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Die Überforderung der Notenbanker

Markus Diem Meier am Montag den 23. März 2015
bretton

Der letzte Versuch, die Geldpolitik und Finanzbeziehungen global zu regeln, fand 1944 im Bretton Woods Hotel in New Hampshire statt. Foto: Wikimedia.

Drei schwerwiegende Ungleichgewichte bedrohen die Weltwirtschaft. Die Geldpolitik bekommt sie nicht in den Griff und verschlimmert sie oft.

Die vergangenen beiden Wochen standen im Zeichen der Geldpolitik von EZB, Fed und SNB. Es besteht die Tendenz, die Politik jeder dieser Notenbanken aus einer isolierten Warte zu beurteilen, vor allem aus der Warte des entsprechenden Landes und seiner wirtschaftlichen, bzw. konjunkturellen Entwicklung. Das verstellt den Blick auf entscheidende Zusammenhänge und Wirkungsmechanismen. Was damit gemeint ist, lässt sich anhand von drei Ungleichgewichten beschreiben, die eng miteinander verknüpft sind:

Ungleichgewicht 1: Die Inlandkonjunktur

Es bezeichnet die Situation, wenn eine Volkswirtschaft ein Produktionsniveau erreicht, dass unter ihrem Potenzial liegt. (die Produktion kann auch zu heiss laufen, doch für unsere aktuellen Probleme lassen wir das unberücksichtigt). Man spricht dann von einer Rezession oder – wenn besonders schlimm – von einer Depression verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit, einer tiefen Inflation oder sogar einer Deflation. Bei Erwägungen über die angemessene Geldpolitik dominiert dieses Ungleichgewicht. Mit Blick nur auf dieses Ungleichgewicht und nur auf die Geldpolitik empfiehlt sich ein besonders expansives Vorgehen: Tiefe Leitzinsen – und wenn diese sich bei Null befinden – massive Geldspritzen über Anlagenkäufe (Quantitative Easing), Negativzinsen und das Schüren von Erwartungen einer weiterhin sehr expansiven Geldpolitik (Forward Guidance).

Ungleichgewicht 2: Der Aussenhandel

Es bezeichnet eine Situation, in der einzelne Länder starke Aussenhandelsüberschüsse verzeichnen, denen auf der anderen Seite aus simpler Logik Länder gegenüberstehen müssen, die insgesamt entsprechend hohe Aussenhandelsdefizite verzeichnen. Grundsätzlich ist es einem Land möglich, sein Ungleichgewicht 1 – also die zu geringe Nachfrage, um Vollbeschäftigung zu erreichen – durch Inkaufnahme eines wachsenden Ungleichgewichts 2  zu beseitigen. Ein höherer Nettoexportüberschuss kann einem Land ermöglichen, die benötige Nachfrage nach inländischen Gütern zur Erreichung der Vollbeschäftigung zu beschaffen. Das bedeutet allerdings, anderen Ländern die Nachfrage nach Gütern und Diensten zu entziehen und damit auch die Nachfrage nach Arbeitskräften. Wenn ein Land Nettoexportüberschüsse durch die Geldpolitik anstreben will, empfiehlt sich ebenfalls eine expansive Geldpolitik, wie unter Ungleichgewicht 1 erwähnt. Das (praktisch nie so deklarierte) Ziel ist hier allerdings die Schwächung der eigenen Währung, um die internationale Konkurrenzfähigkeit der eigenen Produkte zu steigern, um Exporte zu befeuern und Importe zu mindern.

Ungleichgewicht 3: Der Finanzmarkt

Es bezeichnet die Situation, in der die Geldpolitik eines Landes die Risiken auf den Finanz- und Kapitalmärkten erhöht. Diese Gefahr besteht bei einer aussergewöhnlich expansiven Geldpolitik, wie sie oben zur Bewältigung von Ungleichgewicht 1 und 2 angewandt wird. Diese expansive Geldpolitik bringt insbesondere ein Ungleichgewicht in Form eines Übermasses an riskanten Investitionen und spekulativen Blasen auf Anlagemärkten wie Aktien, Anleihen oder Immobilien mit sich, das eine übermässige Verschuldung begünstigt. Das kann schliesslich schwere Banken-, Finanz-, Verschuldungs- und Konjunkturkrisen zur Folge haben. Zuweilen ist das Befeuern von Anlagepreisen allerdings gerade Zweck der Geldpolitik – ebenfalls um Ungleichgewicht 1 zu beheben und trotz der damit verbundenen Gefahren. Das gilt  etwa für das erwähnte Quantitative Easing, also massive Anleihenkäufe. Zweck war aber auch schon über höhere Anlagepreise – besonders bei Immobilien – die Wahrnehmung eines höheren Vermögens breiter Schichten zu fördern und damit deren Konsum.

Betrachten wir nun, wie die Politik der eingangs erwähnten Notenbanken EZB, Fed und SNB diese Ungleichgewichte ins Visier nimmt. Dabei wird klar, dass es keiner von ihnen gelingt, gleich alle Ungleichgewichte zu beseitigen. Im Gegenteil verschärft die Politik einer jeden mindestens eines davon noch weiter.

Beginnen wir mit der Europäischen Zentralbank (EZB):

Bis vor kurzem hat die EZB die Lage in der Eurozone massiv verkannt, so dass sich Ungleichgewicht 1 drastisch verschärfen konnte. Die Geldpolitik war deutlich zu restriktiv (was sich an der bis vor kurzem schrumpfenden Notenbankbilanz zeigt). Erst als die Deflationsgefahr nicht mehr zu verkennen war, hat EZB-Chef Mario Draghi das Steuer herumgerissen und die Leitzinsen rasch auf Null Prozent gesenkt. Für eine Beruhigung der Lage hat das nicht mehr gereicht. Nötig wurde ein Quantitative Easing, dessen einziger glaubwürdiger Wirkungsmechanismus über die Schwächung der Währung läuft. Das scheint auch zu gelingen, wenn man die Wertentwicklung des Euro gegenüber dem Dollar betrachtet (siehe Grafik unten zur Kursentwicklung seit einem Jahr, Quelle PrimeTerminal. Für die Entwicklung spielen aber auch die Erwartungen zur Politik des Fed eine Rolle). Kurz: Die EZB versucht Ungleichgewicht 1 zu lösen, indem sie ein wachsendes Ungleichgewicht 2 (Nettoexportüberschüsse etwa mit den USA) und ein ebenso wachsendes Ungleichgewicht 3 in Kauf nimmt (drohenden Übertreibungen an den Kapitalmärkten, in diesem Fall vor allem auf den Anleihenmärkten. Dass die fünfjährigen Staatsanleihen Portugals weniger rentieren (und damit einen geringeren Risikoaufschlag enthalten) als jene der USA, spricht dafür Bände. Dass der Euroraum auf wachsende Ungleichgewichte (2+3) angewiesen ist, um überhaupt noch Wachstum generieren zu können, sagt viel über die Tragik Europas aus.

Euro-Dollar

Damit zur US-Notenbank (Fed)

Beim Fed geht man zunehmend davon aus, Ungleichgewicht 1 gelöst zu haben, was eine Normalisierung des Leitzinses zur Folge hat. Entsprechend gehen die meisten Beobachter davon aus, dass dieser noch in diesem Jahr erstmals seit dem Dezember 2008 vom Nullniveau angehoben wird. Der allein mit dieser Erwartung einhergehende Wertzuwachs des Dollars – wegen der Geldpolitik der EZB besonders ausgeprägt gegenüber dem Euro – sorgt allerdings für wachsende Nervosität in den USA. Man will nicht wieder zum Einkäufer der letzten Instanz werden und die damit geschwächte Binnenkonjunktur nicht mehr ohne weiteres akzeptieren. Aussenhandelsdefizite und die Kapitalimporte (vor allem aus China), die diese finanziert haben, waren in den 2000er Jahren mit verantwortlich für die Übertreibungen an den Kapitalmärkten (Ungleichgewicht 3) und damit für die Finanzkrise, weil sie das US-Langfristzinsniveau gedrückt hielten und das Fed davon abhielt, mit höheren Leitzinsen auf die geldpolitische Bremse zu treten. Die tiefen Zinsen befeuerten die Immobilienmärkte und dadurch indirekt den Konsum durch Verschuldung, was die Bremseffekte durch die Importüberschüsse kompensierte. Angesichts des Umstands, dass der Dollar internationale Leitwährung geblieben ist, bedroht die erwartbare restriktivere Geldpolitik aber auch viele Schwellenländer, deren Wirtschaft sich stark in Dollar verschuldet hat. Auch in dieser Hinsicht droht die geldpolitische Wende in den USA international das Ungleichgewicht 2 zu verschärfen.

Kommen wir zur Schweizerischen Nationalbank (SNB) 

In der Schweiz als kleine sehr offene Volkswirtschaft mit dem Franken und seiner Funktion als sicherer Hafen ist Ungleichgewicht 2 (Nettokapitalimportüberschüsse als Folge des sicheren Hafens) Ursache von Ungleichgewicht 1 (Schwächere Konjunktur wegen der Frankenaufwertung als Folge der Nettokapitalimportüberschüsse) und von Ungleichgewicht 3 (tiefe Zinsen zur Verhinderung einer weiteren Aufwertung führen zu Risiken von Übertreibungen insbesondere auf den Immobilienmärkten). Der SNB bleibt nichts anderes übrig, als auf das Prinzip Hoffnung zu setzen: Dass sich die Konjunkturlage nicht allzu schwer verschlimmert (Ungleichgewicht 1), dass sich der Franken von selbst abschwächt, bzw. mit einer weiteren internationalen Krise (oder einer wieder verschärften Eurokrise) nicht noch stärker aufwertet (Ungleichgewicht 2) und dass sich die Lage an den Immobilienmärkten beruhigt (Ungleichgewicht 3). Gegen keines dieser Ungleichgewichte hat sie genügend Pfeile im Köcher. Es ist noch nicht einmal klar, welche Folgen ihre aktuell wichtigste Massnahme – die Negativzinsen – für die drei Ungleichgewichte haben: Ob sie der Konjunktur wirklich hilft, ob sie den Franken schwächt und ob sie die Immobilienmärkte beruhigt, bzw, wie sie auf die Kapitalmärkte wirkt. Es fehlt schlicht die Erfahrung mit diesem Instrument. Sehr viel tiefer können die Negativzinsen ausserdem nicht mehr fallen, da sich sonst die Bargeldhaltung zu lohnen beginnt.

Fazit:

Viel war in jüngster Zeit (zu Recht) die Rede davon, dass seit der Finanzkrise die gewöhnlichen Instrumente der Geldpolitik zu Verbesserung der Konjunkturlagen (Ungleichgewicht 1) versagen – etwas weil die Leitzinsen schon ihr Minimum erreicht haben oder weil der Übertragungsmechanismus der Geldpolitik über die Banken nur noch schlecht funktioniert. Damit gerät der internationale Wirkungsmechanismus (Ungleichgewicht 2) der Geldpolitik und ihr Einfluss auf das Risikoverhalten auf den Kapitalmärkten inklusive Immobilienmärkte (Ungleichgewicht 3) zunehmend in den Fokus. Aktuell verschärft das Verhalten der Notenbanken weltweit unter dem Strich vor allem diese letzten beiden Ungleichgewichte, obwohl es aus der Binnensicht jedes Landes (Ungleichgewicht 1) als notwendig erscheint.

Gerade wegen dieser Mehrfachwirkung der Geldpolitik und sehr schlechten Erfahrungen damit in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurde 1944 das System von Bretton Woods im gleichnamigen Ressort in New Hampshire in den USA aus der Taufe gehoben: Der Kapitalverkehr sollte eingeschränkt bleiben, die Währungen mehr oder weniger fixiert und bei Zahlungsproblemen wegen einer schwierigen Konjunkturlage sollte ein Mitgliedsland auf einen internationalen Fonds zurückgreifen können: den Internationalen Währungsfonds (IWF), der in Bretton Woods (neben der Weltbank) ins Leben gerufen wurde.

Eine internationale Koordination wie damals ist nicht mehr auszumachen, schon gar nicht ein weltweites Fixkurssystem und ein derart eingeschränkter Kapitalverkehr. Das heisst aber, dass die Geldpolitik die ihr gestellten Probleme nach schweren Krisen und wenn die Leitzinsen auf Null oder darunter gefallen sind, besonders schlecht lösen kann und gefährliche Nebenwirkungen hat.

Für jedes Ungleichgewicht wäre in dieser Ausgangslage eine andere Politik besser geeignet als die Geldpolitik: Für Ungleichgewicht 1+2: Die Fiskalpolitik mit höheren Investitionen, allenfalls auch tieferen Steuern. Das erhöht die Inlandnachfrage und ist daher auch nicht auf Nettoexportüberschüsse angewiesen. Für Ungleichgewicht 3: So genannte «makroprudenzielle Massnahmen» zur Einschränkung einer zu riskanten Kreditvergabe, bzw. einer entsprechenden Kreditnachfrage sowie höhere Kapitalquoten und eine striktere Regulierung der Banken (damit diese keine zu hohen Risiken eingehen, bzw. die Folgen für die Volkswirtschaft weniger ins Gewicht fallen).

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117 Kommentare zu “Die Überforderung der Notenbanker”

  1. Remo sagt:

    Natürlich sind die Notenbänker überfordert. Der Autor hat völlig recht.

    Denn die komplexem Probleme lassen sich nicht allein durch Notenbankeingriffe lösen.

    Am besten ist es, jedes Land kann selbst über seine Geldpolitik bestimmen. Das Beispiel Griechenland zeigt, wie negativ es sich auswirken kann, ist dies nicht mehr der Fall.

  2. Linus Huber sagt:

    Die Teppich-Etage baut ihr Geschäftsmodell der ungerechtfertigten Selbstbereicherung beflissen weiter aus. Auch in diesem Bereich scheinen wir in der Schweiz einen Spitzenplatz (Platz 3 weltweit, Platz 1 in Europa) einzunehmen.

    http://www.bloombergview.com/quicktake/executive-pay

  3. Michael Schwarz sagt:

    Ihre Analyse habe ich in 2010 und 2011 in Ihrem Blog bereits kommentiert, nichts neues. Die Unfähigkeit der Zentralbank weltweit ist besorgenserregend – das hat alles mit Fed angefangen, weil Bernanke feige war eigenen Fehler anzuerkennen.

    Die Zentralbanker haben ein angenehmes Leben in der Vergangenheit gehabt, jetzt sind sie nicht fit genug mit der Situation fertig zu werden, SNB inklusiv. Das ist keine Überraschung.

  4. Ferdinand Mazinaux sagt:

    Wer wirklich die Grundlage verstehen will warum wir heute in einer solchen Sauerei stecken und wie heraus zu kommen, braucht nur 127 Seiten zu studiern im Buechlein “Das Ende des Geldes” von Franz Hoermann.
    Mit herzlichen Gruessen an alle die sich beschissen vorkommen und tatkraeftig etwas unternehmen wollen..

    • Hörmann ist der intellektuelle Tiefpunkt in der Geldsystemdebatte. Aber da befindet er sich in bester Gesellschaft mit 99 % aller Ökonomen, die von Buchführung keine Ahnung haben. Dass er allerdings als Professor für Rechnungswesen noch nicht einmal den Unterscheid zwischen Geld und Kredit auf die Reihe kriegt ist, ist kaum noch zu entschuldigen. Folgen Sie meinem Namen und Sie werden mehr zu diesen Eseleien finden. Vielleicht starten Sie mit diesem Beitrag: https://zinsfehler.wordpress.com/2014/04/01/geldmythen/

      LG Michael Stöcker

      • Ferdinand Mazinaux sagt:

        Herr Stöcker.

        Ich habe Ihnen vor ca. 12 Std eine längere Antwort geschickt. Diese scheint jedoch nicht angekommen zu sein, war zu lang weil ich die Geschichte des Hauptproblems und des Versagens der Regierungen aufzeigen wollte, oder ist der Zensur der “Presse Freiheit“ zum Opfer gefallen. So probiere ich noch einmal.

        Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Sie haben mich damit auch auf Ihre interessanten Publikationen aufmerksam gemacht.

        Ich habe Ihren Link und die “Zehn Massnahmen für Europa in Frieden, Freiheit und Wohlstand“ studiert. Sie befassen sich mit einigen Symptome bekämpfende Massnahmen, die jedoch nur Korrekturen sind und nicht explizit auf das Fundamentale des Übels unserer Überlebensprobleme gehen.

        Ich bin etwas überrascht von Ihrem Kommentar über Prof. Hörmann, den ich in Ihrem Link bestätigt fand. Hörmann sieht den Privatbesitz von Naturgütern, Land und Bodenschätzen als eines der Hauptprobleme unseres Wirtschafts- und Geldsystems. Hintergründig baut er eigentlich darauf seine Lösungsansätze auf. Zugegeben einige seiner Ideen sind vielleicht verfrüht und müssten limitiert als Versuche betrieben werden
        Nach meinem Dafürhalten befasst auch er sich mit dem “Geldmythos“ wie Sie, und er will das Schuldgeldsystem abschaffen, aber nennt es nicht “Kreditsystem“, den Begriff den Sie wohl eleganter finden.

  5. Leimgruber sagt:

    Gemessen am BIP hat die SNB die höchsten Devisen weltweit. Das unendliche Geld drucken kommt im Markt nicht an, sondern es wurde in Aktien investiert, darum die rekordhohen Aktienkurse. Lange kann das nicht mehr gehen.

  6. Linus Huber sagt:

    Die Überforderung der Notenbanker beruht auf ihrem eigenen Verhalten, indem sie sich als Huren der Politik unter Benutzung fehlerhafter Dogmen als Feigenblatt verdingten. Bis heute sind sie nicht bereit, ihre eigene Doktrin ernsthaft zu hinterfragen.

  7. Linus Huber sagt:

    “einer tiefen Inflation oder sogar einer Deflation”

    Die Association von Deflation (sinkenden Preisen) und Depression führt zu falschen Schlüssen. Sinkende Preise aufgrund von Produktivitätssteigerungen sind keineswegs ein Zeichen von Rezession resp. Depression, sondern ein Merkmal von eben diesen Produktivitätssteigerungen. Anstatt die Vorteile sinkender Preise an die Bevölkerung weiter zu geben, wird dieser Gewinn über unterschiedliche Mechanismen an den Finanzsektor abgeführt. Im 19. Jahrhundert sanken die Preise langfristig während die Wirtschaft derweilen gut wuchs. Das Ziel von Inflation im Konsumentenpreisindex um Wirtschaftswachstum zu erzeugen unterliegt einer fehlerhaften ökonomischen Doktrin, indem kurzfristiges Denken die langfristigen und auf Nachhaltigkeit bedachten Überlegungen ersetzen. Der damit verbundene Konsum basierend auf dem Wachstum der Geldmenge (speziell in der Form von Konsumentenkrediten) weit über dem Wirtschaftswachstum, erzeugt einen künstlichen Boom, welcher schlussendlich in einem Bust enden muss.

    • Linus Huber sagt:

      “the idea that when people see prices falling they will stop BUYING those cheaper goods or cheaper food does not make much sense. And aiming for 2 percent inflation every year means that after a decade prices are more than 25 percent higher and the price level doubles every generation. That is not price stability, yet they call it price stability. I just do not understand central banks wanting a little inflation.” – Paul Volcker

      http://mises.org/library/recent-economic-data-shows-good-side-deflation

  8. Rob Maris sagt:

    Zu Ungleichgewicht 2: “Grundsätzlich ist es einem Land möglich, sein Ungleichgewicht 1 – also die zu geringe Nachfrage, um Vollbeschäftigung zu erreichen – durch Inkaufnahme eines wachsenden Ungleichgewichts 2 zu beseitigen.”

    Nicht von ungefähr hat Michal Kalecki erhöhte Staatsausgaben, um die Konjunktur zu stützen als “interne Exporte” bezeichnet. Damit wird mit einem Schlag klar, dass eine Regierung jederzeit Ausgaben zwecks Konjunkturstützung einsparen kann, wenn sie stattdessen den Export fördert bzw. gute Rahmenbedingungen dafür schafft. Dass statt der Staat das Ausland sich dadurch weiter verschuldet, dürfte den meisten Staaten relativ betrachtet recht sein. Oder: Schäubles Schwarze Null ist nur möglich aufgrund der Kombination niedriger Zinsen und hoher Exportüberschüsse…

    • Linus Huber sagt:

      “wenn sie stattdessen den Export fördert”

      Das Problem dürfte darin liegen, dass fast alle Staaten versuchen, ihre Wirtschaft durch exportfreundliche Massnahmen (inkl. Währungsentwertung) anzukurbeln. Leider geht dies nicht, denn es braucht auch Staaten, welche dementsprechend mehr importieren. Ein Währungskrieg ist ein Nullsummenspiel, welches über Zeit entweder zu stärkeren Handelsbarrieren und/oder Staatsbankrotten führen dürfte.

  9. h29 sagt:

    Eigenkapital ist Eigenkapital ist Eigenkapital.

    • Rico Meier sagt:

      Schön, dass Sie das so einfach sehen oder wie ist ihr Kommentar zu verstehen? Geldumlauf und Giroguthaben sind Fremdkapital der Notenbanken. Ohne dass die Wirtschaft Werte schafft, kann keine Notenbank Geld dagegen emittieren, darum gibt’s auch keine Geldschöpfung aus dem Nichts. Auch eine Geschäftsbank kann ohne, dass sie einen Vermögenstitel in ihre Bilanz aufnimmt kein Geld (Fremdkapital) dagegen emittieren. Es lohnt sich schon, darüber einmal nachzudenken.

      • Josef Marti sagt:

        Unsinn. Jede Bank kann Geld mit einem blossen Buchungssatz schöpfen. Mit dem Interbanken Clearing und Settlement wird erst am Ende des Tages aufgrund des dann resultierenden Restsaldos aller Transaktionen von Ein- und Auszahlungen eine allfällig notwendige Reservenunterlegung vorgenommen. Diese wird von anderen Banken geliehen, und wenn ausnahmsweise nicht, dann gibt es immer noch die Möglichkeit der etwas teureren Spitzenrefinanzierungsfazilität, diese wird von der Notenbank nie verweigert. Oder haben Sie schon mal davon gehört, dass ein 1. klassiger Kunde mit 1. klassigen Sicherheiten keinen Kredit bekommen hat mit der Begründung: es tut uns leid, leider haben wir im Moment zu wenig Bankreserven, versuchen Sie es bei einer anderen Bank?

        • Rico Meier sagt:

          Der Aktivkredit ist der “Vermögenstitel” der Geschäftsbank, dagegen kann die Bank Geld emittieren, da sind wir uns schon einig. Aktivkredit an Girokguthaben Kunde. Die Bank investiert in das FK des Kunden. Behaupte nichts anderes. Nur Ausgangslage ist die Wirtschaft und deren Wertschöpfung und nicht die SNB. Geld ist eine Quittung für erarbeitetes Vermögen.

        • Josef Marti sagt:

          Die Quittung geht dem erarbeiteten Vermögen voraus!

          • Rico Meier sagt:

            Das sehe ich anders, Geld ist eine Schuld des Geldemittenten. Aber auch die SNB behauptet, dass Geld für sie ein Aktivum und Eigenkapital sei. Ist es für sie eben nicht. Es ist für sie ein Passivum und Fremdkaptial. Gegen einen Vermögenswert wird Geld emittiert. Ohne dass vorgängig ein Vermögenswert geschaffen wird ist Geld, d.h. die Quittung wertlos.

          • Josef Marti sagt:

            Wer redet von Eigenkapital? Sie machen ein Durcheinander, selbstverständlich geht es um Schuldgeld. Seit wann muss ein Aktivum Eigenkapital sein? Das “Mehr” an Geld geht einem “Mehr” an Waren voraus. Es MUSS ihm vorausgehen, weil sonst kein “Mehr” an Gütern entstehen kann.
            Anders geht es nur bei einer starren Geldmenge, so dass zur Freude der Kapitalbesitzer langfristig der Zins nur durch sinkende Löhne und Preise verdient werden kann. Auf sehr lange Sicht muss der Renditesklave in einem solchen System durch die Boden- und Kapitalbesitzer auf Kost und Logis bzw. Naturalien gesetzt werden.

          • Rico Meier sagt:

            Gegen einen Vermögenswert den sie in ihrer Bilanz aufnimmt, kann die Bank Geld emittieren. Geld ist deshalb Fremdkapital d.h. eine Schuld des Geldemittenten. Die Bank gewährt z.B. einen Hypothekarkredit (sie investiert in das Haus) und emittiert dagegen Geld; d.h. sie schreibt es dem Kreditnehmer gut, damit er die Baurechnungen zahlen kann. Geld ist für die emittierende Bank somit ein Passivum d.h. Fremdkapital. Die Wirtschaft schöpft Werte und dagegen wird Geld emittiert. Das Geld hätte sonst keinen inneren Wert.

          • Josef Marti sagt:

            Sie verwechseln Aktiven mit Eigenkapital. Die Wirtschaft kann keine Werte schaffen ohne Geld. Jede Kreditgewährung, jeder Wertpapierkauf oder auch Kauf von Betriebseinrichtungen und Einkauf von Dienstleistungen der Bank erfolgt mit selbst kreiertem Geld mit einem simplen Buchungssatz; dazu braucht es keine “Einlagen”, diese gehören in die Schuhe. Dies muss jedoch nur zu einem verschwindenden Teil aufgrund des fraktionalen Systems refinanziert werden.
            Der Fall ist klar; die Banken geben die Schlagzahl vor, die Notenbank agiert nur reaktiv mit nachträglicher Unterlegung der notwendigen Bankreserven. Die Banken müssen aber darauf achten, dass ihre Kreditschöpfung im Gleichschritt voranschreitet. Schert eine einzelne Bank aus und schöpft übermässig mehr Kredit als die anderen, riskiert sie durch höhere Kosten in die Verlustzone zu geraten.
            Und einen inneren Wert hat das Giralgeld sowieso nicht, es ist juristisch ein Geldzertifikat und de facto vor allem ein Umlaufsmittel.

      • seebueb sagt:

        Die Geschäftsbanken schöpfen kein Geld sondern Kredit (auch wenn der Unterschied im Alltag vernachlässigbar ist):
        Die Bank bucht dem Häuslebesitzer 500k in sein Kontokorrent (Passivum) und gleichzeitig verbucht sie seine Schuld (ihre Forderung) als Aktivum. Es erfolgt keinerlei Änderung an der EK-Situation der Bank, und weder die SNB noch Geld (gesetzliches Zahlungsmittel) ist hier nötig bzw. beteiligt (abgesehen vielleicht von Vorschriften zu den Reserven, und ähnliches).

        • seebueb sagt:

          Wäre nett wenn ich auch noch den 2. Teil posten könnte.

        • Josef Marti sagt:

          Besten Dank für die Klarstellung.

        • seebueb sagt:

          Grundsätzlich kann die SNB soviel Geld drucken und in Umlauf bringen wie sie will, das Werte-Schaffen der Wirtschaft hat hiermit nichts zu tun.

          • seebueb sagt:

            Mit ‘positives EK durch Geld drucken in positives verwandeln geht nicht’ liegt RM allerdings richtig, da hat Jordan Blumenkohl verzapft.

          • Josef Marti sagt:

            Sie meinten wohl „negatives EK mit Gelddrucken in positives verwandelt geht nicht“, das ist klar. Mangels Refinanzierungskosten allerdings besteht immer Aussicht auf Aubbau des Verlustvortrags infolge Zinsseignorage.

          • seebueb sagt:

            Yup, danke für die Richtigstellung.

        • seebueb sagt:

          Die Geldschöpfung erfolgt analog der Kreditschöpfung durch die Geschäftsbanken, mit dem Unterschied dass Geld (im Grunde ein Kredit an die SNB) als gesetzliches Zahlungsmittel rechtlich eine Sonderstellung geniesst.

  10. Rico Meier sagt:

    Wie soll die SNB eine aktive, direkt in der CH wirksame Geld- und Zinspolitik betreiben, wenn sie nicht in der CH investiert ist und auch keine Aktiv-Repos hält? Bis auf das Gold ist sie praktisch ausschliesslich im Ausland, mit 500 Mia. ungesicherten Devisenanlagen investiert, finanziert mit Fremdkapital (Girorguthaben der Banken), trotz Schuldenbremse. Wie spekulativ und wenig wirkungsvoll das Devisanabenteuer der SNB war, zeigt sich immer mehr. Milliarden an Eigenkapital werden unnötig vernichtet, der Steuerzahler haftet. Eine starke Währung ist Ausdruck einer starken Wirtschaft und nicht umgekehrt, auch wenn Märkte überschiessen können; das Gejammer von überbewertetem CHF ist deshalb Nonsens. Meines Erachtens ist nicht die Verschuldung als solches das Hauptproblem sondern, dass das aufgenommene Kapital von Staaten nicht nachhaltig und produktivitätssteigernd investiert wird. Ich gebe zu, dies zu ändern bleibt wohl ein frommer Wunsch. Umso erstaunlicher ist deshalb, dass die SNB frisch fröhlich mit ihren masslosen Devisenkäufen die Staatsdefizite im Euroraum und den USA mitfinanziert hat.

    • Josef Marti sagt:

      Eine Notenbank muss nichts fremdfinanzieren weil sie das Geldschöpfungsmonopol hat, sodann untersteht sie nicht den aktienrechlichen Konkursvorschriften, Ihre Behauptungen sind deshalb nichts als warme Luft.
      Piketty hat auf folgendes hingewiesen:
      The sum of the Federal Reserve’s assets and liabilities has gone from 10 to more than 20 percent of GDP; the same is true of the Bank of England; and the ECB’s balance sheet has expanded from 15 to 30 percent of GDP. These are striking developments, but these sums are still fairly modest compared with total net private wealth, which is 500 to 600 percent of GDP in most of the rich countries. The sum of gross financial assets and liabilities is even higher, since it amounts to ten to twenty years of GDP in most of the developed countries. The central banks thus hold only a few percent of the total assets and liabilities of the rich countries.

      • Rico Meier sagt:

        Sie machen es sich zu einfach. Notenumlauf und Giroguthaben sind und Fremdkapital und damit eine Schuld der SNB. Deshalb kann die SNB auch keine Schulden abbauen durch noch mehr Schulden. Negatives EK überträgt sich eins zu eins auf die Bilanz der Geschäftsbanken. Eine 100 er Note ist doch nicht 100 Fr Wert nur weil 100 Fr draufsteht. Ihre Konkursrechtliche Argumentation ist Wunschdenken, aber was soll’s die SNB erzählt ja denselben Unsinn.

        • Josef Marti sagt:

          Selbstverständlich ist eine 100er Note 100 Fr. wert weil das drauf steht, auch wenn 100Fr. in Gütereinheiten nichts mehr wert sind. Seit wann muss eine Notenbank Schulden abbauen? Seit wann ergibt Abbau von Schulden Eigenkapital (ausser bei Sanierung)? Negatives EK der Notenbank überträgt sich sicher nicht auf die Banken, sondern wenn schon auf den öffentlichen Haushalt weil die Ausschüttungen ausbleiben. Deshalb gibt es auch keinen Konkurs einer Notenbank, weil sonst praktisch alle Banken konkurs wären; so blöd ist die Finanzwirtschaft wirklich nicht.

          • Rico Meier sagt:

            Aber nur wenn der Steuerzahler die SNB bei negativem EK rekapitalisiert, sonst müssen die Geschäftsbanken ihre Giroguthaben wertberichtigen. Nicht der Nominalwert ist entscheiden, wie bei einer Obligation.

          • Rico Meier sagt:

            Ergänzung: Wenn die Aktiven nicht mehr durch die Passiven gedeckt sind, weil die SNB auf ihren Devisenpos. einen Wertverlust hinnehmen muss und das EK dadurch negativ wird, kann sie eben nicht Geld aus dem Nichts schöpfen wie sie behauptet. Geldumlauf und Giroguthaben sind FK der SNB und sie kann ihre Schulden dann eben nicht durch noch mehr Schulden begleichen.

          • Josef Marti sagt:

            Wie wollen Sie die SNB daran hindern?

          • seebueb sagt:

            Kaufen von CH-Papieren wäre keine Geldpolitik sondern allenfalls Wirtschaftspolitik mit nicht zu vernachlässigendem Kursrisiko.

            Was das negative EK betrifft, gibt es eine dritte Möglichkeit:
            Der Bund (und/oder die Kantone) garantieren für einen genügend hohen Betrag (sagen wir mal 50Mrd). Faktisch ist dem auch so bzw. wird so wahrgenommen.

          • Rico Meier sagt:

            Ich halte das Währungs- und Verwässerungsrisiko der SNB Devisenpositionen für ungleich höher und spekulativ. Über die Aktivseite der Bilanz nimmt die SNB m.E. keinen direkten Einfluss mehr auf die Preisstabilität in der Schweiz, da sie praktisch ausschliesslich schuldenfinanziert im Ausland investiert ist.
            Die Schweiz hat eine Schuldenbremse beschlossen, da kann man m.E. nicht ohne weiteres auf eine Bundes- oder Kantonsgarantie zurückgreifen, sollte das EK der SNB negativ werden. Aber es ist schon so, dass am Ende der Steuerzahler rekapitalisieren müsste, nur sagt das niemand. Andernfalls müssten die Banken ihre Giroguthaben entsprechend wertberichtigen. Nur behauptet die SNB, dass sie auch bei negativem EK voll handlungsfähig bliebe und Liquidität = Vermögen aus dem Nichts schaffen könne. Das ist eben nicht wahr, da Geld für den Geldemittenten Fremdkapital ist und bleibt. Wollen die Banken ihre Giroguthaben bei der SNB abbauen muss die SNB Vermögenserte hergeben, sonst schränkt sie den freien Kapitalverkehr massiv ein.

          • Josef Marti sagt:

            Der Wert des Geldes ist auf dem Devisenmarkt nicht abhängig von einer Stichtagsbetrachtung von irgendwelchen Bilanzzahlen sondern vom Vertrauen der Marktteilnehmer in die betreffende Währung der betreffenden Volkswirtschaft und deren Inflationsentwicklung. Negatives EK ist deshalb vollkommen irrelevant, schon deshalb weil die Notenbank auch als Anstalt des öff. Haushalts geführt werden könnte anstatt als AG und dann im sowieso zu Buchwerten seit Jahrzehnten massiv überschuldeten Bundeshaushalt untergeht, was kein Schwein interessiert. Seit wann muss die SNB Vermögenswerte hergeben beim Abbau von Girokonten durch die Geschäftsbanken? Sie verwechseln das mit der Straffung der Geldpolitik und Repogeschäften. Solange das nicht geschieht bleibt die Geldbasis aufgebläht bis zur nächsten Zinswende.

          • seebueb sagt:

            Da hat RM durchaus recht, eine Reduktion der Passiven (in diesem Fall Girokonten der Geschäftsbanken) erzwingt eine gleichzeitige und gleich grosse Reduktion der Aktiven – prosaisch formuliert ein ‘hergeben’.

            Allerdings übersieht er bei der Anlage, dass nur die grössten Märkte genügend liquid sind für den Bedarf der SNB – versuchen Sie mal, mehrere Hundert Milliarden innerhalb der CH anzulegen und wieder zu liquidieren, sagen wir mal innerhalb 2 (kaufen) bzw. 1 (liquidieren) Jahren. Viel Vergnügen mit dem allgemeinen Aufschrei.

          • Johnny Smith sagt:

            “versuchen Sie mal, mehrere Hundert Milliarden innerhalb der CH anzulegen und wieder zu liquidieren”

            Ein weiterer Grund, weshalb Zentralbanken Ihre Bilanzsumme nicht explosionsartig erhöhen, sondern in einer vernünftigen Relation zur Wirtschaftsleistung halten (ausweiten) sollten.

            Übrigens danke für eine interessante Diskussion.

            Ein weiterer Input: Zentralbanken können durchaus Geld schaffen (lassen wir mal die Diskussion, wie unnütz das für die Realwirtschaft ist). Expansiv sein ist immer möglich, Straffen ist das Problem: Falls in der fernen Zukunft die Zentralbank die geldpolitischen Zügel wieder mal straffen müsste und falls ihre Assets in der Zwischenzeit an Wert verloren hätten (ich vertrete die altmodische Ansicht, dass Obligationen und Aktien auch an Wert verlieren können), wie reduziert dann die SNB die CHF Liquidität? Im Umfang zum neuen, in diesem Szenario tieferen Wert kriegt sie Geld zurück, aber weniger als sie ursprünglich geschaffen hat. Anders formuliert: Verluste auf den Anlagen reduzieren die Fähigkeit einer Zentralbank gegen Inflation vorzugehen. Das ist zwar derzeit kein Thema, kann aber uU. irgendwann wieder mal aktuell werden. Ich teile deshalb die Meinung von @Rico Meier, dass die Bilanzsumme auch für eine Zentralbank durchaus zu einem Risiko werden kann bzw. ist.

          • seebueb sagt:

            Wg. der Bilanzgrösse stimme ich zu, die ZB läuft sonst Gefahr irgendwann handlungsunfähig zu werden, und das als Lender of Last Resort! Erinnert mich iwie an das im Artikel beschriebene Trilemma.

            Auch bez. Straffung stimme ich zu, die SNB ist ja scheinbar gezwungen (denkt zumindest laut darüber nach, siehe früherer NMTM) Reverse Repos einzuführen – die Geister die sie rief, sie wird sie nicht mehr los! Dass die RR keineswegs gleichwertig sind (was ist mit dem Multiplikator? wieso müssen sie überhaupt eingeführt werden?) wird geflissentlich unter den Teppich gewischt. Und da kommt der IWF und empfiehlt der CH, den Währungskrieg mittels QE mitzumachen und damit noch zusätzlich Öl in die bereits lodernden Flammen zu giessen. Als ob es nicht -zig schwache Währungen gäbe die den Ansatz einer ultralockeren Geldpolitik direkt und offensichtlich widerlegen.

            Ihre Warnung wegen der (Nicht-)Inflationierung ist durchaus berechtigt. Allerdings ist das EK-Argument nicht stichhaltig weil die Konstellation bereits heute matched und lediglich Schulterzucken produziert. Im Bedarfsfall gibts halt einfach eine explizite Garantie.

          • Linus Huber sagt:

            Ich sehe die Angelegenheit ähnlich.

            Wenn z.B. die SNB Aktien von Apple kauft und diese um 50% im Wert einbrechen, verzeichnet sie einen dementsprechenden Verlust. Die Vertreter des Mindestkurses denken wohl, dass die SNB einfach entsprechend mehr dieser Aktien kauft, womit sie den Kurs dieser stützt, aber alles hat seine Grenzen und das Risiko ist in solch einem Falle zu einem hohen Anteil fremdbestimmt (z.B. durch die Profitabilität von Apple). Genauso wie die SNB Gewinne, welche sie an die Kantone abführt, ausweist, kann sie in solch einem Fall auch Verluste ausweisen, was im Endeffekt den Steuerzahler negativ beeinträchtigt. Die Risiken sind keineswegs unerheblich und um so potentiell zerstörerischer, je höher die Bilanzsumme. Eine Variante nicht mit fremdbestimmten Risiken verbundene Ausweitung der Bilanz würde z.B. erreicht, wenn die SNB die M0 Menge erhöht, indem sie jedem Bürger 50k in Tausender Noten zukommen liesse. In solch einem Falle gewinnt die eigene Bevölkerung, welche auch die entsprechenden Kosten aus nicht vorhersehbaren Konsequenzen dieser Aktion nachträglich zu begleichen hat (Dies dürfte den Druck auf den chf reduzieren, da einzig die eigene Bevölkerung bevorteilt wird). Diese Variante liegt in etwa auf der Linie von Steve Keen, indem die Kreditmenge aufgrund der Verpflichtung etwelche Schulden mit den emittierten Geldscheinen zu tilgen durch Basisgeldmenge ersetzt wird. Die Inflationierung der Geldmenge hat ja schliesslich schon lange stattgefunden und das Problem liegt in der zu hohen Quote der Verschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung.

    • Rolf Zach sagt:

      Erstens hätte die Nationalbank vor Aufhebung des Mindestkurses gegenüber dem Euro durchaus nicht nur kurzfristige staatliche Schuldenpapiere der Euro-Staaten kaufen können. Die SNB hätte durchaus so handeln können wie der Staatsfonds von Katar und anstelle von diesem, sich an VW beteiligen. Aber dies verhindert das ideologisch verbiestere
      Weltbild unserer Nationalbank-Leitung, die nur die Geldmenge kennt. Vergessen wir nicht, dass mit seinem Negativzinsen -Entscheid Leutwiler als nicht ideologischer Praktiker handelte und damals (1978) die Schweizer Wirtschaft rettete. Übrigens hat er die Negativzinsen überraschend und massiv eingeführt, ohne die Pensionskassen zu belästigen. Mit einem Negativzins à la Leutwiler wäre vieles besser gekommen. Übrigens, wer wie ich (keine Mittel) vor einem Jahr nicht in spanische Staatsanleihen investiert hat, bereut es noch heute. Ich habe manchmal den Eindruck, dass für unsere sehr geschätzte Nationalbank der Name John Maynard Keynes, eine englische Schuhmarke ist.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Zach-Keynes: Die SNB könnte (theoretisch) auch versuchen, griechische Inseln, Ländereien in Afrika (Ressourcen / Agronomie) oder am Nordpol (Oel) oder sonst wo zu kaufen oder sich zu beteiligen und nicht bloss in Staatsanleihen oder Aktien. Als unabhängig definierte Nationalbank würde sich diese dann aber in Richtung Investment-/Hedge-Fund entwickeln, was wahrscheinlich mit dem Grundauftrag kollidiert. Wenn schon, dann muss zuerst die Unabhängigkeit einer Nationalbank aufgehoben und direkt der Politik unterstellt werden.
        .
        “Aber dies verhindert das ideologisch verbiestere Weltbild unserer Nationalbank-Leitung…”. Ist bestimmt auch ein Teil des Problems, trifft aber so ziemlich auf die ganze Schweiz und das konservative Denken zu.

      • seebueb sagt:

        Die SNB ist kein Fonds, Anlagerendite gehört nicht zu ihren Handlungskriterien.

    • Rico Meier sagt:

      Der Fehler war m.E. eben, dass die SNB durch Einführung des Mindestkurses Devisenanlagen auf Pump gekauft und dadurch die Bilanz erst massiv aufgebläht hat. Ich habe nicht gesagt sie hätte alternativ 500 Mia. in der Schweiz anlegen müssen. Sie ist aber bis auf das Gold praktisch nur noch im Ausland investiert. Sind die Passiven nicht mehr durch Aktiven gedeckt aufgrund der Kursverluste auf den Devisenanlagen ist die SNB illiguqid und muss rekapitalisiert werden. Ansonsten müssen die Banken ihre Giroguthaben wertberichtigen. Verhindert die SNB, dass z.B. die Investoren aus dem Euro Raum ihre Kusgewinne realisieren und die Banken die Giroguthaben abbauen können mit denen die SNB ihre Devisen gekauft hat, behindert sie den freien Kapitalverkehr.

      • Josef Marti sagt:

        Eine Notenbank kann niemals illiquid werden, das hat die D Reichsbank 1923 eindrücklich demonstriert. Sonst müssen Sie hier schon als Erfinder einer völlig neuen Doktrin sich patentieren lassen. Vielleicht haben Sie noch nicht bemerkt, dass die Zeiten ohne Zentralbanken mit reiner Goldumlaufswährung und reinem Warengeld schon 200 Jahre und mehr zurückliegen. Oder verweigert der Orell Füssli sofort weitere Noten zu drucken für die SNB trotz Auftrag? Notfalls kann er das gedruckte Geld sogleich als Honorar behalten, wenn er unbedingt auf Papiergeld besteht. Eine gesetzliche Nachschuss oder Rekapitalisierungspflicht besteht definitiv nicht. Wozu soll eine Bank Girokonten wertberichtigen wenn sie zum vollen Nominalbetrag damit andere Titel erwerben kann? Mit welchen Mitteln soll eine Notenbank verhindern, dass ausländische Investoren, welche notabene in ihrer eigenen Währung bilanzieren, Kursgewinne realisieren?

        • Rico Meier sagt:

          Banknoten der Orell Füssli werden erst wenn sie in Umlauf kommen zum Nominalwert bilanziert und zwar als Fremdkapital auf der Passivseite der SNB Bilanz, z.B. wenn Banken Giroguthaben bei der SNB in Banknoten umtauschen wollen (reiner Passivtausch). Notenumlauf und Giroguthaben der Banken bei der SNB sind und bleiben Fremdkapital der SNB und sind für sie nie und nimmer ein Aktivum = Liquidität. Sie unterstellen, dass Giroguthaben zum Nominalwert in Zahlung genommen würden, wenn das Eigenkapital negativ wird.

          • Josef Marti sagt:

            Das ist mit Sicherheit so. Es gibt keinen Grund wieso nicht. Die Notenbank braucht keine Liquidität weil sie immer liquid ist, im Gegenteil sie hofft ja verzweifelt, dass sie die Liquidität endlich vernichten kann um das Zinsniveau zu heben. Geldzertifikate und Umlaufsmittel können immer nur zum Nominalbetrag genommen werden, wie stellen Sie sich das anders vor? Sie vermischen und verwechseln das Metermass mit den Gütereinheiten und dem Marktwert/Wechselkurs der Devise. Abgesehen davon bilanziert wird in CHF; wenn Sie von einer Entwertung des CHF auf dem Devisenmarkt ausgehen resultiert in der SNB Bilanz ein gigantischer Abwertungsgewinn (aus Sicht CHF weil andere Währungen aufwerten gegenüber CHF) auf den Devisenreserven und damit ein riesiger Eigenkapitalschub.

      • Stefan Wiesendanger sagt:

        Bin erfreut, Ihre Voten zu lesen. auch wenn sie wenig verstanden werden.
        Eine Bemerkung zu diesem Post bezügl. der Notwendigkeit einer Sanierung der SNB bei negativem EK: rein rechtlich gesehen kann die SNB das negative EK stehenlassen, und nichts anderes hat die SNB bisher zu diesem Thema gesagt. Ungemütlich wird es, wenn der Ertrag auf der Aktivseite unter die Passivzinsen fällt, denn dann fällt das EK ins Bodenlose. Im Normalfall ist das undenkbar, es wäre aber interessant zu studieren, unter welchen Bedingungen das passieren kann.

        • Rico Meier sagt:

          @Hr Marti Das stimmt schon, dass bei einer Abwertung des CHF ein Aufwertungsgewinn entsteht mit entsprechend positiver Wirkung auf das EK/Reserven. Nur das ist angesichts von 500 Mia ungesicherter auf Pump gekaufter Devisenanlagen rein spekulativ. Eine starke Währung ist Ausdruck einer starken Wirtschaft und nicht umgekehrt. Die SNB ist schon bei über 1.40 massiv in den EUR eingestiegen. Praktisch alle Währungen haben über die Zeit gegenüber dem CHF an Wert verloren. Die Frage ist ob es Wert ist das Eigenkapital der SNB und damit Volksvermögen dermassen leichtfertig aus’s Spiel zu setzen. Liquidität abschöpfen kann sie nur, wenn sie ihre Devisenanlagen abstösst und damit die Giroguthaben der Banken bei der SNB reduziert, d.h damit ihre Schulden bezahlt. Bin einverstanden sollte sie tun und die Bilanz auf ein vernünfiges Mass herunterfahren. Gibt dann wohl Aufwertungsdruck auf den CHF und sie muss ihre Kursverluste realisieren. Sie kann aber auch warten bis Griechenland aus dem EUR aussteigt und / oder die giechischen Staatsschulden massiv abgeschrieben werden. M.E keine prickelnde Option, der EUR neigt in seiner Struktur zu Schwäche. Die SNB hat sich durch die Gratisoption Mindestkurs in eine sehr heikle Situation gebracht.

          • Josef Marti sagt:

            Eine Notenbank kann nicht auf Pump kaufen weil sie das Monopol hat unendlich Geld zu “drucken”. Echte Schulden sind nur andere Positionen wie zB die SNB Bills aber sicher nicht Girokonten, das sind Umlaufsmittel, diese können nicht “zurückbezahlt” werden sondern im Gegenteil durch Vernichtung / Verknappung zB via Repogeschäften wieder eingezogen werden; sie sind ein wesentlicher Teil der Überschussreserven der Banken und bilden die Geldbasis.

        • seebueb sagt:

          OR gilt, soweit nichts anderes (insbesondere durch Spezialrecht oder die Statuten) festgelegt wurde. Negatives EK wird im SNB-Gesetz nicht behandelt und damit gilt auch für die SNB das OR. Deshalb hätte sie de iure und ohne explizite Garantie durch die öffentliche Hand nach der Aufhebung der Untergrenze die Bilanz beim Konkursrichter deponieren müssen.

    • Rico Meier sagt:

      Ich habe nicht gesagt, die SNB hätte 500 Mia. alternativ in der CH anlegen sollen. Der Fehler war m.E. eben, dass die SNB durch Einführung des Mindestkurses die Bilanz mit auf Pump gekauften Devisenanlagen überhaupt erst so stark aufgebläht hat. Die SNB ist aber heute bis auf das Gold praktisch nur noch im Ausland investiert. Sind die Passiven nicht mehr durch die Aktiven gedeckt infolge von Kursverlusten auf den Devisenanlagen, ist die SNB illiquid. Wird sie nicht durch den Steuerzahler re-kapitalisiert, müssen die Geschäftsbanken ihre Giroguthaben wertberichtigen.
      Wollen z.B. Investoren aus dem Euroraum ihre Devisengewinne realisieren, muss die SNB den Banken Devisen d.h. ein Aktivum übergeben. Nur so kann sie die Giroguthaben der Banken (Fremdkapital der SNB) und damit ihre Schuld begleichen. Verweigert sie dies mit dem Hinweis, dass Giroguthaben in CHF gesetzlich anerkanntes Zahlungsmittel sind nur um keinen Verlust zu erleiden, behindert sie den freien Kapitalverkehr. Auch der Verweis suche dir doch einen anderen Trottel auf dem freien Devisenmarkt, der dir deine CHF Position gegen Euro tauscht, dürfte dann schnell schwierig werden. Aber man kann es natürlich auch entspannter sehen wie die meisten.

      • Rico Meier sagt:

        Ich bitte um Entschuldigung meine beiden obigen Kommentare and dieser Stelle sind Doppelposts.

        • seebueb sagt:

          Mir scheint, der 2. Abschnitt ist neu, oder nicht? Ich geh mal davon aus:

          Wenn Helmut Schmidt seine bei der DeuBa liegenden CHF verkauft, dann bebucht die SNB idR lediglich im Rahmen des Clearing die durch sie selbst geführten Konten der beiden beteiligten Banken, ein Passivtausch. Ob die SNB selbst kauft (und damit die von Ihnen beschriebene Verpflichtung eingeht, mit der Folge einer Bilanzkürzung), ist ihr vollständig freigestellt. Natürlich gerät der CHF unter Druck falls sie abseits steht, aber das ist ein ganz anderer Punkt.

          Liquide/illiquide:
          Liquide sein heisst, genügend 100er-Nötli zur Verfügunng zu haben für die Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen. Da die SNB die Nötli selbst druckt, hat sie jederzeit eine unlimitierte Menge zur Verfügung und kann somit unmöglich illiquid werden. Angenommen, Ihr EFH ist 1Mio wert und mit einer morgen fälligen 600k Hypo belastet, aber Ihr Vermögen ist nicht innert nützlicher Frist liquidierbar und haben keine Nachfolge-Hypo, dann sind Sie (morgen) trotz bspw 400k Nettovermögen illiquid. Im Gegensatz hierzu wird der Fall von negativem (bzw. ungenügendem) EK als Überschuldung bezeichnet.

          • Rico Meier sagt:

            Ich möchte ihnen die Illusion von der der Geldschöpfung aus dem Nichts nicht nehmen. Nur soviel: Wenn die SNB Noten in Umlauf bringt dann ist es entweder ein reiner Passivtausch (Notenumlauf an Giroguthaben der Banken) weil die Banken z.B. mehr Bargeld brauchen. Oder die SNB wollte die Notengeldmenge erhöhen ohne Passivtausch, dann muss sie auf der Aktivseite der Bilanz ein Aktivum (Vermögen) buchen. Mit anderen Worten sie nimmt einen Vermögenswert (Aktivum) in ihre Bilanz auf und emittiert dagegen Geld (in dem Fall halt Banknoten = Fremdkapital der SNB). Nur so ist die Bilanz ausgeglichen. Geld ist und bleibt ein Passivum des Geldemittenten. Die SNB hat den “Vermögenstitel” zwar gekauft aber nicht bezahlt. Ich empfehle ihnen unvoreingenommen “Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung” von Dr. Marc Meyer als Lektrüre. M.E. einerder wenigen der seit Jahren verstanden hat was Geld wirklich ist.

          • Rico Meier sagt:

            Korrigenda: Buchungssatz ist natürlich “Giroguthaben Banken an Notenumlauf” in obigem Beispiel. Entscheidend ist aber nur dass es in diesem Fall ein reiner Passivtausch ohne Ausweitung der Bilanz ist.

          • Josef Marti sagt:

            Dass Papiergeld lediglich eine Austauschmenge in M1 ist ist nichts neues. Und dass die Bilanz ausgeglichen ist auch nicht. Bei dieser Betrachtung ist ja alles wunderbar und die Geldmenge verdoppelt sich ständig, weil nach Ihnen trotz in Umlaufbringen von Noten das Aktivum nicht bezahlt wurde obwohl der Verkäufer über das Girokonto oder Papiergeld bereits verfügt und damit seine Rechnungen zahlt, es muss also mit zusätzlichen neuen Noten nochmals bezahlt werden, der Verkäufer erhält also den doppelten Betrag, was buchungstechnisch aber wiederum gar nicht geht da eine Gegenbuchung immer ein anderes Konto verlangt. Die Katze beisst sich wohl in den Schwanz.
            Aber man kann ja auch predigen, das gesetzlich geschaffene Geldmonopol sei einfach eine Illusion, und die vom Orell Füssli gepressten Noten sind eine Fatamorgana.

          • seebueb sagt:

            Natürlich müssen immer zwei Konti bebucht werden damit die Bilanz im Gleichgewicht bleibt, aber das hat nichts zu tun mit der Schöpfung an sich.

            Wenn sie möchte (und bereit ist, die entsprechenden Gesetze und Vorschriften zu brechen), kann die SNB Geld drucken und wortwörtlich zum Fenster rausschmeissen. Vorher war nichts und jetzt ist Geld im Umlauf – Schöpfung ex nihilo.

          • Rico Meier sagt:

            Kaufen und bezahlen ist nicht dasselbe. Das gilt auch für die SNB. Die Folgen habe ich in obigem Beitrag versucht zu erläutern – Die Investoren wären im CHF bzw. bei der SNB gefangen und könnten ihre CHF nur noch von einer Grossban Bank zur anderen verschieben (Passivtausch aus Sicht der SNB); Giroguthaben Bank A an Giroguthaben Bank B. Ihre Gelddruck und Verteilaktion nehme ich mal an meinen sie nicht wirklich ernst. Für den Finder wär’s allerdings zumindest eine zeitlang schön, weil für ihn wär’s ein Aktivum und Eigenkapital (bis sie soviele Noten verteilt haben, dass sie nichts mehr Wert sind). Wie gesagt ich will ihnen ihre Illusion einer Geldschöpfung aus dem Nichst nicht nehmen. Die grössten Irrtümer basieren meist auf ganz einfachen Fehlern. Ich Danke ihnen für die angeregte Diskussion, schliesse jetzt aber ab.

          • Rico Meier sagt:

            Eine letzte Ergänzung noch: Die Banken können jederzeit ihre Giroguthaben bei der SNB bis auf die Mindestreserve reduzieren. Das geht nur wenn ihnen die SNB ein Aktivum aus ihrem Vermögen übergibt. Sie kann das nicht mit dem Hinweis verhindern Giroguthaben bei ihr seien gesetzliches Zahlungsmittel und sie hätte nur eine Schuld in CHF, um keinen Verlust zu erleiden. In diesem Zusammenhang empfehle ich Ihnen die Ausführungen von Dr. Marc Meyer “Schurkenstaat Schweiz” wenigstens einmal zu lesen. Nochmals Danke.

          • Josef Marti sagt:

            Die Gelddruck und Verteilaktion ist sehr wohl ernst; kann auch mit einem Vollgeldsystem gemacht werden, sog. Bürgergeld, oder wie schon heute diskutiert wird Helikoptergeld, jedem Bürger werden zB 10’000 verteilt; selbstverständlich ist das möglich und sinnvoll. Schuld- und Zinslose Buchung Verlustvortrag oder Gewinnvortrag an Noten in Umlauf. Wo soll da ein Problem sein? Ihre Bemerkung zeigt schon wieder dass Sie den Unterschied zwischen Metermass, Gütereinheit und Marktwert nicht verstehen.

          • Josef Marti sagt:

            Ergänzung:
            De facto ist das Helikoptergeld wie eine Steuergutschrift oder vergleichbar mit den heutigen Ausschüttungen an die öff. Haushalte, es geht um volkswirtschaftlich sachgemässe und zweckmässige Verteilung der Seignorage. Heute wird die Seignorage via Giralgeldschöpfung der Banken aber natürlich auch mit dem QE der Notenbanken mittels Vermögenspreisinflation und Hebeleffekt zu den obersten 5% der Bevölkerung geschleust.
            Mit dem Helikoptergeld könnten stattdessen auch zum Verdruss der Schuldtitelhalter Staatsschulden abgebaut werden, diese armen Kerle müssten sich dann neue Schuldner suchen.

          • Josef Marti sagt:

            Dazu in Erinnerung und Auszug aus Ludwig von Mises:

            “Der Emittent, der Umlaufsmittel in Verkehr setzt, kann aber auch den Wert eines jeden einzelnen ausgegebenen Umlaufsmittels als Vermögens- und Einkommenszuwachs ansehen. Er unterlässt es dann, für die Bedeckung der ihm durch die Ausgabe erwachsenen Verpflichtungen durch Ausscheidung eines besonderen Aktivfonds aus seinem Vermögen Sorge zu tragen. Den Emissionsgewinn … streicht er ruhig wie jede andere Einnahme ein [S.283].”

          • Josef Marti sagt:

            Zu Ihrer letzten Ergänzung:
            Das ist definitiv falsch. Dann könnten nämlich die Geschäftsbanken selbständig und nach eigenem Gusto und Belieben die Zinsschraube wieder anziehen.

          • Rico Meier sagt:

            Dr. Marc Meyer hat es in seinem “Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung” sehr treffend formuliert:

            “Wenn ein Kind zur Welt kommt, wer hat es gezeugt, wer hat Leben geschaffen? Die Eltern oder der Arzt, der die Geburtsurkunde ausstellt? Eine Geburtsurkunde ist wertlos, wenn kein Kind zur Welt gebracht wurde.”

            Nur den vielen Geldtheoretikern mit ihrer wundersamen Geldschöpfung aus dem Nichts scheint sich diese Tatsache nicht zu erschliessen.

          • seebueb sagt:

            Natürlich meine ich das zum Fenster rauswerfen ernst, sie macht es praktisch jedes Jahr. Zwar nennt es sich dann Gewinnausschüttung, aber für die SNB ist es im Wesentlichen das selbe.

          • Linus Huber sagt:

            Geldschöpfung entsteht indem ein Kollateral verwendet wird, worauf Kredit ausgestellt wird und damit die Bilanzsumme erweitert. Die Frage liegt wohl darin, ein Kollateral mit entsprechender Güte und Sicherheit zu finden. Wenn das Kollateral eine Liegenschaft ist, geht alles gut, solange diese immer stärker belehnt werden (allgemeine Kreditexpansion) kann, denn dies hat zugleich einen preissteigerenden Einfluss. Die Frage ist daher schlussendlich, die Fähigkeit der Bewirtschaftung des Kredites durch den Kreditnehmer (daher immer tiefere Zinsen, da dies immer schwieriger sein dürfte). Im Falle von Währungen und Aktien sind aufgrund der reduzierten Einflussmöglichkeit (da fremdbestimmt) der eigenen Zentralbank die Risiken entsprechend höher. Das Kind in Ricos Erklärung ist damit das Kollateral, wobei man heute wohl jedes Ferkel als Kind einstuft um das Wachstum der Geldmenge weiterhin steigern zu können.

          • seebueb sagt:

            LH, die Sicherheit dient lediglich der Minderung des Risikos der Bank. Nach Ihrer Logik dürfte es keine unbesicherten Bankkredite geben wie bspw. Kleinkredite.

            Meyer vermischt in seinem Blog verschiedenste Dinge, die nicht das Geringste miteinander zu tun haben: Weshalb die SNB schuld sein soll am Schrott, der auf SRF verzapft wird oder in Brunettis Buch steht, ist nicht nachvollziehbar. Die Analogie ist schlicht falsch weil die Geldmenge in keinem direkten ursächlichen Zusammenhang steht mit der zugrundeliegenden Wirtschaft, wogegen der Geburtsschein direkt abhängig ist vom Kind. Das zeigt auch sehr schön Meyers grundlegenden Denkfehler.

            Jordans Blumenkohl und die Folgen des negativen SNB-EKs hatten wir ja schon.

          • Linus Huber sagt:

            @ seebueb

            “Nach Ihrer Logik dürfte es keine unbesicherten Bankkredite geben wie bspw. Kleinkredite.”

            Da spielen 2 Aspekte hinein. Einerseits glaube ich nicht, dass Zentralbanken funktionsmässig sich mit Kleinkrediten abzugeben haben, womit sich die Frage auf dieser Ebene nicht wirklich stellt. Andererseits bin ich tatsächlich der Ansicht, dass Kleinkredite, welche einzig dem Konsum dienen (nicht produktivitätssteigernd wirken), nicht sinnvoll sind, da sie den Konsum zeitlich vorziehen, damit einen künstlichen Boom erzeugen und den Kreditnehmer und -geber bei unvorhersehbaren Entwicklungen unnötigerweise in Schwierigkeiten versetzen. Auch in diesem Falle besteht ein Kollateral, nämlich das zukünftige Einkommen wird hierbei quasi zum Kollateral. Wenn dieses Spiel der zunehmenden Kollateralisierung und damit Kreditmengenausweitung einmal begonnen hat und nicht gebremst wird, entwickelt sich ein Schneeballsystem, indem einerseits dies eine Auswirkung auf die Preise hat (allgemein steigende Preise) und andererseits die zukünftige Erwerbskraft immer stärker belastet wird, resp. in Anspruch nimmt. Es geht nicht um ungedeckte Kredite oder nicht, sondern um die Qualität der Deckung; z.B. wurden früher, als der verantwortliche Banker seine Kunden noch persönlich gut kannte, auch ein Kredit aufgrund seines makellosen und erfolgsversprechenden Charakters (und Projekts) erteilt, was aus meiner Sicht in Ordnung ist, da beide Parteien der Risiken bewusst waren und es sich nicht um ein systemweites Verhalten handelte.

          • Linus Huber sagt:

            Kleinkredite zwecks vorgezogenem Konsums, sollten aus meiner Sicht nicht durch Banken bereitgestellt werden, was Zentralbanken mit z.B. Eigenkapitalquoten etc. einigermassen steuern könnten, sondern auf der Ebene der Familie, des Freundschaftskreises ablaufen, welche den Kreditnehmer sowie sein Verhalten und seine Kreditwürdigkeit besser evaluieren können und dadurch nicht das Finanzsystem insgesamt in Mitleidenschaft zieht.

          • seebueb sagt:

            “Geldschöpfung entsteht indem ein Kollateral verwendet wird, worauf Kredit ausgestellt wird”

            Das Bsp Kleinkredit widerlegt Ihr Statement.

  11. Die Geldpolitik könnte schon eine ganze Menge mehr tun. Dazu müsste sie aber mal im Sinne der 99 % agieren und sich der intellektuellen Übung unterziehen, unser veraltetes geldpolitisches Paradigma zu überdenken: https://zinsfehler.wordpress.com/2015/03/23/die-citoyage-keynesianischer-monetarismus-als-ordnungspolitisches-korrektiv/

    LG Michael Stöcker

  12. zweistein sagt:

    Das Wohlergehen des Wirtes ist für den Parasiten nur von sekundärer Bedeutung. Solange er sich fortpflanzen, vermehren und ausbreiten kann kann, ist das Ziel erreicht. Das gleiche gilt für die Staatsbanken, angeführt von der sich in Privatbesitz befindenden Federal Reserve. Das Wohl der USA, deren Volkswirtschaft und Bürgern findet sich weit hinten auf der Traktandenliste. An oberster Stelle steht: NWO – neue Weltordnung, gefolgt von: totaler Kontrolle von Militär, aller Geheimdienste, aller Gerichte, etc. Den Rest kann sich jeder Leser leicht selbst ausmalen.

  13. M. Riva sagt:

    Die Ausdehnung der Geldmengen der Notenbanken hat nicht nur die Staaten und die Banken vor der Illiquidität gerettet, sondern führte auch zu einer sich laufend verkleinernden Umlaufgeschwindigkeit dieser Geldmengen und so zu einem laufenden Sinken der Inflation.
    Unser Wirtschaftssystem ist jedoch auf eine schleichende Inflation und der daraus wachsenden nominellen Erträge angewiesen um höhere Ertragskapitalisierungen und statistisches Wachstum und Investitionsoptimismus zu generieren.

    Der Aufkauf von 1 Billion Anleihen durch die EZB soll genau diese Umlaufgeschwindigkeit wieder erhöhen und könnte einiges bewirken.

    Die Hauptursache für das ganze Dilemma ist wohl aber, dass es nach der Kostensenkungswelle durch die Globalisierung heute an neuartigen Produkten mangelt, welche Ersatzinvestitionen bei Firmen und Privaten auslösen und echtes Wachstum in den entwickelten Staaten ermöglichen würde. Das System an sich ist ausgereizt und muss warten, bis der Bestand der verkauften Produkte abgeschrieben und amortisiert oder zerstört ist, dann geht’s dann wieder aufwärts.

  14. Roli sagt:

    Der grosse Denkfehler ist, dass man versucht über die Geldmenge die Wirtschaft zu steuern und dazu noch annimmt 2% Inflation wäre gesund und würden die Wirtschaft fördern.
    1. 2% Inflation führt in 35 Jahren zu einer Verdoppelung der Preise oder zu einer Abwertung des Geldes, was für Rentner katastrophal ist, da die Kosten mit dem Alter steigen.
    2. Disinflation ist nicht schlecht, da ja der Produktivitätsfortschritt zu einer Verbilligung der Produkte führen muss und der Konsument davon profitiert.
    3. Produkte die nicht billiger werden und wegen Verknappung von Rohstoffen teurer werden, müssen teurer werden, damit neue alternative Verfahren entwickelt werden.
    4. Subventionen sollten ab sofort alle gestrichen werden, denn sie führen zu Fehlallokationen, dies gilt auch für Geld zu Null Zins!
    5. Zollschranken müssen abgeschafft werden, nur so liessen sich die grossen Unterschiede der verschiedenen Wirtschaftsräume ausgleichen, es ist wie Gefässe, die mit kommunizierenden Röhren verbunden sind, mit der Zeit gleichen sich die Füllstände in allen Gefässen an. Alle erreichen den gleichen Wohlstand.
    6. Die Geldmenge sollte an einen Massstab gebunden werden, sie darf nicht frei und beliebig vermehrt werden. Vielleicht als eine Funktion der Energie-, Waren- ev. Edelmetallproduktion? Die Finanzindustrie darf nicht von der Realwirtschaft abgekoppelt sein, wie heute. Mit Zinseszins wächst die Finanzindustrie exponential (strebt ins Unendliche) und die Wirtschaft ist schliesslich endlich auf die Erdkugel beschränkt.
    7. Derivate Finanzprodukte müssen geregelt werden, heute existiert das 10-fache der Weltbörsenkapitalisierung als reine Papierprodukte ohne volle Deckung! Sie sind die Massenvernichtungswaffen im 21igsten Jahrhundert.
    Aber so lange die falschen Berater am Ruder sind wird nichts passieren, es gibt keinen “free lunch”. Der Übergang zu einer neuen Finanzwirtschaft wird immer schwieriger. Die Reichen dieser Welt haben sich schon lange positioniert, mit Landwirtschaftsgütern, Aktien, Immobilien, Kunst und Gold

    • Christoph Bögli sagt:

      Zu 1.: Die meisten Argumente bezüglich Inflationszielen sind nur vorgeschoben, letztlich geht es dabei primär um die Entwertung der öffentlichen und privaten Schulden. Die (kleinen) Vermögen sind das bequeme, bewusst in Kauf genommene Bauernopfer.

      Zu 4-7.: Das wär wohl nicht verkehrt, aber ist halt leider auch utopisch. Von allen Punkten profitieren spezifische Interessensgruppen viel zu stark als dass daran einfach so gerüttelt werden könnte – es sei denn, der spezifische Nutzen überwiegt, etwa bei Freihandelsabkommen. Ob das der Allgemeinheit dann zum Vorteil gereicht ist aber zu bezweifeln.

  15. Anh Toàn sagt:

    In China kontrolliert die Notenbank, bzw. die Partei, nicht nur die Bilanz der Notenbank, sondern die Geldschöpfung der Geschäftsbanken: Es wird zentralistisch geplant, wieviel Kredit geschöpft wird und in welche Branchen diese Kredite fliessen.

    Im Westen reagieren die Notenbanken nur, die Instrumente um zu agieren, fehlen, das ist auch Perfekt, da man so in den Notenbanken immer einen Schuldigen finden kann: Platzt die Immobilienblase in der Schweiz, kann Linus Huber schreiben, die SNB hätte viel zu lange die Zinsen zu tief gehalten, sie hätte diese Blase verhindern sollen, dann wäre alles gut gewesen, aber diese böse zentralistische Notenbank hat die Kredite viel zu billig vergeben, also zu hohe Risiken gefördert, blablaba, und muss sich nicht zur Frage äussern, was aus den Jobs in CH geworden wäre, wenn die SNB tatsächlich die Zinsen erhöht hätte.

    Zuerst entwaffnet man den Staat, dann wirft man ihm vor, nicht gehandelt zu haben.

    • Maiko Laugun sagt:

      Das habe ich hier schon mal als Variante geschrieben: Die direkte Anbindung einer Nationalbank an die politische Führung. Geldpolitik soll Teil einer Gesamt-Strategie eines Landes sein. Dann kann auch keiner mehr die Verantwortung auf den anderen schieben. Im klugen Westen weiss man natürlich immer alles besser. Die Schuldenberge sind (u.a.) ein Resultat davon.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Geschäftsbanken müssen angebunden werden an die Notenbank oder die Politik: De westlichen Systeme können nicht steuern, wohin Kredit vergeben wird, trotz QE und Negativzinsen gibt’s kaum Kredite für KMU’s, dafür Hypotheken und die Substitution von Eigenkapital durch Fremdkapital in Grosskonzernen. (Und Nein Herr Huber, daran sind nicht die bösen Notenbanker schuld, die haben keine Mittel um zu entscheiden, wem Geschäftsbanken Kredit geben.

      • Anh Toàn sagt:

        Ob diese Entscheidungen besser zentralistische Technokraten (Notenbanken) oder die Politik trifft, ist erst die zweite Frage, die erste ist, ob der Staat oder die Privaten diese Entscheide treffen, denn eigentlich ist (fast) unbestritten, dass der Staat diese beeinflussen soll, nur bezweifle ich angesichts der Realität, dass er im Westen dies überhaupt kann.

        • Maiko Laugun sagt:

          Viel schlimmer als jetzt kann es nicht werden. Deshalb wäre eine komplette Verstaatlichung des Finanzsektors (nicht nur die Zentralbanken) zumindest ein Versuch wert. Weder Finanzsektor noch die von ihnen korrumpierten Politiker wollen das. Für Letzte ist es angenehmer, diesen ohne Verantwortung zu dienen anstatt zu regulieren. Deshalb lacht sich der Finanzsektor ins Fäustchen und der Steuerzahler macht diese im Sack.
          .
          “…dass der Staat diese beeinflussen soll, nur bezweifle ich angesichts der Realität, dass er im Westen dies überhaupt kann.” …. Ihr letzter Satz bedeutet den Bankrott der Demokratie. Diese soll (und hat das Recht dazu) den Finanzsektor zu beeinflussen und kann es trotz demokratisch gewählter Politiker nicht tun.

        • seebueb sagt:

          In der CH könnte dies die Öffentlichkeit durchaus steuern/beeinflussen, bspw über die Kantonalbanken. Aber ob das gut rauskommt, scheint mir zweifelhaft, dafür werden bereits jetzt viel zu häufig Sanierungen von KB benötigt.

          • Maiko Laugun sagt:

            Wenn schon, dann bei der Exekutive und deren Verantwortung ansiedeln und nicht nur bei der Legislative, wo ein kleiner Kantonsrat Kopf nickend beisitzt und auf Steuereinnahmen hofft.

    • Linus Huber sagt:

      “die Instrumente um zu agieren, fehlen”

      Wenn jemand ein Instrument nicht anwendet, heisst es nicht, dass dieses fehlt. Wenn jemand etwas nicht versteht, heisst es nicht, dass es nicht verstanden werden kann.

  16. Anh Toàn sagt:

    “Der SNB bleibt nichts anderes übrig, als auf das Prinzip Hoffnung zu setzen:”

    Danke an die Verteidiger unserer Freiheit, Selbstbestimmung, Souveränität!

    • Pedro Reiser sagt:

      Auch die EZB und das FED können nur hoffen. Hören Sie doch auf mit dem SNB-Bashing.

      • Anh Toàn sagt:

        SVP als Verteidiger unserer Souveränität, Freiheit, Unabhängigkeit hat die SNB in diese Lage gebracht. Seine Herrlichberglichkeit sonnt sich in diesem “Erfolg”, BRAVO!

      • Anh Toàn sagt:

        Draghi aber kann handeln, wenn Sie den Beitrag gelesen haben.

        • Linus Huber sagt:

          Oh, Draghi kann handeln, welch eine wunderbare Offenbarung. Genau so wie Draghi handelt, kann auch die SNB handeln, wenn sie dies wirklich will. Die Frage ist eher, ob der Aktivismus eines verdeckten Währungskrieges, um den es sich unter dem Strich handelt, schlussendlich sinnvoll und erfolgreich sein wird.

          Es gibt noch andere Wege, die Währung zu verwässern, was allerdings bedingt, die Bevölkerung mit einzubeziehen und die Situation beim Namen zu nennen, worin sich natürlich die so weise Bürokratie, welche ein über dem Durchschnitt der produktiven Bevölkerung liegendes Wissen und mit edleren menschlichen Attributen ausgestattet, besonders gerne übt.

          • Anh Toàn sagt:

            “Die Frage ist eher, ob der Aktivismus eines verdeckten Währungskrieges, um den es sich unter dem Strich handelt, schlussendlich sinnvoll und erfolgreich sein wird.”

            Also die Anderen machen Währungskrieg, und dann macht man besser nicht mit.

            Geht das ist die Frage?

          • Anh Toàn sagt:

            Es gibt andere Wege die Währung zu verwässern (Staatsdefizite), aber nicht für die SNB.

          • Linus Huber sagt:

            Ich sagte nichts von Staatsdefiziten.

    • seebueb sagt:

      Was dem Einen seine EU/ro und EZB, ist dem Anderen seine SVP. Hach wie schön dass die Welt und manche Leute so simpel funktionieren.

      Gerade die PFZ, die als Konjunkturtreiber wirkt, die internationale Konkurrenzfähigkeit erhöht und damit die Exporte stärkt, und die auch den Immo-Markt lupft, ist wesentlich mitverantwortlich für die Zwickmühle der SNB.

      • Anh Toàn sagt:

        Die PFZ haben wir ja von der SVP, Blocher hat gesagt EWR ist nichts, wir brauchen eine Schweizer Sondersetting der EU, und so bekamen wir die Bilateralen inkl PFZ.

      • seebueb sagt:

        Und mit EWR hätten wir keine PFZ? Wie war das nochmals mit den nicht (heute nicht mehr) verhandelbaren vier Freiheiten?

  17. Der Artikel bestätigt, dass die Geldströme sich NUR innerhalb der Grossbanken stattfinden. Die Hausse an den Börsen entbehren jeder Grundlage und sind die Clouds der Banker. Die Zeche werden wohl Lebensversicherungen und Pensionskassen bezahlen, wenn die Blasen platzen. Leider gibt es keine weitsichtigen Politiker, die sich diesem Thema annehmen, nach dem Motto Augen zu und durch.

  18. Josef Marti sagt:

    Da beisst sich die Katze in den Schwanz. Diese Staatsverschuldung ist nichts anderes als nicht eingezogene und hinterzogene Steuern sowie aufs Konto Staatschulden umgebuchte Finanzpleiten, welche von den privaten Haushalten der Allgemeinheit verzinslich zur Verfügung gestellt werden.

    • A. DIetrich sagt:

      @Josef Marti: Genau das! Die hinterzogenen Steuern dürfen sich die bankrotten Staaten dann zu horrenden Zinsen ausleihen. Die Zeche zahlt überall der Mittelstand und die Menschen, die tatsächlich arbeiten und dabei Werte schaffen. Dank Geldflut bekommen wir im Alter dann noch ein Trinkgeld (die Tiefzinspolitik lässt grüssen) anstatt eine anständige Pension.

  19. Rolf Rothacher sagt:

    Seit 2007 hat die weltweite Verschuldung von Staat/Wirtschaft/Private um 57 Billionen USD auf 199 Billionen USD zugenommen. Die Staaten schiessen dabei mit einer JÄHRLICHEN Zusatzverschuldung seit 2007 von 9,3% weit über alle anderen Sektoren hinaus.
    Die eine Billion Euro der EZB ist in diesem Kontext eher unbedeutend und selbst das Aufblähen der US-Notenbank-Bilanz auf 4,5 Billionen Dollar ist angesichts der 199 Billionen weltweiter Schulden fast lächerlich.
    Die Bilanzen aller Notenbanken der Welt zusammengenommen erreichen keine 10 Billionen USD. Sie sind mit Sicherheit nicht die Auslöser von Übertreibungen und ungesunder Spekulation.
    Einmal mehr versucht auch dieser Artikel die Schuld auf die Notenbanken und den Finanzsektor zu lenken. Doch das ist angesichts der Grössenverhältnisse ganz einfach nicht wahr. Mit 10 Billionen kann man zwar 200 Billionen ein wenig bewegen. Doch man kann mit ihnen nicht gegen den Strom schwimmen. Und diesen Strom geben die Staaten mit ihrer unverantwortlichen Neuverschuldung vor. Doch die Presse macht aus den Getriebenen halt gerne die Treiber und Zäumen auch dieses Pferdchen von hinten auf.

    • seebueb sagt:

      Keine Ahnung,wie Sie auf 9.3% kommen, das gäbe 202 per 2011.

      Die angegebene Steigerung entspricht 5% p.a. (von 142 per 2007 auf 200 per 2014). Auch das ist sehr hoch, aber bei dennoch weit weniger dramatisch als Ihr 9,3.

      • Josef Marti sagt:

        Es gibt abgesehen davon noch eine ganz einfache Variante die Staatsschulden loszuwerden wenn Inflation zu langsam wirkt oder nicht hingekriegt werden kann: Alle öffentlichen Güter werden zugunsten der Gläubiger eingezogen, dh. es wird praktisch alles privatisiert. Damit wäre es möglich die Staatsquoten wieder auf Niveau vor 1914 ca. 10% herunterzubringen, das reicht für Armee, Polizei und ein bisschen Justiz. Dafür gibt’s dann halt keine Gesundheit, Bildung und Sozialwesen für jedermann mehr, alles kann man nicht haben.

    • Marcel Senn sagt:

      Rothacher: Sorry ist leider Unsinn den Sie da schreiben – das Total aller ZB weltweit dürfte aktuell schon um die 20 Billionen $ sein!

      Central Bank of China 5.5 Bio
      FED 4.4 Bio
      EZB 2.5 Bio
      BOJ 2.7 Bio
      SNB 0.6 Bio
      BOE 0.6 Bio
      ..
      Das alleine sind schon 16.4 Bio $ und dann kommen all die ZB Bilanzen von Australien, Kanada, Korea, Taiwan, Singapore, Brasilien, Russland, die Nicht-€ Raum Länder in Europa usw usw dazu!
      .
      Apropos den 199 Bio Schulden (aus der McKinsey Studie) – die bezieht die internen Schulden z.B. in den USA nicht mit ein – anstatt 18 Bio Schulden (Gross Debt) werden da nur die Net Debt berücksichtigt – Weltweit kann man nach der Methode locker nochmals 10-20 Bio auf die Staatsschulden rauftun!
      CIA Factbook
      71.8% of GDP (2013 est.)
      country comparison to the world: 36
      70% of GDP (2012 est.)
      note: data cover only what the United States Treasury denotes as “Debt Held by the Public,” which includes all debt instruments issued by the Treasury that are owned by non-US Government entities; the data include Treasury debt held by foreign entities; the data exclude debt issued by individual US states, as well as intra-governmental debt; intra-governmental debt consists of Treasury borrowings from surpluses in the trusts for Federal Social Security, Federal Employees, Hospital Insurance (Medicare and Medicaid), Disability and Unemployment, and several other smaller trusts; if data for intra-government debt were added, “Gross Debt” would increase by about one-third of GDP

  20. Zusammen mit den Zinsenkungen gab die Nationalbank das Ziel an, man wollen Investitionen fördern.

    Nur, wer investiert in der Exportindustrie, wenn der Franken zu viel Wert ist?

    Wer investiert in der Konsumgüterindustrie, wenn Elektronik- und Plasticramsch aus China jedes Jahr noch billiger wird?

    Welche Privathaushalte investieren in technische Geräte, wenn sich die technischen Möglichkeiten dieser Dinger ständig von neuem überschlagen? ?

    • Ich beobachte genau was die Autoren beschreiben: Die Leute investieren nicht wirklich in der Industrie, sondern sie treiben sich gegenseitig die Aktienkurse und Immobilienpreise in die Höhe. Damit wird überhaupt gar nichts reales geschaffen.

      Für mich als Sparer, Rentner, Privatinvestor, der damit seinen Lebensunterhalt absichern muss, ist das eine extrem gefährliche Situation.

      Es gilt den Exit zu finden, sobald die Zinsen anziehen, weil dann sowohl Aktienkurse wie auch Immobilienpreise zusammenbrechen.

      • Josef Marti sagt:

        Bei Exit kann man sich glaub ich anmelden.

      • seebueb sagt:

        Anziehende Zinsen heissen keineswegs, dass die Aktienkurse einbrechen – von Mitte 2004 bis Mitte 2006 wurde die Fed Funds Rate von 1% bis auf 5,25% angehoben, den Verlauf der Aktienkurse kennen Sie sicher selbst. Viel wichtiger ist die Frage, ob die Unternehmensgewinne durch die steigenden Zinsen beeinträchtigt werden.

      • Die Typen verkaufen sich den Ramsch im Kreis herum zu immer höheren Preisen, und wer das Spiel nicht kennt, macht dann die Verluste, wenn die Initiatoren aussteigen. Das wird seit ca. 20 jahren gemacht, und mit dem Fortschritt der iT immer mehr.

  21. Ungleichgewicht 4 mit den heftigsten Auswirkungen:
    Die zu grossen Einkommensunterschiede. Die Einkommensunterschiede sollten nicht mehr als 1 : 3 betragen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Und noch fast wichtiger in dem Kontext: Das Ungleichgewicht bei den sozioökonomischen Auswirkungen der momentanen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Während Vermögende relativ leicht von der Situation profitieren können, u.a. dank der Hausse im Aktien- und Immobilienmarkt, zahlen die mittleren und unteren Schichten die Zeche, sei es mit stagnierenden Reallöhnen, Kurzarbeit oder Kürzung von Sozialleistungen. Länder wie Deutschland haben sich so über den Aussenhandel auf Kosten der Arbeitnehmer fit gemacht während auf der anderen Seite die Arbeitnehmer im Süden die Krise über massive Arbeitslosigkeit, Lohnsenkungen und Steuererhöhungen ausbaden können..

    • Stefan Wiesendanger sagt:

      Kürzlich wissenschaftlich untersucht gelesen: die Zunahme der Einkommensungleichheit in den USA seit ihrem Minimum im 20. Jh. würde vollkommen verschwinden, wenn heute immer noch ähnlich geheiratet würde wie damals. Damals waren die Paare deutlich weniger homogen (Arzt und Krankenschwester, Manager und Sekretärin). Heute hätten Frauen oft gleichwertige Einkommen, würden aber kaum ärmere Männer heiraten. Die Gleichstellung der Frau als Ursache von Ungleichheit? Nicht notwendigerweise, falls eine Paarung von Frau mit Status und Mann ohne Status mit unserer Psyche und Hormonen in Einklang zu bringen ist. Jedenfalls ein interessanter, neuer Blick auf eine in den Medien recht oberflächliche Debatte.

  22. Hans wirz sagt:

    Es ist fast wie bei der theoretischen Physik- die Grafitation will nicht mit den der Satrken, Schwachen oder Elektromagnetischen. Selbst mit der Superstringtheorie ist man am Anschalg, so ist es auch in der Wirtschaftspolitik.
    Es werden alle nur erdenkliche Theorien gehandelt, warum der Weltwirtschaftsmotor massiv sttottert.
    Dabei ist die Lösungim Vergleich zur Physik einfach weil die Probleme “hausgemacht” sind. Es wurde der weltweit freie Kapitalverkehr aufgehoben, das Kapital kann somit nicht mehr frei zirkulieren. Investitionen werden massiv behindert.
    Zudem hat Frankreich und das sozialistisch gewordene Europa und Amerika die Jagd auf die Reichen eröffnet.
    Die Reichen haben somit die Lust auf Investitionen verloren, horten und verstecken ihr Geld! Anstelle springen Zentralbanken ein, welche mit riesigen Geldflutungen versuchen diese Effekte zu kompensieren.
    Fazit – der Patient Weltwirtschaft ist Schwerkrank. Solange unsre Politiker nicht umschwenken und diese Effekte
    Rückgängig machen, solange versinkt die Welt in einen atomaren Winter! Es mangelt an Sonne, es kann nichts mehr wachsen!

    • Josef Marti sagt:

      Können Sie nicht lesen? Die Zeit von Bretton Woods mit eingeschränktem Kapitalverkehr ist in der westlichen Hemisphäre längst Geschichte, spätestens seit 1973.

      • Markus sagt:

        Hat doch damit nichts zu tun. Es ist egal wie gross der Einkommensunterschied ist. Viel wesentlicher ist, dass die tiefen Einkommen gross genug sind um ein “anständiges” Leben zu ermöglichen. Falls Sie es schon vergessen haben, die 1:12 Initiative wurde klar abgelehnt. Sie kommen jetzt mit 1:3! Bitte aufwachen!

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