Logo

Frankenschock: Phase 3 hat begonnen

Tobias Straumann am Mittwoch den 27. Mai 2015
Ein Arbeiter in der Von-Roll-Giesserei Emmenbrücke. Foto: Martin Rütschi (Keystone)

Die Maschinen- und Metallindustrie ist nach wie vor der grösste Arbeitgeber aller Exportindustrien: Arbeiter in der Von-Roll-Giesserei Emmenbrücke. Foto: Martin Rütschi (Keystone)

Es ist nun mehr als vier Monate her, seit die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Euro-Untergrenze aufgehoben hat. Wo stehen wir heute? Wie wird es weitergehen? Es ist wieder einmal Zeit für eine Standortbestimmung.

Der Einfachheit halber könnte man die bisherige Diskussion in drei Phasen einteilen.

In der ersten Phase, die unmittelbar an die Entscheidung der SNB anschloss, dominierten in der öffentlichen Meinung die besorgten Stimmen (mich eingeschlossen). Einige Konjunkturprognose-Institute sagten eine kurze Rezession im laufenden Jahr voraus. Mehrere Beobachter bemängelten die Kommunikation der SNB.

In der zweiten Phase, die im Februar einsetzte, drehte die Stimmung. Der Wechselkurs begann sich zu erholen, die SNB vermochte ihren Entscheid besser zu erläutern, und die unmittelbaren negativen Auswirkungen blieben überschaubar. Ferner übten sich die Branchenverbände in Zurückhaltung. Es machte sich das Gefühl breit, dass die Schweizer Wirtschaft den Frankenschock gut verdauen würde. Die Kritik am Entscheid verstummte. Eine Umfrage zeigte, dass eine klare Mehrheit der Bevölkerung die Überlegungen der SNB guthiess.

Vor wenigen Wochen sind wir in eine dritte Phase eingetreten – zumindest ist das mein Eindruck. Neu ist, dass man anhand der Daten erstmals sehen kann, wie sich die Exportindustrie seit dem 15. Januar 2015 entwickelt. Auch lässt sich nun eine erste Einschätzung des Devisenmarkts vornehmen. Die öffentliche Diskussion ist nüchterner und ernsthafter geworden. Die Zeit der Spekulationen über Sinn und Unsinn des Entscheids und die potenziellen Folgen ist vorbei. Jetzt kann man in Echtzeit beobachten, wie sich die Wirtschaft entwickelt.

Was den Aussenhandel anbelangt, so ist die Bremsspur bereits deutlich zu sehen, insbesondere bei der Maschinen- und Metallindustrie, die nach wie vor der grösste Arbeitgeber aller Exportindustrien ist (Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, 23. Januar 2015).

Bild1

Der Devisenkurs (hier die aktuelle Übersicht auf Tagesanzeiger.ch) scheint bei einem Niveau von CHF 1.04 per Euro festzukleben. Nur beim Dollar hat sich die Hoffnung auf eine baldige Erholung einigermassen erfüllt: Anfang Jahr notierte der Kurs bei etwa CHF 1.02 per Dollar, heute bei 0.95. Eine weitere Grafik der Eidgenössischen Zollverwaltung zeigt dies schön: Die Exporte in den Euroraum gingen zurück, diejenigen in den Dollarraum (USA und Asien) nahmen zu.

Bild3

Wie wird es weitergehen? Die gute Nachricht vorab: Gemäss den jüngsten Zahlen von Eurostat wird das Wachstum der Eurozone höher sein als letztes Jahr – vor allem dank dem tiefem Erdölpreis und dem schwächeren Euro. Das bedeutet, dass die Schweizer Firmen «nur» unter dem starken Franken und nicht auch noch unter einer ausländischen Nachfrageschwäche leiden werden.

Bild2

Könnte das höhere Wachstum der Eurozone dazu führen, dass sich der Euro gegenüber dem Franken wieder aufwertet? Davon ist leider kaum auszugehen. Die EZB wird wohl alles unternehmen, um den Euro schwach zu halten, weil sie weiss, dass eine unterbewertete Währung ein wesentlicher Bestandteil der Erholung ist. EZB-Chef Mario Draghi warnte am Freitag erneut davor, das Ende der Euro-Krise auszurufen, nur weil gewisse Fortschritte erzielt worden seien (Quelle):

The economic outlook for the euro area is brighter today than it has been for seven long years. Monetary policy is working its way through the economy. Growth is picking up. And inflation expectations have recovered from their trough.

This is by no means the end of our challenges, and a cyclical recovery alone does not solve all of Europe’s problems. It does not eliminate the debt overhang that affects parts of the Union. It does not eliminate the high level of structural unemployment that haunts too many countries. And it does not eliminate the need for perfecting the institutional set-up of our monetary union.

Draghi will auf keinen Fall das Risiko eingehen, dass eine Aufwertung des Euro die Erholung frühzeitig abbricht. Das Quantitative Easing wird deshalb noch mindestens ein Jahr dauern.

Der Poker um Griechenland und die spanischen Wahlergebnisse haben ferner bestätigt, dass die politischen Probleme der Eurokrise immer grösser werden. Das Wachstum müsste viel höher ausfallen, um eine spürbare Verbesserung der Lebensverhältnisse herbeizuführen. Die Lage bleibt unberechenbar.

Aus all den genannten Gründen ist eine deutliche Abschwächung des Frankens kaum zu erwarten. Das schweizerische Währungsdrama ist noch längst nicht zu Ende.

« Zur Übersicht

51 Kommentare zu “Frankenschock: Phase 3 hat begonnen”

  1. ast sagt:

    Bitte um Neuauflage dieses Artikels vom Mai 2015.

    1. Wie ist der Stand Anfang 2016
    2. Wie könnte sich die Situation 2016 weiter entwickeln?

    Ich jedenfalls bin mal wieder besorgter als auch schon.

    • Linus Huber sagt:

      🙁 Vielleicht erkennt man auf einmal das Risiko, wenn die eigene Zentralbank Risikokapital z.B. in der Form von Apple-Aktien akkumuliert.

      • ast sagt:

        Der Kauf von Aktien durch Notenbanken widerspricht der Idee von freien Märkten, es kommt zur Wettbewerbsverzerrung, Eine der Folgen davon ist das Investoren die Möglichkeit zur Analyse/Einschätzung der realen Aktienwerte vermindert wird, eine andere Folge davon nennt sich Zitronensozialismus, den wir seit 2008 in gesteigertem Mass hinnehmen müssen.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Zitronensozialismus

        Wir befinden uns inzwischen in einer erweiterten Version des “To big to fail” -Mechanismus, nach den Stützungskäufen der Notenbanken zu Gunsten von Grossbanken wurden die globalen Aktienmärktegestützt. Es entsteht eine Asymmetrie bei Wertpapieren, etwa zu Ungunsten von Papieren auf Rohstoffe.

  2. Wichtig zu erwähnen ist auch noch dass jede Schwäche Stark macht. Welche Bäume in einem Wald sind die Stärksten? Die, welche am Rand draussen stehen und Wind & Wetter ausgesetzt sind.

  3. Arno Gottschalk sagt:

    Statt eines Kommentars: Wie sehen denn die Auswirkungen auf der Importseite der Schweiz aus?

    • Rolf Zach sagt:

      Eine Abnahme der Importe bedeutet eindeutig ein Einbruch der Binnenkonjunktur. Ein gutes Beispiel bedeutet das Autogewerbe, weniger Einfuhr von Autos schlägt sich direkt auf die Beschäftigung und die Konjunktur dieser Branche. Die Preise derjenigen Importgüter, die über ein Monopol verfügen, wird nicht zurückgehen. Unsere bürgerliche Mehrheit im Parlament sorgt dafür, dass es so bleibt. Sonst würden ihre Parteikassen für den Wahlkampf im Herbst nicht mehr von diesen Kreisen aufgefüllt.

  4. Leimgruber sagt:

    Die Wirtschaft darf ruhig mal schrumpfen, es kann doch nicht ewig so weitergehen. Wir haben 140 000 registrierte Arbeitslose ohne die Ausgesteuerten und trotzdem geht die massive Einwanderung weiter.

    • Linus Huber sagt:

      “und trotzdem geht die massive Einwanderung weiter”

      Kein Wunder, wenn jeder Dick, Tom und Harry in den Genuss unseres Sozialsystems gelangen kann. Es ist richtig, quantitatives Wirtschaftswachstum hat nicht wirklich viel mit dem Wohlbefinden der Schweizer zu tun, sondern die Qualität des Wachstums und unseres Systems ist bedeutungsvoll, allerdings wird es immer stärker verwässert, sodass die ursprünglichen Schweizer immer weniger davon profitieren dürften. Es ist ja nicht notwendig, dass wir dauerhaft mehr exportieren als importieren, solange wir die Sozialwerke dementsprechend schützen, respektive anpassen. Aber dies tönt ausländerfeindlich, dabei handelt es sich um die ureigenste Aufgabe der Regierung, deren Existenzberechtigung darauf beruht, dass sie dem Wohle der Schweizerischen Bevölkerung dient. Bei all den Lobby-Aktivitäten dürfte klar sein, wem die Regierungen heute wirklich dienen; schwerlich in erster Linie der Bevölkerung.

      • Rolf Zach sagt:

        Das World Economic Forum hat festgestellt, dass wir diejenige Nation sind, die ihre älteren Arbeitnehmer über 50 am brutalsten behandelt. Hätten wir im Arbeitsrecht Schutzmassnahmen für ältere Arbeitnehmer eingeführt, wäre es nicht nötig gewesen so viele Arbeitnehmer aus dem Ausland zu importieren und gleichzeitig hätten wir jetzt keine Probleme mit der EU wegen der Personenfreizügigkeit. Der geneigte Leser kann sicher selber beantworten, welche Parteien in Bern einen solchen Schutz verhindert haben.

  5. Roli sagt:

    Ja nicht schlechte Nachrichten verbreiten!
    Sonst geht der Konsum zurück, an dem alles hängt.
    Wir konsumieren ja sowieso zu wenig, darum gibt es Bilanzüberschüsse und das ist ja schlecht (Piketti).
    Ich komme mir wie im falschen Film vor, Schulden machen ist gut, von zurück zahlen wird gar nicht mehr gesprochen. Wer Geld auf die Bank bringt bekommt weniger zurück, dank Negativzinsen
    Es lebe der Schuldenmacher!
    Wie bitte soll das dann im Alter funktionieren, da sollen die Kinder bezahlen (von denen es auch immer weniger gibt) oder aber die Roboter. Ja das ist die Lösung.

    Tatsache ist, dass KMU’s mittlerweile in Deutschland nach Bauland suchen, um dorthin ihre Firmen auslagern zu können. Es hat bereits Entlassungen gegeben, die Arbeiter müssen länger arbeiten für den gleichen Lohn. Die Steuereinnahmen zeigen nach unten. Der Export muss abnehmen, damit die Bilanzüberschüsse abgebaut werden, also ist es gut wenn die Firmen dank des starken Frankens nicht mehr ins Ausland verkaufen können. Ja und die schwachen Firmen sollen bitte abspecken, es ist gesund wenn man sich mehr anstrengen muss!

    Dafür wird der informelle Sektor massiv aufgeblasen, Ärzte, Pfleger/innen, Lehrer etc. der Staat hat Stellen aufgebaut. Die Krankenkosten steigen, die Alterspflegekosten steigen. Der Export geht mit wenigen Ausnahmen zurück, die Ausfuhr von Schmuck ist vermutlich wegen der Ausfuhr von Goldbarren nach Asien so gestiegen. In der Schweiz werden die 12kg Barren in kleinere umgegossen und nach Asien exportiert.
    Der Konsum in der Schweiz lässt nach, die Leute kaufen mehr im grenznahen Deutschland und Frankreich ein, dank der Frankenstärke. Aber dafür tanken die Ausländer nicht mehr in der Schweiz, unserem Land entgehen dadurch die MWST und die Treibstoffabgaben – total 1 Milliarde!

    Aber das ist ja alles im Sinne der Gelehrten, damit können die Bilanzüberschüsse abgebaut werden und irgendwann müssen dann die Steuern rauf. Macht fröhlich weiter mit Schulden machen, irgendwann haben wir dann die gleiche hohen Steuern wie im Ausland, alle sind gleich arm allen geht es gleich, jeder soll gleich viel besitzen, ob er arbeitet und spart oder auch nicht. Die neue Gerechtigkeit ist die totale Gleichheit. Darum kommt auch noch die Erbschaftssteuer und die Abschaffung des Bargeldes. Jeder bekommt eine Kreditkarte und jeden Monat bekommt jeder gleich viel. Schöne neue Welt – es geht viel schneller wie ich je befürchtet hatte.

    Der Peg hätte so nicht aufgegeben werden dürfen. Die SNB hat die Lizenz zum Geld drucken. Viel besser wäre ein Staatsfond eingerichtet worden. Mit Papiergeld hätte die Schweiz die besten Firmen auf der Welt aufkaufen können. Papier gegen Hard Assets und diese würden jedes Jahr Dividenden zahlen: für den Staat, für die AHV. das hätte den CHF geschwächt und der Wirtschaft und dem Schweizer Volk genützt. Aber wenn man auf die falschen Berater hört, es gibt das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern, aber als ewig Gestriger versteht man das sowieso nicht, denn dieses Mal ist alles anders.

  6. Joachim Schippers sagt:

    Die USA stehen vor einer Zinswende und der Dollar wird deswegen aufwerten. Im Zuge dessen entwickelt sich auch der SFR/€-Kurs zur Parität oder darunter.

    • Rolf Zach sagt:

      Besteht dafür eine Garantie? Glauben Sie wirklich, die US-Konjunktur ist so robust? Ich habe da meine Zweifel.

      • seebueb sagt:

        Das sehe ich genauso, die Zinserhöhung ist alles andere als sicher. Und nächstes Jahr ist POTUS-Wahl, ein zusätzlicher Faktor der die Fed eher zu spät als zu früh wird reagieren lassen.

  7. Anton Keller sagt:

    Eine Zuwanderung von 30000 im ersten Quartal will nicht ganz zum Bild zu den Problemen des Werkplatz Schweiz passen. Oder sind die 30000 direkt in die staatliche Bürokratie eingewandert?

  8. Stefan Wiesendanger sagt:

    Euphorie aufgrund der genau gleichen Quellenlage:

    Gemäss dem von Tobias Straumann zitierten Bericht der Zollverwaltung war die Entwicklung des Aussenhandels -0% gegenüber Vorjahr, d.h. es wurde die genau gleiche Menge verkauft! Nominal waren es -3% Umsatz, d.h. ein Preisverfall in Franken gerechnet von nur 3%.

    Gleichzeitig war der handelsgewichtete Wechselkurs des CHF aber um 9% gestiegen (SNB: 2015/04). D.h. es konnte eine durchschnittliche Preissteigerung (bzw. qualitative Sortimentsverbesserung) in Fremdwährungen von 6% durchgesetzt werden. Das bedeutet eine Verbesserung der Terms of Trade von 6% innert Jahresfrist, das ist rekordverdächtig!

    Ausdruck dieser ausgeprägten Stärke ist der Handelsüberschuss, der sich im 1Q15 mit +18% gegenüber Vorjahr ungebrochen auf Rekordniveau knapp über 8 Mia. bewegt. Die anderen Kolumnisten MDM und MD müssten jetzt eigentlich wegen “ungelöster Ungleichgewichte” zu Wort melden.

    Aber leiden die Unternehmen? Im Schnitt nicht. Die Export-Preise in CHF sind zwar innert Jahresfrist wie gesagt um 3% gefallen, aber die Produzentenpreise mit -3.5% noch mehr (SNB: 2015/04). Falls das nicht reicht, können die Materialkosten durch einen vermehrter Bezug von Vorleistungen im Ausland bis gegen die 9% Kaufkraftgewinn gesteigert werden.

    Natürlich, Einzelfälle mit ungünstigem Währungsprofil auf Lieferanten- und Kundenseite sowie fehlender Absicherungsstrategie gibt es sicher. Aber über’s ganze gesehen müsste die Exportwirtschaft ein gutes Jahr hinlegen können. Die Berichte über Mehrarbeit (schon: bei gleichem Lohn, bzw. 9% höherem Lohn in internationalen Kaufkraft-Einheiten) wollen denn auch nicht recht zu den professionellen Sorgenfalten von Verbandsvertretern, verschreckter Politik und rapportierenden Medien passen.

    PS: Die von Tobias Straumann zitierten Zahlen und die Grafik der Zollverwaltung sind aktuell und stammen aus der Medienmitteilung vom 23. April, nicht vom 23. Januar.

    • seebueb sagt:

      Wie kommt es, dass die EZV in der ersten Tabelle (Saldo) für 1Q15 real ggü nominal 5,2% Differenz ausweist? Die Differenz beim Export war -2,7% bzw. 4.9% beim Import.

    • Linus Huber sagt:

      @ Stefan

      Danke – Der Teufel liegt im Kleingedruckten oder wie in diesem Falle im Kontext, wobei aus dem Teufel eher ein Engel wird. Die Voreingenommenheit bestimmte wohl die limitierte Betrachtungsweise dieses Artikels.

  9. Hans-Jürgen Lorenz sagt:

    Indessen ist September noch nicht in Sicht, und der Wert des Franken zum Euro nähert sich langsam aber stetig der Parität.
    Zumindest schafft die EZB nachweislich eine erhöhte Binnennachfrage.Im Gegensatz zur SNB, die mit 500 Mrd. und Buchverlusten von ca. 300 Mrd. eine gigantische Luftblase vor sich herschiebt, die der Erhöhung der Produktivität, dem eigentlichen Sinn der Geldvermehrung, diametral entgegensteht.

  10. Rico Meier sagt:

    Die SNB hat per 3/15 gerade mal 4 Mia. in der CH investiert. Ein bescheidener Wert!. Dagegen hält sie per 3/15 534 Mia. mit Fremdkaptial, d.h auf Pump (Giroguthaben der Banken bei der SNB = Fremdkapital der SNB) finanzierte, verwässerte, spekulative Devisenanlagen. Die SNB Bilanz bleibt auch nach der Aufhebung des leidigen Mindestkurses ein belastendes Systemrisiko für die CH (EK 03/15 nur rund 9.7%). Anstatt in der CH zu investieren und die heimische Wirtschaft / Gesellschaft (und damit auch die Exportwirtschaft) gemäss ihrem Verfassungsauftrag zu unterstützen, hat sich die SNB lieber im Ausland verzockt und Milliarden an Volksvermögen verspielt. Dass die SNB ihre Schulden nicht einfach wie ein Geldfälscher durch Gelddrucken begleichen begleichen kann, scheint langsam zu dämmern (Notenbankgeld ist kein Zahlungsmittel = Aktivum für die SNB sondern ein Passivum/Fremdkapital). Vor diesem Hintergrund ist es umso bitterer, dass wir die Folgen jetzt zeitverzögert umso härter zu spüren bekommen und die SNB die Geister die sie rief nicht mehr los wird.

    • Claudio Hammer sagt:

      Na ja Ihre Aussage, dass die SNB “Mrd an Volksvermögen verspielt habe” ist doch etwas einfältige und falsche Propaganda von Ihnen – die Zahlen sagen etwas anderes!
      2008 mitten in der Finanzkrise hatte die SNB 58 Mrd Eigenkapital, per Q1 2015 noch 56 Mrd, hat aber seither noch 4 Mrd an Dividenden an die Kanton ausgeschüttet!

      http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf
      .
      Und überhaupt dieser Mythos die SNB Aktiven resp. das Eigenkapital seien “Volksvermögen” ist rechtspopulistisches unwahres Gelabber! Das “Volksvermögen” besitzen wenn schon der Bund, die Kantone und die Gemeinden!
      Und es auch nicht die Aufgabe der SNB in die Schweiz zu investieren — Sie haben schlichtweg null und nichts von den Aufgaben einer Nationalbank begriffen! Am 15.1.15 hatte die SNB sogar mal gegen 100 Mrd negatives EK für ein paar Minuten nach der Bekanntgabe — also rund 20% negatives EK – und die SNB und die Schweiz gibt es immer noch — so von wegen “Systemrisiko”!

      • Gedankenspiele sagt:

        Ich empfehle, die absurden (meine Wertung) Theorien des “Dr. Marc Meyer” auf Inside Paradeplatz zu lesen. Beängstigend. Dort steht auch, dass CS, UBS und Konsorten ihre Bilanz deponieren müssen, wenn die SNB negatives Eigenkapital aufweisen sollte.

        • Marcel Senn sagt:

          Gedankenspiele: Ja ja unser Dr. Marc Meyer — erstaunlich dass sich dieser noch nicht gemeldet hat – mit dem hatte ich schon dutzendweise “Gedankenaustausch” bei fast jedem Artikel zur SNB auch im Newsnet!
          Gut wenn die SNB theoretisch über längere Zeit ein sehr hohes negatives EK hat, dann könnte es tatsächlich sein, dass sie mit der Zeit illiquid würde, wenn das neg. EK die Notenbankgeldmenge auf der Passivseite von rund 66 Mrd übersteigt oder sie müsste dann OF einen Grossauftrag geben um neue 1000 Noten zu drucken, damit sie eventuelle Abflüsse bei den Sichtguthaben noch begleichen könnten.
          Wenn die globale Bondblase platzen würde, könnte es bei der SNB mit rund 370 Mrd Bonds und einer Duration von 4.1 schon noch ziemlich rumpeln!

          • Rico Meier sagt:

            Drucken kann sie soviele Noten wie sie will aber nicht in Verkehr bringen. Inverkehr bringen kann sie diese nur über einen Passivtausch Giroguthaben an Notenumlauf oder wenn sie einen Vermögenswert in ihre Bilanz aufnimmt und dagegen Banknoten emittiert (Aktiven an notenumlauf) Bilanzverlängerung. Es bleibt dabei Notenbankgeld ist kein Zahlungsmittel für die SNB sondern Fremdkapital = Schuld. Einfach mal locker die Bilanz der SNB studieren. Aber wie gesagt man darf natürlich weiter von der wundersamen Geldschöpfung aus dem Nichts träumen.

          • Anh Toan sagt:

            Es bleibt eine Schuld der SNB, etwa wie wenn ich eine Schuld mit einem Wechsel oder Check bezahle. Der Unterschied ist, dass die Wechsel der SNB (Banknoten) ewig laufen: Die SNB kann ueberschuldet sein, sie ist dennoch nie zahlungsunfähig, solange sie CHF bezahlen muss: Schreibt die SNB 1 Zillion CHF auf ein Papier hat sie nicht mehr Eigenkapital, aber mehr Liquidität.

      • Rico Meier sagt:

        Es macht einen Unterschied ob sie dauerhaft absaufen oder für ein paar Minuten. Sie müssen schon die Bilanzsummen und die Struktur vergleichen. Sie sind aber in guter Gesellschaft mit ihrem festen Glauben, dass die SNB kein Systemrisiko ist – ich will ihnen ihr Matterhorn ja nicht stehlen. Was ist aber wohl näher am SNB BV Auftrag – auf Pump gekaufte spekulative Devisenanlagen beinahe im Ausmass des CH BIP? Sich diese Frage kritisch zu stellen ist rechtspopulistisch?

        • Rico Meier sagt:

          @Ahn Toan
          Genau hier liegt der Irrtum Notenbankgeld ist eben keine Liquidität / Vermögen sondern Fremdkapital für die SNB. Sie hat die Devisenanlagen auf Kredit gekauft aber eben nicht bezahlt.

          • Josef Marti sagt:

            Mit diesem Unsinn können Sie uns jetzt wirklich bald verschonen. Schicken Sie doch mal einen Geldschein der Notenbank zur “Einlösung” wie es ja jedem Bürger versprochen wird, und warten Sie mal ab was dann passiert.

        • Rolf Zach sagt:

          Was sagte Herr Jordan nach der Aufgabe des Mindestkurses. Der Schweizerfranken werde sich in kürzester Zeit von 1.05 auf 1.15 gegen über dem Euro wieder abgewertet. Was haben wir heute, er bleibt bei 1.04, auch wenn der Dollar sich gegenüber dem Euro nicht so aufwertet, wie alle Welt erwartet hat und die Zinserhöhungen in den USA nur ein leises Lüftchen sind und kein starker Wind sich abzeichnet. Unsere Nationalbank ist und bleibt von allen Zentralbanken der Meister der Deflation und wir werden es zu schmerzlich zu spüren bekommen. Laut Wikipedia ist der Schweizerfranken mit weniger als 0.5 % als Reservewährung bei den Zentralbanken gehalten, bei der Schwund-Währung Pfund ist es gegen 5 %. Auch ist die Stellung des Schweizerfranken im internationalen Devisenhandel bewegt sich auf der Höhe des CAN$, obwohl die UBS der fünftgrösste Devisenhändler der Welt ist. Im Gegensatz zu 1978, mit der damaligen überraschenden Einführung der Negativzinsen durch die SNB, ist die jetzige Übung betreffend Negativzinsen durch die gleiche Bank eine unglückliche Massnahme, weil der Interbankmarkt London in SFR. von der Nationalbank nicht kontrolliert werden kann. Für die Multinationalen und die grossen Banken ist der Negativzins ohne Bedeutung, dafür verfolgt die Nationalbank unsere Pensionskassen und die kleinen Banken, ein völlig widersinnige Prestige Angelegenheit. Die Verwalter der grossen liquiden Mittel von Reservewährungen müssen ihre Schweizerfranken Bestände gar nicht vergrössern. Sie haben relativ wenig Schweizerfranken und für diese Leute ist der Schweizerfranken eine Spekulation mit geringen Risiken, aber grossem Gewinn (Tresörchen-Effekt!),

  11. Alex Zatelli sagt:

    Dieser unübersehbar überstürzte Entscheid hat die Glaubwürdigkeit der SNB massiv untergraben. Wer nach einem medialen Trommelfeuer aus Investorenkreisen so handelt, ohne es gut begründen zu können, zeigt, wer in Sachen Geldpolitik in der CH wirklich das Sagen hat.

    Erst aus dem Hintergrund Hildebrand gestürzt, dann aus dem Hintergrund den Abschied der Anbindung durchgestzt. Die SNB steht in Wahrheit als eine Truppe Hampelmänner da. Allen intelligenten Lösungen (z.B. Währungskorb) hat sie sich unbegreiflicherweise verschlossen.

    Unabhängigkeit der SNB = Marignano-Mythos.

    Die parasitäre CH-Finanzindustrie (stark geworden dank Steuerhinterziehungsmodellen) hat die Bedeutung eines WERKplatzes eh noch nie begriffen.

  12. jan sagt:

    Die Auswirkungen auf die Wirtschaft sind noch nicht ablesbar aus dem ersten Quartal. Vor allem bei den hochwertigen Exportgeschäften des Maschinenbaus sind langfristige Verträge noch einzuhalten. Diese werden aber irgendwann auslaufen und ich kann mir vorstellen, dass grosse Europäische Technologiekonzerne wie Airbus, Daimler Benz, Bosch etc dann woanders bestellen und fertigen lassen als in der Schweiz. Der Süddeutsche Raum ist ebenfalls bekannt für Hochpräzision und wird davon profitieren.

    Leider sind den KMU die Hände gebunden und es bleibt nichts anderes übrig als zu hoffen, dass der Euro in absehbarer Zeit wieder steigt, hoffentlich ab September 2016 spätestens. Auch das Hickhack um Griechenland sollte schnellstens beendet werden. Egal wie.

  13. Rolf Zach sagt:

    Mir war die Aufhebung des Mindestkurses seit seiner Einführung ein missglückte Sache unserer Nationalbank. Warum? Beginnen wir mit dem Export von Schweizer Produkten. Wir müssen unterscheiden, ob die Exportprodukte Markenartikel sind, durch Patente geschützt werden und ein Nischenprodukt, wo nur in der Schweiz gekauft werden kann. Ferner Produkte, die nicht patentgeschützt sind und die Schweiz Zulieferer ist für grosse Konzerne im Ausland. Die Uhrenindustrie ist eine Markenartikel-Industrie und sie kann sich gegen die Aufwertung des Schweizerfranken bis zu einer gewissen Grad wehren. Eine Rolex ist eine Rolex und für den Käufer ein Prestige-Objekt. Weder die Japaner noch die Chinesen haben solche Marken. Bei der Pharmaindustrie sind es die Patente, die die Exporte schützen und der Fabrik-Verbund solcher multinationaler Konzerne, die auch einen hohen Grad an Automatisierung besitzen. Anders sieht es dagegen in der Maschinen- und Metallwarenindustrie aus, die direkt auf den Märkten der deutschen und japanischen Konkurrenz ausgeliefert ist. Diejenigen Firmen, die Ausländern gehören, werden ihre Maschinen abbauen und die Arbeitsstellen ins Ausland verlagern, mit Vorliebe zum Beispiel nach Sachsen, dass eine Gegen ist, die vor 100 Jahren eine bessere Industrie-Kultur hatte als die Schweiz und wieder dabei ist, ihre damalige Stellung zurückzuerobern. Ein gutes Beispiel ist die US Firma, die von der Wincor Holding deren Plastikteil übernommen hat und mit allem jetzt nach Sachsen auslagert (ca. 800 Arbeitsplätze). Alle werden entlassen, ausser ein paar Ingenieure, die die Maschinen in Sachsen wieder aufbauen müssen. Kann auch die Emser Werke treffen, weil die Amerikaner in Deutschland den Plastiklieferanten wechseln, z.B. die Rehau in Franken. Dieses Beispiel gilt für alle ausländischen Direktinvestitionen in der Maschinenindustrie. Ferner werden auch Firmen in Schweizer Besitz zunehmend von der Auslagerung der Produktion ins EU-Gebiet erfasst. In der Schweiz bleibt nur noch das Entwicklungszentrum und die Produktion von den Teilen, die sehr kompliziert sind. Wie viele Arbeitsplätze kostet dieser Prozess, es kann sich durchaus auf 100’000 Stellen und mehr belaufen. Es trifft nicht nur Ausländer, sondern auch Schweizer, ebenso Facharbeiter und nicht nur Hilfsarbeiter. Die EU-Ausländer werden die Schweiz erst verlassen, wenn sie ihr Recht auf Arbeitslosen-Geld voll ausgeschöpft haben. Im Gegensatz zu den 90er Jahren wird der Finanzplatz keine kaufmännischen Arbeitskräfte aus dem Industriesektor übernehmen. Dort findet ein Hauen und Stechen statt von zuunterst bis zuoberst. Das internationale Geschäft der Schweizer Banken geht nach London. Der Schweizer Finanzplatz ist nur noch eine lokale Angelegenheit und dient als Quersubventionierung der Stellung der Schweizer Banken in New York. Auch das “Wealth Management” wird unter Zürcher Namen von London aus gesteuert. Das ist der erste Teil der Erklärung, was die Warenströme erklärt, dazu kommt noch der finanztechnische, der auch einer näheren Erklärung bedarf.

  14. Jawohl sagt:

    Die wahre Tragödie besteht wohl in dem (freiwilligen ? unfreiwilligen ?) Tandem eines

    neoliberalen Schäuble, dem auch eine gewisse Sturheit nicht abzusprechen ist
    und den
    beschränkten Möglichkeiten einer EZB.

    Wenn man Einblick hat, wie die CDU überhaupt Ihre enorme Machtfülle sich ‘erarbeitet’ hat

    (Albrecht Müller hat da einiges dazu beigetragen, den Zugang zu diesem Wissen zu pfaden)

    dann,

    graust einem vor den Folgen dieser gesteuerten Sachzwänge.

  15. Hans Käslin sagt:

    Die Schweizer Wirtschaft hat sich durch den Mindestkurs überhitzt während die EU Wirtschaft am Boden lag. Dies hat sich massiv auf die Zuwanderung ausgewirkt.

  16. Hans Grob sagt:

    Wie lassen sich die nun absurd hohen Lohnstückkosten mit einer beschleunigten PFZ-Immigrationszunahme vereinbaren? Der Zug-Faktor X-fach höherer Lohn ist da, aber die meisten dieser Arbeitsstellen sind nicht wirklich produktiv, entsprechend den vorwiegenden Emigrationsländern. Eine portugiesische Putzfrau in Rolle verdient nun umgerechnet mehr als ein Richter in Coimbra. Verkehrte Welt! Und alle schnell noch in die Schweiz, bevor die wohl zahnlose MasseneinwanderungsInitiative in Kraft tritt.

  17. Roland K. Moser sagt:

    – Gemäss der Wirtschaft werden wegen der Aufhebung der Untergrenze massiv Stellen abgebaut. Und es geht der Wirtschaft immer schlechter.
    – Im ersten Quartal sind netto 25’000 Personen in die Schweiz eingewandert. Bis Ende Jahr werden es also 100’000 sein.
    Welche Aussage stimmt jetzt und wer lügt? Das BfS oder die Wirtschaft?

    • Stefan Wiesendanger sagt:

      Der Strukturwandel findet im gewohnten Umfang statt, die Wirtschaft ist überbesorgt, das BfS rapportiert gut und effizient, niemand lügt.

      • Roland K. Moser sagt:

        Die Wirtschaft ist nicht überbesorgt. Die Wirtschaft hat bis Ende Jahr den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen bekannt gegeben.

    • Anh Toan sagt:

      Niemand luegt: Die Einwanderer ersetzten zu teure Schweizer, der zu starke CHF muss kompensiert werden, die Lohnkosten in CHF gesenkt werden, interne Abwertung oder Deflation halt.

    • Anh Toan sagt:

      @Roland K. Moser: Niemand luegt: Die Einwanderer ersetzten zu teure Schweizer, der zu starke CHF muss kompensiert werden, die Lohnkosten in CHF gesenkt werden, interne Abwertung oder Deflation halt.

      @Beitrag: Phase 3: Die vorhergesagten schlechten Nachrichten sind Realitaet: Ecportrueckgang, Detailhandelsumsatrueckgang, industrierueckgang Headlines überall. Die Rezension kommt q2 und q3 werden negativ, ich bleibe dabei.

      • Roland K. Moser sagt:

        Gemäss der Wirtschaft kann nur einwandern, wer einen gültigen Arbeitsvertrag hat. Werden dieses Jahr 100’000 Schweizer durch Einwanderer ersetzt?

  18. Marcel Senn sagt:

    Ich warte immer noch auf die neusten NIIP (Net International Investing Position Zahlen) vom 31.3.2015 – Per Ende 2014 betrug die NIIP der Schweiz positive 816 Mrd Fr. (4.24 Bio Fr. CH-Guthaben, 3.43 Bio Ausländische Guthaben in der CH) – wie wurden diese durch den 15.1.2015 durchgeschüttelt? Ich vermute um eine 200-300 Mrd Abnahme gegen “unsere” Gunsten, but still positiv!
    .
    Ansonsten hat die SNB gemäss den Weekly Monetary Policy Data vermutlich in den letzten Wochen nochmals für rund 11 Mrd Franken Devisen zugekauft – aktuell betragen die Sight depotits rund 454 Mrd Franken — vor rund 6 Wochen warens noch 443 Mrd — also macht die SNB macht weiterhin Stützungskäufe unter dem Radar der Oeffentlichkeit wie die Zahlen vermuten lassen!
    .
    Mit einer Duration von 4.1 ist die SNB in der Bondblase doch auch involviert – das Q2 Resultat könnte nochmals ein paar Mrd. Buchverluste bedeuten.
    .
    Die Firmenabwanderung resp. Zunahme der AL wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen – “gratis” wird der MK Ausstieg definitiv nicht sein – allerdings mildern die gefallenen Importpreise den negativen Effekt auch in der Grössenordnung von 30-40%.
    .
    Da rund 75% der CH Exporte mit technologisch hochstehenden, patentgeschützten oder prestigeträchtigen Produkten korrelieren, kann sich der Export bei diesen halten – für alle anderen 0815 Exportgüter wirds enger!
    .
    Aber dass das schweizerische Währungsdrama noch längst nicht am Ende ist, dieser Meinung pflichte ich bei. Eine Rolle spielt sicher auch das Griechenlanddrama….falls GR zur Euro-Zone rausfliegt, kann ich mir allerdings einen Rebound des € vorstellen entgegen allen rechtsbürgerlichen Unkenrufen, die den € zum Wert Null hinstreben sehen — das mit Verlaub gesagt ist dummes Zeug und wäre für die CH fatal (zumal auch die Amiwirtschaft auch nicht wirklich gesund ist)
    .
    The FX Show must go on — neues Spiel neues (Un)Glück….

    • Anton Schneider sagt:

      Auch die in USD bilanzierenden internationalen Konzern sind schwer iim Gewinn betroffen. Leider wird das gerne einfach unter den Teppich gekehrt. Die Kosten der Hauptsitze in Zürich sind exorbitant. Einerseits ist es opportun die “Experten” aus der EU und den USA einzufliegen und mit fragwürdigen Spesenprogrammen zu verwöhnen und andererseits ist Zürich als Standort mit den CH-Löhnen zu teuer. Das “neueste” am Investorday der Zurich Insurance verkündete 300 Mio. Sparprogramm hat es in sich – Massenentlassungen und outsourcing in den Osten Europas haben Top-Priorität. Diese Tatasche hat die hiesige Pressen nicht interessiert, haben doch all nur über die hohe Dividende der Zurich gesprochen. Dies in Kombination mit der PFZ möglichen Erneuerung und Verbilligung der Arbeitskosten am Standort Zürich, ermöglicht es der der Zürich, bis 2018 die angekündigte Milliarde zu sparen und die Alten in die Sozialsysteme der Schweiz abzugeben – das ist die bejubelte Wachstumsstrategie.

    • Stefan Wiesendanger sagt:

      @Marcel Senn:
      Meines Erachtens hat die SNB seit der Aufhebung des Mindeskurses keine Devisen mehr gekauft. Sie können die Verschiebungen in den Fremdwährungs-Reserven praktisch ausschliesslich erklären über:
      – die Entwicklung der Wechselkurse der entsprechenden Währungen
      – Bewertungsänderungen
      – auf Aktien (inzwischen entwickelt sich die Aktienquote in Richtung von 20%!)
      – auf Festverzinslichen
      Die Daten für ein ziemlich vollständiges Bild finden Sie in den verschiedenen Berichten der SNB.

      Bezüglich der NIIP würde ich mir keine so grossen Sorgen machen. Diese ist eine viel ungenauere Schätzung als die meisten anderen volkswirtschaftlichen Zahlen. Es handelt sich um eine Aggregat aus den verschiedensten Bilanzierungspraxen. Zudem bilanzieren Schweizer Firmen im internationalen Vergleich sehr konservativ. Soweit auf beiden Seiten der NIIP Realwerte stehen, bleiben die Relationen langfristig erhalten. Wo man sich tatsächlich sorgen und entsprechend disponieren sollte, sind Nominalwerte, wobei auch hier nicht alles des Teufels ist. Aus den Bruttopositionen können Sie gewisse Rückschlüsse auf die Exposure der Schweiz machen, aber ob die Schweiz in bestimmten Jahren “vorwärts” oder “rückwärts” macht, diese Geschichte können die Nettopositionen nicht erzählen.

      • Marcel Senn sagt:

        Ich bin mir ziemlich sicher, dass die SNB auch nach dem 15.1.2015 noch FX-Käufe getätigt hat, nicht mehr in dem Ausmasse wie vorher, aber jedes Mal wenn der Euro wieder am tauchen war Richtung 1.03 wurde wieder gekauft – die Sichtguthabensteigerungen in den Weekly Monetary Policy Data weisen da stark drauf hin! Nach den Q2 Zahlen wissen wir es definitiv. Und die Sichtguthaben sind in CHF — die haben nicht viel mit FX-Veränderungen zu tun!

        http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/deen/A3_2_Devisenanlagen_der_SNB.pdf

        • seebueb sagt:

          Jordan hat ja gesagt, dass sie bei weiterhin Bedarf aktiv werden, wo auch immer die Schwelle liegen mag.

          Allerdings gilt es zu bedenken, dass die bestehenden Anlagen laufend Cashflow generieren auch wenn die Verfallsrendite gegen Null tendieren mag. Die Couponzahlung generiert Cashflow, der je nach Emissionszeitpunkt teilweise markant über der Verfallsrendite liegt. Analoges gilt für die Aktien.

  19. Emil Roduner sagt:

    Danke fuer die Analyse, Herr Straumann. Ueber die Importe haben Sie aber nichts gesagt. Welchen Anteil der Verluste im Export vermoegen die billigeren Importe auszugleichen? Es gibt ja noch andere Wirtschaftszweige. Wie sieht es mit dem Tourismus aus?

  20. Rolf Rothacher sagt:

    Warum äussert sich jemand, der Geschichte, Soziologie und Wirtschafts- und Sozial-Geschichte studiert hat, zur aktuellen Wirtschaft oder gar zur Zukunft der Wirtschaft? Wenn uns Geschichte eines lehrt, dann, dass die Zukunft nie so eintrifft, wie man sie aus der Vergangenheit ableitet würde. Schon Jakob Burkhardt stellte fest: eine gewusste Zukunft ist blanker Unsinn, denn wenn man sie kennt, handelt man anders und die vorher “gewusste” Zukunft wird verändert.
    Ist ja in Ordnung, wenn jemand sein Momentum ausnutzt und damit Geld verdient. Doch Tobias Straumann ist ganz bestimmt nicht der richtige Mann, um sich zur aktuellen Wirtschaftslage oder gar zur Zukunft der Wirtschaft zu äussern. Er wurde bloss hochgespühlt durch unser liebes Leutschenbach. Bitte lasst lieber Leute sich äussern, die wirklich etwas zu sagen haben und die wirklich inmitten der Wirtschaft stehen.

    • Sportpapi sagt:

      @Rolf Rohacher: Nutzen Sie doch das Podium hier, um ihre Erkenntnisse zu verkünden. MIR hingegen ist eine Aussensicht willkommen. Zumal wir ja die Erfahrung gemacht haben, dass die Krisen von den Spezialisten selten vorausgesehen wurden – absichtlich oder unabsichtlich, man ist ja auch gebunden.

      • Martin sagt:

        @Sportpapi: Schon mal in Erwägung gezogen, dass es gar keine Krise gab? Dass es sich hierbei viel mehr um eine Phase der Finanzpolitik handelt und es einfach als “Krise” verkauft wird? Ist doch interessant zu beobachten, dass der “Euromindestkurs” durch die SNB genau Ende Januar aufgehoben wurde, als der Jahresbericht der SNB erschienen ist? Haben sich die Leute auch schon mal überlegt, dass die SNB evtl. neue Staatsanleihen gekauft haben könnte, da die alten abgelaufen sein könnten? Und dass die neuen anstatt in Lira, Francs, DMark jetzt alle in Euro sind und sich der CH Franken somit an den Euro angeglichen hat und nicht, dass der Euro runter gekracht ist? Das sind nur so Gedankenspiele. Das hat nichts mit einer Verschwörungstheorie zu tun, sondern damit, dass die SNB über ihre Arbeit nicht genau Auskunft geben darf, wegen Insider Geschäften, da so jemand wirklich die Zukunft kennen könnte!

        • Gedankenspiele sagt:

          Jahresbericht der SNB kam am 26.3.

          Die Lira und den Franc und die D-Mark gibt schon über 10 Jahre nicht mehr. Frage mich, was die Aussage von Dir, Martin ist.

    • lukas sagt:

      rolf, ist dieses ätzende geschnöde eine private vendetta? ich finde die ansicht von tb jedenfalls einiges gehaltvoller als deinen beitrag.

Meistgelesen in der Rubrik Blogs

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Abo

Digital Abos

Tages-Anzeiger unbeschränkt lesen:
Im 1. Monat nur CHF 1.-

Werbung

Service

Ihre Spasskarte

Mit Ihrer Carte Blanche von diversen Vergünstigungen profitieren.

Abo

Weekend-Abo für 1.- testen

Unter der Woche Zugang auf das digitale Angebot, am Wochenende die Zeitung im Briefkasten. Jetzt testen.

Werbung

Silas Ecksofa

Maximaler Wohlfühl-Komfort inklusive Kissen, Bettfunktion und Regalböden. Im OTTO’S Webshop!