und-das-dilemma-der-schwarzen-null/). Statt TARGET-Salden sammelt Deutschland nun genau so wie die Schweiz Devisenreserven. Die zerstörerische Geldliebe hatte schon Aristoteles erkannt.

    Relativ gesehen ist übrigens die Schweiz trotz flexibler Währung ein noch größerer ‚LB-Sünder‘ als Deutschland. Hier die kumulierten Werte schön aufbereitet: http://www.querschuesse.de/handelsungleichgewichte-in-europa/

    LG Michael Stöcker

  • Jonas Hostettler sagt:

    Ein sehr gut geschriebener und informativer Artikel. Allerdings sind die fünf vorgeschlagenen Massnahmen alleine nicht sinnvoll: Alle führen nämlich dazu, dass der deutsche Staat mehr ausgeben und weniger einnehmen soll. Es bräuchte also einen sechsten Punkt, nämlich die Erhöhung der Steuern in irgendeiner Form für die bisherigen Gewinner der Währungsvorteile (also Private und Unternehmen, die sehr hohe Vermögen im Ausland anhäuften – eben die Bilanzüberschüsse, die im Ausland angelegt wurden). Der Staat soll nur während Rezessionen Schulden machen (also sich Geld bei seinen reichen Bürgern leihen).

  • Josef Marti sagt:

    Flassbeck hat das Thema vor einem Jahr so zusammengefasst, und das dürfte ziemlich auf den Punkt kommen:
    Die gemeinsame Währung wirkt wie ein Schutzschild: Sie wertet nicht im gleichen Maße auf, wie das Land wettbewerbsfähiger wird, weil hinter ihr auch noch die anderen Währungspartnerländer stehen, deren Wettbewerbsfähigkeit spiegelbildlich abgenommen hat. Folglich verschuldet sich das Ausland gegenüber Deutschland laufend. Während jedoch gegenüber fremden Währungen ein Wechselkursrisiko besteht und damit ein – wenn auch nicht kostenloser – Ausweg aus den Wettbewerbsungleichgewichten, steht dieser Weg der nominalen Abwertung den Währungspartnerländern nicht offen. Deren auf Dauer unhaltbare Auslandsverschuldung hat in der Eurokrise ihren Niederschlag gefunden.

  • Joachim Schippers sagt:

    Die Schweiz hat einen Aussenhandelsüberschuss jenseits von 13%, also fast doppelt so hoch wie wie D.

    • seebueb sagt:

      Richtig. Dennoch ist die Aussage im Artikel korrekt (wenn auch vielleicht verbesserungsfähig), er MD spricht von absoluten Zahlen.

  • N. Kamber sagt:

    Weil inzwischen dank dem Druck der Stromkonzerne (Kohle), die Investitionen in erneuerbare Energien in Deutschland reduziert worden sind, wurde deswegen der Handelsbilanzüberschuss ebenfalls erhöht.

  • Josef Marti sagt:

    Innerhalb der Eurozone profitiert der Export von der realen Abwertung infolge relativ tieferer Lohnstückkosten was eine bessere Wettbewerbsfähigkeit insbesondere gegenüber Frankreich ergibt. Ausserhalb Eurozone hilft wie erwähnt wurde die EZB Politik und der schwache Euro. Die vom Autor gemachten Vorschläge mit öff. Investitionen und Bildungsausgaben bei gleichzeitigen Steuersenkungen sind Illusion weil D sich die Schuldenbremse in die Verfassung geschrieben hat, die Katze beisst sich in den Schwanz. Es fragt sich am Schluss aber schon wie die über 5 Billionen Vermögen der privaten Haushalte verteilt sind, schliesslich muss sich bei dieser Entwicklung die Gewinnquote immer mehr zulasten der Lohnquote erhöhen.

  • N. Kamber sagt:

    Dank der Förderung der erneuerbaren Energien, sind die Grosshandelsstrompreise gesunken, wovon die Deutschen Unternehmen zudem direkt profitieren können.

  • Ueli sagt:

    Die Exportüberschüsse sind für Europa ungesund, denn Überschüsse des einen Landes haben zwangsläufig eine steigende Verschuldung der andern Länder zur Folge. Auch die Schweiz hat jahrelang Exportüberschüsse erzielt, dank gestütztem CHF-Kurs. Mit der Freigabe des Wechselkurses sind die Voraussetzungen für einen Ausgleich geschaffen. Dasselbe ist für Deutschland aber nicht möglich, da Europa ja eine gemeinsame Währung hat. Innerhalb der CH wird das Problem der wirtschaftlich starken und schwachen Landesteile mit Ausgleichszahlungen angegangen. Auch Brüssel sollte das als permanentes Instrument einführen, anstelle einmaliger Abschreiber, wie sie im Fall Griechenland wohl unvermeidbar sind.

  • Reto Stadelman sagt:

    Wenn der Staat seinen Gürtel enger schnallt (und als das schätze ich die Vorschläge zur Steuersenkung ein), wird die Privatwirtschaft das gesparte Geld nicht automatisch investieren. Das ist schon möglich, aber alles andere als sicher. Zug wäre sonst ein Industriestandort 😉 Gleichzeitig sollen die Ausgaben bei der Bildung erhöht werden? Einnahmen verringern, Ausgaben erhöhen? Widersprüchlich…
    Auch eine MwSt. Senkung brächte wohl kaum den gewünschten Erfolg. Denn das Geld fliesst ja nicht in die Taschen der Angestellten, sondern in die der vermögenden Investoren. Ich behaupte dass die wenigen Promillepunkte mehr Gehalt für das „Proletariat“ nicht viel bringen würden. Und die Reichen konsumieren deswegen auch nicht plötzlich viel mehr.
    Auch auf die Gefahr hin, dass ich hier „Reichenbashing“ betreibe, so muss man es doch klar sagen: Das Geld, dass das 1 Prozent hortet und primär zu seiner Machterweiterung ausgibt, ist zunehmend ein Problem. Und an dieses Geld kommt man nicht, in dem der Staat den Gürtel enger schnallt. Das ist Voodooeconomics vom feinsten. Reagan lässt grüssen…
    Ich bezweifle dass man das gesparte Geld hervorlocken kann, in dem man versucht den Wirtschaftsstandort Deutschland mit noch mehr Sparen attraktiver zu machen. Investitionen sind eine bessere Idee, aber dazu würde sich der Staat nur noch mehr verschulden denn es ist zweifelhaft, dass die Privatwirtschaft mitzieht.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Böse Stimmen behaupten ja, Deutschland sei das Billiglohnparadies im Herzen Europas…

  • Nick sagt:

    Mir ist nicht so recht klar, wie eine Senkung der Einkommens- oder Mehrwertsteuern die Sparquote (gemeint ist damit wohl auch die absolute Summe der Ersparnisse, oder?) senken und den Konsum fördern sollte. Die Haushalte sparen heute einen gewissen Anteil ihres Einkommens weil sie nicht mehr konsumieren können bzw. wollen. Und wenn sie dann durch Steuersenkungen noch mehr Geld zu Verfügung hätten würden sie plötzlich nicht mehr sparen sondern mehr ausgeben? Hinzu kommt: Gerade die besser gestellten Haushalte würden von Steuersenkungen profitieren und diese sind es auch, die viel sparen.

  • Josef sagt:

    Am Schluss muss der Wert der Importe und Exporte null geben, über eine lange Zeit hinweg und über alle Kanäle, auch die verborgenen. Ein Land kann nicht über lange Zeit mehr importieren als exportieren, denn das zehrt am Vermögen und führt in Schulden. Ein Land kann nicht über längere Zeiträume mehr exportieren als importieren, denn irgendwann hat es alles Vermögen der Anderen. Am Schluss haben die Exportweltmeister alles Vermögen, und die Importweltmeister alle Schulden. Bei Monopoly gibt es dann einen Sieger und man packt alles ein und spielt etwas anderes. In der Realität gibt es keinen Reset-Knopf. Dafür gab es Währungen und Wechselkurse, Kriege, Ländereienverkauf und kontinentale Neuordnungen. Bei Deutschland ist es so, dass es den Importweltmeistern das Geld schickt/schenkt, damit sie sich Deutsche Güter kaufen können. Statt dieses der eigenen Bevölkerung zurückgibt. Target-2, Eigentum von Staatsschulden-Papieren und EZB-Bilanz sprechen eine deutliche Sprache. Es ist darum klar, dass die Exportweltmeister den Importweltmeistern die Schulden erlassen müssen. Im Spiel gibt es ein Ende und Sieger, im Leben gibt es das nicht. Das müssen Politiker und Betriebswirtschafter von Philosophen und Volkswirtschaftern lernen.

    • Helmut Kohl sagt:

      ach Josef, träumen Sie weiter. Was für einen sozialistischen Bockmist man hier lesen muss. Theoretiker und alle die vom Geld Anderer leben. Der Schweizer/Deutsche hält sich halt lieber mit Forderungen zurück und stabilisiert seine Basis, als sofort nach Mehr zu rufen. Genau deshalb geht es der Schweiz und Deutschland so gut. Neider werden immer schreien und mit Pseudoargumenten punkten wollen. Allein dieses “ EinwohnerInnen“ tut weh. Hey, es sind die Schweizer, bzw. die Deutschen. Ich bin hier in Zürich auch Ausländer und damit Gast und trage zum Wohl des Landes bei. Wenn ich es anders haben will muss ich mich um den jeweiligen Pass bemühen. Wenn nicht bleibe ich halt quasi Durchreisender.

  • Fortunat Reiser sagt:

    Was für ein Blödsinn, den Sie da schreiben – weitere Steueranreize, als ob nicht gerade diese derzeit die Welt zerstören würden. Flassbeck ist der einzige, der das Problem so sieht, wie es ist! Seine Argumentation ist nicht plump, sondern simpel. Warum spart Deutschland denn so viel? Weil so wenig Geld im Umlauf ist, welches man investieren könnt. Warum? Weil die Löhne so tief sind. Wachen Sie mal auf und kommen Sie mit uns in die traurige Gegenwart, als desaströse neoliberale Furzideen zu verbreiten!

  • Alexander sagt:

    Seit 2007 also tritt eine historische Anomalie zutage, die gleiche wie die Zinssätze seit 2007 abstürzten? http://de.global-rates.com/zinssatze/zentralbanken/zentralbank-europa/ezb-zinssatz.aspx
    Ohne Rendite keine Investition und das Geld sucht Rendite woanders. Dass es trotz Nullzins ein Risiko gibt, zeigt die Angst vor dem Eurozerfall nach Grexit/Dexit, spätestens dann kommen die Ungleichgewichte wieder ins Lot, weil die BRD Güter und Finanzmittel verschenkt hat.
    Den Gläubigen der Interventionsökonomie alles Gute, aufhalten wird das unausweichliche keiner dieser Zauberlehrlinge.
    Auf falsche Interventionen (Zins und Euro) noch mehr Intervention, Voodoo gemäß dem Lafontaine Sherpa Flassbeck. (Dabei hat Frankreich alles sooo richtig gemacht und seine Unternehmen beinahe zerstört….)

  • Markus Weller sagt:

    Der ganze Artikel verliert mit dem 3. Satz schon viel von seinem erhobenen Zeigefinger, da er sich auf absolute Zahlen bezieht.

  • markus gerat sagt:

    das neoliberale dogma muss siegen! die austeritätspolitik muss siegen! erst wenn europa geringere löhne hat als china oder andere 2. bis 3. weltstaaten ist europa wettbewerbsfähig und das shareholder value glücklich! das gilt im besonderen für griechenland. nur dafür sollten wir alle streben! auch in der schweiz!
    wie hat müntefehring mal in einem anderen kontext gesagt? „wir müssen alle den helm enger schnallen“. wahrscheinlich damit weniger blut durch den kopf fliesst, was uns vom nachdenken ablenken soll.
    (ich hoffe der gewisse zynismus wird deutlich)

  • Richard Gohl sagt:

    Die Gehälter in Deutschland sind lächerlich gering, unabhängig davon, dass die Lebenshaltungskosten tiefer sind als bei uns. Kein Wunder zieht es so viele deutsche Arbeitnehmer in die Schweiz.

    • Frank Rutishauser sagt:

      Herr Gohl, mit Verlaub, Ihre Aussage ist rein vorurteilsgetrieben. Die Mär der „lächerlich“ geringen Löhne ist längst widerlegt. Bitte informieren Sie sich.

    • Wolfgang Erschwil sagt:

      Man sieht wieder einmal, wie gut Sie Deutschland kennen. Der gewaltige Unterschied zwischen Deutschland und der Schweiz ist doch die Tatsache, dass mittlere Einkommen sich ein Haus leisten können, welches auch mit 65 bezahlt ist. Wer kann das in der Schweiz? Die wenigsten.

      • Enrico Stiller sagt:

        Ich habe jahrelang in Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern gelebt. Ich kann die Lebenshaltungskosten gut vergleichen. Der Lebensstandard ist in Deutschland höher als in der Schweiz mit ihren Mondpreisen. Ausser, man kriegt einen schweizer Lohn und fährt über die Grenze zum einkaufen. Deutsche kommen hierher, weil sie hier den Lohn kriegen, ihn aber grösstenteils jetzt oder später (als Rente) in Deutschland ausgeben wollen.
        Und was die Flassbeck-Straubhaar-Kontroverse angeht: Da fehlen bei Flassbeck elementare logische Gedankenverbindungen. Wenn er sagt, dass die Löhne in Deutschland zu schwach gestiegen sind, dann müsste er auch im gleichen Atemzug sagen, dass sie in Südeuropa viel zu stark (über die Produktivität) gestiegen sind. Zudem muss man sich fragen, mit was denn hohe Löhne im Süden während der Krisenjahre erkauft wurden: Mit hoher Arbeitslosigkeit. Die Industrien, die dort wettbewerbsfähig sein könnten, gibt es kaum, und das schon seit Jahrzehnten. Die waren auch nicht da, als D. noch die Mark hatte. Man hat schlichtweg versäumt, sie aufzubauen. Es liegt also nicht nur an Deutschland. Flassbecks Argumentation stimmt hinten und vorne nicht. – Übrigens: Man schaue sich mal an, wer in der Spitzengruppe der Exporteuer PRO KOPF liegt. Da ist die Schweiz ganz vorne.

        • Josef Marti sagt:

          Das bestreitet ja niemand, dass der Süden und F zu teuer waren oder immer noch sind, deshalb müssen Löhne dort runter und in D rauf wenn man es mit einer Währungsunion mit gemeinsamem Inflationsziel ernst meint, es fehlt ja das Ventil der nominalen Abwertung wenn über die Verhältnisse gelebt wird, dasselbe gilt aber auch umgekehrt wenn die Unterbietung nicht mit nominaler Aufwertung gebremst wird. Das Konzept des Mainstreams beruht aber darauf, dass alle sich gegenseitig in einer realen Abwertungsschlacht zu Boden konkurrieren bis auf chinesisches Lohnniveau, um die Profite zu maximieren und vollständig der Gewinnquote einzuverleiben.

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